HZV: ZEHN PROZENT WACHSTUM IN 2016

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HZV: ZEHN PROZENT
WACHSTUM IN 2016
Der Bedarf bei Versicherten und Hausärzten nach einer qualitativ hochwertigen Versorgung jenseits von KV-Strukturen ist
weiterhin hoch. Das zeigen die neusten Zahlen zur Hausarztzentrierten Versorgung, die jetzt veröffentlicht wurden.
Zu Beginn des Jahres 2017 sind bundesweit
4,28 Millionen Versicherte in die Vollversorgungsverträge zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) eingeschrieben. Gegenüber
dem Vorjahr bedeutet das einen Zuwachs
von knapp 380.000 Versicherten. Dies entspricht einer Steigerungsrate von circa zehn
Prozent. (vgl. Abb.1) Insgesamt nehmen aktuell fast 17.000 Hausärzte an der HZV teil,
Teilnehmer an den so genannten Add-OnVerträgen nicht eingeschlossen.
Neben Baden-Württemberg und Bayern, wo
die Hausarztverträge bereits seit vielen Jah-
Abb. 1: Versicherte, die an der HZV teilnehmen (ab 2015)
HZV-Versicherte (in Tsd.)
4.400
4.300
4.200
+10%
4.100
4.000
3.900
4,28 Millionen Versicherte nehmen Anfang
2017 an den HZV-Vollverträgen teil. Das sind
zehn Prozent mehr als
im gleichen Zeitraum
des Vorjahres.
3.800
3.700
3.600
3.500
3.400
3.300
2015-1
2016-1
2017-1
Quelle: Deutscher Hausärzteverband e.V.
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ren flächendeckend umgesetzt werden,
haben sich im Verlauf des Jahres 2016 in immer mehr Regionen Versicherte für die HZV
entschieden. Allein in Nordrhein-Westfalen
sind inzwischen über 600.000 Versicherte
eingeschrieben. Diese Entwicklung zeige
deutlich, so Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes,
dass es sowohl bei den Versicherten als auch
bei den Hausärzten einen großen Bedarf
nach dieser besseren Form der Versorgung
jenseits maroder KV-Strukturen gibt. Nie
habe es in Deutschland einen annähernd so
erfolgreichen Selektivvertrag wie die HZV
gegeben, trotz aller Behinderungen durch
einige Krankenkassen und KVen.
Im Hinblick auf die Bundestagswahl 2017
forderte Weigeldt eine Stärkung der Verträge.
„Die HZV ist die größte Innovation für Hausärzte und ihre Patienten in den letzten
Jahren. Fast sämtliche Fortschritte, beispielsweise bei der Vergütung der Hausärzte, sind
vor allem auf die HZV zurückzuführen“, so
der Bundesvorsitzende. „Während einige
Krankenkassen und KVen partnerschaftlich
mit uns zusammenarbeiten, versuchen andere, die Umsetzung der HZV mit allen Mitteln zu verschleppen. Da wird vereinzelt sogar mit schmutzigen Tricks gearbeitet. Hier
muss im Zweifel auch gesetzgeberisch noch
einmal nachjustiert werden“, kritisiert Weigeldt. Schließlich haben Patienten und Hausärzte bereits seit 2009 ein Recht auf eine
Hausarztzentrierte Versorgung.
Weigeldt bekräftigte erneut die Forderung
des Deutschen Hausärzteverbandes, dass es
an der Zeit sei, auch die Versicherten an den
finanziellen Vorteilen der HZV zu beteiligen,
beispielsweise über Zuzahlungsbefreiungen
bei Medikamenten. Vergleichbare Modelle
werden bereits von der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK erfolgreich
umgesetzt.
Der Hausarzt 02/2017