Niedrigzinsen entlasten deutschen Staat um 240

Analyse der Bundesbank
Niedrigzinsen entlasten deutschen Staat um 240 Milliarden Euro
Schlecht für Sparer, schön für den Finanzminister: Durch die niedrigen Zinsen haben Bund, Länder und
Gemeinden allein im vergangenen Jahr fast 50 Milliarden Euro einsparen können. Seit 2008 beläuft sich die
zinsbedingte Entlastung der öffentlichen Kassen sogar auf 240 Milliarden Euro. Das zeigen Berechnungen
der Bundesbank.
Die anhaltende Niedrigzinsphase ist für Verbraucher, die beispielsweise für ihre Altersvorsorge sparen,
ein großes Ärgernis. Profiteure dieser Entwicklung sind hingegen die öffentlichen Haushalte.
Das zeigt eine aktuelle Analyse der Bundesbank, die das Zinsniveau von 2007, dem Jahr vor der
Finanzkrise, mit dem jeweiligen Niveau der Folgejahre verglichen hat: Musste der Staat 2007 den
Käufern deutscher Wertpapiere noch eine durchschnittliche Rendite von 4,23 Prozent gewähren, so
waren es nur noch 2,05 Prozent im Jahr 2016.
Der kontinuierlich gesunkene Zinsdienst erweist sich damit für die öffentlichen Kassen von Bund,
Ländern und Gemeinden sowie der Sozialversicherung als Segen. Demnach konnten allein im
vergangenen Jahr 47 Milliarden Euro gespart werden. Die seit 2008 eingesparte Gesamtsumme beläuft
sich bis 2016 sogar auf 240 Milliarden Euro.
Damit hat die Zins-Entwicklung einem Bericht von Spiegel Online zufolge maßgeblich zum
Haushaltsüberschuss von 6,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr beigetragen. „Sollten die Zinsen
allerdings wieder anziehen, wäre es schnell vorbei mit den Haushaltsüberschüssen“, heißt es. Der
Grund: Würden die Zinsen um einen Prozentpunkt steigen, so der Bericht, müsste der Staat jährlich 21
Milliarden Euro mehr berappen.
Dieser Artikel erschien am 13.01.2017 unter folgendem Link:
http://www.pfefferminzia.de/analyse-der-bundesbank--niedrigzinsen-entlasten-deuten-staat-um-240-milliarden-euro-1484313149/
Der Pfefferminzia Newsletter ‐ für Versicherungsprofis
www.pfefferminzia.de
Powered by TCPDF (www.tcpdf.org)