Ohne Einsatzbereitschaft keine Attraktivität!

Nr. 2 · April 2015
2 0 . J a h r g an g
Enok 6.1 bestellt
Anfang 2015 hat das BAAINBw mit
Mercedes-Benz einen Liefervertrag
über 84 Enok, die bis 2017 ausgeliefert werden sollen, im Wert von
56,3 Mio. Euro abgeschlossen. Hinzu
kommt eine Ersatzteil-Erstausstattung
für weitere 4,7 Mio. Euro. Die Firmen Armoured Car Systems, LeTech
und Magna Steyr gehören zu den
wichtigsten Unterlieferanten. Die
Enok gehören zu den geschützten
Führungs- und Funktionsfahrzeugen
(GFF) der Bundeswehr und zusammen
mit den Wolf SSA und den Mungos
zur Klasse 1 der GFF.
Der neue Enok 6.1 mit 6,1 t Gesamtgewicht ist dank verbessertem Ganzstahl-Monocoque und serienmäßigem
Minenschutz besser geschützt als
sein Vorgänger Enok 5.4 und kann
1,3 t Nutzlast tragen. Zusammen mit
den beschafften Enok 5.4 steigt der
Bestand an Enok auf 221 Fahrzeuge.
Die neuen Enok ersetzen auch nicht
mehr instandsetzungswürdige WolfFahrzeuge.
Inhalt
• Ohne Einsatzbereitschaft keine
Attraktivität!
Hellmut Königshaus, der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages
• Meine Meinung
Richtig aufgestellt für neue
Herausforderungen
• Aus dem Heer
• Zukunft der Reserve – Reserve der
Zukunft? Teil 2
• Aus der Industrie
• BwFuhrparkService: Mobilität nach Maß
• Intelligente Systeme für die Streitkräfte
•Aus dem FKH
• German Defence Technology auf der
IDEX 2015 in Abu Dhabi
• Veranstaltungen 2015
InfoBrief
Publikationsorgan des Förderkreises
Deutsches Heer e.V. (FKH)
HEE R
Ohne Einsatzbereitschaft
keine Attraktivität!
Hellmut Königshaus, der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages
„Pannen und Peinlichkeiten bei der Bundeswehr“, „Verkommt die Bundeswehr
zur Faschingstruppe?“, „Bundeswehr
kann Zusagen an NATO nicht erfüllen“.
Gibt man die Suchbegriffe „Bundeswehr“
und „Ausrüstungsmängel“ ein, zeigt die
Internetsuch­
maschine 12.600 Treffer zu
diesem Thema. Schockierende Berichte
dazu prägen das Bild der Bundeswehr
nach außen. Das ist schlimm, wenngleich
nicht ganz unverdient und auch nicht völlig grundlos. Sie drohen nun, das Ansehen
der Bundeswehr in der Bevölkerung, aber
auch bei den eigenen Soldatinnen und
Soldaten irreparabel zu trüben.
Während meiner Amtszeit als Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, der
nicht zuletzt den Schutz der Grundrechte
der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr gewährleisten soll, war ich mit
diesen Fragen ständig befasst. Im Einsatz
bedeutet schlechtes Material vermeidbares Risiko, Risiko für Leben und Gesundheit. Das spürt die Truppe, da bedarf es
keiner reißerischen Artikel in der Presse.
Soldatinnen und Soldaten haben mir
immer wieder von ihren Sorgen und insbesondere ihrem Ärger über Fehl und
Mängel bei der Ausrüstung berichtet.
Und übrigens auch von den Ängsten ihrer
Angehörigen, die um sie bangen, wenn sie
in die Einsätze gehen.
Auch wenn in der Bundeswehr nicht alles
schlecht und Gott sei Dank Vieles sogar
gut ist: solche Mängel bestimmen den
Dienstalltag vieler Soldatinnen und Soldaten. Das ist nicht attraktiv! Darunter leiden Einsatzbereitschaft, Kampfkraft und
Motivation. Neben vielen anderen „weichen“ Faktoren, die in der Vergangenheit
viel zu wenig beachtet wurden – wie
etwa Unterbringungsqualität und Familienfreundlichkeit – bleibt doch im Kern
eines von Bedeutung: Attraktivität und
Berufszufriedenheit sind in den Streitkräften nur mit vernünftiger Ausstattung und
Ausrüstung zu erreichen. Materielle Ein-
satzbereitschaft
ist eine unabdingbare Voraussetzung für
Attraktivität und
nicht die Alternative dazu!
Das zeigt sich
in besonderem
Maße beim Heer.
Es hatte den
größten Teil der
Einsatzbelastungen der vergangenen Jahre zu stemmen, und das führte
zwangsläufig zu vorzeitigem Verschleiß
der Ausstattung und zur Übernutzung
seiner Ausrüstung. Konnte zu Beginn der
Einsätze noch auf bereits eingeführtes
älteres, aber bewährtes Material zurückgegriffen werden, so wurde doch die Versorgung mit Ersatzteilen und Betriebsmitteln immer schwieriger. Die Notwendigkeit einer Neuausstattung mit einsatztauglichem, modernerem und größere
Sicherheit gewährendem neuem Gerät
wurde unabweisbar, doch nur zögerlich
beantwortet. Nach anfänglichem Zögern
reagierten die politische und die militärische Führung. Verstärkt wurde in Zusammenarbeit mit der wehrtechnischen Industrie weiteres Gerät eingeführt und zur
Schließung von Fähigkeitslücken neues
Material wie etwa das Route Clearance
System entwickelt. Der Zuwachs an Sicherheit und Wirkung war unverkennbar, wie
sich im Einsatz sehr bald zeigte.
Aber es gibt leider eine Kehrseite. Durch
die unvermeidliche Prioritätensetzung
zugunsten der Verbesserungen im Einsatz
litt die Ausstattung und Instandhaltung
im Regelbetrieb. Und auch sonst hat vie-
FKH im Internet
www.fkhev.de
InfoBrief Heer · Ausgabe 2 · April 2015
entwickelnde Gerät zu formulieren, kritisiert und Fragen der Fehlerkultur in den
Streitkräften und bei den Beschaffungsstellen thematisiert. Ich denke, gerade
bei dem hier angesprochenen Leserkreis
brauche ich hierzu keine weiteren Anmerkungen zu machen. Immerhin zeichnet
sich zu diesem Aspekt inzwischen ein
Umdenken ab, und darüber bin ich sehr
froh.
Quelle: Bundeswehr
les nicht geklappt. Beispielsweise gibt es
bis heute keinen reibungslosen Betrieb
mit den Hubschraubern NH90 oder Tiger.
Darunter leiden neben dem Heer und
besonders der Heeresfliegertruppe auch
andere auf Lufttransport und -unterstützung angewiesene Truppengattungen.
Auch sind die notwendigen Stückzahlen
noch lange nicht erreicht. Aus Sicht der
Truppe ist dies seit langem ein mehr als
Der Wehrbeauftragter in der Gazi Kaserne beim deutschen Einsatzkontingent Active
Fence in der Türkei im Gespräch mit Oberfeldärztin Dr. Seitz in der Rettungsstation
2
Nun heißt es nach vorn blicken und
den bevorstehenden Veränderungsprozess zu gestalten. Der novellierte CPMProzess muss sich nun bewähren. Noch
immer fehlt es dem Heer zur Auftragserfüllung an Vielem, sei es an Quantität
oder Qualität. Dieser Umstand zwingt
die Truppe zu kreativer Mangelverwaltung. Der hierfür eingeführte euphemistische Begriff vom „Dynamischen
Verfügbarkeitsmanagement“ ist bereits
jetzt ein Unwort in der Truppe, so wie
es die Begriffe „zeitnah“, „bedarfsge-
Quelle: Wehrbeauftragter
unbefriedigender Zustand. Die Einführung des Schützenpanzers Puma verzögert sich ebenfalls, und damit steht er als
Nachfolger des in die Jahre gekommenen
Marders derzeit nicht zur Verfügung. Das
ist aus der Sicht der Truppe besonders
misslich, da sie die Erfolge von auf- und
abgesessener Kampfesweise mit dem
Marder in Afghanistan selbst erfahren
hat.
Es sollte daher nun nochmals darüber
nachgedacht werden, ob nicht doch noch
eine Modernisierung des Marder, wie von
mir bereits vor Jahren angeregt, vorgenommen werden sollte. Der Hinweis, das
lohne sich nicht mehr, weil „bald“ der
Puma komme, hat in den letzten Jahren nicht gerade an Überzeugungskraft
gewonnen.
Es ist müßig, hier darüber zu diskutieren, welche Seite bei den Beschaffungsproblemen die Hauptschuld trägt. Es ist
einfach, mit dem Finger auf die Industrie
zu zeigen, die manches technologische
Problem bei der Entwicklung neuer Systeme unterschätzt hat. Aber es zeigen auch
einige Finger der Hand auf die Bundeswehr selbst zurück. Ich habe bereits 2011
in einem Beitrag im FKH-Infobrief die
Gewohnheit, mitten im Entwicklungsprozess nachträgliche Forderungen an das zu
recht“ und „im Zulauf“ schon seit Jahrzehnten sind!
Im Truppenalltag zeigt sich, dass es
unmöglich ist, nach den Grundsätzen des
„Dynamischen Verfügbarkeitsmanagements“ die Truppe sachgerecht auszubilden und auf die herausfordernden Einsätze vorzubereiten. Zu häufig treten in der
Praxis kurzfristige Änderungen auf, die
den mit diesem „Management“ verbundenen notwendigen feingliedrigen Planungsprozess platzen lassen. Oft sieht es
so aus: Hat man den Übungsplatz sicher,
fehlt das nötige Material. Hat man das
Material zusammengesucht, fehlt ausgebildetes Personal dafür. Ist das gefunden,
ist der Übungsplatz wieder weg. Für die
Vorbereitung auf den realen Einsatz reicht
dann die Zeit nicht mehr. So wird mir das
immer wieder geschildert. Und das nicht
etwa auf einem Nebengebiet, sondern bei
der Erfüllung einer Kernaufgabe, der den
Einsatz vorbereitenden Ausbildung, die ja
Priorität genießt. Im Grundbetrieb sieht es
naturgemäß noch schlimmer aus.
Bundesministerin Dr. von der Leyen hat
Abhilfe versprochen, aber nun müssen die
notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu hat sie Transparenz als
strategisches Handlungsprinzip vorgegeben, auch gegenüber dem Parlament.
Vor kurzem sind die Mitglieder des Verteidigungsausschusses schriftlich umfassend über die Bestandsaufnahme und
Risikoanalyse zentraler Rüstungsprojekte
informiert worden. Dies ist ein wichtiger
Schritt gegenüber dem Parlament, auch
um wieder Vertrauen herzustellen. Viel
zu häufig mussten die verantwortlichen
Verteidigungspolitiker erst vom Wehrbeauftragten oder gar aus den Medien
von Schwierigkeiten bei der Ausrüstung
in der Bundeswehr erfahren. Nur wenn
das Parlament durch Informationen über
Gespräch des Wehrbeauftragten mit Soldaten im Einsatz in Mali
InfoBrief Heer · Ausgabe 2 · April 2015
Meine Meinung
Richtig aufgestellt für neue
Herausforderungen
Henning Otte, MdB, CDU
Mitglied im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages und
Obmann der CDU/CSU Fraktion
Deutschland übernimmt mittlerweile
eine Führungsrolle in der internationalen Sicherheitspolitik. Damit stellen
wir uns einer Verantwortung, in die
wir behutsam hineingewachsen sind.
Jahrelang waren wir in erster Linie Profiteure einer stabilen Sicherheitslage.
Nun übernehmen wir gemeinsam mit
unseren Partnern einen angemessenen
Anteil am Erhalt dieser Stabilität.
Die Bedrohungsszenarien entwickeln
sich aktuell überaus dynamisch. Es
war ein Trugschluss zu glauben, dass
konventionelle Bedrohungen unserer
Sicherheit der Vergangenheit angehören. Der aktuelle Konflikt zwischen
Russland und der Ukraine belegt dieses. Unsere Bedrohungseinschätzung in
unserer direkten Nachbarschaft hat sich
hierdurch grundlegend geändert.
Daneben haben sich in großen Bereichen des Nahen Ostens und in Teilen
Afrikas in den letzten Jahren die alten
Werte- und Staatenordnungen aufgelöst. Unser eigenes Sicherheitsinteresse
gebietet hier die Entwicklungen aktiv
zu begleiten. Weder menschliche Not
noch Rückzugräume für Terroristen
dürfen wir hier tolerieren. Dem islamistischen Terror nicht die Etablierung als
de facto Staatlichkeit zu erlauben, ist
eine Frage von strategischer Relevanz.
Wir sehen, dass neben Russland auch
China und eine Reihe weiterer Staaten
ambitionierte Militärprojekte betreiben, auch um sich in geostrategisch
wichtigen Regionen der Welt zu positionieren, die von Afrika bis in die Arktis
reichen. Diese Positionierung erfolgt
oftmals durch eine Verbindung von
wirtschaftlichen Maßnahmen mit militärischer Präsenz. Wichtig für Deutschland ist, in diesen Regionen nicht durch
Erpressbarkeit in der eigenen Hand-
lungsfreiheit beschränkt zu werden.
Immer mehr unserer Lebensbereiche
sind von Informationstechnologie
durchsetzt. Praktisch alle kritischen
Infrastrukturen unserer Gesellschaft
basieren auf dem reibungslosen Funktionieren dieser digitalen Netzwerke.
Die Beherrschung grundlegender Router-, Netzwerk- und Kryptotechnologien wird auf diese Weise zu einer Frage
nationaler Souveränität.
Das Spektrum der Herausforderungen
für die deutsche Sicherheit verbreitert
sich aktuell erheblich. Eine Bundeswehr, in der die Truppe strukturell nur
über einen Teil ihres Materials verfügen kann, wird den neuen Aufgaben
nicht gerecht werden. Es ist deswegen
richtig, wieder eine Vollausstattung der
Streitkräfte mit eigenem Material aufzubauen. Die Bundeswehr bleibt dabei,
dass das vollständige Spektrum der
militärischen Fähigkeiten in den Streitkräften vorgehalten werden muss. Die
Rückkehr der ursprünglichen Bedrohungen verdeutlicht uns, wie schnell
sich die Anforderungen an Streitkräfte
verändern können. Nur eine angemessen breite Aufstellung erlaubt es, sich
flexibel auf jeweils neue Bedrohungslagen einzustellen. Hieran anknüpfend
müssen wir in den kommenden Jahren
unsere Fähigkeiten bei der Panzerabwehr und der Luftverteidigung ausbauen.
Auch im Hinblick auf das Zusammenwachsen Europas wird uns diese breite
Aufstellung dienlich sein. Die vergangenen Jahre zeigen, dass von oben
herab erdachte Konzepte für eine
europäische Armee wenig Fortschritte
gemacht haben. In der Praxis gibt es
keine Nation, die sich bereit erklärt
hätte, eine militärische Fähigkeit für
uns zu übernehmen. Aber auf andere
Weise ist Europa bereits hier: Wir bieten unseren Verbündeten eine breit
aufgestellte Fähigkeitsbasis an, auf
der Nationen mit weniger Ressourcen
aufsetzen können. Solche praxis­nahen
bottom-up Ansätze bewähren sich
bereits in einer Reihe von erfolgreichen
Kooperationen, beispielsweise mit den
Niederlanden. Auf diese Weise erlauben wir Partnern mit weniger großen
Streitkräften den Erhalt von Fähigkeiten in deren Nationen und Partizipation an Einsätzen. Deutschland kann so
seine Verantwortung als Anlehnungsmacht wahrnehmen und die eigene
personelle und materielle differenzierte Durchhaltetiefe verstärken.
Eine breit aufgestellte Sicherheitspolitik braucht auch eine breit aufgestellte
wehrtechnische Industrie. Die Definition von Schlüsseltechnologien muss sich
hieran orientieren. Europäische Konsolidierungen der wehrtechnischen Industrie begrüßen wir. Aber in erster Linie
sollten diese zu einer Bündelung von
Kompetenzen bei deutschen Unternehmen auf deutschem Hoheitsgebiet führen. Das schließt den Erhalt komplexer
Fähigkeiten in Deutschland ein, etwa
zum Bau von Unterwasserschiffen oder
von Landsystemen. Durch eine eigene
Industriebasis, das Know-how und die
Beurteilungsfähigkeit erhält die deutsche Sicherheitspolitik eine Souveränität, um die uns viele Staaten beneiden.
3
Fehl und Mangel in der Bundeswehr
fach- und zeitgerecht unterrichtet wird,
kann es handeln.
Aber auch nach innen muss die Bundeswehr ihre Kommunikation verbessern.
Bei meinen Truppenbesuchen stelle ich
häufig fest, dass viele Informationen auf
dem Dienstweg relativiert werden oder
gar versickern, bevor sie die Entscheidungsebene erreichen. Dies war zum
Beispiel bei dem Gewehr G36 der Fall.
Kritik aus der Truppe, vom Bundesrechnungshof oder von meiner Seite wurde
negiert.
Am Ende steht nun das groteske Ergebnis, dass das Gewehr G36 an sich zum
Problemfall abgestempelt wird, obwohl
das Gewehr nach meiner Kenntnis den
ursprünglich aufgestellten Anforderungen entspricht. Der Kern der Malaise
wird dabei jedoch übersehen, nämlich
dass das G36 seinerzeit unter anderen
Rahmenbedingungen ausgelegt und
beschafft worden war. Mit anderen Worten: Es geht vorrangig nicht darum, ob
das Gewehr Mängel aufweist, sondern
darum, ob es für die konkreten Einsätze
die richtige Waffe war.
Die Fakten liegen in diesem speziellen
Fall jetzt auf dem Tisch. Es muss nun
eine rasche und nachvollziehbare Lösung
gefunden werden. Solange eine Produktverbesserung oder die Beschaffung
eines Nachfolgesystems ausstehen, darf
die notwendige Regeneration von Handwaffen der Bundeswehr nicht gefährdet
werden. Ich habe mich stets für eine
Fortsetzung der Regeneration eingesetzt
und darauf hingewiesen, dass andern-
Quelle: Wehrbeauftragter
InfoBrief Heer · Ausgabe 2 · April 2015
Der Wehrbeauftragte sucht, wo immer möglich, das unmittelbare Gespräch mit
den Soldaten.
falls die Überalterung und Übernutzung
des Waffenbestandes, vor allem bei den
Spezialkräften, dramatische Ausmaße
annehmen werden.
Aber wie man es auch dreht und wendet,
in weiten Teilen geht es dabei ums Geld.
Am 18. März 2015 hat das Bundeskabinett
die Eckwerte zum Haushalt 2016 und die
so genannte mittelfristige Finanzplanung
beschlossen. Demnach soll die Bundeswehr in den kommenden Jahren bekanntlich etwas mehr Geld erhalten.
Für den Verteidigungshaushalt ist damit
zwar hoffentlich eine Trendwende verbunden, mehr aber noch nicht. Nach vielen Jahren, ja Jahrzehnten, mussten die
Einsatzgebiete und Personalstärken der Einsatzkontingente der Bundeswehr
STRATAIRMEDEVAC:
41
KFOR:
668
OAE:
0
AF TUR:
255
MINURSO:
4
RS:
814
EUTM MALI: 159
UNAMA:
MINUSMA DtA FHQ: 8
AusbUstg NIRQ: 62
HumHi WA:
UNIFIL:
1
3
135
UNAMID:
10
ATALANTA: 294
UNMISS:
16
EUTM SOM:
8
Gesamt: 2.478
Quelle: Bundeswehr
4
Stand: Anfang April 2015
Ausgaben für die Verteidigung einfach
wieder steigen, sollte die Abwärtsspirale
der vergangen Jahren endlich zum Stillstand kommen. Denn allein die Indexsteigerungen zeigen, dass die Streitkräfte bei einem weiteren Einfrieren des
Verteidigungshaushaltes noch weiter an
Substanz verlieren würden. Doch mit
den jetzt vorgesehenen Verbesserungen
ist deshalb eben noch nicht die Rückkehr
zu auskömmlicher Ausstattung gesichert.
Der Löwenanteil ist durch die Personalausgaben sowie notwendige Investitionen in die Infrastruktur gebunden. Für
die Materialerhaltung und Investition
wird nicht besonders viel übrig bleiben.
Es wäre zu wünschen, dass das für 2016
angekündigte Weißbuch als Grundlagendokument nicht nur die sicherheitspolitischen Leitlinien der Zukunft skizziert,
sondern begleitend auch die dafür notwendigen Veränderungen bei Ausrüstung und Ausstattung beschrieben und
deren Finanzierung eingefordert werden.
Unsere Soldatinnen und Soldaten müssen
sich täglich immer neuen Herausforderungen stellen. Sie können daher erwarten, dass sie sich nicht auch noch um
ihre Ausrüstung und Ausstattung sorgen
oder sogar vermeidbare Sicherheitsrisiken durch schlechtes Material befürchten
müssen. Ich habe den Eindruck, dass derzeit die Bereitschaft, diese selbstverständlichen Ansprüche zu erfüllen, wächst. Ich
wünsche allen Heeressoldaten viel Erfolg
bei den täglichen Herausforderungen, die
es zu meistern gilt und für alle laufenden
und kommenden Einsätze Soldatenglück
und Gottes Segen.
InfoBrief Heer · Ausgabe 2 · April 2015
Aus dem Heer
Zukunft der Reserve – Reserve der Zukunft?
(Teil 2)
Oberst Bernd Holthusen, KdoH I 3, Inspizient für Reservistenangelegenheiten im Heer
Co-Autoren: Oberst d.R. Malte Klowski, Hptm d.R. Michael Quaden
Fortsetzung der Information zur Thematik Reserve zu den Bereichen Personal- und Verstärkungsreserve sowie
zur Ausbildung und internationalen
Zusammenarbeit.
von Behördenleitern zunehmend kritisch betrachtet. Im Gegensatz zum
Dienst in Reservetruppenteilen wird
die PersRes als Lückenbüßer zur Kompensation struktureller Vakanzen der
Streitkräfte auf Kosten der Arbeitgeber
wahrgenommen.
Verstärkungsreserve
Von den 26 ErgTrT in der Struktur
HEER2011 werden 18 als Kompanien
in aktiven Verbänden aufgestellt und
acht als Bataillone. Damit wird es in
dieser Struktur mehr ErgTrT geben als
zuvor mit Abdeckung eines breiteren
Spektrums an Truppengattungen. Eine
Besonderheit sind die beiden Unterstützungsbataillone Einsatz. Diese
Truppenübungsformen
Bei den Truppenübungen werden drei
Formen unterschieden. Die Form A ist
eine geschlossene Ausbildungsmaßnahme oder Übung einer Einheit oder
Teileinheit, die Form B ist die eines Verbandes und die Form C ist eine Stabsrahmenübung. Alle Formen von Truppenübungen können bis zu 14 Tage
dauern. Die Form der Truppenübung
Schießausbildung am Simulator
Dienst geleistet Die 8.000 verfügbaren
Spiegeldienstposten der PersRes sind
als planerische Vorsorge zur Kompensation von fehlendem Personal oder
zur Deckung eines zeitlich begrenzten
erhöhten Bedarfs bei Truppenteilen
und Dienststellen gut investiert. In der
PersRes können alle strukturgebundenen militärischen Dienstposten (sowohl
Dienstposten für aktive Soldaten/Soldatinnen als auch Dienstposten der Verstärkungsreserve bis zum Dienstgrad
Oberst) gespiegelt werden.
Die Kommandeure und Dienststellenleiter legen im Rahmen des ihnen
zugestandenen Umfanges für ihre
Truppenteile/Dienststellen fest, welche
Dienstposten sie in der PersRes spiegeln
Bataillone sollen zur Wahrnehmung
allgemeiner Aufgaben in Landoperationen, mit Schwerpunkt zu Sicherungsaufgaben befähigt werden. Insgesamt
hat das Heer in den ErgTrT 42 Kompanien ausgeplant. Nach Art und Auftrag
handelt sich bei diesen Einheiten nicht
um Feldersatzkompanien!
Ausbildung
Der Kommandeur oder der Kompaniechef eines ErgTrT ist verantwortlich für
Planung und Durchführung der Ausbildung. Die ErgTrT die als Verband aufgestellt werden, sind aktiven Couleurtruppenteilen zugeordnet. Diese unterstützen den ErgTrT bei Ausbildung und
Inübunghaltung seiner Reservisten.
Die Übungszeiträume und Übungsinhalte sind langfristig gemeinsam mit
den Couleur-Truppenteilen auszuplanen, da ErgTrT über kein eigenes Material und Gerät verfügen. Die Ausbildung
zum Erhöhen und Halten der Einsatzbereitschaft mit Schwerpunkt in allgemeinen Aufgaben von Landoperationen,
sowie die truppengattungsspezifische
Ausbildung der ErgTrT ist vor dem Hintergrund der materiellen Ausstattung
der aktiven Verbände und unter den
Rahmenbedingungen der Einsatz-/
Ausbildungssystematik HEER2011 eine
organisatorische und mentale Herausforderung, die nur in enger Abstimmung gelöst werden kann.
Jede Einheit der ErgTrT führt alle zwei
Jahre ab Aufstellung oder nach Umgliederung eine Übung oder Ausbildungsmaßnahme durch. Die Zeit zwischen
den Übungen ist als Planungsphase zu
nutzen, um im Anschluss an die Übergangsphase die kontinuierliche Erhöhung der Einsatzbefähigung der ErgTrT
durch regelmäßige Ausbildungs- und
Übungstätigkeit sicherzustellen.
Fotos/Grafik: Heer
Personalreserve
Die Personalreserve (PersRes) ist als
Erfolgsgeschichte zu betrachten und
hat sich durchgängig bewährt. Hier
findet der überwiegende Anteil des
Reservistendienstes im Heer als Einzelreservistendienst statt. Insgesamt
haben 7.391 Reservisten im Jahre 2013
auf Dienstposten in den Truppenteilen und Dienststellen des Heeres ihren
wollen. Das sichert hohe Flexibilität.
Hierbei sind vorrangig die Dienstposten
des Führungs- und Funktionspersonals
zu betrachten. Jeder strukturgebundene militärische Dienstposten kann in
der PersRes abgebildet werden. Dabei
sind Mehrfachspiegelungen von Dienstposten möglich. Ausnahme bilden die
mit den Spitzendienstgraden Oberst,
Stabshauptmann und Oberstabsfeldwebel dotierten Dienstposten. Diese
dürfen grundsätzlich nur einmal abgebildet werden.
Allerdings wird diese Möglichkeit des
(freiwilligen) Reservistendienstes von
Arbeitgebern und insbesondere auch
5
InfoBrief Heer · Ausgabe 2 · April 2015
legt dabei nicht die Ausbildungsstufe
fest. Sie bestimmt im Wesentlichen nur
den Einberufungsumfang als Planungsgröße. Die Inhalte der Ausbildung und
die erreichbare Ausbildungshöhe sind,
wie die tatsächlichen Forderungen
zu tun mit den gern zitierten Klischees
von Lagerfeuer, Schlauchbootfahren
und Orientierungsmärschen. Hier wird
mit Fleiß, Sorgfalt und viel Engagement das umgesetzt, was der Auftrag
gem. der gültigen Org-Weisung erfor-
Der beispielhafte Ausbildungsplan zeigt bei straffer Nutzung der verfügbaren Zeit zur
Ausbildung das von den Reservisten erbrachte Engagement.
an materieller Ausstattung für eine
Truppenübung, abhängig vom Beorderungsstand der Einheit oder des Verbandes, von Antrittsstärke und Ausbildungsstand der Reservedienst Leistenden, sowie von der Zielsetzung der
Ausbildung.
Die Truppenübung Form C ist für Verbände grundsätzlich als Teamausbildung jährlich anzustreben z.B. unter
Nutzung der SIRA-Stützpunkte. Die
Kompanien sind regelmäßig als Rahmenleitungsgruppen
einzusetzen.
Wenn keine eigenständige Übung des
ErgTrT möglich ist, kann die Truppenübung auch in eine Stabsrahmenübung
der aktiven Truppe integriert werden.
Auch beorderte Reservisten der ErgTrT
sollen nach Möglichkeit Einzelübungen
zur individuellen Weiterbildung und
zur Dienstpostenausbildung ableisten.
Laufbahnlehrgänge und Kurzübungen
zur Planung und Vorbereitung von
Truppenübungen kommen dazu, so
dass die Ausbildung und Inübunghaltung der ErgTrT sich nicht auf die alle
zwei Jahre durchzuführenden Truppenübungen beschränkt.
Die Wirklichkeit der Ausbildungs- und
Übungsvorhaben der Einheiten und
Verbände unserer ErgTrT hat nichts
6
dert. Beispiele der Vorhaben des Panzergrenadierbataillons 908 (PzGrenBtl
908) und der Aufklärungskompanie
912 (AufklKp 912) im 2. Halbjahr 2014
unterstreichen diese Aussage.
Ergänzend zu den infanteristischen
Fähigkeiten stellt das Inübunghalten
am schweren Gerät der Truppengat-
tung eine besondere Herausforderung
für Kommandeure und Kompaniechefs
in den ErgTrT dar. Um dieses Ziel zu
erreichen, hat das PzGrenBtl 908 eine
Ausbildungssystematik entwickelt, bei
der die Einzelausbildung der RDL soweit
als möglich in Module zerlegt wird. Die
Soldaten sollen möglichst viele theoretische Ausbildungsabschnitte bereits
zu Hause per Fern- und Selbststudium oder bei Kurzübungen absolvieren
können. Dieses Vorgehen ermöglicht
es, die knappe Ausbildungszeit am
Gerät, in diesem Fall am Schützenpanzer (SPz) Marder effektiver zu nutzen.
Die Truppenübungen dienen dann der
Teamausbildung und dem Erwerb der
jeweiligen Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweise (ATN).
In der Vorbereitung und Durchführung
der Truppenübung im Oktober 2014
wurde dieser Ansatz bereits im zweiten
Jahr erfolgreich umgesetzt. Bei permanenter Personalknappheit erscheint
diese Form der modularisierten Ausbildung geeignet, um auch truppengattungsfremden Reservisten den Einstieg
zu ermöglichen.
Eine andere Möglichkeiten effizienter
Ausbildung praktiziert die Aufklärungskompanie 912, die Mitte des Jahres zur
5./AufklLehrBtl 3 umstrukturiert wird.
Weit im Vorfeld der eigentlichen Ausbildungsmaßnahme traf sich ein Team
junger Offiziere der Kompanie unter
Leitung des StvKpChef mehrfach zur
organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitung, um das ambitionierte Ziel
der jährlichen Ausbildungsmaßnahme
Ausbildung im PzGrenBtl 908; hier: Marder auf dem Marsch
InfoBrief Heer · Ausgabe 2 · April 2015
mit Zusammenführung aller Angehörigen der Kompanie zu erreichen.
Im Fokus des ersten Teils der Übung im
September 2014 standen die allgemeinmilitärischen Fähigkeiten. Nach einer
dienstpostengebundenen Individualoder Teamausbildung mit einheitlicher
Rahmenlage der entsprechenden Teileinheiten verdichtete man die Lage
kontinuierlich, so dass der Übergang in
eine dreitägige Gefechtsübung nahtlos
verlief.
bindlich im Übungskalender der 1.
PzDiv verankert worden. Durch die
britische Präferenzen war Leopard
Star bisher allerdings stark pionierlastig. Es ergeben sich künftig jedoch
Möglichkeiten, weitere Verbände und
Einheiten der Reserve, die über einen
entsprechendem Ausbildungs- und
Beorderungsstand verfügen, einzubinden und auf dem TrÜbPl Sennelager
an bi-nationaler Übung mit für den
Reservedienstleistenden wichtigen,
der Arbeitgeber und Behördenleiter
abhängig zu machen.
Die planerische Arbeit in allen Bereichen des Deutschen Heeres ist abgeschlossen. Mit den Weisungen zur „Verteilung der Beorderungsmöglichkeiten
aus der Personalreserve HEER2011“ und
zur „Ausbildung und Inübunghaltung
der ErgTrT“ sowie der Neuaufstellung
von 14 Einheiten in 2014 hat die praktische Umsetzung Fahrt aufgenommen.
An erster Stelle steht bei allen Maßnah-
Mit berechtigtem Stolz stellt sich die Aufklärungskompanie 12 nach erfolgter Ausbildung.
Alle Funktionen waren mit RDL
besetzt. Begleitet und evaluiert wurde
von Schiedsrichtern des Aufklärungslehrbataillon 3 unter Führung des
stvBtlKdr, der die Handlungsstränge
dialogisch zusammenführte und somit
Handlungssicherheit auf allen Ebenen
generieren konnte.
Diese kombinierte Ausbildungsvorhaben mit abschließendem Handlungstraining, in der es der Kompanie möglich war, fast alle Elemente abzubilden,
war eine Herausforderung und ein
Novum für alle Beteiligten. Im Ergebnis eine großartige organisatorische
Leistung und eine überaus effiziente
Nutzung des verfügbaren Zeitrahmens.
Maßgeblicher Faktor für das Gelingen
ist Motivation bei den RDL und beim
Unterstützungspersonal.
Internationale Zusammenarbeit
Auf Weisung des Inspekteurs des Heeres wurden die Möglichkeiten einer
intensiveren Zusammenarbeit mit der
UK Territorial Army geprüft. Aus einer
erfolgreich verlaufenden Pilotübung
im September 2012 hat sich die binationale Übungsserie „Leopard Star“
entwickelt und ist mittlerweile ver-
besonderen Herausforderungen internationaler Zusammenarbeit anzubieten. Nicht wenige Kommandeure der
ErgTrT zeigten sich von dieser Vision
mehr als angetan.
Fazit
Trotz großer Anstrengungen und
hohen Engagements der Verantwortlichen konnte eine Einsatzbereitschaft
der Ergänzungstruppenteile, insbesondere unter den veränderten Bedingungen der ausgesetzten Wehrpflicht während der letzten Jahre, nicht erreicht
werden. Auch Umfänge der Personalreserve sind aufgrund verschiedenster
Einflüsse kontinuierlich gesunken.
Reservisten berichten, dass es ihnen
vielfach schwer fällt, ihre Arbeitgeber
von der Notwendigkeit ihres freiwilligen Dienstes in den Streitkräften zu
überzeugen. Die demographische Entwicklung mit der einhergehenden Verknappung qualifizierter Arbeitskräfte und geringem Verständnis für die
Sicherheitsinteressen unseres Landes
sind die gängigen Erklärungsmuster.
Man darf kritisch hinterfragen, ob es
klug war, die Verfügbarkeit der Reserve im Frieden von dem Wohlwollen
men das Personal. Ziel des Heeres ist
es, keinen der willigen und geeigneten
Reservedienstleistenden zu verlieren.
Der Erfolg wird jedoch in besonderem
Maße davon abhängen, wie es gelingt,
Dienstanfänger, aktive Reservisten und
ausgeschiedene Zeit- und Berufssoldaten für eine Beorderung zu gewinnen,
die gemeinsam mit aktiven Soldaten
den gesetzten Rahmen mit Leben füllen. Ob dies insbesondere bei den über
viertausend zu gewinnenden Mannschaften ohne zusätzliche, auch monetäre Anreize möglich sein wird, darf
man zu Recht infrage stellen. Nicht
zuletzt hier wird sich zeigen, wie ernst
man es mit einer Verstärkungsreserve
tatsächlich meint.
Bisher gewonnene Erfahrungen, aktives Mitwirken und Kreativität in der
Ausbildung und Personalregeneration
sind weiterhin gefordert. Das Engagement und die Ernsthaftigkeit der
verantwortlichen Führer in der aktiven
Truppe werden den Ausschlag geben,
ob der neue Ansatz gelingt. Der „harte
Kern“ der Reservisten im Heer hat diesen Nachweis in den zurückliegenden
Jahren zweifelsfrei erbracht. Hier gilt
es anzuknüpfen!
7
InfoBrief Heer · Ausgabe 2 · April 2015
Aus der industrie · Meine Meinung
BwFuhrparkService: Mobilität nach Maß
Detlef Selhausen, Vorsitzender der Geschäftsführung der BwFuhrparkService GmbH
8
Die strategische Zielsetzung der
BwFuhrparkService ist nicht Gewinnmaximierung, sondern die optimale
Deckung des Mobilitätsbedarfs der
Bundeswehr bei gleichzeitiger Entlastung des Einzelplans 14. Die BwFuhrparkService kalkuliert mit einem vertraglich fixierten Gewinnaufschlag zur
Abdeckung von Risiken in Höhe von
lediglich 2,3 Prozent zum Selbstkostenpreis. Das Unternehmen konnte
der Bundeswehr in den letzten Jahren regelmäßig Erstattungen im mittleren zweistelligem Mio. €-Bereich
zur Verfügung stellen. Darüber hinaus hat die BwFuhrparkService regelmäßig Gewinne im einstelligen Mio.
€-Bereich erzielt. Diese stehen ebenfalls dem Hauptgesellschafter Bundeswehr zu. Das wirtschaftliche Handeln
der BwFuhrparkService dokumentiert
sich noch in einem weiteren Faktum:
Der Wert der eigenen Fahrzeuge der
BwFuhrparkService beläuft sich mittlerweile auf 151 Prozent der Kapitaleinlage. Das kann sich sehen lassen!
zu 75,1 Prozent unmittelbar über das
Bundesministerium der Verteidigung
und zu 24,9 Prozent mittelbar über die
Deutsche Bahn gehalten. Mit einem
Fuhrpark von mehr als 27.000 Fahrzeugen ist die BwFuhrparkService einer der
größten öffentlichen Fuhrparkmanager in Deutschland. In diesen Fuhrpark
sind heute rund 5.700 hümS-Fahrzeuge
integriert (zukünftig rund 6.850 Fahrzeuge). Das Spektrum der Flotte reicht
vom Pkw über Transporter und Lkw bis
hin zum Sonderfahrzeug. Die BwFuhrparkService kauft und least Fahrzeuge
und stellt diese der Bundeswehr zu
günstigen und vor allem marktgerechten Konditionen bereit. In einer von
den Fahrzeugherstellern anerkannten
Einkaufsgruppe mit den Flottenunternehmen der Deutschen Bahn und
der schweizerischen Mobility Solutions
beschafft die BwFuhrparkService die
Fahrzeuge zu ausgesprochen günstigen Konditionen. Die ausgesteuerten
Fahrzeuge werden über ein eigenes
Autohändler-Netz zusammen mit der
Quelle aller Bilder: BwFuhrparkService
Am 25. März
2015 gab es
eine gute Nachricht für die
BwFuhrparkService:
Der
Verteidigungsund der Haushaltsausschuss
des Deutschen
Bundestages
gaben jeweils
grünes Licht
für den Kauf
von 1.150 handelsüblichen
Fahrzeugen
mit militärischer Sonderausstattung
(hümS). Durch eine Erhöhung der Kapitalrücklage in Höhe von 77,6 Mio. €
wird die BwFuhrparkService in die
Lage versetzt, rund 500 Fahrzeuge
des G-Modells von Mercedes-Benz in
der Ausstattungsvariante „Greenline“,
rund 540 Fahrzeuge der Allradausführung des VW-Transporter T5 in der
Militärvariante „Widder“ und rund
110 schwere Lkw mit einer militärischen Nutzlast von 15 t zu beschaffen.
Mit der Bereitstellung dieser modernen Fahrzeuge wird unmittelbar die
Aussonderung entsprechender Altfahrzeuge angewiesen. Damit werden die
Kosten der nicht mehr wirtschaftlich zu
betreibenden Altfahrzeuge schon ab
2015 signifikant reduziert.
Die neuen Fahrzeuge sind in puncto
Zuverlässigkeit, Sicherheit und Ergonomie auf dem aktuellen Stand der
Technik. Die BwFuhrparkService wird
diese Fahrzeuge zu günstigen Konditionen an die Bundeswehr vermieten
und gleichzeitig die Mittel für einen
Austausch dieser Fahrzeuge jeweils
zum wirtschaftlichen Ersatzzeitpunkt
erwirtschaften. Damit ist gewährleistet, dass die Streitkräfte in diesem Segment zukünftig dauerhaft über eine
moderne Fahrzeugflotte verfügen.
Wenn der Hauptgesellschafter, das
Bundesministerium der Verteidigung,
dieses wünscht, steht die BwFuhrparkService für ähnliche Maßnahmen zur
frühzeitigen Regeneration weiterer
Altfahrzeuge jederzeit bereit.
Diese bewährte Fuhrparkflotte wird demnächst deutlich erweitert.
Die BwFuhrparkService betreibt die
umweltfreundlichste Behördenflotte
und ist dafür bereits zum zweiten Mal
durch die Deutsche Umwelthilfe mit der
„Grünen Karte“ ausgezeichnet worden.
Die BwFuhrparkService ist eine sogenannte Inhouse-Gesellschaft des Bundes. Die Anteile des Bundes werden
Schwestergesellschaft DB FuhrparkService vermarktet.
Die BwFuhrparkService verfügt über
ein ausgefeiltes, professionelles Datenmanagement. In die entsprechenden,
maßgeschneiderten IT-Werkzeuge hat
sie sukzessive erheblich investiert. Dies
erlaubt es heute, die Lebenswegkosten
InfoBrief Heer · Ausgabe 2 · April 2015
der Fahrzeuge vom Einkauf über die
Nutzung bis zur Verwertung mit vergleichsweise hoher Genauigkeit zu prognostizieren. Der optimale wirtschaftliche Ersatzzeitpunkt wird individuell
pro Fahrzeug genau bestimmt. Durch
den weiteren Ausbau von BwCarsharing werden zukünftig die vorhandenen Fahrzeuge noch besser ausgelastet.
Der Auslandseinsatz ist für die BwFuhrparkService Alltagsgeschäft. Sie erbringt
derzeit in fünf Einsatzgebieten Mobilitätsdienstleistungen. Dort stellt sie insgesamt rund 500 ungeschützte Fahrzeuge
bereit. Sie unterstützt mit eigenen
Mitarbeitern im Rahmen der Mission
„Resolute Support“ vor Ort in Mazar-e
Sharif. Die Kolleginnen und Kollegen
in Afghanistan haben dabei den rechtlichen Status des sogenannten „zivilen
Gefolges“ des deutschen Einsatzkontingentes (die BwFuhrparkService hat eine
eigene Dienststellennummer der Bundeswehr). Das Unternehmen ist vertreten bei KFOR im Camp Prizren und bei
AFTUR in Kahramanmaras. Im Rahmen
von UNIFIL und EUTM sind temporäre
Service-Elemente vor Ort eingerichtet.
Aufnahme von tmil-Altfahrzeugen
Die aktuelle Flotte der tmil-Fahrzeuge der Bundeswehr ist überaltert. Sie
ist instandsetzungsintensiv und erfüllt
nicht die heutigen Sicherheitsstandards.
Zukünftig sollen rund 13.000 teilmilitarisierte Altfahrzeuge in ein Datenund Bereitstellungsmanagement der
BwFuhrparkService mit dem Ziel überführt werden, diese möglichst zeitnah
durch Neufahrzeuge zu regenerieren
(die jetzt zu beschaffenden 1.150 hümSFahrzeuge sind darauf ein Vorgriff).
Zusätzlich werden rund 3.000 handelsübliche Fahrzeuge des Organisationsbereichs IUD aufgenommen, die bislang
eigenbewirtschaftet wurden. Ziel dieser
Maßnahme ist eine Verbesserung der
Kosten- und Leistungstransparenz, wie
sie vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages und dem Bundesrechnungshof gefordert wird.
Die Aufnahme der tmil-Altfahrzeuge
wird voraussichtlich im September 2015
beginnen. Teams von Spezialisten werden jedes tmil-Fahrzeug begutachten
und bewerten, ob das Fahrzeug wirtschaftlich weiterbetrieben werden kann.
Nach Überführung in das Management
der BwFuhrparkService werden die noch
nutzbaren Altfahrzeuge weiterhin bei
entsprechendem Mobilitätsbedarf der
Truppe bereitgestellt.
Nach Aufnahme in das Datenmanagement werden für alle Fahrzeuge und
dazugehörigen Rüstsätze die wesentlichen Stamm- und Bewegungsdaten
bereitgehalten. Damit ermöglicht das
Unternehmen der Bundeswehr erstmals, online konkrete und vollständige
Aussagen zu Anzahl, Konfiguration und
Standort sowie zum Klarstand der tmilFlotte treffen zu können.
Trennung Funktionalität und
Mobilität
Derzeit betreibt die Bundeswehr noch
eine heterogene Fahrzeugflotte von
rund 57.000 Fahrzeugen in unterschiedlichen Nutzlastklassen, geschützt und
ungeschützt, militarisiert und nicht mili-
und Rüstsätze können in der Zukunft
schnell und flexibel ausgetauscht werden. Die BwFuhrparkService wird dabei
komplexe Dispositionen bereitstellen:
Rüstsatz, Trägerfahrzeug und Umschlagmittel müssen zur richtigen Zeit am
richtigen Ort sein. Dies wird nicht unerhebliche Pooling-Effekte insbesondere
bei den Trägerfahrzeugen generieren.
Fazit und Ausblick
Die BwFuhrparkService hat sich als verlässlicher Partner unserer Streitkräfte
etabliert. Die Aufnahme der tmil-Altfahrzeugflotte bietet im Zusammenwirken mit hümS-Fahrzeugen große Potentiale zum Betrieb einer wirtschaftlichen
Gesamtflotte. Die konsequente Umset-
Auch moderne Pkw gehören zum Fuhrpark des BwFuhrparkService.
tarisiert. Das „Konzept zur Trennung
von Funktionalität und Mobilität bei
ungeschützten Fahrzeugen“ sieht vor,
das Trägerfahrzeug vom Rüstsatz (Container oder Kabine) zu trennen.
Zukünftig werden Lkw über einen Containertragrahmen in der Größe von bis
zu 20 Fuß und eine in der Logistik
langjährig bewährte Twistlock-Arretierung verfügen. Auf diese Weise können
ISO-Container in den Maßen von 5 ft,
10 ft, 15 ft und 20 ft unabhängig vom
geschützten oder ungeschützten Trägerfahrzeug transportiert werden.
Mit diesem Konzept wird als Schnittstelle ein bewährter Industriestandard
eingeführt. Damit implementiert die
BwFuhrparkService für eigene Fahrzeuge und für eigenbewirtschaftete Fahrzeuge der Bundeswehr effiziente und
kostengünstige Lösungen. Fahrzeuge
zung der tmil-Regeneration wird zu
einer modernen, wirtschaftlichen und
umweltfreundlichen Flotte mit deutlich erhöhter Verfügbarkeit führen. Das
Konzept zur Trennung von Funktionalität und Mobilität ist die Basis für den
bedarfsabhängigen, wirtschaftlichen
Transport von Ladung. Es ermöglicht
eine weitere signifikante Optimierung
des Fuhrparks.
Wenn die Bundeswehr dies möchte,
könnten für Krisenzeiten zusätzlich Produktionskapazitäten zur Erhöhung der
hümS-Flotte bei der Industrie z. B. mit
dreimonatigem Vorlauf vertraglich vorgehalten werden. Falls die Streitkräfte dies wünschen, wäre beispielsweise
auch vorstellbar, das Management des
Transportes von Fahrzeugkontingenten
auf der Schiene der BwFuhrparkService
zu übertragen.
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InfoBrief Heer · Ausgabe 2 · April 2015
Aus der industrie
Intelligente Systeme für die Streitkräfte
Horst Jonuscheit, Vice President MEDAV GmbH
Abbildungen: MEDAV
MEDAV GmbH, ein deutsches mittelständisches Unternehmen, steht für Innovation, wenn es auf Produkte und Systeme in
der elektronischen Fernmeldeaufklärung
und auf Selbstschutz ankommt. Seit der
Unternehmensgründung 1982 beschäftigt
sich das MEDAV-Team unter der Führung des Gründers Dr. Hans-Joachim Kolb
mit der Entwicklung von Messtechnik für
Funk- und Akustiksignale. Unsere Produkte und Systeme haben sich in verschiedenen Anwendungsbereichen im Einsatz
bewährt – weltweit. Wir bringen uns
regelmäßig mit Konzeptvorschlägen bei
unseren Kunden ein und unterstützen
gerne bei der Umsetzung.
Seit Ende 2012 sind wir eine 100-prozentige Saab AB-Tochter in der Division EDS
– Electronic Defence Systems und führen
unsere Geschäfte eigenverantwortlich als
deutsche GmbH. Die Entscheidung erfolgte gerade zum rechten Zeitpunkt, als
sich außergewöhnliche Wachstumschancen geboten hatten: ein Gewinn für alle
Beteiligten. Wir, als ein Unternehmen, das
Ende 2011 rund 80 Mitarbeiter bei einem
Umsatz von 12 Mio. Euro beschäftigte,
setzten auf Wachstum. Heute, drei Jahre
später, bewältigen wir mit 90 Mitarbeitern gut 30 Mio. Euro Umsatz.
Mehrere Messfahrzeuge Typ ESM arbeiten im Verbund oder als unabhängige
Einheiten. Sie sind mit dem C2-Fahrzeug
über unterschiedliche Kommunikationssysteme verbunden. Hohe Anforderungen
an das Einsatz- und Klimaszenario wurden umgesetzt. Hier: Fahrzeug mit teilausgefahrenem Antennenmast.
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MEDAV ergänzt das Produkt- und Technologieportfolio von Saab. Gemeinsam
mit der Konzernmutter können wir heute mit vorhandenen Produkten, wie auch
mit zukünftig gemeinsam
entwickelten Systemen, zum
Vorteil des Kunden ganzheitliche Lösungen anbieten.
COMINT und ESM
Wir beschäftigen uns im militärischen
Markt mit der Entwicklung und Lieferung von Communication Intelligence
(COMINT) bezogenen Produkten und
unterstützen den Auswerteprozess in diesem Bereich durch Management-, Organisations- und Intelligence Fusion-Systeme.
Wir unterstützen unsere Kunden mit der
rechtlich zulässigen Erfassung von Kommunikationssystemen, hieraus der Erzeugung von Informationen und Wissen,
sowohl für taktische als auch strategische Anwendungsszenarien. Dies kann
die Generierung von Lagebildern (situation picture), die Ausarbeitung und Verfassung von Lageberichten (intelligence
reports) und Lagebeurteilung (situational
awareness) beinhalten, aber auch dem
Selbstschutz (self protection, ESM electronic support measure) einer Plattform
dienen.
Bereits 2008 haben wir die Comms ESMSysteme für zwei U-Boote vom Typ
U-209PN geliefert. Spezielle Herausforderung war die praktisch geräuschlose weil
Wasser gekühlte und ohne rotierende
Komponenten ausgestattete Hardware.
Die von Saab Avitronics gelieferte integrierte SIGINT-Antenne beinhaltet sowohl
die Peil- und Monitoringantennen für
unser C-ESM-System als auch die ELINTAntennen. Unser komplett in Breitbandtechnik realisiertes System ist an das COMBAT Management System angeschlossen.
Es bietet neben Selbstschutzfunktionalität
auch vielfältige Aufzeichnungs- und Analysefunktionen.
Ein verlastbares, Shelter integriertes
COMINT-System für den Frequenzbereich HF – VUSHF wird aktuell nach 2.5
Jahren Bearbeitungszeit an den Kunden
ausgeliefert. Neben herausragenden Peilund Monitoring-Eigenschaften stellen
der konsequente Einsatz
moderner Breitbanderfassungstechnik und von
COTS-Komponenten die
Basis für den zukunftsorientierten Einsatz.
Besonders wichtig ist uns
das brasilianische Grenzüberwachungsprojekt
SISFRON. Brasilien investiert einen höheren Milliardenbetrag in die Überwachung seiner
grünen Grenze. 2013 wurde der Vertrag
für die Pilotphase unterzeichnet. MEDAV
ist dabei als Lieferant für die COMINT-Sensoren, das Fusion Center und Trainingssysteme ausgewählt worden. Auf unsere
Auswahl sind wir deshalb besonders stolz,
weil es im Vorfeld einen ungewöhnlichen
und aufwendigen Praxistest der Wettbewerbssysteme gab. Dabei konnten wir uns
klar gegen den Wettbewerb durchsetzen.
Unser Angebot, auch für den
deutschen Kunden
Sportlich sind häufig die Forderungen
unserer Kunden an Technik, Lieferzeit und
Preis. Diese Forderungen an Lieferanten
dürfen nicht als MEDAV-spezifisch angesehen werden. Aber wir haben Lösungen
auf diese Forderungen.
Unsere Systeme folgen dem Designkonzept SDIA – Software Defined Intelligence
Architecture. Diese Architektur bietet uns
ein hohes Maß an Flexibilität, Skalierbarkeit und berücksichtigt den Life Cycle des
Systems. Flexibilität ist in der Auswahl
der Hardwarekomponenten (Antennen,
Tuner, IT) und der Softwaremodule (Virtuelle Geräte) gegeben. Dabei werden
die einzelnen Virtuellen Geräte – das
sind Softwareprodukte mit der speziellen
Funktionalität z.B. der von Schmalbandempfänger, Klassifikatoren und Demodulatoren – eingesetzt, wir nennen es
konfigurieren. Das implementierte ClientServer-Konzept ermöglicht die Nutzung
der gleichen Softwaremodule wahlweise
auf einem Notebook oder einem Rechnernetzwerk mit verteilten Servern und
Arbeitsplätzen. Immer mehr Kunden
erkennen, dass diese Systemarchitektur
keine Speziallösung ist, sondern hardwareseitig eine multi-funktionale Plattform darstellt, die mit unterschiedlicher
InfoBrief Heer · Ausgabe 2 · April 2015
Softwarepayload missionsabhängig optimal genutzt werden kann – natürlich
auch mit der Möglichkeit, die Payload,
also die Software und deren Konfiguration, während der Mission zu ändern.
Dieses Designkonzept ermöglicht auch
bei Umsetzung von Kundenwünschen
kurze Lieferzeiten ohne Entwicklungsrisiken. Zudem werden zukünftige Bedürfnisse zu funktionalen Erweiterungen und
zur Leistungssteigerung berücksichtigt –
auf besonders wirtschaftliche Art. Durch
die Möglichkeit von Softwareupdates
und -upgrades (funktionale Erweiterungen) können Softwarepayloads entsprechend erweitert werden. Keine Änderungen von Hardware, keine Auswirkungen
auf SWaP (size weight and power) oder
der Not zum wahlweisen Verzicht auf
alternative Fähigkeiten. Der Nutzer profitiert durch die kurzen Innovationszyklen der IT-Branche. Nach einigen Jahren
oder bei Bedarf können IT-COTS-Komponenten ausgetauscht und gegen oftmals
leistungsfähigere, sparsamere, kleinere
Nachfolgeprodukte ausgetauscht werden: Ein Leistungsupgrade fast zum Nulltarif, das der Kunde auch selbstständig
durchführen könnte, sofern er über die
Kompetenz und Kapazität zur IT-Systemwartung verfügt.
Die Fähigkeit eines SDIA-basierten Systemdesigns überzeugt zahlreiche Kunden
in vielen Ländern. Sie unterstützt termingerechte Lieferungen bei vollständig
gelieferter Funktionalität. Die Technik ist
nicht Tiefstpreis orientiert. Der Kunde
profitiert preislich deutlich bei Life CycleBetrachtungen. Zusammengefasst, SDIA
ist kompromisslos in der Technik, immer
up-to-date über Updates und Upgrades,
fair beim Preis und kurz in der Lieferzeit.
Fähigkeiten EW aus einer Hand
Seit unserer Zugehörigkeit zum Saab ABKonzern können wir unseren Kunden
auch funktional erweiterte Systeme aus
einem Haus anbieten, z.B. ELINT, Radar,
C2, Selbstschutzsysteme wie Laser Warning, Comms-Jammer, für Land, See und
Luft. Wir haben dazu das Smart SIGINTKonzept entwickelt. Das Smart SIGINTKonzept ist dadurch charakterisiert, dass
das Lagebild unter Einbeziehung verschiedenartiger Sensoren generiert wird, dazu
die Identifikation des elektromagnetischen Transmitters und der Plattform weitest möglich automatisiert durch Crosscueing der ELINT- und COMINT- bzw.
C/ESM- und R/ESM-Subsysteme sowie
anderer Sensoren wie z.B. optische oder
akustische Sensorik unterstützt, um so das
ten (elektromagnetische Wellen, Akustik,
Video, ID-Systeme u.a.) und Informationsquellen. Im Ergebnis wird damit das Lagebild vervollständigt und validiert. Zusätzlich unterstützt es z.B. die missionsabhängige Optimierung der Konfiguration,
Rekonfiguration während der Durchführung einer Mission, Interoperabilität, die
Operation im Verband (joint operations)
und Network Centric Warfare.
SDIA unterstützt Kunden, ihr System
immer auf neuesten Stand zu halten.
Regelmäßige Softwareupdates und
-upgrades optimieren und ergänzen die
funktionale Softwarepayload. IT-Komponenten, als COTS-Produkte verfügbar,
können sinnvoll entsprechend der Innovationszyklen in der IT-Branche ausgetauscht werden.
Bedrohungspotenzial zu beurteilen und
die taktische Zielsetzung zu bewerten.
Neben den Plattform-eigenen Sensoren
können dabei auch abgesetzte statische
oder mobile Sensoren eingebunden werden, und zwar ohne grundsätzliche Einschränkung auf spezielle Sensorfähigkei-
Zukunftsaspekte
Da zukünftige Einsatzszenarien – auch
für die Bundeswehr – nur schwer vorhersehbar sind, die technologische Entwicklung auf Seiten der aufzuklärenden
Emitter rasanten Entwicklungen (siehe
z.B. Software Defined Radios, Vernetzung)
unterliegt sowie das sicherheitspolitische
Umfeld sich schnell ändern kann (siehe z.B.
Ukrainekrise) werden zukünftig Aufklärungssysteme erforderlich sein, die schnell
und ohne großen Aufwand an die dann
relevanten Bedingungen anpassbar sind.
Flexibilität, schnelle Verlegefähigkeit bzw.
hohe Mobilität bei möglichst geringen
logistischen Herausforderungen sowie die
Fähigkeit, das dann relevante elektromagnetische Spektrum schnell und möglichst
vollständig aufklären zu können, werden
an die signalerfassende Aufklärung besondere Herausforderungen stellen.
Das von MEDAV verfolgte Konzept von
Software Defined Intelligence Architecture ist aus unserer Sicht der Schlüssel
um diese Herausforderungen bestehen
zu können.
Smart SIGINT ist das Konzept, ein automatisiertes Cross-cueing zu realisierten, das die
Identifikation des Transmitters und der Trägerplattform unterstützt. Die Beurteilung
möglicher Bedrohungspotenziale und daraus Rückschlüsse auf taktische Szenarien
werden verbessert.
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InfoBrief Heer · Ausgabe 2 · April 2015
Aus dem FKH
Über 50 führende Unternehmen der
deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie präsentieren sich auf der
inzwischen weltgrößten Branchenmesse
IDEX vom 22. bis 26. Februar in Abu
Dhabi. Mit einer Ausstellungsfläche von
3.500 m² rangierte Deutschland unter
den drei größten ausstellenden Nationen.
Welche Bedeutung dieser Wirtschaftsregion beigemessen wird, unterstrichen u.a.
hochrangige Vertreter aus dem deutschen Verteidigungsministerium, den
Kommandos Heer und Marine sowie aus
der Politik.
Generalleutnant Erhard Bühler, Abteilungsleiter Planung im BMVg, vertrat den
Generalinspekteur zusammen mit einer
hochrangigen sechsköpfigen Delegation.
In Vertretung des Inspekteurs des Heeres nahm Generalleutnant Rainer Korff
und für den Inspekteur der Marine der
Flottillenadmiral Georg von Maltzan an
dieser Ausstellung teil. Das Amt für Heeresentwicklung wurde durch den Amtschef, Generalmajor Wolfgang Köpke,
repräsentiert. Der Bundestagsabgeordneter Robert Hochbaum besuchte die IDEX
und insbesondere die deutschen Firmen
als Vorsitzender des Unterausschuss für
Abrüstung, Rüstungskontrolle und NichtVerbreitung.
Der Präsident des Förderkreises Deutsches Heer, Generalleutnant a.D. Roland
Kather, hatte auch dieses Mal mit seiner
Teilnahme wieder die Gelegenheit wahrgenommen, um zum einen die ausstellenden Mitgliedsfirmen vor Ort zu besuchen
Impressum
Herausgeber: Förderkreis Deutsches Heer e.V.,
Büro Bonn: Adenauerallee 15, 53111 Bonn,
Tel.: (0228) 261071, Fax (0228) 261078.
Büro Berlin: Unter den Linden 21,
10117 Berlin,
Tel.: (030) 20165623
E-Mail: [email protected],
Web: www.fkhev.de
Mit der Herausgabe beauftragt:
Mittler Report Verlag GmbH, Bonn
Ein Unternehmen der Gruppe Tamm Media
Chefredakteur: Lothar Schulz
Redaktion: Dorothee Frank
Anschrift: Baunscheidtstraße 11, 53113 Bonn
Tel.: (0228) 3500873, Fax: (0228) 3500871.
E-Mail: [email protected]
Der Info-Brief Heer erscheint fünfmal im Jahr.
Abonnementpreis für Nichtmitglieder beim
Förderkreis Heer e.V. 20,– E p.a.
Bestellungen bei: Mittler Report Verlag GmbH,
Baunscheidtstraße 11, 53113 Bonn.
Copyright Mittler Report Verlag GmbH.
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Quelle: CCO
German Defence Technology auf der IDEX 2015 in Abu Dhabi
und auch, um sich einen Gesamtüberblick zur Technologie auf dem Gebiet der
Sicherheits- und Verteidigungsindustrie
zu verschaffen. Gerade derartige Ausstellungen bieten eine Vielfalt der Möglichkeiten, Impulse zur Deckung von Fähigkeitslücken aufzunehmen.
Die Schirmherrschaft für den deutschen
Anteil hatte auch dieses Jahr die Gruppe Wehrtechnische Messen e.V. (GWM)
im Bundesverband der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie e.V.
(BDSV) übernommen. Der BDSV wurde
durch den Geschäftsführer, Michael Knop,
vertreten. Die Organisation und Koordination des deutschen Gemeinschaftsstandes lag wieder in den bewährten Händen
der CCO Creative Consulting GmbH aus
Feldkirchen bei München.
Diese konzentrierte Leistungsschau im
Bereich der Sicherheit und Verteidigung
erzielte nicht nur die notwendige Wahrnehmung der deutschen innovativen und
technologischen Kompetenz im internati-
GenLt Rainer Korff, FltlAdm Georg von
Maltzan und GenMaj Wolfgang Köpke
(v.l.) lassen sich das neue U-Boot am
Modell erläutern.
onalen Umfeld, sondern bestätigt erneut,
dass das Gütesiegel „Made in Germany“
eine hohe Bedeutung hat. Verstärkt wird
diese Beachtung dann, wenn entsprechende Produkte auch in den deutschen
Streitkräften zum Einsatz kommen. Unter
dem Motto „German Defence Technology“ wurden in dieser Zielrichtung auch
vor allem Neuentwicklungen, aber auch
im Einsatz besonders bewährte Produkte
und Systeme vorgestellt.
Veranstaltungen 2015
22./23. April*
Symposium „Taktische Aufklärung für Landstreitkräfte“, Munster
7. Mai 86. Info-Lunch, Berlin
20. Mai
Parlamentarischer Abend, Berlin
17. Juni*
Mitgliederversammlung 2015, Berlin
17. Juni*
Jahresempfang, Berlin
23./24. Juni*
S ymposium „Aspekte der Weiterentwicklung des
Heeres in allen Fähigkeitsdomänen“, Amt für Heeresentwicklung, Köln
02. Juli
87. Info-Lunch, Berlin
10. September
88. Info-Lunch, Berlin
15.-17. September
SEI Defence Systems & Equipment International,
D
London, UK
30. September
arlamentarischer Abend; ggf. 73./74. PräsidiumsP
sitzung, Berlin
ggf. III. oder IV. QuartalInfo-Veranstaltung für Heeresattachés mit Schießen,
Franz-Ferdinand-Lanz-Pokal des FKH, Berlin
12.-14. Oktober
AUSA Annual Meeting 2015 mit Empfang FKH am
13. Okt., Washington USA
28./29. Oktober* Symposium „Wirksamkeit im Einsatz: Effektiv,
innovativ, skalierbar“, MBDA Deutschland GmbH,
Schrobenhausen
05. November
89. Info-Lunch, Berlin
25. November
Parlamentarischer Abend, Berlin
07. Dezember*
Kurzsymposium mit anschließendem Empfang, Koblenz
17. Dezember
90. Info-Lunch, ggf. 75. Präsidiumssitzung, Berlin
Anmerkungen: Info-Lunch-Veranstaltungen finden in der Regel am Donnerstag um 12.30 Uhr und
Parlamentarische Abende am Mittwoch um 18.00 Uhr statt
* = Einladungen an alle Mitglieder (Aktueller Stand der Veranstaltungen unter www.fkhev.de )