J A HR ESBE RICHT 2014 H NOWMAGAZIN 2014 H Inhaltsverzeichnis Vorwort von Alexander Dobrindt / 02 Vorwort von Dr. Klaus Bonhoff / 04 Die NOW / 06 Die Modellregionen Elektromobilität / 08 Das NIP / 10 Internationale Kooperationen / 15 Interview mit Michio Hashimoto, New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO), Japan / 18 Interview mit Daniela Rosca, DG Mobility & Transport, Europäische Kommission / 20 Strategische Programmsteuerung / 22 Veranstaltungen im Jahresrückblick / 24 Pressespiegel / 44 Kontakt / Impressum / 48 02 / 03 NOW-MAGAZIN Vorwort von Alexander Dobrindt Der Verkehrssektor spielt auch bei der Energiewende und beim Klimaschutz eine entscheidende Rolle. Mit Batteriestrom aus erneuerbaren Energien oder Wind-Wasserstoff im Tank wird aber nicht nur der CO 2-Ausstoß gesenkt, sondern auch die Abhängigkeit von Kraftstoffimporten verringert. Vorreiter bei der Elektromobilität zu sein, heißt also sowohl Wissens- und Technologievorsprung im internationalen Wettbewerb zu erarbeiten als auch Vorbild bei umweltverträglichem und ressourcenschonendem Verkehr zu sein. NIP — Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Technologieführerschaft in Zukunftsbranchen sichert wirtschaftliches Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze. Damit die deutsche Automobilindustrie weiterhin international führend bleibt, brauchen wir hierzulande einen schnellen Markthochlauf elektrisch und hybrid angetriebener Kraftfahrzeuge. Daher ist es erklärtes Ziel der Bundesregierung, dass Deutschland bis zum Jahr 2020 zum internationalen Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität wird. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt die Industrie seit mehreren Jahren mit umfangreichen Programmen in der Marktvorbereitung elektromobiler Angebote im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Als Ministerium für Mobilität und Modernität steuert das BMVI bis 2016 insgesamt 500 Millionen Euro öffentliche Fördermittel zu den Forschungsprojekten von Industrie und Wissenschaft bei. Im Rahmen des eigens dazu aufgelegten Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) werden die Produkt- und Verfahrensneuerungen unter Alltagsbedingungen erprobt. Modellregionen und Schaufenster Elektromobilität Partnerschaft und Akzeptanz stärken Unser Ziel, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen verkehren sollen, ist ambitioniert, aber machbar. Angesichts eines weiteren Verkehrswachstums brauchen wir für eine klimaverträgliche Mobilität mehr elektrische Antriebe, insbesondere im motorisierten Straßenverkehr. Mit Hilfe von Modellregionen des BMVI und der Schaufenster Elektromobilität bereiten wir den Weg für einen Markterfolg. Neben dem flächendeckenden Aufbau einer Lade-Infrastruktur für Elektromobile stehen dabei die Entwicklung eines CO 2 -reduzierten Individual- und Wirtschaftsverkehrs sowie alternativer Antriebe für Busse und Schienenfahrzeuge im Fokus. Die Mobilität der Zukunft erfordert in Politik, Industrie und Wissenschaft national wie international ein partnerschaftliches Bündnis. Über die Programme NIP und Modellregionen Elektromobilität hat sich bereits ein enges und gut funktionierendes Netzwerk etabliert. Gemeinsam mit unseren Nachbarländern gilt es, europaweit kompatible Infrastrukturen für Wasserstoff und Batteriestrom aufzubauen. Auf unserem Weg in die elektromobile Zukunft müssen wir aber vor allem die Menschen begeistern. Denn die auf Batterien oder Brennstoffzellen basierenden Mobilitätstechnologien werden nur dann am Markt erfolgreich sein, wenn sie von den Nutzern akzeptiert und angenommen werden. Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie Im Energiekonzept der Bundesregierung spielt der Verkehrssektor mit seinem Energieverbrauch eine zentrale Rolle. Als Beitrag der Verkehrspolitik zur Energieeinsparung dient die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS), in die wir alle relevanten Akteure einbeziehen und gemeinsam Energie- und Kraftstoffoptionen analysieren. Die MKS verstehe ich dabei als eine lernende Strategie zur langfristigen Umsetzung der Energiewende im Verkehr. Alexander Dobrindt, MdB Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur 04 / 05 NOW-MAGAZIN Vorwort von Dr. Klaus Bonhoff programms (NIP) und den Aufbau von Elektromobilität in Modellregionen seit 2009 bzw. in Schaufenstern seit 2011. Zur Umsetzung der Programme NIP und Modellregionen wurde die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) eingesetzt. Die NOW arbeitet an der Schnittstelle von Industrie, Wissenschaft und Politik. In den Steuergremien der NOW stimmen Vertreter der genannten Bereiche gemeinsam strategisch die Förderaktivitäten des Bundes und die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Industrie aufeinander ab. Erfolge im NIP und in den Modellregionen Elektromobilität Strom und Wasserstoff aus erneuerbaren Energien sind die Generalschlüssel im modernen Energiegebäude. Sie können Energie aus fluktuierenden Quellen wie Wind und Sonne speichern und flexibel nutzbar machen. Im Fokus: Als CO2-freie Kraftstoffe im Verkehr eingesetzt, können Strom und Wasserstoff künftig zu Treibern der Energiewende im Verkehr werden. Die Entwicklung von neuen Technologien für die Energieversorgung ist gesellschaftspolitisch und für den Wirtschaftsstandort Deutschland von hoher Relevanz. Deshalb fördert die Bundesregierung die Marktvorbereitung von Wasserstoff und Brennstoffzelle seit 2006 im Rahmen eines Nationalen Innovations- Im NIP, das 2006 als Zehnjahresprogramm aufgesetzt wurde, konnten durch das abgestimmte Vorgehen von Industrie, Wissenschaft und Politik maßgeblich Erfolge in der Marktvorbereitung erzielt werden. So stehen nach erfolgreicher Alltagserprobung im NIP heute erste Brennstoffzellenfahrzeuge (s. Clean Energy Partnership, S. 010) und stationäre Brennstoffzellensysteme (s. Callux, S. 050) zur Strom- und Wärmeerzeugung im kommerziellen Markt; ebenso gilt die Technologie heute in zahlreichen sogenannten Speziellen Märkten, wie beispielsweise der unterbrechungsfreien Stromversorgung im Behördenfunk (s. Clean Power Net, S. 064) oder im Bereich der Flurförderzeuge, als ernst zu nehmende Alternative. Zusätzlich hat die Wasserstofftechnologie über die Herausforderung der Speicherung von erneuerbaren Energien eine weitere Bedeutung erhalten. In den Modellregionen Elektromobilität wird seit 2009 kontinuierlich am Aufbau von Elektromobilität gearbeitet; nicht zuletzt deshalb waren Ende 2014 aus den Häusern deutscher Fahrzeughersteller 17 Modelle am Markt verfügbar. Auf der Infrastrukturseite besteht mittlerweile eine Festlegung, was die Art der Stecker betrifft: Combined Charging System (CCS) mit Typ-2Stecker für Wechselstromladen und Combo2-DC-Stecker für Gleichstromladen. Auch hierfür bildete die Projektarbeit in den Modellregionen die Entscheidungsbasis. Jetzt geht es darum, die Elektromobilität in der Breite zum Erfolg zu führen. Die zentralen Akteure werden die Kommunen sein. Ihre politische Gestaltungskompetenz reicht von Umwelt- und Verkehrskonzepten über Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum bis zum Einsatz von Elektrofahrzeugen in kommunalen Flotten. Neue Akteure — neben Kommunen auch ÖPNV-Unternehmen und Flottenbetreiber — beim Einstieg in die Elektromobilität zu unterstützen, ist ein wichtiges Ziel der Begleitforschung der Modellregionen (ab S. 078). Gemeinsam mit den Praktikern aus den Demo-Projekten erarbeiten die beauftragten wissenschaftlichen Institute allgemeingültige Ergebnisse zu zentralen Fragestellungen und organisieren in enger Zusammenarbeit mit NOW und BMVI den Wissenstransfer zu den relevanten Zielgruppen. Infrastrukturaufbau in Deutschland und Europa Für die Kraftstoffe Wasserstoff und Strom müssen neue Infrastrukturen aufgebaut werden. Die Alltagserprobung von Wasserstofftankstellen innerhalb der NIPgeförderten Clean Energy Partnership (CEP) hatte großen Anteil daran, dass jetzt — ebenfalls im Kontext NIP/ CEP — die ersten 50 Tankstellen in Deutschland gebaut werden. Die weitere Forschung und Entwicklung steht auch bei diesen Tankstellen im Vordergrund, allerdings folgt der Aufbau schon strategischen Gesichtspunkten wie der Abdeckung der Metropolregionen bzw. der wichtigsten Bundesautobahnen. Den großen Schritt hin zu 400 Tankstellen wird dann H2 Mobility übernehmen; ein gemeinsames Unternehmen der wesentlichen Industrieakteure in diesem Bereich. Der Aufbau von Infrastruktur — für Batterie und Wasserstoff — erfordert nicht nur national, sondern auch auf europäischer Ebene ein integriertes Vorgehen aller Beteiligten. Denn die wichtiger werdende Marktaktivierung unter Beibehaltung eines hohen Niveaus in Forschung und Entwicklung im gesellschaftspolitisch so relevanten Technologiefeld Wasserstoff — Brennstoffzelle — Batterie können Politik und Industrie nur in gegenseitiger Unterstützung erfolgreich ins Ziel bringen. Internationale Zusammenarbeit und Akzeptanz In Ergänzung zur technischen Arbeit in den Programmen sieht die NOW ihre Aufgabe auch darin, die internationale Abstimmung und Kooperation aller relevanten Partner sicherzustellen. So engagiert sich NOW aktiv und in zentraler Rolle in internationalen Gremien wie beispielsweise der International Partnership for Hydrogen in the Economy (IPHE) auf globaler Ebene oder der Governmental Support Group (GSG) auf europäischer Ebene. Ebenso gilt es, kontinuierlich weitere Akteursgruppen über die Technologien und die Ergebnisse aus den Programmen zu informieren, für Akzeptanz zu werben und sie in die weitere Entwicklung einzubeziehen. Ein Teil dieser Kommunikationsarbeit ist nicht zuletzt der vorliegende NOW-Jahresbericht 2014. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und eine erkenntnisreiche Lektüre und stehe Ihnen für Rückfragen mit meinem Team jederzeit zur Verfügung. Ihr Dr. Klaus Bonhoff Geschäftsführer (Sprecher) der NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie 06 / 07 NOW-MAGAZIN DIE NOW H Die NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoffund Brennstoffzellentechnologie wurde 2008 von der Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (heute Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur), gegründet. Sie koordiniert und steuert zwei Förderprogramme des Bundes — das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) sowie die Modellregionen Elektromobilität des BMVI. Beide Programme dienen der Marktvorbereitung der entsprechenden Technologien, um Mobilität und Energieversorgung künftig sowohl effizient als auch emissionsarm zu gestalten. Im Mittelpunkt der Förderung stehen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie Demonstrationsprojekte, die Anwendungen aus dem Technologiefeld Wasserstoff, Brennstoffzelle und batterieelektrische Antriebe im Alltag zeigen. Die NOW ist verantwortlich für die Initiierung, Bewertung und Bündelung der in den Programmen geförderten Projekte und dient als Schnittstelle zwischen Regierung und beteiligten Partnern aus Wissenschaft und Industrie. Die zentrale Koordination der Vorhaben erlaubt es, Erfahrungen im Rahmen eines integrierten Prozesses auszutauschen und bestehende Synergien zu nutzen. Die konkrete Abwicklung der Förderung durch das BMVI obliegt dem Projektträger Jülich (PtJ). Neben der gezielten Marktvorbereitung von Elektromobilität sowie Wasserstoff- und Brennstoffzellenanwendungen durch die Begleitung der verschiedenen Demonstrations- und Forschungsprojekte betreibt die NOW eine aktive Öffentlichkeitsarbeit, um die Wahrnehmung der Technologien und die Nutzerakzeptanz zu steigern. In den Gremien der NOW sind Verantwortliche aus Politik, Industrie und Wissenschaft vertreten. Der Beirat berät die Programmgesellschaft bei der Umsetzung des NIP. Da der Übergang in eine nachhaltige Mobilitäts- und Energiewirtschaft eine globale Herausforderung ist, fördert die NOW zudem Kooperationen auf internationaler Ebene. Die NOW engagiert sich in der IPHE (International Partnership for Hydrogen and Fuel Cells in the Economy), die 17 Nationen sowie die Europäische Kommission unter ihrem Dach versammelt und den Ausbau der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie weltweit vorantreibt. 08 / 09 NOW-MAGAZIN DIE MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT Mit dem Förderprogramm Modellregionen Elektromobilität unterstützt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eine übergreifende Zusammenarbeit von Industrie, Wissenschaft und öffentlicher Hand, um die Verankerung der Elektromobilität im Alltag voranzutreiben. In Ergänzung zu den von der Bundesregierung geförderten Schaufenstern steht hier der regionale Bezug insbesondere auch durch die Beteiligung von Kommunen im Vordergrund. Gefördert werden zum einen die technologieoffene Forschung und Entwicklung batterieelektrischer Fahrzeuge, zum anderen Projekte, die elektromobile Anwendungen im öffentlichen Raum alltags- und nutzerorientiert demonstrieren und in eine moderne Mobilitäts-, Raum- und Stadtentwicklung integrieren. Durch die Partizipation lokaler Akteure aus relevanten Industrien, Wissenschaft und öffentlicher Hand erfolgt die Erprobung von Elektromobilität angepasst an die jeweiligen Bedingungen und Bedürfnisse vor Ort. Die Förderung der Elektromobilität erstreckt sich über alle zentralen Handlungsfelder. In Ergänzung zu den einzelnen Projekten werden daher in wissenschaftlicher Begleitforschung übergeordnete Themen bearbeitet. Hier werden sämtliche Aspekte der Elektromobilität betrachtet, angefangen bei der Perspektive der Nutzer, über die Weiterentwicklung der Antriebsund Fahrzeugtechnologie, Themen der Sicherheit und Infrastruktur, der Integration von Elektromobilität in öffentliche und betriebliche Flotten, bis hin zu Fragen der Raum- und Stadtentwicklung und des Ordnungsrechts. Weitere Informationen über das Programm finden sich im beiliegenden Programmbericht. Modellregionen Elektromobilität — Anwendungssektoren (Stand: Dezember 2014 *) ANWENDUNGSSEKTOR ORGANISATION/PLS INTERNATIONALISIERUNG ERA-NET ÖV-SCHIENE ANTRIEB/TECHNOLOGIEERPROBUNG LUFTVERKEHR BEGLEITFORSCHUNG INFRASTRUKTUR ÖV-BUSSE ÖV-INTERMODAL GEWERBLICHER VERKEHR INDIVIDUALVERKEHR GESAMTSUMME BUDGET T.€ FÖRDERUNG T.€ 5.736 3.376 3.330 19.019 15.736 13.436 8.232 17.622 18.673 30.911 62.451 70.181 268.702 3.157 3.026 3.133 7.633 7.817 6.982 7.688 10.837 10.481 20.212 31.180 42.874 155.020 * Die Angaben beziehen sich auf BMVI-Mittel für Vorhaben seit 2009. 10 / 11 NOW-MAGAZIN H DAS NIP In strategischer Allianz haben Bund, Industrie und Wissenschaft 2006 das auf zehn Jahre angelegte Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) zur Förderung und Marktvorbereitung der entsprechenden Technologien initiiert. Das Fördervolumen des Programms umfasst 1,4 Milliarden Euro. Bereitgestellt wird diese Summe je zur Hälfte vom Bund — dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) — und der beteiligten Industrie. Unterstützt wird das NIP weiterhin vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Alle vier Ressorts der Bundesregierung sind sowohl im Aufsichtsrat als auch im Beirat der NOW vertreten. Das NIP ist in vier Programmbereiche unterteilt, um den verschiedenen Produkt- und Anwendungsmöglichkeiten der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gleichermaßen gerecht zu werden und marktspezifische Herausforderungen bei der Marktvorbereitung gezielt angehen zu können. Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie Demonstrationsprojekte können so je nach Anwendungsgebiet in den Bereichen Verkehr und Infrastruktur, Wasserstoffbereitstellung, Stationäre Anwendungen oder Spezielle Märkte gefördert werden. In umfassenden Leuchtturmprojekten mit mehreren Partnern werden die jeweiligen Technologien unter realen Alltagsbedingungen getestet und die verschiedenen Kompetenzen gebündelt. Die Leuchttürme schlagen eine Brücke zwischen Forschung und den späteren Märkten und machen Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Wasserstoff und Brennstoffzelle einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Darüber hinaus wird in allen Programmbereichen explizit auch eine Stärkung der Zulieferindustrie forciert, um einer künftigen Serienfertigung den Weg zu ebnen. Der Gesamtanteil des BMVI im NIP beträgt 500 Millionen Euro. Weitere Mittel werden durch das BMWi bereitgestellt, das anwendungsbezogene F&E-Vorhaben, die zur Verbesserung von Komponenten und Systemen beitragen, sowie einige grundlegende Untersuchungen fördert. Die Grafiken auf den folgenden Seiten zeigen die Verteilung der Fördermittel über die verschiedenen Anwendungssektoren. Weitere Informationen zu den konkreten Projektinhalten des NIP finden sich im beiliegenden Programmbericht. 12 / 13 NOW-MAGAZIN NIP — Mittelherkunft Demonstration (BMVI) und F&E (BMWi) * 100.000 [FÖRDERUNG IN T¤] 80.000 33 % 60.000 67 % 40.000 20.000 0 2008 BMVI 2009 2010 2011 2012 2013 2014 BMWi Förderinitiative Energiespeicher Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung muss Hand in Hand mit der Entwicklung effizienter Energiespeicher gehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat darum 2011 gemeinsam mit dem Umweltministerium (BMUB) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Initiative zur Förderung von F&E auf dem Gebiet der Speichertechnologien gestartet. Unterstützt werden Vorhaben zur Entwicklung einer großen Bandbreite von Speichertechnologien für Strom, Wärme und * Die Angaben beziehen sich auf bewilligte Projekte. andere Energieträger. Dadurch ergeben sich umfangreiche Synergien mit dem Feld der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, die gemeinsam mit der NOW koordiniert werden. Im Rahmen der »Förderinitiative Energiespeicher« haben die drei Ressorts in einer ersten Phase Projekte mit einer Fördermittelsumme von über 190 Millionen Euro bewilligt. Auf das Thema Wasserstoff aus Wind entfielen davon rund 43 Millionen Euro, zusätzlich mit den Mitteln für Methanisierung sind es knapp 53 Millionen Euro. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im NIP Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat das NIP gemeinsam mit den Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWi), für Bildung und Forschung (BMBF) und mit dem Umweltministerium (BMUB) aufgelegt. Das Programm ist Teil der Hightech-Strategie für Deutschland und passt sich in die Kraftstoffstrategie der Bundesregierung ein. Der Gesamtanteil des BMVI im NIP beträgt 500 Millionen Euro. Das NIP bietet damit einen gemeinsamen Rahmen für zahlreiche Wasserstoff- und BrennstoffzellenForschungsprojekte von Wissenschaft und Industrie. NIP — Anwendungssektoren (Stand: Dezember 2014 *) ANWENDUNGSSEKTOR VERKEHR UND INFRASTRUKTUR WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG STATIONÄR INDUSTRIE STATIONÄR HAUSENERGIE SPEZIELLE MÄRKTE QUERSCHNITTSTHEMEN INNOVATIVE ANTRIEBE GESAMTSUMME BUDGET T.€ FÖRDERUNG T.€ 519.561 25.197 72.348 101.706 103.963 11.946 15.439 850.161 248.325 12.379 35.376 48.983 49.775 6.751 7.411 408.999 * Die Angaben beziehen sich auf BMWi-Mittel für Vorhaben seit 2009. 14 / 15 NOW-MAGAZIN Das BMWi fördert im Rahmen des NIP anwendungsbezogene F&E-Vorhaben Im Feld der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie fördert das BMWi anwendungsbezogene F&EVorhaben, die zur Verbesserung von Komponenten und Systemen beitragen. Ergänzend werden einige grundlegende Untersuchungen finanziert. Die Förderung umfasst dabei entsprechend den Vorgaben des NIP die komplette Bandbreite möglicher Anwendungsbereiche der Technologie: Verkehr und Infrastruktur, stationäre Brennstoffzellen für die Hausenergieversorgung und industrielle Anwendungen bis hin zu den Speziellen Märkten für die Brennstoffzellentechnologie. NIP — Anwendungssektoren (Stand: Dezember 2014 *) ANWENDUNGSSEKTOR VERKEHR UND INFRASTRUKTUR WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG STATIONÄR INDUSTRIE STATIONÄR HAUSENERGIE SPEZIELLE MÄRKTE QUERSCHNITTSTHEMEN GESAMTSUMME BUDGET T.€ FÖRDERUNG T.€ 131.849 16.425 12.160 44.643 20.310 21.488 246.875 66.382 10.132 9.145 20.168 11.182 14.508 131.517 * Die Angaben beziehen sich auf BMWi-Mittel für Vorhaben seit 2009. Internationale Zusammenarbeit 2014 sind international zahlreiche bedeutende Grundlagen für die weitere Entwicklung und Markteinführung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie geschaffen worden. In Japan wurde ein langfristiges Vorgehen zum Aufbau einer Wasserstoffgesellschaft bis 2040 beschlossen, in den USA gab es einen Zusammenschluss von acht Bundesstaaten zur Förderung von Elektromobilität und Entscheidungen zu wichtigen Förderinstrumenten. Auch in Europa wurden mit dem Beschluss der Clean Power for Transport-Richtlinie, der Verlängerung des Fuel Cell and Hydrogen Joint Undertaking (FCH-JU) bis 2020 und den ersten Wasserstoffprojekten innerhalb des TEN-T-Programms klare Zeichen in Richtung Markteinführung der Wasserstoffund Brennstoffzellentechnologie gesetzt. Vor diesem Hintergrund ist es von großer Bedeutung, auch weiterhin eng mit den führenden Nationen in diesem Bereich zu kooperieren und den gemeinsamen Austausch fortzuführen. Im vergangenen Jahr gab es eine Vielzahl von Aktivitäten, welche im Folgenden dargestellt werden. Für die Zukunft ist es zudem unabdingbar, dass Deutschland international eine führende Rolle übernimmt. Eine Voraussetzung dafür ist, auch weiterhin an einem positiven Marktumfeld zur Marktaktivierung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie zu arbeiten, um mit innovativen Technologien langfristig international konkurrenzfähig zu bleiben. Europa 2014 wurde unter anderem durch die Krise in der Ukraine deutlich, wie sehr die europäische Gemeinschaft von Rohstoffimporten abhängig ist und wie stark diese von geopolitischen Entwicklungen beeinflusst werden können. Politische Souveränität bedeutet Unabhängigkeit, und dies gilt ebenfalls für den Energiesektor. Durch die ambitionierten Ziele der EU bezüglich erneuerbarer Energien im Stromsektor ist Europa in diesem Bereich auf einem guten Wege. Im Verkehrssektor stehen wir jedoch noch vor größeren Herausforderungen. Doch genau in diesem Bereich liegen auch erhebliche Potenziale, eine größere Unabhängigkeit von Rohstoffimporten zu erlangen und die europäische Binnenwirtschaft zu stärken. Nur durch eine verstärkte Elektrifizierung des Individualverkehrs können diese Potenziale ausgeschöpft werden. Diese Technologien, sei es durch reine Batteriefahrzeuge oder Brennstoffzellenfahrzeuge, ermöglichen die Einbindung erneuerbarer Energien in den Verkehrssektor und damit die gewünschte Steigerung der Unabhängigkeit von Rohstoffimporten. Unter diesen Gesichtspunkten war die Verlängerung des FCH-JU in einer zweiten Phase mit dem Horizont 2020 bis 2024 ein wichtiges Signal an alle Mitgliedsstaaten. Mit einem Gesamtbudget von 665 Millionen Euro wird das FCH-JU 2 auch weiterhin Forschungs- und Demonstrationsaktivitäten in der EU fördern können. 16 / 17 NOW-MAGAZIN Ein weiterer Meilenstein ist die Verabschiedung des Clean Power for Transport-Pakets (CPT) der Europäischen Kommission 2014. Dies war ein richtungsweisender Schritt. Durch die CPT wurden wichtige Standards für alternative Kraftstoffe festgelegt und die erforderliche Grundlage geschaffen, einen koordinierten europäischen Aufbau entsprechender Infrastrukturen für alternative Kraftstoffe anzustoßen. Bereits im Jahr 2013 gründete sich die Governmental Support Group (GSG), um die Umsetzung der CPT gemeinsam zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Aktuell besteht die GSG aus sieben Mitgliedsstaaten (Niederlande, Dänemark, Schweden, Frankreich, England, Österreich, Deutschland), im kommenden Jahr sollen jedoch weitere interessierte Länder hinzustoßen. Die NOW unterstützt das BMVI bei der inhaltlichen Arbeit in diesem Bereich. Zum Thema Wasserstofftankstelleninfrastruktur organisierte die GSG den 1. Dialogue on European Hydrogen Refueling Infrastructure in Berlin. Erstmalig kamen alle beteiligten Parteien, wie die nationalen Industrieinitiativen (H2 Mobility, UK H2 Mobility etc.), Vertreter der jeweiligen nationalen Ministerien und Repräsentanten der europäischen Förderprogramme (FCH-JU, TEN-T) an einem Tisch zusammen, um ein gemeinsames Vorgehen zu diskutieren. Dieser Dialog wird auch 2015 fortgeführt, um eine kontinuierliche gemeinsame Entwicklung zu fördern. Neben den Tätigkeiten in der GSG hat sich die NOW in vielen bilateralen Treffen engagiert, die europäischen Aktivitäten mitzugestalten und zu koordinieren. So war die NOW auch als Partner der vom FCH-JU durchgeführten Distributed Generation Study beteiligt. In weiteren Studien zu den Themen Speicherung und Wasserstoffbusse arbeitet die NOW weiterhin eng mit dem FCH-JU zusammen. Japan Mit der Verabschiedung des Energieplans im April 2014 und der dazugehörigen Roadmap zur Wasserstoffgesellschaft wurde in Japan eine wichtige Grundlage für die weiterführende Markteinführung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie geschaffen. Die Roadmap deckt die Bereiche der Energiewandlung, Energiesicherheit, Umweltaspekte und Wirtschaftsförderung ab und setzt die Meilensteine bis ins Jahr 2040. Dies ist eine konsequente und logische Folge aus dem bisher sehr erfolgreichen Fördersystem der japanischen Regierung. Belege für den Erfolg sind z. B. der Beginn der Kommerzialisierung des FCEVs »Mirai« von Toyota und das Erreichen der Marke von 100.000 verkauften Brennstoffzellenanlagen für die Hausenergieversorgung im September 2014. Im Rahmen des bestehenden MoUs zwischen der New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) und der NOW gab es auch in diesem Jahr einen regen Austausch zu den nationalen Entwicklungen und Erfahrungen aus den laufenden Projekten. Des Weiteren bestanden enge Kooperationen hinsichtlich des International Workshop on HRS Infrastructure, der Begleitung der IEA H 2 Roadmap und innerhalb der IPHE-Aktivitäten. USA Am 29. Mai 2014 unterzeichneten acht US-Bundestaaten den Zero Emission Vehicle (ZEV) Action Plan. Die Bundesstaaten (California, Connecticut, Maryland, Massachusetts, New York, Oregon, Rhode Island, Vermont), welche rund 25 Prozent des US-Automarktes repräsentieren, beschlossen im Zuge des Aktionsplans bis 2025 mehr als drei Millionen Elektroautos auf die Straße zu bringen. Neben dem genannten Ziel beinhaltet der Plan weitere Maßnahmen im Bereich der Marktvorbereitung und Normierung. Darüber hinaus vergab die California Energy Comission am 1. Mai 2014 Zuschüsse in Höhe von 46,6 Millionen US-Dollar für den Aufbau von 28 Wasserstofftankstellen. Durch diese Förderung und bestehende Aktivitäten kann in Kalifornien in den kommenden Jahren ein Wasserstofftankstellennetzwerk von etwa 54 Tankstellen entstehen. Das positive Marktumfeld wirkt sich auch auf die Kommerzialisierung der ersten Brennstoffzellenfahrzeuge aus. So wurde 2014 der Hyundai Tucson als erstes öffentlich erhältliches Brennstoffzellenfahrzeug in Kalifornien zum Leasing angeboten. Toyota will im Herbst 2015 folgen und den Toyota Mirai auch in Kalifornien anbieten. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Department of Energy (DoE) nahm die NOW erneut als Gutachter beim Annual Merit Review sowie bei verschiedenen themenspezifischen Workshops teil. Des Weiteren liefen auch in diesem Jahr die Kooperationen in den trilateralen Projekten gemeinsam mit dem NEDO aus Japan weiter. Deutschland wird hier als Zentrum der Kompetenz angesehen und sehr intensiv als Partner gesucht. China Aufbauend auf der bereits bestehenden gemeinsamen Erklärung zwischen dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und dem Ministerium für Wissenschaft und Technologie der VR China (MOST) zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet der nachhaltigen Mobilität, der Energieeffizienz und Emissionsreduktion sowie der innovativen Verkehrstechnologien wurde am 10. Oktober 2014 eine Absichtserklärung zur Vertiefung und Ausweitung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet innovativer Antriebstechnologien und entsprechender Infrastruktur unterzeichnet. Neben den bestehenden Kooperationen der Modellregionen zur Elektromobilität (Shenzhen — Hamburg; Wuhan — NRW; Dalian — Bremen/Oldenburg) wurde die gemeinsame Erklärung um das Thema Wasserstoff erweitert. Die Bedeutung Chinas als stark wachsender Markt ist allseits bekannt, aus diesem Grund ist es zu diesem frühen Zeitpunkt notwendig, enge Kooperationen mit China einzugehen, um Themen der Zertifizierung, Regulierung und Standardisierung sowie Sicherheitsaspekte gemeinsam zu diskutieren. Die unterzeichnete Absichtserklärung ist ein gute Grundlage diese Gespräche zukünftig mit den relevanten chinesischen Partnern aufzunehmen. 2. International Workshop on H2-Infrastructure Im Rahmen der trilateralen Zusammenarbeit mit NEDO aus Japan und dem US-amerikanischen Department of Energy (DoE) fand 2014 der 2. Internationale Workshop on H2-Infrastructure in Los Angeles statt. Neben den Organisationsländern waren auch Experten aus skandinavischen Ländern sowie der Europäischen Kommission und FCH-JU vertreten. Aufbauend auf den Ergebnissen des Vorläufer-Workshops konnten neue Ergebnisse präsentiert werden. Der nächste Expertenworkshop dieser Art wird 2015 in Japan stattfinden. Diese sehr erfolgreiche internationale Zusammenarbeit zeigt die Chancen auf, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsame Herausforderungen auch gemeinsam zu meistern. IEA H2-Roadmap Nachdem die International Energy Agency (IEA) dem Thema Wasserstoff in der jährlich erscheinenden Energy Technology Perspective 2012 das erste Mal ein eigenes Kapitel gewidmet hat, begann 2013 die Arbeit an einer eigenen H2 Technology Roadmap. Hierzu gab es im Jahr 2014 verschiedene Workshops in den USA und Japan mit Teilnehmern aus Industrie, Forschung und Politik. Die NOW begleitet die Arbeiten der IEA als Stakeholder der Studie. Die verschiedenen Roadmaps der IEA dienen vielen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern als wichtige Grundlage zur Meinungsbildung. Aus diesem Grund ist die Aufnahme von Wasserstoff in das Portfolio der IEA ein wichtiger Schritt, um die Sichtbarkeit der Wasserstoff- und Brennstofftechnologie global zu steigern und ein größeres Bewusstsein für die Einsatzmöglichkeiten zu schaffen. Die H 2 Technology Roadmap wird im Frühjahr 2015 veröffentlicht. IPHE Die International Partnership for Hydrogen and Fuel Cells in the Economy (IPHE) ist ein Zusammenschluss von 17 Mitgliedsstaaten plus Europäischer Kommission mit dem Ziel, die Kommerzialisierung von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien zu begleiten und voranzutreiben. 2014 fanden zwei Steering Comittee Meetings statt. Neben den weiterlaufenden Arbeitsgruppen der IPHE zu Regulierung, Normierung und Ausbildung stand dieses Jahr die Gründung eines Permanenten Sekretariats (PSO) im Fokus. Hierfür wurden die formalen und strukturellen Grundlagen geschaffen. Der Vorsitz Japans endete mit dem letzten SC-Meeting in Rom. Frankreich wurde einstimmig zum neuen Vorsitz gewählt und übernahm die Tätigkeiten des Vorsitzes ab dem 3. Dezember 2014. Parallel zu den SC-Meetings fanden auch in diesem Jahr Educational Encounter mit großer Beteiligung der regionalen Universitäten und Studenten statt. ≥ Mehr Informationen zu IPHE finden Sie unter: www.iphe.net 18 / 19 NOW-MAGAZIN Interview mit Michio Hashimoto New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO), Japan Welche Rolle spielt die Förderung der Wasserstoffund Brennstoffzellentechnologie in der Politik der japanischen Regierung derzeit? Durch einen deutlichen Ausbau der Anwendungs- und Nutzungsbereiche von Wasserstoff in verschiedenen Sektoren können Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien potenziell zu Energieeinsparung, Verbesserung der Energiesicherheit und Reduktion der Umweltbelastung beitragen. Gemäß dem Energieplan, dem das Kabinett im April 2014 zugestimmt hat, wird Wasserstoff eine zentrale Rolle als sekundärer Energieträger in Ergänzung zu Strom und Wärme einnehmen. Zudem wird es wichtig, Aktivitäten zur Schaffung einer sogenannten Wasserstoffgesellschaft zu verstärken. Wie würden Sie die derzeitige Situation beschreiben? ≥ Michio Hashimoto ist Generaldirektor der New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) Im Dezember 2013 hat das japanische Wirtschaftsministerium (Ministry of Economy, Trade and Industry — METI) einen Rat zur Entwicklung einer Strategie für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie beauftragt. Infolgedessen wurden Ansätze gesucht, wie eine zukünftige Nutzung von Wasserstoff als Energieträger unter Einbindung von Industrie, Forschung und Regierung aussehen kann. Am 23. Juni 2014 stellte der Rat hierfür Maßnahmen in einer Roadmap für Wasserstoff und Brennstoffzellen zusammen. Michio Hashimoto, Generaldirektor der New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO), beschreibt die zentralen Ziele der Roadmap. Anwendungen wie stationäre Brennstoffzellen und Brennstoffzellenfahrzeuge sind bereits kommerzialisiert und weitere Bemühungen zum Marktausbau werden getroffen, um weltweit eine führende Marktposition zu erreichen. Was sind die zentralen Ziele der Roadmap? Um eine bezahlbare und stabile Wasserstoffversorgung entsprechend der Nachfrage gewährleisten zu können, ist es wichtig eine ganzheitliche Wasserstoffversorgungskette zu etablieren, die sowohl Produktion als auch Speicherung, Lieferung und Anwendung abdeckt. Mit Blick auf eine künftige Wasserstoffgesellschaft adressiert die Roadmap die Notwendigkeit von langfristigen Aktivitäten, die Schritt für Schritt unter Einbindung aller Interessengruppen durchgeführt werden sollte. Gemäß der vorgestellten Roadmap soll das Marktvolumen für Wasserstoffanwendungen bis 2030 eine Billion Yen, bis 2050 sogar acht Billionen Yen umfassen. Worin sehen Sie bis dahin die größten Herausforderungen? Durch verschiedene Zwischenziele sollen technologische Hindernisse abgebaut und die Marktreife sichergestellt werden. Die Roadmap skizziert einen Schrittfür-Schritt-Prozess zur Umsetzung dieser Ziele: Phase 1: Ausbau der Anwendungsbereiche von stationären Brennstoffzellen und Brennstoffzellenfahrzeugen, um eine weltweit führende Marktposition zu erreichen (heute) Phase 2: Steigerung der Nachfrage nach Wasserstoff und Nutzung neuer Quellen zur Wasserstoffproduktion, um eine neue Sekundär-Energie-Struktur mit Wasserstoff neben Elektrizität und Wärme zu schaffen (2020 bis 2030) Phase 3: Anwendung der CCS-Technologie (CO2 Capture and Storage) und Nutzung erneuerbarer Energien zur Wasserstoffbereitstellung mit dem Ziel, ein CO2-freies Wasserstoffversorgungssystem zu schaffen (ca. 2040) Wie würden Sie die öffentliche Wahrnehmung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in Japan beschreiben? In Anbetracht der Tatsache, dass Brennstoffzellen im stationären Einsatz 2009 kommerzialisiert wurden und die Anzahl der installierten Geräte im September 2014 bereits bei 100.000 lag, sind öffentliche Wahrnehmung und Akzeptanz der Technologie generell hoch. Mit der Vorstellung des ersten serienmäßig hergestellten Brennstoffzellenfahrzeugs im November 2014 nahm das öffentliche Interesse sogar noch zu. Die Verbreitung von Brennstoffzellenfahrzeugen bringt Wasserstoff näher an den Alltag der Menschen. Daher ist es wichtig, Informationen zur Sicherheit und Zuverlässigkeit der Wasserstofftechnologie in der Öffentlichkeit zu verteilen. Als eines der Zwischenziele sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio benannt, wo Sportler und Gäste mit Brennstoffzellenfahrzeugen befördert werden sollen. Welche Effekte erhoffen Sie sich im Hinblick auf die Sichtbarkeit der Technologie? Die Olympischen Spiele 2020 sind eine gute Gelegenheit, der Welt das Potenzial der Wasserstofftechnologie aufzuzeigen. Außerdem wird erwartet, dass die Olympischen Spiele lokale Projekte zum Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur auch mit Blick auf die Zeit nach den Spielen fördern. 20 / 21 NOW-MAGAZIN Interview mit Daniela Rosca DG Mobility & Transport, Europäische Kommission Wie sieht die derzeitige Situation in Bezug auf die europaweite Ladeinfrastruktur aus? Die Situation der Ladeinfrastruktur innerhalb der EU ist ständig in Bewegung. Und sie bewegt sich in die richtige Richtung. Das EEO (European Electromobility Observatory) veröffentlicht eine Karte mit Ladestationen, die unter folgendem Link aufgerufen werden kann: www.ev-observatory.eu Auch das von der EU geförderte Projekt Green eMotion stellt eine Karte zur Verfügung, auf der Standorte von Ladestationen eingesehen werden können: www.greenemotion-project.eu ≥ Daniela Rosca ist Head of Unit Clean Transport & Sustainable Urban Mobility im Direktorat für Mobilität und Transport bei der Europäischen Kommission. Um die Ölabhängigkeit des Verkehrssektors in Europa zu reduzieren, werden dringend alternative Kraftstoffe benötigt. Forschung und technologische Weiterentwicklungen haben bereits zu erfolgreichen Anwendungen alternativer Kraftstoffe in allen Verkehrsbereichen geführt. Ein Markthochlauf erfordert jedoch zusätzliche politische Maßnahmen, auch auf transnationaler Ebene. Die EU-Richtlinie »Clean Power for Transport«, die am 29. September 2014 vom Europäischen Parlament und dem Rat verabschiedet wurde, zielt darauf die Entwicklung eines Binnenmarktes für alternative Verkehrskonzepte in Europa zu erleichtern. Zudem haben wir Daten zur Wasserstoffinfrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge: Bisher gibt es in etwa 250 Tankstellen innerhalb der EU, rund 150 davon sind öffentlich zugänglich. Darüber hinaus gibt es konkrete Pläne für weitere Standorte in einer Reihe von Staaten, sodass wir einen relativ starken Zuwachs von Wasserstofftankstellen in den nächsten Jahren erwarten. Warum ist grenzüberschreitende Zusammenarbeit so wichtig für den Ausbau der Ladeinfrastruktur? Dafür gibt es zwei Gründe, und beide sind von zentraler Bedeutung für die europaweite Mobilität mit alternativen Kraftstoffen: Erstens müssen wir es vermeiden, technische Insellösungen zu schaffen, in denen die Mitgliedsstaaten unterschiedliche und untereinander inkompatible Lösungen nutzen. Außerdem müssen wir dafür Sorge tragen, dass Ladeinfrastruktur auch grenzüberschreitend verfügbar ist. Der erste Punkt wird mit der EU-Richtlinie thematisiert, indem die Verwendung eines einheitlichen Steckers sowie weitere Standardi- sierungsmaßnahmen für Lade- und Wasserstoffinfrastruktur festgeschrieben werden. Die zweite Thematik wird über die Aufforderung an die Mitgliedsstaaten adressiert, bei der Gestaltung der jeweils nationalen politischen Rahmenbedingungen grenzüberschreitende Kontinuität zu berücksichtigen. Die Direktive verpflichtet Mitgliedsstaaten dazu, bis 2020 eine ausreichende Anzahl öffentlich zugänglicher Ladepunkte zu installieren. Wie sieht der jetzige Stand aus? Bis Mitte November 2016 müssen die Mitgliedsstaaten ihre nationalen Zielsetzungen vorlegen. Die Installation der entsprechenden Infrastrukturen muss dann bis Ende 2020 für batterieelektrische Fahrzeuge, und bis Ende 2025 für Brennstoffzellenfahrzeuge umgesetzt werden. Manche Mitgliedsstaaten sind bereits in der Planung der Zielsetzungen oder haben schon ausgesprochen umfassende Umsetzungspläne. Für alle Nutzer sollen freie und diskriminierungsfreie Informationen zur Position der öffentlich zugänglichen Ladepunkte veröffentlicht werden. Gibt es bereits konkrete Vorschläge, wie dies auf transnationaler Ebene realisiert werden kann? Auf transnationaler Ebene wollen wir diese Daten durch das European Electromobility Observatory zur Verfügung stellen, das wir derzeit noch weiterentwickeln. Eines der Hauptziele der Richtlinie sind die Standardisierung und Harmonisierung technischer Spezifikationen. So wird zum Beispiel ein einheitlicher Stecker gefordert, um europaweite Mobilität zu ermöglichen. Mit Blick auf die Zukunft – wo liegen die größten Herausforderungen? Die Kommission ist derzeit dabei einen Normungsantrag an die europäischen Normungsgremien zu stellen, sodass die Standardisierungsarbeit der Richtlinien erfüllt werden kann. Der Antrag deckt alle Normungsaspekte der Richtlinie ab und gilt für alle Kraftstoffe, für die Infrastruktur angeordnet ist. Was sind bisher die wichtigsten Fortschritte? Es gibt mehrere wichtige Erfolge der Richtlinie. Zum einen liefert die Richtlinie ein politisches Signal und zeigt, dass es politischen Willen gibt, den Einsatz alternativer Kraftstoffe bis hin zum Massenmarkt zu unterstützen. Die Richtlinie stellt einen gemeinsamen Regelungsrahmen für Mitgliedsstaaten bereit, der den Einsatz alternativer Kraftstoffe in einer synchronen und harmonisierten Art und Weise sicherstellt und gleichzeitig Raum für nationale Besonderheiten lässt. Zu guter Letzt schafft die Richtlinie Vertrauen für alle involvierten Akteure: Fahrzeughersteller, Energieunternehmen und Konsumenten. Die Richtlinie adressiert damit die Wurzel des Problems für den Einsatz alternativer Kraftstoffe: Es gibt keine Fahrzeuge, weil es keine Infrastruktur gibt und umgekehrt, also das sogenannte Henne-Ei-Problem. Alternative Kraftstoffe existieren, und ihre Bedeutung wird wachsen. Bemühungen um den Ausbau der Ladeinfrastruktur gibt es auch außerhalb der EU. Gibt es hier auch einen internationalen Erfahrungsaustausch? Es gibt eine Vereinbarung für eine gemeinsame Steckerform bei US-amerikanischen und europäischen Automobilherstellern. Zudem wird die Thematik auch in regelmäßigen Wirtschaftstreffen zwischen der EU und Japan angesprochen. Welche Reaktionen erwarten Sie aufseiten der Industriepartner? Die Reaktionen auf die Richtlinie, sowohl die auf den ursprünglichen Vorschlag der Kommission als auch die auf den verabschiedeten Text, waren sehr positiv und wurden als starkes politisches Signal zur breiten Marktdurchdringung alternativer Kraftstoffe wahrgenommen. Den Partnern aus der Industrie ist bewusst, dass Mitgliedsstaaten nun die in der Richtlinie vereinbarten Maßnahmen umsetzen müssen. Wir rechnen damit, dass Industriepartner sich nun zusammenschließen und mit Projektvorschlägen an Regierungen und die Europäische Kommission herantreten; sei es im Rahmen des Fuel Cell and Hydrogen Joint Undertaking, der Investitionsoffensive Junckers oder im Zuge der Förderung transeuropäischer Netze im Trans-European Transport Network (TEN-T). 22 / 23 NOW-MAGAZIN Strategische Programmsteuerung Der Beirat Neue Technologien auf der Basis von Wasserstoff, Brennstoffzelle oder Batterie sind notwendig, damit wir künftig immer seltener auf fossile Brennstoffe zurückgreifen müssen. Das wird nicht von heute auf morgen passieren. Vielmehr wird die Weiterentwicklung der Systeme, die uns mit Energie versorgen, ein langfristiger Prozess sein, bei dem alle Akteure aus Industrie, Wissenschaft und Politik zusammenwirken müssen. Im Beirat der NOW arbeiten deshalb Vertreter aus Politik, Industrie und Wissenschaft gemeinsam an der strategischen Ausgestaltung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Der Beirat diskutiert und entscheidet über Förderschwerpunkte vor dem Hintergrund eines ganzheitlichen Ansatzes zur Marktvorbereitung dieser Technologien. Neben Brennstoffzellen- und Wasserstoffvorhaben koordiniert die NOW seit einigen Jahren auch die batterieelektrische Mobilität im Rahmen des Förderprogramms »Modellregionen Elektromobilität«. Die Modellregionen sorgen neben den Schaufenstern mit vielen Fahrzeugen und der dazugehörigen Ladeinfrastruktur für eine hohe Sichtbarkeit der Elektromobilität. Zusammensetzung und anstehende Herausforderungen Der Beirat setzt sich aus Vertretern der beteiligten Bundesministerien BMVI, BMWi, BMUB und BMBF, einem Koordinator der Bundesländer sowie Repräsentanten aller am Thema beteiligten Industriebranchen und Forschungseinrichtungen zusammen. In drei Bundesressorts kam es 2014 zu Personalwechseln. Der Beirat erarbeitet derzeit einen Maßnahmenkatalog. Hierin werden Maßnahmen und Budgets für die gestellten Weichen zur Weiterentwicklung des NIP abgebildet. Der Beirat sprach sich auch für die Fortführung und Unterstützung internationaler Aktivitäten, wie des Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU), der H2-Roadmap der International Energy Agency (IEA) oder auch der International Partnership for Hydrogen and Fuel Cells in the Economy (IPHE) aus. Die Aktivitäten von Industrie und Politik in Deutschland können dadurch thematisch und organisatorisch mit den Plänen vor allem der EU, USA, Japan und Korea verknüpft werden. Der Beirat im Einzelnen Er setzt sich aus Vertretern der folgenden 18 Interessengruppen zusammen: Bund und Länder Industrie / Anwendungen BMVI: Stefan Schmitt BMWi: Dr. Georg Menzen (Beiratsvorsitzender) BMBF: Dr. Karsten Hess BMUB: Alexander Folz Vertreter der Bundesländer: Stefan Gloger, Heinrich Klingenberg (ohne Stimmrecht) Mobilität — PKW: Dr. Sabine Spell Mobilität — Nutzfahrzeuge: Dr. Jürgen Friedrich Hausenergieversorgung: Andreas Ballhausen Industrieanwendungen: Johannes Schiel Spezielle Anwendungen: Prof. Dr. Werner Tillmetz (Beiratsvorsitzender) Brennstoffzellen-Komponentenhersteller: Dr. Uwe Maier Wissenschaft Bildung: Prof. Dr. Jürgen Garche Forschung und Entwicklung Helmholtz-Gemeinschaft: Prof. Dr. Ulrich Wagner Forschung und Entwicklung Institute/Universitäten: Prof. Dr. Alexander Michaelis Dr. Georg Menzen, BMWi (Beiratsvorsitzender) Prof. Dr. Werner Tillmetz, ZSW (Beiratsvorsitzender) Infrastruktur Kraftstoffindustrie: Patrick Schnell Wasserstoffproduktion: Dr. Oliver Weinmann Wasserstoffbereitstellung: Markus Bachmeier Netzanbindung: Markus Seidel 24 / 25 26 / 27 NOW-MAGAZIN Veranstaltungen aus dem Jahr 2014 Um die Wahrnehmung und Akzeptanz der Technologien und ihrer Produkte zu steigern, betreibt die NOW eine aktive Öffentlichkeitsarbeit. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht ausgewählter Veranstaltungen aus dem Jahr 2014. Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember 2 Rainer Bomba, Staatssekretär im BMVI; Dr. Heiner Heseler, Staatsrat beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen, und Prof. Dr.-Ing. Matthias Busse, Institutsleiter beim Fraunhofer IFAM (v.l.n.r.) besichtigen das Fahrevent im Rahmenprogramm der Fachkonferenz »Elektromobilität vor Ort«. 4. bis 5. Februar 2014 Elektromobilität vor Ort — Fachkonferenz des BMVI für kommunale Vertreter Kommunen nehmen eine Schlüsselfunktion beim Ausbau der Elektromobilität ein. Im Auftrag des BMVI laden das Fraunhofer IFAM und die NOW darum kommunale Vertreter zur Fachkonferenz »Elektromobilität vor Ort« in Bremen ein. In verschiedenen Foren zu den Themen Praxisbeispiele vor Ort, rechtliche Rahmenbedingungen und Aufbau und Entwicklung der Ladeinfrastruktur präsentieren die Referenten mehr als 200 Teilnehmern aus Kommunen, kommunalen Unternehmen sowie aus der Wirtschaftsförderung und Landesministerien Ergebnisse und Erfahrungen aus den Modellregionen und geben praktische Hilfestellungen. 26 / 27 NOW-MAGAZIN 2 19. Februar 2014 Sichere Stromversorgung für Polizeifunk — Startschuss für NIP-Projekt »Brennstoffzellentechnik im Behördenfunk« Im Rahmen des NIP-Leuchtturms Clean Power Net fördert das BMVI mit mehr als drei Millionen Euro den Einsatz von Brennstoffzellentechnik im Behördenfunk des Landes Brandenburg. Anstelle der herkömmlichen und wartungsintensiven Dieselgeneratoren stellen in Zukunft 116 Brennstoffzellen die unterbrechungsfreie (Not-)Stromversorgung für den digitalen Funk bei Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sicher. Mit einem Projektvolumen von insgesamt mehr als sechs Millionen Euro startet damit das größte Vorhaben in diesem Bereich. Januar Februar März April Mai Juni Juli August 26. bis 28. Februar 2014 FC Expo Tokyo Bereits zum zehnten Mal findet mit der FC Expo die größte internationale Messe und Konferenz zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie im asiatischen Raum statt. Die NOW zeigt auf dem Deutschen Pavillon Präsenz. September Oktober November Dezember 3 7. März 2014 Preis für die Initiative »Morgen in meiner Stadt« Das Online-Portal »Morgen in meiner Stadt« gehört zu den 100 Preisträgern des Wettbewerbs »Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen«. In dem Projekt entwickeln Schüler ab der Mittelstufe in Zukunftswerkstätten Lösungsansätze für die Herausforderungen der urbanen Zukunft, unter anderem auch zu den Schwerpunktthemen Energie und Mobilität. Die NOW zählt zu den maßgeblichen Unterstützern der Initiative und war sowohl an der eineinhalbjährigen Vorbereitung sowie dem Livegang des Portals beteiligt. 19. März 2014 Neuer Partner im CPN-Netzwerk Das Industrie- und Wissenschaftsnetzwerk Clean Power Net begrüßt auf seiner dritten Vollversammlung zwei neue Partner: Die Firmen Hydrogenics GmbH und Siqens GmbH reihen sich in das Bündnis aus Wissenschaft und Industrie ein und bekennen sich damit zur Förderung der Brennstoffzellentechnologie. Das Bündnis aus Forschern, Anwendern und Herstellern von Brennstoffzellensystemen umfasst damit 24 Partner. 26. März 2014 NOW bei den Tagen der Elektromobilität im Effizienzhaus Plus Anlässlich der Tage der Elektromobilität informiert die NOW im Effizienzhaus Plus, welchen Beitrag elektromobile Antriebe aus Batterie und Brennstoffzelle zur Energiewende leisten können. Das Effizienzhaus produziert dank Wärmepumpe und modernster FotovoltaikAnlage auf Dach und Fassadenflächen mehr Strom als seine Bewohner verbrauchen — Energie, die wiederum beispielsweise zum Antrieb eines Elektrofahrzeugs genutzt werden kann. Für Besucher wird dies mit Testfahrten, die von der NOW angeboten werden, erlebbar. 28 / 29 NOW-MAGAZIN 3. April 2014 FCH-JU und NOW — gemeinsamer Workshop zur Wasserstoff-Elektrolyse Zusammen mit dem europäischen Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU) veranstaltet die NOW einen Workshop zur Wasserstoff-Elektrolyse in Brüssel. Zahlreiche Referenten diskutieren zu technologischen Lücken in der Elektrolyse-Anwendung und dem Zukunftspotenzial der Technologie in Wind-WasserstoffSystemen und der Energiespeicherung. 7. April 2014 Lernpaket für Schulen In Zusammenarbeit mit dem hydrogeit Verlag präsentiert die NOW auf der Hannover Messe ein Lernpaket für Schulen unter dem Titel »Batterien und elektrische Antriebe — Wasserstoff und Brennstoffzellen«. Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, betont: »Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit der NOW und dem Hydrogeit-Verlag Lehrmaterial entwickelt haben, das Schülern das Zukunftsthema Elektromobilität einfach und verständlich erklärt. Es ist gut, wenn wir junge Menschen für neue Technologien begeistern. Elektromobilität ist das Zukunftsthema — auch für die Ausbildung. Mit dem Lehrmaterial können wir frühzeitig berufliches Interesse wecken. Für die Sicherung des Technologiestandorts Deutschland ist gerade die Nachwuchsförderung sehr wichtig.« Januar Februar März April Mai Juni Juli August 4 Joint NOW GmbH — FCH JU Water Electrolysis Day 3. April 2014, White Atrium Avenue de la Toison d’Or 56 – 60, 1060 Brüssel, Belgien Patrick Schnell (Vorsitzender CEP), Dirk Inger (Unterabteilungsleiter BMVI) und Franz Untersteller (Umweltminister Baden-Württemberg) bei der Inbetriebnahme. Auf der HMI nimmt Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, das Lernpaket entgegen. September Oktober November Dezember 4 7. bis 11. April 2014 HMI Als Teil des NOW-Stands präsentiert Airbus sein Brennstoffzellensystem zur Bordstromversorgung und Antrieb des Bugrads. 30 / 31 NOW-MAGAZIN 7. bis 11. April 2014 HMI Die NOW präsentiert sich auf der Hannover Messe Industrie: Am Gemeinschaftsstand Brennstoffzelle werden Themen aus dem Bundesförderprogramm NIP beleuchtet; auf der Fläche der benachbarten MobiliTec unterstützt die NOW den Stand der Bundesregierung beim Thema batterieelektrische Mobilität und Modellregionen Elektromobilität. Testfahrten werden auf dem Außengelände ebenso mit Brennstoffzellen- als auch mit batterieelektrischen Fahrzeugen angeboten. 4 Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, informiert sich auf dem Stand der Initiative Brennstoffzelle über den Markteintritt von Brennstoffzellengeräten zur Strom- und Wärmeversorgung von Einfamilienhäusern. 8. April 2014 Industrieinitiativen unterzeichnen Unterstützungserklärung zum Ausbau der Wasserstoffmobilität Claudia Fried, Pressesprecherin der Clean Energy Partnership; Werner Diwald, Sprecher von Performing Energy; Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur; Thomas Haberkamm, Leiter Public Affairs bei Linde; Prof. Dr. Werner Tillmetz, Vorstand des Zentrums für Sonnenenergie- und WasserstoffForschung, und Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der NOW (v.l.n.r.) bei der Übergabe der Unterstützungserklärung. Januar Februar März April Mai Juni Juli August Die Industrieinitiativen Clean Energy Partnership (CEP), H2 Mobility und Performing Energy (PE) bekräftigen ihr Engagement für die Markteinführung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Am 8. April unterzeichnen Vertreter der Initiativen im Rahmen der Hannover Messe Industrie eine entsprechende Erklärung und übergeben diese an Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. In den nächsten zehn Jahren beabsichtigen 300 Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie, der Energieversorger, der Spezialchemie sowie der Maschinen- und Gerätehersteller, Investitionen in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro für die Marktaktivierung einer nachhaltigen, sicheren und wirtschaftlichen Wasserstoffmobilität zu tätigen. September Oktober November Dezember 4 32 / 33 NOW-MAGAZIN 4. Mai 2014 GreenTec Awards Das Projekt »E-PORT AN — Elektromobilität am Flughafen Frankfurt« gewinnt den GreenTec Award in der Kategorie Luftfahrt. Das Projekt der Lufthansa Group, der Fraport AG, des Landes Hessen und der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main vereint mehrere Maßnahmen zum Einsatz von Elektromobilität am Flughafen Frankfurt: elektromobiles Rollen und Schleppen von Flugzeugen, ein elektrisches Catering-Hub-Fahrzeug und Elektromobilität bei der Flugzeugbeladung mit EPalettenhubfahrzeugen und weiteren E-Fahrzeugen auf dem Vorfeld. Ziel ist die Reduktion von Bodenemissionen bei der Flugzeugabfertigung und den hierfür nötigen Verkehren auf dem Flughafen. Das Vorhaben wird im Rahmen der Modellregion Elektromobilität RheinMain durch Mittel des BMVI gefördert und hat bereits 2013 das Prädikat »Leuchtturm Elektromobilität« der Bundesregierung erhalten. Rund 100 Teilnehmer aus den Bereichen der Brennstoffzellensystem-Herstellung, Automobil- und Zuliefererindustrie, stationärer Strom- und Wärmeversorgung sowie Fertigungs- und Produktionsanlagen-Industrie treffen sich zum branchenübergreifenden Austausch über Anwendungen und Synergien bei der Weiterentwicklung von Brennstoffzellensystemen. Die NOW veranstaltet den Workshop zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Link zum Projekt: www.e-port-an.de Januar Februar März April Mai Juni Juli August 5 20. bis 21. Mai 2014 Marktplatz Zulieferer September Oktober November Dezember 5 23. Mai 2014 Deutscher Wasserstoff Congress Auf Einladung von Energieagentur NRW, NOW und DWV tauschen sich rund 150 Experten zum Thema »Wasserstoff als Speicher und Kraftstoff« in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Berlin aus. Zu Wort kommen relevante Akteure aus der Bundes- und Landespolitik sowie Vertreter aus Wirtschaft und Forschung. Gemeinsames Fazit: Nach knapp sieben Jahren kann sich das Ergebnis der Forschungs- und Entwicklungsförderung im Bereich Wasserstoff und Brennstoffzelle sehen lassen. Nun gilt es, die Markteinführung aktiv zu gestalten und den Markthochlauf zu unterstützen. 23. Mai 2014 Staatssekretärin Reiche eröffnet WasserstoffGroßanlage in Berlin-Schönefeld Mit der Betankung eines Brennstoffzellenfahrzeugs wird die TOTAL Multi-Energie-Tankstelle in BerlinSchönefeld offiziell eröffnet. Die Tankstelle am künftigen Hauptstadtflughafen wird mit Wasserstoff befüllt, der vor Ort per Elektrolyse aus Windkraft- und Sonnenenergie hergestellt wird. Neben der Versorgung von emissionsfreien Brennstoffzellenfahrzeugen ist der Betrieb eines Blockheizkraftwerks mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff sowie dessen Einspeisung ins öffentliche Erdgasnetz vorgesehen. Das Projekt bietet damit die Möglichkeit, die Energiewende als Gesamtsystem zu erforschen. Die beteiligten Partnerunternehmen investieren bis 2016 insgesamt mehr als zehn Millionen Euro, die Hälfte der Summe wird über das NIP vom BMVI bereitgestellt. 27. Mai 2014 Forum Elektromobilität Im emsländischen Lathen kommen Vertreter der NOW mit weiteren Experten aus dem Bereich Elektromobilität zusammen, um sich über das Thema induktive Energieübertragung für Elektromobilitätsanwendungen auszutauschen. Eines der Highlights der Veranstaltung ist die Besichtigung der circa 25 Meter langen Versuchsstraße, an der elektrische Leistung von 60 Kilowatt über einen Luftspalt von 15 Zentimetern ohne Berührung übertragen wird. Der Bau der Versuchsstraße dient der Erforschung und Demonstration induktiver Energieübertragung und wurde im Rahmen der Modellregion Elektromobilität durch das BMVI mit rund zwei Millionen Euro gefördert. 34 / 35 NOW-MAGAZIN 6 23. Juni 2014 ElectroChemical Talks in Ulm Zum 14. Mal laden das Weiterbildungszentrum für innovative Energietechnologien der Handwerkskammer Ulm (WBZU) und das Zentrum für Sonnenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) zu den ElectroChemical Talks nach Ulm ein. Die Konferenz steht unter dem Motto »Next Generation Electrochemical Energy Technologies« und fokussiert damit thematisch auf neueste Entwicklungen und Erkenntnisse zu Lithium-Ionen-Batterien, Brennstoffzellen und Wasserstoff. Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der NOW und Mitglied im Scientific Committee, präsentiert als Chairman und Redner die Session »Fuel Cell Applications«. Mit über 320 Teilnehmern aus 21 Ländern und 120 Posterbeiträgen waren die ElectroChemical Talks 2014 größer als alle zuvor. Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember 8 Stellvertretend für die Bundesregierung hat das BMVI 2008 die NOW Nationale Organisation Wasserstoffund Brennstoffzellentechnologie gegründet. Die Aufgabe der NOW ist die Koordination des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie und der Modellregionen Elektromobilität des BMVI. Denn an moderner Mobilität mit Batterie und Brennstoffzelle führt kein Weg vorbei. 30. bis 31. August 2014 Tag der offenen Tür im BMVI Mehr als 21.000 Besucher folgen dem Aufruf des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und informieren sich beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung über Mobilität mit Batterie und Brennstoffzelle. In zwei Pavillons beantworten Vertreter von NOW, CEP und Callux Fragen der Bürger zu den NIPLeuchtturmprojekten und dem Programm Modellregionen Elektromobilität. Das Interesse gerade an praktischer Erfahrung der neuen Antriebe ist enorm — die CEP verzeichnet einen Rekord bei der Nachfrage nach Probefahrten. 36 / 37 NOW-MAGAZIN 9 Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, mit Teilnehmern der Roadshow in Teltow Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember 9 Roadshow Elektromobilität Kommunen sind die zentralen Akteure beim weiteren Aufbau der Elektromobilität. Vor Ort muss es gelingen, die Elektromobilität im Alltag der Menschen zu verankern. Darum hat die NOW die Roadshow Elektromobilität des BMVI auf die Straße gebracht. In zehn Städten wurde 2014 haltgemacht — mit Infostand und Testfahrangebot. Mit dabei in Saarbrücken, Solingen, Löbau, Bad Waldsee, Offenbach, Teltow, Erfurt, Halle, Schwerin und Berlin waren die Partner aus den Projektleitstellen und weitere Unterstützer, ohne die die Roadshow so nicht möglich gewesen wäre. Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, unterstützt Kommunen beim Ausbau der Elektromobilität. Ein wichtiger Teil der Roadshow war dabei die Übergabe des Startersets Elektromobilität an einen Vertreter der lokalen Politik. Das Starterset Elektromobilität fasst die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Projekten und der Begleitforschung der Modellregionen Elektromobilität des BMVI nutzerfreundlich zusammen. Es soll als praktischer Leitfaden für die ersten Schritte einer Kommune in die Elektromobilität dienen. www.roadshow-elektromobilitaet.de www.startset-elektromobilitaet.de Dr. Veit Steinle (BMVI) mit Christian Carius, Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr in Thüringen, beim Besuch der Roadshow in Thüringen 38 / 39 NOW-MAGAZIN 9 29. September 2014 Eröffnung der Multi-Energie-Tankstelle Jafféstraße 15. September 2014 Projektstart BürgerMobil in Meckenbeuren In der Gemeinde Meckenbeuren fällt der Startschuss für das BürgerMobil. In dem Projekt sorgen ehrenamtliche Fahrer dafür, dass entlegenere Ortsteile besser an den ÖPNV angebunden werden und Fahrplanlücken geschlossen werden. Auch ein vollelektrischer PKW aus dem Projekt »emma — e-mobil mit Anschluss« kommt hierfür zum Einsatz. Das Elektrofahrzeug vom Typ Nissan Leaf wird mit Strom aus ausschließlich regenerativen Energiequellen betrieben und ist besonders umweltfreundlich. Im Rahmen der Modellregionen Elektromobilität wird »emma — e-mobil mit Anschluss« mit insgesamt 3,6 Millionen Euro durch das BMVI gefördert. Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im BMVI, und Cornelia Yzer, Berliner Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, eröffnen die Multi-Energie-Tankstelle Jafféstraße. Die Multi-EnergieTankstelle ist eine Kooperation der TOTAL Deutschland GmbH, der Daimler AG, der Linde AG sowie der RWE Effizienz GmbH und kann Fahrzeuge aller Antriebsarten mit Energie versorgen — konventionelle Verbrennungsmotoren ebenso wie batterieelektrische Fahrzeuge und solche Elektrofahrzeuge, die ihren Strom aus einer Brennstoffzelle mittels Wasserstoff erzeugen. Der Standort Jafféstraße ist Teil des Ausbauprogramms für Wasserstofftankstellen, das Industrievertreter im Jahr 2012 mit dem Bundesverkehrsministerium vereinbart hatten. Diesen Plänen zufolge sollen bis Ende 2015 50 Tankstellen den Grundstock für ein bundesweites Netz bilden. Das Bundesverkehrsministerium fördert die Multi-Energie-Station in der Jafféstraße im Rahmen des NIP mit rund einer Million Euro. Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, eröffnet zusammen mit der Berliner Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer die Multi-Energie-Tankstelle Jafféstraße im Rahmen des 50-Tankstellen-Programms. Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember 10 6. bis 8. Oktober 2014 World of Energy Solutions Anlässlich der Fachmesse World of Energy Solutions überreichen NOW-Geschäftsführer Dr. Klaus Bonhoff sowie Franz Loogen, Geschäftsführer der e-mobil BW, dem Umweltminister des Landes Baden-Württemberg, Franz Untersteller, eine Karte mit den Standorten der Wasserstofftankstellen in Baden-Württemberg. Die Wasserstofftankstellen sind Teil des 50-TankstellenProgramms und werden im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) von der Bundesregierung gefördert. Franz Loogen, Geschäftsführer e-mobil BW; Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer NOW, und Franz Untersteller, Umweltminister Baden-Württemberg (v.l.n.r.) bei der Verkündung der Tankstellenstandorte 40 / 41 NOW-MAGAZIN 4. November 2014 Parlamentarischer Abend des Deutschen Wasserstoff-Verbands Unter Moderation des NOW-Geschäftsführers Dr. Klaus Bonhoff diskutieren Vertreter aus Politik und Wirtschaft beim Parlamentarischen Abend des Deutschen Wasserstoffverbands in der US-Botschaft in Berlin Entwicklungen in den Bereichen Klimaschutz und erneuerbare Energien dies- und jenseits des Atlantiks. Dabei heben die Teilnehmer die besondere Bedeutung von Wasserstoff und Brennstoffzelle als unabdingbare Bestandteilen einer wirtschaftlich erfolgreichen Energiewende hervor. Vertreter des Fuel Cell Technologies Office im Bundesministerium für Energie der USA (DoE) betonen, dass die deutsch-amerikanische Kooperation auch weiterhin ein entscheidendes Element für Forschung und Entwicklung darstellt. Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November 1 Dezember 11 Dr. Martin Lange, Vorstand Alstom Transport; Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im BMVI, und Wolfram Schwab, Technischer Leiter Alstom (v.l.n.r.), bei der Übergabe des Förderbescheids 12. November 2014 Brennstoffzellenantrieb ersetzt Diesellok Mit 7,9 Millionen Euro fördert das BMVI die Entwicklung einer neuen Schienenfahrzeuggeneration mit Brennstoffzellenantrieb der Firma Alstom. Damit können in naher Zukunft konventionelle Dieseltriebwagen auf nicht elektrifizierten Strecken durch energieeffizientere und kostengünstigere Loks mit Brennstoffzellenantrieb ersetzt werden. Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, übergibt den Förderbescheid und erklärt: »Im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms ist dies ein Pioniervorhaben — die erste Anwendung der Brennstoffzellentechnologie für den Verkehrsträger Schiene. Wenn es gelingt, den Nachweis der Alltags- und Einsatztauglichkeit der Technologie zu erbringen, haben wir eine echte emissionsfreie Antriebs-Alternative.« Entwickelt und gefertigt werden die Fahrzeuge im Kompetenzzentrum für Regionaltriebzüge von Alstom in Salzgitter. Im Anschluss gehen die Züge in den vier Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen in den regulären Fahrgastbetrieb. 42 / 43 NOW-MAGAZIN 11 18. November 2014 Online-Plattform Starterset Elektromobilität erleichtert Kommunen Einstieg in die Elektromobilität Mit dem offiziellen Launch des Online-Portals »Starterset Elektromobilität« steht Städten und Gemeinden eine digitale Hilfestellung zum Ausbau der Elektromobilität auf kommunaler Ebene zur Verfügung. Über die fünf Themenfelder ÖPNV, Individualverkehr, Gewerbeverkehr, Ladeinfrastruktur und Stadtentwicklung wird erklärt, wo und wie Elektromobilität auf der kommunalen Ebene zum Durchbruch verholfen werden kann. Ein interaktiver Maßnahmenkatalog bietet zusätzlich auf die Bedürfnisse des Nutzers zugeschnittene konkrete Handlungsempfehlungen und entsprechende Praxisbeispiele für den Ausbau der Elektromobilität vor Ort. Die Online-Plattform wurde im Auftrag des BMVI erstellt und von der NOW gemeinsam mit dem Städtebau-Institut der Universität Stuttgart, dem Fraunhofer-Institut IFAM und dem Deutschen Institut für Urbanistik erarbeitet. Januar Februar März April Mai Juni Juli August Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im BMVI, erklärt: »Städte und Gemeinden spielen eine Schlüsselrolle bei der Einführung der Elektromobilität. Sie sind insbesondere für die Gestaltung der städtebaulichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen zentrale Ansprechpartner und können die Integration der Elektromobilität wesentlich begünstigen und unterstützen. Mit dem Starterset bieten wir den Städten und Gemeinden konkrete Hilfestellungen und praktische Handlungsempfehlungen, um vor Ort einfacher auf Elektromobilität umsteigen zu können.« ≥ Mehr über das Starterset Elektromobilität erfahren Sie unter: www.starterset-elektromobilitaet.de September Oktober November Dezember 12 26. November 2014 Neue Wasserstofftankstellen für Nordrhein-Westfalen Zum Jahrestreffen des Netzwerks Wasserstoff und Brennstoffzelle NRW überreichen Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der NOW, Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, und Patrick Schnell, Vorsitzender der CEP, eine Karte des Landes Nordrhein-Westfalen mit den verzeichneten Tankstellen an den Klimaschutzminister Johannes Remmel. Bis Ende 2015 entstehen neue Standorte in Aachen, Düsseldorf, am Flughafen Köln/Bonn, am Westkreuz Köln, in Münster und in Wuppertal. Dort können zukünftig Brennstoffzellenfahrzeuge mit auf 700 bar komprimiertem Wasserstoff betankt werden. Die Tankstellen werden im Rahmen des 50-Tankstellen-Programms durch das NIP gefördert. Dr. Ewold Seeba, BMUB; Günter Elste, Hamburger HOCHBAHN; Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg; Rainer Bomba, Staatssekretär im BMVI, und Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg (v.l.n.r.) bei der Eröffnung der Innovationslinie 18. Dezember 2014 Innovationslinie 109 in Hamburg Die Innovationslinie 109 der Hamburger Hochbahn wird eröffnet. Um das Ziel zu erreichen, 2020 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge im Linienbetrieb der Hansestadt Hamburg einzusetzen, werden verschiedene innovative Antriebstechnologien auf ihre Zuverlässigkeit im täglichen Praxisbetrieb getestet. Neben einem Diesel-Hybridbus kommen zwei Brennstoffzellen-Hybridbusse zum Einsatz. Im alltäglichen Fahrgastbetrieb wird die Funktionalität der Antriebstechnologien erprobt und anschließend wissenschaftlich bewertet. Bis zu 20 Fahrzeuge gleichzeitig sind auf der Linie 109 täglich im Einsatz. 15.000 Fahrgäste werden so umweltfreundlich durch Hamburgs Innenstadt befördert. Das BMVI fördert die Innovationslinie im Rahmen des NIP und der Modellregionen Elektromobilität. 44 / 45 NOW-MAGAZIN »Brennstoffzelle wird massentauglich« Interview mit Dr. Klaus Bonhoff Bisher ist die Technik ein Nischenprodukt. Wird sich das ändern? In den letzten fünf bis zehn Jahren gab es schon Fortschritte. Die Technik funktioniert, und es gibt Heizungen und Autos mit Brennstoffzellen. Außerdem gibt es Tankstellen für Wasserstoff. Allerdings ist die Technologie im Vergleich zur bestehenden Technik noch zu teuer. Wir brauchen jedoch die Wasserstofftechnik, um unsere Klimaziele zu erreichen. Mittlerweile sind wir aber an der Schwelle zur Markteinführung angekommen. Und mit einer Industrialisierung der Technologie — mit hoher Stückzahl — können auch die Kosten reduziert werden. Die ersten Autos mit Brennstoffzellentechnik werden jetzt in Serie gebaut. Aus welchem Grund? ≥ Auf der Weltwasserstoffkonferenz (WHEC) in Korea blicken die Experten positiv in die Zukunft. Die Technologie ist ausgereift, jetzt müssen die Kosten sinken, sagt Brennstoffzellen-Experte Klaus Bonhoff im DW-Interview. Herr Bonhoff, aus Wasser lässt sich mit der Elektrolyse Wasserstoff gewinnen — und mit einer Brennstoffzelle daraus wiederum Strom und Wärme erzeugen. Warum hat diese Technologie solch eine große Bedeutung? Wasserstoff ist ein universeller Energieträger und kann bedeutend für die Energiewende sein. Er lässt sich speichern und mit erneuerbaren Energien erzeugen. In der Brennstoffzelle wandelt er die Energie effizient in Wärme und Strom um. Autos können Wasserstoff als Treibstoff nutzen und werden damit effizienter und die Emissionen weniger. Alle Analysen zeigen, dass die Batterietechnik alleine nicht ausreicht, um den breiten Kundenstamm im Verkehrsbereich zu bedienen. Deshalb sind Brennstoffzellen notwendig, die eine größere Reichweite haben als Batterien. Hyundai beliefert jetzt den ersten kommerziellen Kunden in Kalifornien mit Brennstoffzellenautos, andere Hersteller folgen in den nächsten ein, zwei Jahren. Bei Batterien gibt es aber auch sehr viel Dynamik: Sie werden immer günstiger. Wie sehen sie die beiden Speichertechniken im Vergleich? Für die Kurzzeitspeicherung brauchen wir Batterien. Für die Speicherung von Wind- und Solarenergie über längere Zeiträume und in größeren Mengen brauchen wir jedoch Wasserstoff. Hier müssen Strom- und Verkehrssektor zusammen betrachtet werden. Überschüssiger Strom kann für die Wasserstoffproduktion genutzt H2 (Wasserstoffspeicher) O2 (Sauerstoff) Brennstoffzelle H 2O Elektrolyse Wärme Wasserstoff: Ein Energieträger mit Zukunft H 2O werden. Das entlastet die Stromnetze, und gleichzeitig habe ich Wasserstoff für den Verkehr — und die Wasserstofftechnik wird schneller wirtschaftlich. Welche Länder investieren besonders in diese Technologie? Es gibt eine Handvoll Industrienationen, die wie Deutschland sehr intensiv Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie entwickeln, dazu gehören auch Japan und die USA. Korea, wo jetzt die Weltwasserstoffkonferenz stattfindet, hat eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Die größte Brennstoffzellenfirma ist koreanisch, und in Korea gibt es ein klares Bekenntnis zur Brennstoffzelle für stationäre Anwendungen aufgrund der hohen Effizienz und CO2-Einsparungspotenziale. Bei der Förderung ist sie gleichgestellt mit den erneuerbaren Energien. Wie sehen Sie die Entwicklung in den kommenden Jahren? Es ist sehr klar erkennbar, dass wir aus der Phase von Forschung und Entwicklung herauskommen und die Kommerzialisierung der Technologie beginnt. Autokonzerne, wie Hyundai und Toyota, bieten zum Beispiel Brennstoffzellenautos an; Daimler, BMW und Volkswagen beschäftigen sich sehr intensiv mit der Technik, und die Firma Viessmann startete jetzt mit dem Verkauf für Brennstoffzellenheizgeräte. 2020 wird man sehr klar erkennen, dass die Technologie massentauglich ist. Ab 2025 rechne ich damit, dass sie sich auch ohne öffentliche Unterstützung rentiert und durchsetzt. ≥ Das Interview führte Gero Rueter. 46 / 47 NOW-MAGAZIN Mit der Kraft des Wasserstoffs Februar 2014, Süddeutsche Zeitung Mehr Strom auf Kölner Straßen Mai 2014, auto.de Brandenburgs Polizei funkt ökologisch – Brennstoffzellen sollen gegen Stromausfall helfen Aus dem Auspuff kommt Wasserdampf – Mobilität in Stuttgart März 2014, Stuttgarter Zeitung März 2014, Der Tagesspiegel Sauberer ÖPNV – Wasserstoff statt Diesel Juli 2014, Westdeutscher Rundfunk Stadtwerke setzen auf Elektromobilität Mai 2014, Die Welt sse Pre l ge spie Auf dem Weg ins Wasserstoff-Zeitalter Februar 2014, Automobil Industrie Kostenlos Strom tanken – Anita Tack eröffnet neue Zapfsäule für E-Mobile Mai 2014, Potsdamer Neueste Nachrichten Workshop für mehr E-Fahrzeuge Mai 2014, Solinger Tageblatt NOW und Hydrogeit Verlag bringen neues Unterrichtsmaterial heraus – Mehr Wissen über Batterie und Brennstoffzelle Technik mit März 2014, Focus Online großem Potenzial – Gas aus Windstrom September 2014, WirtschaftsWoche Elektromobilität ist die Zukunft Brennstoffzelle: Das vernetzte Kraftwerk im Einfamilienhaus August 2014, Die Welt Landkreis will neue Ladestationen für Elektroräder prüfen – Neue Netzplattform des Bundes zur E-Mobilität November 2014, Potsdamer Neueste Nachrichten August 2014, Mitteldeutscher Rundfunk Umweltbewusst zu den Thüringer Sehenswürdigkeiten fahren Januar 2014, Thüringer Allgemeine Strom zu Gas – Neue Speichertechnologie im Praxistest Mai 2014, Die Welt Das eigene Kraftwerk im Keller Mai 2014, Wirtschaftswoche Gefördert durch: aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages KONTAKT NOW GmbH Fasanenstraße 5 10623 Berlin E-MAIL [email protected] TELEFON +49 30 311 61 16-00 INTERNET www.now-gmbh.de www.facebook.com/NOWGmbH Gestaltung: Sabine Zentek Druck: Druckhaus Berlin-Mitte GmbH Bildnachweis: Seite 02: Henning Schacht; Seite 18: NEDO; Seite 20: Europäische Kommission, DG Mobility and Transport; Seite 24/Seite 35 (oben)/Seite 37 (links)/Seite 43: BMVI; Seite 25: Britta Pohl; Seite 30/Seite 33 (unten)/Seite 38/Seite 39/Seite 40: CEP; Seite 34: WBZU/ZSW; alle anderen Bilder: NOW GmbH www.now-gmbh.de Die NOW koordiniert das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoffund Brennstoffzellentechnologie der Bundesregierung und die Modellregionen Elektromobilität des BMVI. Im Folgenden finden Sie sowohl detaillierte Informationen über die 2014 bewilligten Vorhaben als auch über die 2014 abgeschlossenen Projekte. NIP — BMWI / 002 V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT / 078 I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR / 004 II. NIP — WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG / 036 III. NIP — STATIONÄRE ENERGIEVERSORGUNG / 046 IV. NIP — SPEZIELLE MÄRKTE / 060 002 / 003 NOW — JAHRESBERICHT 2014 2014 WURDEN FOLGENDE PROJEKTE IM PROJEKTTITEL LAUFZEITBEGINN LAUFZEITENDE Low Cost BiP 01. Mai 2014 30. April 2017 Low Cost BiP 01. Mai 2014 30. April 2017 Low Cost BiP 01. Mai 2014 30. April 2017 Low Cost BiP 01. Mai 2014 30. April 2017 Low Cost BiP 01. Mai 2014 30. April 2017 Low Cost BiP 01. Mai 2014 30. April 2017 ALASKA 01. Dezember 2014 31. Mai 2017 ALASKA 01. Dezember 2014 31. Mai 2017 ALASKA 01. Dezember 2014 31. Mai 2017 ALASKA 01. August 2014 31. Mai 2017 EXTRAMEA 01. August 2014 31. Juli 2018 H2plus 01. August 2014 30. Juni 2015 Thermelin 01. Dezember 2014 30. November 2018 Thermelin 01. Dezember 2014 30. November 2018 Thermelin 01. Dezember 2014 30. November 2018 MCFC-Next 01. Juli 2014 30. Juni 2017 MCFC-Next 01. Juli 2014 30. Juni 2017 MCFC-Next 01. Juli 2014 28. Februar 2015 Erweiterung des Brennstoffzellentestfeldes 01. August 2014 31. Dezember 2017 FOSUS 01. Januar 2015 31. Dezember 2017 FOSUS 01. Januar 2015 31. Dezember 2017 FOSUS 01. Januar 2015 31. Dezember 2017 LPG-mKWK 01. Dezember 2014 31. Januar 2017 LPG-mKWK 01. Dezember 2014 31. Januar 2017 DemoHydra 01. Juli 2014 30. Juni 2017 LSSOFC 01. Oktober 2014 30. September 2017 PRECOAT 01. Januar 2015 31. Dezember 2017 PRECOAT 01. Januar 2015 31. Dezember 2017 PRECOAT 01. Januar 2015 31. Dezember 2017 BMWi-FÖRDERSCHWERPUNKT DES NIP BEWILLIGT: FÖRDERQUOTE [%] FÖRDERSUMME [€] Gräbener Maschinentechnik GmbH & Co. KG 42 358.194 VOLKSWAGEN AG 41 316.601 Zentrum für Brennstoffzellen-Technik GmbH 90 362.577 HARDO-Maschinenbaugesellschaft-mbH 41 36.793 Jowat AG 41 189.699 Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig 90 247.371 100 395.807 Daimler AG 35 276.961 MANN+HUMMEL Innenraumfilter GmbH & Co. KG 35 163.478 100 366.703 40 2.004.530 100 839.595 ElringKlinger AG 40 1.307.862 Viessmann Werke Allendorf GmbH 40 591.879 CeramTec GmbH 40 659.643 Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. 80 4.135.142 FuelCell Energy Solutions GmbH 48 874.538 Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. 80 4.135.142 100 1.190.029 SunFire GmbH 50 1.697.116 Vaillant GmbH 50 208.412 KERAFOL Keramische Folien GmbH 50 341.263 Primagas Energie GmbH & Co. KG 40 141.276 100 490.876 Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) 90 1.346.372 Robert Bosch GmbH 40 1.658.293 Zentrum für Brennstoffzellen-Technik GmbH 100 435.959 Gräbener Maschinentechnik GmbH & Co. KG 50 456.407 Hille & Müller GmbH 50 401.752 PARTNER Zentrum für Brennstoffzellen-Technik GmbH Forschungszentrum Jülich GmbH SolviCore GmbH & Co. KG Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) Zentrum für Brennstoffzellen-Technik GmbH 004 / 005 NOW — JAHRESBERICHT 2014 NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR H SÄMTLICHE PROJEKTE WERDEN AUF DEN FOLGENDEN SEITEN MIT I / 01 — I / 15, ABGESCHLOSSENE PROJEKTE MIT DEM SYMBOL GEKENNZEICHNET. 006 / 007 NOW — JAHRESBERICHT 2014 NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR Im Zentrum des Programmbereichs Verkehr und Infrastruktur stehen Forschung und Entwicklung sowie Demonstrationsaktivitäten in den Bereichen Antriebstechnologie und Wasserstoffinfrastruktur. Im Bereich Forschung und Entwicklung werden Gesamtantriebssysteme und Schlüsselkomponenten wie die Polymerelektrolyt-Brennstoffzelle (PEMFC) und der Wasserstoffspeicher untersucht. Hierbei stehen die Kosten- und Gewichtsreduktion, die Erhöhung von Lebensdauer und Wirkungsgrad sowie die Verbesserung von Zuverlässigkeit im Alltagsbetrieb im Vordergrund. Darüber hinaus wird die Entwicklung von Produktionsprozessen des Brennstoffzellensystems forciert, um entsprechende Fertigungskompetenz aufzubauen. Infrastrukturseitig wird in den verschiedenen Projekten ebenfalls die Kostensenkung und die Erhöhung der Zuverlässigkeit vorangetrieben sowie an der Einführung von Technologiestandards für Wasserstofftankstellen gearbeitet. Auch jenseits der Straße untersucht der Programmbereich Einsatzpotenziale der Brennstoffzelle, etwa in der Bordstromversorgung von Flugzeugen und als Antrieb im Schienenverkehr. Ein weiterer wichtiger Aspekt im Programmbereich Verkehr und Infrastruktur sind Demonstrationsprojekte zur Technologievalidierung unter Alltagsbedingungen und die Marktvorbereitung im Sinne der Kundenakzeptanz. Hierzu initiiert und koordiniert die NOW umfangreiche Begleitforschungsaktivitäten. Zudem werden wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge in umfassenden Verbundprojekten sowohl im Bereich Individualverkehr als auch im ÖPNV erprobt. Gleichzeitig wird im Rahmen des von der NOW koordinierten 50-TankstellenProgramms der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur vorangetrieben, um ein bundesweites Grundversorgungsnetz an Wasserstofftankstellen herzustellen. SPEZIELLE MÄRKTE I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR QUERSCHNITTSTHEMEN INNOVATIVE ANTRIEBSTECHNOLOGIEN 2 % 2 % 12 % NIP — STATISTIK: ANTEILE NACH ANWENDUNGSSEKTOREN (STAND: DEZEMBER 2014 *) STATIONÄR HAUSENERGIE 61 % 12 % 8 % STATIONÄR INDUSTRIE VERKEHR UND INFRASTRUKTUR 3 % WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR: VERTEILUNG NACH ANWENDUNGSBEREICHEN 6 % 1 % 3 % 2 % Clean Energy Partnership Demonstrationsvorbereitung (STAND: DEZEMBER 2014) Einzelprojekte 43 % Luftfahrt Schiene 45 % * Die Grafik umfasst Projekte in Planung bei NOW, in Bearbeitung bei PtJ, UIA (unverbindliche Inaussichtstellung) sowie bewilligte Projekte. Studien 008 / 009 NOW — JAHRESBERICHT 2014 » Clean Energy Partnership — Saubere Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzelle « I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR 010 / 011 NOW — JAHRESBERICHT 2014 CLEAN ENERGY PARTNERSHIP (CEP) — SAUBERE MOBILITÄT MIT WASSERSTOFF UND BRENNSTOFFZELLE Um die Energiewende weiter voranzutreiben und unabhängig von schwindenden Ressourcen zu sein, ist die Nachfrage nach alternativen Antriebstechnologien und erneuerbaren Energien größer denn je. Ein wichtiger Bestandteil ist die Erforschung von alternativen Treibstoffen, um die Reduktion der Treibhausgase zu gewährleisten. Seit 2002 erprobt die Clean Energy Partnership als gemeinsame Initiative von Politik und Industrie die Alltagstauglichkeit von Wasserstoff als Kraftstoff. Seit 2008 ist die CEP ein Leuchtturmprojekt des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) im Bereich Wasserstoffmobilität und mittlerweile das bedeutendste Demonstrationsprojekt in diesem Bereich in Europa. Wird der Wasserstoff nachhaltig produziert, ermöglicht die Brennstoffzelle eine nahezu emissionsfreie Mobilität mit einer Reichweite, die mit der von Diesel- oder Benzinmotoren vergleichbar ist. In der CEP steht aber nicht nur der Einsatz von Wasserstoff im Fahrzeug im Fokus — gemeinsam werden Lösungen für eine nachhaltige Produktion des Kraftstoffs und der Ausbau des Infrastrukturnetzes angestrebt. Derzeit befindet sich die CEP in ihrer letzten Projektphase, die 2016 mit dem Beginn des Markthochlaufs enden soll. Mit den Modellen Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL, Ford Focus Brennstoffzelle, Honda FCX Clarity, Hyundai ix35 Fuel Cell, Toyota FCHV-adv, Opel HydroGen4, VW Tiguan HyMotion und Audi Q5 HFC hat der Fuhrpark der CEP mit mehr als 100 Demonstrationsfahrzeugen eine beachtliche Größe erreicht. Die Fahrzeuge werden seit mehreren Jahren im täglichen Straßenverkehr erprobt — und das ohne nennenswerte Zwischenfälle. Auch der ÖPNV kann sich mit seiner Anzahl von Wasserstoffbussen sehen lassen: Seit März 2014 setzen die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) neue Busse mit Brennstoffzellen im Linienbetrieb ein. Die Hamburger HOCHBAHN stellte Ende 2014 zwei neue Wasserstoffbusse von Solaris der breiten Öffentlichkeit vor, die in der Hansestadt auf der neuen Innovationslinie fahren werden. H AUSBAU DER WASSERSTOFFINFRASTRUKTUR Mit dem 50-Tankstellen-Programm vereinbarten die CEP-Partner Daimler, Linde, Air Liquide und Total mit der Unterstützung der Bundesregierung den Aufbau von 50 Tankstellen bis Ende 2015 in Deutschland. Koordiniert wird der Ausbau von der NOW. Im Mai und September 2014 eröffnete die CEP mit Katherina Reiche (MdB), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister, die ersten beiden Tankstellen aus dem Programm: Eine am künftigen Hauptstadtflughafen BER und eine andere in der Berliner City West in der Jafféstraße. Beide Stationen sind Multi-EnergieTankstellen von Total, die ein reiches Angebot an unterschiedlichen Kraftstoffen offerieren. Staatssekretärin Reiche betonte: »Die Entwicklung alternativer Antriebe steht für die Bundesregierung weiterhin oben auf der Agenda: Unser Ziel ist es, sukzessive ein flächendeckendes Versorgungsnetz für Elektromobilität aufzubauen — sowohl für wasserstoff- bzw. brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge als auch für batteriebetriebene Fahrzeuge. Die Energiewende braucht viele starke Partner. Ich freue mich über das Bekenntnis der Unternehmen, sich mit Expertise, Investitionen und großem Engagement einzubringen!« Für den Infrastrukturausbau in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erstellte die CEP im Herbst 2014 Standortkarten der künftigen Tankstellen und übergab diese anlässlich der Fachmesse für neue Mobilität und Energie »WORLD OF ENERGY SOLUTIONS« in Stuttgart an Umweltminister Franz Untersteller sowie einen Monat später auf dem Jahrestreffen des Netzwerks Wasserstoff und Brennstoffzelle NRW an den Klimaschutzminister Johannes Remmel. I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR Für einen erfolgreichen Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur benötigt die CEP starke Partner. Seit 2014 sind Bohlen & Doyen, die Westfalen Gruppe sowie OMV neue Mitglieder der CEP. Der Beitrag von Bohlen & Doyen wird eine mobile Wasserstofftankstelle sein, die 2015 ihren Betrieb aufnehmen soll. Den Anfang bei der Westfalen Gruppe macht eine Großtankstelle in Münster. Sie wird 2015 mit Wasserstoffzapfsäulen für PKW und Busse ausgestattet. OMV plant zunächst drei Wasserstofftankstellen in Bayern. MEHR INFORMATIONEN FÜR PUBLIZISTEN — CEP-VERLAGSBEILAGE IM »JOURNALIST« UND »WIRTSCHAFTSJOURNALIST« Oftmals geben Journalisten das Themenfeld Wasserstoff nur in Teilaspekten wieder. Die CEP-Partner haben gemeinsam eine Verlagsbeilage verfasst, in der Zusammenhänge der Wasserstoffwirtschaft ganzheitlich dargestellt werden und die Journalisten als Informationsgrundlage dient. Diese Verlagsbeilage wurde in den Fachpublikationen »Journalist« (Ausgabe 10/14) und »Wirtschaftsjournalist« (Ausgabe 12/14) veröffentlicht. NEUE ZIELGRUPPENERSCHLIESSUNG — DIE CEP CAMPUS DAYS Um auch die Ingenieure und Maschinenbauer der nächsten Generation für die Wasserstofftechnik zu begeistern, fanden 2014 erstmals die CEP Campus Days an den Hochschulen TU Chemnitz, Ostwestfalen-Lippe und RWTH Aachen statt. In den Vorlesungen der CEP stehen die Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen, der Status des Tankstellenaufbaus sowie die Fahrzeugtechnik im Fokus. Die Veranstaltungen hatten großen Zulauf von Teilnehmern und regionalen Pressevertretern, sodass die CEP an diesem erfolgreichen Konzept anknüpfen und die CEP Campus Days 2015 fortsetzen wird. Mehr Informationen zur CEP finden Sie unter www.cleanenergypartnership.de 012 / 013 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR 014 / 015 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I / 0 1 » HYTRUSTPLUS — SOZIALWISSENSCHAFTLICHE BEGLEITSTUDIE ZUM NATIONALEN INNOVATIONSPROGRAMM WASSERSTOFF- UND BRENNSTOFFZELLENTECHNOLOGIE « Die ersten Brennstoffzellenfahrzeuge gehen in Kürze in den Verkauf, ein zentraler Schritt in die Wasserstoffmobilität steht bevor. Pilotprojekte verbinden verstärkt erneuerbare Energien und Wasserstoffökonomie, u. a. im Bereich Energiespeicherung. Aber die Infrastruktur wie auch breite Bevölkerungsteile und relevante Stakeholder sind noch nicht ausreichend auf diesen Schritt vorbereitet. Deshalb bezieht das Forschungsprojekt HyTrustPlus Ideen, Erwartungen und Gestaltungspotenziale gesellschaftlicher Akteure aktiv in den Aufbau der Wasserstoffökonomie ein. Dadurch soll der technologische Systemwechsel zur Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie konzeptionell vorbereitet und aktiv gestaltet werden. Zur Umsetzung der beabsichtigten breiten Beteiligung gesellschaftlicher Akteure hat sich das Projekt insbesondere zwei Ziele gesetzt: ≥ Schaffung eines gesellschaftlichen Themenbewusstseins zur Wasserstoffmobilität und -ökonomie sowie Leistung der notwendigen Aufklärungsarbeit Die Ergebnisse des Projekts sollen bei der Bevölkerung allgemein den Kenntnisstand verbessern. Zudem sollen spezifische Zielgruppen aktiv in die Entwicklung einbezogen werden. Nach konzeptionellen Vorarbeiten wurde inzwischen mit der Identifikation einer Pilotregion begonnen. Außerdem wurden im Rahmen erster Experteninterviews Erfahrungen aus Pilotprojekten der Wasserstoffökonomie erhoben, um Treiber und Hemmnisse für weitere branchenübergreifende Kooperationen zu identifizieren. Erste Zwischenergebnisse sind im März 2015 verfügbar. Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie unter: www.hytrustplus.de ≥ Entwicklung von Geschäfts- und Beteiligungsmodellen für relevante Stakeholder aus Industrie, Politik, Verbänden sowie aus der lokalen Zivilgesellschaft PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) GmbH 1.242.086 1.242.086 LAUFZEITBEGINN: 01. September 2014 LAUFZEITENDE: 31. Dezember 2016 » Die Pilotprojekte verbinden verstärkt erneuerbare Energien und Wasserstoffökonomie, u. a. im Bereich Energiespeicherung. « I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR I / 02 » BEGLEITFORSCHUNG 50-WASSERSTOFF-TANKSTELLEN-PROGRAMM « In Deutschland sollen bis Ende 2015 insgesamt 50 Wasserstofftankstellen errichtet und in Betrieb sein. Das Forschungsprojekt begleitet den Betrieb der bestehenden 15 Standorte sowie den Aufbau und Betrieb der nächsten 35 Tankstellen und der dazugehörigen Versorgungsinfrastrukturen wissenschaftlich. Das Begleitforschungsprojekt soll basierend auf den konkreten Erfahrungen aus Aufbau und Betrieb Ansätze für eine technologische Weiterentwicklung aufzeigen. Es behandelt dabei ein breites Untersuchungsfeld, das ökologische, wirtschaftliche und technologische Aspekte von Wasserstofftankstellen genauso beinhaltet wie deren Akzeptanz bei Nutzern und Betreibern. Regulatorische und energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen für deren Errichtung und Betrieb sowie volkswirtschaftliche Impulse entlang der Wertschöpfungskette sind ebenfalls Untersuchungsgegenstand. Durch die Arbeit des Projektkonsortiums und die damit verbundene Vernetzung aller relevanten Akteure beim Auf- und Ausbau des Wasserstofftankstellennetzes werden Optimierungspotenziale unterschiedlichster Couleur identifiziert und für den zukünftigen weiteren Tankstellenausbau erschlossen. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH 1.054.942 1.054.942 LAUFZEITBEGINN: 01. November 2014 LAUFZEITENDE: 31. Dezember 2016 ZIELE UND DIMENSIONEN DER BEGLEITFORSCHUNG Tankstellenbetrieb ≥ Betriebsdaten ≥ Betriebserfahrungen Randbedingungen ≥ Genehmigungsrecht ≥ Energiewirtschaft Begleitforschung ≥ Akzeptanz bei Nutzern, Betreibern und Bedienpersonal ≥ Verbesserungspotenzial bei den eingesetzten Technologien ≥ Weitere Verringerung der Treibhausgasemissionen ≥ Erhöhte Wirtschaftlichkeit bei Errichtung, Betrieb und Wasserstoffherstellung; optimierte Ausbaustrategie des Tankstellennetzes ≥ Weiterentwicklung des regulatorischen und energiewirtschaftlichen Umfelds ≥ Unterstützung der nationalen Wertschöpfungskette ≥ Vernetzung aller relevanten Akteure Ziel ≥ Praxistauglichkeit der Tankstellentechnologie ≥ Marktreife für eine kommerzielle Einführung 016 / 017 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR 018 / 019 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I / 03 » WASSERSTOFFTANKSTELLENVERSORGUNG MIT PEM-ELEKTROLYSE « Das Forschungsvorhaben hat zum Ziel, eine Wasserstofftankstelle mit einer innovativen PEM-Wasserstoffelektrolyse auszustatten und diese im Rahmen eines ein- bis zweijährigen Betriebs zu erproben. Um anschaulich demonstrieren zu können, wie aus Überschüssen fluktuierenden Wind- bzw. Solarstroms Wasserstoff als Treibstoff für Kraftfahrzeuge gewonnen werden kann, soll die Anlage mit einer Leistung von 100 kW bis 300 kW möglichst mit Lastprofilen regenerativ erzeugten Stroms betrieben werden. Dieses Projekt stellt einen Zusatzantrag für eine von Air Liquide zu errichtende Tankstelle dar. Die ausgewählte Wasserstofftankstelle soll im Rahmen des beantragten Vorhabens erweitert werden, sodass der Wasserstoffbedarf über die dynamische Siemens PEM-Elektrolyse gedeckt werden kann. Siemens verantwortet die Montage und die Inbetriebnahme der Elektrolyseanlage, eine technisch-wissenschaftliche Betreuung sowie Wartungs- und Servicearbeiten an der Elektrolyseanlage. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Siemens AG 857.056 411.387 LAUFZEITBEGINN: 01. August 2014 LAUFZEITENDE: 30. Juni 2016 » Die ausgewählte Wasserstofftankstelle soll im Rahmen des beantragten Vorhabens erweitert werden, sodass der Wasserstoffbedarf über die dynamische Siemens PEMElektrolyse gedeckt werden kann. « I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR SILYZER 100 Elektrolyse-System (hier am Innovationszentrum Kohle am RWE-Kraftwerksstandort Niederaußem) 020 / 021 NOW — JAHRESBERICHT 2014 REHAU Typ IV Druckspeicherkonzept für komprimierten Wasserstoff bei 700 bar I / 04 » ALTHYPTANK — UNTERSUCHUNG EINES ALTERNATIVEN VERFAHRENS ZUR HERSTELLUNG VON WASSERSTOFFDRUCKTANKS « REHAU ist kompetenter Kunststoffverarbeiter mit innovativen Lösungen für die Bau-, Möbel- und Automobilindustrie. Eines der langfristigen Ziele des Unternehmens ist die Entwicklung eines faserverstärkten Druckbehälters für die Speicherung von Wasserstoff bei 700 bar. Bisher werden diese Behälter im Nasswickelverfahren hergestellt. REHAU verfolgt einen hoch innovativen Ansatz, bei dem die Armierung in einem alternativen Verfahren gefertigt wird. Dieses bietet vor allem Vorteile in Form einer Steigerung der Fasereffizienz und einer Verkürzung der Zykluszeiten. Zudem stellt dieser Prozess sicher, dass die Bauteile mit einer konstant hohen Qualität in großen Stückzahlen gefertigt werden können. Letztendlich sollen so die heute noch sehr hohen Herstellkosten für faserverstärkte Druckbehälter in Zukunft signifikant gesenkt werden. Das angedachte Verfahren wird im Rahmen des Vorhabens grundlegend auf seine Tauglichkeit für die Herstellung von Hochdrucktanks untersucht. Hierbei werden die prozesstechnischen Einflussgrößen anhand geeigneter Versuchsanlagen experimentell untersucht. Zum besseren Verständnis werden dazu parallel numerische Simulationen zur Bauteilauslegung sowie Modellierungen des Fertigungsprozesses durchgeführt. Um Eingangsgrößen für die Simulationen des komplexen Bauteils zu generieren, werden die in diesem Verfahren entstehenden Faser-Kunststoff-Verbunde vorab in umfangreichen Untersuchungen charakterisiert. An gefertigten Demonstrationsbauteilen wird letztlich die mit diesem neuen Verfahren erzielbare Bauteilperformance nach einschlägigen EG-Richtlinien geprüft. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: REHAU AG + Co 2.611.722 1.253.627 LAUFZEITBEGINN: 01. Oktober 2014 LAUFZEITENDE: 30. November 2016 I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR I / 0 5 » MASSENFERTIGUNG VON MEMBRANELEKTRODENEINHEITEN (MEA): TECHNOLOGIEN ZUR (MASSEN)-MARKTEINFÜHRUNG — MAS-TECH « Der Weg von der Markteinführung bis zur Etablierung eines Massenmarktes von PEM-Brennstoffzellensystemen wird zunehmend von der Kostenfrage dominiert. Ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Marktpenetration von Brennstoffzellensystemen ist deshalb die Etablierung kostengünstiger und stabiler Fertigungsverfahren. Das wesentliche Ziel des Projektvorhabens MAS-TECH ist es, die bestehende Technologieplattform bei Solvicore durch weitere kostensenkende Elemente zu ergänzen und somit die Gesamtherstellkosten weiter zu senken. Solvicore verfolgt im Rahmen des Projekts folgende Ziele zur Hebung weiterer Kosteneinsparpotenziale: ≥ Eine weitere Kostenreduktion geschieht durch Wegfall oder überdurchschnittliche Verbesserung von Prozessschritten sowie durch die Erprobung und Einführung von verbesserten Qualitätskontrollsystemen. ≥ Schließlich wird durch die Entwicklung eines automatisierten Rolle-zu-Rolle-Assemblier-Prozesses zusammen mit deutschen Kompetenzpartnern eine weitere Steigerung der Effektivität realisiert. Das Projekt schafft somit eine kostenoptimierte Technologieplattform für die Etablierung einer international wettbewerbsfähigen kompletten MEA-Produktion und stärkt damit den Industriestandort Deutschland. ≥ Die Prozesskette wird mit ausgewählten automatisierten In-line-Kontrollsystemen ausgestattet. Diese werden im Projektrahmen entwickelt und mit dem Ziel implementiert, die Taktzeit zu erhöhen und die Ausschussraten zu minimieren. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Solvicore GmbH & Co. KG 648.200 311.136 LAUFZEITBEGINN: 01. Juli 2014 LAUFZEITENDE: 30. September 2016 » Ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Marktpenetration von Brennstoffzellensystemen ist deshalb die Etablierung kostengünstiger und stabiler Fertigungsverfahren. « 022 / 023 NOW — JAHRESBERICHT 2014 » Im Unterschied zum Automobil bietet die Infrastruktur im Schienenverkehr zudem einen großen Vorteil: Mit einer zentral errichteten Tankstelle kann man den Bedarf eines Streckennetzes im Regionalverkehr komplett abdecken, ein engmaschiges Tankstellennetz ist nicht erforderlich. « I / 0 6 » BETHY — ENTWICKLUNG EINER NEUEN TRIEBZUGGENERATION MIT LOKAL EMISSIONSFREIEM ANTRIEB FÜR NICHT ELEKTRIFIZIERTE STRECKEN « Der Schienenverkehr gewinnt seit Jahren an Bedeutung: Immer mehr Menschen entdecken die Bahn als Mobilitätsalternative. Weltweit wird das Schienennetz ausgebaut und erneuert. So fahren immer mehr komfortable Züge im Nah- sowie im Fernverkehr. In Ballungsgebieten und Mega-Cities sind leistungsfähige Bahnsysteme die einzige Chance, dem hohen Verkehrsaufkommen gerecht zu werden. Gerade hier kann dem Einsatz von lokal emissionsfreien Zügen auch auf nicht elektrifizierten Strecken zukünftig eine wichtige Rolle für umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität zukommen. Im Unterschied zum Automobil bietet die Infrastruktur im Schienenverkehr zudem einen großen Vorteil: Mit einer zentral errichteten Tankstelle kann man den Bedarf eines Streckennetzes im Regionalverkehr komplett abdecken, ein engmaschiges Tankstellennetz ist nicht erforderlich. Diesen Vorteil macht sich Alstom zunutze: Mit der Entwicklung der weltweit ersten lokal emissionsfreien Zuggeneration für den regulären Fahrgastbetrieb auf nicht elektrifizierten Strecken stellt das Unternehmen die Weichen für eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Dieseltriebzügen. Die Züge bieten eine höhere Energieeffizienz sowie geringere Energiekosten und werden im Kompetenzzentrum für Regionaltriebzüge von Alstom in Salzgitter entwickelt. Dabei wird das Unternehmen bei der Technologieentwicklung durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart unterstützt. Die vier Bundesländer bzw. die vor Ort tätigen Verkehrsorganisationen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen konnten ebenfalls für das Projekt gewonnen werden und haben dafür Absichtserklärungen über die Bestellung von Zügen unterzeichnet. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: ALSTOM Transport Deutschland GmbH 19.972.025 7.988.810 LAUFZEITBEGINN: 01. September 2013 LAUFZEITENDE: 30. Juni 2016 » ENTWICKLUNGSPROJEKT WASSERSTOFFDOSIERVENTIL FÜR DIE ANODENGASVERSORGUNG ERFOLGREICH ABGESCHLOSSEN: BOSCH ENTWICKELT MASSGESCHNEIDERTE WASSERSTOFFEINSPRITZUNG FÜR AUTOS — ERSTMALS KOMPAKTERES, LEICHTERES UND EFFIZIENTERES MODUL FÜR DEN EINSATZ IM AUTO « Die Brennstoffzelle gehört zu den vielversprechendsten Technologien für eine künftige emissionsfreie Mobilität. Eine besondere Rolle kommt auch bei dieser Technologie der Kraftstoffeinspritzung zu: Ausgefeilte Dosierventile versorgen die Zelle mit Wasserstoff. Bosch hat diese wichtige Komponente der Brennstoffzelle nun von Grund auf neu entwickelt und für den Einsatz im Auto kompakter, leichter und deutlich effizienter gemacht. Die Entwicklung der fortschrittlichen Komponenten wurde vom Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages mit sechs Millionen Euro gefördert. Am Ende des fünfjährigen Entwicklungsprozesses steht eine ganze Serie magnetisch betätigter Wasserstoffventile. Diese sind bereits jetzt schon für zahlreiche Varianten aktueller Brennstoffzellensysteme geeignet. Die Bosch-Ingenieure legten bei der Entwicklung ein besonderes Augenmerk darauf, dass die Komponenten auch wirtschaftlich in Serie gefertigt werden können. »Wir sind auf eine rasche Markteinführung vorbereitet«, sagt Hubert Stier, Leiter des Projekts bei der Robert Bosch GmbH. Bei der Komponentenherstellung berücksichtigt Bosch, dass Wasserstoff besonders flüchtig ist und sogar in Stahl eindringen kann. Deshalb entwickelte das Unternehmen, zum Teil in Zusammenarbeit mit seinen Zulieferunternehmen, verbesserte Herstellungsverfahren in den Bereichen Umformen, Laserschweißen und Vulkanisieren. Vom Industrieprodukt zur Automotive-Komponente Damit die Brennstoffzellentechnologie ihr großes Potenzial für die Mobilität der Zukunft entfalten kann, muss sie zuverlässig, sicher und kostengünstig sein. Industrie und Forschung haben sich primär auf die Entwicklung und Verbesserung der Brennstoffzelle selbst fokussiert und substanzielle Vereinfachungen in der Architektur erreicht. In der Brennstoffzellenperipherie, etwa zur Dosierung des Wasserstoffs, wurden jedoch häufig Industrieprodukte oder modifizierte Komponenten aus vorhandenen Automotive-Anwendungen eingesetzt, wie Erdgaseinspritzventile. »Für die Serieneinführung von Brennstoffzellensystemen sind diese Teile weder technisch noch wirtschaftlich geeignet. Sie sind zu groß und zu schwer, verbrauchen zu viel Strom oder sind nicht auf die spezifischen Eigenschaften von Wasserstoff ausgelegt. Zudem erfüllen sie nicht die funktionale Sicherheit, die bei Automotive-Komponenten gefordert wird«, so Stier. Als einer der ersten Schritte baute Bosch im Entwicklungszentrum in Schwieberdingen ein Brennstoffzellenlabor sowie einen Prüfstand für ein 5-kW-Brennstoffzellensystem auf. Mit dessen Hilfe wählte das Projektteam die Werkstoffe und Komponenten für die Ventile aus und optimierte das Zusammenspiel der Komponenten samt Steuerung und Regelung. Weitere Forschungsschwerpunkte waren u. a. das tribologische System in Wasserstoff, die Wasserstoffversprödung in Stählen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Fertigungsverfahren sowie die Simulation hoch dynamischer Gasströmungen zur Geometrieauslegung für Wasserstoff. Ziel dieser Forschungen war es, die Robustheit, Zuverlässigkeit und Sicherheit der Ventile im Kfz-Umfeld und über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs sicherzustellen. Wichtiger Beitrag der Förderungen Innerhalb des öffentlich geförderten Entwicklungsprojekts NIP hat die Robert Bosch GmbH damit ein technisch ausgereiftes und wirtschaftlich zu produzierendes Wasserstoffdosierventil (auch Hydrogen Gas Injector — HGI) für die Anodengasversorgung von Brennstoffzellensystemen in Kraftfahrzeugen entwickelt. Das Forschungsprojekt startete Anfang August 2008 und wurde von dem Entwicklerteam noch vor Ablauf des geplanten Projektendes erfolgreich am 31. Dezember 2013 abgeschlossen. »Die Förderung war notwendig, um diese wichtige Komponente komplett neu entwickeln zu können. Dieses Ventil vereinfacht für alle Hersteller den Aufbau von Brennstoffzellensystemen«, sagt Stier. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Robert Bosch GmbH 12.503.264 6.001.567 LAUFZEITBEGINN: 01. August 2008 LAUFZEITENDE: 30. Juni 2014 I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR I / 07 024 / 025 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I / 0 8 » BRIST — BRENNSTOFFZELLE, INTEGRATION UND SYSTEMTEST « Ziel des Projekts war es, die Technologiereife eines multifunktionalen Brennstoffzellensystems zu erhöhen und somit einen zukünftigen Einbau in Verke h r s f l u g z e u g e n v o r z u b e re i t e n . A u s S i c h t d e r Förderprojektpartner entsteht mit diesem System für die Energiebereitstellung eine emissionsfreie Alternative zu den bestehenden Lösungen auf Basis von Turbinen (APU). Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass das Arbeitsprinzip der Brennstoffzelle neben Strom weitere Nebenprodukte erzeugt, die für eine Nutzung an Bord geeignet sind. Das anfallende Wasser kann dem Brauchwasservorrat zugeführt, die sauerstoffarme Abluft zur Absenkung des Sauerstoffgehalts in Treibstofftanks oder Frachträumen (Inertisierung) eingesetzt und die Abwärme zur Verhinderung von Eisbildung genutzt werden. Das Konsortium im Projekt bestand zum einen aus Firmen, die in ihrem jeweiligen Bereich zu den Marktführern zählen, und zum anderen aus wissenschaftlichen Einrichtungen, deren Einbindung das Verständnis für die Technologie selbst steigert, aber auch neue Impulse, Verfahren und Ideen erzeugt. Der Verlauf der Arbeiten hat diesen Ansatz bestätigt, da sich immer wieder gezeigt hat, dass ursprüngliche Ansätze adaptiert werden mussten. Die hohe Komplexität eines multifunktionalen Systems wird insbesondere dadurch begründet, dass sich Anforderungen teilweise widersprechen. So ist für eine anforderungskonforme elektrische Leistung und Dynamik ein hoher Luftüberschuss (Stöchiometrie) von Vorteil, während bei der genannten Inertisierungsfunktion möglichst geringe Luftzahlen gefordert werden, da nur so der Sauerstoffanteil in den betroffenen Räumen ausreichend gesenkt werden kann. Um sowohl Erfahrungen mit dem Verhalten eines solchen Systems zu gewinnen, aber auch um Komponenten testen zu können, wurde in Hamburg das Fuel Cell Test Center (FCTC) aufgebaut. Neben der Flexibilität zur Einbindung neuer Komponenten, z. B. Wasserabscheider von AOA oder Leistungselektronik von EADSIW, war das Systemverhalten unter flugzeugrelevanten Bedingungen zu testen. Der Aufbau des Tanksimulators war so ausgelegt, dass mittels einer Vakuumpumpe die Druckbedingungen in einem Flugzeugtank auf Reiseflughöhe nachgestellt werden konnten. Mittels Laborversuchen wurde gezeigt, dass es Rückwirkungen zwischen Brennstoffzelle und Fuel Tank Inerting System (FTIS) gibt, diese aber durch eine geeignete Auslegung des Gesamtsystems minimiert werden können. Zum Projektende stand ein Laboraufbau zur Verfügung, der autonom die relevanten Aspekte einer Flugmission abbilden und somit die geplante Betriebsweise im Flugzeug nachstellen konnte. Das Projekt BRIST hat allen Beteiligten neue Erkenntnisse gebracht und zu einem Wissensaufbau hinsichtlich der Einsetzbarkeit eines Brennstoffzellensystems in der Luftfahrt geführt. Dadurch werden diese Partner in die Lage versetzt, die Industrialisierung voranzutreiben und neue Produkte zu entwickeln. Eine Markteinführung führt zu neuen Arbeitsplätzen, und der technologische Fortschritt stärkt die Marktposition. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Airbus Operations GmbH AOA Apparatebau Gauting GmbH Berner & Mattner Systemtechnik GmbH Diehl Aerospace GmbH Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) Airbus Group Innovations 6.905.900 1.687.522 1.277.407 550.089 1.348.396 3.500.516 3.314.832 810.010 613.156 264.043 647.230 1.680.248 LAUFZEITBEGINN: 01. Januar 2010 LAUFZEITENDE: 31. Dezember 2014 » HEAVY-DUTY-BRENNSTOFFZELLENSYSTEM DER DRITTEN GENERATION FÜR DIE ANWENDUNG IM BUS/NABUZ PRE-COMMERCIAL « Als Teil des Gesamtvorhabens NaBuZ (Nachhaltige Bussysteme der Zukunft) verfolgt NuCellSys gemeinsam mit EvoBus das Ziel, das PKW-Brennstoffzellensystem der neuesten Generation in Form eines sogenannten Doppelsystems auf dessen Anwendungspotenzial als serientauglicher Brennstoffzellenantriebstrang in einem Stadtbus darzustellen. Durch die Kombination zweier Brennstoffzellensysteme zu einem Doppelsystem stehen die Entwicklung einer Betriebsstrategie für das Doppelsystem, aufbauend auf der Betriebsstrategie der Einzelsysteme, sowie die Anpassung wichtiger Komponenten an das erhöhte Spannungsniveau und die erhöhten Lebensdaueranforderungen im Vordergrund. Alle Projektergebnisse werden zum einen für die Entwicklung nachfolgender, noch effizienterer Brennstoffzellensystemgenerationen verwertet, zum anderen werden sie Eingang in die Fahrzeugentwicklung von Stadtbussen mit Brennstoffzellenantrieb finden. Damit wird sichergestellt, dass die wirtschaftliche Verwertung der Projektergebnisse über den Verkauf von Fahrzeugen erfolgen kann. Die wissenschaftlichen und technischen Ergebnisse, die aus dem Projekt gewonnen werden, fließen in die Entwicklung zukünftiger Stadtbusse mit Brennstoffzellenantrieb ein. Folgende Ziele des Vorhabens wurden definiert: ≥ Aufbau eines Dual-BZ-Prüfstands mit Integration eines Dual-BZ-Systems ≥ Konzeptuntersuchung und Entwicklung der Leistungsschnittstelle zwischen Brennstoffzellensystem und Hybridsystem mit unterschiedlichen Spannungslagen ≥ Entwicklung und Verifikation einer Betriebsführungsstrategie für das Dual-BZ-System sowie das Powermanagement und Regelung der entwickelten Leistungselektronik ≥ Optimierung und Nachweis geeigneter BZ-Systemkomponenten (Befeuchter und Luftversorgung) für 12.000 Stunden Betrieb ≥ Bauraumuntersuchung und Packaging eines DualBZ-Systems für die Integration in einen Citaro Solobus und Gelenkzug unter Berücksichtigung von Serviceund Wartungsaspekten ≥ Aufbau einer Hochvolttestumgebung für die Verifikation der entwickelten Leistungselektroniken (DC/DCWandler) ≥ Testbetrieb und Dauerlauf am Busprüfstand Aufgrund der Notwendigkeit einer geeigneten Testumgebung für die zukünftige BZ-Bus-Applikation aus zwei PKW-Systemen, wurde innerhalb des Vorhabens ein Bus-Dual-Teststand geplant aufgebaut und mit zwei BZ-Systemen in Betrieb genommen. Parallel dazu wurden die notwendigen busspezifischen Komponenten wie DC/DC-Wandler, Dual Fuel Cell Controller sowie die Softwarebetriebsführung entwickelt und verifiziert. Dies wurde in einem eigens dafür umgesetzten HVHardware-In-the-Loop-Prüfstand realisiert. Dabei standen die Steuerung und Regelung der neu entwickelten Leistungselektronik im Vordergrund. In einem zweiten Schritt wurde die entwickelte und verifizierte Soft- und Hardware in den realen BZ-Prüfstand eingebaut und funktional getestet. Hier wurden erste Erkenntnisse bezüglich des dynamischen Verhaltens des DC/DC-Wandlers in Kombination mit dem hoch dynamischen Verhalten des elektrischen Turboladers des BZ-Systems gewonnen. Eine Besonderheit des neu entwickelten DC/DC-Wandlers liegt in der galvanisch getrennten Ausführung für eine BZ-Leistung bis 100 kW. Die galvanische Trennung ist erforderlich, um die geringere BZ-Spannung von der höheren Bustraktionsspannung sicher zu trennen und den Gesamtisolationswiderstand des Fahrzeugs im spezifizierten Bereich, vor allem beim Einsatz eines DualBZ-Systems in Parallelschaltung, zu halten. Die Entwicklung des DC/DC-Wandlers wurde in zwei Schritten umgesetzt. Der erste Schritt war ein Labormuster, welches relativ kostengünstig entwickelt und für den Konzeptnachweis im Prüfstand eingesetzt wurde. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden in die Spezifikation des A-Muster-DC/DC-Wandlers eingearbeitet. Der zum Projektende gelieferte A-Muster-Wandler hat einen deutlich höheren Reifegrad und bildet die Basis für die angestrebte Serienentwicklung. I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR I / 0 9 026 / 027 NOW — JAHRESBERICHT 2014 Weiter wurden intensive Einbauuntersuchungen im Bus-Hinterwagen für das BZ-System und der busspezifischen Komponenten durchgeführt. Ziel war es, den Bauraum des Dieselaggregats für den zukünftigen Einsatz des Brennstoffzellenaggregats für den Solobus und den Gelenkzug zu nutzen. Auch Montagefähigkeit in der Produktion sowie Service und Wartungsanforderungen wurden mit berücksichtigt. Nach Festlegung des Konzepts wurde ein erstes A-Muster-Dual-BZ-System in der Prototypenfertigung aufgebaut und Untersuchungen hinsichtlich Zusammen- und Einbau der Komponenten durchgeführt. Das Aggregat steht auch für erste Einbauuntersuchungen im Hinterwagentorso bei Evobus zur Verfügung. Bezüglich der hohen Lebensdaueranforderungen bei einem Stadtbus wurden bei der Luftversorgung und der Befeuchtung Dauerlaufuntersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen auf, dass die entwickelten Komponenten dem Einsatz für hohe Lebensdaueranforderungen gerecht werden. Es sind durchaus doppelte bzw. dreifache Lebensdauererhöhungen im Vergleich zur PKW-Spezifikation erreichbar. Beim BZ-Stackmodul geht man von doppelter Lebensdauer aus, da dieses Modul sehr starken »Design to Cost«-Anforderungen ausgesetzt ist und entsprechend ohne große Leistungs- reserven entwickelt wird. Hier wird eher ein gutes Wartungs- bzw. Austauschkonzept beim Einsatz von PKWStacks favorisiert. Die Entwicklung des DC/DC-Wandlers in galvanisch getrennter Ausführung war eine der größten Herausforderungen innerhalb des Vorhabens. Zum einen gab es bisher noch keine Erfahrungen mit galvanisch getrennten DC/DC-Wandlern in dieser Leistungsklasse, zum anderen waren die Abstimmung im Verbund mit den BZ-Systemen und die dynamischen Anforderungen der Brennstoffzellenluftversorgung sehr hoch. Dies erforderte intensive Testphasen und Analysen im Labor, die immer wieder durch Ausfälle der Komponenten unterbrochen wurden. Sehr häufig musste der Wandler vom Hersteller überarbeitet werden, was zu starken Zeitverzügen im Projekt führte. Dennoch konnte der Betrieb erfolgreich mit einem Dual-BZ-System mit den spezifizierten Anforderungen nachgewiesen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden bei der Weiterentwicklung vom Labormuster zum A-Muster berücksichtigt. Das A-Muster wurde mit einem deutlich höheren Reifegrad für die aktuellste BZ-Generation entwickelt und bildet die Basis für die nächste Generation BZ-Busse bei EvoBus. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: NuCellsys GmbH EvoBus GmbH 8.905.911 554.643 4.274.838 266.229 LAUFZEITBEGINN: 01. September 2009 LAUFZEITENDE: 31. Oktober 2014 » Die Ergebnisse zeigen auf, dass die entwickelten Komponenten dem Einsatz für hohe Lebensdaueranforderungen gerecht werden. « I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR » Die neuen Konzepte wurden erfolgreich umgesetzt, sodass im Vergleich zu aktuellen Produkten Einsparungen bei den reinen Materialkosten (bezogen auf die Stackleistung) von über 65 % erreicht wurden. « I / 1 0 » ROBUSTE BRENNSTOFFZELLENSYSTEME FÜR MOBILE ANWENDUNGEN MIT HOHEM LEISTUNGSBEDARF — TECHNOLOGIEPLATTFORM « Die Motivation für das Vorhaben ergab sich aus den zunehmenden Anfragen verschiedener Anwender hinsichtlich wasserstoffbasierter Brennstoffzellensysteme größerer Leistung (> 100 kW) für den Einsatz in stationären Anwendungen und den Verkehrsbereichen Schiene, Maritim und Straße. In der Entwicklung wurde insbesondere auf Kostenreduzierung, einfache Montage und lange Lebensdauer Wert gelegt. So wurden die Materialkosten pro kW im Vergleich zur Vorgänger-Stack-Generation signifikant gesenkt, bei gleichzeitiger Erhöhung der Leistungsdichte. Auf dem Teststand wurden bereits über 5.000 Betriebsstunden mit sehr vielversprechendem Ergebnis realisiert. So sind Laufzeiten von weit über 10.000 Betriebsstunden bei einer verbleibenden Leistung von über 80 % der Startleistung zu erwarten. Zusätzlich zum Brennstoffzellen-Stack wurde auch die zugehörige Systemperipherie geprüft und realisiert. Hier galt es insbesondere, die einfache Integration in die jeweilige Kundenapplikation zu gewährleisten und auch die Systemkomplexität im Sinne der zukünftigen Produktkosten zu reduzieren. Die neuen Konzepte wurden erfolgreich umgesetzt, sodass im Vergleich zu aktuellen Produkten Einsparungen bei den reinen Materialkosten (bezogen auf die Stackleistung) von über 65 % erreicht wurden. Bei den beiden Prototypen ergab sich bereits eine Wertschöpfung von 65 % in Deutschland, allerdings wurde parallel ein neuer Zulieferer der Membran für die Brennstoffzellen erschlossen. Daraus wird sich die Wertschöpfung noch deutlich erhöhen. Es ist davon auszugehen, dass die Wertschöpfung des Brennstoffzellensystems in einer Serienproduktion bei bis zu 90 % in Deutschland liegen wird. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Proton Motor Fuel Cell GmbH 2.533.828 1.216.237 LAUFZEITBEGINN: 01. April 2010 LAUFZEITENDE: 31. Januar 2014 028 / 029 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I / 1 1 » SYSTEMVERIFIZIERUNG 700 BAR IONISCHE VERDICHTERTECHNOLOGIE NACH SAE J2601 « Ziel des Nationalen Innovationsprogramms für Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie ist es, die Wasserstofftechnologie im Mobilitätssektor an die Marktreife heranzuführen. Neben den dafür notwendigen Brennstoffzellenfahrzeugen ist die effiziente Betankung der Fahrzeuge, die durch eine entsprechend leistungsfähige Wasserstoffbetankungsinfrastruktur gewährleistet wird, von entscheidender Bedeutung. Dabei kann sowohl aus der gasförmigen als auch aus der flüssigen Phase Wasserstoff auf die für die Betankung notwendigen Drücke von bis zu 900 bar für die Speicherung in den Drucktanks der Fahrzeuge verdichtet werden. Ein wichtiger Punkt für die erfolgreiche Markteinführung sind zuverlässige und belastbare Betankungssysteme für die erwartete, kontinuierlich steigende Anzahl an Brennstoffzellenfahrzeugen. Eine grundlegende Herausforderung für die technischen Komponenten ist es, die notwendigen Betriebserfahrungen für die erwartet hohe Auslastung der Betankungssysteme durch viele Fahrzeuge zu sammeln. Weil aber gerade in der Demonstrationsphase die Kapazität der Tankstellen nicht in vollem Umfang ausgenutzt wird, sind umfangreiche Tests der Maschinen auf Prüfständen notwendig. Im Rahmen des Vorhabens wurden auf einem Prüfstand drei Maschinen baugleichen Typs installiert und parallel kontinuierlich im Dauertest betrieben. Dabei konnten wertvolle Erkenntnisse zum Betriebs- und Verschleißverhalten von Komponenten bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen gesammelt werden, welche teilweise direkt in optimierte Konstruktionslösungen umgesetzt werden konnten. Insbesondere die enge Abstimmung mit der Zulieferindustrie konnte erhebliche Verbesserungen bei den Standzeiten der Maschine erzielen. Neben dem reinen Betrieb der Anlagen im Dauerbetrieb und der Auswertung der Messprotokolle wurde bei ausgefallenen Bauteilen eine detaillierte Fehler-Ursachen-Analyse durchgeführt, welche weitere wichtige Erkenntnisse für zukünftig installierte Feldversuchsanlagen lieferte. Die umfangreichen Testmöglichkeiten, die durch das Fördervorhaben ermöglicht wurden, waren ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Kommerzialisierung von Wasserstoff als Kraftstoff. Weiterentwickelte Produktgenerationen sollen möglichst in einem ähnlichen Umfang getestet werden, um vorab die Anforderungen eines hochlaufenden Marktes in den Entwicklungsprozess einfließen zu lassen. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Linde AG 2.041.968 980.144 LAUFZEITBEGINN: 01. Dezember 2010 LAUFZEITENDE: 31. März 2014 » Ein wichtiger Punkt für die erfolgreiche Markteinführung sind zuverlässige und belastbare Betankungssysteme für die erwartete, kontinuierlich steigende Anzahl an Brennstoffzellenfahrzeugen. « I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR Verdichterstation mit Linde IC 90 Kompressor 030 / 031 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I / 1 2 » WEITERENTWICKLUNG DES KRYOPUMPENSYSTEMS « Beim Projekt Weiterentwicklung des Kryopumpensystems wurde basierend auf dem ebenfalls über das NIP bezuschussten Projekt »Innovative 700-barBetankungstechnik für öffentliche Serienbetankungen konform OEM Standard Release A — Fuelling Specification« eine Systemoptimierung angestrebt. Die zugrunde liegende Kryopumpentechnologie wurde speziell für Tankstellen entwickelt, die mit verflüssigtem Wasserstoff beliefert werden, um die Vorteile, wie z. B. die höhere Speicherdichte von flüssigem Wasserstoff und hohe erreichbare Mengendurchsätze, an der Tankstelle zu nutzen. das bei zukünftigen Anlagen integriert werden soll. Die wichtigsten Leistungsdaten der weiterentwickelten Tankstelle sind: Massendurchfluss 100 kg/h, maximaler Betankungsdruck 875 bar, sechs Brennstoffzellen-PKW pro Stunde, konform mit SAE J 2601. Die zentralen Aspekte der Weiterentwicklung sind ein reduzierter Flächenverbrauch und eine geringere elektrische Anschlussleistung, ohne dabei kosten- oder leistungsseitige Kompromisse eingehen zu müssen. Darüber hinaus wurde ein aus thermodynamischer Sicht optimiertes Temperaturmanagementsystem entwickelt, Mit der abgeschlossenen Entwicklung ist nun ein für Tankstellenbetreiber leicht integrierbares System mit sehr hohen Wasserstoffdurchsätzen entstanden, welches neben dem Markt für Wasserstoff-PKW auch sehr gut im Bereich der Betankung von Bus- oder Gabelstaplerflotten eingesetzt werden kann. Alle technischen Anpassungen erleichtern es, die Tankstellenkomponenten in bestehende Tankstellen zu integrieren, und adressieren dabei die Erfahrungen aus früheren Phasen der Entwicklung und Demonstration. Der Innovationszyklus konnte somit erfolgreich fortgesetzt werden. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Linde AG 648.200 311.136 LAUFZEITBEGINN: 01. April 2012 LAUFZEITENDE: 31. März 2014 » Die zentralen Aspekte der Weiterentwicklung sind ein reduzierter Flächenverbrauch und eine geringere elektrische Anschlussleistung, ohne dabei kosten- oder leistungsseitige Kompromisse eingehen zu müssen. « » BRENNSTOFFZELLENSYSTEM DESIGN-VALIDIERUNG FÜR DIE MARKTEINFÜHRUNG PKW « Deutschland steht vor der Herausforderung, den Übergang in ein neues Zeitalter umweltschonender, zuverlässiger und bezahlbarer Energieversorgung voranzutreiben. Dies schließt auch die Sicherstellung von innovativen Konzepten und technologischem Fortschritt für eine nachhaltige Mobilität mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen mit ein. Untrennbarer Bestandteil nachhaltiger Mobilität ist neben Wasserstoff, als speicherbarem und vielseitig nutzbarem Sekundärenergieträger, die Technologie der Brennstoffzelle. Mit ihrem hohen Wirkungsgrad verfügt sie über das Potenzial, langfristig eine sichere, wettbewerbsfähige und umweltfreundliche Energieversorgung zu garantieren. Als weltweit führendes Unternehmen in der Entwicklung und Produktion von Brennstoffzellensystemen, unternimmt NuCellSys große Anstrengungen, den Anforderungen an eine schadstofffreie und nachhaltige Mobilität gerecht zu werden. Im Vorhaben »Brennstoffzellensystem Design-Validierung für die Markteinführung PKW« verfolgte NuCellSys das Ziel, die Robustheit, die Zuverlässigkeit und die Lebensdauer eines Brennstoffzellensystems durch die für die Design-Validierung zu entwickelnde Methodik zu verbessern und die Grundlage für die Darstellung großer Stückzahlen für die automotive Anwendung nachhaltig sicherzustellen. Mit der erstmals auf die BZ-Technologie anzuwendenden Methodik bzw. des zu definierenden Zuverlässigkeitsund Robustheitsprozesses sollten bereits in den frühen Phasen der Technologieentwicklung Fehler auf sämtlichen Integrationsebenen (Komponente, BZ-System, Antriebsstrang) erkannt werden, um frühzeitig Fehlerbehebungsmaßnahmen einleiten zu können. Des Weiteren sollte erstmals eine größere Anzahl von Komponenten und BZ-Systemen am Ende jeder Entwicklungsphase für die Absicherung des Designs bereitgestellt werden. In diesem Vorhaben sollten bereits in der Entwicklungsphase auch bei den Zulieferern BZ-Systemkomponenten umfangreichen Robustheits- und Zuverlässigkeitstests, die in den sogenannten Robustness and Reliability Check Lists festzulegen waren, unterworfen werden. Komponenten mit Wechselwirkung zu anderen Systemkomponenten waren auf der Ebene von Komponenten und Systemeinheiten (Darstellung der Schnittstellen bzw. der Umgebung der zu testenden Komponenten und Subsystemeinheiten) oder aber auch in gesamten BZ-Systemen zu testen. Mit der frühzeitigen Fehlererkennung bzw. –behebung sollten sämtliche Komponenten mit minimierter Fehlerrate bzw. maximal möglicher Zuverlässigkeit (Reliability Growth) für die Integration in ein BZ-System und dessen nachfolgender DesignValidierung zur Verfügung gestellt werden. Somit sollten erhebliche Kosten in späteren Phasen der Entwicklung durch Designiterationen und dem damit verbundenen logistischen und zeitlichen Aufwand vermieden werden. Nachdem der entwickelte Prozess zu sehr guten Ergebnissen, frühzeitigem Erkennen von Fehlern und Fehlverhalten und deutlich verbesserter Lebensdauer der BZ-Systeme führte, bildet diese Methodik in vollem Umfang die Grundlage der Verifikations- und Validierungskampagnen in dem bereits angelaufenen Nachfolgeprojekt. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: NuCellSys GmbH 22.805.928 9.806.549 LAUFZEITBEGINN: 01. Oktober 2008 LAUFZEITENDE: 30. April 2014 I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR I / 1 3 032 / 033 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I / 1 4 » BRENNSTOFFZELLENFAHRZEUG HYMOTION4 « Mit dem Projekt HyMotion4 waren mehrere NIP-relevante Ziele verbunden. Zum einen sollte der Reifegrad der Brennstoffzellentechnologie verbessert werden. Zum anderen war es Ziel, die öffentliche Sichtbarkeit von Brennstoffzellenfahrzeugen zu erhöhen, um die Vorteile dieser neuen Antriebstechnologie bekannter zu machen. Um die Kundenakzeptanz zu erhöhen, sollte das in einem anderen geförderten Projekt entwickelte BZ-Aggregat des Volkswagen Konzerns ohne Einschränkungen zu einem verbrennungsmotorischen Fahrzeug bezüglich Funktionsweise, Innenraumangebot und Fahrleistungen in ein bestehendes Serienfahrzeugkonzept des Volkswagenkonzerns integriert werden. Im Rahmen einer Erweiterung des Vorhabens wurde die Anzahl der Fahrzeuge von einem auf neun erhöht, um die Präsenz der Brennstoffzellentechnologie in der Öffentlichkeit zu steigern. Es wurden vier Fahrzeuge der Marke Volkswagen auf Basis einer Fahrzeugplattform für den internationalen Markt (US-Passat) und vier Oberklassefahrzeuge der Marke Audi (Audi A7) und ein zusätzliches Laborfahrzeug für interne Inbetriebnahme und Erprobung aufgebaut. Außerdem wurde im Rahmen der Förderung eine interne Wasserstofftankstelle aufgebaut, um diese Fahrzeuge mit 700 bar betreiben zu können. Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwicklung einer kostenoptimierten Gesamtstrategie. Um zukünftig auch bei zunächst geringen Stückzahlen von Brennstoffzellenfahrzeugen in den Marktsegmenten schnell Skalierungseffekte zu erzielen, sollten mit demselben eigenentwickelten BZ-Aggregat Antriebsstränge in unterschiedlichen Leistungsklassen aufgebaut werden. Im Volkswagen wurde ein Antriebsstrang für frontgetriebene Fahrzeuge mit einer Leistung von 100 kW entwickelt. Mit der gleichen BZ-Leistung wurde ein zweiter Allrad-Antriebsstrang mit deutlich mehr Performance auf Basis des Audi A7 entwickelt. Dieser hat eine Peakleistung von 170 kW, die von zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse erzeugt wird. Die Antriebsleistung wird durch die Brennstoffzelle und einer im Vergleich zum Volkswagen größeren Plug-in-Batterie zur Verfügung gestellt. Der Audi ist im Gegensatz zum reinen Hybridbetrieb im Volkswagen, über einen genormten Combo-Stecker normal- und schnellladefähig. Neben dem Wasserstoffbetrieb ist also auch ein rein elektrischer Fahrbetrieb möglich. Die Fahrzeuge sind eingebunden in das Programm der CEP in Berlin. Außerdem wurden sie im Rahmen eines gemeinsamen Auftritts der Marken Volkswagen und Audi auf der Los Angeles Auto Show im November 2014 der Öffentlichkeit präsentiert und sind auf großes Interesse gestoßen. Insbesondere die Integration der Brennstoffzellentechnologie in Großserienfahrzeuge ohne Einschränkungen an die Nutzung, die von batterieelektrischen Fahrzeugen bekannte Laufruhe, die große Reichweite und die schnelle Tankmöglichkeit haben überzeugt. Neben dem Versuchsbetrieb werden die Fahrzeuge künftig weiter im Bereich der technischen Optimierung und der Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Volkswagen AG 13.290.392 6.379.389 LAUFZEITBEGINN: 01. August 2009 LAUFZEITENDE: 31. Dezember 2014 I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR Volkswagen-Modelle auf der Los Angeles Auto Show im November 2014 034 / 035 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I / 1 5 » OPTIMIERUNG DES SYSTEMDESIGNS UND WEITERBETRIEB EINER VOLL INTEGRIERTEN WASSERSTOFFTANKSTELLE FÜR PKW UND BUSSE AN DER HEERSTRASSE IN BERLIN INKL. ERRICHTUNG EINES WASSERSTOFFZWISCHENSPEICHERS IN PRENZLAU « Die wesentlichen Projektziele der CEP in ihrer zweiten Phase waren neben der Ausweitung der Wasserstofffahrzeugflotten und dem Ausbau der Wasserstoffbetankungsinfrastruktur in den CEP-Regionen insbesondere der Ausbau der Erzeugungsinfrastruktur und die umfassende Einführung regenerativ erzeugten Wasserstoffs für den Einsatz als Kraftstoff in PKW und Bus. Das Vorhaben bildete einen wesentlichen Baustein zur Erreichung dieser Ziele. Im Zentrum stand der Weiterbetrieb einer im Rahmen des EU-Vorhabens HyFLEET:CUTE errichteten Wasserstofftankstelle an der Heerstraße in Berlin-Spandau durch die TOTAL Deutschland GmbH. Zu Projektbeginn handelte es sich bei dieser Anlage um die einzige betriebsbereite integrierte Wasserstofftankstelle in Berlin, sodass der Standort für geraume Zeit einen wesentlichen Teil der Versorgungsaufgaben für die CEP-PKW-Flotte wie auch für die Wasserstoffbusse der Berliner Verkehrsbetriebe zu übernehmen hatte. Ziele dieses Projekts waren entsprechend der Weiterbetrieb, die Ertüchtigung und in Teilen die optimierende Umrüstung der bestehenden Anlage. Zugleich sollten erstmals regenerative Energien in maßgeblichem Umfang Eingang in die Erzeugung des in der CEP eingesetzten Wasserstoffs finden und das bisher an diesem Standort eingesetzte LPG vollständig substituieren. Hiermit einhergehend sollte eine grundlegende Umstellung des Versorgungskonzepts für gasförmigen Wasserstoff mit dem Ziel erfolgen, den Anteil regenerativ erzeugten Wasserstoffs entsprechend den Zielsetzungen der CEP sukzessive auf 50 % zu erhöhen. Die Tankstelle ist im Frühjahr 2006 in Betrieb genommen worden. Sie verfügte über Betankungsmöglichkeiten für hochverdichteten gasförmigen Wasserstoff der Druckstufen 350 bar und 700 bar, über eine Wasserstoffreformierung aus LPG, die im Rahmen dieses Vorhabens rückgerüstet wurde, und über eine hochmoderne Ionenverdichteranlage. Die Anlage war mit Abgabevorrichtungen für CGH2 700 bar, CGH2 350 bar und LH2, im öffentlichen Teil sowie für CGH2 350 bar und LH2 im Bereich des angrenzenden Busdepots der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ausgerüstet. Beide LH2-Befüllpunkte wurden im Projektverlauf außer Betrieb gestellt, nachdem BMW den Betrieb ihrer LH2-Flotte Mitte 2011 eingestellt hatte. Eine hohe Verfügbarkeit der Tankstelle war von zentraler Bedeutung, gerade auch, da sie bei Projektstart zur alleinigen Versorgung der in Berlin betriebenen Busflotte diente, die ihrerseits von besonderer Bedeutung für die Real-Life-Erprobung des zu etablierenden Versorgungspfades mit Windwasserstoff waren. Als Ausgangspunkt für eine gute infrastrukturelle Erschließung der Region Berlin sollte dieser Standort die Voraussetzungen schaffen für eine langfristige positive Kundenbindung an den Wasserstoff als Kraftstoff in Unternehmensflotten. Eine wesentliche Rolle bei der Realisierung des Gesamtvorhabens kam der ENERTRAG AG zu, die die Versorgung des Tankstellenstandorts mit elektrolytisch , unter Einsatz von Windenergie erzeugtem Wasserstoff aus Prenzlau sicherstellte. Hierzu hatte ENERTRAG die zu Projektbeginn bereits laufenden Aktivitäten, um das im Bau befindliche Hybridkraftwerk in Prenzlau um verschiedene Module auszuweiten. Während die Elektrolyseanlage als Teil des landesgeförderten Hybridkraftwerks gefördert wurde, waren durch ENERTRAG zusätzlich ein Wasserstoffzwischenspeicher inkl. Verdichtereinheit, eine Pipeline und eine Trailerbefüllstation zu errichten und zu betreiben. Ferner war die Wasserstofflogistik für die Versorgung der Berliner Abnehmer in enger Abstimmung zwischen TOTAL und ENERTRAG zu erarbeiten und umzusetzen. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: TOTAL Deutschland GmbH ENERTRAG AG 2.592.441 1.984.640 1.244.372 952.627 LAUFZEITBEGINN: 01. August 2009 LAUFZEITENDE: 31. Mai 2014 I. NIP — VERKEHR UND INFRASTRUKTUR 036 / 037 NOW — JAHRESBERICHT 2014 NIP — WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG II. NIP — WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG SÄMTLICHE PROJEKTE WERDEN AUF DEN FOLGENDEN SEITEN MIT II / 01 GEKENNZEICHNET. 038 / 039 NOW — JAHRESBERICHT 2014 NIP — WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG Im Programmbereich Wasserstoffbereitstellung des NIP werden Demonstrationsprojekte und Studien zu Herstellung, Speicherung und Verteilung von Wasserstoff gefördert. Der Wasserstoff wird entsprechend den Zielvorgaben des Energiekonzepts primär auf Basis erneuerbarer Energien — Wind- und Solarstrom sowie Biomasse — hergestellt. Verwendet wird Wasserstoff als Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge und als Speicher für die Einbindung großer Mengen fluktuierender erneuerbarer Energien. Konkrete Anwendungen umfassen auch die stationäre Rückverstromung, die Einspeisung in das Erdgasnetz sowie die Nutzung als klimaneutrales Industriegas. Durch den Einsatz regenerativen Wasserstoffs können erhebliche Beiträge zur Erreichung der Zielsetzungen der Energiewende geleistet werden. Zum einen wird dadurch der vom Energiekonzept geforderte Ersatz fossiler durch erneuerbare Energien in Verkehrs- und Energiewirtschaft vorangetrieben, zum anderen werden für den Erfolg der Energiewende dringend erforderliche Energiespeicherkapazitäten geschaffen. Die besondere wirtschaftliche Attraktivität von Wasserstoff als Kraftstoff ermöglicht die Schaffung eines Leitmarkts, welcher Energiespeicherung und anderen Anwendungen den Weg bereitet. Technologisch steht die Wasserstoffproduktion mittels hoch effizienter Wasserelektrolyse, vor allem auf Basis überschüssigen Windstroms, im Zentrum des Programmbereichs. Die Wasserelektrolyse ist eine Schlüsseltechnologie für die Integration erneuerbarer Energien in Verkehrs- und Energiewirtschaft; wachsende und neu entstehende Märkte für Wasserstoff schaffen die Voraussetzung für die Erschließung des bei allen Elektrolysetechnologien gegebenen erheblichen Entwicklungspotenzials. Kommt auch heute noch hauptsächlich die bewährte alkalische Elektrolyse zum Einsatz, so holt die technologisch jüngere Polymerelektrolytmembran-(PEM)-Elektrolyse doch rasch auf. Im Programmbereich werden Demonstrationsprojekte zu beiden Technologien gefördert. Weiterhin werden auch sektorübergreifende Betrachtungen zur Rolle des Wasserstoffs in Energie- und Verkehrswirtschaft vollzogen (siehe nachfolgenden Artikel). In Studien und Analysen werden die Potenziale von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien für die Zielerreichung der Energiewende diskutiert. Die Ergebnisse dienen auch der Einordnung der Projekte und anderer Aktivitäten im NIP bzw. der Wirkungen, die sie mit Blick auf die Unterstützung der Energiewende entfalten. QUERSCHNITTSTHEMEN SPEZIELLE MÄRKTE INNOVATIVE ANTRIEBSTECHNOLOGIEN 2 % 2 % (STAND: DEZEMBER 2014 *) STATIONÄR HAUSENERGIE 3 % 12 % 8 % 61 % VERKEHR UND INFRASTRUKTUR STATIONÄR INDUSTRIE WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG Infrastruktur Wasserstoff aus Biomasse Wasserstoff aus Wind NIP — WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG: VERTEILUNG NACH ANWENDUNGSBEREICHEN 11 % Wasserstoff als Nebenprodukt 6 % Studien (STAND: DEZEMBER 2014) 48 % 22 % 13 % * Die Grafik umfasst Projekte in Planung bei NOW, in Bearbeitung bei PtJ, UIA (unverbindliche Inaussichtstellung) sowie bewilligte Projekte. II. NIP — WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG 12 % NIP — STATISTIK: ANTEILE NACH ANWENDUNGSSEKTOREN 040 / 041 NOW — JAHRESBERICHT 2014 WASSERSTOFF ALS KRAFTSTOFF UND ENERGIESPEICHER: ERFOLGSFAKTOREN FÜR DIE ENERGIEWENDE Aktualisierte und übersetzte Kurzfassung des Zeitschriftenartikels: Ehret, O., Bonhoff, K. (in Erscheinung) »Hydrogen as a fuel and energy storage: success factors for the German Energiewende«, in: Special Issue of the International Journal of Hydrogen Energy devoted to the European Hydrogen Energy Conference 2014 DAS POTENZIAL VON WASSERSTOFF UND BRENNSTOFFZELLEN ZUR UNTERSTÜTZUNG DER ENERGIEWENDE Das Energiekonzept der Bundesregierung zielt auf die Verwirklichung einer umweltschonenden, zuverlässigen und bezahlbaren Energieversorgung im stationären wie auch mobilen Bereich [1]. Im Kern wird der nahezu vollständige Ersatz fossiler durch erneuerbare Energien bis 2050 angestrebt; ambitionierte Zwischenziele werden gesetzt. Bis 2020 soll der Anteil »Erneuerbarer« am Endenergieverbrauch auf 18 % steigen und bis 2050 auf 60 %. Treibhausgasemissionen sollen bis 2020 um 40 % vermindert werden und bis 2050 um 80 bis 95 %, jeweils verglichen mit den Werten von 1990. Der Primärenergieverbrauch soll bis 2020 um 20 % und bis 2050 um 50 % reduziert werden. Für den Verkehrssektor wird eine Verminderung des Endenergieverbrauchs um 10 % bis 2020 und um 40 % bis 2050 angestrebt, verglichen mit 2005. Die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS) [2] der Bundesregierung leistet eine detaillierte Betrachtung des Verkehrsbereichs und entwirft nachhaltige Zukunftskonzepte. Im Kern zielt die MKS auf die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehrssektor und fordert eine bessere Integration von Energie- und Verkehrswirtschaft. Die Elektrifizierung von Antrieben wird als unerlässlich erachtet; Brennstoffzellenfahrzeuge, abgesehen von reinen Batterie- und Plug-in-Hybridfahrzeugen, spielen eine zentrale Rolle. Denn Elektrofahrzeuge nutzen erneuerbaren Strom direkt und vermeiden die Verbrennung fossiler Kraftstoffe und resultierende Emissionen; zudem ermöglicht die hohe Effizienz der Antriebe eine sparsame Ressourcennutzung. Angesichts des zunehmenden Klimawandels und anderer Umweltbelastungen, welche zur Verabschiedung des Energiekonzepts führten, hatte die Bundesregierung schon zuvor das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) als eine wichtige Maßnahme zur Förderung nachhaltiger Technologien ins Leben gerufen [3]. Die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) wurde mit der inhaltlichen Umsetzung betraut. Das NIP zielt im Kern auf die Einbindung erneuerbarer Energien in Verkehrs- und Energiewirtschaft. Wasserstoff wird auf Basis Erneuerbarer hergestellt und in hoch effizienten Brennstoffzellen zu Strom umgesetzt. Der Energieverbrauch kann gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen halbiert und ein Ersatz fossiler durch erneuerbare Kraftstoffe erreicht, Emissionen von Klimagasen und Schadstoffen auf null reduziert und Verkehrslärm deutlich vermindert werden. Der im Energiekonzept angelegte Ausbau erneuerbarer Energien bietet große Vorteile, wirft aber die Problematik der Einbindung stark wachsender Mengen unregelmäßig anfallenden Wind- und Solarstroms auf. Zunehmend werden die Aufnahmekapazitäten bestehender Netze überfordert, was neben Netzausbau u. a. den Aufbau neuer Energiespeicherkapazitäten verlangt. Wie z. B. die aktuellen Studien Commercialization of Energy Storage in Europe [4] und Integration von Wind-Wasserstoff-Systemen in das Energiesystem [5] belegen, ist zukünftig mit erheblichen »Stromüberschüssen« zu rechnen, für deren Nutzbarmachung sich Wasserstoff als Speicher herausragender Eignung und Kapazität anbietet. Andererseits zeigt die Studie Power-to-Gas (PtG) im Verkehr [6], dass die Nutzung erneuerbar hergestellten Wasserstoffs als Kraftstoff die wirtschaftlich bei Weitem attraktivste Option ist. Damit könnte Wasserstoff als Kraftstoff dem Einsatz als Industriegas, der stationären Rückverstromung sowie der Nutzung durch die Erdgasindustrie — als ebenfalls in der Studie untersuchte Anwendungsoptionen für Wasserstoff — als Leitmarkt den Weg bereiten. Denn mit der gemeinsamen Nutzung WASSERSTOFF ALS KRAFTSTOFF UND ENERGIESPEICHER: DEMONSTRATIONSPROJEKTE UND INDUSTRIEAKTIVITÄTEN Im Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie wird eine Vielzahl von Vorhaben zur Nutzung von Wasserstoff im Verkehrsbereich gefördert. Zentral ist das Leuchtturmprojekt Clean Energy Partnership (CEP), in dem seit 2003 eine stetig wachsende Zahl von Brennstoffzellenfahrzeugen und Wasserstofftankstellen betrieben wird. Mittlerweile sind fünf Regionen, 20 Unternehmen, weit über 100 Brennstoffzellenfahrzeuge und 15 Wasserstofftankstellen in Betrieb; weitere 35 Tankstellen befinden sich in Planung oder Bau. Entsprechend politischer Vorgaben wird weit überwiegend auf Basis von Windenergie und Biomasse hergestellter Wasserstoff vertankt An fünf Tankstellen wird Wasserstoff »on-site« per alkalischer und PEM-Elektrolyse produziert; die Erfahrungen kommen zugleich auch der Entwicklung größerer Elektrolyseure für großtechnische Energiespeicheranlagen zugute. Während in der CEP noch die Technologiedemonstration abgeschlossen wird, hat an anderer Stelle bereits die Kommerzialisierung begonnen. So bieten mittlerweile mehrere asiatische Hersteller Brennstoffzellenfahrzeuge international erfolgreich zum Kauf an und bereiten deutsche Automobilfirmen den baldigen Markteintritt vor. Flankierend haben sich weltweit Konsortien zum Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge formiert. Für Deutschland gab 2013 die Industrieinitiative H2 Mobility einen Handlungsplan zum Aufbau eines flächendeckenden Tankstellennetzes bekannt. Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total zufolge werden bis 2023 rund 400 Tankstellen mit einem Investitionsvolumen von 350 Millionen Euro den Betrieb aufnehmen. Nach Gründung eines Joint Ventures sollen die ersten 100 Tankstellen bis 2017 in Betrieb gehen [7]. Der Infrastrukturaufbau erfolgt in engem Austausch mit Automobilherstellern, was eine koordinierte Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen und Infrastruktur gewährleistet. Im Bereich der Energiespeicherung bzw. der Integration von Wasserstoff in die Energiewirtschaft werden im NIP gleichfalls Demonstrationsprojekte gefördert. So nahm das Wind-Wasserstoff-Projekt RH2-WKA der Firma Wind-projekt im September 2013 den Betrieb auf und sichert seitdem u. a. die Stromversorgung eines Windparks bei Flaute. Der Baubeginn eines Projekts von E.ON Hanse und Partnern zur Einspeisung von Wasserstoff ins Erdgasnetz — basierend auf hoch innovativer » S i n g l e - s t a c k « -1 - M W- P E M - E l e k t r o l y s e -Te c h n o logie — wurde Juni 2013 vollzogen. STUDIEN BELEGEN LEISTUNGSFÄHIGKEIT: NIP-TECHNOLOGIEN FÜR ERREICHUNG ZIELSETZUNGEN ENERGIEWENDE Die Studie Integration von Wind-Wasserstoff-Systemen in das Energiesystem [5] greift mehrere für Energiekonzept und Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie wichtige Fragestellungen auf. Für Deutschland bis 2030 zu erwartende Mengen an »überschüssigem« Windstrom werden ermittelt, und der entstehende Speicherbedarf wird identifiziert. Ein großmaßstäbliches WindWasserstoff-System wird konzipiert und hinsichtlich technischer Machbarkeit evaluiert. Absatzoptionen für Wasserstoff als Kraftstoff bzw. als Energieträger für stationäre Rückverstromung und Netzeinspeisung werden v. a. hinsichtlich Wirtschaftlichkeit analysiert. II. NIP — WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG von Wasserstoffproduktions- und Infrastrukturkomponenten sind Skaleneffekte und Synergien verbunden, deren Erschließung wesentliche Kostensenkungen bei sektorübergreifender Anwendung verspricht. Beispielsweise verursacht die Auslegung einer WasserstoffPipeline auf doppelte Kapazität bei Weitem geringere als doppelte Kosten, ermöglicht aber die Bedienung einer breiteren Nachfrage. Vor allem kann Wasserstoff als Kraftstoff einen Leitmarkt schaffen, der den Aufbau jener Energiespeicherkapazitäten ermöglicht, die für den Erfolg der Energiewende allgemein als erforderlich, aber bei eigenständigem Betrieb nicht als wirtschaftlich tragfähig erachtet werden. 042 / 043 NOW — JAHRESBERICHT 2014 Entsprechend dem Anliegen einer stärkeren Integration von Energie- und Verkehrswirtschaft wird also ein sektorübergreifender Ansatz verfolgt. Im Ergebnis werden erhebliche Überschüsse für 2030 quantifiziert, die den Betrieb von fünf Wind-Wasserstoff-Systemen im Norden Deutschlands — bei nur geringem Zukauf nichtregenerativen Stroms — ermöglichen. Damit könnte der für Norddeutschland erwartete Wasserstoffbedarf für Brennstoffzellenfahrzeuge komplett gedeckt werden; durch den Ersatz herkömmlicher Fahrzeuge sind erhebliche Umweltvorteile zu erwarten. Wind-Wasserstoff-Systeme werden als technisch machbar beurteilt, wobei technologische Verbesserungen des heutigen Standes erforderlich sind. In den meisten modellierten Szenarien ist die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit selbst des rein überschussbasierten Wind-Wasserstoffs gegenüber fossil erzeugtem Wasserstoff gegeben, durch Zukauf nur teilweise erneuerbaren Stroms lässt sich die Wirtschaftlichkeit weiter verbessern. Im zentralen Szenario erweist sich der Kraftstoffmarkt in 93 % der Fälle als wirtschaftlich attraktiver als die Rückverstromung, die nur in 7 % der Fälle erfolgt. Dennoch bietet die duale Systemauslegung z. B. durch langfristig größere Abnahmesicherheit erhebliche Vorteile und unterstreicht die Sinnhaftigkeit sektorübergreifender Ansätze. Die Studie Hy-NOW: Evaluierung der Verfahren und Technologien für die Bereitstellung von Wasserstoff auf Basis von Biomasse [8] untersucht Optionen biomassebasierter Kraftstoffversorgung für Brennstoffzellenfahrzeuge anhand technologischer, ökologischer und ökonomischer Kriterien. Es zeigt sich, dass mehrere hinsichtlich der genannten Kriterien tragfähige bzw. vorteilhafte Verfahren realisierbar sind, wobei die begrenzte Verfügbarkeit von Biomasse einer breiten Anwendung entgegensteht. Verschiedene hoch effiziente Verfahren können die von einschlägigen EU-Regularien gestellten Anforderungen zur Minderung von Treibhausgasemissionen erfüllen [8], welche deutlich über die allgemein formulierten Zielsetzungen des Energiekonzepts hinausgehen. Die Forderung von Energiekonzept und MKS nach Einsatz regenerativer Energien wird — wie auch bei der zuvor referierten Studie — ohnehin erfüllt. Die Studie Überleitung der Ergebnisse aus GermanHy in das Emissionsberechnungsmodell TREMOD [9] analysiert die Szenarien der 2009 veröffentlichten Studie GermanHy und integriert sie anschließend in TREMOD. GermanHy hatte verschiedene für die Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen relevante Wasserstoffentstehungs- und -nutzungspfade eingehend analysiert und Aussagen zu möglichen Emissionsminderungen getroffen. Durch die Überführung der Datensätze in TREMOD — das offizielle und methodisch ausgefeilte Emissionsberechnungsmodell der Bundesregierung — wird eine weit genauere und verlässlichere Auswertung möglich. Die Modellierung bestätigt und spezifiziert die GermanHy-Ergebnisse dahin gehend, dass die breite Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen signifikante Effizienzsteigerungen sowie eine erhebliche Verminderung von Treibhaus- und Schadstoffemissionen ermöglicht. Der Energieverbrauch des Straßenverkehrssektors kann bis 2050 gegenüber 2010 um etwa 70 %, der Treibhausgasausstoß sogar um mehr als 80 %, vermindert werden [9]. Wie ein Vergleich mit den Zielen des Energiekonzepts für den Verkehrssektor 2050 zeigt, kann die geforderte 40 %-Minderung des Energieverbrauchs mühelos übererfüllt werden. Auch das gesamtwirtschaftliche Ziel einer 80- bis 95 %igen Reduzierung von Treibhausgasemissionen wird erreicht. FAZIT: WASSERSTOFF UND BRENNSTOFFZELLEN KÖNNEN ENERGIEWENDE WESENTLICH UNTERSTÜTZEN Die zuletzt referierten Studien zeigen klar, dass Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien erhebliche Beiträge zur Erreichung der Zielsetzungen der Energiewende leisten können. Anderweitig nicht nutzbarer »Überschuss«-Windstrom kann im großen Maßstab in Wasserstoff umgewandelt, gespeichert und als Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge oder für stationäre Rückverstromung und Netzeinspeisung bereitgestellt werden. Zum einen wird dadurch der von Energiekonzept und Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie geforderte Ersatz fossiler durch erneuerbare Energien in Verkehrsund Energiewirtschaft vorangetrieben, zum anderen werden für den Erfolg der Energiewende dringend er- Brennstoffzellentechnologie und der Industrieinitiative H2 Mobility werden Brennstoffzellenfahrzeuge und Wasserstoffinfrastruktur demonstriert bzw. kommerzialisiert. Trotz großer durch NIP und Industrieaktivitäten erzielter Erfolge sind Expertengremien zufolge weitere technologische Verbesserungen und förderpolitische Maßnahmen erforderlich. Nur so können ein breiter Markteintritt von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien und die damit mögliche Unterstützung der Energiewende gewährleistet werden. Literaturverzeichnis [1] BMWi, BMU (28. September 2010) Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung (www.bmwi.de) [2] BMVBS (Juni 2013) Die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung (MKS): Energie auf neuen Wegen (www.bmvi.de) [3] BMVBS, BMBF, BMWi (8. Mai 2006) Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (www.now-gmbh.de) [4] McKinsey & Company (in Erscheinung) Commercialization of Energy Storage in Europe [5] Stolzenburg, K. et al. (31. März 2014) Integration von Wind-Wasserstoff-Systemen in das Energiesystem: Abschlussbericht (www.now-gmbh.de) [6] DLR et al. (15. April 2014) Power-to-Gas (PtG) im Verkehr: Aktueller Stand und Entwicklungsperspektiven (www.bmvi.de) [7] NOW (30. September 2013) Initiative H2 Mobility: Führende Industrieunternehmen beschließen Aktionsplan zum Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes in Deutschland (www.now-gmbh.de) [8] Zech, K. et al. (Juni 2013) Hy-NOW: Evaluierung der Verfahren und Technologien für die Bereitstellung von Wasserstoff auf Basis von Biomasse: Endbericht (www.now-gmbh.de) [9] Holdik, H. et al. (August 2013) Überleitung der Ergebnisse aus GermanHy in das Emissionsberechnungsmodell TREMOD: Schlussbericht Teil II (www.now-gmbh.de) II. NIP — WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG forderliche Energiespeicherkapazitäten geschaffen. Wesentlich ist die ökonomische Tragfähigkeit beider untersuchter Nutzungsoptionen, wobei die wirtschaftliche Attraktivität des Kraftstoffs die Schaffung eines Leitmarkts ermöglicht, welcher Energiespeicherung und anderen Anwendungen den Weg bereiten kann. Wasserstoff kann somit die sektorübergreifende Integration per se sektorübergreifend nutzbarer erneuerbarer Energien ermöglichen und die — angesichts großer und weiter wachsender Anteile Erneuerbarer — zunehmend verwischenden Abgrenzungen zwischen ehemals rein fossil versorgten Wirtschaftssektoren überwinden. Durch die breite Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen kann der Energieverbrauch des Straßenverkehrssektors bis 2050 um etwa 70 %, der Treibhausgasausstoß um über 80 % vermindert werden, was die Zielsetzungen der Energiewende erreicht bzw. deutlich übertrifft. In der Clean Energy Partnership des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und 044 / 045 NOW — JAHRESBERICHT 2014 » Wasserstoff ermöglicht die sektorübergreifende Integration und Nutzung erneuerbarer Energien — v. a. als Kraftstoff und Energiespeicher. « I I / 0 1 » METASTUDIE ZUM PARALLELEN EINSATZ VON ERNEUERBAREM WASSERSTOFF ALS KRAFTSTOFF UND ERDGASZUSATZ: TECHNIK, WIRTSCHAFTLICHKEIT, PERSPEKTIVEN « DBI Gas- und Umwelttechnik durchgeführte Studie die Wertschöpfungsketten, technischen Gegebenheiten und Entwicklungserfordernisse sowie wirtschaftlichen Perspektiven der beiden Anwendungsfelder. Wesentlich ist die Identifizierung von Synergiepotenzialen, die Ansätze zur Optimierung der Wirtschaftlichkeit im Zuge kombinierter Anwendungen elektrolytisch hergestellten Wasserstoffs als Kraftstoff und Zumischgas bieten. Die Ergebnisse werden durch die Grobkonzeption eines Demonstrationsprojekts zusammengeführt, in dem die parallele Nutzung erneuerbaren Wasserstoffs als Kraftstoff und Erdgasbeimischung technisch und wirtschaftlich validiert werden kann. Die Studie wird von NOW und DVGW mit je 20.000 Euro finanziert und zwischen Ende 2014 und Mitte 2015 erstellt. Je nach Ergebnissen der Grobkonzeption wäre die Durchführung eines Demonstrationsprojekts als Folgevorhaben denkbar. » Wesentlich ist die Identifizierung von Synergiepotenzialen, die Ansätze zur Optimierung der Wirtschaftlichkeit im Zuge kombinierter Anwendungen elektrolytisch hergestellten Wasserstoffs als Kraftstoff und Zumischgas bieten. « II. NIP — WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG Die gemeinschaftlich von NOW und dem Deutschen Verein des Gas- und Wassersfaches (DVGW) beauftragte Studie zielt auf ein besseres Verständnis der parallelen Nutzung von Wasserstoff als Kraftstoff und die Einspeisung von Wasserstoff ins Erdgasnetz. In der Automobil- und Kraftstoffbranche wird auf Basis erneuerbarer Energien hergestellter Wasserstoff primär als Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge betrachtet, während für die Erdgasindustrie die Einspeisung ins Erdgasnetz und die dadurch vielfältigen Möglichkeiten der Nutzung (Wärmemarkt, Rückverstromung, Gasmobilität) eine zentrale Anwendungsoption ist. Dabei verfolgen die jeweiligen Branchen unterschiedliche technologische und wirtschaftliche Strategien, die bislang noch nicht vergleichend und im Hinblick auf mögliche gemeinschaftliche Verwertungsperspektiven untersucht worden sind. Daher analysiert die vom Forschungsinstitut 046 / 047 NOW — JAHRESBERICHT 2014 NIP — STATIONÄRE ENERGIEVERSORGUNG III. NIP — STATIONÄRE ENERGIEVERSORGUNG SÄMTLICHE PROJEKTE WERDEN AUF DEN FOLGENDEN SEITEN MIT III / 01 — III / 04, ABGESCHLOSSENE PROJEKTE MIT DEM SYMBOL GEKENNZEICHNET. 048 / 049 NOW — JAHRESBERICHT 2014 NIP — STATIONÄRE ENERGIEVERSORGUNG Der Programmbereich Stationäre Energieversorgung im Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) beinhaltet im unteren Leistungsbereich Anlagen von einem bis fünf Kilowatt elektrisch in der Hausenergie bis hin zu Anlagen von einigen Zehn Kilowatt bis wenige Megawatt im Industrieeinsatz. Die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme durch Brennstoffzellen ermöglicht hohe Gesamtnutzungsgrade von mehr als 85 Prozent. Das ermöglicht Kohlendioxideinsparungen zwischen 25 und 35 Prozent gegenüber modernen konventionellen Versorgungssystemen. Die Anlagen in der Hausenergieversorgung arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-WärmeKopplung und verbrennen Erdgas aus den bestehenden Leitungen. Mittelfristig sollen auch ins Erdgasnetz eingespeistes Biogas oder flüssige erneuerbare Kraftstoffe eingesetzt werden. Brennstoffzellengeräte in der Hausenergie haben somit den Vorteil, ohne Investitionen direkt in die umliegende Infrastruktur einsetzbar zu sein. Verwendet werden in diesem Bereich Nieder- bis Hochtemperatur-Polymerelektrolyt-Brennstoffzellen (PEMFC) sowie Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC). In Brennstoffzellenanlagen im Industrie- und Schiffsbereich wird hauptsächlich die SOFCTechnologie verwendet. Aber auch Hochtemperatur-PEMFC-Technologie wird thematisiert. Insgesamt sind weltweit mehrere Hundert Brennstoffzellen-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) ab hundert Kilowatt im Einsatz. QUERSCHNITTSTHEMEN INNOVATIVE ANTRIEBSTECHNOLOGIEN SPEZIELLE MÄRKTE 2 % 2 % 12 % NIP — STATISTIK: ANTEILE NACH ANWENDUNGSSEKTOREN 12 % 8 % (STAND: DEZEMBER 2014 *) STATIONÄR HAUSENERGIE STATIONÄR INDUSTRIE 61 % VERKEHR UND INFRASTRUKTUR 3 % III. NIP — STATIONÄRE ENERGIEVERSORGUNG WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG Callux NIP — STATIONÄRE ENERGIEVERSORGUNG: VERTEILUNG NACH ANWENDUNGSBEREICHEN Callux assoziiert 12 % Einzelprojekte 1 % Normung (STAND: DEZEMBER 2014) 7 % 4 % Feldtest 28 % 46 % 61 % e4Ships 39 % Einzelprojekte 2 % * Die Grafik umfasst Projekte in Planung bei NOW, in Bearbeitung bei PtJ, UIA (unverbindliche Inaussichtstellung) sowie bewilligte Projekte. STATIONÄR HAUSENERGIE BHKW STATIONÄR INDUSTRIE NEEDS 050 / 051 NOW — JAHRESBERICHT 2014 CALLUX BAHNT WEG IN DEN MARKT BRENNSTOFFZELLENHEIZGERÄTE BEWÄHREN SICH IM ALLTAG Mit fast 450 installierten Brennstoffzellenheizgeräten hat das Callux-Projekt am meisten Erfahrung im Betrieb der innovativen Anlagen in Europa gesammelt. Die bisherige Bilanz fällt positiv aus: Die Markteinführung hat begonnen und spätestens 2016 wird wie geplant ein breites Angebot für Heizungskäufer zur Verfügung stehen. DER UNSPEKTAKULÄRE ALLTAG EINES HEIZSYSTEMS Kunden, die für eine gewisse Zeit ein Brennstoffzellenheizsystem zur Verfügung gestellt bekommen haben, bringen die Zuverlässigkeit der fortschrittlichen KWKAnlagen auf den Punkt: »Die Anlagen tun das, was sie sollen: Die Räume werden warm, und wir haben Strom.« Der Unterschied zu konventionellen Heizsystemen ist in der Praxis kaum auffällig. Brennstoffzellengeräte arbeiten leiser als motorbetriebene KWK-Anlagen, und die Stromproduktion lässt sich am Zähler ablesen, sowohl der eingespeiste als auch der selbst verbrauchte. Ansonsten ist alles wie immer. AUS KUNDENSICHT PASST ALLES, NUR DIE FÖRDERUNG NICHT Entsprechend hoch ist auch die Zufriedenheit der Kunden mit ihrer Brennstoffzellenheizung. Die GfK aus Nürnberg bescheinigt der Brennstoffzelle eine sehr hohe Akzeptanz bei den Testkandidaten. Diese schätzen die kombinierte Erzeugung von Wärme und Strom, die hohe Effizienz und die geringen CO2-Emissionen. Durch die geringen Stückzahlen am Anfang des Produktlebenszyklus liegen die Kosten der Geräte noch über denen anderer Effizienzsysteme, was die Verbraucher auch bemängeln. Deshalb ist eine weitere Förderung für die ersten Produkte am Markt auch nach Callux unbedingt erforderlich. Steigende Volumen im Markt führen dann auch zur notwendigen weiteren Kostenreduktion. DAS FACHHANDWERK VORBEREITEN Ansprechpartner für eine neue Heizung ist in der Regel der Fachhandwerker vor Ort. Individuelle örtliche Gegebenheiten, wie z. B. ein vorhandener Gasanschluss, führen in den meisten Fällen auch dazu, wieder eine Erdgasheizung zu kaufen. Unter den angebotenen Systemen bieten Brennstoffzellengeräte den Vorteil, Wärme und Strom effizienter als alle anderen Erdgassysteme zu erzeugen. Technisch sind dafür einige Voraussetzungen zu erfüllen, die bei einer herkömmlichen Brennwertheizung nicht vorkommen. Die Funktion der Stromerzeugung erfordert elektrotechnische Arbeiten wie den Anschluss eines zweiten Stromzählers. Damit das Heizungshandwerk rechtzeitig den Anforderungen der neuen Technologie gewachsen ist und auch im Beratungsgespräch qualifiziert beraten kann, engagieren sich Callux und die Gerätehersteller in Form von Schulungen. So hat Callux ein Informationsprogramm Brennstoffzellenheizgeräte sowie verschiedene Vorträge entwickelt, die in berufsbildenden Einrichtungen zum Einsatz kommen. Mit viel Engagement spricht Callux Berufsschulen und Weiterbildungseinrichtungen an, um das Wissen über Brennstoffzellen zur Wärmeund Stromproduktion breiter zu verankern. GUTE CHANCEN IM HEIZUNGSMARKT Für die Zukunft ist die neue Technologie hervorragend gerüstet. Mit der vom Praxistest entwickelten CalluxBox werden die Anlagen nicht nur ferngesteuert und Daten für das Monitoring gesammelt. Auch der Betrieb der Brennstoffzellenheizgeräte als virtuelle Kraftwerke ist möglich. Gerade vor dem Hintergrund der Energiewende und dem schwankenden Energieertrag regenerativer Energieerzeuger lassen sich so zusätzliche Stromkapazitäten einspeisen und die Netze stabilisieren. Angesichts der großen Zahl von Erdgasheizungen in der Wohnungsbeheizung kann der zunehmende Einsatz von Brennstoffzellenheizungen eine wesentliche Säule der Energiewende darstellen. Die Chancen, dass dies gelingt, stehen gut. Die Chancen für die innovativen Heizgeräte, die neben Wärme auch Strom erzeugen, sind laut GfK grundsätzlich gut. Die Marktforschung zeigt deutlich, dass Brennstoffzellen für die Hausenergieversorgung gut positionierbar sind und damit auch gegenüber anderen Heizsystemen im Gerätemarkt punkten können. Das Heizungshandwerk, das der wichtigste Ansprechpartner für Hauseigentümer bei Heizungsmodernisierungen und Neuinstallationen ist, wird bereits auf die Einführung der neuen Technologie vorbereitet. Mit Schulungsmaterialien und dem Aufbau eines Bildungsnetzwerks an berufsbildenden Schulen unterstützt Callux die Verbreitung fachlichen Wissens im Heizungshandwerk. SEHR GROSSES POTENZIAL FÜR BRENNSTOFFZELLENHEIZGERÄTE Mit Blick auf die Beheizungsstruktur in Deutschland bietet sich vor allem die Heizungsmodernisierung mit Brennstoffzellenheizungen an. Fast jede zweite Wohnung wird mit Erdgas warm. Damit sind grundsätzlich die Voraussetzungen für die Installation in so gut wie jedem zweiten Haushalt gegeben. Von den bestehenden Erdgasanlagen wurden bereits etwa 5,5 Millionen vor 1998 installiert. Ein entsprechender Modernisierungsbedarf ist in den nächsten Jahren vorhanden. Für die Brennstoffzelle bieten sich angesichts solcher Rahmenbedingungen hervorragende Chancen, sofern eine Förderung die Markteinführung der noch teureren neuen Effizienztechnologie unterstützt. Mehr Informationen zu Callux finden Sie unter www.callux.net III. NIP — STATIONÄRE ENERGIEVERSORGUNG EIN VIRTUELLES KRAFTWERK, DAS IN VIELEN KELLERN STEHT 052 / 053 NOW — JAHRESBERICHT 2014 E4SHIPS BRENNSTOFFZELLEN IM MARITIMEN EINSATZ Der Energiebedarf allein für die Strom- und Wärmeerzeugung bei Seeschiffen, wie Kreuzfahrern und Fähren, kann schnell den einer Kleinstadt erreichen. Die dabei ausgestoßenen Schadstoffe stellen eine wesentliche Belastung der Luftqualität in Häfen und Küstenbereichen dar. Daher bestehen bereits für viele Regionen wie z. B. in den sogenannten Emission Control Areas (ECA) in Nord- und Ostsee oder an den nordamerikanischen Küsten strenge Umweltauflagen und reduzierte Emissionsgrenzwerte der International Maritime Organisation (IMO). Als Teil der Sicherung der Zukunftsfähigkeit des maritimen Sektors ist die Nutzung von Brennstoffzellen von hoher Bedeutung. Ihre Vorteile liegen in ihrer hohen Effizienz bei der Koppelung von elektrischer und thermischer Energie vor allem im Betrieb in Häfen, wobei mit der thermischen Energie bei Bedarf auch Kälte erzeugt werden kann. Dabei werden Schadstoffemissionen massiv gesenkt. Bei dezentraler Anordnung erhöhen sie außerdem erheblich die Redundanz und damit die Sicherheit der Energieversorgung an Bord von Schiffen (Safe Return to Port). Das Ziel des Leuchtturmprojekts e4ships ist es, Brennstoffzellensysteme gezielt für den maritimen Einsatz zu entwickeln und an Bord seegängiger Schiffe zu erproben. Genutzt werden dafür Hochtemperaturbrennstoffzellen (SOFC und HT-PEM). Mögliche Brennstoffe sind wahlweise Methanol, Erdgas (CNG, LNG) oder Diesel. Mit der Wahl dieser Energieträger wird das Ziel einer deutlichen Reduzierung der Schadstoffemissionen unterstützt. Für die zurzeit in der Entwicklung befindlichen internationalen Richtlinien für Schiffsbrennstoffe werden Vorschläge und Initiativen im Rahmen des Projekts in die Entwicklung dieser Regelwerke bei der IMO eingebracht. Wesentliche technische Herausforderungen sind — neben der systemhaften Umsetzung auf verschiedenen Schiffstypen und ihrer Integration in die Energieversorgung — die Ableitung einheitlicher technischer Standards für alle Systemvarianten und Leistungsklassen für die Schifffahrtsindustrie. Für die Zukunft sind zudem auch leistungsstärkere Systeme planerisch vorzubereiten. Innerhalb des Leuchtturmes e4ships werden zwei Demonstrationsvorhaben der Brennstoffzellenanwendungen an Bord von Schiffen umgesetzt. Im Vorhaben Pa-X-ell wird unter Federführung der Meyer Werft mit ihren Projektpartnern der Einsatz von Hochtemperatur-PEM-Brennstoffzellen auf einem Passagierschiff erprobt. Grundlage sind dabei standardisierte Module, die durch Zusammenschalten in beliebige Leistungsgrößen skaliert werden können. Für die Erzeugung von Strom, Wärme und Kälte wurde im Projekt ein 30-kW-Modul als standardisiertes 19-ZollDoppelrack-System aufgebaut. Dieses Modul wurde zusammen mit einer 20-kW-Absorptionskältemaschine in einem Demonstrationscontainer verbaut, der das Gesamtsystem in kleineren Leistungsklassen abbildet. Der Container wurde auf der Landesgartenschau in Papenburg von Juli bis Oktober 2014 ausgestellt und wird seitdem auf der Meyer Werft zur Erzeugung von Strom und Wärme für ein Bürogebäude eingesetzt. Die für die erste Erprobung prognostizierte Lebensdauer der Brennstoffzellen von 10.000 Stunden wurde bereits überschritten. Weitere Brennstoffzellenmodule mit insgesamt 60 kW werden derzeit hergestellt und nach einer vier- bis sechsmonatigen Laufzeit an Land ab Sommer 2016 parallel zur konventionellen Energieversorgung auf ein seegängiges Schiff gebracht. Die Anlage wird zunächst mittels eines internen Reformers mit Methanol betrieben. In einem weiteren Schritt soll ein Erdgasreformer entwickelt werden, der später auf gasbetriebenen Schiffe eingesetzt werden kann, um die BZ-Anlagen zu versorgen. Das Projekt SchIBZ wird von einem Projektkonsortium realisiert, das von ThyssenKrupp Marine Systems geleitet wird. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines integrierten Brennstoffzellensystems mit einer Leistungsfähigkeit von 500 kW für seegehende Schiffe. Die Anlage soll als Hauptenergiequelle die Stromversorgung von Hochseeschiffen aller Art übernehmen. Im Rahmen des Projekts ist es gelungen, einen Reformer aufzubauen, der herkömmlichen Straßen-Diesel kataly- Ergänzend zu den Erprobungsprojekten haben sich die Partner zu einem übergeordneten Teilprojekt zusammengeschlossen, in dem Fragen zu den Klimaschutzeffekten, der Wirtschaftlichkeit, der sicherheitstechnischen Standards sowie der Markteinführungsstrategie insbesondere für bislang noch nicht übliche Brennstoffe bearbeitet werden. Die konkreten Ziele sind: ≥ Vergleich und Bewertung konventioneller Energieversorgungssysteme von Schiffen mit den in diesem Forschungsprojekt umgesetzten Systemen unter Gesichtspunkten ökologischer Nachhaltigkeit und energetischer Effizienz, ≥ Ermittlung der Investitions- und Betriebskosten der Brennstoffzellensysteme und eine Ableitung künftiger Optimierungspotenziale sowie eine Bewertung von Parametervariationen und deren Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit, ≥ Untersuchungen zu technischen Nutzungs- und Ausbaustrategien in Bezug auf die typischen Platz-, Gewichts- und Leistungsbedarfe. ≥ Zu den Aufgaben gehört außerdem die Mitwirkung bei der Formulierung von weltweiten Regeln und Standards für die Zulassung und Installation von Brennstoffzellen und für die Nutzung emissionsarmer Treibstoffe wie LNG oder Methanol auf Schiffen und ihre Bereitstellung in Häfen. Ein Schwerpunkt ist hierbei die Abstimmung mit der International Maritime Organisation (IMO). Eine Fortführung der Aktivitäten über das geplante Projektende am 30. Juni 2016 hinaus ist hinsichtlich der technologischen Entwicklungspotenziale von Brennstoffzellensystemen im maritimen Bereich und deren weiterer Erprobung von großer Bedeutung. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Marktvorbereitung, um mittelfristig den kommerziellen Einsatz von Brennstoffzellen an Bord von Schiffen zu ermöglichen und den künftigen Anforderungen an die Luftqualität in Häfen zu genügen. Mehr Informationen zu e4ships finden Sie unter wwww.e4ships.de III. NIP — STATIONÄRE ENERGIEVERSORGUNG tisch aufbereitet und hierdurch eine Nutzung des Reformatgases als Brennstoff für den Betrieb eines SOFCModuls ermöglicht. Darüber hinaus wurde im Labor ein 10-kW-Modul über 1.000 Stunden getestet, das mit dem durch den entwickelten Dieselreformer gewonnenen Reformatgas betrieben wird und somit den Echtbetrieb des Systems auf einem Schiff nachbildet. Daneben wurde ein SOFC-Modul entwickelt, das derzeit 25 kW leistet und in einer folgenden Generation über 40 kW abgeben kann. Dieses wurde ebenfalls über 1.000 Stunden mit Reformatgas betrieben und zeigte dabei sehr gute Leistungs- und Alterungswerte. Nach Abschluss des laufenden Testbetriebs von Reformer und Brennstoffzellenmodul werden weitere 25-kW-Module hergestellt. Diese vier Module mit einer Gesamtleistung von 100 kW werden anschließend als Demonstrationseinheit Anfang 2016 an Bord des Frachtschiffes »MS Forester« der Reederei Rörd Braren verbaut und dort für mindestens ein halbes Jahr einen wesentlichen Teil der Bordstromversorgung übernehmen. Eine thermische Nutzung der Abluftenergie wird aktuell untersucht. 054 / 055 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I I I / 0 1 » LEONARDO — ENTWICKLUNG EINES BRENNSTOFFZELLENHEIZGERÄTES AUF BASIS DER SOFC-TECHNOLOGIE « Unter dem Projektnamen Leonardo entwickeln die Viessmann Werke zusammen mit HEXIS ein Brennstoffzellenheizsystem, mit dem das bestehende Angebot brennstoffzellenbasierter Mikro-KWK-Systeme erweitert werden soll. Ein übergeordnetes Ziel ist dabei die Verringerung der Investitions- und Betriebskosten der Serienausführung gegenüber den heute bereits verfügbaren Mikro-KWK-Systemen auf Brennstoffzellenbasis. Hierbei fließt ganz besonders das Systemtechnik-KnowHow von Viessmann aus dem Brennstoffzellenheizgerät Vitovalor 300-P ein. Basis der neuen Brennstoffzelleneinheit ist die Hochtemperatur-Brennstoffzellen-Technologie (SOFC) des Brennstoffzellenheizgerätes Galileo 1000 N von HEXIS. Unter Beibehaltung der Stack-Architektur wird in der ersten Projekthälfte eine neue Version für Feldtests entstehen, deren Herstellkosten im Vergleich zu heute deutlich niedriger sein werden. Diese Version wird dann in etwa zehn Geräten in der Praxis getestet. In der zweiten Projekthälfte wird das Gerät zur Serienreife entwickelt. Begleitend zum Projekt wird die Serienfertigung des neuen Brennstoffzellenheizgerätes vorbereitet. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Viessmann Werke Allendorf GmbH 7.631.971 3.663.346 LAUFZEITBEGINN: 01. August 2013 LAUFZEITENDE: 31. Dezember 2015 » Ein übergeordnetes Ziel ist dabei die Verringerung der Investitions- und Betriebskosten der Serienausführung gegenüber den heute bereits verfügbaren Mikro-KWK-Systemen auf Brennstoffzellenbasis. « » Die Elcore 2400 passt in jedes Einfamilienhaus mit Gasanschluss und kann jederzeit einfach und kostengünstig auch in bestehende Heizungssysteme nachgerüstet werden. « I I I / 02 Die Elcore 2400 ist die effizienteste und kompakteste Kraft-Wärme-Kopplungsanlage für Einfamilienhäuser und beruht auf der Hochtemperatur-Polymerelektrolyt-Brennstoffzellentechnologie (HTPEM). Sie deckt die Grundenergieversorgung in Höhe von bis zu 70 % des elektrischen Verbrauchs und 100 % der Trinkwassererwärmung ab. Damit ermöglicht sie im Einfamilienhaus Energiekosteneinsparungen von etwa 1.300 Euro pro Jahr und reduziert die Abhängigkeit von Strompreissteigerungen aufgrund des hohen Eigenverbrauchsanteils erheblich. Die Elcore 2400 passt in jedes Einfamilienhaus mit Gasanschluss und kann jederzeit einfach und kostengünstig auch in bestehende Heizungssysteme nachgerüstet werden. Diese hohe Effizienz konnte vor allem mit einer deutlichen Leistungserhöhung des HTPEM-Stacks erreicht werden und durch die deutliche Vereinfachung des gesamten Systemaufbaus. Parasitäre Verbraucher konnten deutlich reduziert werden, und der interne Wechselrichter hat einen deutlich erhöhten Wirkungsgrad. Darüber hinaus wurde das gesamte Gerät konsequent in Richtung einer kostengünstigen Fertigung und eines vereinfachten Services entwickelt. Im weiteren Verlauf des Vorhabens werden 400 Elcore 2400 Geräte aufgebaut und in einem umfangreichen Marktvalidierungsprogramm eingesetzt. Im Rahmen dieses Vorhabens ist die Elcore 2400 planmäßig zur Fertigungsreife weiterentwickelt worden und hat das CE-Zertifikat erfolgreich bestanden. Mit 104 % Gesamtwirkungsgrad ist es mit Abstand das effizienteste Kraft-Wärme-Kopplungsgerät, was sich auch bei den Energieeinsparungen für den Endkunden bezahlt macht. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Elcore GmbH 7.954.028 3.817.933 LAUFZEITBEGINN: 01. September 2013 LAUFZEITENDE: 31. Juli 2016 III. NIP — STATIONÄRE ENERGIEVERSORGUNG » MARKTVALIDIERUNG — ENTWICKLUNG VON ELCORE 2400 HAUSENERGIEANLAGEN « 056 / 057 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I I I / 03 » FELDTEST ELCORE 2400 HAUSENERGIEANLAGEN « Der Gebäudebereich ist für 40 % der CO2-Emissionen und des fossilen Primärenergieverbrauchs in Deutschland verantwortlich. Da sich Deutschland zu ambitionierten Klimaschutzzielen verpflichtet hat, sind Einsparungen in diesem Bereich mit einer Vielzahl von Maßnahmen dringend notwendig. Besonders groß ist dabei das Potenzial im Bereich der effizienten Hausenergieversorgung und insbesondere bei der Anwendung von Kraft-Wärme-Kopplung im Wohnbereich. Allein über die Kraft-Wärme-Kopplung kann der größte Anteil von Einsparungen von bis zu 50 % der CO2-Emissionen im Wohngebäudebereich erfolgen. Weitere Maßnahmen, wie Gebäudedämmung, effizientere Heiztechnik und sparsame Geräten können zusätzliche Einspareffekte bewirken. Die meisten Gebäude in Deutschland sind Einfamilienhäuser. Deren Anteil an den CO2-Emissionen ist beträchtlich. Aber gerade bei dieser Gebäudekategorie spielt die Kraft-Wärme-Kopplung bisher keine nennenswerte Rolle. Bis vor wenigen Jahren existierte keine kommerzielle Produktlösung nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung für Einfamilienhäuser, obwohl bei Endverbrauchern ein großes Interesse besteht. Installationen der Elcore 2400 in Einfamilienhäusern Im Rahmen des Förderprojekts konnte erfolgreich nachgewiesen werden, dass die Elcore 2400 die vorab erwarteten Aspekte vollständig erfüllt. Innerhalb des Vorhabens wurden insgesamt 50 Geräte in Einfamilienhäusern installiert und intensiv getestet. In diesem Rahmen konnte nachgewiesen werden, dass die Geräte eine sehr hohe Verfügbarkeit zeigen, und dass der Einbau in verschieden gestalteten Gasheizungssystemen und in verschiedenen Größen von Gebäuden problemlos möglich ist. In allen Fällen konnte gezeigt werden, dass die erwarteten Einsparungen auf der Strom- und Wärmeseite erreicht werden können. Die jeweiligen Feldtestpartner waren mit der Leistungsfähigkeit der Geräte sehr zufrieden. Das Feedback über die Serviceleistungen rund um die Installationen war regelmäßig positiv. Im Rahmen der Installationen wurde festgestellt, dass die Installateure teilweise noch unsicher auf die neue Brennstoffzellentechnik reagieren. Elcore hat daher im Rahmen dieses Projekts ein Installationspaket für Installateure, bestehend aus einem 500-Liter-Wasserspeicher, einer Frischwasserstation zur Trinkwassererwärmung, einem Ausdehnungsgefäß und der vorkonfektionierten Verrohrung, zusammengestellt. Dieses Installationspaket wurde bereits mit einigen Anlagen verbaut und hat bei den Installateuren zu positiver Resonanz und zu deutlich verringerten Installationszeiten geführt. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Elcore GmbH 1.745.943 838.053 LAUFZEITBEGINN: 01. September 2012 LAUFZEITENDE: 31. Dezember 2014 TECHNISCHE DATEN 2.400 kWh 1 GESAMTWIRKUNGSGRAD: 98 % ELEKTRISCHE LEISTUNG: 300 W THERMISCHE LEISTUNG: 600 W BRENNSTOFF: Erdgas ELEKTRISCHER ANSCHLUSS: 230 V / 50 Hz GERÄUSCHEMISSION: max. 49 dBA VORLAUFTEMPERATUR: max. 90°C ABMESSUNGEN (H X B X T): 90 x 50 x 50 cm GEWICHT: 85 kg 1 typisches Einfamilienhaus » Allein über die Kraft-Wärme-Kopplung kann der größte Anteil von Einsparungen von bis zu 50 % der CO2-Emissionen im Wohngebäudebereich erfolgen. « III. NIP — STATIONÄRE ENERGIEVERSORGUNG JÄHRLICHE STROMERZEUGUNG: 058 / 059 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I I I / 0 4 » BRANCHENLÖSUNG ENTSCHWEFELUNG FÜR BRENNSTOFFZELLENHEIZGERÄTE « Brennstoffzellenheizgeräte (BZHG) werden mit dem Ziel entwickelt, durch Energieeffizienz und –einsparung einen Beitrag zur CO2-Minderung zu leisten. Für den Betrieb eines BZHGs ist jedoch ein nahezu schwefelfreies Erdgas notwendig. Das Ziel des Projekts war aus diesem Grund die Entwicklung einer einheitlichen Entschwefelungseinheit als Branchenlösung für einen wirtschaftlichen und lebensdauergerechten Betrieb von BZHGs. Hierzu wurde ein Arbeitsprogramm, aufgeteilt auf neun Arbeitspakete, ausgearbeitet und eine Projektstruktur aufgebaut. Die Arbeitspakete unterteilten sich gemäß Projektplan wie folgt: Die aus dem Projekt hervorgehenden wesentlichen Ergebnisse sind: ≥ Erarbeitung eines branchenweiten Lastenhefts für BZHGs ≥ Erarbeitung einer repräsentativen deutschen Odorierungslandkarte (Abdeckung: 26 % des Gasmarktes) ≥ Materialcharakterisierung von zwölf unterschiedlichen BASF-Materialien AP-1: Lasten-/Pflichtenheft der Gerätehersteller AP-2: Schwefellandkarte AP-4: Materialentwicklung AP-5: Materialcharakterisierung AP-6: Auslegung der Branchenlösung AP-7: Zertifizierung AP-8: Wirtschaftlichkeitsbetrachtung AP-9: Recycling und Logistik ≥ Entwicklung von zwei Materialien entsprechend dem Lastenheft Die Projektlaufzeit sah gemäß Projektplanung zunächst eine dreijährige Laufzeit vor. Aufgrund von zusätzlichen Arbeitsinhalten, langen Versuchszeiten und einer gewünscht hohen Testzeit der Entwicklung wurde jedoch eine zweijährige kostenneutrale Verlängerung benötigt. Zur Entwicklung einer Entschwefelungseinheit wurden zunächst folgende Festlegungen getroffen: ≥ Feldtest der EK bei den BZHG-Herstellern & ZBT, bis Projektende 75 % des Zielwertes ohne Durchbruch erreicht, Testung wird fortgesetzt 1. Festlegung des Schwefelgrenzwerts für BZHG auf 0,1 Mol-ppm 2. Adsorptives, zweistufiges Entschwefelungskonzept ≥ Desulf-1: Entfernung von Mercaptanen, COS und H2S ≥ Desulf-2: Entfernung von THT, Disulfiden, DMS etc. ≥ Bewertung von Entschwefelungstechnologien, Auswahl und Auslegung einer Entschwefelungskartusche (EK) mittels Simulation ≥ Produktion von ca. 45 EK durch Industriepartner ≥ Programmierung eines Excel®-basierten Kostenabschätzungs-Tools ≥ Erarbeitung eines geschlossenen Konzepts für Recycling und Logistik ≥ Bestätigte Prüfvorschrift zur CE-Zertifizierung einer EK ≥ Entschwefelungseinheit entspricht den Lastenheftanforderungen PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Zentrum für Brennstoffzellen-Technik ZBT GmbH Hexis GmbH EBZ Entwicklungs- und Vertriebsgesellschaft Brennstoffzelle BASF SE DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH Donaldson Filtration Deutschland GmbH BAXI INNOTECH GmbH DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. Filter Profitlich Maschinenbau GmbH Vaillant GmbH 1.048.079 125.614 123.993 561.344 414.776 129.639 133.407 384.614 234.528 99.512 503.078 60.295 59.516 269.445 199.093 62.227 64.035 184.614 112.573 47.766 LAUFZEITBEGINN: 01. September 2009 LAUFZEITENDE: 30. August 2014 III. NIP — STATIONÄRE ENERGIEVERSORGUNG » Das Ziel des Projekts war aus diesem Grund die Entwicklung einer einheitlichen Entschwefelungseinheit als Branchenlösung für einen wirtschaftlichen und lebensdauergerechten Betrieb von BZHGs. « 060 / 061 NOW — JAHRESBERICHT 2014 NIP — SPEZIELLE MÄRKTE IV. NIP — SPEZIELLE MÄRKTE SÄMTLICHE PROJEKTE WERDEN AUF DEN FOLGENDEN SEITEN MIT IV / 01 — IV / 07, ABGESCHLOSSENE PROJEKTE MIT DEM SYMBOL GEKENNZEICHNET. 062 / 063 NOW — JAHRESBERICHT 2014 NIP — SPEZIELLE MÄRKTE Der Programmbereich Spezielle Märkte im Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoffund Brennstoffzellentechnologie (NIP) umfasst ein sehr breites Spektrum an Anwendungen. Die Bandbreite der Leistungsbereiche ist groß, und unterschiedlichste Brennstoffe und Brennstoffzellentechnologien kommen zum Einsatz. In den Speziellen Märkten findet auch eine Vielzahl von Komponenten Anwendung, die in Brennstoffzellen für Automobil- und stationäre Anwendungen eingesetzt werden. Die Leistungsbereiche der Anwendungen in den Speziellen Märkten reichen von einigen Hundert Watt für Bordstromversorgungen bis zu einigen Zehn Kilowatt für unterbrechungsfreie Stromversorgungen sowie einigen Zehn Kilowatt für Sonderfahrzeuganwendungen. Als Brennstoffe kommen Wasserstoff, Methanol, Ethanol, Bioethanol oder LPG (Propan, Butan) in Verbindung mit Reformern zum Einsatz. Zur Wasserstoffversorgung sind unterschiedliche Systeme im Einsatz; von Druckgasflaschen und Kartuschen mit Metallhydriden beziehungsweise Wasserstoffgeneratoren auf Basis chemischer Hydride. Darüber hinaus ist auch der Aufbau kleiner Wasserstofftankstellen vorgesehen. Für mit Methanol betriebene Systeme gibt es eine Distributionsinfrastruktur und –logistik. In Bezug auf die Brennstoffzellentechnologien wird das Spektrum von PolymerelektrolytBrennstoffzellen (PEMFC), Hochtemperatur-Polymerelektrolyt-Brennstoffzellen (HT-PEM), Direktmethanol-Brennstoffzellen (DMFC) bis hin zu Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC) abgedeckt. Spezielle Märkte umfasst die Anwendungsbereiche: ≥ Stromversorgung Business (Notstromversorgung USV, netzferne Stromversorgung, autarke/hybride Stromversorgung, Netzersatzanlagen), ≥ Stromversorgung Freizeit (Bordstromversorgung und Antriebe), ≥ Lagertechnik (Flurförderzeuge, Gabelstapler, Routenzugschlepper, Gepäckschlepper an Flughäfen), ≥ Sonderfahrzeuge (Müllfahrzeuge, Klein-LKW mit Brennstoffzellen-Range-Extender), ≥ elektrische Leichtfahrzeuge/Boote und ≥ Mikrobrennstoffzellen (Industriesensorik, Kleingeräteversorgung). QUERSCHNITTSTHEMEN INNOVATIVE ANTRIEBSTECHNOLOGIEN SPEZIELLE MÄRKTE 2 % 2 % NIP — STATISTIK: ANTEILE NACH ANWENDUNGSSEKTOREN (STAND: DEZEMBER 2014 *) STATIONÄR HAUSENERGIE 12 % 12 % 8 % STATIONÄR INDUSTRIE 61 % VERKEHR UND INFRASTRUKTUR 3 % WASSERSTOFFBEREITSTELLUNG Einzelprojekte 16 % 12 % Fertigung (STAND: DEZEMBER 2014) Stromversorgung Freizeit 8 % 20 % 8 % Stromversorgung Business Elektr. Leichtfahrzeuge/ Boote 28 % Sonderfahrzeuge Flurförderzeuge * Die Grafik umfasst Projekte in Planung bei NOW, in Bearbeitung bei PtJ, UIA (unverbindliche Inaussichtstellung) sowie bewilligte Projekte. Mikro-BZ IV. NIP — SPEZIELLE MÄRKTE 7 % 1 % NIP — SPEZIELLE MÄRKTE: VERTEILUNG NACH ANWENDUNGSBEREICHEN 064 / 065 NOW — JAHRESBERICHT 2014 1,5 JAHRE CLEAN POWER NET — EIN LEUCHTTURMPROJEKT IM NATIONALEN INNOVATIONSPROGRAMM WASSERSTOFF- UND BRENNSTOFFZELLENTECHNOLOGIE (NIP) NOTSTROMVERSORGUNG DURCH BRENNSTOFFZELLEN Wie verwundbar moderne Gesellschaften sind, zeigt sich erst bei einem Stromausfall. Computer, Basisstationen für Mobiltelefonnetze, Industrieroboter, Fertigungsanlagen, Signalanlagen in der Verkehrssteuerung, Intensivstationen und dergleichen — nichts geht ohne Strom. Eine sichere Stromversorgung ist daher wichtiger denn je — wir sind auf eine ausfallsichere Energieversorgung angewiesen. Gleichzeitig gilt es, den klimapolitischen Anforderungen der Energiewende gerecht zu werden und Strom möglichst CO2-neutral bereitzustellen. Brennstoffzellen können hierfür einen bedeutenden Beitrag leisten. Seit anderthalb Jahren engagieren sich hierfür 24 Vertreter der Brennstoffzellenbranche im Leuchtturmprojekt des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Clean Power Net (CPN). Der Zusammenschluss aus Industrieunternehmen und Forschungsinstituten ebnet den Weg für den breiten, schnellen und wirtschaftlichen Einsatz der Brennstoffzellentechnologie. 2014 lag der Fokus der gemeinsamen Anstrengungen im CPN auf der Entwicklung eines Konzepts anwendergerechter Wasserstoffinfrastruktur und –logistik im Arbeitskreis Wasserstoff, der übergreifend auch mit anderen Brennstoffzellenanwendern, wie der Clean Energy Partnership und der Arbeitsgruppe Wasserstoff, Brennstoffzellen und Elektromobilität an Flughäfen hierzu einen intensiven Austausch begonnen hat. Mit Blick auf den internationalen Markt fand im Mai 2014 ein Export-Workshop mit dem Titel »Autarke Energieversorgung mit Brennstoffzellen — Das Export-Potential von Anwendungen made in Germany« mit Referenten relevanter Einrichtungen, von Euler Hermes Deutschland AG, Germany Trade & Invest — GTAI, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der European Investment Bank EIB statt. Fazit der Veranstaltung: Besonders in den sogenannten Emerging Markets ist die Stromversorgung oft instabil oder gar netzfern. Darüber hinaus ist das Marktwachstum im Mobilfunkbereich immens und verspricht entsprechend hohen Absatz an Brennstoffzellenlösungen. Der Schwerpunkt der CPN-Aktivitäten ist zunächst auf das Marktsegment Telekommunikation gerichtet. Vor diesem Hintergrund hat CPN die Brennstoffzellentechnologie auch bei der European Telecommunications Network Operators' Association (ETNO) in Kopenhagen vorgestellt. Zudem startete im Februar 2014 ein weltweites Referenzprojekt zur sicheren Stromversorgung für den digitalen Funk bei Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) im Land Brandenburg mit mehr als sechs Millionen Euro Projektvolumen. Das BMVI stellt über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Fördermittel in Höhe von 3,2 Millionen Euro bereit. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Leuchtturmprojekts wird auch ein sogenanntes Auslegungstool für wasserstoffbasierte Brennstoffzellenanwendungen entwickelt, welches den CPN-Partnern zur Verfügung steht. Auf dem Heimatmarkt Deutschland sowie in Europa muss gezeigt werden, wozu die deutsche Industrie in der Lage ist. Denn vor allem mit entsprechenden Referenzen lassen sich gegenüber dem starken Wettbewerb aus USA auch Projekte in den Emerging Markets realisieren und Kundenaufträge gewinnen. Die Exportchancen für deutsche Brennstoffzellenanbieter sind enorm. Es gilt aber weiterhin, bei der Marktvorbereitung und -einführung von Brennstoffzellen in Industrie- und Businessanwendungen noch vorhandene Hindernisse und Nachteile gegenüber konventionellen Technologien abzubauen. CPN als offener, bundesweiter und branchenübergreifender Zusammenschluss der Branche will somit auch eine effizientere, intelligentere und klimaschonende Energieversorgung für Industrieanwender realisieren und eine entsprechende deutsche Zulieferindustrie damit stärken. IV. NIP — SPEZIELLE MÄRKTE Mehr Informationen zu Clean Power Net finden Sie unter www.cleanpowernet.de 066 / 067 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I V / 0 1 » GENSTORE « Ziel des Vorhabens sind die Entwicklung und Felderprobung einer modularen Brennstoffzellenstromversorgung mit integrierter Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse, die Energie aus einer diskontinuierlich arbeitenden Quelle (z. B. Fotovoltaik oder unregelmäßiges Stromnetz) in Wasserstoff speichern und bei Bedarf wieder als Elektroenergie zur Verfügung stellen kann. Damit ist eine sichere und kontinuierliche Versorgung dezentraler Verbraucher ohne Brennstofflogistik möglich. Einsatzbereiche werden der Mobilfunk und andere Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sein. Im Vorhaben werden folgende Themen bearbeitet: ≥ Evaluierung verschiedener Wasserstoffspeichertechnologien ≥ Entwicklung eines auf die gewählte Speichertechnologie angepassten Elektrolysemoduls ≥ mechanische und thermische Integration aller Komponenten ≥ elektrische Integration und Power-Management ≥ Anlagen-Betriebsführung ≥ Demonstrationsaufbauten und Feldtests PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Heliocentris Industry GmbH 3.075.942 1.476.452 LAUFZEITBEGINN: 01. November 2013 LAUFZEITENDE: 31. August 2016 » Einsatzbereiche werden der Mobilfunk und andere Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sein. « » Mit dem Vorhaben sollen der Einsatz und Betrieb von Brennstoffzellensystemen im Bereich der sogenannten kritischen Infrastrukturen vorangebracht werden. « I V / 02 » ERPROBUNG VON STROMVERSORGUNGS- UND NETZABSICHERUNGSANLAGEN AUF BRENNSTOFFZELLENBASIS FÜR BOS-DIGITALFUNK BADEN-WÜRTTEMBERG « Als Brennstoffzellentyp werden Polymerelektrolytbrennstoffzellen eingesetzt. Der Leistungsbedarf an den Standorten liegt im Bereich zwischen 2,0 bzw. 2,5 kW. Die Brennstoffversorgung erfolgt durch den Einsatz von komprimiertem Wasserstoff in Druckgasflaschen. Die Funkstandorte können bei einem Stromausfall damit bis zu 100 Stunden versorgt werden. Durch den Einsatz von Druckgasflaschen ist eine schnelle Nachlieferung von Wasserstoff vergleichsweise unkompliziert möglich. Mit dem Vorhaben sollen der Einsatz und Betrieb von Brennstoffzellensystemen im Bereich der sogenannten kritischen Infrastrukturen vorangebracht werden. Zugleich sollen anhand von Feldtests valide und belastbare Daten über die eingesetzten Systeme gewonnen werden, um die Systemhersteller bei Systemanpassungen und -weiterentwicklungen zu unterstützen. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Vermögen und Bau Baden-Württemberg 2.621.597 1.258.366 LAUFZEITBEGINN: 01. Juli 2013 LAUFZEITENDE: 30. Juni 2016 IV. NIP — SPEZIELLE MÄRKTE In Baden-Württemberg wurden für die Einführung des Digitalfunks in Deutschland für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) rund 700 Funkstandorte errichtet. Hinsichtlich der Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit bestehen an diese sogenannte kritische Infrastruktur besonders hohe Anforderungen. Daher hat sich das Land Baden-Württemberg dazu entschlossen, an 35 bedeutsamen und im Winter mitunter schwer erreichbaren Standorten eine stationäre Notstromversorgung durch die Installation von Brennstoffzellensystemen einzurichten. 068 / 069 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I V / 03 » BRENNSTOFFZELLEN RANGE EXTENDER FÜR NUTZFAHRZEUGE — REX « Das Brennstoffzellen Range Extender System für elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge wurde von der Proton Motor Fuel Cell GmbH als konzeptionelle, modulare Lösung auf der Basis eigener Stack- und Systemtechnologie entwickelt. Durch den modularen Ansatz wird die Anwendbarkeit auf unterschiedlichen Plattformen gewährleistet und somit der Brennstoffzellentechnologie ein breiterer Anwendungsbereich geschaffen. Die Zusammenarbeit mit deutschen Auftragsentwicklern und Zulieferern ermöglicht den Aufbau von Technologie-Know-How und Wertschöpfungsketten in Deutschland. Als einer der wenigen Brennstoffzellenhersteller im höheren Leistungsbereich strebt Proton Motor mit dieser Entwicklung eine Technologieführerschaft in Europa an. Auf Basis der bestehenden Technologie erfolgte stufenweise eine Anpassung an automotive Anforderungen wie mechanische Stabilität, elektromagnetische Verträglichkeit und Froststartfähigkeit. Um die Nutzbarkeit von Beginn an zu demonstrieren, wurde zur Integration ein bereits erfolgreich im Markt befindliches, batterieelektrisches Nutzfahrzeug mit 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht ausgewählt. Begonnen wurde das Projekt im April 2010 mit der Erstellung und dem Test eines Funktionsmusters. Ab Januar 2011 erfolgten der Aufbau und die Erprobung eines ersten Testfahrzeugs und ab 2012, auf dieser Grundlage, der Aufbau und die Erprobung eines zweiten, verbesserten Prototyps. Dieser wurde ab 2013 von verschiedenen Betreibern unter realen Bedingungen eingesetzt, um seine Alltagstauglichkeit zu beweisen. Durch den modularen Aufbau und die Entwicklung standardisierter Schnittstellen konnte ein universell adaptierbares Brennstoffzellensystem erstellt werden. Die Einbindung der Prüforganisation SGS-TÜV von Beginn an ermöglichte es, die europäische Straßenzulassungsreife nach RL 79/2009/EC zu erreichen. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist auch das von Proton Motor entwickelte intelligente Sicherheitssystem. Zur Dokumentation der wirtschaftlichen Erfolgsaussichten dieser Technologie wurde in Zusammenarbeit mit der TU München eine umfangreiche TCO-Analyse erstellt. Schwierigkeiten ergaben sich durch die geringe oder teilweise fehlende Verfügbarkeit geeigneter Komponenten. Einige dieser Komponenten mussten nach Vorgaben erst entwickelt werden, so z. B. der DC/DCWandler für die im automotiven Bereich geforderten Spannungslagen. Da die Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie für die entsprechenden Behörden noch weitgehend unbekannt ist, mussten im Zulassungsprozess teilweise hohe bürokratische Hürden überwunden werden. Größtes Hindernis bei der Suche nach Betreibern für den Einsatz im Alltagsbetrieb war die weitgehend fehlende Wasserstoffinfrastruktur. Der Brennstoffzellen Range Extender ist eine ideale Ergänzung zur Elektromobilität, da die Emissionsfreiheit erhalten bleibt und das Einsatzspektrum um solche Bereiche erweitert wird, für die die normale Batteriekapazität nicht ausreicht. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Proton Motor Fuel Cell GmbH 3.246.057 1.558.107 LAUFZEITBEGINN: 01. April 2010 LAUFZEITENDE: 31. Dezember 2014 IV. NIP — SPEZIELLE MÄRKTE Fahrzeugchassis mit integriertem Range Extender System 070 / 071 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I V / 0 4 » VEGA 2000 — BORDSTROMVERSORGUNG FÜR FREIZEITFAHRZEUGE « Die Truma Gerätetechnik GmbH & Co. KG, Putzbrunn, entwickelte ein Reformer-Brennstoffzellensystem für die netzunabhängige Bordstromversorgung von Freizeitfahrzeugen. Das APU-System mit dem Namen VeGA besitzt eine Leistung von maximal 250 Wel und arbeitet mit dem marktüblichen Energieträger Flüssiggas. Schwerpunkte des Demonstrationsvorhabens mit dem Ziel von 2.000 Brennstoffzellensystemen waren ≥ die Felderprobung von Brennstoffzellensystemen, ≥ die Realisierung entsprechender Produktionsvolumina, ≥ die Entwicklung und Etablierung der notwendigen Produktionsprozesse bei Truma und den beteiligten Zulieferunternehmen, ≥ die Erschließung von ersten wichtigen Kostenreduzierungspotenzialen durch die Schaffung von signifikanten Stückzahlen. Die Geräte wurden Endkunden im Caravaningmarkt zur Verfügung gestellt, wodurch — entsprechend den Zielsetzungen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie — ein unmittelbarer und nachhaltiger Beitrag zur Förderung von Image und Akzeptanz der Brennstoffzellentechnologie ermöglicht wird. Truma und den beteiligten Zulieferern bot das Vorhaben die Möglichkeit eines Markteinstiegs sowie der Qualifizierung und Validierung der eigenen Entwicklungsprozesse. Zudem diente das Projekt für die Zulieferunternehmen und deren Aktivitäten in den Bereichen mobiler und stationärer Brennstoffzellenanwendungen als wichtige »Early-Market«-Referenz. Die Umsetzung des Demonstrationsvorhabens gliederte sich in drei Teile: Maßnahmen zur Produktionsentwicklung und -vorbereitung bei Truma und den beteiligten Zulieferern, die Erprobung der APU-Systeme bei Endkunden und begleitende Markteinführungsmaßnahmen wie Schulung von Händlern, Fahrzeugherstellern und Endkunden sowie Öffentlichkeitsarbeit. Als Laufzeit für das Vorhaben wurden ursprünglich drei Jahre veranschlagt. Im Laufe des Projekts kam es zu Verzögerungen durch die Liefersituation bezüglich der Membran-Elektroden-Einheiten, welche eine Neuqualifizierung und damit eine Laufzeitverlängerung notwendig machte. Schließlich konnte ein serientauglicher Prozess zur Produktion eines BrennstoffzellenReformer-Systems erfolgreich etabliert werden. Dieser umfasst die Entwicklung geeigneter Fertigungs- und Qualitätssicherungsprozesse sowie den Aufbau entsprechender Produktionskapazitäten. Die Entwicklung und Beschaffung komponentenspezifischer Werkzeuge, Prüf- und Produktionsmittel bei Truma sowie bei Zulieferunternehmen wurde festgelegt. So konnte gemeinsam mit Zulieferern der Schritt von der Einzel- zur Serienfertigung gegangen werden. Auch wenn die geplante Stückzahl von 2.000 Systemen im Rahmen dieses Projekts nicht erreicht wurde, konnten umfangreiche Erprobungsphasen durchgeführt werden, die zu äußerst wichtigen und verwertbaren Erfahrungen bezüglich der Prozessstabilität, des praktischen Betriebs der Anlagen und des Betreuungsaufwands durch Beratung und Service führten. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Truma Gerätetechnik GmbH & Co. KG 4.327.001 1.947.149 LAUFZEITBEGINN: 01. Februar 2010 LAUFZEITENDE: 30. Juni 2014 I V / 0 5 » PLAKONEXA « Das Ziel des Vorhabens bestand darin, auf Basis des Heliocentris Nexa® 1200 Brennstoffzellenmoduls verschiedene Demonstratoren für Industrieanwendungen aufzubauen und diese zusammen mit Anwendungspartnern zu erproben. Dabei sollte herausgearbei- tet werden, für welche Anwendungsbereiche sich das Nexa® 1200 grundsätzlich gut eignet und welche Optimierungen für eine industrielle Kommerzialisierung erforderlich sind. REALISIERTE DEMONSTRATOREN (AUSWAHL): PARTNER TESTZEIT BESONDERE HERAUSFORDERUNGEN 1-kW-USV Chemiekonzern 6 Monate Test an zwei verschiedenen Lastsystemen: Notbeleuchtung und kleines Rechenzentrum 1-kW-USV Betreiber eines regionalen Rundfunksenders 5 Monate Containerinstallation 8-kW-Netzersatzanlage für die EDV Stadtverwaltung 12 Monate Parallelschaltung von 8 BZ-Modulen, Gebäudeintegration mit innen liegender H2-Bereitstellung 1-kW-Range-Extender für vorhandene USV Mittelständischer Hersteller 6 Monate Einbindung in vorhandene USV 1-kW-Back-up-System für Mobilfunkstationen P21, München 5 Monate Elektrische Integration und Einbindung in ein Energiemanagementsystem 0,5-kW-Primärstromversorgung für eine Breitbanddistribution Internetprovider, Brandenburg 6 Monate Dauerbetrieb bei < 50 % Nennlast, Winterbetrieb, Wasserstofflogistik IV. NIP — SPEZIELLE MÄRKTE ANWENDUNG 072 / 073 NOW — JAHRESBERICHT 2014 In allen getesteten Anwendungen konnte das Nexa® 1200 funktional überzeugen. Aufgrund seines einfachen Aufbaus und der unkomplizierten Implementierung eignet es sich besonders für USV- und Back-upAnwendungen. Dennoch sind für eine kommerzielle Einführung neben einer deutlichen Reduzierung der Herstellkosten mindestens folgende Optimierungen notwendig: ≥ eine Freigabe für den Betrieb mit 3.0 Wasserstoff, ≥ eine Erhöhung der zulässigen Betriebstemperatur, ≥ eine Verkürzung der Startzeit und ≥ eine Erhöhung der Anlaufverfügbarkeit. Die aufgetretenen Anlagenausfälle waren entweder auf Probleme mit Peripheriekomponenten (z. B. infolge Übertemperatur, Leckage) und auf Mängel bei der Integration (Luftqualität, elektrische Einbindung) zurückzuführen. Bei der Projektierung muss daher unbedingt auf ausgereifte und besser qualifizierte Peripheriekomponenten geachtet werden. Als wesentliche Hürde für eine schnelle und kosteneffiziente Umsetzung der Demonstratoren hat sich der Aufwand für die Wasserstoffbereitstellung erwiesen, vor allem die Erfüllung der Konformitätsanforderungen und die Flaschenlogistik. Hierbei wurde mehr als deutlich, dass für eine erfolgreiche Kommerzialisierung nicht nur ein technisch ausgereiftes Brennstoffzellensystem erforderlich ist. Durch die Übernahme der insolventen Münchner P21 GmbH Mitte 2011 hat sich die strategische Ausrichtung der Heliocentris wesentlich verändert: Der Marktfokus liegt seitdem auf Energiesystemen für Mobilfunk und anderen IKT-Anwendungen, insbesondere in Regionen mit schwachem oder ohne Stromnetz. Die damit verbundene Verlagerung des Wertschöpfungsansatzes fokussierte die Entwicklung auf hybride Energiesysteme und Energiemanagement. Das führte zu einem Abbruch der Weiterentwicklung der eigenen Nexa® Brennstoffzellenplattform zugunsten einer strategischen Partnerschaft mit der FutureE Fuel Cell Solutions GmbH. Seit Mitte 2013 wird deren Jupiter Brennstoffzellenplattform in Lösungen der Heliocentris erfolgreich eingesetzt. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Heliocentris Energiesysteme GmbH 1.589.181 762.807 LAUFZEITBEGINN: 01. Mai 2010 LAUFZEITENDE: 30. September 2014 » In allen getesteten Anwendungen konnte das Nexa® 1200 funktional überzeugen. « I V / 0 6 » ALL-ELECTRIC-YACHT « Das Projekt gliedert sich in den Bereich Spezielle Märkte des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoffund Brennstoffzellentechnologie ein. Dieser sieht u. a. die Entwicklung von Booten und Leichtfahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb vor, um Image und Akzeptanz der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie zu fördern. Mit dem hier vorgelegten Demonstrationsprojekt, welches in einer bedeutenden, touristisch genutzten Region Deutschlands (Müritz-Region) umgesetzt wurde, kann dazu ein Beitrag geleistet werden. Das Ziel des Vorhabens bezieht sich auf die vollständige Elektrifizierung von drei Hausbooten des Typs Voyager for 2 der Firma Woterfitz Wasserfreizeit Holtkamp + Partner OHG mit Sitz in Rechlin an der Müritz. Dabei wurden drei verschiedene Konstellationen aus PV-Modul, Brennstoffzelle, Lithium-Ionen-Akkumulator und Elektroantrieb entwickelt und in die Hausboote integriert. Der einzusetzende Wasserstoff-Druckspeicher zzgl. aller Druckventile und Druckleitungen blieb hingegen in seiner Dimension und Charakteristik in allen drei Hausbooten gleich. Die drei Hausboote haben weiterhin folgende wesentliche Daten: ≥ Voyager for 2 (1): 2 kW Elektroantrieb, 0,5-kWBrennstoffzelle, 600 Ah Lithium-Ion-Akku ≥ Voyager for 2 (2): 2 x 2 kW Elektroantrieb, 1-kWBrennstoffzelle, 500-Ah-Lithium-Ion-Akku Das wissenschaftlich-technische Ergebnis des Vorhabens wurde vollständig erreicht. Es wurden wertvolle technische Informationen zu den entwickelten Hausbootvarianten und den damit verbundenen Erweiterungen zu den verwendeten Komponenten erarbeitet. Die gute Zusammenarbeit und Verknüpfung unterschiedlicher Entwicklungspartner und Organisationsformen wurde weiter gefestigt. Weiterhin konnten Erkenntnisse im Umgang mit voll elektrischen Hausbooten generiert werden, die in dieser Form bisher nicht vorlagen. Eine Übertragung der gesammelten Erfahrungen auf andere Bereiche der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie und auch der Elektromobilität im Allgemeinen ist möglich. Das Demonstrationsprojekt verhalf den beteiligten Projektleitern und Mitarbeitern zu einem fundamentalen Know-How-Gewinn in Bezug auf die Integration bzw. Substitution alternativer, grüner Energieerzeuger und –verbraucher in einem konventionellen Anwendungsbereich. Besonders die Erfahrungen mit dem Umgang des innovativen Energieträgers Wasserstoff in Bezug auf Hochdruck und Sicherheit konnten aufgebaut werden. Alle Ergebnisse wurden unter Einhaltung des vorgenommenen Kostenplans realisiert. Es musste jedoch aufgrund verzögerter Komponentenzulieferungen das Projekt um ein halbes Jahr verlängert werden. Die aufgetretenen Schwierigkeiten bezogen sich fortwährend auf die noch fehlende Wasserstoffinfrastruktur in der Müritz-Region. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Woterfitz Wasserfreizeit Holtkamp & Partner OHG Hochdruck-Reduziertechnik GmbH FutureE Fuel Cell Solutions GmbH 568.646 442.524 528.944 272.950 212.412 253.893 LAUFZEITBEGINN: 01. August 2011 LAUFZEITENDE: 30. September 2014 IV. NIP — SPEZIELLE MÄRKTE ≥ Voyager for 2 (3): 2 x 1 kW Elektroantrieb, 2-kWBrennstoffzelle, 500-Ah-Lithium-Ion-Akku 074 / 075 NOW — JAHRESBERICHT 2014 » Die Entwicklung von Booten und Leichtfahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb fördert Image und Akzeptanz der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. « IV. NIP — SPEZIELLE MÄRKTE 076 / 077 NOW — JAHRESBERICHT 2014 I V / 07 » PRAXISERPROBUNG VON STROMVERSORGUNGS- UND NETZABSICHERUNGSANLAGEN MIT BRENNSTOFFZELLEN AN BASISSTATIONEN DES BOS-DIGITALFUNKS « Im Zuge des Aufbaus des BOS-Digitalfunknetzes wurden in Niedersachsen an vier Standorten Basisstationen mit Brennstoffzellen ausgestattet. Sie sollen bei einem Stromnetzausfall eine mindestens 72-stündige Stromversorgung und damit die Funktionsfähigkeit der Funktechnik sicherstellen. Die Auswahl dieser Standorte erfolgte dabei unter dem Gesichtspunkt einer eingeschränkten Erreichbarkeit beispielsweise wegen Hochwasser. In Zusammenarbeit mit der Leibniz Universität Hannover wurden Anforderungen formuliert und die Wirtschaftlichkeit gegenüber herkömmlichen Netzersatzanlagen festgestellt. Der wirtschaftlichste Anbieter erhielt den Zuschlag. Der Aufbau erfolgte zwischen 2012 und 2014 im Zuge der abschnittsweisen Errichtung des BOS-Digitalfunks. Die Betriebsfähigkeit der Brennstoffzellen kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Als besondere Herausforderung für den laufenden Betrieb stellt sich die Lieferung von Wasserstoffersatzflaschen dar. In diesem Zusammenhang wird zukünftig regelmäßig die Frage zu beantworten sein, bei welchem Befüllungsgrad ein Austausch der Flaschenbündel notwendig sein wird. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen 365.912 175.638 LAUFZEITBEGINN: 01. Juli 2010 LAUFZEITENDE: 30. Juni 2014 »Die Basisstationen mit Brennstoffzellen sollen bei einem Stromnetzausfall eine mindestens 72-stündige Stromversorgung und damit die Funktionsfähigkeit der Funktechnik sicherstellen. « IV. NIP — SPEZIELLE MÄRKTE BOS-Basisstation mit Brennstoffzellensystem 078 / 079 NOW — JAHRESBERICHT 2014 BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT SÄMTLICHE PROJEKTE WERDEN AUF DEN FOLGENDEN SEITEN MIT V / 01 — V / 10, ABGESCHLOSSENE PROJEKTE MIT DEM SYMBOL GEKENNZEICHNET. 080 / 081 NOW — JAHRESBERICHT 2014 ELEKTROMOBILITÄT ALS BAUSTEIN DER ENERGIEWENDE FÖRDERSCHWERPUNKT ELEKTROMOBILITÄT Die Bundesregierung unterstützt die Forschung und Entwicklung alternativer Antriebe technologieoffen und verkehrsträgerübergreifend. Gefördert werden Antriebsmodelle von Plug-In-Hybrid über Batterie bis zur Brennstoffzelle, auf Straße und Schiene wie in der Schifffahrt und im Luftverkehr. Mit dem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter im Bereich Elektromobilität zu entwickeln. Die Elektrifizierung des Verkehrssektors dient dabei dem Ziel, Mobilität in Zukunft energieeffizienter, klima- und umweltverträglicher zu gestalten und die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen zu reduzieren. Der Ausbau der Elektromobilität stellt damit eine tragende Säule zur Umsetzung der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung dar. MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT Aus Mitteln des Konjunkturpakets II hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), ehemals Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), 2009 die Modellregionen Elektromobilität ins Leben gerufen. Der strategische Ansatz der Modellregionen gliedert sich in zwei Hauptbereiche: die Demonstration und Untersuchung der Alltagstauglichkeit von Elektromobilität in den regionalen Projekten und die übergreifende wissenschaftliche Begleitforschung. Durch die Zusammenarbeit der Projektpartner aus Industrie, Forschung und öffentlicher Hand werden lokale Netzwerke geschaffen. Mit der Arbeit in den Modellregionen des BMVI wird das Ziel der Marktvorbereitung über die Erprobung der Technologie im Alltag verfolgt. Im Rahmen der übergeordneten wissenschaftlichen Begleitforschung werden die Erfahrungen und Ergebnisse zu zentralen Fragestellungen aufbereitet. Hier ist das Ziel, gemeinsam über alle beteiligten Unternehmen und Organisationen hinweg, dazuzulernen und auch neue Akteure zu befähigen, in das Thema Elektromobilität einzusteigen. In der Begleitforschung richtet sich der Fokus auf die Themenfelder Infrastruk- tur, innovative Antriebe und Fahrzeuge, Flottenmanagement, Sicherheit, Nutzerperspektive, Ordnungsrecht sowie Raum-, Stadt- und Verkehrsplanung. UMSETZENDE ORGANISATIONSSTRUKTUR Die Steuerung der Modellregionen Elektromobilität des BMVI obliegt der NOW. Zu den zentralen Aufgaben der NOW gehören die Definition und Auswahl der programmatischen Schwerpunkte in Abstimmung mit dem BMVI, die Koordination der wissenschaftlichen Begleitforschung sowie die Steuerung der einzelnen Projekte. Das BMVI sorgt für die Verankerung im politischen Kontext und ist gemeinsam mit der Bundesregierung verantwortlich für die inhaltliche Schwerpunktbestimmung im Bereich Elektromobilität. Der Projektträger Jülich (PtJ) ist für die Projektadministration verantwortlich und unterstützt das Programm mit förderrechtlicher Beratung. Die Koordination auf regionaler Ebene erfolgt über die Projektleitstellen, besetzt mit regionalen Akteuren aus den Bereichen Wirtschaftsförderung, Stadtwerken, Energieagenturen und sonstigen öffentlich-privaten Partnerschaften. Sie sichern den Austausch zwischen den lokalen Projektpartnern und gestalten so lokale und regionale Partizipation am Programm. Der regionenübergreifende Austausch findet im Strategiekreis statt. Er bildet die Plattform, in der sich Vertreter der Projektleitstellen der Modellregionen, Akteure der Begleitforschung sowie BMVI, NOW und PtJ über die Programmaktivitäten austauschen. Die Schaufenster Elektromobilität (Berlin/Potsdam, Stuttgart, Bayern/ Sachsen) sowie die Begleit- und Wirkungsforschung der Schaufenster sind ebenfalls in den Strategiekreis eingebunden. 1.500 Fokus im MR 2.0 1.597 PKW + NFZ HEV REEV 1.200 90 BEV PHEV 900 1.049 600 1 1 300 16 3 9 0 Busse 336 1 113 6 PKW Nutzfahrzeuge FÖRDERUNG DER ELEKTROMOBILITÄT IN DEN MODELLREGIONEN Die Aktivitäten der Modellregionen sind geprägt durch eine vielfältige Projektlandschaft. Innerhalb der vergangenen Jahre konnten unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden, die den maßgeblichen Rahmen für die Gestaltung künftiger Projekte bilden. Exemplarisch können diese wie folgt benannt werden: ≥ Integration der Elektromobilität in den regionalen ÖPNV ≥ Fokussierung auf Wirtschaftsverkehre und CityLogistik ≥ Intermodalität und verknüpfte E-Car-SharingAngebote (Mobilität in der Kette) ≥ Verknüpfung von Wohnen und Elektromobilität über quartiersbezogene Projekte ≥ Hybridisierung im regionalen Schienenverkehr ≥ Innovative Ansätze im Bereich Infrastruktur: u. a. gesteuertes Laden, Schnellladung, Induktionsladung Pedeles/ E-Roller Schienenfahrzeuge Sonderfahrzeuge Auf Grundlage der Förderrichtlinie vom Juni 2011 wurden rund 80 Projektverbünde mit mehr als 250 Partnern und einem Gesamtfördervolumen von etwa 140 Millionen Euro in die Umsetzung gebracht. Aus den Projekten heraus werden quartalsgenau die konkreten Zahlen zum Fortschritt der Infrastruktur und der Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge erfasst. Zum Ende des Jahres 2014 sind ca. 78 Prozent der in den Projekten geplanten Fahrzeuge und 82 Prozent der Ladestationen in Betrieb. Somit sind insgesamt ca. 2.000 Fahrzeuge im Einsatz und 1.200 Ladepunkte in den Projekten aufgebaut und in Betrieb. Die NOW koordiniert in Zusammenarbeit mit dem zentralen Datenmonitoring die umfangreiche Datenerfassung zu Fahrzeug- und Infrastrukturzahlen als zentrales Tool zur Erfassung der Istsituation der laufenden Fahrzeug- und Infrastrukturprojekte der Modellregionen. Die Abbildung verdeutlicht die Situation zu Jahresende 2014 im Fahrzeugbereich. Der Schwerpunkt der elektromobilen Anwendungen liegt entsprechend der Fokussierung der Bundesregierung mit mehr als 80 Prozent der Gesamtflotte auf PKW- und Nutzfahrzeugen. Die deutschen Automobilhersteller hatten in den Jahren 2009 und 2010 noch keine kommerziellen Elektrofahrzeuge in ihrer Produktpalette, um die Fahrzeugnachfrage in den Modellregionen und -projekten zu decken. Vielfach musste auf das Angebot ausländischer Hersteller oder Umrüstlösungen zurückgegriffen werden. Beflügelt durch die Förderprogramme bieten sie nunmehr entsprechende Fahrzeuge an: Ende 2014 sind 17 Modelle deutscher Hersteller verfügbar. V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT ≥ Sonderverkehrsanwendungen an Flughäfen und im kommunalen Einsatz ≥ Flottenanwendungen im kommunalen und gewerblichen Bereich 332 082 / 083 NOW — JAHRESBERICHT 2014 GEMEINSAMER STRATEGIEKREIS HAMBURG NUTZERPERSPEKTIVE BREMEN / OLDENBURG NIEDERSACHSEN FLOTTENMANAGEMENT INNOVATIVE ANTRIEBE UND FAHRZEUGE MODELLREGIONEN THEMEN BEGLEITFORSCHUNG BERLIN / BRANDENBURG RHEIN-RUHR SICHERHEIT RHEIN-MAIN INFRASTRUKTUR RAUM/STADT- UND VERKEHRSPLANUNG BAYERN / SACHSEN ORDNUNGSRECHT REGION STUTTGART ZENTRALES DATENMONITORNG MODELLREGIONEN SCHAUFENSTER/FRÜHERE MODELLREGIONEN SCHAUFENSTER THEMENFELDER DER WISSENSCHAFTLICHEN BEGLEITFORSCHUNG THEMENFELD SICHERHEIT (FOKUS: BATTERIESICHERHEIT) Koordination des Themenfelds: ≥ Silke Wilhelm, NOW ≥ Dr. Christian Schlosser, BMVI ≥ Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW) ≥ Weitere Experten aus den Bereichen Fahrzeugund Batteriesicherheit Zusammensetzung der Teilnehmer: Koordinierende Instanzen (NOW und BMVI), wissenschaftliche Leitung durch das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW) in Kooperation mit Experten aus den Bereichen Fahrzeug- und Batteriesicherheit sowie im Austausch mit dem Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien e. V. (KLiB) und seinen Mitgliedern der Bereiche Forschung und Entwicklung, Batteriematerialien und -komponenten, Zell- und Batteriefertigung und den OEM FHG ISI und ICT, Clairant, Adam Opel AG, envites, der EnergieAgentur.NRW und FCBAT. Inhalte der Studie sind zum einen Risikobewertungen entlang des Lebenszyklus und zum anderen die Erarbeitung von Vorschlägen zur Risikominimierung. Die Lebenszyklusbetrachtung integriert die Bereiche Rohstoffverfügbarkeit, Design- und Konzeptionsphase, Produktion, Lagerung und Transport bis hin zur Nutzung und Nachnutzung der Batterien mit entsprechendem Recycling auf Zell- und Batterieebene. Teil der Nutzungsphase ist auch der Einsatz der Batterien im Fahrzeug und die Bewertung der Sicherheitsaspekte nach verschiedenen Einsatzbereichen. Daher werden die Aktivitäten zur Fahrzeugsicherheit im Rahmen einer Arbeitsgruppe bzw. als Arbeitspaket innerhalb der Studie fortgeführt. Inhaltlicher Fokus/Fragestellungen: Die Einhaltung von Sicherheitsstandards ist eine zentrale Voraussetzung für die Akzeptanz und Markteinführung von Elektrofahrzeugen. Das Themenfeld adressiert daher sicherheitsrelevante Aspekte und Fragestellungen rund um das Elektrofahrzeug. Diese umfassen u. a. die Themen Batteriesicherheit, Risiko und Sicherheitsbewertung bei Fahrzeugen und Infrastruktur sowie den Einfluss der Elektrofahrzeuge auf die Verkehrssicherheit, z. B. infolge der Reduzierung der Fahrzeuggeräusche bei niedrigen Geschwindigkeiten. V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT In den Jahren 2009 bis 2011 wurden innerhalb der Förderung der Modellregionen umfassende Sicherheitsdokumentationen der dort eingesetzten Elektrofahrzeuge durchgeführt. Zudem wurde ein Monitoring der Stör- und Ausfälle von Fahrzeugen und Komponenten durchgeführt. An diese Vorarbeiten knüpfen die derzeitigen Arbeiten im Themenfeld an. Darin werden weiterführende Untersuchungen zur Sicherheit von Traktionsbatterien im gesamten Lebenszyklus durchgeführt. Diese sind eingebettet in die Studie BatSich (Batteriesicherheit) des ZSW, gemeinsam mit den Partnern KLiB (Kompetenznetzwerk Li-Ionen-Batterie), Fraunhofer 084 / 085 NOW — JAHRESBERICHT 2014 Materialherstellung Produktion Elektrode/ Elektrolyt Zellproduktion Batteriefertigung Fahren Laden Integration EV Entwicklung Warten Lagerung Gebrauch Transport Parken Service Recycling Wagenwaschen Reuse Unfall Entwicklung, Lagerung, Transport, Service Produktion Elektrode/Elektrolyt Zellproduktion Batteriefertigung Darstellung der Lebenszyklusphasen der Batterie Ziel der Arbeit innerhalb des Themenfelds ist es, bereits vorliegende Erkenntnisse zu erfassen, diese zu untersuchen sowie Lücken zu identifizieren und zu bewerten. Über diesen Prozess sollen weitere Erkenntnisse gewonnen und Handlungsempfehlungen für relevante Akteure und Einrichtungen (Politik, Wissenschaft und Integration EV Gebrauch Recycling 2nd life Fahren Laden Warten Parken Wagenwaschen Unfall Unternehmen) generiert werden. Die Ergebnisse werden über einen umfassenden Abschlussbericht zum Ende 2015 zur Verfügung gestellt. Die Arbeiten des Themenfelds mit seinen Ergebnissen dienen allen Interessengruppen als Dialogforum zur Sicherstellung der Batterie- und Elektrofahrzeugsicherheit. THEMENFELD FLOTTENMANAGEMENT Koordination des Themenfelds: ≥ Dominique Sévin, NOW/Frank Blinde, NOW ≥ Dr. Christian Schlosser, BMVI/Sabine Domke, BMVI ≥ Wolfgang Rid, Fachhochschule Erfurt & StädtebauInstitut der Universität Stuttgart/Michael Grausam, Städtebau-Institut der Universität Stuttgart Zusammensetzung der Teilnehmer: Das Themenfeld-Netzwerk umfasst mehr als 200 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und der öffentlichen Hand. An den Themenfeldtreffen und Workshops nahmen insgesamt mehr als 50 unterschiedliche Akteure teil. Inhaltlicher Fokus/Fragestellungen: Das Themenfeld Flottenmanagement befasst sich mit Fragestellungen rund um die Elektrifizierung von kommunalen und gewerblichen Flotten. Der Fokus liegt dabei auf folgenden Themen: ≥ Welche Vor- und Nachteile haben Elektrofahrzeuge für Flottenbetreiber? ≥ Welche Faktoren sind für die erfolgreiche Integration von Elektrofahrzeugen in Fuhrparks entscheidend? Was muss bei der Integration von Elektrofahrzeugen in Fuhrparks beachtet werden? ≥ Unter welchen Voraussetzungen sind Elektrofahrzeuge in Flotten wirtschaftlich zu betreiben? ≥ Welche Erfahrungswerte und Ergebnisse können aus Projekten der Modellregionen Elektromobilität gewonnen werden? Themen/Projekte/Inhalte 2014: Der thematische Fokus des Themenfelds gründet auf den Ergebnissen einer Befragung zu den Wissensbedarfen von Projektleitstellen, wissenschaftlichen Begleitforschungsinstituten, Unternehmen und Kommunen. Aus den Ergebnissen der Vorabbefragung wurden die inhaltlichen Schwerpunkte der Begleitforschung abgeleitet. Zwei Themenfeldtreffen bildeten den Rahmen zum Erfahrungsaustausch und zur Netzwerkbildung von Akteuren aus Wissenschaft und Praxis. Zudem wurden in zwei Workshops Erfolgsfaktoren für Elektromobilität in Flotten vertieft untersucht und Handlungsempfehlungen zur Integration von Elektrofahrzeugen in kommunale und gewerbliche Fuhrparks erarbeitet. Eine breit angelegte Befragung von Flottenbetreibern mit Elektromobilitätserfahrung diente dem Erkenntnisgewinn zu Kernthemen von Elektromobilität in Fuhrparks (Kosten, Betreibermodelle, Ladeinfrastruktur etc.). Zur Ergänzung wurden neun Tiefeninterviews mit Fuhrparkbetreibern durchgeführt. Darin wurden die Herausforderungen sowie die angewandten Lösungsansätze bei der Einführung von Elektrofahrzeugen in unterschiedlichen Fuhrparks (kommunale und betriebliche) im Detail betrachtet. Die Ergebnisse der Begleitforschung im Themenfeld Flottenmanagement werden praxisnah in Form eines Handlungsleitfadens »Elektromobilität in Flotten« aufbereitet. Der Leitfaden wendet sich an Flottenbetreiber und Fuhrparkmanager und bietet Hilfestellung bei den wesentlichen Fragen zur Integration von Elektrofahrzeugen in kommunale und gewerbliche Flotten. V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT 086 / 087 NOW — JAHRESBERICHT 2014 PROZESSSCHAUBILD LADEINFRASTUKTUR Öffentlich Kommune Errichter/Betreiber von Infrastruktur im öffentlichen Raum Halb-Öffentlich Privat Errichter von Infrastruktur im halb-öffentlichen Raum Arbeitgeber Privatperson Zugang zum Prozessschaubild Ladeinfrastruktur im Starterset-Elektromobilität THEMENFELD INFRASTRUKTUR Koordination des Themenfelds: ≥ Johannes Pallasch, NOW ≥ Dr. Christian Schlosser, BMVI ≥ Dr.-Ing. Gerald Rausch/Markus Müller, FraunhoferInstitut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung Zusammensetzung der Teilnehmer: Vertreter von Stadtwerken, Verbänden, wissenschaftlichen Instituten, Kommunen, Hersteller für Ladetechnik und Betreiber von Ladepunkten, Energieversorgungsunternehmen Inhaltlicher Fokus/Fragestellungen: Ziel ist der Aufbau einer Ladeinfrastruktur im nationalen Raum. Hierzu sollen Handlungsempfehlungen für Kommunen, Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerke erzeugt werden. Klärungsbedarf besteht bei den folgenden Rahmenbedingungen: ≥ Technische Umsetzung ≥ Ökonomische Möglichkeiten ≥ Rechtliche Vorgaben ≥ Standort und notwendige Verteilungsdichte der Ladepunkte Themen/Projekte/Inhalte 2014: Im Projektjahr 2014 wurde die Online-Plattform Starterset-Elektromobilität erarbeitet. Diese webbasierte Informationsplattform soll den Entscheidungsträgern u. a. von Kommunen eine Möglichkeit bieten, schnell und gezielt notwendige Informationen zur Errichtung von Ladepunkten in der Region zu erhalten. Das entwickelte Prozessschaubild innerhalb der Webplattform vereinfacht die Bedienung für die Nutzer durch eine intuitive Gestaltung. In der folgenden Abbildung ist der Zugang zum Prozessschaubild dargestellt. Hier muss der Nutzer selbst bestimmen, in welchem Raum die Ladestation aufgebaut werden muss. Mit dieser Identifikation wird der Informationsumfang begrenzt und werden lediglich die für den Nutzer relevanten Informationen beschrieben. Das Prozessschaubild soll ein Werkzeug für den Prozess der Planung, der Genehmigung, des Aufbaus und des Betriebs von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge darstellen. Die Veröffentlichung »Öffentliche Ladeinfrastruktur für Städte, Kommunen und Versorger« wurde im Februar 2014 erstellt und dient als Informationsgrundlage über den aktuellen Stand der Ladetechnik für die Elektromobilität. Hiermit soll der Aufbau einer interoperablen und bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gefördert werden. Am 4. und 5. Februar 2014 fand die Veranstaltung »Elektromobilität vor Ort — Fachkonferenz für kommunale Vertreter« in Bremen statt. Als Auftaktveranstaltung einer Reihe von gleichnamigen Konferenzen im regelmäßigen Turnus trafen sich mehr als 200 Vertreter/innen aus Kommunen, kommunalen Unternehmen, Wirtschaftsförderungen und Landesministerien für zwei Tage in Bremen. Im Rahmen von drei Foren mit Fachvorträgen und Diskussionen wurden die Themen Ladeinfrastruktur, Ordnungsrecht sowie Verkehrsplanung und Stadtentwicklung adressiert. Ergänzt wurde die Veranstaltung durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Roadshow, Fahrzeugausstellung und Exkursion. Im Oktober 2014 wurde die Kurzübersicht »Prozessschritte zur normgerechten Errichtung von Ladesäulen/ Wallboxen« in einem Flyer veröffentlicht. Diese Handlungsempfehlung soll vor Errichtung von Ladepunkten als Informationsgrundlage dienen, um die normgerechte Errichtung, Inbetriebnahme und den dauerhaft sicheren Betrieb derartiger Anlagen zu gewährleisten. THEMENFELD ORDNUNGSRECHT/ STADTENTWICKLUNG UND VERKEHRSPLANUNG Koordination des Themenfelds Ordnungsrecht: ≥ Dominique Sévin, NOW ≥ Eva Schmitz-Michels, BMVI ≥ Stefanie Hanke, Deutsches Institut für Urbanistik Koordination des Themenfelds Stadtentwicklung und Verkehrsplanung: ≥ Silke Wilhelm, NOW ≥ Dr. Christian Schlosser, BMVI ≥ Anne Klein-Hitpaß, Deutsches Institut für Urbanistik Zusammensetzung der Teilnehmer: Kommunale Vertreter der Modellregionen Elektromobilität aus unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen sowie weitere Akteure aus der Wissenschaft und Wirtschaft Inhaltlicher Fokus/Fragestellungen: Die herausgehobene Rolle der Kommunen bei der Integration und Verbreitung der Elektromobilität wird mittlerweile von allen Akteuren anerkannt. Städte und Gemeinden sind wichtige Akteure, wenn es beispielsweise um die alltagstaugliche Verfügbarkeit elektromobiler Fahrzeuge, die Umsetzung von (elektromobilen) Mobilitätskonzepten oder die Genehmigung von Ladepunkten geht. Mit dem Themenfeld Stadtentwicklung und Verkehrsplanung möchte die wissenschaftliche Begleitforschung dieser zentralen Rolle gerecht werden. felder Ordnungsrecht sowie Stadtentwicklung und Verkehrsplanung eng zusammengearbeitet. Im Fokus dieser Kooperation standen dabei unterschiedliche Arbeitsgruppen und Erfahrungsaustausche: ≥ Die AG »Kommunale Strategien/Governance«, in der u. a. der Frage nachgegangen wird, welche Strukturen in den Kommunen für eine erfolgreiche Umsetzung von Elektromobilität notwendig sind. Ergänzend wurde in diesem Rahmen zu ≥ »kommunalen Erfahrungsaustauschen« eingeladen, die ebenfalls auf die inneren kommunalen Strukturen, Abläufe und Organisation fokussierte. ≥ Die AG »Planungsinstrumente« beschäftigte sich mit der Integration von Elektromobilität in strategische, operative und planerische Instrumente. Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppen münden in einer gemeinsamen Veröffentlichung der beiden Themenfelder: »Elektromobilität in der kommunalen Umsetzung: Strategien und planerische Instrumente«, die zur Konferenz »Elektromobilität in Kommunen« im Januar 2015 in Offenbach veröffentlicht wurde. 2014 stand die Frage im Mittelpunkt, wie Elektromobilität als Systemelement in eine nachhaltige Stadt- und Verkehrsplanung zu integrieren ist, welche Strategien Kommunen bei der Integration der Elektromobilität verfolgen können und welche planerischen Instrumente für die Umsetzung von Maßnahmen zur Verfügung stehen. V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT Viele mit der Elektromobilität verbundene kommunale Aufgaben können nur im Rahmen der bestehenden strategischen und operativen Instrumente angegangen werden. Hierfür ist gleichzeitig sowohl planerische als auch juristische Expertise erforderlich. Aufgrund dieser inhaltlichen Verknüpfung haben 2014 die Themen- 088 / 089 NOW — JAHRESBERICHT 2014 Themenfeld Stadtentwicklung und Verkehrsplanung: Darüber hinaus wurde die bereits 2013 begonnene Arbeitsgruppe »E-Wirtschaftsverkehr« fortgesetzt. Neben der Vernetzung der Akteure wurden in thematischen Workshops die Chancen und Handlungsspielräume in den Kommunen erörtert. Die Ergebnisse wurden mit der Veröffentlichung: »Elektromobilität im städtischen Wirtschaftsverkehr. Chancen und Handlungsräume in den Kommunen« den Kommunen zur Verfügung gestellt. Die Broschüre stellt die Potenziale von Elektromobilität bei der Gestaltung einer nachhaltigen städtischen Mobilität in dem Einsatzfeld des Wirtschaftsverkehrs in den Mittelpunkt und stellt neben ausgewählten Schwerpunkten und Maßnahmen Handlungsstrategien der Kommunen vor. Um ein belastbares Bild über die Aktivitäten der Städte im Zusammenhang mit der Elektromobilität zu gewinnen, wurde eine deutschlandweite Städteumfrage durchgeführt. Die Ergebnisse der Difu-Städteumfrage wurden Anfang 2015 veröffentlicht und zeichnen ein kommunales »Stimmungsbild« hinsichtlich des Themas Elektromobilität. Themenfeld Ordnungsrecht Neben den beschriebenen Gegenständen der Kooperation mit dem Themenfeld Stadtentwicklung und Verkehrsplanung stand im Fokus des Themenfelds Ordnungsrecht das Elektromobilitätsgesetz (EMoG — Entwurf eines Gesetzes zur Bevorrechtigung der Verwendung elektrisch betriebener Fahrzeuge), welches im Frühjahr 2015 in Kraft tritt. Es soll Rechtssicherheit geben und den Kommunen eine Reihe von Möglichkeiten bieten, Elektrofahrzeugen bestimmte Vorteile einzuräumen. Das Themenfeld leistete hier systematische Vorarbeit für den Gesetzentwurf sowie die Vortragstätigkeit zu den Gesetzesinhalten. Zudem erfolgte eine Vorstrukturierung und -auswertung von Länder- und Verbandsanhörungen. Ein weiterer, auch in der Zukunft zentraler Bestandteil des Themenfelds waren der Austausch und die Sammlung zu Gegenständen weiterer Gesetzesvorhaben. Zudem erfolgte an einzelnen Punkten eine Mitarbeit im Themenfeld Infrastruktur. - THEMENFELD NUTZERPERSPEKTIVE Koordination des Themenfelds: ≥ Dominique Sévin, NOW ≥ Dr. Christian Schlosser, BMVI ≥ Dr. Elisabeth Dütschke/Joachim Globisch, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung Zusammensetzung der Teilnehmer: Wissenschaftler aus Universitäten, öffentlichen und privaten Instituten, Vertreter der Energie- und Autoindustrie, Energieagenturen und Beratungsunternehmen Inhaltlicher Fokus/Fragestellungen: Identifikation von Zielgruppen für Elektromobilität und Einflussfaktoren auf die Nutzerakzeptanz Themen/Projekte/Inhalte 2014: Elektromobilität hat nur dann eine Zukunft, wenn sie in ausreichendem Maße Nutzer und Anwender findet. Insofern ist die Analyse der Bedürfnisse und Erwartungen der frühen Nutzer von elektrischen Fahrzeugen essenziell, um zum einen Fahrzeuge und Angebote entsprechend zu gestalten, zum anderen vielversprechende Zielgruppen zu identifizieren, die im Zuge des Markthochlaufs angesprochen werden können. Zudem können so Politikempfehlungen zur Förderung der Elektromobilität abgeleitet werden. In einem Themenfeld-Treffen im November 2014 wurde ein Zwischenfazit zu den Ergebnissen aus den aktuell laufenden Projekten gezogen. Die Aussagen zu den Ergebnissen und verbleibenden Herausforderungen werden in Form eines Thesenpapiers veröffentlicht. Aufbauend auf der projektübergreifenden Nutzerbefragung und den Ergebnissen aus den Projekten wurde, in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppenteilnehmern, eine Broschüre für den Bereich der gewerblichen Nutzung erstellt. Zentrale Erkenntnisse sind dabei, dass aus Sicht von Fuhrparkverantwortlichen die Elektrofahrzeuge noch nicht wirtschaftlich sind. Bei den aktuell genutzten Elektrofahrzeugen steht jedoch das Sammeln von Erfahrungen und nicht die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Die begrenzte Reichweite von Elektrofahrzeugen wird von Fuhrparkverantwortlichen zwar als Nachteil gesehen, durch das Vorhandensein konventioneller Ersatzfahrzeuge für Langstrecken stellt die Reichweite in gewerblichen Flotten jedoch selten ein wirkliches Problem dar. Zudem sind die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge aus Sicht der Fuhrparkverantwortlichen sehr wichtig — hier gibt es bei den aktuell eingesetzten Fahrzeugen jedoch kaum mehr Probleme. Die Neuartigkeit der Technik stellt die Fahrer der Fahrzeuge vor keine großen Probleme. Vielmehr ist die Nutzung der Elektrofahrzeuge aus Fahrersicht mit Fahrspaß verbunden und bringt für das eigene Unternehmen eine Vorreiterrolle mit sich. Die Wirtschaftlichkeit und Reichweite der Elektrofahrzeuge betrachten jedoch auch die Fahrer als unzureichend. V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT Ziel der Arbeit im Themenfeld Nutzerperspektive ist es, die einzelnen Projekte des Programms mit Blick auf diese Fragen zu vernetzen und die gewonnenen Ergebnisse zum Bereich Nutzerakzeptanz von Elektromobilität in einer Gesamtschau in Bezug zu setzen. Dies geschieht einerseits durch das Zusammenbringen der Experten aus den Projekten in thematischen Workshops, andererseits durch eine gemeinsame und einheitliche Befragung sämtlicher Nutzer in allen Projekten. Bisher konnten über 1.500 Nutzer aus Modellregionenprojekten befragt werden. Diese Erhebung wird ergänzt durch weitere Studien des Fraunhofer ISI. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf den unterschiedlichen Nutzungsszenarien der Elektromobilität, d. h. private Nutzer, gewerbliche Nutzung sowie Elektrofahrzeuge als Teil integrierter Verkehrssysteme. Daneben wird die Frage der aus Nutzersicht notwendigen Infrastruktur analysiert. Im Jahr 2014 fand ein Workshop der am Themenfeld mitarbeitenden Experten zu integrierten Elektromobilitätsangeboten (Einsatz von elektrischen SharingFahrzeugen in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln) statt. In diesem wurden die Zielgruppen von Elektrofahrzeugen in Sharing-Angeboten sowie integrierten Angeboten charakterisiert und mit den privaten Käufern von Elektrofahrzeugen verglichen. Es zeigte sich, dass sich beide Gruppen soziodemografisch sehr ähnlich sind; eine Ausnahme bildet der Wohnort (Carsharing-Nutzer eher in Großstädten; private Käufer/ Kaufinteressierte eher im Umland von Städten). Daneben wurden weitere mögliche Ziel- und Nutzergruppen für Elektrofahrzeuge in kollektiven Nutzungsszenarien identifiziert. 090 / 091 NOW — JAHRESBERICHT 2014 THEMENFELD INNOVATIVE ANTRIEBE UND FAHRZEUGE Inhaltlicher Fokus/Fragestellungen: Inhalt des Themenfelds sind Optimierung, technische Weiterentwicklung und Bilanzierung der Fahrzeuge, Fahrzeugkomponenten und Batterien in den Arbeitsgruppen »Innovative Antriebe Bus« und »PKW und Nutzfahrzeuge«. AG Innovative Antriebe Bus Koordination und wissenschaftliche Begleitung der AG: ≥ Ministerielle Umsetzung durch BMVI/BMUB ≥ Koordination durch Oliver Braune, NOW/Heinrich Klingenberg, hySOLUTIONS ≥ Wissenschaftliche Begleitung durch Dr. Michael Faltenbacher, PE International Zusammensetzung der AG: Die Arbeitsgruppe wird gemeinsam vom BMUB und BMVI umgesetzt. Neben den drei fördernden Bundesministerien (BMUB, BMVI, BMWi) setzt sich die Arbeitsgruppe interdisziplinär zusammen aus den rund 35 beteiligten Verkehrsbetrieben, Vertretern der Wirtschaft (Hersteller und Zulieferer), dem Verband der deutschen Verkehrsunternehmen (VDV) und Vertretern von Verkehrsverbünden. Ferner beteiligt sind verschiedene Organisationen aus Wissenschaft und Beratung. Themen/Projekte/Inhalte 2014: Schwerpunkt der AG ist die Bewertung von: ≥ Optimierungsmaßnahmen an bereits im Einsatz befindlichen innovativen Antrieben im ÖPNV, ≥ neuen technischen Entwicklungen im Bereich Dieselhybrid- und Plug-In-Hybridbussen, ≥ rein elektrischen Antrieben, bei denen unterschiedliche Speicher- und Ladetechnologien zum Einsatz kommen. Neben einer kontinuierlichen Langzeitdatenerfassung werden zusätzlich dezidierte Messungen zu Treibstoffverbrauch, Schadstoffemissionen und Lärm durchgeführt. Dabei werden sowohl Fahrzeuge mit innovativen Antrieben als auch Referenzfahrzeuge mit konventionellem Dieselantrieb berücksichtigt. Basis der Datenerfassung sind rund 180 Busse aus 28 Projekten. Anhand der Langzeitdatenerfassung konnten seit 2013 tägliche Betriebsdaten für eine Laufleistung von über zehn Millionen Kilometer gesammelt werden. Insbesondere für die Hybrid- und Dieselbusse ist damit eine gute Datengrundlage gewährleistet, die Datenbasis für Batteriebusse befindet sich im Aufbau. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse wurden in einem Statusbericht 2014 veröffentlicht. Praxistauglichkeit und Einsatzreife Die durchschnittliche monatliche Fahrleistung variiert für Dieselhybridbusse je nach Verkehrsunternehmen zwischen 2.200 und 7.900 Kilometern. Dies ist auf unterschiedliche Einsatzkontexte bei den Betreibern zurückzuführen. So kommen im Überlandverkehr eingesetzte Busse aufgrund der höheren mittleren Reisegeschwindigkeit üblicherweise auf entsprechend höhere monatliche Laufleistungen. Weiterhin spielt die Disponierung der Fahrzeuge eine Rolle. Hier zeigt sich, dass die Hybridbusse aktuell im Schnitt an sechs Tagen pro Woche planmäßig eingesetzt werden, während Dieselbusse üblicherweise an sechs bis sieben Tagen pro Woche im Betrieb sind. Entsprechend liegt die durchschnittliche Monatslaufleistung für die konventionellen Dieselbusse (ca. 5.040 km) etwas über dem entsprechenden Mittelwert für die Hybridbusse (ca. 4.400 Kilometer). Generell zeigt sich gegenüber der Begleitforschung des BMVI im Zeitraum 2010/11 ein Anstieg der monatlichen Laufleistung (ca. 4.400 Kilometer/Monat vs. 3.300 Kilometer/Monat 2010/11), was den Fortschritt der Praxistauglichkeit und Einsatzreife bei den Dieselhybridbussen belegt. Die Verfügbarkeit der Dieselhybridbusse beträgt je nach Antriebstechnologie und Fahrzeugklas- se bis zu 91 %. Solo-Parallel-Hybridbusse erreichen damit bereits den Referenzwert der Dieselbusse. Über alle Dieselhybridbusse hinweg entwickelt sich die Verfügbarkeit im Zeitverlauf insgesamt positiv und nähert sich im Mittel mit 82 % dem konventionellen Dieselbus weiter an. Die Ausfallgründe der Hybridbusse liegen mehrheitlich im konventionellen Fahrzeugteil. PRAXISTAUGLICHKEIT UND EINSATZREIFE: LAUFLEISTUNG, BETRIEBSSTUNDEN, VERFÜGBARKEIT Ist-Betriebsstunden 3,25 % 9,04 % Kein Betrieb (Defekt im Hybridantriebsstrang) Kein Betrieb (sonstiger Defekt) 5,68 % Kein Betrieb (Wartung) Gesamt 533.637 h Anzahl Hybridbusse: 111 Zeitraum: Januar 2013 bis September 2014 82,0 % Hybridbusse Diese Effekte sind typisch bei der Einführung innovativer Technologien. Im weiteren Verlauf der Betrachtungen ist infolge der Inbetriebnahme von zusätzlichen Fahrzeugen von einer positiven Lernkurve und damit steigender Verfügbarkeit auszugehen. V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT Die Verfügbarkeit der betrachteten Batteriebusse liegt derzeit bei durchschnittlich 67 %, teilweise bedingt durch Einmaleffekte. Zwei der vier Fahrzeuge liegen bereits bei ca. 80 %. 092 / 093 NOW — JAHRESBERICHT 2014 PRAXISTAUGLICHKEIT UND EINSATZREIFE: LAUFLEISTUNG, BETRIEBSSTUNDEN, VERFÜGBARKEIT 1,25 % Kein Betrieb (Defekt Ladeinfrastruktur) Kein Betrieb (Defekt Batterieantrieb) 18,3 % Kein Betrieb (Wartung) Kein Betrieb (sonstiger Defekt) 1,31 % 12,5 % Ist-Betriebsstunden Gesamt 8.492 h Anzahl Batterie-Midibusse: 4 66,7 % Zeitraum: August 2013 bis September 2014 Batteriebusse Energieeffizienz Die Kraftstoffeinsparung der Hybridbusse beträgt im Mittel 14 %, Einsparungen können dabei auf allen untersuchten Linien festgestellt werden. Durch Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen ist eine deutliche Verbesserung gegenüber Begleitforschungsergebnissen aus 2010 bis 2012 zu verzeichnen. Die Fahrgastraumheizung im Winter führt bei Batteriebussen zu einem Mehrverbrauch, der in einer vergleichbaren Größenordnung wie der Energieverbrauch des Fahrantriebs liegt. Abhängig von der Außentemperatur kann er auch darüber liegen. Hier gilt es, durch den Einsatz effizienter Zusatzheizung bzw. -klimatisierung entsprechend entgegenzusteuern. Ökologie und Klimaschutz Die betrachteten Dieselhybridbusse haben seit Anfang 2013 mehr als 1.000 Tonnen CO2-Äquivalente bzw. 364.000 Liter Dieselkraftstoff vermieden. Da die Batteriemidibusse bisher in sehr speziellen Linienkontexten eingesetzt werden, liegen derzeit noch keine direkt vergleichbaren Verbrauchsdaten von Dieselbussen vor. Die Hybridbusse weisen mit bis zu 95 % weniger NOXEmissionen ein erhebliches Reduktionspotenzial bei Schadstoffen auf. Batteriebusse fahren prinzipiell lokal emissionsfrei, letztlich kommt es hier zu einer Verschiebung der Emissionen aus der Nutzung des Busses hin zur Energiebereitstellung. Daher sind die Schadstoffemissionen in Abhängigkeit der gewählten Stromerzeugungsroute auf Basis erneuerbarer und nicht erneuerbarer Ressourcen zu betrachten. Bei den Dieselhybridbussen ergibt sich durch das rein elektrische Anfahren eine Lärmreduktion um über 65 % gegenüber konventionellen Dieselbussen. Die Batteriebusse weisen ein analoges Lärmminderungspotenzial auf. ÖKOLOGIE UND KLIMASCHUTZ Vermiedene Treibhausgasemmissionen Busplattform: 1.053 t* (~ 364.000 Liter Diesel oder mehr als 910.000 km eines Solobus mit 401/km Verbrauch) Anzahl Busse: 123 (1 — 19 je Betreiber) 1.053 t CO2 Zeitraum: Januar 2013 bis September 2014 LVB, Hochbahn, MVG, SSB ab Januar 2013 VRR ab April 2013 Jasper, SBG ab September 2013 HVG ab Oktober 2013 VHH, SBI ab März 2014 AVG, BBW, üstra ab April 2014 WVG ab August 2014 * Berücksichtigung Verbrennungsemissionen und Kraftstoffbereitstellung Eingesparte Treibhausgasemissionen und Kraftstoffbereitstellung Wirtschaftlichkeit Zur Evaluation der Wirtschaftlichkeit werden die Kosten im Linienbetrieb für Hybridbusse und konventionelle Diesel-Referenzbusse ermittelt und einander gegenübergestellt. Eine Bestimmung der Kosten kann zum jetzigen Zeitpunkt nur näherungsweise erfolgen, da die Erfahrungsbasis für die noch junge Technologie gerade erst im Aufbau ist. So befinden sich die Busse teilweise immer noch in der Optimierung, und es liegen aktuell maximal vier Jahre Betriebserfahrungen mit den Hybridbussen vor. Von daher sind zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen für die rein elektrischen Busse zielführend, die noch stärker am Anfang ihrer technologischen Entwicklungskurve stehen. V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT Es bestehen weiterhin Mehrkosten für Hybridbusse, eine Reduktion der Kosten gegenüber den Ergebnissen aus der früheren Begleitforschung um etwa fünf bis zehn Cent pro Kilometer ist jedoch bereits zu beobachten. Ein wirtschaftlicher Betrieb von Hybridbussen ist im Vergleich zu konventionellen Dieselbussen möglich, wenn sich einerseits die Anschaffungsmehrkosten und evtl. zu leistende Batteriemieten um jährlich 10 bzw. 5 % reduzieren und andererseits der Dieselpreis um ca. 5 % p. a. steigt. Weiterhin wurde unterstellt, dass bis 2020 die Kraftstoffeinsparung nochmals leicht auf 25 % gesteigert werden kann und der hybridspezifische Mehraufwand in der Instandhaltung 10 % nicht übersteigt. 094 / 095 NOW — JAHRESBERICHT 2014 [EUR/km] 1,98 2,0 0,04 1,70 1,5 1,43 0,04 1,23 0,59 0,30 0,06 0,36 0,04 0,04 0,04 1,0 1,40 1,25 0,06 -0,09 0,5 0,47 0,06 0,37 0,39 0,35 0,56 0,33 0,06 -0,09 0,79 0,48 0,06 0,48 0,06 -0,03 0,56 0,38 0,60 0,46 0,49 0,36 0,0 Diesel Hybrid Solo 1 Sonstiges Kapitaldienst/ Batteriemiete Diesel Hybrid Solo 2 Differenz laufende Betriebskosten Fahrzeugversorgung Instandhaltung Verbrauch Kraftstoffe/ Betriebsstoffe Gesamtkosten Hybrid und Dieselreferenzbusse im Vergleich Diesel Hybrid Gelenk AG Innovative Antriebe PKW/Nutzfahrzeuge Koordination der AG: ≥ Ministerielle Umsetzung durch BMVI ≥ Koordination durch Oliver Braune, NOW ≥ wissenschaftliche Begleitung durch Roberta Graf, Fraunhofer-Institut für Bauphysik/Dr. Stefan Eckert, PE International Zusammensetzung der AG: Die Arbeitsgruppe setzt sich zusammen aus Fahrzeugherstellern, Herstellern von Antriebssystemen und Komponenten, Prüfeinrichtungen und Laboren, Vertretern aus Universitäten und Fraunhofer-Gesellschaft sowie Fahrzeug- und Fuhrparkbetreibern. Themen/Projekte/Inhalte 2014: Fokussiert auf die Bereiche PKW und Nutzfahrzeuge, beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit folgenden Fragestellungen: ≥ Praxistauglichkeit: Wie erfüllen die Elektro- und Hybridfahrzeuge die Nutzungsanforderungen in der Praxis? Von Bedeutung sind hier sowohl Daten zu Fahrdauer, Fahrdistanz und Geschwindigkeitsprofil als auch die Ladedaten, wie z. B. Ladezeitpunkt, -dauer und -energie. ≥ Leistungsfähigkeit: Welches sind die relevanten Parameter mit signifikantem Einfluss auf den Energieverbrauch der Fahrzeuge? Hierbei werden insbesondere Zusammenhänge mit Faktoren wie Streckenprofil, Fahrverhalten und Außentemperatur untersucht. ≥ Umweltauswirkungen: Welche Auswirkungen haben Elektro- und Hybridfahrzeuge im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen auf die Umwelt? Wesentliche Kriterien bezüglich der Umweltauswirkungen sind u. a. der Primärenergiebedarf, die CO2-Emissionen sowie der potenzielle Beitrag zum Sommersmog über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge. Zur Bewertung werden die ermittelten Umweltbelastungen der Elektro- und Hybridfahrzeuge mit denen konventioneller Referenzfahrzeuge verglichen. Die genannten Fragen werden anhand der Daten von derzeit rund 500 Fahrzeugen aus den Modellregionen Elektromobilität analysiert. Dies entspricht rund 35 % der im Einsatz befindlichen relevanten Fahrzeuge aus den Modellregionen Elektromobilität. Hierzu wurden bisher Nutzungsinformationen von mehr als 295.000 Fahrten mit einer Gesamtfahrstrecke von ca. 2,6 Millionen Kilometern in anonymisierter Form erfasst. Aufgrund der Flottenzusammensetzung in den Modellregionen konzentrieren sich die bisherigen Ergebnisse auf die PKW-Segmente Minis, Kompaktklasse und leichte Utilities. Die betrachteten Einsatzkontexte umfassen verschiedene Car-Sharing-Konzepte, den gewerblichen Einsatz als Dienstwagen oder innerhalb einer Firmenflotte, kommunale Flotten sowie den privaten Einsatz. Sämtliche Erkenntnisse wurden in einem Statusbericht 2014 veröffentlicht. Seit Anfang 2013 hat sich die Fahrleistung, insbesondere auch durch die Erfassung weiterer Segmente, stetig erhöht. Die monatliche Fahrleistung gestaltet sich dabei je nach Einsatzkontext sehr unterschiedlich. V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT NOW — JAHRESBERICHT 2014 Gesamtdistanz [km] Summe (2012 — 2014): 2,6 Mio. km 250.000 LKW Util. (Liefer) 200.000 Util. (Kasten) 150.000 Kraftrad Mini-Vans 100.000 Kompakt Minis 50.000 Juli 14 April 14 Jan. 14 Okt. 13 Juli 13 April 13 Jan. 13 Okt. 12 Juli 12 April 12 0 Jan. 12 096 / 097 Zeitliche Entwicklung der monatlichen Fahrleistung Car-Sharing (Float) Car-Sharing (mehrere Parkpätze) Car-Sharing (fester Parkplatz) Dienst Flotte (Firmen) Privat BEV — Flotte (Firmen) PHEV — Car-Sharing (fester Parkplatz) PHEV — Flotte (Firmen) PHEV — Privat Flotte (Firmen) 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 Fahrtdistanz km Mini Kompakt Utilities (Kasten) Max Durchschnittliche und maximale monatliche Fahrleistung je Fahrzeug (Segmente nach Einsatzkontext) Die aktuellen Ergebnisse der Langzeitdatenanalyse zeigen, dass die Fahrzeuge das Mobilitätsbedürfnis vieler Verkehrsteilnehmer und auch die Anforderungen an die Reichweite erfüllen können und damit in hohem Maß praxistauglich sind. Häufig werden im alltäglichen Einsatz die Batteriekapazitäten der Fahrzeuge nicht vollständig ausgeschöpft, sodass ein erheblicher Spielraum für längere Fahrstrecken besteht. Derzeit am Markt verfügbare Fahrzeuge sind damit hinsichtlich der technischen Anforderungen für eine höhere Marktdurchdringung geeignet. Anhand der bisher erhobenen Daten ergeben sich für die Segmente Mini, Kompaktwagen und Utilities (Kastenwagen) die in der Abbildung dargestellten Verbrauchswerte. Der im realen Fahrbetrieb ermittelte Fahrenergieverbrauch liegt bei Minis mit 14,4 kWh/100 km nur wenig über dem statistischen mittleren Verbrauch gemäß den Angaben des Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) für dieses Segment. Hinsichtlich der Umweltwirkungen machen die Ergebnisse auf die besondere Bedeutung der Herstellungsphase bei batterieelektrischen Fahrzeugen aufmerksam. Aufgrund der in der Batterie eingesetzten Hightechmaterialien rufen vor allem Abbau, Aufbereitung und Produktion des Batteriesystems Umweltwirkungen hervor, die es mittels hoher Fahrleistungen zu kompensieren gilt. Wichtige Voraussetzung für den optimalen ökologischen Nutzen batterieelektrischer Fahrzeuge ist zudem der Einsatz von Ladestrom mit hohen Anteilen an erneuerbaren Energien, wie es bei einem Großteil der Fahrzeugflotten in den Modellregionen der Fall ist. VERGLEICH REFERENZFAHRZEUGE, MINI-SEGMENT (ELEKTRISCH; KONVENTIONELL) TREIBHAUSPOTENZIAL BEI EINER GESAMTFAHRLEISTUNG VON 150.000 KM kg-CO2-Äquiv. 25.000 Lebensende 20.000 HST PKW/Plattform HST Batteriesystem 15.000 HST E-Monitor 10.000 HST Leistungselektronik Bereitstellung Ladestrom 5.000 Kraftstoff Fahrbetrieb 0 Benziner (Mini) Diesel (Mini) Vergleich Wirkungskategorie Treibhausgaspotenzial V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT BEV (Mini) 098 / 099 NOW — JAHRESBERICHT 2014 V / 0 1 » BEEDEL — BEWERTUNG DES EINSATZES VON ELEKTROBUSSEN MIT DEZENTRALER LADEINFRASTRUKTUR IN METROPOLEN AM BEISPIEL DER HOCHBAHN « Das Vorhaben BEEDeL hat die Ermittlung und die Bewertung der Einsatzpotenziale sowie die Ausgestaltung von Einsatzszenarien für Elektrobusse mit dezentraler Ladeinfrastruktur in Hamburg zum Inhalt. Dabei sollen insbesondere betriebliche Fragestellungen sowie deren wirtschaftliche und funktionelle Auswirkungen untersucht und bewertet werden. Es ist zu analysieren, inwieweit ein flexibler Einsatz der Elektrofahrzeuge möglich ist und welche Struktur für Elektrobus-Teilnetze sich als günstig erweist. Wichtige Aspekte betreffen eine Fahrplangestaltung, die zum Batteriebetrieb passt sowie den notwendigen Flächenbedarf an den Ladestationen. An der HAW Hamburg werden Erkenntnisse zur technischen Umsetzbarkeit erarbeitet, die durch Betriebsund Fahrdatenaufzeichnung sowie durch Untersuchungen des Lade- und Entladeverhaltens der Batteriezellen gewonnen werden. Anhand von Simulationsergebnissen am Fraunhofer-Institut IVI in Dresden werden die Auswirkungen auf das Leistungsangebot und die Produktivität abgeschätzt. Die Ergebnisse sollen für Planungsaufgaben bei der HOCHBAHN und anderen Busverkehrsunternehmen genutzt werden. Damit soll Investitionssicherheit für künftige Entwicklungsprojekte erreicht und die Attraktivität des Leistungsangebotes fortgeschrieben werden. Das Ziel ist es, eine möglichst hohe Planungssicherheit für eine wachsende Flotte von Elektrobussen mit dezentral im Liniengebiet der HOCHBAHN installierten Ladeeinrichtungen zu erhalten. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Hamburger Hochbahn AG Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg 207.000 247.128 103.500 136.816 136.816 222.415 LAUFZEITBEGINN: 01. Oktober 2014 LAUFZEITENDE: 30. September 2016 » Das Ziel ist es, eine möglichst hohe Planungssicherheit für eine wachsende Flotte von Elektrobussen mit dezentral im Liniengebiet der HOCHBAHN installierten Ladeeinrichtungen zu erhalten. « V / 02 » BEMOBILITY 2.0 « BeMobility 2.0 ist ein Projekt der Modellregion Elektromobilität Berlin/Potsdam unter Konsortialführung der DB AG. Es geht zurück auf das erste Projekt der Modellregion zur öffentlichen Kurzzeitnutzung elektrischer Mietfahrzeuge (BeMobility 1.0, 2009-2011). Es bildet den Übergang zu Projekten im »Internationalen Schaufenster Elektromobilität Berlin-Brandenburg«. Im Fokus steht die mehrfache Vernetzung von E‑Carsharing hinsichtlich öffentlicher Verkehrsangebote, Informations- und Kommunikationssysteme sowie urbaner Energienetze bzw. Ladeinfrastrukturen. Durch Synergien zwischen den Bereichen sollen nutzerfreundliche und nachhaltige Anwendungen sowie auskömmliche Geschäftsmodelle vernetzter Elektromobilität entwickelt werden. Auf Basis vorhandener Kooperationspartner und Testnutzer wurden das Stationsangebot sowie die Informationskanäle von BeMobility 1.0 weiterentwickelt und die Nutzerbefragungen fortgesetzt. Die Verfügbarkeit vielfältigerer und verbesserter Elektrofahrzeuge erhöhte die Angebotsqualität. Auf dem Berliner EUREF-Campus wurde das »Micro Smart Grid« (MSG) mit lokaler Stromerzeugung aus Sonnen- und Windkraft aufgebaut. Im MSG wurden Ladeinfrastruktur und Energiemanagement (Netzintegration, Speicherung, Ladesteuerung) getestet. ≥ Auf- und Ausbau des »Micro Smart Grid« mit Demonstration des Lastmanagements, inkl. Energiespeicher und Datenverarbeitung, in einer Leitwarte ≥ Einführung und einjähriger Test der »BahnCard 25 mobil plus« zur vergünstigten Nutzung von DB Fernverkehr, Carsharing (Flinkster/Multicity), Leihrädern (CallaBike) sowie optionaler Jahreskarte des Berliner Nahverkehrs (Tarifgebiet A/B) Insgesamt bestätigen die Ergebnisse, dass Elektromobilität im öffentlichen Verkehr einer mehrfachen Vernetzung bedarf, um attraktiv zu sein und in Zukunft auskömmlich betrieben zu werden. Die Vernetzungen benötigen rechtliche und technische Standards sowie gemeinsame Vertriebsplattformen über Anbietergrenzen hinweg. Aufgrund geringer Aufpreisbereitschaft der Kunden sind Zusatzeinnahmen bzw. Mischkalkulationen notwendig, etwa durch Tarif-Bundle (Mobilitätskarten) oder Grid-Renditen (Last-/Speichermanagement). Die detaillierte Untersuchung, welche Verfahren und Geschäftsmodelle einen auskömmlichen Betrieb ermöglichen, wird in anderen Projekten fortgesetzt. Wesentliche Kernergebnisse sind: ≥ Standortoptimierung und wissenschaftliche Begleitung des stationsbasierten E‑Carsharing im Rahmen von »Flinkster«, dem Carsharing der DB ≥ Ergänzender und vergleichender Einbezug des stationslosen (flexiblen) E‑Carsharing »Multicity Carsharing« von Citroën ≥ Gleichzeitige Anwendung und Optimierung einer Auskunftsapplikation auf Smartphone-Basis (»BeMobility Suite«) durch Trennung von »Produktiv-« und »Forschungs-App« V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT 100 / 101 NOW — JAHRESBERICHT 2014 PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: DB FuhrparkService GmbH Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) GmbH Technische Universität Berlin HaCon Ingenieurgesellschaft mbH Robert Bosch Car Multimedia GmbH Contipark Parkgaragen GmbH Schneider Electric GmbH CHOICE GmbH Happold Ingenieurbüro GmbH Daimler AG 2.971.622 1.461.657 1.485.811 730.829 1.560.291 690.015 450.762 70.223 664.053 228.806 815.700 221.850 1.560.291 345.008 225.381 35.112 332.027 114.403 407.850 110.925 FAHRZEUGE: mehr als 75 Elektro-/Hybridfahrzeuge, darunter: ≥ 50 C-Zero im flexiblen E-Carsharing ≥ über 25 Fahrzeuge im stationären E-Carsharing und in E‑Fuhrparks: u. a. C-Zero, Toyota Prius, Opel Ampera, Fiat Karabag, Renault Kangoo, Stromos (German E-Cars) INFRASTRUKTUR: ca. 15 Carsharing-Stationen mit Ladeinfrastruktur (e-Flinkster), Plattform elektroMobilität und Micro Smart Grid auf dem EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg (hier u. a. 20 Ladepunkte unterschiedlicher Bauart, Großbatterie, Wind- und Solaranlagen) LAUFZEITBEGINN: 01. Januar 2012 LAUFZEITENDE: 31 März 2014 Smartphone-Applikation »BeMobility Suite« EUREF-Campus am Gasometer Berlin-Schöneberg V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT 102 / 103 NOW — JAHRESBERICHT 2014 V / 03 » ALLTAGSTAUGLICHKEIT VON ELEKTROMOBILITÄT — LANGSTRECKENEIGNUNG UND –AKZEPTANZ « Ziel des Demonstrationsprojekts war die Untersuchung der Alltagstauglichkeit der Elektromobilität im Langstreckeneinsatz. Ein Hauptkritikpunkt an Elektroautos, der zur Kaufzurückhaltung potenzieller Kunden führt, ist deren geringe Reichweite. Daher wurden im Rahmen dieses Projekts unterschiedliche technische Konzepte zur Überwindung der Reichweitenproblematik, darunter innovative Ladetechnologien, einer bürgernahen Felderprobung unterzogen. Die Bewertung erfolgte hinsichtlich Energieeffizienz und Nutzerakzeptanz. Hauptzielgruppen waren Mittel- und Langstreckenpendler sowie Dienstleistungsbetriebe. Die Modellregion RheinRuhr mit ihrem hohen Pendleranteil und dem stark vertretenen Dienstleistungssektor bot für den Flottenversuch ideale Voraussetzungen. Das Vorhaben beruhte auf einer Dreisäulenstrategie zur Betrachtung der Reichweitenthematik im Alltagseinsatz: ≥ Die Energieeffizienz der Fahrzeuge wurde analysiert und Verbesserungsmöglichkeiten wurden erforscht. Einen Schwerpunkt stellte die Energierückgewinnung beim Bremsen (Rekuperation) dar. ≥ Eine umfangreiche Erprobung und Untersuchung von Fahrzeugen mit Range-Extender-Antrieb wurde hinsichtlich der Alltagseignung für Nutzer mit überdurchschnittlich hohen Tageslaufleistungen durchgeführt. ≥ Dem gegenübergestellt wurde die Erprobung und Untersuchung von schnellladefähigen Fahrzeugen. Begleitend hierzu wurde die Schnelllade-Infrastruktur ausgebaut und die Ladestationen auf ihre Rückwirkungen auf die lokalen Energieversorgungsnetze hin untersucht. Die Analyse der verschiedenen Technologien erfolgte unter technischen und sozioökonomischen Gesichtspunkten. 420 Nutzer — und damit 70 mehr als ursprünglich geplant — aus einem repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt mit unterschiedlichen sozioökonomischen Hintergründen und Fahrprofilen integrierten Elektroautos in ihren Alltagseinsatz. Eine Fahrzeugflotte mit insgesamt 24 Fahrzeugen wurde dazu beschafft und mit hochauflösender Messtechnik zur Aufnahme von Betriebs- und Fahrdaten sowie Energieflüssen ausgestattet. Der Großteil der Fahrzeuge wurde bis Ende 2012 angeschafft, sodass der Feldversuch nach Einbau der Messtechnik im ersten Quartal 2013 startete. Anhand der aufgezeichneten Fahrzeugbetriebsdaten werden wichtige Erkenntnisse über die Nutzung der Fahrzeuge gewonnen. Diese werden der deutschen Automobilindustrie zur Verfügung gestellt, um so die Entwicklung der Leitanbieterschaft voranzutreiben. Im Projekt wurde eine Gesamtlaufleistung von mehr als 750.000 Kilometer erreicht. Die Untersuchungen zeigen, dass schnellladefähige Fahrzeuge als idealer Zweitwagenersatz angesehen werden. 85 % der Testpersonen mit schnellladefähigem Fahrzeug haben die Schnellladung mindestens einmal genutzt. Die als Erstautoersatz vorgesehenen Range-Extender-Fahrzeuge werden von den Nutzern regelmäßig zur Maximierung des elektrischen Nutzungsgrades aufgeladen. Trotzem wird die gesamte Akkukapazität regelmäßig volllständig ausgenutzt, sodass die elektrische Reichweitenabdeckung sowohl bei Privatpersonen als auch als auch bei Dienstleistern unter 50 % liegt. » Die Modellregion Rhein-Ruhr mit ihrem hohen Pendleranteil und dem stark vertretenen Dienstleistungssektor bot für den Flottenversuch ideale Voraussetzungen. « PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Ruhr-Universität Bochum Adam Opel AG Delphi Deutschland GmbH Franz Rüschkamp GmbH & Co. KG GLS Gemeinschaftsbank eG Stadtwerke Bochum Holding GmbH USB Umweltservice Bochum GmbH 541.794 248.046 233.926 138.172 358.363 53.972 61.846 541.794 124.023 116.963 69.086 179.181 26.986 30.923 FAHRZEUGE: 24 Elektrofahrzeuge INFRASTRUKTUR: 17 Ladepunkte LAUFZEITBEGINN: 01. März 2012 LAUFZEITENDE: 31. Dezember 2014 V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT Ampera des LEM-Projekts an öffentlicher Ladesäule in Düsseldorf 104 / 105 NOW — JAHRESBERICHT 2014 V / 0 4 » METROPOL-E « metropol-E entwickelte und testete erstmals ein Ladeund Flottenmanagementsystem für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in einer kommunalen Flotte. Erneuerbare Energien wurden gezielt für die Mobilität genutzt. Das Projektkonsortium testete den Betrieb einer E-Flotte von zehn Elektrofahrzeugen und zehn Pedelecs im Einsatz bei der Stadt sowie zwei Elektrofahrzeugen im Einsatz bei Unternehmen. Im Projekt wurde die Ladeinfrastruktur in Dortmund um weitere 60 Ladepunkte auf rund 150 RWE-Stromladepunkte im Stadtgebiet ausgebaut. Auch Schnellladestationen wurden installiert. Nutzerfreundliche Services rund ums Laden wurden entwickelt und erprobt. Der als Leuchtturmprojekt der Bundesregierung ausgezeichnete Elektromobilitätstest metropol-E zeigte seit Ende 2012, wie lokale Ökostromerzeugung für Stromtankstellen genutzt werden kann. Eigens für die kommunale Flotte wurden sowohl zwei Solaranlagen als auch zwei Mikrowindanlagen installiert und mit sehr großen Batteriespeichern an drei Standorten in Dortmund verbunden. 67.000 Kilowattstunden Wind- und Sonnenstrom konnten so für die Ladung der Autos bis heute genutzt werden. Dies erfolgt entweder direkt zu Standzeiten, wenn viel Ökoenergie verfügbar ist, oder aus den Batteriespeichern, wenn keine der Erneuerbare-Energie-Anlagen produziert. Mit den kommunalen Poolfahrzeugen haben Mitarbeiter der Stadt bereits 180.000 Kilometer bis Ende 2014 zurückgelegt. Die Alltagstauglichkeit von Elektromobilität haben sie so erfolgreich bewiesen. Gegenüber modernen Dieselfahrzeugen wurden fast 30 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Für die Großstadt im Ruhrgebiet bedeutet dies weniger Lärm und bessere Luft. Eine Initiative, die Schule machen soll: Die Stadt Dortmund bereitet ein Konzept für andere Kommunen vor und erklärt, was in einer Stadtverwaltung von der Beschaffungsrichtlinie für E-Autos bis hin zur Aufbauplanung von Ladestationen alles berücksichtigt werden muss. Das Vorhaben setzte stark auf Informations- und Kommunikationstechnologie. Ein Energiemanagementsystem steuert Stromerzeugung, Einspeicherung in die Batterien und die intelligente Ladung der Fahrzeuge. Ein neues Buchungstool ermöglicht es den städtischen Mitarbeitern, die jeweils energieeffizienteste Art ihrer Mobilität zu wählen. Für eine konkrete Strecke kombinierte die Buchungssoftware je nach Entfernung und Lage die Mobilitätsarten via Elektroauto, Bus und Bahn, Fußweg, Fahrrad, Pedelec oder konventionellem PKW. Zwölf Elektroautos, zehn Pedelecs und 60 neue, ver- netzte Ladepunkte bilden die Grundlage für die kommunale E-Auto-Flotte. Zwei baugleiche Mikrowind-Turbinen auf dem Dortmunder Stadthaus und dem RWE-Gebäude in Dortmund haben jeweils eine Leistung von 6 Kilowatt und erzeugen über das Jahr rechnerisch bis zu 7.500 Kilowattstunden Windstrom je Anlage. Im Stadthaus ist die Anlage mit einem Batteriespeichersystem von 25 Kilowattstunden Speicherkapazität verbunden, bei RWE Effizienz ist die Anlage mit einem 200-Kilowattstunden-Speicher verknüpft. Am RWEGebäude befindet sich zusätzlich eine Fotovoltaikanlage, die sich über acht Etagen der Fassade erstreckt. Sie verfügt über eine Leistung von 42 kWp. Der dritte Standort mit einem Ökostromspeicher (Größe 25 Kilowattstunden) und einer kleineren 8-Kilowatt-Peak-Fotovoltaikanlage ist der Betriebshof der Stadt Dortmund. Das Buchungssystem für die metropol-E-Autos ist mit einem Energiemanagementsystem verbunden, das auch die Ladebedarfe berücksichtigt. Die Ladung der Fahrzeuge erfolgt vorzugsweise zu den Standzeiten, an denen viel Ökoenergie verfügbar ist. Wird gerade mal kein Auto geladen, wird der von den Anlagen erzeugte Strom nicht wie üblich über das Netz abtransportiert, sondern vor Ort in Batterien zwischengespeichert, um die Versorgung der Elektrofahrzeuge zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen. Die bisher vorliegenden Ergebnisse der einzelnen Partner stellen sich wie folgt dar: Für die Stadt Dortmund ist es von großer Bedeutung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit dem dort verankerten Wissen, den Erfahrungen, aber auch den kritischen Bedenken in die technologischen Stadtentwicklungsprozesse einzubinden. Auf Grundlage dieses erprobten Vorgehens wurde das Thema Elektromobilität in die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt integriert, sowohl verwaltungsintern mit dem Projekt metropol-E als auch mit der Initiierung des externen Lenkungskreises Elektromobilität. Über kreative Öffentlichkeitsarbeit wie Fotowettbewerbe sowie Wissenschafts- und Elektromobilitätstage konnten die Projektinhalte für eine breite Öffentlichkeit erforschbar, erfahrbar und erlebbar gemacht werden. Nicht nur die Akzeptanz bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch die der Bürgerschaft konnte gesteigert werden. Genau für diese vernetzenden Aktivitäten wur- de die Stadt Dortmund mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis 2014 ausgezeichnet. metropol-E wird und soll durch den Modellcharakter des Projekts andere Kommunen zur Nachahmung ermutigen. Die RWE Effizienz GmbH ist führender Betreiber von intelligenter Ladeinfrastruktur in Deutschland. 2.300 smarte Ladepunkte sind in Deutschland miteinander vernetzt, in Dortmund sind heute rund 150 Ladepunkte von RWE und Partnern im Verbund aktiv. 60 Ladepunkte davon wurden im Projekt metropol-E neu aufgebaut, drei Dortmunder Stationen bieten ultraschnelle Gleichstromladung an. RWE hat die Vernetzung der neuen Ladepunkte mit dem deutschlandweiten Ladestationsnetz umgesetzt, ein Schwerpunkt liegt auf dem Ruhrgebiet entlang der Autobahn A 40. Das leistungsstarke Backendsystem von RWE stellt die bedarfsgerechte Ladung der kommunalen Flotte sicher. Aufbau und Betrieb der Erneuerbaren-Energien-Anlagen mit Speicherung und die Entwicklung der Steuerungssoftware für dieses dezentrale Energie- und Ladesystem in Kombination mit der Flotte wurden durch RWE umgesetzt. Die PTV Planung Transport Verkehr AG hat die von der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) vorgeschlagene Idee eines »Siedlungsorientierten Modells für nachhaltigen Aufbau und Förderung der e-Ladeinfrastruktur« (SIMONE) weiterentwickelt. Im Ergebnis liegen allgemeingültige Berechnungsformeln zur Ermittlung eines öffentlich zugänglichen Ladeinfrastrukturbedarfs und der Standorte differenziert nach Gebietstypen vor. Der Lehrstuhl ie3 der TU Dortmund hat die Erstellung von Modellen zur differenzierten Untersuchung des gesteuerten und ungesteuerten Lastverhaltens von Elektrofahrzeugflotten vorangetrieben. Das Ladeverhalten der Autos wird im Zusammenhang mit der Integration von erneuerbaren Energien und stationären Batteriespeichern betrachtet. Mit den Modellen wird eine zielorientierte Auslegung der Systemkomponenten ermöglicht. Systemkomponenten können z. B. Erneuerbare-Energien-Anlagen und die Speicherung sein. Die Firma Ewald Consulting hat ein Flottenmanagementsystem zur Verwaltung und Disposition der Elektrofahrzeuge im Projekt bereitgestellt. Parallel dazu hat die Umsetzung von Schnittstellen zur Übermittlung relevanter Fahrzeugdaten an die Systeme zur Optimierung der Ladevorgänge stattgefunden. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: RWE Effizienz GmbH PTV Planung Transport Verkehr AG Technische Universität Berlin Technische Universität Dortmund Stadt Dortmund Ewald Consulting GmbH & Co. KG 4.468.206 679.520 174.627 637.578 721.977 547.400 2.234.103 339.760 174.627 637.578 577.581 328.440 FAHRZEUGE: 10 Elektrofahrzeuge plus 10 Pedelecs und eRoller INFRASTRUKTUR: 60 Ladepunkte LAUFZEITBEGINN: 01. Dezember 2011 LAUFZEITENDE: 31. Dezember 2014 V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT 106 / 107 NOW — JAHRESBERICHT 2014 Projektmitglieder im Batterieraum im Dortmunder Flamingoweg Dortmunder kommunale E-Flotte lädt Ökostrom Windstrom-Stadthaus für Elektrofahrzeuge in Dortmund V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT 108 / 109 NOW — JAHRESBERICHT 2014 V / 0 5 » RUHRAUTOE: ELEKTROFAHRZEUGE ALS BAUSTEIN INTERMODALER MOBILITÄT « RUHRAUTOe ist das erste E-Car-Sharing-Projekt in Deutschland, welches den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und eine Wohnungsbaugesellschaft mit in die Projektplanung einbezieht. Das RUHRAUTOeKonsortium besteht aus der Universität Duisburg-Essen, der Drive-Car-Sharing GmbH, der Vivawest Wohnen GmbH, dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR und der D+S Automotive GmbH. Des Weiteren kooperiert das Projekt mit zahlreichen Kommunen der Region Ruhr, lokalen Energielieferanten, öffentlichen und privaten Initiativen und Einrichtungen sowie mit dem privaten Sektor. Das Vorhaben forciert dabei insbesondere die förderpolitischen Ziele der großflächigen Umsetzung und Demonstration der Elektromobilität, des Aufbaus und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie der Verknüpfung der Elektromobilität mit dem öffentlichen Verkehr. Folgerichtig ist das übergeordnete Ziel des Vorhabens, durch ein eng mit dem öffentlichen Verkehr vernetztes E-Car-Sharing-System eine Demonstrations- und Testplattform eines multimodalen Mobilitätskonzepts nachhaltig in der Region Ruhr zu etablieren. Im Detail ist das Forschungsziel des Projekts in weitere Unterpunkte unterteilt: Ziele sind, Anwendungsgebiete der Elektromobilität mit hohem Kundennutzen und Akzeptanztreiber zu identifizieren, ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln, die Wohnqualität in peripheren Stadtgebieten zu steigern, das Sammeln von subjektiven und objektiven Daten typischer Fahrgewohnheiten sowie technologische Voraussetzungen wissenschaftlich zu enthüllen. RUHRAUTOe betreibt den traditionellen Car-SharingAnsatz, wobei die PHEV- und die 40 BEV-Fahrzeuge zurzeit an 27 sorgfältig ausgewählten und kontinuierlich überwachten öffentlichen und privaten Ladestationen in zehn verschiedenen Ruhrgebietsstädten zur Verfügung stehen. Mit neun verschiedenen Modellen verfügt RUHRAUTOe bis dato über die am breitesten aufgestellte E-Car-Sharing-Flotte in Deutschland. Soweit haben 1.600 private und öffentliche Nutzer bereits eine Distanz von über 325.000 Kilometern zurückgelegt und dabei (theoretisch — lokal) mehr als 40 Tonnen CO2 eingespart. Ebenso wurden signifikante Schnittstellen mit dem ÖPNV identifiziert und für das Projekt nutzbar gemacht. Im Einzelnen wickeln die Kundencenter der örtlichen Verkehrsunternehmen den Anmeldeprozess ab, die elektronischen Tickets des VRR können als Zugangsmedium für die Fahrzeuge genutzt werden und das RUHRAUTOe-System wurde in die elektronische Fahrplanauskunft des VRR integriert. Ferner wurden zahlreiche Erkenntnisse in den Bereichen Nutzerakzeptanz, wohnstandortsbezogene Mobilität und potenzielle Geschäftsfelder gesammelt, welche den Grundbaustein für ein Anschlussvorhaben darstellen. So soll u. a. die Rückgabe der Fahrzeuge flexibler gestaltet werden, ein Private-E-Car-Sharing-Ansatz in Wohngebieten umgesetzt und eine ein- bis sechsmonatige »Schnuppermiete« für Unternehmen als fester Baustein in das Geschäftsmodell integriert werden. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR Drive CarSharing GmbH Universität Duisburg-Essen D + S Automotive GmbH Vivawest Wohnen GmbH 249.650 711.208 561.600 85.565 98.750 124.825 355.604 561.600 42.782 49.375 LAUFZEITBEGINN: 01. September 2012 LAUFZEITENDE: 31. Oktober 2014 V / 0 6 » ELEKTROMOBILISIERT.DE « Im Rahmen des Projekts Elektromobilisiert.de wurde ein Dienstleistungsangebot mit entsprechender Softwareanwendung entwickelt, um Fuhrparkbetreiber gezielt und effizient bei der Integration von Elektrofahrzeugen in ihre Flotten zu unterstützen. Diese Dienstleistung beinhaltet (1) eine umfassende Analyse des bestehenden Fuhrparks — insbesondere hinsichtlich bereits bestehender Einsparungs- und Effizienzpotenziale — sowie (2) den kompletten Bereich der Integration von Elektrofahrzeugen aller Kategorien in bestehende Fuhrparks. Der Schwerpunkt der Projektziele lag hierbei in der Bestimmung des geeigneten — d. h. sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvollen — Elektrifizierungsgrads einer Flotte, der jeweils auf die individuellen Mobilitätsanforderungen des untersuchten Fuhrparks abzustimmen ist. Darüber hinaus sollte den Flottenbetreibern die Möglichkeit gegeben werden, Elektrofahrzeuge ohne Risiko im eigenen Fuhrpark über einen begrenzten Zeitraum zu testen, um kostenintensive Fehlinvestitionen von vornherein zu vermeiden. Während der Projektlaufzeit wurden die Fuhrparks von insgesamt neun Anwendungspartnern individuell untersucht. Methodisch wurde eine fünfstufige Vorgehensweise zur Elektrifizierung eines Fuhrparks gewählt, welche permanent weiterentwickelt und auf die unterschiedlichen Anforderungen der Untersuchungsfuhrparks angepasst wurde. In Stufe 1 wurden die Fuhrparks hinsichtlich deren Funktion, Nutzung und Auslastung analysiert. Dabei wurden Fahrdaten von konventionellen Verbrennungsfahrzeugen — meist auf Basis analog vorliegender Fahrtenbücher — aufgezeichnet, aufbereitet und ausgewertet. In Stufe 2 wurden, aufbauend auf der Analyse des bestehenden Mobilitätsbedarfs, unterschiedliche Elektrifizierungsszenarien für den Fuhrpark entwickelt, welche neben den Elektrofahrzeugen auch die fuhrparkseitige Ladeinfrastruktur umfassten. Die entworfenen Szena- rien wurden einer ökonomischen und ökologischen Bewertung unterzogen. In Stufe 3 erfolgte eine Schulung der Anwendungspartner im Umgang mit den Elektrofahrzeugen und der zugehörigen Ladeinfrastruktur. Um das ausgewählte Elektrifizierungsszenario zu validieren, wurde in Stufe 4 eine Praxistestphase mit Elektrofahrzeugen durchgeführt. Den Anwendungspartnern wurden hierfür unterschiedliche Elektrofahrzeuge über einen befristeten Zeitraum zur Verfügung gestellt und der Einsatz sowie die Akzeptanz beim Nutzer bzw. bei Mitarbeitern während des Flottenversuchs wissenschaftlich begleitet. Dies ermöglichte den Anwendungspartnern einen »risikolosen« Testeinsatz von Elektrofahrzeugen vor der eigentlichen Beschaffung von eigenen Elektrofahrzeugen. Sobald die Analyse und Testphase abgeschlossen waren und sich die Einführung von Elektrofahrzeugen flottenübergreifend oder in bestimmten Bereichen als sinnvoll herausgestellt hatte, erfolgte in Stufe 5 seitens der Projektpartner eine Unterstützung beim Beschaffungsmanagement von Elektrofahrzeugen und benötigter Ladeinfrastruktur. Die Ergebnisse aus dem Projekt zeigen, dass bereits heute Elektrofahrzeuge ökologisch, ökonomisch und technisch sinnvoll in Fahrzeugflotten eingesetzt werden können. So besaßen alle im Projekt untersuchten Fuhrparks das Potenzial zu einer Teilelektrifizierung. Auf Basis der individuellen Analysen im Rahmen von Elektromobilisiert.de wurde deutlich, dass Elektrofahrzeuge — bei ausreichend hohen Jahresfahrleistungen — die höheren Anschaffungsausgaben über niedrigere Betriebskosten zu amortisieren imstande sind und so insgesamt zu Kosteneinsparungen im Unternehmen beitragen können. PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO Universität Stuttgart Langmatz GmbH 225.709 521.944 355.881 203.138 521.944 142.352 FAHRZEUGE: 12 Fahrzeuge (Opel Ampera, Renault Twizy, Nissan Leaf, Renault Kangoo ZE) INFRASTRUKTUR: mobile Ladeinfrastruktur der Firma Langmatz für den temporären Projekteinsatz im Fuhrpark von Kommunen und Firmen LAUFZEITBEGINN: 01. Oktober 2011 LAUFZEITENDE: 30. Juni 2014 V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT PARTNER: 110 / 111 NOW — JAHRESBERICHT 2014 V / 07 » E-MOBIL SAAR — ELEKTROMOBILITÄT ALS ÖFFENTLICHER VERKEHR: DAS BEISPIEL SAARLAND « Das Verbundforschungsprojekt e-Mobil Saar hat den Gedanken eines nachhaltigen und vernetzten Mobilitätssystems mit dem Fokus der geteilten Mobilität auf genommen und in einem ersten Schritt aufgebaut. Im Rahmen des Projekts konnten im gesamten Saarland 34 Ladestationen mit 68 Ladepunkten an ÖPNVKnotenpunkten erfolgreich etabliert werden. 20 E-CarSharing-Fahrzeuge, die an ausgewählten Ladestationen platziert wurden, können über eine sogenannte Mobilitätskarte des Saarländischen Verkehrsverbundes multimodal genutzt werden. An freien Ladepunkten können private Elektrofahrzeugnutzer ihre Fahrzeuge kostenlos und barrierefrei mit Ökostrom (Grüner Strom Label Gold) betanken — dies ist ein wichtiger erster Anstoß und Anreiz für die Verbreitung privater Elektrofahrzeuge. Für das Routing und das Buchen der Elektro fahrzeuge wurde im Rahmen des Forschungsprojekts die Saarfahrplan-App für Apple- und Android-Smartphones entwickelt und eingeführt. Mit über 60.000 Downloads ist die App die ideale Echtzeit-Mobilitätsauskunft für den öffentlichen Nahverkehr im Saarland, mit der zusätzlich die E-Car-Sharing-Fahrzeuge lokalisiert und reserviert werden können. Eine Besonderheit konnte im Rahmen des Forschungsprojekts erreicht werden: Mit der e-Mobil Saar Mobilitätskarte war der saarVV im März 2013 einer der ersten Verkehrsverbünde, welcher über eine einheitliche ÖPNV-Karte verfügt, die auch als Schlüssel zu den E-Car-Sharing-Fahrzeugen genutzt werden kann. Das Saarland verfügt als kleinstes Flächenbundesland im Ergebnis im Ergebnis über ein landesweites — mit dem Saarländischen Verkehrsverbund — verknüpftes E-CarSharing-System und über eine landesweite Ladeinfrastruktur. Neben dem Aufbau und der Demonstration des Mobilitätssystems e-Mobil Saar wurden aufschlussreiche Begleitforschungsarbeiten fertiggestellt. Zum einen wurden nutzerbezogene Anforderungen und Erfahrungen im Rahmen von drei Befragungswellen ausgewertet. Zum anderen wurden Kundentests zur Gebrauchstauglichkeit der Saarfahrplan-App durchgeführt. Die Befragungen haben gezeigt, dass flexiblere (E-)Car-SharingSysteme gepaart mit besseren Tarifkonditionen und erleichterten Anmeldemöglichkeiten die Akzeptanz des Mobilitätssystems verbessern könnten — auch ein höherer Bekanntheitsgrad über attraktive Testmöglichkeiten würde dazu beitragen. Das Kundenfeedback zur Saarfahrplan-App floss in deren Weiterentwicklung ein. Sie wurde insgesamt gut angenommen, was sich auch in den hohen Nutzungszahlen widerspiegelt. Neben Akzeptanzkriterien konnten auch technische Aspekte während des Forschungsprojekts vorangebracht werden. In einem e-Mobil Saar-Forschungsdienstfahrzeug wurde ein selbst entwickelter Bordrechner implementiert, der mittels Sensorik eigene Messdaten aufnimmt und Fahrzeugmessdaten per CAN-Bus (Controller Area Network) auslesen kann. Für alle Dienstfahrten können die Messdaten anonymisiert gesammelt und ausgelesen werden, dies erfolgt auch weiterhin nach Projektende. Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden zudem Geschäftsmodelle entwickelt und berechnet. Es zeigt sich, dass der Mehrpreis der Elektrofahrzeuge, die geringere Reichweite sowie die Unklarheit über die Haltbarkeit des Akkumulators noch bedeutende Hemmnisse sind — klar von Vorteil sind dagegen geringe Unterhaltskosten. Letztendlich stehen ökonomische Aspekte ökologischen Aspekten gegenüber, der Fokus liegt auf der Ökonomie. Eine der Herausforderungen im Forschungsprojekt war der saarlandweite Aufbau von insgesamt 34 Ladestationen im öffentlichen Raum für die Etablierung des E-Car-Sharing-Angebots — eine Aufgabe, die sich, auch unter den vorgegebenen Zeitaspekten, als schwierig und äußerst aufwendig herausgestellt hat. Aufgrund unterschiedlicher Interessenlagen innerhalb der Kommunen, öffentliche Mittel gekoppelt mit vergabedingten Ausschreibungen, verzögerte sich der Aufbau der Ladeinfrastruktur. Pragmatisch wurde diese innerhalb von zwei Etappen und Ausschreibungen lanciert, sodass auch aufgrund der ersten Aufbauphase erste Demonstrationen erfolgen und die damit gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse positiv für den weiteren Projektverlauf genutzt werden konnten. Unter anderem wegen der absehbaren Verzögerung des infrastrukturellen Aufbaus wurde das Forschungsprojekt kostenneutral um ein Jahr verlängert, um die erfolgreiche Durchführung der Demonstrationsphase in Verbindung mit der sozialwissenschaftlichen Begleitforschung zu gewährleisten. Eine wesentliche Erkenntnis aus dem Projekt ist, dass für die Realisierung einer öffentlichen Ladeinfrastruktur mit öffentlichen Mitteln ein erheblicher und zeitintensiver Planungs- und Abspracheaufwand nötig ist. Das Forschungsprojekt e-Mobil Saar erforderte von allen Beteiligten Mut: In einem Bundesland mit der höchsten Automobildichte im nationalen Kontext, mit einer erheblichen Ausprägung zum privaten Autobesitz und mit einer teilweise urbanen, aber auch stark ländlichen geprägten Landschaft ist ein Mobilitätsgedanke, wie er mit dem Projekt e-Mobil Saar aufgegriffen wurde, nicht einfach umzusetzen. Dies hat sich auch in den zunächst zurückhaltenden Auslastungszahlen der e-Mobil Saar-Flotte widergespiegelt. Das Projekt war ein Experiment, inwieweit E-Car-Sharing auch im ländlichen Raum funktionieren kann bzw. inwieweit hier auch Grenzen erreicht wurden, die in Zukunft überwunden oder verschoben werden müssen. Die Forschungspartner eruieren aktuell gemeinsam Ideen, um ein Anschlussvorhaben auf den Weg zu bringen. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: DB FuhrparkService GmbH IZES gGmbH (Institut für ZukunftsEnergieSysteme) VGS Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar mbH Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes (MWAEV) 2.494.896 892.082 497.752 791.022 1.247.448 802.874 248.876 791.022 FAHRZEUGE: 20 E-Car-Sharing-Fahrzeuge INFRASTRUKTUR: 34 Ladestationen mit 68 Ladepunkten LAUFZEITBEGINN: 01. Juni 2011 LAUFZEITENDE: 31. Mai 2014 V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT Standort in Saarlouis am ZOB/Kleiner Markt 112 / 113 NOW — JAHRESBERICHT 2014 Europäische Zusammenarbeit Um langfristige und nachhaltige Bedingungen für die Entwicklung von Elektromobilität in Europa zu schaffen, wurde die transnationale Förderinitiative Electromobility+, ins Leben gerufen, an der sich öffentliche Förderprogramme aus 11 Nationen beteiligen: Frankreich, Deutschland, Niederlande, Österreich, Finnland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Polen, Belgien und Italien. Durch die Öffnung der regionalen und nationalen Förderprogramme für eine transnationale Zusammenarbeit werden ihre Forschungsaktivitäten vernetzt, um so einen europäischen Mehrwert zu erzeugen. Zusätzlich zu den insgesamt 15 Millionen Euro aus nationalen Mitteln, stellt die EU im Rahmen des ERA-NET Plus Programms bis zu 7,3 Millionen Euro für die geförderten Projekte bereit. Gegenstand der Förderung sind sowohl Forschungsprojekte zu politischen und ordnungsrechtlichen Aspekten von Elektromobilität als auch technologiebasierte und experimentelle Forschungsvorhaben. Die Projektförderung innerhalb Deutschlands erfolgt durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). TÜV Rheinland übernimmt die Gesamtkoordination der transnationalen Initiative Electromobility+. SE V / 0 8 » EVERSAFE — EVERYDAY SAFETY OF ELECTRIC VEHICLES « Das übergeordnete Ziel des Projekts EVERSAFE bestand darin, die Sicherheitsanforderungen für Elektrofahrzeuge (EVs) unter Berücksichtigung neuer elektrospezifischer Designs zu erfassen und Anpassungsvorschläge zu erarbeiten. Die Forschungsthemen dynamische Fahrstabilität, Batteriesicherheit und das Verhalten von EVs während und nach schweren Verkehrsunfällen wurden in zwei Teilprojekten bearbeitet. Zudem wurden eine Literaturrecherche sowie zwei Fokusgruppen zur Nutzerbewertung von EV-Sicherheit durchgeführt. Verschiedene Nutzerbedenken hinsichtlich des Fahrens, Ladens, bei Unfällen und der Alterung von Komponenten des EVs wurden für erfahrene und unerfahrene Nutzergruppen identifiziert. Teilprojekt 1 Die Reaktion der Fahrer auf zwei Systemfehler bei EVs (Radnabenmotorfehler, Ausfall der Rekuperation) und die damit einhergehende geänderte Fahrdynamik wurden erforscht. Bei Untersuchungen im Fahrsimulator (110 km/h) und auf einem Testgelände (30 km/h) bemerkten beinahe alle Probanden den Radnabenmotorenfehler und stuften diesen nur im Simulator als störender und risikoreicher im Vergleich zur Basismessung ein. Die Mehrheit der Probanden kompensierte den Fehler durch Anpassung des Lenkwinkels und Nutzung des Gaspedals, um der durch den Fehler verursachten Verzögerung entgegenzuwirken. Die Ergebnisse der Feldstudie zum Rekuperationsfehler zeigten, dass nur die Hälfte aller Probanden diesen registrierten. Obwohl der Fehler als risikoreich bewertet wurde, konnten nahezu alle Probanden den Fehler ohne erhöhtes Stressempfinden kompensieren. Generell wurden beide Systemfehler durch die Probanden mit geeignetem Fahrverhalten ausgeglichen, sodass das Fahrzeug jederzeit stabil blieb. Handlungsempfehlungen für Sicherheitsanforderungen an EVs im Bereich der Fahrdynamik sind daher momentan nicht erforderlich. Teilprojekt 2 Die Crash-Kompatibilität (EVs treffen auf konventionelle Fahrzeuge) sowie das Verhalten von HochvoltEnergiespeichersystemen in EVs bei Verkehrsunfällen wurden mit diversen Computersimulationen und experimentellen Versuchen auf Zell- und Gesamtfahrzeugebene untersucht. Die getesteten Batteriezellen zeigten ein sehr gutes Sicherheitsverhalten einhergehend mit einer hohen Robustheit bei standardisierten Prüfverfahren. Abweichungen von diesen Standards führten teilweise zu heftigen Reaktionen. Dennoch können unmittelbar daraus keine Rückschlüsse auf das Verhalten des Gesamtsystems gezogen werden. Simulierte Anprallversuche mit einem generierten EV-Modell und Gesamtfahrzeugversuche ließen aber die Schlussfolgerung zu, dass die getesteten EV ein (mindestens) vergleichbar hohes Schutzniveau aufweisen wie konventionelle Fahrzeuge. Die Versuchsergebnisse wurden genutzt, um Vorschläge für Änderungen in der Gesetzgebung bzw. in Testprozeduren zu formulieren sowie existierende Handlungsprozeduren nach schweren Verkehrsunfällen mit EVs für Feuerwehren weiterzuentwickeln. PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. Technische Universität Chemnitz 329.282 356.500 329.282 320.850 237.682 237.682 EUROPÄISCHE PARTNER: ≥ VTI (Swedish National Road and Transport Research Institute), Schweden ≥ KTH (Royal Institute of Technology), Schweden ≥ VCC (Volvo Car Corporation), Schweden LAUFZEITBEGINN: 01. Mai 2012 LAUFZEITENDE: 31. Dezember 2014 V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT PARTNER: 114 / 115 NOW — JAHRESBERICHT 2014 PL V / 0 9 » DEFINE — DEVELOPMENT OF AN EVALUATION FRAMEWORK FOR THE INTRODUCTION OF ELECTROMOBILITY « AT Wie entwickelt sich die Anzahl der elektrischen PKW in Deutschland? Welche Auswirkungen besitzt die Nutzung der elektrischen PKW auf das Stromsystem und die Ausnutzung der Kraftwerkskapazitäten in Deutschland? Und wie verändern sich die CO2-Emissionen, wenn elektrische PKW genutzt werden? Millionen Diesen Fragen widmeten sich das Öko-Institut und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) über zwei Jahre im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts. Darin leiteten sie für einen Zeitraum bis 2030 die Marktpotenziale der Elektromobilität und deren Auswirkungen auf die Stromerzeugung in Deutschland ab. Neben der Entwicklung zweier Marktszenarien für elektrische PKW wurden die Auswirkungen auf die Art der Stromerzeugung durch den erhöhten Strombedarf untersucht und eine CO2-Bilanz für Elektromobilität in Deutschland erstellt. Zwei Szenarien für die Marktentwicklung elektrischer PKW wurden abgeleitet. Das Bussines-as-usual-Szenario (BAU) stellt die Entwicklung auf Basis heutiger Rahmenbedingungen und Politiken dar. Im Elektromobilität+-Szenario (EM+) wurden bei der Herleitung der PKW-Zahlen politische Maßnahmen zu Förderung der Elektromobilität, wie eine Erhöhung der Kraftstoffsteuern, ein Feebate-System zur Förderung emissionsarmer PKW und ambitioniertere Zielwerte für die CO2-Regulierung auf europäischer Ebene unterstellt. Mit der Auswertung repräsentativer empirischer Daten wurden zudem Fahrzeuganforderungen berücksichtigt, die sich aus dem heutigen Verkehrsverhalten ableiten, und es wurde mithilfe einer Conjoint-Analyse eine Kaufentscheidung simuliert. Insgesamt ergibt sich im Jahr 2030 im BAU-Szenario ein Bestand an 3,9 Millionen elektrischen PKW; durch die angenommenen Fördermaßnahmen liegt die Anzahl der elektrischen PKW mit 5,1 Millionen im EM+-Szenario höher (Abbildung 1). Plug-in–Hybrid- und Range-Extender-Fahrzeuge, die neben einem elektrischen Antrieb auch noch einen Verbrennungsmotor für den Antrieb besitzen, stellen dabei die Mehrheit der PKW. 6 BEV klein BEV mittel 5 PHEV/REEV klein PHEV/REEV mittel 4 PHEV/REEV groß 3 2 1 0 BAU EM+ 2020 Bestand elektrischer PKW in Deutschland 2020/2030 BAU EM+ 2030 Die Auswirkungen der Integration dieser Fahrzeugflotten in das deutsche Stromsystem wurden mit einem numerischen Kraftwerkseinsatzmodell untersucht. Als Inputparameter dienten insbesondere die Rahmendaten des deutschen Netzentwicklungsplans zu konventionellen und erneuerbaren Stromerzeugungskapazitäten. Es wurden zwei extreme Aufladestrategien unterschieden: Bei einer vollständig »nutzergetriebenen« Aufladung werden Elektrofahrzeuge so schnell wie möglich vollständig aufgeladen, sobald sie mit einem Ladepunkt verbunden sind; bei einer »kostengetriebenen« Aufladung kann Ladung dagegen innerhalb der durch die Fahrzeugprofile gesetzten Grenzen in Stunden niedriger Strompreise verschoben werden. Der jährliche Energie- verbrauch der modellierten Elektrofahrzeugflotten ist verglichen mit dem gesamten Stromverbrauch gering, die stündlichen Ladeleistungen können dagegen sehr hoch werden. Im nutzergetriebenen Modus werden die Fahrzeuge überwiegend tagsüber und in den Abendstunden geladen, was zu einer problematischen Erhöhung der Spitzenlast des Stromsystems führen kann. Im Gegensatz dazu verschiebt sich die Aufladung bei einer kostengetriebenen Ladestrategie größtenteils in die Nachtstunden. Dadurch erhöht kostengetriebenes Laden die Auslastung von Stein- und Braunkohlekraftwerken deutlich, während im nutzergetriebenen Fall der zusätzliche Strom überwiegend aus Erdgas- und Steinkohlekraftwerken stammt (Abbildung 2). Pumpspeicher Biomasse PV Wind Offshore Wind Onshore Andere thermische Öl Offene Gasturbinen GuD Steinkohle Braunkohle -1,0 0,0 nutzergetrieben 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 kostengetrieben Veränderter Kraftwerkseinsatz im Vergleich zum Szenario ohne Elektromobilität (Jahr 2030, Szenario EM+) bestehen. Nur wenn die Einführung der Elektromobilität mit einem entsprechenden zusätzlichen Ausbau erneuerbarer Stromerzeugungskapazitäten verknüpft wird, steigen die Emissionen des Stromsektors nicht an. Durch die Nutzung des elektrischen Antriebs, der ohne direkte CO2-Emissionen auskommt, verringern sich die Emissionen des Verkehrssektors. Im Gegensatz dazu erhöht sich grundsätzlich der CO2-Ausstoß im Stromsektor durch den erhöhten Strombedarf. Aus diesem Grund wurde eine Netto-CO 2-Bilanz für die Auswir- V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT Die CO2-Emissionen der zusätzlichen Stromerzeugung sind in den meisten Szenarien deutlich höher als die durchschnittlichen CO2-Emissionen des gesamten Strommixes. Grund hierfür ist, dass die durch elektrische PKW bewirkte leichte Verbesserung der Systemintegration erneuerbarer Energien überkompensiert wird durch eine vermehrte Kohleverstromung. Die Emissionen sind bei kostengetriebener Aufladung besonders hoch, da hier die größten Möglichkeiten zur Nutzung des günstigen, aber emissionsintensiven Kohlestroms 116 / 117 NOW — JAHRESBERICHT 2014 kungen der Elektromobilität auf den Strom- und Verkehrssektor durchgeführt und bestimmt, wie sich die CO2-Emissionen im Vergleich zu einem Szenario ohne Elektromobilität verändern. Millionen Tonnen CO2 Im BAU-Szenario überwiegt der Effekt der zusätzlichen Emissionen im Stromsektor, sodass in der Summe von Strom- und Verkehrssektor mehr CO2 emittiert wird als ohne Elektromobilität. Im EM+-Szenario verringern sich die Netto-Emissionen im Vergleich zum Basisszenario; dieser Effekt ergibt sich allerdings dadurch, dass die konventionellen Fahrzeuge im Vergleich zum Basisszenario aufgrund der Annahme ambitionierter CO2-Emissionstandards effizienter sind. Das Potenzial zur Verminderung der CO2-Emissionen wird erst dann voll ausgeschöpft, wenn im Vergleich zum Basisszenario zusätzliche erneuerbare Stromerzeugungskapazitäten zur Verfügung stehen. Folglich sollte eine Einführung von Elektromobilität mit einer Anpassung der Ausbauziele für erneuerbare Energien einhergehen, wenn Elektromobilität annähernd emissionsneutral betrieben werden soll. Soll der zusätzliche Strom nicht in Braun- oder Steinkohlekraftwerken erzeugt werden, müssen sich die Ausbaupläne gegenüber der heutigen Planung erhöhen. 8 -1.3 -2.1 4 1.6 1.0 -6.5 -6.9 0 -4 -8 BAU EM+ EM+/RE+ BAU nutzergetrieben Stromsektor EM+ EM+/RE+ kostengetrieben Verkehrssektor Bestand elektrischer PKW in Deutschland 2020/2030 PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin Öko-Institut für angewandte Ökologie e. V. 204.635 139.344 204.635 125.410 EUROPÄISCHE PARTNER: ≥ Institut für Höhere Studien Wien, Österreich ≥ Technische Universität Wien, Österreich ≥ Umweltbundesamt, Österreich ≥ CASE — Center for Social and Economic Research, Polen LAUFZEITBEGINN: 01. Juni 2012 LAUFZEITENDE: 30. November 2014 DK V / 1 0 FR » EV-STEP: SUSTAINABLE TECHNICAL AND ECONOMIC PATHWAYS FOR ELECTRIFIED MOBILITY SYSTEMS IN EU28 BY 2030 « eine wichtige Rolle im Verkehrssektor Deutschlands und in der EU-28 einnehmen können. Als wesentliche Einflussfaktoren in Bezug auf ihre Marktfähigkeit erweist sich dabei die Schärfe der Klimaschutzvorgaben, ausgedrückt durch das jeweilige Treibhausgasminderungsziel und die erreichbare Kostendegression im Bereich der Batterietechnik. Im Rahmen des Projekts EV-STEP wurden die langfristigen Perspektiven verschiedener elektromobiler Antriebskonzepte und deren Auswirkungen sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene analysiert. Die Evaluierung nachhaltiger Entwicklungsoptionen für den Verkehrssektor stellt einen komplexen Sachverhalt dar. Elektrofahrzeuge können dabei eine wesentliche Rolle spielen: Sie können die Ölabhängigkeit reduzieren, die Flexibilität der Energieversorgung erhöhen, die Energieeffizienz in den Endverbrauchssektoren erhöhen und die Emissionen an Treibhausgasen und anderen Luftschadstoffen im Verkehrssektor erheblich reduzieren. Allerdings kommt es in allen betrachteten Szenarien frühestens ab dem Jahr 2030 zu signifikanten Substitutionseffekten zwischen konventionellen und alternativen Kraftstoffen und Antrieben. In früheren Jahren und bei THG-Zertifikatspreisen von zumeist unter 50 Euro pro Tonne CO2eq ist die THG-Vermeidung in anderen Sektoren des Energiesystems ökonomisch sinnvoller, obwohl auch bei alternativen Antriebstechnologien sowie bei den Produktionsverfahren für alternative Kraftstoffe bis zum Jahr 2030 ein Großteil der technischen und ökonomischen Entwicklungspotenziale bereits erschlossen ist. Aufgrund der vielseitigen Verknüpfungen der Elektromobilität innerhalb des Energiesystems muss darauf geachtet werden, dass eine Evaluierung der Entwicklungschancen von Elektrofahrzeugen innerhalb eines konsistenten Modellrahmens erfolgt. Hierfür wurde das europäische Energiesystemmodell TIMES PanEU weiterentwickelt und die Rolle Elektromobilität mittels einer Szenarienanalyse untersucht. Die zusammenfassende Darstellung der Effekte im Verkehrssektor der EU-28 im Jahr 2030 in Abhängigkeit von den Szenarioannahmen verdeutlicht Abbildung 1. Unter einer deutlich ambitionierteren THG-Reduktionsvorgabe (Szenariovariante »Klimaschutz extrem«) weisen Biokraftstoffe bis 2030 einen Anteil von immerhin 6 % auf. Die im Rahmen des Projekts durchgeführten Szenarioanalysen zeigen, dass alternative Antriebe und Kraftstoffe, abhängig von den energie- und umweltpolitischen Rahmenbedingungen sowie von den erreichbaren technischen Entwicklungsfortschritten, langfristig Reduktion des EEV im Verkehr ggü. Referenzentwicklung 20 % Anteil BrennstoffzellenFahrzeuge am LKWund Busbestand EFFIZIENZ 10 % 5 % Anteil BrennstoffzellenFahrzeuge am PKW-Bestand Anteil Biokraftstoffe am EEV Verkehr 15 % BIOKRAFTSTOFFE WASSERSTOFF GAS 0 % Anteil gasförmiger Kraftstoffe am EEV im Verkehr (Erdgas, LPG) SONSTIGE STROM Anteil sonstiger fossiler Kraftstoffe am EEV im Verkehr Anteil netzgebundener (Hybrid-) Elektrofahrzeuge am PKW-Bestand Zusammenfassende Darstellung der Effekte im Verkehrssektor der EU-28 im Jahr 2030 in Abhängigkeit von den Szenarioannahmen Klimaschutz extrem (-85 %) Batteriekosten 100 Euro/kWh Verstärkter Klimaschutz V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT Anteil netzgebundener (Hybrid-) Elektrofahrzeuge am LKW- und Busbestand 118 / 119 NOW — JAHRESBERICHT 2014 Netzgebundene Elektrofahrzeuge wie BEV und PHEV spielen bis zum Jahr 2030 bei der in allen Szenarien unterstellten freien Technologiewahl zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele keine entscheidende Rolle. Noch geringer fällt die Bedeutung von brennstoffzellenbasierten Elektrofahrzeugen im Jahr 2030 aus, die bis zu diesem Zeitpunkt weder im PkwBereich noch bei Nutzfahrzeugen und Bussen zur Anwendung kommen. Bis zum Jahr 2050 nimmt die Bedeutung alternativer Kraftstoffe und Antriebe im Verkehrssektor der EU-28 zu. Die wesentlichen Ursachen hierfür sind der anhaltende technische Fortschritt, der die Mehrkosten alternativer Antriebe im Vergleich zu konventionellen Antrieben weiter sinken lässt, sowie die kontinuierlich schärfer werdenden THG-Reduktionsvorgaben, welche die THG-Zertifikatspreise auf teilweise deutlich über 300 Euro pro Tonne CO2eq ansteigen lassen. Biokraftstoffe spielen im Jahr 2050 bei einem ambitionierten Klimaschutzziel (THG-Reduktion um 75 % oder mehr bis 2050 bezogen auf 1990) unabhängig von den sonstigen Rahmenannahmen stets eine entscheidende Rolle im Verkehrssektor. Ihr Anteil am Endenergieverbrauch des Verkehrssektors der EU-28 reicht dabei von knapp unter 30 % bis über 50 %. Die Einsatzschwerpunkte liegen vor allem im Straßengüterverkehr mit schweren Nutzfahrzeugen sowie im Luftverkehr, da in diesen Bereichen die Verfügbarkeit anderer Alternativen zur THG-Vermeidung begrenzt ist. Ein ebenfalls starker Anstieg lässt sich beim Anteil netzgebundener Elektrofahrzeuge wie BEV und PHEV am Fahrzeugbestand beobachten. Als besonders große Einflussfaktoren auf die Marktfähigkeit dieser Antriebskonzepte erweisen sich die Höhe des Klimaschutzziels und die erreichbare Kostendegression in der Batterietechnik. Aber auch bei einer weniger extremen THG-Reduktionsvorgabe von 75 % bis 2050 bezogen auf 1990 und ohne weitere energiepolitische und technische Rahmenbedingungen, die die Wirtschaftlichkeit netzgebundener Elektrofahrzeuge begünstigen (Szenario »Verstärkter Klimaschutz«), erreichen diese Antriebskonzepte Marktanteile von 19 % bei Pkws und 10 % bei Nutzfahrzeugen und Bussen. » Als besonders große Einflussfaktoren auf die Marktfähigkeit dieser Antriebskonzepte erweisen sich die Höhe des Klimaschutzziels und die erreichbare Kostendegression in der Batterietechnik. « Elektrofahrzeuge auf Brennstoffzellenbasis übernehmen hingegen auch im Jahr 2050 in keinem der betrachteten Szenarien eine dominierende Rolle. Die Ursache für die geringere Marktrelevanz im Vergleich zu batteriegestützten Elektrofahrzeugen liegt weniger in den hohen Fahrzeuginvestitionskosten als in den höheren Wasserstoffbereitstellungskosten und in dem geringeren THG-Minderungspotenzial. Letzteres resultiert zum einen aus dem höheren spezifischen Kraftstoffverbrauch der Antriebskombination Brennstoffzelle-Elektromotor im Vergleich zur Kombination Batterie-Elektromotor und zum anderen aus der Wasserstoffbereitstellung (überwiegend Elektrolyse, Kohlevergasung mit CCS und Nebenprodukt der industriellen Chlorproduktion). Gasförmigen Kraftstoffen wie LPG und Erdgas kommt auch im Jahr 2050 unabhängig von den Rahmenbedingungen keine tragende Rolle zu. Ähnliches gilt für Fischer-Tropsch-Kraftstoffe auf Basis fossiler Energieträger (Kohle), die nur bei eingeschränkter Öl- und Gasverfügbarkeit einen Anteil am Endenergieverbrauch des Verkehrs von 27 % ausmachen. Derzeit werden vonseiten der Politik sowohl in Deutschland als auch in anderen EU-Staaten beträchtliche Anstrengungen zur Förderung der Elektromobilität im Straßenverkehr unternommen mit dem Ziel, die Kosten dieser Technologien zu senken und ihre Markteinführung zu beschleunigen. Die Ergebnisse der Szenarioanalyse bestätigen, dass durch eine beschleunigte Kostendegression, insbesondere im Bereich der Batterietechnik, die Marktanteile elektromobiler Antriebskonzepte wie BEV und PHEV am Fahrzeugbestand langfristig signifikant gesteigert werden können. Insofern ist die Förderung von Forschung und Entwicklung in diesem Bereich, wie sie in Deutschland unter anderem über die im Rahmen der Hightechstrategie der Bundesregierung initiierte Innovationsallianz Lithium-IonenBatterie (LIB 2015) umgesetzt wird, als wichtiger Beitrag anzusehen. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse der Szenarioanalysen jedoch auch, dass ein wirtschaftlicher Ausbau netzgebundener (Hybrid-)Elektrofahrzeuge frühestens im Jahr 2030 einsetzt und erst in den Folgejahren bis 2050 zu signifikanten Marktanteilen am Fahrzeugbestand bei PKWs und leichten Nutzfahrzeugen führt. In Bezug auf die Gesamthöhe des Endenergieverbrauchs im Verkehrssektor der EU-28 lässt sich eine starke Korrelation mit dem Anteil elektrischer Antriebskonzepte am Fahrzeugbestand beobachten. Je höher dieser Anteil steigt, desto stärker reduziert sich der Endenergieverbrauch gegenüber dem Referenzszenario. PARTNER: PROJEKTBUDGET/€: FÖRDERSUMME/€: Universität Stuttgart 129.607 129.607 EUROPÄISCHE PARTNER: ≥ ARMINES — Applied Mathematics Centre, Frankreich ≥ Technische Universität Dänemark — DTU Risø Campus, Dänemark ≥ SMASH — Société de Mathématiques Appliquées et de Sciences Humaines, Frankreich LAUFZEITBEGINN: 01. Juli 2012 LAUFZEITENDE: 30. Juni 2014 V. BMVI — MODELLREGIONEN ELEKTROMOBILITÄT Gefördert durch: aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages KONTAKT NOW GmbH Fasanenstraße 5 10623 Berlin E-MAIL [email protected] TELEFON +49 30 311 61 16-00 INTERNET www.now-gmbh.de www.facebook.com/NOWGmbH Gestaltung: Sabine Zentek Druck: Druckhaus Berlin-Mitte GmbH Bildnachweis: Seite 008/009/012/013/035: CEP; Seite 016/017: Vattenfall/U. Mertens; Seite 019: Siemens AG; Seite 020: REHAU AG+Co; Seite 029: Linde AG; Seite 033: Volkswagen AG; Seite 044: Rainer Sturm/Pixelio; Seite 077: Proton Motor; Seite 080/081: FutureE/Anita Essling; Seite 082: Autorisierte Stelle Digitalfunk Niedersachsen; Seite 100 (oben): DAI-Labor/TU Berlin/Ilka Grosse; Seite 101: InnoZ/Kai Abresch; Seite 103: EneSys — Ruhr-Universität Bochum; Seite 106/107: RWE Effizienz GmbH; Seite 111: IZES gGmbH; Seite 113: David Krems/MADK Photography — Fotografie Köln; alle anderen Bilder: NOW GmbH www.now-gmbh.de
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