Das Swiss-Personal der Zukunft

23. März 2015
Regionale Tageszeitung
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Zürcher Unterländer
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Beim Walkaround, dem Rundgang um den Langstreckenjet A340, konnten sich die Schüler die Triebwerke einmal ganz aus der Nähe ansehen.
Bilder
KatarzynaSuboticki
Das Swiss-Personal der Zukunft
FLUGHAFEN Am Wochenende konntenJugendlichein Sachen BerufswünscheKlarheit
schaffen: Die Swiss bot einen
Erlebnistag für die Piloten
und Cabin Crews derZukunft
an. Die Interessenverteilung
war deutlich.
Ob der Beruf als Pilot oder FlightAttendant zu ihnen passt, darüber
konnten sich Jugendliche im Alter von 11 bis 16 am Samstagbei
der Besichtigung im Swiss Aviation Training Center, in einem
Langstreckenflugzeug und dem
Operations Center ein eigenes
Bild machen. Die Swiss hat 80
Schülern,verteilt auf zwei Grup-
pen, Einblicke in die Welt der
Swiss-Pilotenund Flight-Attendants geboten.
Der Tag fing im Gebäude des
Swiss Aviation Training an der
Balz-Zimmermann-Strassean.
Die klassische Geschlechterverteilung bei denbeiden Berufen hat
sichrasch bestätigt. Am Erlebnistagfür Cabin CrewMembers nahmenhauptsächlich Mädchen teil,
den Beruf des Piloten wollten Buben kennen lernen. In der Vormittagsgruppe warengenau zweiAusnahmen zu beobachten: Stefano
Spina (15) aus Forch war der einzige männliche Vertreter der
Flight-Attendant-Gruppe. "Mich
fasziniert der Beruf", sagte er. Jahren. "Schnuppern geht bei
Tobias Hänseler (links) und Leo Mannweiler bringen schon einiges
an technischem Wissen über die Fliegerei mit.
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"Manhat Kontakt mit den Passa- diesen Berufen ja nicht. Und dargieren und kommt in der Welt he- um hat man ein anderes Erlebnis
rum." Tatiana Costa(14) ausLubieten wollen,umden Berufemozern hatte sich entschieden,sich tional greifbar zu machen." So
der Pilotengruppe anzusehlies- ging es für die Piloteninteressiersen. "Vielleicht ist es auch etwas
ten in den Simulator,in dem sie
für mich."
im Cockpit ohne Reue und Gefahr
Das Vorurteil, Frauen passten Knöpfe drücken und drehen
schlechter ins Pilotenprofil, wol- konnten. Zurgleichen Zeit proble manmit solchen Erlebnistagen ten angehende Cabin CrewMemabbauen,sagt Mediensprecherin bers im Mock-up-Raum beim
Karin Müller. "Das ist auch unser "Dry-Training" die NotfalltüröffZiel, dass wir Frauen für das nung und das Rutschen in das
Cockpit begeistern können." Bei Rettungsboot samt Schwimmder Swiss machen Frauen ledig- westeangurten.
lich vier Prozentder Piloten aus.
Die Swiss organisiert die Erleb- "Touchfühlung" mit A340
nistage dreimal jährlich, seit zwei Danach ging es für alle mit FlightAttendants und zwei Piloten mit
Die Mädchen der GruppeCabin Crew Member übten mit dem Instruktor
im Mock-up-Raum für den Notfall im Rettungsboot.
Clip #486993473 lizenziert für
Swiss International Air Lines Ltd., Kloten
dem Car zum Flughafen und
durch die Sicherheitskontrolle
zum Langstreckenflieger, dem
Airbus A340. Beim Rundgang um
die Maschine wurden die Triebwerke und Flugzeugreifen unter
die Lupe genommen und ausgiebig fotografiert. Im Flieger probierten die Schüler dann den
Komfort der First Class aus und
im echten Cockpit erklärten die
Piloten Fragen zu Navigation, Radar oder den Systemen.Eine von
ihnen war Pilotin Jennifer Knecht
aus Ermatingen. Die 25-Jährige
ist First Officer und wird demnächst auch Langstrecken fliegen.
Diesen Weg wollen auch die
13-jährigen Klassenkollegen Leo
Mannweiler aus Binz und Tobias
Hänsele r aus Maur einschlagen.
"Pilot ist mein Traumberuf: in der
Luft sein und die Welt sehen",
sagt Leo.Auch für Tobias ist seine
Berufswahl seit langem klar. "Ich
kam hierher, um zu sehen, was
manfür den Beruf alles braucht."
Laut Knecht sind das Teamfähigkeit, Stressresistenz und Durchhaltevermögen. "Man muss sich
für Technik interessieren,Englisch mögenund ein räumliches
Vorstellungsvermögen haben",
sagt die Pilotin. Dies scheint auf
Leo und Tobias zuzutreffen der
Erlebnistag habe ihren Wunsch
nurbestärkt.
KatarzynaSuboticki
Im Cockpit kann sich Michel Leisibach (13) aus Eschenbach einmal
wie ein Pilot fühlen.
Kundenservice: 044 500 4460
[email protected]
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