PDF 1.8 MB - Dresdner Philharmonie

08. Mai 2015
Benefizkonzert
der Dresdner
Philharmonie für
die Konzertorgel
im Kulturpalast
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Gustav Holst
»DIE PLANETEN«
Michael Sanderling | Dirigent
ADAMS . MOZART . HOLST
Sa 30. | So 31. Mai 2015
19.30 Uhr | Albertinum
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08
MAI
2015
FREITAG
19.30
Benefizkonzert der Dresdner
Philharmonie für die Konzertorgel
im Kulturpalast
Kreuzkirche
Veranstalter: Förderverein der Dresdner
Philharmonie e.V.
B ENEFI ZKON Z E RT D E R D RE SD N E R P H ILH A RMON IE FÜ R DI E
KO NZERT ORG E L IM KU LT U RPA LA ST
FELIX MENDELSSOHN-BARTHOLDY (1809 – 1847)
Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64 (1845)
Allegro molto appassionato – Presto
Andante
Allegretto non troppo – Allegro molto vivace
ˇ
ANTONÍN DVORÁK
(1841 – 1907)
Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 »Aus der Neuen Welt« (1893)
Adagio – Allegro molto
Largo
Scherzo: Molto vivace
Allegro con fuoco
Michael Sanderling | Dirigent
Marc Bouchkov | Violine
1
E ND S P U RT
Spendensammlung zur Finanzierung einer Konzertorgel im
neuen Saal der Dresdner Philharmonie
Der Spendenmarathon des Fördervereins der Dresdner Philharmonie
neigt sich dem Ende zu. Noch einmal sei daran erinnert, dass es allein
dem engagierten Verein zu danken ist, dass der neue Saal im umgebauten Kulturpalast nicht ohne Orgel gebaut wird. In knapp drei Jahren hat
der Verein 900.000 Euro an Spendengeldern für die Orgel eingeworben.
Das Spendenziel beträgt eine Million Euro. Lutz Kittelmann, der
Geschäftsführer des Fördervereins: »Noch in diesem Jahr wollen wir die
Ziellinie überschreiten. Zusammen mit den 300.000 Euro, die die Stadt
beisteuert, ist dann die Finanzierung der Orgel gesichert.«
Das Instrument wird von der Firma »Eule Orgelbau Bautzen« gebaut,
die aufgrund einer einstimmigen Empfehlung der dazu berufenen
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Orgelkommission unter mehreren renommierten Orgelbauwerkstätten im In- und Ausland als Sieger hervorgegangen ist. Die Orgel
wird eine sehr individuelle Erwartung hinsichtlich Architektur, Technik
und Klang erfüllen, die speziell auf die Raumakustik des Saales
und die musikalischen Anforderungen im Konzertbetrieb ausgerichtet ist. Auf diese Weise krönt sie als »Königin der Instrumente«
mit 60 Registern und 4.000 Pfeifen den Konzertsaal und bildet den
Schlussstein in der imposanten Orgellandschaft Dresdens.
Mit dem Besuch dieses Benefizkonzertes leisten Sie einen wertvollen
Beitrag zum Gelingen des Projektes.
Wer mehr tun möchte, ist herzlich eingeladen zu einer Spende nach
dem Konzert an den Ausgängen oder zur Übernahme einer Patenschaft für eine Orgelpfeife oder für einen Platz im neuen Saal des
Kulturpalastes.
Weitere Informationen dazu
erhalten Sie beim:
Förderverein der Dresdner Philharmonie e.V.
Am Brauhaus 8 · 01099 Dresden
+49 (0) 351 | 4 866 369
[email protected]
www.konzertorgel.com
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Felix Mendelssohn-Bartholdy
Ein Jahr später ermahnte David den Komponisten:
Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64
Mendelssohns e-Moll-Violinkonzert ist bis heute das Musterstück
der Gattung. Anders als die Konzerte von Beethoven und Brahms,
die es zunächst sehr schwer hatten, sich durchzusetzen, hatte
Mendelssohns Werk von Beginn an großen Erfolg. Die unerreichbare
Perfektion dieses Stücks war aber das Ergebnis langer, mühevoller
Arbeit. Bereits am 30. Juli 1838 hatte Mendelsohn in einem Brief an
den Geiger Ferdinand David geschrieben:
»Ich möchte Dir wohl auch ein Violinconcert machen für den
nächsten Winter, eins in E-moll steckt mir im Kopfe, dessen Anfang
mir keine Ruhe läßt.«
4
»Erbarme Du Dich doch und schreibe ein Violinconcert, Du hast ja
den Clavierspielern, Orchestern, Chören, Clarinetten und Bassethörnern schon so manches Liebe erzeigt. Thu’ auch einmal etwas für
uns, besonders für mich, Du bist der rechte Mann dazu, Dich kostet
es 14 Tage und Du erntest eine ewige Dankbarkeit, aber thu’ es
bald, eh’ meine Finger steif und der springende Bogen das Podagra
bekommt.« (Brief vom 16. Juli 1839)
David mußte aber noch viel Geduld haben. In den Jahren
1842 – 1844 spielte Mendelssohn mit dem Gedanken an ein
Klavierkonzert, ebenfalls in e-Moll, in dem die geplante Musik zum
Violinkonzert vielleicht aufgegangen wäre. Aber dieses Vorhaben
wurde aufgegeben, stattdessen widmete sich der Komponist 1844
wieder dem Violinkonzert. Noch im selben Jahre wurde eine erste
Fassung vollendet; es folgten aber noch zahlreiche kleinere und
größere Korrekturen und Änderungen, bis das Werk im April 1845
schließlich in einer definitiven Fassung vorlag.
Das Violinkonzert gehört zu jenen Stücken, die bereits mit den
ersten Takten eine unverwechselbare Atmosphäre schaffen. Das
Geheimnis des Klangs liegt hier vielleicht in dem großen Abstand,
der die Solomelodie von dem weichen Teppich der Begleitung
trennt. Dass das Hauptthema eines ersten Konzertsatzes ohne
Orchestereinleitung direkt vom Soloinstrument vorgetragen wird,
war seinerzeit übrigens durchaus ungewöhnlich. Auch das zweite
Thema hat einen ganz individuellen Klang: über dem gehaltenen
g der tiefsten Geigensaite wird es im pianissimo von Flöten und
Klarinetten vorgetragen. Die ganz ausnotierte – also nicht zu
improvisierende – Kadenz steht in diesem Satz ungewöhnlicherweise am Ende der Durchführung. Sie steigert sich in der Bewegung
zu schnellen Sechzehntelfiguren, die dann den Hintergrund für den
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Eintritt der Reprise bilden. Die
leidenschaftliche Coda ist mit
»Presto« bezeichnet.
Der zweite Satz (er steht in
C-Dur) folgt ohne Pause, die
Brücke bildet ein gehaltener
Fagott-Ton. Im Stil erinnert dieses Andante an die »Lieder ohne
Worte«, wie diese lebt es aus einer Mischung von Volkstümlichkeit und hoher Kunstfertigkeit.
Das Hauptthema strahlt jene
gelassene Heiterkeit aus, die für
Mendelssohns Musik so kennzeichnend ist. Dunkler gefärbt ist
der a-Moll-Mittelteil. Die Solo-
FELIX MENDELSSOHNBARTHOLDY
geb. 03. Februar 1809, Hamburg
gest. 04. November 1847, Leipzig
Konzert für Violine und
Orchester e-Moll op. 64
Entstehung: 1838 – 44, rev. 1845
Uraufführung: 13. März 1845 im
Saal des Gewandhauses zu Leipzig
durch Ferdinand David mit dem
Gewandhausorchester unter Niels
Gade
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Orchesterbesetzung:
2 Flöten
2 Hörner
2 Oboen
2 Trompeten
2 Klarinetten
Pauken
2 Fagotte
Streicher
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violine hat hier an einer virtuosen Stelle gleichzeitig Melodie und
tremolierende Begleitung zu spielen. Der Schluss kehrt zur freundlichen Stimmung des Anfangs zurück.
Ein kurzes Allegretto non troppo, nur von Streichern begleitet, leitet
zum Finale über, in dem die Welt des »Sommernachtstraums« lebendig
wird. Bereits Mendelssohns berühmte Ouvertüre zu Shakespeares
Komödie hatte die Tonarten e-Moll und E-Dur verwendet; beide dienen
auch im Violinkonzert als Klangchiffren für die Elfenwelt. Bei all dem
luftigen Spuk fehlen aber auch handfestere Töne nicht. Die Trompetenfanfaren scheinen die Musik immer wieder auf die Erde zurückzuholen. Eine magische Stelle ist der Eintritt der Reprise: als Kontrapunkt
zu dem scherzando-Hauptthema der Sologeige erscheint in Ersten
Violinen, Bratschen und Celli eine breit strömende Gegenmelodie. Der
Schluss bietet großen klanglichen Prunk auf.
Das Violinkonzert ist geeignet, das Klischee vom konservativen, allzusehr der klassischen Tradition verhafteten Mendelssohn zumindest zu
relativieren. Zukunftsweisend ist vor allem die durchkomponierte Form
des Werkes, das keine Pausen zwischen den einzelnen Sätzen kennt.
Aber auch zahlreiche Einzelzüge (wie etwa der solistische Beginn oder
die ausnotierte Kadenz) sind als innovativ anzusehen. – Mendelssohns Konzert hat vielen anderen späteren Violinkonzerten als Vorbild
gedient, es kann als eine der meistplagiierten Kompositionen überhaupt gelten. Aber diese Imitationen waren gegenüber ihrem Vorbild
stets chancenlos: das Original blieb bis heute unübertroffen.
Ferdinand David spielte am 27. März 1845 in Leipzig die Uraufführung
des Konzerts. Der vierzehnjährige Joseph Joachim war der Solist bei
einer Aufführung am 10. November 1845 in Dresden. Nach der Uraufführung schrieb Robert Schumann an seinen Freund Mendelssohn:
hingeben. Dann drängt sich mir wohl auch ein Bild auf, und dass
ich’s nicht verschweige, welches es war: das einer Grazie, die, sich auf
Augenblicke wie selbst vergessend, von leidenschaftlicheren Regungen
ergriffen wird, dass sie wie die Muse selber anzusehen ist…«
»Mein lieber Mendelssohn! Am innigsten dachte ich doch wieder
an Sie, als Joachim das Violinkonzert spielte; kritisieren nach dem
ersten Hören eines solchen Stückes kann ich nicht, aber mich ganz
Dieser Meinung wird man sich auch heute anschließen können.
An seinem 75. Geburtstag – es war das Jahr 1906 – hielt Joseph
Joachim in Berlin eine Rede, in der er sagte:
»Die Deutschen haben vier Violinkonzerte. Das größte, konzessionsloseste stammt von Beethoven. Das von Brahms, in seinem Ernst, eifert
Beethoven nach. Das reichste, das bezauberndste schrieb Max Bruch.
Das innigste aber, das Herzensjuwel, stammt von Mendelssohn.«
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Antonín Dvorák
ˇ
Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 »Aus der Neuen Welt«
Die Sinfonie »Aus der Neuen Welt« ist eine der berühmtesten
Sinfonien des klassischen Repertoires. Ihre Beliebtheit speist sich aus
zahlreichen Quellen: Sie ist ein perfekt durchgearbeitetes Werk der
reifen Spätromantik, sie besitzt einen unerschöpflichen Melodienreichtum, sie verbindet auf glückliche Weise die persönliche Signatur
des Komponisten mit einer allgemeinverständlichen Musiksprache.
Nicht zuletzt aber scheinen sich hier europäische Tradition und
amerikanische Zukunft die Hände zu reichen.
ˇ war wie viele andere Musiker der Verlockung gefolgt,
Auch Dvorák
in Amerika sein Glück zu machen. Von 1892 bis 1895 war er dank
der Initiative der Mäzenin Jeannette Thurber Direktor des National
Conservatory of Music of America in New York. Dort begann er sich
für die amerikanische Volksmusik zu interessieren. Er ließ sich von
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dem Studenten Harry T. Burleigh Negro-Spirituals vorsingen und
konstatierte daraufhin:
»Ich bin überzeugt, daß die zukünftige Musik dieses Landes auf dem
gegründet sein muss, was man die Neger-Melodien nennt. Diese können
zur Grundlage einer ernsthaften und originellen Kompositionsschule
werden, die in den Vereinigten Staaten zu entwickeln wäre. Diese
schönen und vielfältigen Themen sind das Produkt des Bodens. Sie
sind die Volkslieder Amerikas und die Komponisten müssen sich ihnen
zuwenden.«
ˇ allerdings keine originalen
In der Neunten Sinfonie hat Dvorák
amerikanischen Melodien verwendet. Selbst der von ihm behauptete
Einfluss der Indianermusik auf die thematischen Gestalten ist schwer
ˇ behauptet, die
nachzuweisen. In einem Zeitungsinterview hatte Dvorák
Musik der Schwarzen und die der Indianer habe ihn an die schottische
ˇ auf das häufige
Musik erinnert. Wahrscheinlich bezog sich Dvorák
Vorkommen pentatonischer Melodien in diesen drei musikalischen
Kulturen. Zwar gibt es einige Ansätze zu Pentatonik auch in der
ˇ
Neunten Sinfonie, doch ist es unhörbar, was Dvoráks
hauptsächliche
Inspirationsquelle war: die Musik seines heimatlichen Böhmen. So ist
die Sinfonie »Aus der Neuen Welt« mehr ein Werk der Sehnsucht als
des Aufbruchs, mehr eine Verklärung Alt-Europas als eine Begrüßung
des neuen amerikanischen Zeitalters. Wenn Amerika in diesem Werk
erscheint, dann in einer gewissen es kennzeichnenden Weite und
ˇ selbst auf die Erfahrung der amerikanischen LandBreite, die Dvorák
schaft zurückführte.
Die Neunte Sinfonie wurde vom New Yorker Philharmonischen Orchester
in Auftrag gegeben und erlebte ihre Uraufführung am 16. Dezember
1893 in der Carnegie Hall. Dirigent war Anton Seidl. Nach jedem Satz
gab es stürmischen Applaus, und der Komponist musste sich immer
ˇ schrieb anschließend über das Konzert:
wieder verbeugen. Dvorák
9
»Die Zeitungen sagen, noch
nie hatte ein Komponist einen
solchen Triumph. Die Leute
applaudierten so viel, dass ich
aus der Loge wie ein König!?
alla Mascagni in Wien mich
bedanken musste.«
ˇ
ANTONÍN DVORÁK
geb. 08. September 1841, Nelahozeves
gest. 01. Mai 1904, Prag
Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95
»Aus der neuen Welt«
Entstehung: 1893
Uraufführung: 16. Dezember 1893
durch das New York Philharmonic
Orchestra in der Carnegie Hall New
York unter Anton Seidl
Die Neunte blieb das letzte sinfonische Werk des Komponisten.
1895 kehrte er nach Europa
zurück, wo er sich hauptsächlich
der Sinfonischen Dichtung und
der Oper widmete.
Die Sinfonie »Aus der Neuen
Welt« fand bald den Weg nach
Spieldauer: ca. 41 Minuten
Orchesterbesetzung:
2 Flöten
2 Trompeten
Piccolo
3 Posaunen
2 Oboen
Tuba
Englischhorn
Pauken
2 Klarinetten
Schlagwerk
2 Fagotte
Streicher
4 Hörner
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Europa und wurde dort von zahlreichen Orchestern gespielt. Ihre
Popularität hält ungebrochen bis heute an; besonders erfolgreich
ist sie in Japan. Der Astronaut Neil Armstrong nahm eine Aufnahme
des Werks bei der ersten Mondlandung mit zum Mond. Immer
wieder erscheinen Themen der Sinfonie in Filmen, Fernsehshows,
ˇ
Videospielen und in der Werbung. – Sicher profitiert auch Dvoráks
Neunte Sinfonie vom Mythos der Neunzahl, der seit Beethovens
Neunter dem sinfonischen Schaffen der Meister anhängt. Allerˇ
dings war Dvoráks
Werk zu seinen Lebzeiten als Fünfte Sinfonie
bekannt – die Jugendsinfonien waren damals noch nicht Teil der
»offiziellen« Zählung. Doch auch Beethovens Fünfte hat ja einen
Mythos geschaffen...
Die Besetzung der Sinfonie ist vergleichsweise bescheiden: Nur
zweifache Holzbläser, zwei Trompeten, kleines Schlagwerk. Die
ˇ
Orchesterbehandlung Dvoráks
ist allerdings so virtuos, dass sich
immer wieder Wirkungen von beeindruckender Klangfülle ergeben.
Dem ersten Satz der Sinfonie ist eine spannungsvolle langsame
Einleitung vorangestellt. Der Allegro-Hauptsatz beginnt mit einem
durch charakteristische Synkopen auffallenden, sehr schwungvollen
Hauptthema. (Dieses Thema kehrt in den übrigen Sätzen der Sinfonie
ˇ auf Beethoven berufen
wieder, ein Verfahren, bei dem sich Dvorák
konnte.) Zwei Seitenthemen bilden einen lyrischen Kontrast, wobei
das zweite sich im Rhythmus auffallend dem Hauptthema annähert.
In der Durchführung werden die drei Themen auf höchst kunstvolle
Weise variiert und kombiniert. Der Reprise folgt noch eine ausgedehnte Coda, die mit einer großen Steigerung aufwartet.
Der zweite Satz, in Des-Dur, beginnt mit einer harmonisch höchst
gewagten Passage aus leisen, gehaltenen Bläserakkorden. Sie bilden
die Einleitung zu der berühmten Melodie des Englischhorns, die in
zahllosen Filmszenen verwendet wurde. Der Mittelteil, in cis-Moll,
bringt einen klagenden, von Streichertremoli begleiteten Holzbläsergesang. Dann erscheint eine an Vogelgezwitscher erinnernde
Passage, die von einem Zitat des Hauptthemas aus dem ersten
Satz unterbrochen wird. Am Schluss steht wieder die Englischhornˇ sah diesen Satz als eine Art Skizze
Melodie des Beginns. – Dvorák
oder Studie zu einer geplanten Kantate oder Oper an, die auf Henry
Wadsworth Longfellows Epos »The Song of Hiawatha« beruhen
sollte; ein solches Werk wurde jedoch nie geschrieben. Inspiriert
wurde die Musik des Satzes durch die Totenklage Hiawathas um
seine treue Gefährtin Minnehaha.
Auch das Hauptthema des Scherzos wurde dem Komponisten zufolge
durch eine Szene aus dem »Song of Hiawatha« angeregt, und zwar
durch den Festtanz der Indianer anlässlich der Hochzeit Hiawathas.
Ganz und gar böhmisch ist jedoch das C-Dur-Trio, das geradezu
alteuropäische Weihnachtsstimmung verbreitet. Die Einflüsse des
Scherzos von Beethovens Neunter sind in der Anlage des Satzes
überdeutlich; gleichzeitig besteht auch eine Verwandtschaft zu den
Scherzi Anton Bruckners.
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Wir danken Ihnen
für Ihre Unterstützung
bei der Finanzierung
der Orgel im Kulturpalast!
Der letzte Satz ist außerordentlich dramatisch angelegt. Das heroische
Hauptthema führt immer wieder zu großangelegten Entwicklungen.
Das sehnsuchtsvolle Seitenthema der Klarinetten bleibt dagegen
eher Episode. Auch die Hauptthemen der vorhergegangenen Sätze
tauchen wieder auf, das heroische Finalthema behält aber die Oberhand. Eine monumentale Aufgipfelung führt die Musik schließlich
nach E-Dur. Der letzte Tutti-Akkord verklingt dann aber leise in den
Holzbläsern.
Albert Breier
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Dresdens Klang. Die Musiker der Dresdner Philharmonie im heutigen Konzert
1.Violinen
Prof. Ralf-Carsten Brömsel KV
Dalia Schmalenberg KV
Prof. Roland Eitrich KV
Heide Schwarzbach KV
Christoph Lindemann KV
Marcus Gottwald KV
Ute Kelemen KV
Antje Becker KV
Johannes Groth KM
Alexander Teichmann KM
Annegret Teichmann KM
Eunyoung Lee
Sophie Keiter
Jiwon Lim*
2. Violinen
Markus Gundermann
Denise Nittel
Reinhard Lohmann KV
Steffen Gaitzsch KV
Dr. phil. Matthias Bettin KV
Heiko Seifert KV
Andrea Dittrich KV
Constanze Sandmann KV
Susanne Herberg KM
Christiane Liskowsky KM
Susanne Goldmann
Henriette Klauk**
Bratschen
Christina Biwank KV
Beate Müller KV
Steffen Seifert KV
Steffen Neumann KV
Heiko Mürbe KV
Andreas Kuhlmann KV
Tilman Baubkus
Sonsoles Jouve del Castillo
Henriette Mittag
Eva Maria Knauer
Violoncelli
Ulf Prelle KV
Charles-Antoine Duflot
Petra Willmann KV
Thomas Bäz KV
Karl-Bernhard von Stumpff KV
Daniel Thiele KM
Alexander Will KM
Merlin Schirmer
Kontrabässe
Tobias Lampelzammer*
Norbert Schuster KV
Bringfried Seifert KV
Donatus Bergemann KV
Matthias Bohrig KM
Ilie Cozmatchi
Flöten
Mareike Thrun KV
Claudia Rose KM
Oboen
Johannes Pfeiffer KV
Prof. Guido Titze KV
Volker Hanemann*
Posaunen
Matthias Franz KM
Joachim Franke KV
Dietmar Pester KV
Klarinetten
Prof. Hans-Detlef Löchner KV
Prof. Henry Philipp KV
Tuba
Prof. Jörg Wachsmuth KV
Fagotte
Daniel Bäz KM
Michael Lang KV
Hörner
Michael Schneider KV
Thomas Schulze*
Dietrich Schlät KV
Carsten Gießmann KM
Pauke
Mathias Müller*
Schlagwerk
Alexej Bröse
* als Gast
**als Substitut
Trompeten
Andreas Jainz KV
Nikolaus von Tippelskirch
Änderungen vorbehalten.
Michael Sanderling | Dirigent
Michael Sanderling, geboren und ausgebildet in Berlin, zählt zu den
gefragtesten Dirigenten seiner Generation. Zahlreiche Engagements
bei führenden Orchestern belegen sein Ansehen in der internationalen
Musikwelt.
Seit 2011 | 12 ist Sanderling Chefdirigent der Dresdner Philharmonie
Die höchst erfolgreiche Zusammenarbeit – mit einem der international
angesehensten Orchester der sächsischen Musikkultur – wurde über
die Saison 2013 | 2014 hinaus bis ins Jahr 2019 verlängert. Zwischen
2006 und 2010 war Michael Sanderling künstlerischer Leiter und
Chefdirigent der Kammerakademie Potsdam.
Sanderling hat bereits mit namhaften Orchestern zusammengearbeitet, darunter das Tonhalle-Orchester Zürich, das Yomiuri Nippon
Symphony Orchestra Tokyo, das Konzerthausorchester Berlin, die
Münchner Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, die Bamberger
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Symphoniker, die Rundfunkorchester in Stuttgart, München, Köln,
Hamburg, Leipzig und Hannover, das Orchestre Philharmonique du
Strasbourg sowie das Nederlands Philharmonisch Orkest. An der Oper
Köln leitete er die Neueinstudierung von Sergej Prokofjews Bühnenwerk »Krieg und Frieden«.
2015 und 2016 wird er neben mehreren Wiedereinladungen erstmals beim Gewandhausorchester Leipzig, den Wiener Symphonikern,
dem NHK Symphony Orchestra, dem Toronto Symphony Orchestra,
dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra und den Hamburger
Philharmonikern zu Gast sein.
Die Arbeit mit dem musikalischen Nachwuchs ist Sanderling eine
Herzensangelegenheit. Über mehrere Jahre war er der Deutschen
Streicherphilharmonie als Chefdirigent verbunden. In jüngerer Zeit
arbeitet er mit dem Bundesjugendorchester, mit dem Jerusalem
Weimar Youth Orchestra, mit der Jungen Deutschen Philharmonie sowie mit dem Schleswig-Holstein Festival Orchester zusammen.
Schwerpunkte seiner künstlerischen Arbeit liegen in der Spätromantik
sowie im Werk Schostakowitschs und in der Wiener Klassik. Ebenfalls
ausgeprägt ist sein Interesse an zeitgenössischen Werken, das durch
verschiedene Uraufführungen dokumentiert ist.
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Marc Bouchkov | Violine
Der Ausdruck in der Musik ist es, der Marc Bouchkov stets antreibt.
Sein Geigenspiel ist nicht nur begründet auf einer umfassenden
Kenntnis der Partitur, des historischen Kontexts und der Authentizität
der Interpretation, er versteht seine Aufführungen auch als unmittelbare Vermittlung von Inhalten. Die Nähe des Klangs der Geige zur
menschlichen Stimme ist für ihn Inspiration und Antrieb, Gefühle und
Emotionen wiederzugeben und für die Zuhörer erlebbar zu machen.
Marc Bouchkov wurde 1991 in eine Musikerfamilie geboren. Von
seinem Großvater Mattis Vaitsner erhielt er den ersten Unterricht im
Alter von fünf Jahren. Bereits ein Jahr später folgte der erste öffentliche Auftritt. Ab 2001 wird er am Lyoner Konservatorium in der Klasse
von Claire Bernard unterrichtet, 2007 wechselt er nach Paris an das
Conservatoire national supérieur musique et danse zu Boris Garlitzky,
der ihm fortan als Mentor zur Seite steht und ihm hilfreiche Impulse
für seinen künstlerischen Feinschliff gibt. Es folgen mehrfache Teilnahmen an Meisterkursen und Einladungen zu Festivals. Marc
Bouchkov ist Stipendiat der Villa Musica Rheinland-Pfalz und tritt bei
»Les Musicales de Colmar« kammermusikalisch in Erscheinung. Des
weiteren ist sein Weg gesäumt von zahlreichen renommierten internationalen Preisen und Auszeichnungen.
In der Saison 2014 | 2015 wird Marc Bouchkov sein Debüt mit dem
NDR-Sinfonieorchester in Hamburg geben. Ein besonderes Konzerterlebnis ist auch die Aufführung von Brahms’ Violinkonzert mit den
Düsseldorfer Symphonikern im Rahmen einer Ballettproduktion der
Deutschen Oper am Rhein in einer Choreographie von Mats Ek.
Seit Oktober 2014 studiert Marc Bouchkov als Junger Solist an
der Kronberg Academy bei Mihaela Martin. Er wird außerdem von
Brigitte Feldtmann / Feldtmann Kulturell gefördert, die ihm eine in
Paris gefertigte Violine von Jean Baptiste Vuillaume von 1865 zur
Verfügung stellt.
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GR O S S E K U N ST B R A U C H T G U T E FREUNDE
WIR D A N K EN D E N FÖRDERERN DER DRESDNER PHILHARM ON IE
Heide Süß & Julia Distler
Förderverein Dresdner Philharmonie e.V.
PF 120 424
01005 Dresden
Telefon +49 (0) 351 | 4 866 369
Fax
+49 (0) 351 | 4 866 350
[email protected]
Impressum
Dresdner Philharmonie Spielzeit 2014 | 2015
Postfach 120 424 · 01005 Dresden
Chefdirigent: Prof. Michael Sanderling
Ehrendirigent: Prof. Kurt Masur
Erster Gastdirigent: Bertrand de Billy
Grafische Gestaltung: www.victoriabraunschweig.de
Druck: Elbtal Druck & Kartonagen GmbH · + 49 (0) 351 | 21 30 35 - 0
Blumen: Creativ Floristik Laubner GmbH
Preis: 2,00 Euro
Intendanz: Frauke Roth
www.dresdnerphilharmonie.de
Redaktion: Adelheid Schloemann
Der Text von Albert Breier ist ein Originalbeitrag für dieses Heft.
Bildnachweise: Titelfotos: Marco Borggreve; Bildarchiv d. Dresdner Philharmonie.
Michael Sanderling: Marco Borggreve; Marc Bouchkov: Impresariat Simmenauer.
Hinweis: Wo möglich, haben wir die Inhaber aller Urheberrechte der Illustrationen
ausfindig gemacht. Sollte dies im Einzelfall nicht ausreichend gelungen oder es zu
Fehlern gekommen sein, bitten wir die Urheber, sich bei uns zu melden, damit wir
berechtigten Forderungen umgehend nachkommen können.
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Wir machen darauf aufmerksam, dass Ton- und / oder Bildaufnahmen unserer Aufführungen durch jede Art elektronischer Geräte strikt untersagt sind.
Zuwiderhandlungen sind nach dem Urheberrechtsgesetz strafbar.
Erste Anhörung
Konzertsaal der Hochschule für Musik Dresden
Uraufführungen von Kompositionsstudenten der HfM Dresden
Faidra Chafta-Douka Point A
Carlos G. Hernández Orchesterstück
Barblina Meierhans [von Artefakten] - Skizzen für Orchester
Julio Zú˜niga „mein liebstes Bild“ für Orchester und Elektronik
Dresdner Philharmonie
Dirigent: Leslie Suganandarajah
Moderation: Jörn Peter Hiekel
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Eine Kooperation mit der Dresdner Philharmonie
im Rahmen von KlangNetz Dresden.
www.klangnetz-dresden.de
Auch auf Facebook!
Mo 18. Mai 2015 l 18:00
PETER SCHREIER ZUM
80. GEBURTSTAG
So 20. September 2015
18.00 Uhr | Kreuzkirche | Benefizkonzert
WOLFGANG AMADEUS MOZART
Ave verum corpus D-Dur KV 618
Requiem d-Moll KV 626
Peter Schreier | Dirigent
Ute Selbig | Sopran · Britta Schwarz | Alt
Eric Stoklossa | Tenor · Sebastian Wartig | Bass
Philharmonischer Chor Dresden
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