IB 14. 1.FC Heidenheim - Generation Luzifer 1998

VORWORT
[Niklas] Hallo FCK-Fans,
Nachdem unser heiliger Betzenberg in der In diesem (gemeinsamen) Sinne: „Auf geht´s
Länderspielpause als Austragungsort für einen Lautern, kämpfen und siegen!“
langweiligen Auftritt der deutschen Nationalmannschaft missbraucht wurde, steht heute
endlich wieder emotionaler Fußball auf dem
Programm.
Trotz einem torlosen Remis im Spitzenspiel
und Derby beim KSC steht unsere junge Mannschaft auf einem direkten Aufstiegsplatz und
entscheidende Wochen mit schweren Spielen
liegen vor uns.
Als Tabellenführer der Heimtabelle ist unsere
Elf heute klarer Favorit gegen einen ordentlich
spielenden Aufsteiger aus Heidenheim. Die
Unbesiegbarkeit im eigenen Stadion soll also
weiterhin anhalten. Daher ist es wichtig, dass
wir die Mannschaft lautstark und geschlossen
unterstützen, alle Stadionbesucher und Westkurvengänger vereint an unserem Ziel festhalten, denn wir sind gemeinsam unbesiegt
und wollen gemeinsam in die 1. Bundesliga!
Vorschau:
08.04.2015, 19:00 Uhr - FCK II - SVN Zweibrücken - Fritz-Walter-Stadion, Kaiserslautern
13.04.2015, 18:00 Uhr - FCK II - 1. FC Saarbrücken - Fritz-Walter-Stadion, Kaiserslautern
13.04.2015, 20:15 Uhr - Fortuna Düsseldorf - FCK - E****T-Arena, Düsseldorf
17.04.2015, 14:00 Uhr - TSG 1899 Hoppenheim II - FCK II - Dietmar-Hopp-Stadion, Sinsheim
20.04.2015, 19:00 Uhr - FCK - Nein zu RB - Fritz-Walter-Stadion, Kaiserslautern
Infoblättsche der Generation Luzifer · Auflage: 1.000 Stück · Herausgeber: Generation Luzifer
Redaktion: Julian, Nico, Niklas, Jelena · Layout: Daniel · online unter: www.gl98.de
Das Infoblättsche ist kein Erzeugnis im presserechtlichen Sinne. Es dient vielmehr als Rundbrief von Fans für Fans des 1. FC Kaiserslautern. Alle hier dargestellten Fotos und Berichte stellen lediglich Tatsachen dar und sollen weder zu Gewalt noch zu Alkoholkonsum
aufrufen. Es sei auch darauf hingewiesen, dass das Abbrennen von Pyrotechnik in deutschen Stadien verboten ist! Berichte und Fotos
spiegeln lediglich die Meinung der jeweiligen Autoren wieder, nicht zwangsläufig die Meinung der Generation Luzifer.
| Spielberichte
1. FC Kaiserslautern - 1. FC Nürnberg 2:1
Zuhause weiter ungeschlagen
[Jelena] Mit dem 1.FC Nürnberg gastierte an
diesem Spieltag einer der attraktivsten Gegner
der sonst eher tristen und von wenigen Hochkarätern gespickten 2. Liga auf dem Betzenberg. Fast 36.000 Zuschauer wollten am frühen
Samstagnachmittag das Duell zweier Traditionsvereine im Stadion verfolgen. Unsere
Jungs im hässlichen Rot-Orange machten sofort Druck und ließen den Nürnbergern kaum
Chancen ins Spiel zu kommen. Ein Angriff nach
dem anderen wurde vorgetragen, somit lag der
FCK folgerichtig schon nach 30 Minuten verdient mit 2:0 vorne. Die Tore markierten Ring
(14.) und Hofmann (30.). In der zweiten Hälfte
flachte die Leistung unserer Jungs jedoch unverständlicherweise etwas ab. Die Nürnberger
spielten sich immer öfter vor Sippels Tor und
verkürzten kurz vor dem Ablauf der 90 Minuten. Nach einer turbulenten, nervenaufreibenden Nachspielzeit stand es zum Glück noch 2:1
für unsere Roten Teufel. Damit war der zehnte
Heimsieg dieser Saison in trockenen Tüchern.
Der Betzenberg ist akustisch nach wie vor noch
weit entfernt von der gewünschten „Bastion“,
denn trotz der Tatsache, dass man zu Hause
weiterhin ungeschlagen ist, war die Stimmung
eher bescheiden. Gerry Ehrmann sah sich
schließlich dazu berufen, das Vorsängerpodest
zu erklimmen – der Schlusspunkt eines schwachen und nachdenklich stimmenden Auftritts.
Welch Ironie, dass es für das Vorgehen von Ehrmann voraussichtlich eine Strafe des DFB wegen des Verlassens der Coachingzone geben
wird.
Die zahlreich anwesenden Fans aus dem
Frankenland zeigten zu Beginn des Spiels
eine Choreo unter dem Motto „Fußballrocker“ mit Vereinsfahnen im Block und
Banner am Zaun, unterlegt mit etwas schwarzem Rauch. Mitte der ersten Halbzeit gab
es dann noch eine ganz ansehnliche Pyroshow. Ansonsten prägte ein starker Fahneneinsatz einen guten Nürnberger Auftritt.
Infoblättsche Nr. 14 | Saison 2014/15 | FCK - 1. FC Heidenheim
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| Spielberichte
Karlsruher SC - 1. FC Kaiserslautern 0:0
Remis im Derby
Derbyzeit im Südwesten, Baden gegen die
Pfalz, Karlsruhe gegen Kaiserslautern. Das
Rückspiel unseres FCK in Karlsruhe stand an,
doch aufgrund der Vorfälle im Hinspiel rückte
das Sportliche sehr weit ins Hintertreffen. Offene Briefe hier, Aufrufe da, es schien so, als wären die Hauptprotagonisten bei diesem Spiel
nicht die Spieler, sondern die knapp 30.000
Zuschauer im Stadion. Selbst für Anfeindungen und Hasstiraden wäre kein Platz mehr.
Moment mal, Derby?! Ach nee, stimmt, für Pöbeleien und Schmähgesänge hat der DFB und
die DFL ja nichts übrig. Darf ich beim nächsten
Spiel eigentlich noch den Gegner auspfeifen?
Wäre ja fast schon lustig, wenn die Wahrheit
nicht so traurig wäre.
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inklusive Hundebeschnüffelei an den Bahnhöfen. Nach kurzem Stopp in Weingarten ging
es dann in Richtung Stadion. Dort war wenig
vom Derbyfeeling zu spüren. An dieser Stelle
muss man ganz klar sagen, dass die Stimmung
Sonntagmorgens ging es dann für die ganze unter den 5.000 mitgereisten Betze-Fans nur
Szene geschlossen nach Karlsruhe, das Ganze in wenigen Momenten richtig gut war. Auch
dieses Mal ohne Bullen und nervige Kontrollen die Gegengerade Karlsruhe, die zwar zu hören
Infoblättsche Nr. 14 | Saison 2014/15 | FCK - 1. FC Heidenheim
| Spielberichte
war, hat sicherlich schon bessere Tage gehabt
als an diesem Sonntagmittag. Da sind beide
Fanszenen weit unter der eigenen Erwartungshaltung geblieben.
Mit Spruchbändern ging Ultra1894 noch auf
das Verbot von selbigen durch den KSC nach
dem Leipzig-Spiel ein. Zum KSC bleibt an dieser Stelle nur zu sagen, dass Leute, die Protest
verbieten wollen, meistens Angst vor der Wahrheit haben. So ist es wohl auch in diesem Fall,
wobei die Wahrheit rund um die Vorfälle beim
Spiel des KSC gegen RB anscheinend nicht so
wichtig war wie reißerische Lügenschlagzeilen der Presse, aber das ist ein anderes Thema.
Auf dem Platz war den Spielern die Wichtigkeit
dieses Duells anzumerken, nur nicht verlieren
hieß bei beiden Teams die Devise. Zwar hatten
beide Mannschaften ihre Chancen, doch Strafraumszenen blieben eher die Ausnahme. Am
Ende können wir mit dem Punkt besser leben
als der KSC.
Im Nachhinein überraschte eine von Karlsruhe im Internet veröffentlichte, reichlich widersprüchliche Stellungnahme ihrer Freunde
aus Pisa, welche versuchte, den Verlust der
Fahne im Hinspiel schönzureden, und, noch
verblüffender, dieser Fahne im gleichen Atemzug mit sinnlosen Ultradeutsch-Floskeln jegliche Wertigkeit abzusprechen. Ein Banner,
welcher seit vielen Jahren die Anwesenheit
von Pisani bei KSC-Spielen symbolisierte,
der aber niemandem gehört haben soll und
dann doch irgendwie verteidigt werden muss.
Eine Mentalität, die verstanden werden will.
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| Fußballkulturen
Fulham FC - Leeds United FC 0:3
Cider & Stout
[Nico] Der Londoner Fußballclub Fulham FC ist mit Sicherheit einer der geschichtsträchtigsten Fußballvereine aus
der Hauptstadt Englands. Mit 135 Jahren
ist er der älteste noch aktive Proficlub
Londons. Auch das Stadion Craven Cottage hat eine beachtliche Geschichte vorzuweisen. Seit 1894 trägt der FFC dort seine
Heimspiele aus. Die Oldschool-Bude fasst
25.700 Zuschauer und befindet sich im
Stadtteil Fulham inmitten eines Wohngebietes. Das Stadion grenzt mit dem Riverside Stand direkt an die Themse an. Auch
durch die Bauweise mit den typischen roten
Backsteinen versprüht das Craven Cottage
wohl so viel Charme wie kaum ein zweites Stadion in London.
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Da von Fulham nicht viel zu erwarten war was
die Stimmung anging, war ich umso gespannter auf den Auftritt des Gästepöbels aus dem
Norden des Landes. Auf dem Weg zum Stadion konnte bereits eine stattliche Anzahl an
Bussen der Leeds-Fans ausgemacht werden.
Für einen Anreiseweg von mehr als 300 Kilometern an einem Mittwochabend sicher nicht
übel. Jedoch waren trotz des nahenden Anstoßes relativ wenige Fans auf den Anreisewegen
zum Stadion zu sehen. Dies lag allerdings daran, dass ich in meiner Verplantheit die Zeitver-
schiebung zu den Briten nicht bedacht hatte.
Schöner Mist! So musste das Lungern vor dem
Stadion auf später verschoben werden.
Als der Ground betreten worden war, lief das
Spiel bereits 15 Minuten. Mit knapp 20.000
Zuschauern war das Stadion gut gefüllt, was
sicherlich auch am reisefreudigen Anhang
aus Leeds lag, welcher die komplette Hintertortribüne besetzte. Von der Heimkurve kam
erwartungsgemäß nicht sonderlich viel. Am
oberen Ende der Tribüne hatte sich ein kleiner
Block gesammelt, der über 90 Minuten stand
und um Stimmung bemüht war. Da war auf der
gegenüberliegenden Seite viel mehr geboten.
Die Leeds-Fans machten ordentlich Rabatz,
was allerdings auch am 3:0-Auswärtssieg ihres
Teams lag. Meine Erwartungen hat der Pöbel
aus dem Norden auf jeden Fall übertroffen.
Für den FFC lief das Spiel mehr als schlecht,
da man die erste Halbzeit komplett verschlief, in der zweiten Hälfte die eigenen
Chancen nicht nutzen konnte und darüber hinaus noch zwei weitere Tore sowie
einen Platzverweis kassierte. Nach dem
Spiel wurde noch eine kleine Runde ums
Stadion gedreht, bevor es mich in mein
Hostel zog, wo der Tag mit Cider und
Stout ein gemütliches Ende fand. Cheers!
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| Fußballkulturen
Ostasien-Spezial
Teil 10
Um 13:00 Uhr Ortszeit setzte Flug OZ318 am
Incheon International Airport auf und während es den Kameraden nach Gepäckabladen allmählich zum abendlichen Champions
League Kracher FC Seoul gegen Sanfrecce
Hiroshima zog, schenkte ich mir das im Vorjahr
bereits abgeklapperte World Cup Stadium der
Hauptstadt und gammelte mit den sonst so
im Lande weilenden Kollegen ein bisschen auf
Yeouido, wo unter anderem die Gukhoe, die
südkoreanische Nationalversammlung, und
das 63 Building beheimatet sind. Am kommenden Morgen war es dann aber soweit und per
Bus ging es gemütlich die gut 200 Kilometer
südwärts nach Jeonju.
Unterkunft, die sich mehr oder weniger als Jugendherberge entpuppte, noch ausreichend
Zeit, um die historischen Stätten Pungnammun und Gyeonggijeon zu begutachten und
sich einen Berg Jjajangmyeon reinzuschaufeln. Das berühmte ansässige Bibimbap fand
man natürlich erst dann, als nach längerer erfolgloser Suche einfach irgendwo eingekehrt
worden war. Was soll’s, wird hier auch nicht
großartig anders schmecken als im restlichen
Land. Danach besser mal in den Stadtbus gesetzt, das Jeonju World Cup Stadium wurde
seinerzeit nämlich ein paar Meter weit außerhalb aus dem Boden gestampft. Man war willkommen, aber mein Plätzchen fand ich dann
auch alleine. Kaum aus China raus und schon
Jeonbuk Hyundai Motors FC - Guangzhou wieder Chinesen, zumindest auf dem Rasen
Evergrande FC 1:0
und der Gästetribüne. Von den vor zweieinhalb
Wochen in der Chinese Super League noch erVor Kick-off dieses Spiels der asiatischen spähten „aktiven Gruppen“ wie ich sie in besKönigsklasse war neben dem Beziehen der tem Ultrakauderwelsch jetzt mal nenne war
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niemand angereist (oder durfte nicht?) und naengmyeon ist sowieso schon immer etwas
dementsprechend wurden auch keine „Lieder schwer zu kauen.
vorgetragen“. Überraschte aber nicht weiter,
Mitten in der Nacht rappelte der Wecker,
denn schon um 5:15 Uhr sollte der Bus zurück
nach Seoul starten, um rechtzeitig seinen Verpflichtungen nachkommen zu können. Mein
Tagespensum sah hingegen kleinere Fortschritte in Sachen Weltkulturerbe vor. 2009
hat die UNESCO eine Gruppe von 40 Grabstätten, die Königlichen Gräber der Joseon-Dynastie, verteilt auf 18 verschiedene Standorte
zumeist in und um die Hauptstadt in ihre Liste aufgenommen. Zumindest drei Gräber in
zwei Gräberkomplexen waren heute fällig.
Seonjeongneung und Uireung sind ganz nette Parkanlagen, in denen die Könige Seongjong (1469-1494) und Jungjong (1506-1544)
beziehungsweise Gyeongjong (1720-1724
nebst Familienmitgliedern zur letzten Ruhe
gebettet wurden. Ob man im Leben jetzt alle
40 Hügel braucht sei mal dahingestellt, da alle
schließlich saß man im Stadion und nicht beim nach demselben Schema angelegt sind. Aber
Seniorennachmittag des Männergesangsver- noch ist ja nicht aller Tage Abend, der heutige
eins. Die „Mad Green Boys Curva Nord“ auf der klang jedenfalls bei Samgyeopsal und dafür
Gegenseite hatten einen schönen Neunziger- eigentlich fast noch zu kühlen Temperaturen
jahre-Mittelfinger-Doppelhalter im Gepäck mit ein paar Bierchen am Cheonggyecheon
und zeigten so, was sie von den chinesischen locker aus.
Gästen hielten. Da wären wir ja schon zu zweit.
Die Mannschaft des zweifachen koreanischen Freitags geht’s ins Wochenende, doch bevor
Meisters, dreifachen Pokalsiegers und 2006er ab 16:40 Uhr wieder mal die knapp 400 KiloGewinners der AFC Champions League, für meter nach Busan für einen kleinen Absteden übrigens kurzzeitig auch Paulo Rink mal
die Schuhe geschnürt hat, nahm sich die Abneigung der Anhängerschaft zu Herzen und
kämpfte was das Zeug hielt, ab Minute 67 allerdings in Unterzahl. Eine Ampelkarte und
acht Gelbe, da hatte das malaysische Schiedsrichtergespann ganz schön was zu tun. Dennoch gelang dem Brasilianer Leonardo in der
76. Minute der vielumjubelte Siegtreffer. Da
durfte das Hasssymbol gleich noch mal in die
Höhe gereckt werden, im sonst eher zurückhaltenden Asien fast schon ein Skandal. Nach
Abpfiff dann eilends in den vollen Bus gescho- cher in den Süden bewältigt werden sollten,
ben, um elf wollte der Herbergsvater pennen, gönnte ich mir bei bestem Frühlingswetter mit
ich aber vorher noch etwas essen, und Bibim- dem Deoksugung noch einen der fünf großen
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| Fußballkulturen
Joseon-Paläste in Seoul. Herrlich ruhig und gemütlich. Die kleinen Schulkinder waren vom
Westerner auch ganz begeistert und hatten
wohl nicht mit koreanischen Antworten auf
ihre zaghaften englischen Annäherungsversuche gerechnet.
Zur Mittagszeit hatte ich dann eigentlich eine
Verabredung im Hongdae-Viertel, die aber
irgendwie nicht so recht zustande kommen
wollte, sodass man sich die riesige Portion Kimchijjigae eben selbst reinstopfte. Nach dem
Essen traf ich den Kollegen dann doch noch,
aber da war es allmählich schon Zeit, zum
Busterminal auf der anderen Seite des Flusses
aufzubrechen. In gut vier Stunden ist die südliche Hafenmetropole von hier aus erreicht, 94
Minuten länger als mit dem KTX, aber dieses
Mal war man ja ohne Bahnpass unterwegs.
Da auch kein Abendkick auf dem Programm
stand blieb eigentlich nicht viel mehr zu tun
als sich für drei Nächte im Motel einzubuchen,
im Laden gegenüber zu speisen (Naejanggukbap und Sundaegukbap) und dann noch
den obligatorischen Bierkauf zu erledigen.
Gyeongnam FC - Suwon Bluewings FC 2:2
Der Amateurhopper wäre heute in Changwon
vor verschlossenen Pforten gestanden und
der Profibusreisende hätte sich gestern in den
Direktbus von Seoul nach Jinju gesetzt. Noch
vom letztjährigen Korailpass verwöhnt war
das Verkehrsmittel Bus hierzulande jedoch
noch ziemliches Neuland und immerhin sparte
man sich so eine zusätzliche Motelsuche. Hier
fahren Busse aber auch gefühlt von überall
nach überall. Man stelle sich in Deutschland
mal eine Direktverbindung Potsdam-Kempten vor. So blieb nach dem Katzensprung von
Busan nach Jinju trotzdem noch Zeit für ein
kleines Mittagsmahl, ehe es zügig raus zum
Jinju Stadium und ohne Diskussionen gerade
noch rechtzeitig rein ging. Der Gyeongnam
FC ist im Prinzip das Team der Gyeongsangnam-Provinz. Hauptsächlich nutzt man das
Changwon Football Center in der Hauptstadt,
weicht um seinem Namen gerecht zu werden
hin und wieder jedoch erfreulicherweise auch
auf andere Spielorte aus. So gab sich die K League Classic heute im sehr feinen Rund von
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Jinju die Ehre. Gefiel mir ganz hervorragend
und mit den Bluewings war auch noch der
Verein mit der bei Weitem besten von wenigen halbwegs ernstzunehmenden Fanszenen
des Landes zu Gast. In einer der Kurven gab es
sogar eine Art Grünfläche, in dieser Form auch
noch nicht gesehen. Alles andere als rund lief
es dann aber für die Mannen um Jeong Daese (der erst zur zweiten Hälfte eingewechselt
wurde) zunächst, doch immerhin konnte die
zwischenzeitliche 2:0-Führung der Hausherren noch ausgeglichen werden, sodass die
argentinischen Choräle im Gästesektor wieder
einmal nicht ganz umsonst waren. Da Jinju
auch historisch betrachtet eine nicht ganz
unbedeutende Stadt ist sah man nach Abpfiff zu, fix zur Festung zu kommen, die sehr
schön oberhalb des Namgang liegt. Sollte
man nicht verpasst haben wenn man in der
Nähe ist, genauso wenig wie natürlich irgendwo einzukehren, bevor man wieder abreist.
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