flyer Essen steht AUF Seite 1

Verbot der Nazi-Partei
„Die Rechte“ überfällig!
Provokation am 1. Mai trifft auf
städteübergreifenden Widerstand
Nr. 21
Mai 2015
Essen „Grüne Hauptstadt“?
Und überall PCB…
In Essen-Kray stoßen die Schredderanlagen
der Fa. Richter seit Jahrzehnten so viel PCB
aus, dass die Stadt immer wieder vor dem
Verzehr bestimmter Gemüse im Umfeld
warnte, weil die PCB-Belastung gefährlich ist.
In die Gärten kommt sie durch die Krayer Luft,
die die Menschen dort Tag für Tag atmen: Am
21. April erweiterte die Stadt nach erneut gestiegenen PCB-Werten den Bereich der
„Nichtverzehrempfehlung“ auf den halben
Stadtteil Kray-Nord!
Angesichts der Tatsache, dass die Stadt seit
Jahrzehnten das PCB-Problem nicht in den
Griff bekommt, mutet die Bewerbung um den
Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ doch eher
lächerlich an. Wenn Umweltdezernentin Raskob verspricht, „dass die Krayer ihr Gemüse
wieder essen können“ – sie hat zehn Jahre
Zeit dafür gehabt! Es wurde gemessen und
gemessen, aber nichts geändert. Stattdessen
begründet Raskob ihre Untätigkeit mit dem
abgedroschenen Argument des „Bestandsschutzes“ für die Firma Richter.
Die Krayer Bürger wollen sich nicht länger
hinhalten lassen. Sie reaktivierten die Bürgerinitiative gegen den „Gift“Shredder, die seit
Jahrzehnten Widerstand geleistet hat und
auch zeitweise Verbesserungen erreichte.
Essen steht AUF unterstützt die Forderungen nach Stilllegung einer solchen Anlage
mitten im Wohngebiet und nach Einhausung der gesamten Anlagen in Kray!
PCB (polychlorierte Biphenyle) zählen zu
den zwölf Ultragiften und sind seit den
80er Jahren verboten. Sie sind weltweit in
der Umwelt verbreitet und bauen sich nicht
ab, sondern reichern sich im Körper an,
greifen das Immun- und Hormonsystem an
und fördern Krebs. Auch im Ruhrgebiet
und in unserer Stadt bedrohen sie die Gesundheit – zu Wasser, zu Lande und in der
Luft!
Im Ruhrgebiet wurde Untertage, auch unter
dem Welterbe Zollverein, nicht nur massenhaft Giftmüll verbracht. Auch über 10 000 Ton-
nen PCB-Öle hat man dort versickern lassen
oder eigens eingelagert. Ein regelrechtes Umweltverbrechen: Kürzlich kam ans Tageslicht,
dass in der Emscher bei Bottrop und Essen
PCB nachgewiesen wurde. Es stammt aus
dem dort eingeleiteten Grubenwasser, das
aus den Zechen, auch den stillgelegten, gepumpt wird. Es wird zu einer tödlichen Gefahr
für die Trinkwasserversorgung, wenn die RAG
nicht mehr so tief wie jetzt abpumpt, sondern
das Wasser steigen lassen will in Stollen und
Schächten, sodass das PCB und der ganze
andere Giftmüll geflutet werden, und sich das
Gift unter dem ganzen Ruhrgebiet verteilt.
Essen steht AUF fordert entschieden,
dass die Grubenwässer geklärt werden
müssen von der RAG, ehe sie in Oberflächenwasser eingeleitet werden.
Die RAG muss die Gifte wieder hochholen
und entsorgen!
Die Abpumptiefe in den Zechen darf nicht
verringert werden!
50 Krayer machten am 19.4. einen „Sonntagsspaziergang“ um die Anlage herum. Dietrich
Keil, Sprecher der BI und früherer Ratsherr
von Essen steht AUF, erläuterte warum das eigentlich sinnvolle Metall-Recycling bei
Schredderanlagen unter freiem Himmel zu
Lärm, Gestank und untragbaren Giftbelastungen der Luft mit PCB und Schwermetallen
führt.
Die faschistische Splitterpartei „Die Rechte“
versucht mit einem provokativen Aufmarsch
am 1. Mai von Essen-Steele nach Gelsenkirchen-Rotthausen Aufmerksamkeit zu erregen.
In typisch faschistischer Manier wollen sie den
internationalen Kampftag der Arbeiterbewegung für ihre Hetze missbrauchen und damit
darüber hinweg täuschen, dass die Faschisten die schlimmsten Feinde der Arbeiter- und
Gewerkschaftsbewegung sind.
Mehr als 80 Organisationen, Unternehmen,
Vereine und Gruppen und über 300 Einzelper-
sonen forderten in einem offenen Brief an die
Polizeipräsidenten von Essen und Gelsenkirchen ein Verbot des Nazi-Aufmarschs. Trotz
dieses öffentlichen Drucks wollten die Polizeipräsidenten wegen der „Meinungsfreiheit“
kein Verbot aussprechen. Faschismus ist aber
keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
Die Provokation der Nazis trifft auf städteübergreifenden Widerstand in Essen und Gelsenkirchen, der auch von „Essen steht AUF“
unterstützt wird. Unter der Losung „Den Nazis
keinen Meter“ stellen wir uns am 1. Mai um
17.30 Uhr quer, um den Nazi-Umzug zu verhindern (nördlich der S-Bahn-Station Steele,
wo der Zug losgehen soll).
Der eigentliche Skandal ist, dass diese offen
faschistische Gruppierung nicht längst verbotten ist. Stattdessen wurde ihr Parteieigenschaft zuerkannt, so dass sie im Mai 2014 in
Dortmund in den Rat einziehen konnte.
Am 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus ist es besonders schändlich, dass
sich diese Menschenfeinde weiter frei betätigen und Antifaschisten bedrohen und terrorisieren können.
Das Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda ist überfällig.