Deutschland mix in german Created at 2016-09

Announcement
Deutschland mix in german 100 articles, created at 2016-09-13 06:02
1 SinnLeffers meldet Insolvenz an
(2.09/3)
Die Modekette SinnLeffers hat am Montagabend einen Insolvenzantrag gestellt. Sie
plant eine Insolvenz in Eigenverantwortung nach demselben Modell wie Wöhrl, die
dieselben Eigentümer haben. 2016-09-12 19:47 2KB www.tagesspiegel.de
2 Hillary Clinton: Krank sein im Geheimen
(2.05/3)
Der Schwächeanfall von Hillary Clinton stärkt das Misstrauen in die
Präsidentschaftskandidatin. Kritiker werfen der Demokratin mangelnde Transparenz
vor. 2016-09-12 20:49 2KB www.zeit.de
3 1860 München gewinnt Derby in Nürnberg
Nürnberg (dpa) - In Überzahl hat der TSV 1860 München in einem rassigen Derby
beim 1. FC Nürnberg 2:1 (1:1) gewonnen. Der Österreicher Micha 2016-09-13 06:02 3KB
(1.06/3)
www.sueddeutsche.de
4 Modekette: SinnLefers beantragt Insolvenzverfahren
(1.04/3)
Mithilfe einer Eigenverwaltung soll der Fortbestand der Modefirma SinnLeffers
gesichert werden. Auch ein Großteil der Arbeitsplätze soll so erhalten werden.
2016-09-12 21:30 2KB www.zeit.de
5 Paralympics: Gold für Rehm und deutsche Staffel
(1.02/3)
Die deutsche 4x100-Meter-Staffel hat sich bei den Paralympics in Rio de Janeiro den
Traum von der Goldmedaille erfüllt. Das Leverkusener Quartett mit WeitsprungWeltrekordler Markus Rehm, 400-Meter-Weltmeister David Behre, Felix Streng und
Johanne... 2016-09-12 23:09 1KB www.t-online.de
6 "Das Jenke Experiment": RTL zeigt Jenke von Wilmsdorff
mit Demenz
(1.02/3)
1,6 Mio. in Deutschland betroffen: Jenke erfährt, wie Betroffene und Angehöri...
2016-09-12 22:31 5KB www.t-online.de
7 Überhitzter Reisebus: Jugendliche erleiden
Kreislaufprobleme
(1.02/3)
Ratingen (dpa) - Mehrere Jugendliche hatten in einem überhitzten Reisebus auf der
Autobahn im Rheinland mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. Der mit rund 50 Fahrg
2016-09-12 22:24 1KB www.t-online.de
8 Innenministerium genehmigt Volksbegehren "Gegen
TTIP/CETA"
(1.02/3)
Zwischen 23. und 30. Jänner 2017 liegt das Volksbegehren auf. 100.000
Unterschriften sind für eine parlamentarische Behandlung nötig. 2016-09-12 20:24 1KB
diepresse.com
9 Syrien: Stille über Aleppo
In Syrien gilt ab sofort eine von Russland und den USA ausgehandelte Feuerpause.
Kurz zuvor hatte Machthaber Assad bekräftigt, das gesamte Land erobern zu wollen.
2016-09-12 19:28 3KB www.zeit.de
(1.02/3)
10 E. On bringt Uniper an die Börse
(1.02/3)
Der DAX hatte am Montag vorübergehend 31 Mitglieder. Der befürchtete Absturz des
neuen Kohle-, Gas- und Energiehandelsunternehmens am Tag seines Börsendebüts
blieb aus. 2016-09-12 18:00 4KB diepresse.com
11 Wattens unterliegt Austria Lustenau mit 4:0
Ein Hattrick von Bruno lässt Lustenau als Tabellenzweiter übernachten. 2016-09-12 20:26
1KB www.tt.com
(0.01/3)
12 Sechs Jahre Haft nach Brandanschlag auf
Flüchtlingshaus
(0.01/3)
Ein Feuerwehrmann verübt einen Brandanschlag auf ein von sieben Flüchtlingen
bewohntes Haus in Altena. Erst im Prozess finden sich auf seinem Handy Fotos und
Nachrichten mit rechtsextremem Inhalt. Das Gericht verhängt sechs Jahre Haft.
2016-09-12 19:56 3KB www.tagesspiegel.de
13 Paralympics: Sprinter-Gold nach «Scorpions»-Besuch
Rio de Janeiro (dpa) - Dem Glamour-Faktor durch die Scorpions folgte Gold-Glanz auf
der Tartanbahn: Angeführt von Ausnahme-Leichtathlet Markus Rehm ist die deut
2016-09-12 23:16 1KB www.t-online.de
14 Hoffen auf eine Pause vom Krieg in Syrien
Die Sonne ist untergegangen am Tag des muslimischen Opferfestes - doch halten sich
die Kriegsparteien an die vereinbarte Waffenruhe? Die Zweifel sind groß. Es liegt nicht
nur an den Äußerungen vieler Akteure, sondern auch an der Vereinbarung selbst. Von
Jürgen Stryjak. 2016-09-12 23:05 4KB www.tagesschau.de
15 Verkehrsunfallflucht mit Personenschaden
Rees (ots) - Haldern - Montag, 12.09.2016, 17:59 Uhr, befuhr ein 73-jähriger
Fahrradfahrer aus Haldern die Straße Sonsfeld in Fahrtrichtung Weseler Landstraße.
2016-09-12 22:55 1KB www.t-online.de
16 Hollywood-Stern für Oscar-Preisträgerin Kathy Bates
Los Angeles (dpa) - Oscar-Preisträgerin Kathy Bates wird in Hollywood mit einem
Stern auf dem «Walk of Fame» geehrt. Nach Mitteilung der Veranstalter soll die S
2016-09-12 22:46 1KB www.t-online.de
17 Wirtschaft - Aktien New York Schluss: Neue Hoffnung
auf Geldpolitik treibt Kurse an
NEW YORK (dpa-AFX) - Neu erwachte Hoffnungen auf weiter niedrige US-Zinsen
haben die Wall Street am Montag beflügelt. Damit erholte sie sich deutlich von ihren
2016-09-12 22:20 3KB www.t-online.de
18 Paralympics: Große Lücken im Anti-Doping-System der
Paralympics
Rio de Janeiro (dpa) - Das Internationale Paralympische Komitee hat ganz offen
Lücken in seinem Anti-Doping-System bei den Paralympics in Rio de Janeiro
2016-09-12 22:19 2KB www.t-online.de
19 Die Großen wollen helfen
Eine Gewerkschaftsstudie bescheinigt Konzernen Engagement bei der Integration von
Flüchtlingen, doch deren Sprachprobleme sind enorm. 2016-09-12 22:00 3KB
www.tagesspiegel.de
20 Anti-Korruptionsbeauftragter mit 120 Mio. Euro erwischt
Medien zeigen Fotos mit Hunderten Geldbündeln in Kartons und Plastiksäcken, die in
der Wohnung des russischen Anti-Korruptionsbeauftragten Dmitri Sachartschenko
gefunden wurden. 2016-09-12 21:56 1KB diepresse.com
21 Die SPD und der Zickenkrieg der Anderen
Wenn zwei sich streiten, freut sich... die SPD: Am Tag nach dem Koalitionsgipfel
bemühte sich SPD-Generalsekretärin Barley, ein möglichst zerrissenes Bild der Union
zu zeichnen. Und CDU und CSU? Die blieben ungewohnt leise. 2016-09-12 21:42 3KB
www.tagesschau.de
22 Linkspartei - alter Streit ganz neu
Die Linkspartei war einmal ein Sammelbecken für Unzufriedene. Inzwischen aber gilt
die einstige Protestpartei für viele als etabliert, die Unzufriedenen wählen heute AfD.
Was also tun? Mitregieren oder schärfer attackieren? Julia Krittian über einen alten
Streit neu aufgelegt. 2016-09-12 21:33 6KB www.tagesschau.de
23 Verschobene Wahl: Der Klebstoff kam aus Deutschland
Der mangelhafte Klebstoff, der zu einer Verschiebung der Wahl in Österreich führt,
kam zumindest in Teilen aus Deutschland. 2016-09-12 21:26 2KB www.tagesspiegel.de
24 Mitten in Dachau - Strippenzieher am Rathausberg
Eine Enthüllung ersten Ranges: Nicht die industriellen Großmächte, auch nicht verirrte
Politiker sind schuld am Schlamassel dieser Welt. Möglicherweise verbergen sich
dahinter getarnte Staudenfresser und Freizeit-Grünpfleger 2016-09-13 00:23 2KB
www.sueddeutsche.de
25 Münsing - VdK beharrt auf 14 Sozialwohnungen
Mehr auf SZ.de 2016-09-13 00:23 1KB www.sueddeutsche.de
26 Verkehr - Kontrollen vor Schulen
Polizei bittet Autofahrer darum, Rücksicht auf Kinder zu nehmen 2016-09-13 00:23 2KB
www.sueddeutsche.de
27 Ehrung - "Tölza Garten" gedeiht
Rose-Marie Beyer erhält Preis beim Fest des Bundespräsidenten 2016-09-13 00:23 2KB
www.sueddeutsche.de
28 Gericht - Familienausflug mit Folgen
Ein 44-Jähriger wird wegen Nötigung seiner Ex-Partnerin angeklagt - das Amtsgericht
sieht dafür aber keine Beweise 2016-09-13 00:23 4KB www.sueddeutsche.de
29 Ausflugstipp - Traumhafter Bergblick
Dietramszell lockt mit seiner Lage Spaziergänger und Radler 2016-09-13 00:24 2KB
www.sueddeutsche.de
30 Bildung - Die Schulzeit kann warten
Im Landkreis werden immer mehr Erstklässler zurückgestellt. Das wird auch für die
Kommunen zum Problem. Denn sie müssen für die Buben und Mädchen weiterhin
Kindergartenplätze bereit halten 2016-09-13 00:24 5KB www.sueddeutsche.de
31 Mitten in Grafing - Klebrige Kundschaft
Wenn es im Biergarten mal wieder länger dauert, gibt es jetzt eine neue
Entschuldigung: Die Bäume sind schuld! 2016-09-13 00:24 2KB www.sueddeutsche.de
32 Mitten in der Jachenau - Vom Staffel zur Staffelalm
Kurz vor der Lainlalm sollte es links hoch gehen. An dem Schild aber steht Laineralm?
Eine kurze Geschichte von zwei Bergen, 1200 Höhenmetern und 27 Kilometern
Strecke... 2016-09-13 00:24 2KB www.sueddeutsche.de
33 Schulstart - Auf Kante genäht
Wie in ganz Oberbayern steigen auch im Landkreis die Schülerzahlen. Die
Unterrichtsversorgung ist gesichert. Erkälten dürfen sich die Lehrer aber nicht, denn
Reserven gibt es kaum 2016-09-13 00:24 4KB www.sueddeutsche.de
34 Abgas-Skandal: EU-Kommission droht Staaten mit
Verfahren
Die EU-Kommission will bald über mögliche Verfahren gegen Staaten entscheiden, die
europäische
Abgasgesetzgebung
nicht
durchsetzen. 2016-09-12 21:21 2KB
diepresse.com
35 Wer wird Millionär | Psycho-Blondi scheitert an RockyFrage
Diese Blondine war bei „Wer wird Millionänr“ nicht auf den Kopf gefallen – doch bei
dieser Box-Frage ging sie KO! 2016-09-12 21:17 1015Bytes www.bild.de
36 Gegen Drohnen: Niederländische Polizei nimmt Adler in
den Dienst
Die Adler wurden seit Beginn vergangenen Jahres als Drohnenjäger erprobt.
2016-09-12 21:09 1KB www.tt.com
37 Nicht jeder steht auf Teilen | Hier wohnen die
Carsharing-Muffel
Teilen als Alternative zum eigenen Auto! Carsharing boomt in Deutschland, hat mehr
als eine Millionen Nutzer. Die Idee erobert auch Kleinstädte. 2016-09-12 21:04 3KB
www.bild.de
38 Piraten: "Das Parlament hat mich radikaler gemacht"
Sie waren die zahlenstärkste Abgeordnetenfraktion, die Partei je hatte: Sieben Berliner
Piraten sprechen über ihre Erfahrung in der Politik. 2016-09-12 21:01 6KB www.zeit.de
39 Trump eröffnet Luxushotel in der Nähe zum Weißen
Haus - Bürgerrechtler protestieren
US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat unweit des Weißen Hauses ein
Luxushotel eröffnet. Was soll die teuerste Suite pro Nacht während der Amtseinführung
des neuen Präsidenten kosten? 2016-09-12 20:56 2KB www.tagesspiegel.de
40 Kein Amt unter dieser Nummer
Die Denkmalschutzbehörde in der City West ist seit Monaten verwaist. Ärger gibt es
auch um die Bauaufsicht. 2016-09-12 20:44 2KB www.tagesspiegel.de
41 Mieterbund will Verschärfung der Mietpreisbremse
Fast neun von zehn Wohnungen in Berlin werden teurer angeboten als die
Mietpreisbremse es zulässt. Mieterbund fordert vom Bund Korrekturen am Gesetz.
2016-09-12 20:42 6KB www.tagesspiegel.de
42 Diffamierungsklage gegen "Charlie Hebdo"
Karikatur stellt Erdbebenopfer als Nudelgerichte dar: Amatrice ist empört und reicht
Klage gegen "Charlie Hebdo" ein 2016-09-12 20:36 1KB www.tagesspiegel.de
43 Alte Fehler, neue Pläne
Beim Wahlforum gab der Linke Klaus Lederer Versäumnisse unter Rot-Rot zu. Er
sparte aber auch nicht mit Kritik an der aktuellen Regierung. 2016-09-12 20:35 5KB
www.tagesspiegel.de
44 Die USA als Erfüllungsgehilfen Assads?
Die Regeln für die Waffenruhe sind so kompliziert, dass sie eigentlich scheitern muss,
meint Björn Blaschke. Ein Beispiel ist die Nusra-Front. Behandle die USA diese als
Terrormiliz, mache sie sich zum Erfüllungsgehilfen Assads. 2016-09-12 20:30 3KB
www.tagesschau.de
45 Trotz Insolvenz: Sinn Leffers in Krefeld bleibt geöffnet
Der Betrieb wird normal weitergehen, es gibt keine Entlassungen: Das ist die
Kernbotschaft für Krefeld. 2016-09-13 00:26 2KB www.rp-online.de
46 Wie sich die AfD nach rechts außen vernetzt
Die AfD in Berlin dulde Verbindungen zur extremen Rechten, erklärt der Verein Apabiz.
Die Partei betont, einige Aktivitäten sehe auch sie "nicht gerne". 2016-09-12 20:14 3KB
www.tagesspiegel.de
47 Flüchtlingsunterkünfte: Der kurze Boom der
Hilfsindustrie
Durch die große Zahl an Flüchtlingen ist in Deutschland eine Branche für Unterkünfte
entstanden. Was wurde aus den Anbietern, die in kürzester Zeit Tausende Jobs
schufen? 2016-09-12 20:14 4KB www.zeit.de
48 SEK tasert Mann am Alexanderplatz
Ein Mann kletterte auf den Brunnen der Völkerfreundschaft am Alexanderplatz. Er
verletzte sich selbst mit einer abgebrochenen Flasche und drohte mit Schlimmeren.
2016-09-12 20:11 2KB www.tagesspiegel.de
49 Bahn-Chef Rüdiger Grube: Züge werden pünktlicher
Rüdiger Grube war zu Gast beim Ständehaus-Treff. Der 65-jährige Konzernchef
sprach über den Ärger mit Anwohnern wegen des Lärmschutzes, über Sauberkeit und
Sicherheit – und seine persönliche Zukunft. 2016-09-13 00:26 4KB www.rp-online.de
50 Kindesmissbrauch: Nach dem Opfer
Unsere Autorin wurde in ihrer Kindheit missbraucht. Es dauerte lange, bis sie begriff,
was ihr geschehen war. Wie kann man lernen, mit solch einer Geschichte
umzugehen? 2016-09-12 20:09 5KB www.zeit.de
51 Gardasee: Im Glanz der toten Dichter
In Riva am Gardasee erholten sich Europas Intellektuelle von der anstrengenden
Moderne. Heute feiert man hier die Gegenwart. Auf der Piazza, mit einem guten Glas
Wein. 2016-09-12 20:08 5KB www.zeit.de
52 „Berlins Regierender Bürgermeister schiebt seine
Verantwortung von sich“
Kurz vor der Berlin-Wahl greift Bundeskanzlerin Angela Merkel den Regierenden
Bürgermeister Michael Müller an - und verteidigt die eigene Flüchtlingspolitik.
2016-09-12 20:01 10KB www.tagesspiegel.de
53 Der BER könnte die Stadtautobahn lahm legen
Ein Gutachten bestätigt, wovor Flughafenchef Mühlenfeld warnte: Mit der Eröffnung
des BER, könnte Berlins Süden ein Verkehrschaos drohen. 2016-09-12 19:58 7KB
www.tagesspiegel.de
54 Fans campen bereits vorm Apple Store
Sie wollen die Ersten sein, die das iPhone 7 in der Hand halten: In Berlin zelten Fans
vor dem Apple Store – mehrere Tage vor dem Verkaufsstart. Unter ihnen...
2016-09-13 00:22 2KB www.haz.de
55 Platinis Auftritt: Wir sind alle kleine Sünderlein
Michel Platini darf trotz Sperre vor dem Uefa-Kongress reden. Das ist ein zweifelhaftes
Signal. Ein Kommentar. 2016-09-12 19:49 2KB www.tagesspiegel.de
56 Düsseldorf: Bis Mittwoch Stau wegen Tunnelsperrung
Wegen Bauarbeiten ist der Kö-Bogen-Tunnel nun auch während der Woche in zwei
Fahrtrichtungen gesperrt. Deshalb staut sich der Verkehr aus Richtung Norden
ganztags. Montag war zudem auch der Rheinufertunnel nicht befahrbar.
2016-09-13 00:26 3KB www.rp-online.de
57 Hagen: Besorgte Bürger? Fremdenfeinde!
Das Urteil zum Brandanschlag in Altena bestätigt: Hinter den Angriffen auf
Asylunterkünfte stecken Täter mit feindseligen Ansichten, keine verängstigten
Nachbarn. 2016-09-12 19:43 3KB www.zeit.de
58 "Alt-Wien"-Kindergärten: Gesamtübernahme wird
wahrscheinlicher
Laut Masseverwalter gäbe es "erste Ergebnisse" mit einem französisch-deutschem
Interessenten. Gläubigerversammlung findet am Donnerstag statt. 2016-09-12 19:43 2KB
diepresse.com
59 Brandanschlag auf Moschee des Orlando-Schützen
Im US-Bundesstaat Florida ist ein Brandanschlag auf die Moschee verübt worden, in
der auch der Attentäter von Orlando betete. Laut Polizei wurde das Gebäude stark
beschädigt. Eine Überwachungskamera filmte eine Person, die vor dem Feuer ums
Haus schlich. 2016-09-12 19:38 2KB www.tagesschau.de
60 Rübenpreise richten sich künftig nach Weltmarkt
Ein letztes Mal können die Landwirte genau kalkulieren, wie viel ihre Zuckerrübenernte
ihnen einbringen wird. Seit 1968 regelt eine Quote den Preis. Ab 2017... 2016-09-13 00:22
917Bytes www.haz.de
61 Matthias Brodowy stellt neues Programm vor
Im ausverkauften Theater am Aegi feierte der Kabarettist Matthias Brodowy am
Sonntag die Premiere seines neuen Programms "Gesellschaft mit beschränkter...
2016-09-13 00:26 948Bytes www.haz.de
62 Chodorkowski sucht Putin-Rivalen für Wahlen 2018
Der Ex-Oligarch will 2018 nicht selbst antreten. Putin selbst hat noch nicht offiziell
bestätigt, dass er bei der nächsten Wahl antreten wird. 2016-09-12 19:12 2KB
diepresse.com
63 Huma Abedin: Gesellschaftskritik
Huma Abedin berät Hillary Clinton. Wer wem in schwierigen Zeiten männlicher
Seitensprünge beistand, ist unklar. Nun hat Abedin ihren Mann verlassen.
2016-09-12 19:01 1KB www.zeit.de
64 Psychologie: Der Fluch der Neugier
Psychologen
ergründen
das
menschliche
Wesen
mit
ungewöhnlichen
Versuchsanordnungen. Diesmal: Das Ungewisse hat seinen Reiz. 2016-09-12 19:00 3KB
www.zeit.de
65 Bank-Austria-Pensionsdeal: EU sieht keine staatliche
Beihilfe
Die NEOS vertreten die Ansicht, dass sich die BA mit der Pensionsübertragung rund
800 Millionen Euro spart und damit der Staat eine unerlaubte Beihilfe leiste.
2016-09-12 18:50 2KB www.tt.com
66 Heiko Maas: Justizministerium gibt nicht öffentliches
Protokoll weiter
Das Haus von Justizminister Maas hat in der Netzpolitik.org-Affäre ein gesperrtes
Dokument
herausgegeben.
Es
beinhaltet
die
Aussage
des
früheren
Generalbundesanwaltes. 2016-09-12 18:46 2KB www.zeit.de
67 Ex-Premier Cameron gibt auch Parlamentssitz auf
Nach dem Brexit-Votum der britischen Wähler war er als Premier zurückgetreten. Nun
verzichtet David Cameron auch auf seinen Sitz im Parlament. Er wolle der neuen
Regierung von Premier Theresa May nicht im Wege stehen, teilte er mit.
2016-09-12 18:24 2KB www.tagesschau.de
68 Kinderstube: Deutsch lernen in der Nachbarwohnung
Kinderstuben in der Dortmunder Nordstadt betreuen Migrantenkinder noch vor der
Kita. Die Eltern sind stolz auf ihre Kinder, die besser Deutsch sprechen als sie.
2016-09-12 18:18 3KB www.zeit.de
69 Linde bläst Fusion ab
Die angebahnte Fusion der Industriegase-Konzerne Linde und Praxair wurde gestoppt.
2016-09-12 18:00 1KB diepresse.com
70 Ärzte auf der Straße – und ein „Feindbild“
Rund 2000 Spitalsärzte demonstrierten am Montag gegen Nachtdienstreduktionen und
Schichtdienste. 2016-09-12 18:00 4KB diepresse.com
71 Wahlkartentausch in Leopoldstadt
Forderungen nach einer Verschiebung der Wahlwiederholung im zweiten Bezirk
werden laut. Die Stadt lehnt ab. 2016-09-12 18:00 4KB diepresse.com
72 In Wien kann man sich den Wohlstand noch leisten
Die Bundeshauptstadt liegt mit hoher Lebensqualität auf Rang vier von 100 Städten.
2016-09-12 18:00 2KB diepresse.com
73 AUA legt Kollektivvertrag-Streit bei
Der neue Bordkollektivvertrag regelt das bisher fehlende Karrieremodell für die 1000
Piloten und soll die alten Gräben zwischen Tirolern und Wienern zuschütten.
2016-09-12 18:00 3KB diepresse.com
74 ORF-General Wrabetz auf der Suche nach dem Konsens
Am Donnerstag wird das ORF-Direktorium bestellt. Die ÖVP wartet auf ein
Versöhnungsangebot, hofft auf den Kaufmännischen Direktor. 2016-09-12 18:00 3KB
diepresse.com
75 Kroatien: Rechte erobern Spitzenplatz zurück
Für den Erfolg der konservativen HDZ sind vor allem die Patzer des
sozialdemokratischen Oppositionschefs Milanović verantwortlich. Dieser kündigte
seinen Rücktritt an. 2016-09-12 18:00 4KB diepresse.com
76 Lang Lang: „Alle Aspekte von New York reflektieren“
Klassikpianist Lang legt mit „New York Rhapsody“ eine musikalisch klug austarierte
Hommage an die Metropole vor. 2016-09-12 18:00 5KB diepresse.com
77 Stan Wawrinka: Der Mann für die besonderen Momente
Stan Wawrinka stieg in den vergangenen zweieinhalb Jahren zum dreifachen GrandSlam-Champion auf. Die Stärke des 31-jährigen Schweizers in großen Endspielen ist
außergewöhnlich. 2016-09-12 18:00 4KB diepresse.com
78 Der Erdmantel verdampfte, der Mond entstand
US-Geochemiker lesen aus Isotopen, dass sich der Mond nach
hochenergetischen Einschlag gebildet hat. 2016-09-12 18:00 3KB diepresse.com
einem
79 „The Light between Oceans“: Verlorene Kinder
Regisseur Derek Cianfrance stellt in „The Light between Oceans“ Fragen nach Schuld
und Vergebung. Seine Stars Alicia Vikander und Michael Fassbender ließ er
improvisieren. 2016-09-12 18:00 5KB diepresse.com
80 Eine Betriebsgenehmigung für einen Nagelstock
KolumneDie Gewerbeordnung soll entrümpelt werden. Am besten entrümpelt man auch
gleich ein paar Vorschriften. 2016-09-12 18:00 3KB diepresse.com
81 Guttmann: „In den USA gab es eine politische
Revolution!“
Martin Guttmann vom irisch-israelischen Künstlerduo Clegg & Guttmann über die
Ausstellung „Biedermeier reanimated“ in Wien und die Wahlen in Amerika.
2016-09-12 18:00 6KB diepresse.com
82 Betten-Reiter: „Die Schweizer sind kuscheliger als die
Österreicher“
Seit den 1950er-Jahren stellt Betten-Reiter Decken und Pölster in der Nähe von Linz
her. Noch immer gibt es Näherinnen – und eine besondere Maschine. 2016-09-12 18:00
5KB diepresse.com
83 Strasser fußfesselfrei: Das leise Ende der LobbyingAffäre
Am Dienstag darf Ex-ÖVP-Innenminister Ernst Strasser nach 16 Monaten seine
Fußfessel ablegen. 2016-09-12 18:00 4KB diepresse.com
84 Weißrussischer Autokrat will EU freundlich stimmen
Zum ersten Mal seit Jahren sind wieder unabhängige Abgeordnete im Parlament
vertreten. Machthaber Lukaschenko versucht so, westliche Kritik zu entschärfen.
2016-09-12 18:00 4KB diepresse.com
85 WU Wien als internationale Topadresse
Die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) belegt Rang acht im „FT“-Ranking zur
Management-Ausbildung. 2016-09-12 18:00 2KB diepresse.com
86 Assad will ganz Syrien zurückerobern
Kampfansage von Syriens Präsidenten, Bashar al-Assad, kurz vor Beginn der
Feuerpause. 2016-09-12 18:00 2KB diepresse.com
87 Neos fordern Auskunft über Umsatzsteuerlücke
Ein „Presse“-Bericht führt zu einer parlamentarischen Anfrage an Minister Schelling.
Die Neos wollen Aufklärung über das wahre Ausmaß des Umsatzsteuerbetrugs in
Österreich. 2016-09-12 18:00 3KB diepresse.com
88 Späte Kritik an Ceta-Populismus
Die Aussagen der Regierung zu Ceta und TTIP seien unseriöser Populismus
gewesen, so WKO und IV. 2016-09-12 18:00 5KB diepresse.com
89 „Digitalisierung passiert einfach“
Diskussion: Woran liegt es, dass Österreich nicht zu den Innovationsführern gehört?
2016-09-12 18:00 3KB diepresse.com
90 Kommunalwahl: CDU hält AfD in Niedersachsen auf
Distanz
Union bleibt bei den Kommunalwahlen am Sonntag in Niedersachsen stärkste Partei
vor SPD, Grünen und den etwas enttäuschten Rechtspopulisten. 2016-09-12 18:00 2KB
diepresse.com
91 BMW rüstet – zum Teil – auf Elektroautos um
Die 3er-Reihe, der Geländewagen X4 und der Mini sollen künftig auch mit
Elektroantrieb produziert werden. 2016-09-12 18:00 4KB diepresse.com
92 Nach Schiffsunglück mit zwei Toten: Main-Donau-Kanal
ist wieder befahrbar
Der Main-Donau-Kanal bei Erlangen wird nach der Havarie eines Kreuzfahrtschiffes
wieder frei gegeben. Das Schiff hatte zuvor zwei Brücken gerammt. Zwei
Crewmitglieder starben bei dem Zusammenprall. 2016-09-12 17:56 2KB www.n-tv.de
93 AfD stellt sich für Landtagswahl auf: 'NordrheinWestfalen muss wieder deutsch werden'
Die Besetzungen der Listenplätze für die Landtagswahl spiegeln die Wählerschaft der
jungen Partei wider: heterogen und noch nicht allzu entschlossen, was konkrete Inhalte
und Forderungen betrifft. 2016-09-13 00:26 3KB www.rp-online.de
94 Unfall auf A12: Verkehrschaos in Innsbruck und
Umgebung
Ein Lkw-Unfall auf der A12 bei Kranebitten sorgt am frühen Abend dafür, dass in
Innsbruck und Umgebung nichts mehr geht. Auf allen Umfahrungsstraßen und in der
Innsbrucker Innenstadt steht der Verkehr völlig still. 2016-09-12 17:16 1KB www.tt.com
95 Neue Instagram-Funktion | User können HassKommentare sperren
Bisher konnten nur Celebs Hasskommentare unter ihren Instagrams-Posts im Vorfeld
blockieren. Jetzt soll jeder diese Funktion nutzen können. 2016-09-12 17:04 1KB
www.bild.de
96 Peugeot-Citroën-Konzern PSA plant eigenen UberKonkurrenten
Die Autokonzerne richten ihr Geschäft derzeit für die Zukunft verstärkt auf
Mobilitätsdienste aus. 2016-09-12 17:01 2KB www.tt.com
97 Wespen bleiben heuer aus
Schlechtes Frühjahr für Wespen, guter Herbst für Kuchen-Liebhaber: Da im kalten
April Wespenvölker eingingen oder klein blieben, müssen wir jetzt nicht um unser
Essen kämpfen. 2016-09-12 14:11 3KB www.tt.com
98 Felipes Weisung: Verdacht auf Amtsmissbrauch
Von Peter Nindler Innsbruck – So idyllisch sich der See ins Obernbergtal einfügt, so
ungemütlich könnte es für Umweltreferentin LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) werden...
2016-09-12 13:47 3KB www.tt.com
99 Kritik an Seehofers Forderung zu ARD und ZDF
Mit seiner Forderung, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF
zusammen zu legen, sorgt CSU-Chef Horst Seehofer für einen Sturm der Entrüstun...
2016-09-13 00:22 3KB www.haz.de
100 Brand im Seerestaurant: Stromverteiler als Ursache
Das Feuer in Andau am Neusiedler See wütete auf einer Fläche von 1.000
Quadratmetern. 2016-09-12 11:30 2KB diepresse.com
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1 /100
SinnLeffers meldet Insolvenz an
(2.09/3)
Die Modekette SinnLeffers
ist zahlungsunfähig und hat
einen
Insolvenzantrag
gestellt.
„Um
die
SinnLeffers
GmbH
(...)
dauerhaft
wettbewerbsfähig
positionieren zu können, ist
eine
leistungsund
finanzwirtschaftliche
Sanierung im Wege eines
gesteuerten
Insolvenzplanverfahrens in
Eigenverwaltung
erforderlich“, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm
Göbel sagte: „Wir sind überzeugt, dass durch die Eigenverwaltung der Fortbestand der
SinnLeffers GmbH gesichert ist und der Großteil der vorhandenen Arbeitsplätze erhalten
werden kann.“
Als Sanierungsgeschäftsführer berief das Unternehmen den Düsseldorfer Rechtsanwalt
Thomas Kluth, vorläufiger Sachwalter ist der Jurist Rolf Weidmann aus Essen.
Der Antrag habe „keinen Einfluss auf die operativen Geschäfte und die laufende Sanierung der
Rudolf Wöhrl AG“, teilte der Modehändler Wöhrl mit, der die gleichen Eigentümer hat wie
SinnLeffers. „Weder Standorte noch Mitarbeiter oder Geschäftsbeziehungen von Wöhrl sind
davon berührt.“
Wöhrl hatte vergangene Woche ein sogenanntes Schutzschirmverfahren eingeleitet. Dies
schützt in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger, ohne dass die
Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Die Geschäftsführung kann das Nürnberger
Unternehmen weiter lenken. Ihr wird allerdings ein Anwalt als „Sachwalter“ und externer Berater
zur Seite gestellt.
SinnLeffers war 1997 durch die Fusion aus den zwei kleineren Traditions-Modehäusern Sinn
und Leffers entstanden. Von 2001 bis 2005 gehörte das Unternehmen zum Essener
KarstadtQuelle-Konzern, bis es von der Deutschen Industrie Holding (DIH) übernommen wurde.
Aktuell gibt es 22 SinnLeffers-Filialen in Deutschland. Nach eigenen Angaben beschäftigt das
Unternehmen 1259 Mitarbeiter. (dpa)
SinnLeffers muss zum
zweiten Mal Insolvenz
beantragen
stern.de
Modekette SinnLeffers stellt
Insolvenzantrag
tagesschau.de
2016-09-12 19:47 www.tagesspiegel.de
2 /100
Hillary Clinton: Krank sein im Geheimen
(2.05/3)
Kaum ist über der Ostküste
der
USA
die
Sonne
aufgegangen,
lässt Donald Trump sich
live
per
Telefon
ins
Frühstücksfernsehen
zuschalten.
Einen
Tag
hat
er
verstreichen lassen, nun
nutzt er gleich die erste
Chance, um
die gesundheitlichen Probleme seiner Kontrahentin Hillary Clinton zu
kommentieren. Doch entgegen aller Erwartungen mäßigt er seinen Ton, schickt
Clinton sogar Genesungswünsche: "Ich hoffe, dass es ihr bald besser geht", sagt er den
Moderatoren des TV-Senders CNBC.
Doch Trump wäre nicht Trump,
wenn er eine solche Gelegenheit zur Selbstvermarktung ungenutzt ließe.
Anders als Clinton, die nur spärlich Auskunft über ihre Gesundheit gibt, wolle
er die Ergebnisse seiner letzten medizinischen Untersuchung bald veröffentlichen. "Ich denke
noch in dieser Woche", sagte Trump.
Zwar bleibt der offene Angriff auf Hillary Clinton aus. Doch Trump ist anzumerken, dass ihm
Clintons Schwächeanfall vom Sonntag im
Wahlkampf durchaus gelegen kommt. Er präsentiert sich als kerngesunder
Musterschüler, gibt sich besorgt und gelobt, selbst alles viel besser zu machen
als seine Konkurrentin. Denn die steht am Tag nach ihrem Kollaps in New York
massiv in der Kritik. Schließlich hatte Clinton die Diagnose Lungenentzündung
schon am Freitag bekommen, die Öffentlichkeit aber erst darüber aufgeklärt, als
sich die Fragen nach ihrem kränklichen Auftritt am Sonntag nicht mehr
ignorieren ließen.
Amerika diskutiert deshalb derzeit über die eine Frage:
Wie viel Privatsphäre darf haben, wer sich um das mächtigste Amt der Welt
bewirbt?
Im Zentrum der Kritik steht die Taktik, mit der
Clintons Team am Wochenende versucht hatte, politischen Schaden von ihrer
Kandidatin abzuwenden. Noch am Sonntagmorgen hatte ein Sprecher mitgeteilt,
Clinton habe die Gedenkfeier zu den Terroranschlägen vom 11. September
frühzeitig verlassen, weil sie unter der Hitze gelitten habe. Als jedoch kurze
Zeit später das Video ihres Schwächeanfalls öffentlich wurde, meldete sich
Clintons Privat-Ärztin Lisa Bardack zu Wort: Die ehemalige First Lady sei an einer
Lungenentzündung erkrankt. Aus dem
Hitze-Koller vom Morgen war plötzlich eine ernstzunehmende Erkrankung der
Atemwege geworden.
US-Wahl: Der größte
anzunehmende Ausfall
zeit.de
Die Kämpferin wankt - was
passiert, wenn sie fällt?
stern.de
2016-09-12 20:49 ZEIT ONLINE www.zeit.de
3 /100
1860 München gewinnt Derby in Nürnberg
(1.06/3)
Nürnberg (dpa) - In Überzahl hat der TSV 1860 München in einem rassigen Derby beim 1. FC
Nürnberg 2:1 (1:1) gewonnen. Der Österreicher Michael Liendl erzielte zum Abschluss des 4.
Spieltags in der 2. Bundesliga in der 79. Minute mit einem satten Linksschuss unter die Latte
das Siegtor für die Gäste.
Wenige Minuten zuvor hatte der Nürnberger Angreifer Guido Burgstaller wegen wiederholten
Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen (73.). Vor 30 635 Zuschauern hatte Stürmer Sascha
Mölders die offensiv auf- und eingestellten
"Löwen" erstmals in Führung gebracht
(11.).
Der
vom
Bundesligisten
FC Augsburg verpflichtete Angreifer Tim
Matavz konnte in seinem ersten Punktspiel
für den "Club" ausgleichen (17.).
"Wenn's nicht läuft, dann läuft's nicht",
kommentierte der neue "Club"-Trainer
Alois Schwartz im TV-Sender Sky. Die
Gelb-Rote Karte sei "sehr fragwürdig"
gewesen - und zugleich der Knackpunkt im
Spiel. Der Coach bemängelte die
Chancenverwertung: "Wenn man mal die
Seuche am Schuh hat, dann hat man die Seuche. "
"Wir haben gewonnen, das ist immer das Wichtigste. Ein guter Tag einfach", sagte Torschütze
Mölders, der von 1860-Trainer Kosta Runjaic ein Sonderlob bekam: "Ich freu' mich riesig für den
Sascha - heute hat er ein Riesenspiel gemacht. Heute Abend hat er seinen Job so gemacht, wie
wir uns das vorstellen. "
Der FCN bleibt damit unter Schwartz mit nur zwei Punkten sieglos. 1860 München kann sich mit
sieben Zählern nach oben orientieren. An einem schönen Sommerabend war das Tempo in der
Partie lange hoch, vor allem in der ersten Spielhälfte gab es viele aufregende Torszenen. Einen
Schuss von Edgar Salli konnte 1860-Torwart Jan Zimmermann an den Pfosten lenken (29.).
Kurz vor Schluss wehrte Zimmermann zudem einen Schuss von Cedric Teuchert
reaktionsschnell ab (89.).
Beide Mannschaften mussten einen hochkarätigen Ausfall verkraften. Bei Nürnberg musste
Stammkeeper Raphael Schäfer wegen Knieproblemen durch Thorsten Kirschbaum ersetzt
werden. Und 1860 muss einige Wochen ohne den am Knie verletzten Kapitän Stefan Aigner
auskommen. Beide Trainer setzten auf Offensive. Richtig stark begannen die "Löwen", bei
denen sich die Umstellung des Systems auf eine Doppelspitze auszahlte. Auf Vorarbeit von
Ivica Olic erzielte Sturmpartner Mölders das 0:1.
Der "Club" schlug zurück. Kapitän Miso Brecko kämpfte sich im Mittelfeld nach vorne und
bediente Matavz, dessen Distanzschuss saß. Der vom FC Augsburg verpflichtete Torjäger hätte
postwendend nachlegen können, scheiterte aber an Zimmermann (18.).
Fußball: 1860 München
gewinnt Derby in Nürnberg
t-online.de
TSV 1860 München - Die
Hacke des Trainers
sueddeutsche.de
2016-09-13 06:02 Süddeutsche.de www.sueddeutsche.de
4 /100
Modekette: SinnLefers beantragt Insolvenzverfahren
(1.04/3)
Die Modekette SinnLeffers
ist zahlungsunfähig und hat
einen
Insolvenzantrag
gestellt.
"Wir
sind
überzeugt, dass durch die
Eigenverwaltung
der
Fortbestand
der
SinnLeffers
GmbH
gesichert ist und der
Großteil der vorhandenen
Arbeitsplätze
erhalten
werden
kann",
sagte
Geschäftsführer
Friedrich-Wilhelm Göbel.
"Um die SinnLeffers
GmbH dauerhaft wettbewerbsfähig positionieren zu können, ist eine
leistungs- und finanzwirtschaftliche Sanierung im Wege eines
gesteuerten Insolvenzplanverfahrens in Eigenverwaltung erforderlich",
teilte das Unternehmen weiter mit. Als
Sanierungsgeschäftsführer berief SinnLeffers den Düsseldorfer
Rechtsanwalt Thomas Kluth, vorläufiger Sachwalter ist der Jurist Rolf
Weidmann aus Essen.
Neben SinnLeffers besitzen die Eigentümer auch noch den Modehändler Wöhrl. Dieser werde
vom Insolvenzverfahren allerdings nicht berührt, teilte das Unternehmen mit. Der Antrag habe
"keinen Einfluss auf die
operativen Geschäfte und die laufende Sanierung der Rudolf Wöhrl AG". Weder Standorte noch
Mitarbeiter oder Geschäftsbeziehungen von Wöhrl seien davon berührt.
Wöhrl
hatte vergangene Woche ein sogenanntes Schutzschirmverfahren
eingeleitet. Dies schützt in die Krise geratene Unternehmen vor dem
Zugriff der Gläubiger, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden
müssen. Die Geschäftsführung kann das Nürnberger Unternehmen weiter
lenken. Ihr wird allerdings ein Anwalt als "Sachwalter" und externer
Berater zur Seite gestellt.
SinnLeffers war 1997 durch die Fusion aus den kleineren Traditions-Modehäusern Sinn und
Leffers
entstanden. Von 2001 bis 2005 gehörte das Unternehmen zum Essener
KarstadtQuelle-Konzern, bis es von der Deutschen Industrie Holding (DIH)
übernommen wurde. Aktuell gibt es 22 SinnLeffers-Filialen in Deutschland. Nach eigenen
Angaben beschäftigt das Unternehmen 1259 Mitarbeiter.
Modekette SinnLeffers stellt
Insolvenzantrag
tagesschau.de
2016-09-12 21:30 ZEIT ONLINE www.zeit.de
5 /100
Paralympics: Gold für Rehm und deutsche Staffel
(1.02/3)
Die deutsche 4x100-Meter-Staffel hat sich bei den Paralympics in Rio de
Janeiro den Traum von der Goldmedaille erfüllt. Das Leverkusener
Quartett mit Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm , 400-MeterWeltmeister David Behre, Felix Streng und Johannes Floors gewann in
Europarekord-Zeit von 40,82 Sekunden.
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Dabei profitierte Deutschland allerdings von einem Wechselfehler des ewigen Rivalen USA.
Die Amerikaner, die als Erste ins Ziel gekommen waren, wurden nachträglich disqualifiziert.
Brasilien (42,04) holte Silber.
Die deutsche Staffel war als Welt- und Europameister und Weltranglistenerster ins Rennen
gegangen.
Ein erfolgreiches Wochenende liegt hinter den deutschen Athleten in Rio. Video
Paralympics: Deutsche
4x100-m-Staffel holt Gold
sueddeutsche.de
2016-09-12 23:09 www.t-online.de
6 /100
"Das Jenke Experiment": RTL zeigt Jenke von Wilmsdorff
(1.02/3)
mit Demenz
Über 1,6 Mio Menschen in Deutschland leben mit Demenz. Später selber
daran zu erkranken, ist nach eigenen Angaben die größte Angst des RTL
-Reporters Jenke von Wilmsdorff. In der aktuellen Folge von "Das Jenke
Experiment" versucht er, Demenz mittels Hypnose nachzuempfinden und
besucht Betroffene.
Bei Alzheimer bzw. Demenz bilden sich im Gehirn Eiweiß-Plaques, die unsere Nervenzellen
angreifen. Ein Heilmittel gibt es bislang nicht.
Der Hypnosetrainer Daniel Borschel versetzt Jenke für einen Tag in einen Demenz-ähnlichen
Zustand. Dafür soll der Reporter erst einen Punkt auf seiner Hand fixieren und angeblich
befindet er sich direkt danach in einem Trance ähnlichen Zustand. "Ich bin nicht wach, schlafe
aber auch nicht. Es ist eine Art Zwischenwelt, in der es nur mich und Daniels Stimme gibt",
berichtet von Wilmsdorff. "Eine Stunde lang manipuliert Daniel meine Psyche während ich
immer tiefer in Hypnose falle. "
Mehr zum Thema
Danach fühlt er sich kraftlos und dumpf. Jenke wirkt verzweifelt und sagt, er wisse tatsächlich
nichts mehr. "Mein Kopf ist leer, wie soll ich nur einen ganzen Tag in diesem Zustand
überstehen - Und wie schlimm muss das für Menschen sein, die tatsächlich dement sind? ".
Später will er im Radio Werbung für seine Sendung machen, weiß aber nichts mehr über diese.
Komplexe Aussagen, bei denen die Erinnerung eine Rolle spielen, sind ihm nicht möglich.
Beim Einkauf für das Abendessen vergisst er die Hauptzutat. Dadurch fühlt er sich unzulänglich
und ausgegrenzt.
RTL will auch wissen, wie Menschen mit Demenz leben. Deshalb zieht Jenke für fünf Tage in
eine Demenz-WG. Die älteste Bewohnerin dort ist 93 Jahre alt, die jüngste 58. "Es ist wie ein
eigenes Kind, das man hat" sagt deren Schwester über das Leben mit der noch recht jungen
Demenzkranken.
Außerhalb der Demenz-WG begleitet von Wilmsdorff eine weitere Familie. Die Angst, dass ihr
63-jähriger Mann Achim sie eines Tages nicht mehr erkennt, ist bei Tina Dörfler groß. Früher
war er ein Lebemann, Karnevalsjeck und Fußballfan. Heute sind 20 Prozent seines Gehirns
bereits abgebaut. Achim Dörfler hat eine seltener Form der Demenz, die besonders schnell
voranschreitet. Der Mann ist stark von seiner Frau abhängig, alleine lassen kann sie ihn kaum.
Dann stand er zum Beispiel schon stundenlang bei drei Grad draußen auf dem Balkon.
Darunter leidet seine Frau: Sie muss zusehen, wie er zum Pflegefall wird und immer mehr in
kindliche Verhaltensmuster verfällt.
Mit Aussagen wie "wenn ich ins Heim muss, bringe ich mich um", setzt ihr Mann Tina emotional
stark unter Druck. Für sie besteht die Ehe aus Erziehung statt aus einer Liebesbeziehung und
das tut weh. "ich bin im Moment an einem Punkt kurz vorm Burn-out ", sagt sie. Zudem fühlt sich
von ihrem Umfeld unverstanden und auch, dass sie nichts mehr alleine unternehmen kann,
belastet sie.
Später sieht man die Dörflers beim Urlaub an der Ostsee. Dort wohnen sie in einer Einrichtung
für Demenzkranke und ihre Angehörigen. Achim wird dort sieben Stunden am Tag betreut
während seine Frau sich ausruhen kann. Doch auch während sie das tut, hat sie ein schlechtes
Gewissen: Früher war sie mit ihrem Mann zweisam am Meer spazieren und hat den Urlaub mit
ihm genossen.
Dennoch: Eine solche Urlaubsgestaltung ist für viele Demenzkanke und ihre Angehörigen ein
guter Tipp. Die Kosten für die Pflege vor Ort trägt die Pflegeversicherung.
Über einen weiteren Fall berichtet RTL im Pflegefall: Hannelore hat eine sehr weit
fortgeschrittene Demenz und lebt im Pflegeheim. Sie kann nicht mehr sprechen und erkennt
sich nicht mehr im Spiegel. So sieht Demenz im Endstadium aus. Doch ihre Tochter geht damit
erstaunlich gut um und es wird deutlich: Das Leben mit Demenz ist für die Betroffenen und ihre
Angehörigen ein Stück weit auch das, was sie selber daraus machen.
Jenkes Fazit aus dem Hypnose-Experiment: Am meisten hilft man den Betroffenen, wenn man
sie und das Vergessen nicht in den Mittelpunkt stellt, sondern sie in ihrer eigenen Welt belässt.
Wer die Sendung gesehen hat, weiß wie das Leben mit Alzheimer aussieht und wie wertvoll
Demenz-WGs sind. Schön anzusehen ist jedoch nichts davon. Demenz ist ein schwieriges
Thema, vor dem viele lieber die Augen verschließen.
Der Zuschauer stellt sich auch die Frage, ob Jenke von Wilmsdorff sich tatsächlich in einem
Demenz ähnlichen Zustand befand oder ob alles nur gespielt war.
Zudem setzt die Reportage stark auf Emotionen und gerät streckenweise auf Quotenjagd ohne
größeren Informationsgehalt. Besonders die Schilderung von einem Fall ist unnötig: Der 11jährige Sohn von Britta Zielinsky, Pascal, hat einen sehr seltenen Gendefekt und leidet durch
diesen an Kinderdemenz. Er ist blind, kann nicht laufen und wird künstlich ernährt. Er kann nur
das Wort "Mama" sagen und wird voraussichtlich früh versterben. Weltweit gibt es nur zwölf
solcher Fälle.
Hier möchte RTL mal wieder die Sensationslust der Zuschauer befriedigen. Ein überflüssiger
Exkurs, der dementen Menschen und ihren Angehörigen nichts bringt.
RTL zeigt wieder FußballBundesliga
haz.de
2016-09-12 22:31 www.t-online.de
7 /100
Überhitzter
Reisebus:
(1.02/3)
Kreislaufprobleme
Jugendliche
erleiden
Ratingen (dpa) - Mehrere Jugendliche hatten in einem überhitzten Reisebus auf der Autobahn
im Rheinland mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. Der mit rund 50 Fahrgästen besetzte Bus
stand am Nachmittag auf der A3 bei Ratingen im Stau, wie die Feuerwehr
mitteilte. Anscheinend war die Klimaanlage ausgefallen, sodass sich der
Innenraum des Busses bei Außentemperaturen von mehr als 32 Grad
aufheizte. Rettungswagen und Notärzte rückten aus. Zwei 15-Jährige
wurden in Krankenhäuser gebracht.
Reisebus wird zur Hitzefalle:
Kinder mit
Kreislaufproblemen ins
Krankenhaus gebracht
rp-online.de
2016-09-12 22:24 www.t-online.de
8 /100
Innenministerium genehmigt
(1.02/3)
TTIP/CETA"
Volksbegehren
"Gegen
Zwischen 23. und 30. Jänner
2017 liegt das Volksbegehren
auf. 100.000 Unterschriften
sind für eine parlamentarische
Behandlung nötig.
12.09.2016 | 20:24 |
( DiePresse.com )
Ende
Jänner
wird
in
Österreich ein Volksbegehren
gegen
die
Freihandelsabkommen TTIP
und CETA zur Eintragung
aufliegen. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hat am Montag dem entsprechenden Antrag
stattgegeben. Der Eintragungszeitraum ist auf 23. bis 30. Jänner 2017 festgelegt worden, teilte
das Ministerium am Abend mit.
Für eine Behandlung der Initiative im Parlament sind 100.000 Unterschriften nötig. Beantragt
wurde das Volksbegehren von sechs SPÖ-Bürgermeistern aus Niederösterreich.
Eintragungsberechtigt sind alle österreichischen Staatsbürger, die im Inland ihren
Hauptwohnsitz haben und am letzten Tag des Eintragungszeitraumes das 16. Lebensjahr
vollendet haben.
(APA)
Anti-TTIP/CETAVolksbegehren für Jänner
2017 fixiert
tt.com
2016-09-12 20:24 diepresse.com
9 /100
Syrien: Stille über Aleppo
(1.02/3)
In Syrien ist die von
Russland und den USA
ausgehandelte Waffenruhe
in Kraft getreten. Sie gilt
zunächst für 48 Stunden
und soll im Falle eines
Erfolgs verlängert werden.
Hält die Feuerpause eine
Woche
lang,
wollen
Russland und die USA
ihren Kampf gegen den
"Islamischen Staat" (IS) in
Syrien koordinieren.
Beobachtern zufolge hielt die Waffenruhe bisher überwiegend. Der Hilfsorganisation
Weißhelme zufolge flogen zunächst keine Kampfjets mehr über der besonders umkämpften
Großstadt Aleppo.
Noch ist allerdings offen, ob sich die verschiedenen Rebellengruppen an
die Vereinbarung halten werden. Islamistische Aufständische hatten bereits angekündigt, weiter
kämpfen zu wollen. Zudem kündigte Russland kurz vor Inkrafttreten der Feuerpause laut der
Nachrichtenagentur AFP an, dass "Terroristen" von der Feuerpause ausgenommen seien. Die
moderate Opposition forderte Garantien, dass sich die syrischen
Truppen an die Absprachen halten. Sie befürchtet, das Regime könnte die
Feuerpause nutzen, um Gebiete zurückzuerobern. Die Regierungstruppen teilten mit, sich an
die Feuerpause halten zu wollen.
Die
Vereinbarung sieht vor, dass sich die syrischen Regierungstruppen rund
um die umkämpfte Großstadt Aleppo zurückziehen und humanitären Helfern
Zugang gewähren. Russland muss die Regierungstruppen davon überzeugen,
die Rebellengebiete nicht länger zu bombardieren. Im Gegenzug müssen die USA die mit ihnen
verbündeten Rebellengruppen
dazu bringen, nicht mehr mit der islamistischen Fatah-al-Scham-Front (früher: Al-Nusra-Front)
zu
kooperieren.
Kurz vor der Feuerpause hatten die Kämpfe noch einmal an Intensität zugenommen. Bei
Luftangriffen in der von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib wurden am Montag nach Angaben
von Beobachtern mindestens vier Zivilisten getötet. Kampfflugzeuge flogen auch in der Nähe
der nordsyrischen Metropole Aleppo zahlreiche Angriffe, wie die Syrische Beobachtungsstelle
für Menschenrechte berichtete.
Auch am Boden gingen die Gefechte weiter. Wie syrische Staatsmedien meldeten, starb ein
Zivilist in Aleppo beim Beschuss durch "Terroristen". Mit dem Begriff bezeichnet das Regime
von Präsident Baschar al-Assad die Aufständischen.
Aufständische starteten ihrerseits eine neue Offensive in der Provinz Kunaitra im
Süden Syriens. Dabei seien 18 Kämpfer getötet worden, berichtete die Syrische
Beobachtungsstelle für Menschenrechte.
Am Montag zeigte sich Syriens Präsident Baschar al-Assad bei einem seiner seltenen
öffentlichen Auftritte beim Gebet zum muslimischen Opferfest Eid al-Adha. Dabei bekräftigte er
seinen Anspruch auf die Herrschaft über das gesamte Bürgerkriegsland, berichtete die
staatliche Nachrichtenagentur Sana.
"Die Streitkräfte machen ohne zu zögern und unabhängig von inneren und äußeren
Bedingungen weiter, die Sicherheit in allen Gebieten Syriens wiederherzustellen", sagte Assad
demnach in einem Vorort von Damaskus. Er werde die "Terroristen" aus jedem Teil des Landes
vertreiben.
Das sind die Kernpunkte der
Waffenruhe in Syrien
tagesschau.de
2016-09-12 19:28 ZEIT ONLINE www.zeit.de
10 /100
E. On bringt Uniper an die Börse
(1.02/3)
Der DAX hatte am Montag vorübergehend 31 Mitglieder. Der befürchtete Absturz des neuen
Kohle-, Gas- und Energiehandelsunternehmens am Tag seines Börsendebüts blieb aus.
12.09.2016 | 18:00 |
( Die Presse )
Düsseldorf/Essen. Die E. OnKraftwerkstochter Uniper mit
rund 13.000 Beschäftigten ist
am Montag deutlich unter
Buchwert,
aber
voller
Optimismus
in
den
Börsenhandel gestartet. E. On
hat
damit
den
Unternehmensteil mit Kohle,
Gas
und
Energiehandel
abgespalten, um sich ganz auf
die erneuerbare Energie, den
Vertrieb und die Strom- und
Gasnetze zu konzentrieren.
Die E. On-Aktionäre erhielten zusätzlich zu zehn E. On-Aktien ein Uniper-Papier.
Die E. On-Aktie verlor am Montag massiv an Wert. Doch trotz des Kurssturzes von zeitweise
knapp 15 Prozent lag der Börsenwert der beiden Firmen zusammengerechnet zu Mittag bei
etwa 17,6 Mrd. Euro. Zum Schlusskurs vom Freitag wurde E. On mit 15,9 Mrd. Euro bewertet.
Am Nachmittag verschlechterten sich die Kurse beider Firmen jedoch ein wenig.
E. On-Chef Johannes Teyssen sieht den Börsenstart von Uniper dennoch gelungen. „Wir haben
widerlegt, dass die Abspaltung nicht funktionieren würde.“ Das Uniper-Börsendebüt sei
zugleich der Geburtstag der neuen E. On. Uniper sei alles andere als eine „Resterampe“, auch
wenn sie in manchen Medien so genannt werde. „Doch ist zu erwarten, dass auch diese
Abspaltung ähnlich wie Lanxess (Abspaltung von Bayer, Anm.) und Osram (Abspaltung von
Siemens) in den ersten Tagen und Monaten durch die notwendige Achterbahnfahrt muss.“ Alle
diese Unternehmen seien nach der turbulenten Anfangsphase an den Börsen wohlgelitten.
Der erste Kurs der Uniper-Aktie lag bei 10,015 Euro. Das entspricht 3,6 Mrd. Euro Börsenwert
und damit einem Drittel des bisherigen Wertes in den E. On-Büchern. Analysten hatten eine
solche Bewertung erwartet. Uniper-Finanzchef Christopher Delbrück sagte der
Nachrichtenagentur DPA-AFX, wichtiger als der kurzfristige Kurs sei die Entwicklung der
kommenden zwölf Monate.
Ein erster Analystenkommentar sieht das ähnlich: Analysten von Macquarie sehen für Uniper
das Kursziel bei 16 Euro und bewerten die Papiere mit „outperform“. Experten rechnen an den
ersten Handelstagen aber mit sehr starken Kursschwankungen. Denn rund ein Viertel der
neuen Uniper-Aktien war zunächst in den Händen von Fonds, die nur den Aktienindex DAX
abbilden. Uniper wird aber nicht wie die Mutter E. On Bestandteil des Leitindex sein – Uniper
war dank einer Sonderregelung nur einen Tag 31. Mitglied im DAX, nämlich am Montag.
Deshalb müssen die Fonds die Aktien wieder auf den Markt werfen. Dass ein starker
Kursrückgang zunächst trotzdem ausblieb, erklärt Aktienexperte Frederik Altmann von Alpha
Wertpapierhandel wie folgt: Uniper sei für Anleger attraktiv, die auf eine hohe Ausschüttung
setzten. Die Dividendenrendite liegt bei 5,5 Prozent.
E. On hat die Mehrheit an Uniper an seine Aktionäre abgegeben und hält jetzt noch etwas über
46 Prozent. Das Unternehmen setzt auf steigende Strompreise an der Börse und
möglicherweise eine politische Änderung auf dem Strommarkt: Wenn das Bereithalten von
schnell abrufbarer konventioneller Energie künftig entlohnt werden sollte, könnte sich der Wert
des Unternehmens schnell vergrößern.
Konkurrent RWE spaltet sich ebenfalls auf. Allerdings geht der Konzern einen anderen Weg
und bringt das Zukunftsgeschäft mit Ökstrom, Netzen und Vertrieb an die Börse. Im
Mutterkonzern bleiben die alten Kraftwerke und der Energiehandel. Im Zuge des Börsengangs
der Tochter Innogy soll eine Kapitalerhöhung von zehn Prozent durchgeführt werden. Der
Börsengang soll im vierten Quartal erfolgen. (DPA/Reuters/b. l.).
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
Solider Start von Uniper an
der Börse
haz.de
2016-09-12 18:00 diepresse.com
11 /100
Wattens unterliegt Austria Lustenau mit 4:0
(0.01/3)
Lustenau – Mit einem klaren 4:0
(1:0)-Sieg über Aufsteiger Wattens
hat
Austria
Lustenau
im
Eröffnungsspiel der 9. Runde den
fünften Saisonsieg in der Sky Go
Erste Liga eingefahren. Bruno (29.,
47., 82.) sowie Dwamena (45.)
schossen die Tore der Vorarlberger,
die nur Anfangs mit dem Tiroler
Bollwerk Probleme hatten. Mit den
Treffern unmittelbar vor und nach der
Pause
war
die
Partie
früh
entschieden.
Jubeln durften nach dem West-Derby beim Aufstiegs-Mitfavoriten Lustenau vor allem die beiden
Torschützen. Bruno gelang der Hattrick. Mit seinem dritten Treffer nach erneut guter Vorarbeit
von Valentin Grubeck sorgte der Brasilianer zudem dafür, dass Lustenau zumindest bis zu den
restlichen Spielen am Dienstag, mit dem das erste Saisonviertel abgeschlossen wird, TabellenZweiter hinter dem LASK ist.
Raphael Dwamena gelang in seinem neunten Lustenau-Spiel sein bereits sechstes Saisontor,
außerdem ließ er weitere Riesenchancen aus. Der eine Treffer reichte aber, um den 21-jährige
Ghanaer auf bis ein Tor an Torschützen-Leader Mergim Berisha (Liefering) heranzubringen.
(APA)
Wattens war ein gern
gesehener Gast
tt.com
2016-09-12 20:26 Tiroler Tageszeitung www.tt.com
12 /100
Sechs
Jahre
Flüchtlingshaus
Haft
nach
Brandanschlag
auf
(0.01/3)
Mit
Haftstrafen
wegen
schwerer Brandstiftung ist
der Prozess um einen
Brandanschlag auf ein von
syrischen
Flüchtlingen
bewohntes
Haus
im
nordrhein-westfälischen
Altena zu Ende gegangen.
Eine
Verurteilung
der
beiden Angeklagten wegen
versuchten Mordes lehnte
das
Hagener
Schwurgericht am Montag
ab. Die Richter hielten
sechs Jahre Haft für den angeklagten Feuerwehrmann und fünf Jahre Haft für dessen Freund
für angemessen und ausreichend.
Der 26-jährige Feuerwehrmann war nach Ansicht der Richter die treibende Kraft bei der Tat.
Der Mann habe nicht gewollt, dass in seiner unmittelbaren Nachbarschaft Flüchtlinge einzögen.
Seine Freundin habe sogar damit gedroht, in diesem Fall aus der gemeinsamen Wohnung
auszuziehen. In der Nacht auf den 3. Oktober 2015 sei der 26-Jährige schließlich zusammen
mit seinem Freund in das Haus der Flüchtlinge geschlichen. Auf dem Dachboden habe er
Benzin verschüttet und angezündet. Dann sei er nach unten geklettert, habe die Luke
geschlossen und sei mit seinem Mittäter verschwunden.
Vor allem das Schließen der Luke werteten die Richter als Indiz dafür, dass die beiden
Angeklagten möglicherweise bewusst vermeiden wollten, dass die Bewohner des Hauses zu
Schaden kamen. Ohne den nötigen Sauerstoff von unten entwickelte sich kein loderndes Feuer,
sondern ein Schwelbrand, der erst am nächsten Mittag von Nachbarn entdeckt wurde. „Wir
müssen im Zweifel davon ausgehen, dass die Angeklagten auf einen guten Ausgang gehofft
und diesen auch erwartet haben“, sagte die Vorsitzende Heike Hartmann-Garschagen in der
Urteilsbegründung
Auf der anderen Seite steht für die Richter fest, dass es sich bei der Tat um eine
„fremdenfeindliche Attacke“ gehandelt hat. Die beiden Freunde hätten eine verfestigte
ausländerfeindliche Gesinnung. „Daraus dürfen wir aber nicht den zwingenden Schluss ziehen,
dass sie auch mit dem Tod der Hausbewohner einverstanden gewesen wären“, so die
Vorsitzende des Schwurgerichts.
Die Hinweise auf die rechtsextreme Einstellung der Angeklagten waren erst im Laufe des
Verfahrens aufgetaucht, nachdem die beiden Anwälte der syrischen Familien noch einmal die
Handydaten der Verdächtigen ausgewertet hatten. Dabei waren ihnen zahlreiche Bilder und
Textnachrichten aufgefallen, in denen rechtsradikales Gedankengut verbreitet wurde. Bei der
Auswertung der Handys durch die Polizei waren diese Dateien nicht erwähnt worden.
Vier Jahre Haft für
Waffenhandel im Darknet
tagesspiegel.de
2016-09-12 19:56 www.tagesspiegel.de
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Paralympics: Sprinter-Gold nach «Scorpions»-Besuch
Rio de Janeiro (dpa) - Dem Glamour-Faktor durch die Scorpions folgte
Gold-Glanz auf der Tartanbahn: Angeführt von Ausnahme-Leichtathlet
Markus Rehm ist die deutsche Sprint-Staffel bei den Paralympics in Rio
de Janeiro mit Europarekord auf Platz eins gestürmt. Rehm, David Behre,
Felix Streng und Johannes Floors kamen zwar als Zweite ins Ziel,
profitierte aber von der Disqualifikation der USA. Für die deutsche
Mannschaft war es die fünfte Goldmedaille unter dem Zuckerhut. Zuvor hatte es an der
Tischtennisplatte erneut Silber geben. Der Rollstuhl-Athlet Valentin Baus verlor sein Finale
gegen den Chinesen Ningning Cao.
2016-09-12 23:16 www.t-online.de
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Hoffen auf eine Pause vom Krieg in Syrien
Die
Sonne
ist
untergegangen am Tag
des
muslimischen
Opferfestes - doch halten
sich die Kriegsparteien an
die
vereinbarte
Waffenruhe? Die Zweifel
sind groß. Es liegt nicht nur
an den Äußerungen vieler
Akteure, sondern auch an
der Vereinbarung selbst.
Seit dem Sonnenuntergang
sollen
die
Waffen
schweigen, aber kurz zuvor nahmen die Kämpfe an Intensität noch einmal zu. Nach Angaben
von Aktivisten flogen Kampfjets Angriffe nahe der nordsyrischen Stadt Aleppo, ebenso wie in
der Provinz Idlib, die von Rebellen kontrolliert wird. Dort sollen bei den Luftangriffen vier
Zivilisten getötet worden sein. Auch am Boden wurde angeblich noch gekämpft.
Wenige Stunden vor Inkrafttreten der Waffenruhe präsentierte das Staatsfernsehen den
syrischen Präsidenten beim Festtagsgebet. Bashar al Assad nahm in Daraja, einem Vorort von
Damaskus, am Salat ul-Eid teil, am Gebet zu Beginn des islamischen Opferfestes.
Im Interview danach zeigte sich der Präsident siegessicher und entschlossen: Seine Streitkräfte
würden ohne zu zögern und unabhängig von allen inneren und äußeren Bedingungen
weitermachen. Sie würden die Sicherheit in allen Landesteilen wiederherstellen und alle
Gebiete Syriens von den Terroristen zurückerobern.
Das Assad-Regime bezeichnet normalerweise seine Gegner ausnahmslos als Terroristen, also
auch jene, die nicht den Terrorgruppen "Islamischer Staat" und Al-Nusra-Front angehören.
Letztere benannte sich jüngst in Dschabhat Fatah al-Sham um.
Ursprünglich hieß es, dass die Regierung in Damaskus dem Plan zur Feuerpause zugestimmt
habe. Assads jüngste Äußerungen lassen aber Zweifel am Erfolg der Waffenruhe aufkommen,
ebenso wie die eines Anführers der gegnerischen islamistischen Miliz Ahrar al Sham.
"Eine Nation, die trotz des Mordens und der Vertreibungen sechs Jahre lang Geduld hatte, kann
keine halben Lösungen akzeptieren", sagte Ali al Omar in einer Videobotschaft. "Sie kann keine
Vorschläge annehmen, die auf eine Niederlage hinauslaufen. Die Vereinbarung von Russland
und den USA stärkt unserer Ansicht nach lediglich das Assad-Regime. "
Die Vereinbarung führe alle Aufständischen in eine militärische Sackgasse, aus der heraus sie
keinen Einfluss mehr ausüben könnten. Ein anderer Anführer der Ahrar al Sham erklärte
hingegen, man wolle die Feuerpause trotz aller Kritik erst einmal befolgen.
Unter jenen Rebellengruppen, die weder zum IS, noch zur Al-Nusra-Front gehören, ist Ahrar al
Sham eine der stärksten. Ihr Verhalten während der Feuerpause wird deren Erfolg maßgeblich
beeinflussen.
Vor Ort gibt es also wie von allen Seiten widersprüchliche Signale, was unter anderem daran
liegt, dass im Plan zur Waffenruhe politische Fragen fast komplett ausgeklammert werden.
Mindestens 48 Stunden lang sollen die Waffen ruhen, so sieht es der Plan vor, den Sergej
Lawrow und John Kerry, die Außenminister Russlands und der USA, in der Nacht zum Samstag
in Genf verkündeten.
Das Assad-Regime soll weder Rebellenstellungen, noch Wohngebiete angreifen. Die
verfeindeten Bürgerkriegsparteien wiederum würden sich von der "Castello-Route", dem
Hauptversorgungsweg nach Aleppo, zurückziehen, so dass internationale Hilfslieferungen die
Stadt erreichen könnten.
Sollte die Feuerpause halten, wolle man sie verlängern. Nach einer Woche könnten Russland
und die USA damit beginnen, gemeinsam gegen Terrorgruppen in Syrien vorzugehen.
2016-09-12 23:05 tagesschau.de www.tagesschau.de
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Verkehrsunfallflucht mit Personenschaden
Rees (ots) - Haldern - Montag, 12.09.2016, 17:59 Uhr, befuhr ein 73jähriger Fahrradfahrer aus Haldern die Straße Sonsfeld in Fahrtrichtung
Weseler Landstraße. Im Einmündungsbereich achtete der Fahrradfahrer
nicht auf einen bevorrechtigten Fahrzeugführer, der mit seinem grünen
Ford Escort die Weseler Landstraße aus Richtung Mehrhoog kommend in
Fahrtrichtung Haldern befuhr. Durch den Zusammenstoß wurde der
Fahrradfahrer zu Boden geschleudert und musste aufgrund der Art der Verletzungen mittels
eines Rettungshubschraubers einer Spezialklinik zugeführt werden. Der Escort-Fahrer entfernte
sich von der Unfallstelle und konnte im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen angetroffen
werden. Die Unfallstelle wurde für die Dauer der Spurensuche und -sicherung bis 21:30 Uhr
gesperrt.
2016-09-12 22:55 www.t-online.de
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Hollywood-Stern für Oscar-Preisträgerin Kathy Bates
Los Angeles (dpa) - Oscar-Preisträgerin Kathy Bates wird in Hollywood
mit einem Stern auf dem «Walk of Fame» geehrt. Nach Mitteilung der
Veranstalter soll die Schauspielerin die 2589. Plakette auf dem
Bürgersteig im Herzen von Hollywood enthüllen. Ihre Kollegin Shirley
MacLaine soll bei der Zeremonie eine Ansprache halten. Bates, die auf
der Bühne, im Fernsehen und im Film auftritt, wird für ihre Kinoverdienste
ausgezeichnet. Ende November kommt Bates an der Seite von Billy Bob Thornton in dem
bitterbösen Klamauk «Bad Santa 2» in die deutschen Kinos.
2016-09-12 22:46 www.t-online.de
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Wirtschaft - Aktien New York Schluss: Neue Hoffnung auf
Geldpolitik treibt Kurse an
NEW YORK (dpa-AFX) - Neu erwachte Hoffnungen auf weiter niedrige
US-Zinsen haben die Wall Street am Montag beflügelt. Damit erholte sie
sich deutlich von ihren jüngsten Verlusten. Mit Fed-Direktoriumsmitglied
Lael Brainard dämpfte eine einflussreiche US-Notenbankerin die
Erwartungen für eine baldige Leitzinsanhebung. Es sei "Vorsicht" bei der
Rückführung der lockeren Geldpolitik geboten, sagte sie. Zuletzt hatten
andere amerikanische Währungshüter noch Ängste vor steigenden Zinsen geschürt.
Vor dem Wochenende hatte sich Eric Rosengren, Vorsitzender der regionalen Notenbank von
Boston, gegen eine zu lang anhaltende lockere Geldpolitik ausgesprochen. Denn ansonsten
drohe die amerikanische Wirtschaft zu überhitzen. Das hatte dem Dow Jones den größten
Tagesverlust seit dem Brexit-Votum Ende Juni eingebrockt.
Am Montag mahnte zunächst Dennis Lockhart, als Vorsitzender der regionalen Notenbank von
Atlanta ein weiterer ranghoher Notenbanker, eine "lebhafte" Debatte über eine zeitnahe
Zinsanhebung an. Allerdings hat er - anders als Rosengren und Brainard - derzeit kein
Stimmrecht im geldpolitischen Fed-Ausschuss FOMC, der kommende Woche über die weitere
Geldpolitik entscheidet. Eine Zinserhöhung würde die Attraktivität von Aktien gegenüber
festverzinslichen Wertpapieren schmälern.
Bis zum Zinsentscheid sind nun keine Kursimpulse mehr von der amerikanischen Notenbank zu
erwarten: An den letzten Tagen davor gilt traditionell eine Kommunikationssperre, die sich die
Währungshüter selbst auferlegt haben.
Beim Computerkonzern HP konnten sich die Anleger nach der Bekanntgabe von Zukaufplänen
über ein Kursplus von 2,99 Prozent freuen. HP will mit der Übernahme des Drucker-Geschäfts
von Samsung für gut eine Milliarde US-Dollar den Markt für Kopiergeräte umkrempeln. Durch
die Kombination mit Samsungs Technologien komme man in eine bessere Position, um
Kopierer durch Multifunktionsdrucker zu ersetzen, teilte HP mit.
Der Eurokurs profitierte von der Erwartung weiter niedriger US-Zinsen und notierte zuletzt bei
1,1232 Dollar - eine Leitzinsanhebung würde den "Greenback" als Anlagewährung gegenüber
dem Euro begünstigen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs davor auf
1,1226 (Freitag: 1,1268) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8908 (0,8875) Euro.
Am US-Staatsanleihenmarkt gab es ungeachtet der Notenbanker-Aussagen kaum Bewegung:
Richtungweisende zehnjährige Papiere gewannen 1/32 Punkte auf 98 14/32 Punkte und
rentierten mit 1,67 Prozent./gl/he
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX --2016-09-12 22:20 www.t-online.de
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Paralympics: Große Lücken im Anti-Doping-System der
Paralympics
Rio de Janeiro (dpa) - Das Internationale Paralympische Komitee hat
ganz offen Lücken in seinem Anti-Doping-System bei den Paralympics in
Rio de Janeiro eingeräumt.
"Das war heute Morgen ein Thema bei der Sitzung unseres Boards. Wir
müssen sehen, welche Lehren wir für die Zukunft daraus ziehen", sagte
IPC-Präsident Philip Craven.
Hintergrund ist eine Flut von Rekorden bei den Weltspielen des Behindertensports. 117
Weltrekorde wurden allein an den ersten vier Wettkampftagen aufgestellt. Die Befürchtung ist,
dass sich nicht alle Bestmarken nur mit der Weiterentwicklung der Prothesentechnik und den
verbesserten Trainingsbedingungen für die Athleten erklären lassen.
Weil dem IPC im Vergleich zum olympischen Sport das Geld und vor allem das Personal fehlt,
gibt es während der gesamten Paralympics nur 1500 Doping-Tests für mehr als 4300 Athleten.
Die Proben werden stichprobenartig genommen. So wurde Weitspringerin Vanessa Low nach
ihrem Sieg am Samstag zum Beispiel getestet, Radsportler Kai Kruse nach seiner
Bronzemedaille einen Tag später nicht. Verpflichtende Tests für alle Medaillengewinner gibt es
bei den Paralympics nicht.
Am Montagabend gab das IPC bekannt, den saudi-arabischen Gewichtheber Mashal Alkhazai
bei einer Trainingskontrolle kurz vor Beginn der Spiele des Dopings überführt und umgehend
für acht Jahre gesperrt zu haben. Da es im Behindertensport aber deutlich weniger
internationale Wettkämpfe gibt, können sich viele Athleten auch leicht solchen Kontrollen durch
das IPC entziehen. "Alle chinesischen Athleten unterliegen dem Kontrollsystem der
chinesischen Anti-Doping-Agentur. Aber wer kontrolliert wird, liegt nicht in unserer Hand", sagte
IPC-Sprecher Craig Spence.
2016-09-12 22:19 www.t-online.de
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Die Großen wollen helfen
Vor ein paar Wochen
sorgte eine Ziffer für
Aufsehen,
die
augenscheinlich auf das
Versagen der Konzerne bei
der
I
ntegration
der
Flüchtlinge hinwies: Die 30
im Deutschen Aktienindex
(Dax)
notierten
Unternehmen
hatten
gerade mal 54 Geflüchtete
eingestellt, allein 50 davon
bei der Post. Ausgerechnet
die Böckler-Stiftung des
DGB kommt nun zu einer anderen Einschätzung: Gerade die Anstrengungen von
Großunternehmen seien „bemerkenswert“ und gingen weit über ihr Eigeninteresse hinaus, teilte
die Stiftung am Montag mit. In ihrem Auftrag untersuchte das Tübinger Institut für Arbeit, Technik
und Kultur „Qualifizierungsinitiativen in Großunternehmen“. Die Soziologen sprachen mit
Personalmanagern, Arbeitsdirektoren, Ausbildern und Betriebsräten. Ergebnis: „Die neue
Zielgruppe der Flüchtlinge stellt sie vor besondere Herausforderungen.“
Besonders zäh ist das Erlernen der Sprache. Die staatlichen Integrationskurse würden nur
Kenntnisse auf dem Sprachlevel B 1 vermitteln, „das reicht aber nicht aus, um einen
Aufnahmetest zu bestehen oder eine Ausbildung mit Aussicht auf Erfolg zu absolvieren“.
Grundsätzlich seien die Konzerne auf zwei Ebenen engagiert. Gesellschaftlich durch die
Förderung von Verbänden, Kommunen und Initiativen, durch Spenden, die Bereitstellung von
Werkswohnungen oder die Freistellung von Mitarbeitern für ehrenamtliche Hilfen. Die andere
Ebene ist die berufliche Integration durch Praktika , Einstiegsqualifizierungen, Sprachkurse und
Ausbildungsplätze. Dass Flüchtlinge direkt einen Job bekommen, sei die Ausnahme. Und zwar
vor allem deshalb, weil einfache Tätigkeiten mit geringen sprachlichen und fachlichen
Anforderungen kaum vorhanden sind „und langfristig wegen der Digitalisierung“ noch weniger
werden. Das betrifft vor allem Ältere, die eine Familie versorgen müssen und für die eine
Ausbildung kaum infrage kommt.
Dieser „Einstiegspfad“ zur Berufsausbildung gehe zumeist über ein Berufsvorbereitungsjahr
inklusive Sprachkurse. Und auch dieser Weg ist steinig: Die Tübinger Soziologen haben einen
„Mangel an geeigneten Bewerbern“ ausgemacht, der „Prozess der Kompetenzerfassung“
komme nur schleppend voran, weil auch die Sprachkenntnisse nach dem Besuch von
Integrationskursen noch immer unzureichend seien. Zudem bemühten sich die Konzerne, nicht
nur Flüchtlinge, sondern auch andere benachteiligte Jugendliche zu fördern, „um
Akzeptanzprobleme zu vermeiden“. Für diesen Personenkreis gibt es seit Jahren die
Möglichkeit mit Brückenpraktika oder geförderten Einstiegsqualifizierungen Defizite vor dem
Beginn einer beruflichen Ausbildung abzubauen. Vor allem in Großbetrieben werden diese
Mittel eingesetzt.
Kleinere Unternehmen, die eher vom Fachkräftemangel betroffen sind als große, „dürften kaum
in der Lage sein, umfangreiche Berufsvorbereitungsmaßnahmen einschließlich Sprachkursen
zu stemmen“. Für diese Unternehmen schlagen die Autoren der Böckler-Studie neben
finanzieller Förderung „überbetriebliche Qualifizierungs- und Ausbildungsverbünde“ vor.
2016-09-12 22:00 Alfons Frese www.tagesspiegel.de
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Anti-Korruptionsbeauftragter mit 120 Mio. Euro erwischt
Medien zeigen Fotos mit Hunderten
Geldbündeln
in
Kartons
und
Plastiksäcken, die in der Wohnung des
russischen
AntiKorruptionsbeauftragten
Dmitri
Sachartschenko gefunden wurden.
12.09.2016 | 21:56 |
( DiePresse.com )
Mehr als 120 Millionen Euro Bargeld
sind in Russland in der Wohnung
eines
hochrangigen
AntiKorruptionsbeauftragten gefunden worden: Dmitri Sachartschenko sei unter dem Vorwurf der
schweren Korruption und des Amtsmissbrauchs in Untersuchungshaft genommen worden, teilte
der Kreml am Montag mit. Der Beschuldigte leitete die Abteilung zum Kampf gegen
Wirtschaftskriminalität im Innenministerium.
Das Geld war von Ermittlern den Angaben zufolge bereits am Freitag im Auto Sachartschenkos
und in einer Wohnung von Angehörigen gefunden worden. Es handelte sich um Geld
verschiedener Währungen in einem Gesamtwert von mehr als 120 Millionen Euro. In den
Medien waren Fotos mit Hunderten Geldbündeln in Kartons und Plastiksäcken zu sehen.
Präsident Wladimir Putin wurde nach Angaben des Kreml-Sprecher über den Vorfall informiert.
Russland kämpft seit geraumer Zeit mit einer grassierenden Korruption.
(APA/AFP)
2016-09-12 21:56 diepresse.com
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Die SPD und der Zickenkrieg der Anderen
Wenn zwei sich streiten, freut sich... die SPD: Am Tag nach dem Koalitionsgipfel bemühte sich
SPD-Generalsekretärin Barley, ein möglichst zerrissenes Bild der Union zu zeichnen. Und CDU
und CSU? Die blieben ungewohnt leise.
Nach dem Treffen von
Bundeskanzlerin und CDUVorsitzenden
Angela
Merkel, CSU-Chef Horst
Seehofer und SPD-Chef
Sigmar
Gabriel
am
Sonntag gab es weder eine
Pressekonferenz
noch
Einzel-Statements.
Lediglich Vertraute der
Parteivorsitzenden
äußerten
sich
etwas
verklausuliert
zu
den
angeblichen Inhalten des
Gesprächs.
Heute ließ Merkel den auch von CSU-Chef Horst Seehofer erweckten Eindruck eines
Regierungsversagens in der Flüchtlingskrise zurückweisen. "Die Bundesregierung war in
dieser Frage voll und ganz handlungsfähig, und sie ist es weiterhin", sagte Regierungssprecher
Steffen Seibert. Man stecke "mittendrin in mühsamen, anspruchsvollen Prozessen". Alles, was
die Regierung seit Sommer 2015 getan habe, sei zudem gemeinsam beschlossen worden.
"Viel ist geschafft, viel bleibt zu tun. "
SPD-Generalsekretärin Katarina Barley äußerte sich deutlich pessimistischer. "Wir erleben
einen Machtkampf zwischen CDU und CSU, wie es ihn in dieser Härte noch nie gegeben hat",
sagte sie in Berlin. Der Streit zwischen den Schwesterparteien drohe die Arbeit der
Bundesregierung zu blockieren. Barley machte dabei insbesondere die Haltung der CSU als
Problem aus: "Die CSU stellt sich an wie ein bockiges Kind", sagte Barley im Deutschlandfunk.
"Aber klar ist auch, die SPD kann jetzt nicht auf Dauer Mediatorin oder Vermittlerin zwischen
Schwesterparteien im Zickenkrieg sein. Das ist nicht unsere Aufgabe," ergänzte Barley.
Gleichzeitig zeigte sie sich erfreut, dass die Flüchtlingspolitik nicht das zentrale Thema der
Parteivorsitzenden gewesen war. "Ich bin eigentlich ganz froh, dass der Fokus auf den Themen
lag, die den Alltag der Menschen betreffen. " Merkel, Seehofer und Gabriel hatten gestern unter
anderem über die seit langem strittige Reform der Erbschaftsteuer und die Angleichung der
Renten in Ost und West gesprochen. Konkrete Beschlüsse gab es aber nicht, vereinbart wurde
eine Klärung noch im Herbst.
Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer sagte dem MDR, in allen drei Koalitionsparteien
bestehe der ernsthafte Wille, "die derzeitigen Dissonanzen zu klären und die Irritationen zu
beheben". Es sei auch nicht so, dass zwischen CDU und CSU "der Graben so tief ist, dass er
nicht zugeschüttet werden könnte".
Abgesehen von der Obergrenzen-Frage sei "die gemeinsame Schnittmenge in der
Flüchtlingspolitik zwischen CDU und CSU viel größer als man meint", sagte Mayer dem Sender
Phoenix.
CDU-Vize Armin Laschet sagte im ZDF, die CDU werde der CSU im Ringen um die
Flüchtlingspolitik nicht nachgeben. "Angela Merkel hat geliefert. Die Zahlen sind
'runtergegangen. " Zugleich warnte er: "Wenn die Volksparteien in dieser Weise miteinander
streiten, wie das die letzten Wochen der Fall war, dann nützt das nur der AfD. "
2016-09-12 21:42 tagesschau.de www.tagesschau.de
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Linkspartei - alter Streit ganz neu
Die Linkspartei war einmal
ein Sammelbecken für
Unzufriedene. Inzwischen
aber gilt die einstige
Protestpartei für viele als
etabliert,
die
Unzufriedenen
wählen
heute AfD. Was also tun?
Mitregieren oder schärfer
attackieren? Es ist ein alter
Streit neu aufgelegt.
Berlin
Schönefeld/Tempelhof.
Links eine sechsspurige Hauptverkehrsachse, rechts mischen sich Altbau und Platte,
dazwischen hat die Linkspartei Bierbänke und eine kleine Bühne aufgebaut. "… und die Stadt
gehört euch" steht auf ihren Plakaten. Längst ist auch dieser Bezirk irgendwie hip - steigende
Mieten und Gentrifizierung ein Mega-Thema im Berliner Wahlkampf.
Die boomende Hauptstadt hat andere Probleme als das Flächenland MecklenburgVorpommern und dennoch fragen sich nun auch in Berlin alle: Wie schneidet die AfD am 18.
September ab? "Klar gibt es auch hier und da Ressentiments, aber das ist nicht
wahlentscheidend", glaubt der Spitzenkandidat der Linkspartei, Klaus Lederer. Seine
Erfahrung: "Die Menschen auf der Straße wollen über soziale Gerechtigkeit sprechen. "
Lederer bemüht sich um eine differenzierte Botschaft im Wahlkampf: Niemand solle glauben,
dass etwa ohne Flüchtlinge die Wohnungsnot verschwinden würde. Es gehe darum, für alle
Verbesserungen zu erkämpfen.
Nach
der
aktuellen
ARD-Vorwahlumfrage
könnte
die
Linkspartei
bei
der
Abgeordnetenhauswahl deutlich dazugewinnen. Sie käme auf 15 Prozent (2011: 11,7) –
gleichauf mit der AfD. Die SPD bliebe stärkste Partei - mit gerade mal 21 Prozent müsste sie
sich aber zwei Koalitionspartner suchen. Wird Berlin möglicherweise nach Thüringen das
zweite rot-rot-grüne Bundesland? Er mache Wahlkampf für die Linke, so Spitzenkandidat
Lederer, schiebt aber gleich hinterher: "Dass wir in Berlin regieren können, haben wir
bewiesen. "
Seine These: Es brauche eine "soziale Alternative zu Merkel". Wenn SPD, Grüne und
Linkspartei sich nicht ernsthaft um eine Koalition links der Mitte bemühten, werde die AfD immer
weiter wachsen.
Zwingt die neue Partei am rechten Rand die Linkspartei also an die Macht? Ist die Antwort
darauf, dass die AfD Protestwähler in allen Schichten mobilisiert, dass die Linke dann eben
regieren muss? Bisher definierte sie sich schließlich vor allem als Sammelbecken für
Protestwähler - etwa gegen Hartz IV.
Der ehemalige Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi denkt bereits laut über einen Rollenwechsel
nach. Die Linkspartei müsse Machtoptionen eröffnen. Gerne in Mecklenburg-Vorpommern,
spätestens aber bei der Wahl am kommenden Sonntag in Berlin. Dem "Tagesspiegel" sagte
Gysi: "Es geht mir nicht um eine Regierungskonstellation oder Ministerposten, sondern um die
historische Verantwortung. Wenn die Union nicht in die Opposition geschickt wird, wird die AfD
immer stärker. "
Zurück zum Wahlkampfstand. Mittlerweile haben sich an die 250 Menschen versammelt, fast
alle sind wegen Sahra Wagenknecht da. Die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei eilt direkt von
der Haushaltsdebatte im Bundestag auf den Berliner Bürgersteig. Auch sie treibt die AfD um.
Doch Wagenknecht zieht eigene Lehren. Das Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern sei
"nicht gerade ein Regierungsauftrag". Die Linkspartei müsse sich doch fragen, warum sie
plötzlich als Teil des politischen Establishments gilt. Das müsse man dringend ändern und die
Sozialpolitik von CDU, SPD und Grünen scharf attackieren. Den Berlinern ruft Wagenknecht zu:
"wer glaubt, dass die AfD das erreicht, hat nichts verstanden. Das geht nur mit einer starken
Linkspartei. "
Es ist der alte Richtungsstreit in der Linkspartei - und die Erfolgsserie der AfD wirkt wie ein
Katalysator. Braucht es lauteren Protest, schärfere Attacken gegen Hartz IV, Werksverträge,
Leiharbeit? Oder muss die Linke Kompromisse suchen, um in Regierungsbeteiligungen einen
Politikwechsel zu erreichen?
Das stellt der zweite Fraktionsvorsitzende, Dietmar Bartsch, im Bundestag in Aussicht. Bei der
traditionellen Generaldebatte in der Haushaltswoche spricht er noch vor der Kanzlerin und
bietet "den lieben Sozialdemokraten" und insbesondere SPD-Chef Sigmar Gabriel unter
bestimmten Bedingungen eine "Alternative zu Merkel": Die Linkspartei wolle diesen
Politikwechsel auch in Regierungsverantwortung übernehmen. Bartsch betont: "Dass das ein
für allemal klar ist, meine Damen und Herren - und zwar wir alle. "
Das zielt wohl auch auf seine Co-Vorsitzende. Sahra Wagenknecht klatscht dazu, aber - wie es
anschließend aus den eigenen Reihen heißt - mit ziemlich spitzen Fingern. Doch gänzlich
schließt auch sie die Machtoption nicht mehr aus. Zu Hause im Saarland verkündete Oskar
Lafontaine gerade, bei der Landtagswahl im Saarland im März 2017 sehe er Chancen für RotRot-Grün. Es wäre die bisher erste Regierungsbeteiligung der Linkspartei in einem
westdeutschen Bundesland.
Und das zweite Streitthema? Der Umgang mit der Flüchtlingsfrage? Hier hat man einen Satz
gefunden, hinter dem sich alle in der Partei versammeln können. Bartsch ruft ihn im Plenum den
Abgeordneten der CSU zu - und Wagenknecht kann damit genauso im Straßenwahlkampf von
Berlin Tempelhof punkten: "Die teuersten Flüchtlinge", betonen beide, "sind die
Steuerflüchtlinge. "
2016-09-12 21:33 tagesschau.de www.tagesschau.de
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Verschobene Wahl: Der Klebstoff kam aus Deutschland
Die Wiederholung der Stichwahl zum österreichischen Bundespräsidenten wird verschoben.
Grund ist die mangelhafte Klebespur auf den Kuverts vieler Briefwähler. Der mangelhafte
Klebstoff kam aus Deutschland. Weil er das Wahlgeheimnis gefährdet, verkündete
Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) die Verschiebung. Das Parlament muss ein neues
Gesetz
beschließen:
Verfassung
und
Wahlordnung sehen den
Fall
nicht
vor.
Die
Aufhebung der Stichwahl
vom
Mai
hatte
das
Verfassungsgericht
auf
Antrag der FPÖ verfügt,
weil es bei der Auszählung
vor
allem
der
Briefwahlstimmen
grobe
Formfehler fand, allerdings
keine Manipulationen.
Da eine unbekannte Zahl der Wahlkuverts nicht dauerhaft verschließbar ist und ein
eigenhändiger Verschluss mit Klebstoff oder Klebestreifen die Stimme ungültig macht, weil
dann ein Austausch der Wahlkarte nicht ausgeschlossen wäre, wäre eine neue Anfechtung
wahrscheinlich. Bei 6,3 Millionen Wahlberechtigten siegte im Mai der Grüne Alexander van der
Bellen über FPÖ-Kandidat Norbert Hofer mit dünnem Vorsprung.
Am Montag einigten sich die Parlamentsfraktionen auf den 4. Dezember als neuen Wahltag. In
einer Sitzung des Nationalrats soll am Dienstag geklärt werden, ob jetzt die Wahllisten auf den
neuesten Stand gebracht werden: Dann würden verstorbene Wahlberechtigte gestrichen und
16 Jahre alt gewordene Bürger neu aufgenommen – bisher ist das nicht möglich.
Innenminister Sobotka entschuldigte sich bei Wählern und Kandidaten. Er betonte, der Fehler
sei erstmals aufgetreten und nicht vorhersehbar gewesen. Das Bundeskriminalamt untersucht
die Ursache, die Druckerei ist den Auftrag los und soll für die Kosten der Verschiebung
aufkommen. Die neuen Unterlagen druckt die Staatsdruckerei als Bundesbehörde. Die FPÖ
würde gerne die Briefwahl-Berechtigten reduzieren. Die gelten als mobil und FPÖ-kritisch.
2016-09-12 21:26 Reinhard Frauscher www.tagesspiegel.de
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Mitten in Dachau - Strippenzieher am Rathausberg
Eine Enthüllung ersten
Ranges:
Nicht
die
industriellen Großmächte,
auch nicht verirrte Politiker
sind
schuld
am
Schlamassel dieser Welt.
Möglicherweise verbergen
sich
dahinter
getarnte
Staudenfresser
und
Freizeit-Grünpfleger
Der aufgeklärte Mensch
von heute weiß, dass alles
ein riesengroßer Beschiss ist. Wir werden manipuliert, genasführt und hirngewaschen. Die
Mondlandung: ein Hollywood-Fake. Die Kondensstreifen am Himmel: vorsätzlich versprühte
Chemikalien, die das Untertanenhirn auf blinden Gehorsam schalten. Dunkle Mächte lenken
diese Welt. Aber wer sind diese Mächte? Die Illuminaten? Veronica Ferres? Der militärischindustrielle Komplex? Aliens?
Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen, und seit einigen Tagen wissen wir auch genau, wo:
auf dem Dachauer Rathausberg unter den Essigbäumen. Ziegen ziehen die Strippen dieser
Republik. Sie tarnen sich als Saisonarbeiter und Baumpfleger, die im Auftrag der Stadt einmal
im Jahr das Gestrüpp am Rathausberg abknabbern. Auf ihrer Facebook-Seite enthüllen sie
jetzt, was sie in ihrer Abwesenheit getrieben haben. Unter anderem haben sie "den ersten Platz
im südfranzösischen Burkini-Contest belegt", was möglicherweise der wahre Grund dafür ist,
warum diese Badebekleidung so in Verruf geraten ist: zu viele Ziegenhaare
im Schwimmbecken.
Möglicherweise steht auch die AfD völlig zu Unrecht im Ruf, ein Haufen biederer AlternativNazis zu sein, die auf Flüchtlingskinder schießen würden. Die Ziegen sind bei der Betreuung
von Beatrix von Storchs Facebook-Seite mit ihren Hufen von der Maustaste gerutscht.
Unbemerkt von der Öffentlichkeit führten die Rathausziegen einen Rechtsstreit mit Jan
Böhmermann wegen dessen Schmähgedichts gegen Erdoğan, in dem es auch um Sex mit
Ziegen geht. Und das geht gar nicht. "Kein Angehöriger unserer Spezies würde je etwas mit
dem türkischen Regierungschef anfangen! " Pfui-Mäh!
Als "Social-Media-Berater von Max Kruse und Markus Söder" hatten die Rathausziegen
weniger Erfolg. Fußballer Kruse wie Minister Söder blöken schon das ganze Jahr miesepetrig
daher. Meckern verlangt nach heiterer, innerer Gelassenheit, man muss mit den Hufen fest auf
dem Boden stehen, sollte sich nicht zu ernst nehmen. Die Rathausziegen meckern nicht nur, sie
schlafen auch und sonnen sich. Eine gute Work-Life-Balance. Vielleicht sollte auch Herr Söder
öfter mal an einem Essigbaum knabbern.
2016-09-13 00:23 Süddeutsche.de www.sueddeutsche.de
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Münsing - VdK beharrt auf 14 Sozialwohnungen
Im Streit um die Größe der Sozialwohnungen an der Hauptstraße fordert
der VdK-Ortsverband die Kommune auf, bei den ursprünglichen
Planungen zu bleiben. Mehr bezahlbare und barrierefreie
Sozialwohnungen seien notwendig. Die Planungen müssten das
maximal Mögliche ausschöpfen. So heißt es in einem Schreiben an
Bürgermeister Michael Grasl und die Gemeinderäte. Laut Hochrechnung
des Instituts der deutschen Wirtschaft brauche der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bis 2020
insgesamt 669 und bis 2030 nochmals 629 Sozialwohnungen.
Der Gemeinderat hatte Pläne für 14 Sozialwohnungen genehmigt. Nach Protesten der
Nachbarn gegen die Dimension des Vorhabens, will die Kommune diesen entgegenkommen.
Der VdK fordert, die Zahl der Wohnungen keinesfalls zu reduzieren. Münsing brauche
bezahlbare Wohnungen unter anderem auch für anerkannte Asylbewerber. Der VdK schlägt
vor, für möglichst viel Wohnraum auf den geplanten Laden womöglich ganz zu verzichten.
2016-09-13 00:23 Süddeutsche.de www.sueddeutsche.de
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Verkehr - Kontrollen vor Schulen
Polizei bittet Autofahrer darum, Rücksicht auf Kinder zu nehmen
Zum Schuljahresanfang an diesem Dienstag bittet die Polizei darum, auf
Schulkinder im Straßenverkehr besondere Rücksicht zu nehmen. Unter
den Schülern sind dann viele, die sich erstmals auf ihren Schulweg
machen. Das auch für den Landkreis Ebersberg zuständige
Polizeipräsidium Oberbayern Nord appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, "besondere Vorsicht
und Rücksicht walten zu lassen". Polizisten der einzelnen Dienststellen werden von Dienstag
an die Schulwege überwachen und intensive Verkehrskontrollen durchführen.
Im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord war es im vergangenen
Schuljahr zu 90 Schulwegunfällen gekommen, das waren drei mehr als im Jahr zuvor. Ein
tödlicher Unfall war nicht darunter. Die Polizei wird zum Schuljahresanfang
Geschwindigkeitsüberwachungen durchführen und überprüfen, ob die Autofahrer angegurtet
und auch die im Auto befindlichen Kinder richtig gesichert sind. Fast jeder vierte tödlich
verunglückte Autoinsasse im Jahr 2015 war nach Angaben der Polizei nicht angeschnallt. Die
Kontrollen werden vor allem im unmittelbaren Bereich von Schulen, Kindergärten und stark
frequentierten Schulwegen stattfinden.
Außerdem bittet die Polizei die anderen Verkehrsteilnehmer darum, zu berücksichtigen, dass
bei Kindern immer mit unerwartetem Verhalten zu rechnen sei. Deshalb sollte besonders in
Wohngebieten, auf Schulwegen, an Haltestellen und rund um Schulen und Kindergärten
langsam gefahren werden. Fußgänger oder Radfahrer sollten den Kindern zudem durch ihr
Verhalten ein gutes Vorbild sein. Die Kinder selbst sollten am besten helle, mit reflektierenden
Materialien ausgestattete Kleidung und Schulranzen tragen. Eltern sollten den Schulweg zuvor
mit ihren Schulanfängern üben.
2016-09-13 00:23 Süddeutsche.de www.sueddeutsche.de
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Ehrung - "Tölza Garten" gedeiht
Rose-Marie Beyer erhält
Preis beim Fest des
Bundespräsidenten
Die Erbsen kommen nicht
aus der Dose, Gurken
wachsen auch mal schief,
Tomaten gibt es in mehr als
1000 Sorten: All das und
vieles
mehr
erfahren
Kinder,
Familien
und
Senioren beim Säen, Jäten
und
Ernten
im
Gemeinschaftsgarten, den
der Bund Naturschutz (BN) im Frühjahr 2014 im alten Klostergarten hinter dem
Franziskuszentrum in Bad Tölz angelegt hat. Das Projekt wächst und gedeiht, wofür das Team
des "Tölza Gartens" nun den nationalen Ehrenamtspreis "dm-Helferherzen" erhalten hat.
Deshalb durfte die Tölzer BN-Vorsitzende Rose-Marie Beyer die Gummistiefel gegen feine
Schuhe tauschen und nach Berlin fahren, wo sie zusammen mit 4000 Ehrenamtlichen aus
Deutschland am Bürgerfest des Bundespräsidenten Joachim Gauck teilnahm. Dotiert ist der
Preis mit 1000 Euro. "Mit dem Geld wollen wir unsere nächste Saison sichern", teilt Beyer mit.
Es soll in den Kauf von Pflanzen, Samen, Holz, Erde und Material für die Schulimkerei fließen,
zudem sollen die ehrenamtlichen Kräfte des Teams eine Aufwandsentschädigung bekommen.
Eine Ansprache von Gauck, Musik und Tanz, Speisen und Getränke, Information und
Unterhaltung prägten das Bürgerfest im Garten von Schloss Bellevue, das mit einem großen
Feuerwerk endete. "So etwas wie die Einladung von Bundespräsident Gauck erlebt man
wahrscheinlich nur einmal im Leben", so Beyer. Der "Tölza Garten" war von einer Jury, der
neben anderen Moderator Eckart von Hirschhausen, Schauspieler Hannes Jaenicke und
Reporter Willi Weitzel angehörten, für das Bundesland Bayern ausgewählt worden. Insgesamt
hatte es 10 000 Anmeldungen für den nationalen Ehrenamtspreis gegeben.
Im "Tölza Garten" fängt mit dem Ende der Schulferien auch der Gartenbau-Unterricht wieder an.
Kinder der drei Tölzer Grundschulen seien dann "auf der Suche nach reifen Gemüse", so Beyer.
An einem Tag soll Felix Finkbeiner, Juror des dm-Wettbewerbs und Botschafter von "Plant-forthe-planet", zusammen mit dem Mädchen und Buben ackern.
2016-09-13 00:23 Süddeutsche.de www.sueddeutsche.de
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Gericht - Familienausflug mit Folgen
Ein 44-Jähriger wird wegen Nötigung seiner Ex-Partnerin angeklagt - das
Amtsgericht sieht dafür aber keine Beweise
Mutter, Vater und Kind unternehmen einen gemeinsamen Ausflug mit
dem Auto. Der fünfjährige Junge schlummert schon bald friedlich ein; kein
Gequengel wegen Langeweile kommt von der Rückbank und auch kein
ständiges Nachfragen, wann man denn endlich da sei. Das, was für viele Eltern nach einem
beneidenswerten Beginn eines Familienausflugs klingen mag, ist in Wahrheit aber gar kein
solcher. Zumindest nicht, wenn es nach der Mutter geht. Im Rahmen dieser Autofahrt
beschuldigt sie den Vater ihres Kindes nämlich der Nötigung und Freiheitsberaubung.
In den Ausführungen der 48-jährigen Mutter klingen die Geschehnisse rund um die Autofahrt
dann folgendermaßen: Ihr damaliger Lebensgefährte fuhr mit dem gemeinsamen Sohn zu
einem Fast Food-Restaurant. Dabei soll er ihr deutlich zu verstehen gegeben haben, dass er
den Sohn nicht mehr zurückbringen würde. Wie es genau dazu kam, dass sie selbst dann auf
einmal mit dem schlafenden Sohn im Wagen saß, wurde nicht ganz klar. Ob das etwaigen
Ungereimtheiten in ihren Ausführungen oder aber der Übersetzung des Dolmetschers der
gebürtigen Rumänin geschuldet war, bleibt fraglich.
Irgendwie kam es dazu, dass ihr Ex-Lebensgefährte einwilligte, Mutter und Sohn nach Hause
zu fahren. Und irgendwie ist die kleine Familie stattdessen aber auf einem Parkplatz in Grafing
gelandet. Und irgendwie teilte die 48-Jährige dort dem 44-jährigen Kindsvater mit, dass sie
nicht mehr mit ihm zusammen sein möchte. Und irgendwie schaffte die Frau es dann noch,
ihren ab diesem Zeitpunkt nun Ex-Partner davon zu überzeugen, sie und den gemeinsamen
Sohn als eine Art letzte wohlwollende Tat doch noch nach Hause zu bringen.
Während dieser Autofahrt jedoch habe der Angeklagte damit gedroht, das Fahrzeug gegen
einen Baum zu lenken. "Damit wir alle sterben", wie der Dolmetscher die Ausführungen der 48Jährigen übersetzt. Vor Gericht sagt sie weiterhin aus, dass sie dann angehalten hätten weshalb sich der 44-Jährige dazu entschlossen haben sollte, erklärt sie allerdings nicht. Dort
besänftigte sie den Angeklagten mit dem Versprechen, sich die Sache mit der Trennung doch
noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Sie könnten ja am nächsten Tag noch einmal
über alles sprechen. Dank dieses diplomatischem Geschicks nahm der Kindsvater seine
Drohung zurück und willigte darin ein, Mutter und Sohn nun aber tatsächlich nach Hause
zu fahren.
Der 44-jährige Vater verweigerte eine genaue Aussage und ließ lediglich über seinen Anwalt
mitteilen, dass er alle Anklagepunkte abstreite. Sein Anwalt äußerte Zweifel an der
Glaubwürdigkeit der Mutter. Da sein Mandant italienisch spricht und sowohl er als auch die 48Jährige nur gebrochene Deutschkenntnisse besitzen, drängte sich für den Advokaten die Frage
auf, in welcher Sprache die beiden miteinander kommunizierten. "Wir hatten unser eigenes
Italienisch, das andere nicht verstanden haben", lässt die Frau daraufhin über ihren
Dolmetscher ausrichten. Ob dies immer ohne Missverständnisse gelingen konnte, bleibt
allerdings offen.
Noch vor Verlesung der Plädoyers einigen sich Richterin Vera Hörauf, die Staatsanwaltschaft
sowie der Verteidiger des Angeklagten darauf, dass der Vorwurf der Freiheitsberaubung nicht
haltbar ist. Die 48-Jährige habe in ihrer Aussage klar gemacht, dass sie "zu jedem Zeitpunkt
freiwillig
zu
dem
Angeklagten
in
den
Wagen
gestiegen
ist",
wie
der
Staatsanwalt zusammenfasst.
Bei den Strafmaßforderungen gehen die Meinungen allerdings dann wieder auseinander: Für
die Staatsanwaltschaft ist der Tatbestand einer versuchten Nötigung klar gegeben, da der
Angeklagte angedroht hätte, das Fahrzeug mitsamt aller Insassen gegen einen Baum zu
lenken. Er forderte dafür eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 30 Euro. Der Verteidiger des 44Jährigen hingegen plädiert auf einen Freispruch. "Ich glaube der Zeugin hier kein Wort! " Dafür
gäbe es zu viele Ungereimtheiten in ihren Aussagen. "Die Widersprüche sind so groß, dass sie
nicht als Beweismittel gelten können. " Das sieht auch Richterin Hörauf so und spricht den
Angeklagten daher von sämtlichen Anschuldigungen frei.
2016-09-13 00:23 Süddeutsche.de www.sueddeutsche.de
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Ausflugstipp - Traumhafter Bergblick
Dietramszell
lockt
mit
seiner Lage Spaziergänger
und Radler
Hechenberg gehört zur
Gemeinde
Dietramszell
und ist bei Familien,
Spaziergängern
und
Radfahrern wegen seiner
ländlich-ruhigen Hügellage
und dem weitreichenden
Bergblick
beliebt.
Die
Spuren eines Turnhügels
und der ehemaligen Burg der Herren von Hechenberg sind als Bodendenkmäler noch zu
erkennen. In Dietramszell lockt die frühere Kloster- und heutige Pfarrkirche Maria Himmelfahrt
mit spektakulärer spätbarocker Ausstattung. Unweit in Richtung Endlhausen steht zudem die St.
Leonhardskapelle, eine bekannte Wallfahrtskirche und ein Juwel des Spätrokoko, die täglich
von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist. Zum Baden lädt der Dietramszeller Waldweiher ein, südöstlich
des Klosters inmitten der ehemaligen Klosterwaldungen.
Nur fünf Kilometer sind es von Hechenberg über die Staatsstraße 2072 in die historische
Kurstadt Bad Tölz, wo ein neu eröffnetes Filmmuseum in der Herderstraße 5 einen Blick hinter
die Kulissen ermöglicht. Besucher finden dort beispielsweise Originalkostüme und Requisiten
aus den Wickie-Filmen, aus der Edgar Wallace-Parodie "Der Wixxer" und eine "Peter-SteinerEcke". Bad Tölz selbst diente bereits in zahlreichen Filmen und Fernsehsendungen als Kulisse.
Deshalb gibt es auch Führungen zu Drehorten - etwa mit einer Bulle-von-Tölz-Tour.
Als eines der führenden Figurentheater in Deutschland gilt das Tölzer Marionettentheater, das
mit seinen Vorführungen ein junges genauso wie ein älteres Publikum anspricht. Wer es lieber
sportlich mag: Im Outdoor-Center können Bewegungsbegeisterte Touren mit Rad, Boot und
Planwagen mitmachen. Das Programm reicht von Isar-Rafting über Kanutouren, Canyoning bis
zum Paragleiten.
2016-09-13 00:24 Süddeutsche.de www.sueddeutsche.de
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Bildung - Die Schulzeit kann warten
Im
Landkreis
werden
immer mehr Erstklässler
zurückgestellt. Das wird
auch für die Kommunen
zum Problem. Denn sie
müssen für die Buben und
Mädchen
weiterhin
Kindergartenplätze bereit
halten
Für 2179 Buben und
Mädchen im Landkreis
beginnt
an
diesem
Dienstag ihre Schulzeit.
Die Zahl der Schulanfänger wäre eigentlich höher, doch insgesamt wurden 401 Kinder um ein
Jahr zurückgestellt. Sie sollen erst vom nächsten Herbst an in die Schule gehen. Das entspricht
immerhin 15 Prozent aller potenziellen Erstklässler. Die Tendenz, Kinder später einzuschulen,
sei "steigend", sagt Thomas Frey vom Schulamt Fürstenfeldbruck. Genau erfasst wird die Zahl
der Rücksteller vom Schulamt aber erst seit diesem Schuljahr.
Der Einschulungsstichtag war früher der 30. Juni, später sollte daraus sogar der 31. Dezember
werden. Nun gilt: Wer bis zum 30. September dieses Jahres sechs Jahre alt ist, soll eingeschult
werden. Kinder, die im gleichen Jahr nach dem Stichtag Geburtstag feiern, können in die
Schule, müssen aber nicht. Zurückgestellt werden aber nicht nur Kinder, die knapp an der
Stichtagsgrenze sind. Zurückgestellt werden neben jenen Buben und Mädchen, die von den
Schulen als noch nicht schulreif eingestuft werden, zunehmend auch Kinder, deren Eltern durch
eine Rückstellung "an bessere Startchancen glauben" und daran, dass die Kinder sich dann
beim Übertritt in der vierten Klasse leichter tun, sagt Frey.
"Wir müssen uns dem annehmen, woher diese Schulangst kommt", meint die bisherige
Schulamtsleiterin Gabriele Kraußer, die mit Beginn des neuen Schuljahres eine neue Stelle als
Abteilungsleiterin an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen
annimmt. Sie vermutet, dass diese Kinder auch mit der "flexiblen Grundschule" aufgefangen
werden könnten, in der die Schüler je nach Entwicklungs- und Leistungsstand die Klassen eins
und zwei in ein, zwei oder drei Jahren durchlaufen. Auch der neue Grundschullehrplan plus,
der für die Klassen eins bis drei bereits eingeführt ist und nun in den vierten Klassen startet,
könne dazu beitragen, meint Kraußer. Demnach sollen die Grundschüler "kompetenzorientiert"
lernen und auch voneinander lernen.
Die Kinder, die erst mit sieben Jahren in die Schule kommen, stellen auch die Kommunen vor
Probleme, denn sie müssen die Kinder ein weiteres Jahr in ihren Kindergärten aufnehmen. Die
Stadt Puchheim hatte noch vor den Sommerferien eigens eine Diskussion mit verschiedenen
Fachleuten zu diesem Thema initiiert. In der nächsten Sozialausschusssitzung wollen die
Stadträte dann beraten, wie sie dieser Entwicklung begegnen wollen.
Möglicherweise braucht auch Puchheim einen sogenannten Schulkindergarten, wie ihn
Germering schon seit langem hat. Die Einrichtung an der Germeringer Kirchenstraße soll eine
Brückenfunktion zwischen Kindergarten und Schule übernehmen und die zwischen sechs und
sieben Jahre alten Kinder über gezielte Förderung auf die Schule vorbereiten. Der Germeringer
Schulkindergarten verfügt über 30 Plätze in zwei Gruppen, die freilich bei weitem nicht
ausreichen, um alle 80 für das jetzt anlaufende Schuljahr zurückgestellten Kinder
aufzunehmen. Laut Martin Rattenberger, dem Amtsleiter für Jugend, Familie, Senioren, Soziales
und Schulen im Germeringer Rathaus, war es in diesem Jahr besonders schwierig, allen
Bewerbern um einen Kindergartenplatz gerecht zu werden. Schließlich sei es aber doch
gelungen. Zurückgestellte Schulkinder hätten auch in der privaten Kinderbetreuungseinrichtung
"Denk mit" in der Frühlingstraße einen Platz gefunden.
Trotz der vielen Rücksteller ist die Zahl der Schulanfänger im Landkreis gegenüber dem Vorjahr
um 128 gestiegen. Auch die Zahl aller Grundschüler aus den Klassen eins bis vier erhöht sich
um insgesamt 353 auf nunmehr 8304 Grundschüler. Die Zahl der Mittelschüler, die in den
Vorjahren entgegen dem Landestrend zunahm, sinkt um 91 auf nunmehr 2969 Schüler. Um die
steigende Zahl an Kindern mit Migrationshintergrund, die nur schlecht oder gar nicht deutsch
sprechen, aufnehmen zu können, wurden drei weitere sogenannte Übergangsklassen
geschaffen. Mittlerweile gibt es 14 Ü-Klassen an Grund- und Mittelschulen im Landkreis.
Als erfreulich wertet man am Schulamt, dass in diesem Schuljahr die Ausstattung mit Lehrern
deutlich besser ist als in den Jahren zuvor. Dazu zählen auch jene 18 Gymnasial- und
Realschullehrer, die nun für ihre Arbeit an Mittelschulen nachqualifiziert werden, sowie weitere
Lehrkräfte, die über individuelle Arbeitsverträge dort aushelfen.
2016-09-13 00:24 Süddeutsche.de www.sueddeutsche.de
31 /100
Mitten in Grafing - Klebrige Kundschaft
Wenn es im Biergarten mal wieder länger dauert, gibt es jetzt eine neue Entschuldigung: Die
Bäume sind schuld!
Ein echter Biergarten braucht Laubbäume, vor allem in diesen sonnigen
Tagen. Vor 200 Jahren ging es den bayerischen Bierbrauern beim
Pflanzen der Bäume jedoch weniger um ihre Kundschaft als darum, die
Sonne von den Bierkellern und ihrem Gebräu fernzuhalten. Aus diesem
Grund wählten sie Kastanienbäume, weil die besonders groß werden.
Und weil die Blätter eine breite Fläche haben, die es der Sonne schwer
macht, durchzudringen.
Wenn man unter so einem Kastanienbaum sitzt, wie etwa beim Griechen in Baldham, dann birgt
das aber auch Gefahren. Eine gesunde Kastanie ist zwar effektiver als ein Sonnenschirm. Sie
ist aber aber auch heimtückisch, denn manchmal plumpst eine stachelige Frucht herunter und
landet in einem Glas oder auf einem Kopf. Dieses Risiko nehmen viele in Kauf, denn ein
Kastanienpiekser ist gesünder als ein Sonnenstich. Und deshalb haben Mitte September noch
immer so gut wie alle Biergärten im Landkreis Ebersberg geöffnet.
Einen davon findet man in Grafing-Bahnhof, gleich wenn man aus der S-Bahn aussteigt und
über die Straße geht. Die Kellner servieren hier griechisches Gyros mit Fetasalat und kommen
am Wochenende manchmal nicht mit den Bestellungen hinterher, weil der Biergarten dann
immer sehr voll ist. Für ein Lokal ist das gut, weil das den Umsatz steigert. Für einen Ober ist
das dagegen vor allem anstrengend.
Beim Griechen in Grafing-Bahnhof müssen sie sich aber nicht wundern, wenn die Leute im
Biergarten verharren. Dort stehen nämlich keine Kastanienbäume, sondern Linden. Die sind
zwar fast genauso hoch und dicht bewachsen wie Kastanien - und haben den Vorteil, dass man
nicht von Geschossen überrascht wird. Dafür tropft von den Linden jedoch ein pappiges Zeugs
herunter, sodass man mit der Hose am Stuhl kleben bleibt. Wahrscheinlich ist das der Grund,
warum hier am vergangenen Wochenende so viele Gäste hängen geblieben sind. Selbst in der
Dunkelheit, als die Bäume längst keinen Schatten mehr spenden mussten.
2016-09-13 00:24 Süddeutsche.de www.sueddeutsche.de
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Mitten in der Jachenau - Vom Staffel zur Staffelalm
Kurz vor der Lainlalm sollte es links hoch gehen. An dem Schild aber
steht Laineralm? Eine kurze Geschichte von zwei Bergen, 1200
Höhenmetern und 27 Kilometern Strecke...
Am Denkmaltag geht es mit großer Vorfreude los zur Staffelalm, Kunst
von Franz Marc bewundern. Ein Blick auf die Karte, kurz vor der Lainlalm
soll es links hoch gehen. Endlich ist ein Weg gefunden, der Anstieg beginnt. Es wird steil.
Merkwürdig, plötzlich ist die Laineralm ausgeschildert, da hat sich wohl der Routenautor vertan,
denkt die Jung-Wanderin noch. Doch während die Wanderung malerische und aussichtsreiche
Eindrücke von einer Schlucht verspricht, verliert sich der Weg fast im Geröll. Nach ungefähr
zwei Stunden lichtet sich der Wald. Noch ein letzter Schluck Wasser. Ein älteres Ehepaar kommt
herunter. "Sie wollen zum Denkmal? Da sind Sie auf dem falschen Berg, das hier ist der Staffel!
" Nach einem Moment des Schocks die Erkenntnis: Zwei Almen auf zwei Bergen, derselbe
Name. Stolpernd und fluchend, mehr rennend als absteigend geht es den steilen Weg zurück
zur Forststraße. Die Rettung: Das Ehepaar von eben ist mit einem Geländewagen auf dem
Rückweg. Im Kofferraum des Zweisitzers geht es zurück zum Dorf. "Da haben Sie aber noch
was vor sich", sagt die Frau. In der Tat. Schnell noch die Wasservorräte im Wirtshaus aufgefüllt.
Nach anderthalb Stunden ohne Pause und einem tiefroten Kopf endlich der erlösende Blick auf
die Staffelalm - die richtige am Rabenkopf. Zur Belohnung gibt es Brotzeit und Kunst. Zwei
Berge, 1200 Höhenmeter und 27 Kilometer Strecke an einem Tag - da hat man doch zumindest
etwas zu erzählen, wenn man nach Hause kommt.
2016-09-13 00:24 Süddeutsche.de www.sueddeutsche.de
33 /100
Schulstart - Auf Kante genäht
Wie in ganz Oberbayern steigen auch im Landkreis die Schülerzahlen.
Die Unterrichtsversorgung ist gesichert. Erkälten dürfen sich die Lehrer
aber nicht, denn Reserven gibt es kaum
Für 1783 Mädchen und Buben beginnt an diesem Dienstag ihre Zeit als
Schulkind. Nicht nur für die Erstklässler, auch für alle anderen Schüler
und ihre Lehrer beginnt ein herausforderndes Schuljahr. Die Schülerzahlen steigen im
Landkreis wie auch in ganz Oberbayern. An Lehrern hingegen mangelt es. Der SPDLandtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecher seiner Fraktion Martin Güll befürchtet für
Bayern "ein Rekordjahr des Unterrichtsausfalls".
Die Schulanfänger werden zunächst gute Lernbedingungen vorfinden. "Für den regulären
Betrieb sind alle Grund- und Mittelschulen gut versorgt", sagt Schulamtsleiterin Agnes Brunner.
Allerdings gebe es Bedarf bei der mobilen Reserve. Dieses Team sei zwar um eine Stelle
aufgestockt worden, doch nur auf dem Papier. Tatsächlich schmelze die Personalreserve schon
jetzt dahin. Die Kräfte werden als Klassenlehrer gebraucht, weil derzeit längerfristige
Erkrankungen und Beschäftigungsverbote bei Schwangerschaften gemeldet würden.
Güll kritisiert die mangelhafte Lehrerplanung des Kultusministers. Schulrätin Brunner bemüht
sich derweil, die Notfall-Reserve im Landkreis neu aufzufüllen. "Wir suchen Leute. " Obwohl alle
angehenden Grund- und Mittelschullehrer nach erfolgreicher Prüfung in den Schuldienst
übernommen werden, "stellt trotz dieser Volleinstellung die Personalgewinnung sich als eine
der höchsten Herausforderungen dar", sagt Schulrätin Brunner. Dabei werden an den
Mittelschulen zusätzlich auch ausgebildete Gymnasial- und Realschullehrer eingesetzt.
Erschwert haben die Unterrichtsplanung viele, oft kurzfristige Absagen. Petra Fuchsbichler, die
als Rektorin die Mittelschule Markt Indersdorf leitet, war noch am Freitag im Ungewissen, ob
zum ersten Schultag Klassen einen Lehrer haben würden. "Das war sehr knapp, aber jetzt ist
unsere Unterrichtsversorgung gesichert, wir können starten. " Momentan sei man "gut
ausgestattet", sagt Cordula Weber, Rektorin der Mittelschule Odelzhausen und Koordinatorin
der Mittelschulen Bergkirchen, Odelzhausen, Dachau-Süd und Ost. Mit Blick auf die dünn
besetzte mobile Reserve hofft Weber auf die stabile Gesundheit ihres Kollegiums. "Sonst könnte
es bei der ersten Erkältungswelle eng werden. "
Mit dem neuen Schuljahr wird auch das schulische Angebot im Landkreis erweitert: Die Zahl
der Übergangsklassen für Kinder, die ohne deutsche Sprachkenntnisse aus dem Ausland
zuziehen, wird von sieben auf neun Klassen aufgestockt. "Wir haben damit genug Kapazität, um
während des Schuljahres noch Kinder aufzunehmen", sagt Brunner. Übergangsklassen gibt es
an den Grundschulen Dachau-Ost und Karlsfeld, dazu an den Mittelschulen Dachau-Ost,
Karlsfeld, Erdweg und neu in Haimhausen. Um die Integration behinderter Kinder zu stärken,
wird die Mittelschule Dachau-Ost künftig als Profilschule Inklusion geführt. Eine Spezialisierung,
die an der benachbarten Grundschule schon seit einem Jahr läuft. In Altomünster wird es zwei
neue gebundene Ganztagsklassen an der Grundschule geben.
Entspannt ins neue Schuljahr gehen Realschulen und Gymnasien, an denen sich in diesem
Jahr weniger Kinder eingeschrieben haben. Das Ignaz-Taschner-Gymnasium und das
Gymnasium Markt Indersdorf (GMI) starten mit fünf Eingangsklassen, am Josef-EffnerGymnasium gibt es vier fünfte Klassen und zwei gebundene Ganztagsklassen. Neu ist am GMI
ein offener Ganztagszug, der Schülern der fünften bis siebten Klasse offen steht. Die vier
Realschulen gehen wieder mit insgesamt 16 fünften Klassen an den Start. Auch hier wird das
Ganztagsangebot ausgebaut mit einem gebundenen Zweig an der Theresia-GerhardingerRealschule in Weichs. Neu in der Bildungslandschaft des Landkreises ist die Fachoberschule in
Markt Indersdorf.
Während überall der Trubel des ersten Schultags herrscht, wird es in der Thoma-Schule
ungewöhnlich still bleiben. Dort wurde der Schulbetrieb zu Ferienbeginn eingestellt, die
ehemaligen Thoma-Schüler besuchen nun die beiden anderen städtischen Mittelschulen. Die
Leere im Schulhaus ist aber nicht von Dauer: Schon im nächsten September werden wieder
Mädchen und Buben durch die Gänge sausen. Während der Sanierung der Mittelschule-Süd
wird das Schulhaus als Ausweichquartier dienen.
2016-09-13 00:24 Süddeutsche.de www.sueddeutsche.de
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Abgas-Skandal:
Verfahren
EU-Kommission
droht
Staaten
mit
Die EU-Kommission will bald
über
mögliche
Verfahren
gegen Staaten entscheiden,
die
die
europäische
Abgasgesetzgebung
nicht
durchsetzen.
12.09.2016 | 21:21 |
( DiePresse.com )
"Ich werde so bald wie
möglich handeln", sagte EUIndustriekommissarin Elzbieta
Bienkowska am Montagabend
in Straßburg vor dem Untersuchungsausschuss zur Abgas-Affäre. Sie wolle in den "nächsten
Wochen" über Verfahren wegen Verletzung des EU-Rechts entscheiden, sagte Bienkowska.
Die geltende europäische Abgas-Gesetzgebung verteidigte Bienkowska. "Die Gesetzgebung zu
Abschalteinrichtungen ist klar", erklärte sie.
Vor dem VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte habe sie auch von Autobauern keinerlei
Nachfragen zu geltenden Regeln dazu bekommen. "Sie haben nie um Klarstellung dazu
gebeten. " Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte die Regeln als
unklar kritisiert.
Bienkowska sagte, sie hege "Zweifel" am Verhalten weiterer Autohersteller neben VW. Sie habe
aber längst noch nicht ausreichend Informationen aus den EU-Staaten erhalten, die überprüfen
sollen, ob weitere Hersteller Abschalteinrichtungen, also verbotene Software zur Manipulation
von Abgaswerten bei Dieselautos, einsetzen.
Sie sei "sehr verstört" darüber, wie Verbraucher in Europa behandelt würden, die vom AbgasSkandal betroffen sind, so Bienkowska. "Es gibt keinen guten Willen, Verbraucher zu
entschädigen", sagte sie mit Blick auf VW. Amerikanische Kunden können im Gegensatz zu
Europäern auf finanzielle Entschädigung hoffen. "Es muss etwas Vergleichbares für
europäische Verbraucher geben", forderte sie.
(APA/DPA)
2016-09-12 21:21 diepresse.com
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Wer wird Millionär | Psycho-Blondi scheitert an RockyFrage
Für die ersten drei Fragen
brauchte sie all ihre Joker,
bevor sie bei 125 000 Euro
das Handtuch warf.
DAS ist die Frage für
125.000 Euro??
#WWM
pic.twitter.com/9rNpnGUgd0
Hätten Sie es gewusst?
Es könnte die große Versöhnung werden: Sylvester Stallone gehört zu den großen Favoriten
der diesjährigen Oscarverleihung. Nach 39 Jahren!
Der Rocky-Mythos hat sich mit „Creed“ neu erfunden. Sly Stallone (wird 70) ist der neue BoxPate.
2016-09-12 21:17 www.bild.de
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Gegen Drohnen: Niederländische Polizei nimmt Adler in
den Dienst
Utrecht – Im Kampf gegen Drohnen hat die niederländische Polizei seit Montag ganz
besondere Unterstützung: Adler sollen die unbemannten Fluggeräte im Falle einer Gefahr vom
Himmel holen. „Das ist eine Low-Tech-Lösung für ein High-Tech-Problem“, sagte
Polizeisprecher
Dennis
Janus bei der ersten
offiziellen Präsentation der
gefiederten Drohnenjäger.
Die Adler sollen künftig
immer dann zum Einsatz
kommen, wenn die Polizei
Drohnen als potenzielle
Gefahr für die öffentliche
Sicherheit ansieht. Dies
könnte beispielsweise bei
Staatsbesuchen der Fall
sein
oder
wenn
die
Drohnen zu nah an Flughäfen heran fliegen.
Die Adler wurden seit Beginn vergangenen Jahres als Drohnenjäger erprobt. „Keiner der Adler
wurde dabei verletzt, aber von den Drohnen hat keine überlebt“, sagte Janus der
Nachrichtenagentur AFP. „Die Adler sehen die Drohnen als Beute an und schnappen sie sich in
der Luft. Dann landen sie dort, wo sie sich sicher fühlen - die Drohnen noch immer in den
Fängen.“ (APA)
2016-09-12 21:09 Tiroler Tageszeitung www.tt.com
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Nicht jeder steht auf Teilen | Hier wohnen die CarsharingMuffel
Teilen als Alternative zum
eigenen Auto! Carsharing
boomt in Deutschland, hat
bereits mehr als eine
Millionen Nutzer.
Seit zwei Jahren planen
die zweite Vorsitzende des
Vereins
„Taubermobil”
Dorothea Grebbin und ihre
Mitstreiter das Projekt. „Es
läuft alles ehrenamtlich”,
berichtet sie. „Wir mussten
erst einmal Partner finden,
Autos zur Verfügung stellen.”
► Die Zahl der Städte und Gemeinden, in denen sich Menschen Autos an fest installierten
Stationen teilen, stieg von 490 auf 537.
► Hinzu kommen 12 Städte, in denen es so genannte Freefloating-Angebote gibt, bei denen die
Autos in einem festen Geschäftsgebiet angemietet und abgestellt werden können.
Nur die ehrenamtlichen Carsharing-Initiativen können sich solche Strukturen leisten. Denn: Sie
brauchen keine hohe Auslastung ihrer Fahrzeuge, um profitabel zu sein.
Ausnahmen sind Carsharing-Anbieter, deren Autos von Firmen genutzt werden.
Die Zusage der Firmen habe den Start in Flensburg leicht gemacht, sagt eine Sprecherin. Der
Prozentsatz liege deutlich über dem an anderen Stationen. „Der Umsatz reichte aus, um sehr
schnell profitabel zu werden.”
Carsharing ist in Großstädten DAS Boom-Thema. Verkehrsminister Dobrindt will das AutoTeilen ab 2017 gesetzlich regeln und fördern.
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (46, CSU ) will das Teilen von Fahrzeugen weiter
fördern. Sein Plan: separate Parkflächen für Carsharing-Fahrzeuge ausweisen und diese von
Parkgebühren zu befreien. Das entsprechende Gesetz soll 2017 in Kraft treten.
Möglicher Erklärungsansatz: In Süddeutschland seien die Einkommen höher. Außerdem seien
auch viele Energiegenossenschaften an den Gründungen beteiligt. In Bruchsal (BadenWürttemberg) etwa ist der örtliche Energie- und Wasserversorger an einer Initiative zum Teilen
von Elektroautos beteiligt.
Das Vorzeigebeispiel des Verbands kommt aus Vaterstetten (Bayern). Vor 20 Jahren gegründet
hat die Initiative inzwischen 21 Autos und 330 Mitglieder.
Da oft ganze Familien „Mitglied“ sind besteht, seien insgesamt etwa 650 Menschen
fahrberechtigt. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung von Vaterstetten (23 000 Einwohner) sind
das mehr als zwei Prozent, so David Göhler vom Auto-Teiler.
Nach wie vor finden sich aber zwei Drittel der Carsharing-Angebot in Städten mit mehr als 50
000 Einwohnern. In den größeren Städten haben sich die Autohersteller und andere
kommerzielle Anbieter installiert.
► Die Bahn erreicht über ihr Flinkster-Netzwerk mit 30 regionalen Partnern an 1700 Stationen
rund 300 000 Kunden.
► Die nach Kunden-und Autozahlen größten Anbieter in Deutschland sind aber DriveNow, das
von BMW und dem Autovermieter Sixt ins Leben gerufen wurde, und die zum Daimler-Konzern
gehörende Firma Car2Go.
Beide setzen auf freies Carsharing ohne Stationen. Allerdings ist etwa Car2Go nur in sieben
Großstädten Deutschlands verfügbar.
Nach einem Jahr gebe es bereits über 20 000 Nutzer, sagte Marketing-Chefin Tina Müller
kürzlich der „Wirtschaftswoche”.
2016-09-12 21:04 Annika Grah www.bild.de
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Piraten: "Das Parlament hat mich radikaler gemacht"
Genau fünf Jahre ist es her, dass 15 Abgeordnete der Piratenpartei ins Berliner
Abgeordnetenhaus einzogen. Es war der größte Erfolg, den die Piraten je bei einer
Landtagswahl feiern sollten. Doch die Berliner Abgeordneten taten sich schwer. Schon im
Dezember 2011 griff die
neu gegründete Fraktion
wegen Streitereien auf eine
externe Mediation zurück.
Acht von 15 Abgeordneten
sind heute nicht mehr in
der Partei.
Die anderen müssen um
ihre Wiederwahl bangen:
Die
Umfragewerte
der
Piraten liegen vor der
Berlin-Wahl
am
18.
September
unter
der
Fünfprozenthürde. Wir haben die scheidenden Parlamentarier per E-Mail gefragt, was sie denn
so mitnehmen aus der Berufspolitik. Es war Ihnen freigestellt, ob sie auf unsere Fragen
antworten oder einen eigenen Text schreiben. Sieben haben zurückgemailt.
Der 32-Jährige ist seit 2014 Fraktionsvorsitzender. Delius ist
inzwischen aus der Partei aus- und der Linkspartei beigetreten. Seinen
Job im Abgeordnetenhaus hat er noch beendet, sich aber nicht um ein
neues Mandat beworben.
Das Parlament hat mich radikaler gemacht. Ich bin Sozialist geworden.
Meine Überzeugung von parlamentarischer Demokratie hat sich angesichts
des Personals noch verfestigt. Wir brauchen mehr Parlamentarier, die vor
Fakten, Konsequenzen und ihrer Aufgabe als Moderator von
Partikularinteressen nicht zurückweichen.
Stattdessen habe
ich erlebt, wie sich das vorhandene Personal sowohl inhaltlich als auch
in der Wahl der Worte regelmäßig zum Obst gemacht hat.
Wir als Fraktion haben eine führende Rolle bei der Aufarbeitung von Skandalen wie dem
Lageso, der Staatsoper und dem Flughafen BER
eingenommen. Für mich war der Vorsitz des Untersuchungsausschusses eine
große Herausforderung, mit der ich versucht habe, maximal Öffentlichkeit
für den Skandal zu schaffen und dem nächsten Parlament Erkenntnisse in
die Hand zu geben, die helfen, dass es besser wird. Weitere Erfolge sind
die Einführung von offenen Lehrmaterialien (OER) oder die Etablierung
einer Berliner Strategie zu Open Access in der Wissenschaft. Der bisher
besten Zeit meines politischen Lebens folgt jetzt eine neue Episode.
Sicher ist: Berlin und die Politik werden mich nie mehr ganz verlieren.
Der 32-Jährige war Fraktionsvorsitzender, trat 2014 aber schon aus
der Partei aus. Er arbeitete als Digitalstratege für den
Axel-Springer-Verlag. Zur aktuellen Wahl sagt er: "Mir wäre es wichtig,
dass die Piraten nicht noch einmal ins Abgeordnetenhaus einziehen. "
Geblieben seien dort nur die Opportunisten.
Was war Ihr größter Erfolg im Abgeordnetenhaus?
In der Charité gibt es jetzt eine Gewaltschutzambulanz , die den Opfern sexualisierter und
häuslicher Gewalt niederschwellig und rechtssicher hilft. Vor dem Verfassungsgerichtshof Berlin
erkämpfte ich mehr Rechte für Einzelabgeordnete, diese dürfen jetzt bei Akteneinsichten
Mitarbeiter mitnehmen. Kurz vor der Sommerpause konnten wir verhindern, dass es
flächendeckende Videoüberwachung am Alexanderplatz gibt. Ein Überblick über meine
parlamentarische Arbeit kann kostenlos auf der Seite der Piratenfraktion abgerufen werden.
Welche Versprechen konnten Sie nicht halten? Woran lag's?
Viele Bestandteile des Wahlprogramms 2011 konnten in der Tat nicht umgesetzt werden. Das
lag vor allem daran, dass die Piratenfraktion nicht Teil einer Regierungskoalition war, sondern
kleinste Oppositionsfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.
Was hat Sie am meisten überrascht an der parlamentarischen Arbeit im Abgeordnetenhaus?
Der niveaulose Umgang der Abgeordneten untereinander – in Ausschüssen und im Plenum.
Wie hat sich Ihr Bild von Politik verändert?
Kaum.
Was werden Sie nach Ende der Legislaturperiode machen?
Dinge. Möglicherweise sogar politische Dinge.
Parlamentarischer Geschäftsführer, Sprecher
für Haushalt und Finanzen. Auch Herberg hat die Partei gewechselt: Er
ist Gastmitglied der SPD.
Was war Ihr größter Erfolg im Abgeordnetenhaus?
Die
Parlamentsreform, welche die einzelnen Abgeordneten in ihren Rechten
gestärkt und mit den neuen Büros stärker in die Kieze gebracht hat.
Welche Versprechen konnten Sie nicht halten? Woran lag's?
Das
Versprechen von mehr direkter Demokratie konnte ich nicht halten. In
Zeiten von immer populistischeren Forderungen bin ich auch froh, dass die
Parlamente hier als Filter fungieren.
Was hat Sie am meisten überrascht an der parlamentarischen Arbeit im Abgeordnetenhaus?
Dass
in den Ausschüssen konstruktiv über Parteigrenzen hinweg für das Wohl
der Stadt gearbeitet wird, davon sieht man spätestens in der
Öffentlichkeitsarbeit dann aber nichts mehr.
Wie hat sich Ihr Bild von Politik verändert?
Politik
ist ein Knochenjob, bei dem man nie wirklich abschalten kann, auch nicht
am Wochenende. Strukturen, die Altparteien bieten, helfen hier enorm.
Die der Piraten dagegen waren eher belastend.
Was werden Sie nach Ende der Legislaturperiode machen?
Ich werde mein Studium beenden und Elternzeit nehmen.
Sprecher für Medienpolitik, Datenschutz und Informationsfreiheit. Auch er ist aus der
Piratenpartei aus- und der Linkspartei beigetreten.
Was war Ihr größter Erfolg im Abgeordnetenhaus?
Das Thema Informationsfreiheit stärker ins Bewusstsein der Berliner Politik gerückt zu haben.
Und dabei an einigen kleinen Stellen auch reale Veränderungen angestoßen zu haben.
Welche Versprechen konnten Sie nicht halten? Woran lag's?
Die Bindung an die Partei aufrechtzuerhalten. Weil ich letztlich ausgetreten bin – aus einer
Partei, die wenig mit der zu tun hatte, der ich mal das Versprechen gab.
Was hat Sie am meisten überrascht an der parlamentarischen Arbeit im Abgeordnetenhaus?
Wie viel letztlich vom Engagement von Einzelpersonen abhängen kann.
Wie hat sich Ihr Bild von Politik verändert?
Weniger, als man erwarten könnte. Sagen wir: Ein etwas besseres Verständnis dafür, wie
bestimmte strukturelle Zwänge in der Praxis aussehen, und damit vielleicht mehr Empathie für
Politiker.
Was werden Sie nach Ende der Legislaturperiode machen?
Noch keine konkreten Pläne. Aber mich gar nicht mehr politisch zu betätigen, kann ich mir
jedenfalls kaum noch vorstellen.
2016-09-12 21:01 ZEIT ONLINE www.zeit.de
39 /100
Trump eröffnet Luxushotel in der Nähe zum Weißen Haus
- Bürgerrechtler protestieren
Knapp zwei Monate vor der
US-Präsidentschaftswahl
hat der republikanische
Kandidat Donald Trump
unweit vom Weißen Haus
in Washington ein neues
Luxus-Hotel eröffnet. Der
Eigentümer
eines
milliardenschweren
Immobilien-Imperiums kam
am Montag unangemeldet
für ein Gruppenfoto mit den
Angestellten in das "Trump
International Hotel". Dieses
wurde in einem historischen Postamt an der Pennsylvania Avenue eingerichtet, zu dem ein
rund einhundert Meter hoher Turm gehört.
Das Hotel liegt nur einige hundert Meter vom Weißen Haus entfernt, dem Amtssitz des USPräsidenten. Trump hatte 2012 einen 60-jährigen Nutzungsvertrag für das Postamt
abgeschlossen und investierte rund 200 Millionen Dollar (178 Millionen Euro) in das Projekt.
Mehrere Bürgerrechtsorganisationen haben gegen die Eröffnung demonstriert. Sie trugen
Schilder mit Aufschriften wie „Nein zu Trump“ und „Steh' auf gegen Rassismus“. Vor dem
Gebäude versammelten sich rund zwei Dutzend Demonstranten.
Hotelgäste werden nach Informationen der "New York Times" pro Nacht mit mindestens 700
Dollar zur Kasse gebeten. Die 600-Quadratmeter-Suite "Trump Townhouse", die über einen
Speisesaal mit 24 Plätzen verfügt, solle 18.750 Dollar kosten - und rund um die Amtseinführung
des künftigen Präsidenten im Januar 2017 dann 100.000 Dollar die Nacht. Womöglich heißt der
neue Präsident dann Donald Trump, der populistische Milliardär ist der Kandidat der
Republikaner. Er tritt gegen Ex-Außenministerin Hillary Clinton an, die sich bei den Demokraten
durchgesetzt hat.
Trumps provokative Äußerungen über Flüchtlinge und Muslime hatten zur Folge, dass die
bekannten Spitzenköche José Andrés und Geoffrey Zakarian auf ihre Anstellung im "Trump
International Hotel" in Washington verzichteten. Der Streit soll nun vor Gericht ausgetragen
werden. (AFP/dpa)
2016-09-12 20:56 www.tagesspiegel.de
40 /100
Kein Amt unter dieser Nummer
In
CharlottenburgWilmersdorf
jagt
ein
Bauprojekt das nächste ,
doch im personell knapp
besetzten Bauamt hakt es
oft. Schon 2015 hatten
Architekten
beklagt,
Gesprächstermine
für
sogenannte
Bauberatungen kaum noch
zu erhalten. Dies habe sich
durch
eine
personelle
Verstärkung
verbessert,
hieß es später aus dem
Bezirksamt. Doch nun gibt es neue Beschwerden.
Wer in der Unteren Denkmalschutzbehörde anruft, hört die Ansage, das Amt sei „bis auf
Weiteres nicht besetzt“. In manchen Büros der Bauaufsicht verkündet ein Anrufbeantworter,
„aufgrund besonderer innerbetrieblicher Umstände“ seien mehrere Mitarbeiter auf
„unbestimmte Zeit nicht erreichbar“.
Was geht da vor? Dem Vernehmen nach sind die zwei Sachbearbeiterinnen der
Denkmalschutzbehörde seit Ende Mai krankgeschrieben. Es gebe hunderte unbearbeitete
Anträge, hat ein Anwalt gehört. Er vertritt Wirte, die das japanische Lokal Kuchi im Baudenkmal
an der Kantstraße 135-136 umgestalten wollen. In der Nähe ist auch ein Wohnungsprojekt in
Altbauten betroffen.
Baustadtrat Marc Schulte (SPD) nennt aus „datenschutzrechtlichen Gründen“ keine Details zur
personellen Situation im Denkmalamt. In den nächsten Wochen werde sich die Lage aber durch
eine dritte Planstelle entspannen. Diese habe sich der Bezirk lange gewünscht und der Senat
nun endlich bewilligt.
Bis dahin blieben Akten nicht liegen, sondern würden „sehr wohl gesichtet“, betont Schulte. Für
„einfache Dinge“ habe er selbst schon Erlaubnisse erteilt. In schwierigeren Fällen rate man
Antragstellern, sich ans Landesdenkmalamt zu wenden, das mit aushelfe. Im Bezirk „können wir
nicht irgendwelche Vertretungen organisieren“, sagt der Stadtrat, dafür sei die Materie zu
kompliziert.
Bei der Bauaufsicht sind einzelne, für bestimmte Kieze zuständige Mitarbeiter
krankgeschrieben. Laut Schulte ist dies eine Folge der Schadstoffbelastung im Dienstgebäude
am Hohenzollerndamm. Dort wurden im Juni fünf Büros geräumt , weil aus dem Dach die giftige
und krebsverdächtige Chemikalie Naphthalin strömt. Akten aus jenen Büros rührt derzeit
niemand an – wegen der Sorge, das Papier könnte kontaminiert sein. Dies werde gerade
untersucht, sagt Schulte. Wer nicht bis zum Ergebnis warten wolle, könne die Akten neu als
Kopien einreichen. Das halten aber nicht alle Architekten für praktikabel, vor allem, wenn es um
handgefertigte Planzeichnungen geht.
2016-09-12 20:44 Cay Dobberke www.tagesspiegel.de
41 /100
Mieterbund will Verschärfung der Mietpreisbremse
Die Vermieter in den
deutschen
Großstädten
kümmern sich nicht um die
Mietpreisbremse. Obwohl
das Gesetz eigentlich die
Vermietung frei werdender
Wohnungen
nur
zum
ortsüblichen
Preis
(Mietspiegel plus zehn
Prozent) zulässt, zeigen
zwei
unabhängig
voneinander
erstellte
Studien im Auftrag des
Deutschen Mieterbundes,
dass auf Internetportalen Wohnungen in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt am Main für
30 bis 50 Prozent mehr Miete angeboten werden, als das Gesetz es zulässt.
„Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie jetzt etwas tut“, sagte Mieterbund-Direktor
Lukas Siebenkotten – und forderte eine Verschärfung des wirkungslosen Gesetzes im Kampf
gegen Spekulationen auf den heiß gelaufenen Wohnungsmärkten in Deutschland. Weil deren
Bevölkerung seit Jahren stark steigt – in Berlin allein im vergangenen Jahr um rund 50000
Einwohner – und bei weitem nicht genügend Wohnungen für die vielen neuen Haushalte
gebaut werden, haben Vermieter es leicht, hohe Mietpreise durchzusetzen.
Schuld daran sei ein löchriges Gesetzeswerk, die Mietpreisbremse eben, mit zu vielen
Ausnahmen, sagt der Mieterbund. Denn wer eine Wohnung bereits teuer vermietet hatte, bevor
die Mietpreisbremse in Kraft trat, kann den überhöhten Preis bei der Wiedervermietung erneut
verlangen. Zudem können die Mieter nur unter Mühen herausfinden, wie viel Miete ihr
Vorgänger bezahlt hatte - und deshalb gehen nur wenige gegen hohe Mieten vor. Der
Mieterbund verlangt deshalb eine Pflicht zur Offenlegung. „Nachschärfen“ müsse der Bund
auch das Wirtschaftsstrafgesetz, damit Bußgelder tatsächlich verhängt werden können, wenn
Vermieter 20 Prozent mehr Miete als ortsüblich verlangten. So hofft der Mieterbund das
Bewusstsein zu schärfen, so dass ein Aushebeln der Mietpreisbremse nicht folgenlos bleibe.
Noch ist davon allerdings nichts zu erkennen: Fast neun von zehn angebotenen Immobilien
werden auf Immobilienportalen über dem laut Mietpreisbremse Zulässigen angeboten, so die
Forscher des privaten Forschungs- und Beratungsinstitutes RegioKontext. Dessen Chef Arnt
von Bodelschwingh sagt: „Die Mietpreisbremse greift nicht.“ Knapp zehn Euro je Quadratmeter
verlangen Vermieter für freie Wohnungen in Berlin im Durchschnitt, ermittelte das Institut für
soziale Stadtentwicklung (Ifss). Das sind 34 Prozent mehr als zulässig. In München
überschreiten 17 Prozent der Angebote die Mietpreisbremse, in Hamburg 15 und in Frankfurt
acht Prozent. „Die Rechtsvorschrift greift nicht, kommt nicht an bei Anwendern oder sie wird
missachtet“, sagte Ifss-Chef Armin Hentschel.
Den Studien zufolge überstiegen in mehr als 100000 Fällen die geforderten Mieten die
Obergrenzen der Mietpreisbremse um 28,7 Prozent bis 49,3 Prozent. Die neuen Mieter müssen
2,75 bis 4,47 Euro je Quadratmeter und Monat mehr bezahlen, als es laut Mietpreisbremse
zulässig wäre. Dabei haben die Forscher frisch sanierte Altbauten sowie neu errichtete
Neubauten, die erstmals vermietet werden, aus ihren Berechnungen herausgenommen. In
beiden Fällen greift das Gesetz nämlich nicht. Unklar ist, in wie vielen Fällen die frühere Miete
bereits so hoch war wie beim Inserat für die Neuvermietung.
Im Berliner Wahlkampf sind die hohen Mieten, der Wohnungsmangel und was die Parteien
dagegen unternehmen wollen, eines der großen Themen. Auf eine Verschärfung der
Mietpreisbremse drängt die Berliner SPD bei ihrem Genossen Justizminister Heiko Maas. Die
CDU hält sich bedeckt und schlägt stattdessen finanzielle Hilfen des Senats beim Erwerb von
Wohneigentum für Haushalte mit geringen Einkommen vor. Einig sind sich SPD und CDU darin,
dass „share deals“ verboten werden sollen, mit denen Unternehmen Wohnungsbestände unter
Umgehung von Grunderwerbsteuern handeln. Dieses Thema brachte der Regierende
Bürgermeister Michael Müller jüngst erneut auf.
Die Zukunft des Wohnungsbaus war am Montag auch Thema bei einem Forum, zu dem der
Hauptverband der Deutschen Bauindustrie gemeinsam mit der Fachgemeinschaft Bau und dem
Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsbauunternehmen (BBU) Vertreter aus Politik und
Wirtschaft nach Dahlem geladen hatte. „Wir benötigen in Berlin 20000 neue Wohnungen pro
Jahr“, sagte Marcus Becker, Vizepräsident des Bauindustrie-Hauptverbandes. Tatsächlich
entstünde in der Stadt derzeit aber nur halb so viel Wohnraum. Berlins Politiker gehen offenbar
schon heute davon aus, dass die Problematik nicht in der Hauptstadt allein zu lösen sein wird.
Die Kooperation mit dem benachbarten Brandenburg werde mit Blick auf das Wohnen eine
deutlich größere Rolle als bisher spielen, sagte Berlins Bausenator Andreas Geisel (SPD). Er
rechnet damit, dass in absehbarer Zeit immer mehr Menschen im Umland wohnen und zur
Ausübung ihres Berufs in die Hauptstadt pendeln. „Die Metropolregion wird mit Blick aufs
Wohnen künftig ausschlaggebend sein“, sagte Geisel. Nach Schätzungen könnten den
Hauptstädtern durch die Erschließung von Wohnraum im sogenannten Speckgürtel pro Jahr
5000 Wohnungen zusätzlich zur Verfügung stehen.
Allerdings müsse der Senat die Verkehrsinfrastruktur nach Berlin ausbauen, um entsprechende
Überlegungen bürgerfreundlich umzusetzen, forderte Katrin Lompscher, baupolitische
Sprecherin der Linken im Abgeordnetenhaus. Aus ihrer Sicht gehört es zu den wesentlichen
Aufgaben des künftigen Berliner Senats, die Wohnungspolitik nicht nur auf zahlungskräftige
Investoren, sondern auch auf sozial Schwache auszurichten. So fordert Lompscher, in Zukunft
ein Viertel aller Mietwohnungen in der Stadt preisgebunden für Menschen mit wenig
Einkommen vorzuhalten. Auch müsse die Politik dafür sorgen, dass die soziale Durchmischung
in den Kiezen stimme. „Wir brauchen Quartiere, in denen Leute mit kleinen, mittleren und
großen Einkommen zusammenwohnen“, forderte auch der Grünen-Politiker Andreas Otto, der
im Abgeordnetenhaus den Ausschuss für Bauen, Wohnen und Mieten leitet.
Für Jörn von der Lieth, Geschäftsführer des evangelischen Immobilienunternehmens HilfswerkSiedlung, muss die Politik der Wohnungsnot in der Hauptstadt unter anderem durch den Bau
von kleineren Wohnungen begegnen und appellierte für mehr Verteilungsgerechtigkeit. In
Städten wie Paris und Mailand gehörten kleine Wohnungen bereits heute zum Standard. Als
adäquate Beispiele nannte er Drei-Zimmer-Wohnungen à 60 Quadratmeter und eine
Zweiraumwohnung à 40 Quadratmeter.
2016-09-12 20:42 Ralf Schönball www.tagesspiegel.de
42 /100
Diffamierungsklage gegen "Charlie Hebdo"
Nach
umstrittenen
Karikaturen zu den Opfern
des jüngsten Erdbebens in
Mittelitalien hat der schwer
zerstörte Ort Amatrice eine
Diffamierungsklage gegen
"Charlie
Hebdo"
eingereicht.
Die
Zeichnungen
der
französischen
SatireZeitung
stellten
eine
"unfassbare, törichte und
makabere Schmähung der
Opfer
einer
Naturkatastrophe" dar, zitierten italienischen Medien am Montag den Anwalt der kleinen
Berggemeinde, Mario Cicchetti.
Wenige Tage nach dem verheerenden Beben vom 24. August, bei dem 295 Menschen ums
Leben kamen, hatte "Charlie Hebdo" eine Zeichnung des Karikaturisten Felix veröffentlicht, die
unter dem Titel "Erdbeben nach italienischer Art" Opfer als Nudelgerichte darstellte: Ein blutiges
Opfer nannte er 'Penne mit Tomatensauce', ein weiteres fungierte als 'mit Käse überbackene
Penne', und als 'Lasagne' bezeichnet er mehrere Opfer die unter den Schichten ihrer
eingestürzten Häuser begraben sind.
Nach wütenden Protesten in den sozialen Netzwerken, den italienischen Medien und von
Justizminister Andrea Orlando reagierte die "Charlie Hebdo"-Zeichnerin Coco mit einer
weiteren Karikatur, in der eine unter Trümmern begrabene Frau den Italienern zuruft: "Nicht
'Charlie Hebdo' baut Eure Häuser, sondern die Mafia". Im Auftrag von Amatrice soll die
Staatsanwaltschaft von Rieti nun prüfen, ob es sich bei der Veröffentlichung der Karikaturen um
ein Vergehen handelt oder nicht. ( mit AFP )
2016-09-12 20:36 Joachim Huber www.tagesspiegel.de
43 /100
Alte Fehler, neue Pläne
70.000 landeseigene Wohnungen, die größte Wohnungsbaugesellschaft – verkauft für 405
Millionen Euro: Klaus Lederer, der Spitzenkandidat der Linken , hat sich selbstkritisch über die
Privatisierung unter Rot-Rot im Jahr 2004 geäußert. „Ja, es war ein Fehler“, sagte er beim
Tagesspiegel-Wahlforum am Montagabend. In Anbetracht der prekären Haushaltslage habe
man damals kaum eine andere Möglichkeit gesehen. „Wir standen mit dem Rücken zu Wand.“
Sechs Tage vor der Abgeordnetenhauswahl warb Lederer im Gespräch mit
Landespolitikredakteurin Sabine Beikler und dem Ressortleiter Berlin-Brandenburg, Robert Ide,
noch einmal für die Inhalte seiner Partei. Er sprach sich dafür aus, den Wohnungsbestand in der
öffentlichen
Hand
auszubauen
und
die
Kapitalausstattung
der
Wohnungsbaugesellschaften zu vergrößern. „Bauen, aber dauerhaft mietpreisgebundenen
Wohnraum“, das sei seine Forderung.
Lederer kritisierte die Politik von Bausenator Andreas Geisel und sprach von „Bigotterie und
Verlogenheit“. Als Beispiel nannte er etwa Geisels Entscheidung, den Investor am Leipziger
Platz von der Verpflichtung zum Wohnungsbau freizustellen – angeblich weil es dort zu laut sei.
Gleichzeitig werde den Menschen auf der Fischerinsel – „dieselbe Straße, derselbe Verkehr“ –
vom Bausenator ein umstrittenes Hochhausprojekt „vor die Tür geknallt“. Da verstehe er den
Ärger der Leute, sagte Lederer. „Die Stadt lässt sich im Jahr 2016 nicht mehr per Basta und von
oben regieren.“
Über Michael Müller, seinen möglichen Koalitionspartner, äußerte Lederer sich ebenfalls
kritisch. Dieser sei zwar umgänglich, aber eben auch „durch die SPD-Schule gegangen“. Müller
falle es schwer zu erkennen, dass die „gefühlten 40 Prozent“, die die Partei hinter sich habe, mit
der Realität nicht in Einklang zu bringen seien. Aber durch Volksentscheide zu Tempelhofer
Feld, Wasser oder Mieten hätten die Bürger bei Müller einen Lernprozess in Gang gesetzt. „Die
Berliner sind in der Lage, der SPD Botschaften zu senden – manchmal kommen diese sogar
an.“
In Sachen Umgang mit der AfD plädierte Lederer für eine rationale und pragmatische
Herangehensweise. Obwohl es Wähler gebe, die nun von der Linken zur AfD abwanderten,
existierten keinerlei Überschneidungen. „Die AfD ist eine rechte, in Teilen rechtsextreme Partei.
Die Linke ist eine linke Partei.“ Die beiden Parteien stünden in nahezu allen Fragen an
entgegengesetzten Punkten des politischen Spektrums. Lederer sieht keinen Grund, deshalb
seine Politik zu ändern. „Soll ich denn jetzt anfangen, völkisch-rassistischen Ressentiments
nach dem Mund zu reden, um drei Prozent mehr zu bekommen? Das ist doch inakzeptabel.“
Klaus Lederer sprach auch über die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Er habe nichts gegen
Angela Merkels Satz „Wir schaffen das“. Er finde die Geste anständig und menschlich. Aber die
Regierung habe nicht genug dafür getan, „dass die Kommunen, Länder und diejenigen, die
jetzt mit Flüchtlingen in der Konkurrenz um billigen Wohnraum und Jobs stehen, in die Lage
versetzt werden, das zu schaffen.“ Merkels Geste sei nur zu akzeptieren, „wenn nicht die Kosten
im unteren Teil der Gesellschaft hängen bleiben.“
Gefragt nach Plänen für das Schulsystem, plädierte Lederer für die „Entkoppelung von sozialer
Herkunft und Bildungserfolg“. Er befürwortet eine Gemeinschaftsschule, an der alle zusammen
lernen und alle das Abitur erreichen können. Je nach sozialem Status müsse die Unterstützung
geboten werden, die notwendig sei. Das Gymnasium abschaffen will er dafür aber nicht. Die
Gemeinschaftsschule müsse sich erst als das bessere Modell erweisen.
Als eines der langfristigen Ziele seiner Politik skizzierte Lederer das System eines
fahrscheinlosen Nahverkehrs, der solidarisch finanziert werde. „Bevor ich das durchsetzen
kann, muss der öffentliche Nahverkehr aber verlässlicher sein, barrierefrei und es müssen die
Außenbezirke besser angebunden werden.“ Kurzfristig will Lederer, dass langsam die
Fahrpreise gesenkt werden, dass das Sozialticket nicht 36, sondern 25 Euro kostet und dass
Hartz-IV-Empfänger Einzelfahrscheine kaufen können, die ebenfalls ermäßigt sind. Seine
Vision ist klar: „Im Jahr 2050 wird der individuelle Nahverkehr nur noch eine Randrolle spielen.“
Mehrmals betonte Lederer, wie wichtig es sei, dass Bürger bei wichtigen Entscheidungen
eingebunden werden. „Wenn man die Leute nicht außen vor lässt, ist die Akzeptanz auch
höher.“ Das darf als Botschaft an seine möglichen Koalitionspartner verstanden werden.
2016-09-12 20:35 Maria Fiedler www.tagesspiegel.de
44 /100
Die USA als Erfüllungsgehilfen Assads?
Die
Regeln
für
die
Waffenruhe
sind
so
kompliziert,
dass
sie
eigentlich scheitern muss.
Ein Beispiel ist die NusraFront. Behandle die USA
diese
als
Terrormiliz,
mache sie sich zum
Erfüllungsgehilfen Assads.
Ganz sicher wird es
Rückschläge
und
Querschüsse geben, die
die Waffenruhe in Frage
stellen, denn das russisch-amerikanische Übereinkommen ist so kompliziert, dass es eigentlich
scheitern muss.
Nur ein Beispiel: Wenn es, das sagte US-Außenminister John Kerry, "eine echte Verringerung
von Gewalt" gibt, dann wollen die USA und Russland nach sieben Tagen eine gemeinsame
Einsatzzentrale einrichten, Terroristen "identifizieren" und koordiniert gegen sie vorgehen.
Den "Islamischen Staat" sieht fast jeder als Terrorgruppe, aber die Dschabhat Fatah al Scham?
Über sie gehen die Meinungen weit auseinander. Dschabhat Fatah al Scham, die frühere
Nusra-Front, war zu Beginn des Krieges in Syrien ein kleiner Haufen von Islamisten, die Al
Kaida nahestanden.
Damals hatten unter anderem die USA immer wieder erklärt, sie würden die "moderate" Freie
Syrische Armee (FSA) in deren Kampf gegen das Regime von Bashar al Assad unterstützen,
was sie allerdings nicht einmal halbherzig taten. Im Laufe der Jahre gingen viele FSA-Kämpfer
zur Nusra-Front, die aus dunklen Kanälen echte Unterstützung erhielt.
Auf diese Weise wuchs die Nusra, die heutige Jabhat Fattah al Sham. Heute ist die die führende
Kraft im Kampf um Aleppo gegen die Regimetreuen. Ihr zur Seite stehen mehr als ein Dutzend
andere Rebellen-Milizen. Manche gelten als moderat. Die wollen die USA binnen sieben Tagen
überzeugen, sich von der Ex-Nusra zu distanzieren, damit amerikanische und russische
Kampfjets die "Terroristen" in Ruhe bombardieren können? Das dürfte schwer werden.
Schwerer dürfte es nur noch sein, die breite Bevölkerung davon zu überzeugen. Die Führung
der Ex-Nusra mag der Ideologie von Al Kaida immer noch nahestehen. Ihre durchschnittlichen
Kämpfer hingegen sind eher durchschnittliche Syrer, die in der durchschnittlichen Bevölkerung
verankert sind.
Man muss sich das noch einmal klar machen: Erst unterstützen die USA so genannte moderate
Milizionäre nicht und treiben sie damit in die Arme von islamistischen Terroristen. Dann erklären
die USA alle Nusra-Kämpfer per se zu Terroristen und wollen sie jetzt, koordiniert mit Russland,
bombardieren.
Präsident Assad dürfte sich ins Fäustchen lachen: Seit fünf Jahren bekriegt er große Teile der
eigenen Bevölkerung, sagt aber immer, dass er nur "Terroristen" bekämpfe. Wenn nun die
Waffenruhe tatsächlich halten sollte, dann könnten die USA zu Erfüllungsgehilfen Assads
werden.
2016-09-12 20:30 tagesschau.de www.tagesschau.de
45 /100
Trotz Insolvenz: Sinn Leffers in Krefeld bleibt geöffnet
Die Nachricht sorgte Montagabend
überregional für Wirbel: Die
Modekette Sinn Leffers, die seit
2013 zum Modehändler Wöhrl
gehört, ist zahlungsunfähig und hat
einen Insolvenzantrag gestellt.
Bei
der
Einordnung
dieser
Nachricht zeigte sich am Montag
der
Leiter
der
gerade
wiedereröffneten Krefelder Filiale,
Ercüment Ak, beruhigend und
optimistisch: "Der Geschäftsbetrieb
wird ganz normal weitergehen,
und es wird auch keine Entlassungen geben", sagte er Montagabend unserer Redaktion. Die
Insolvenz ordnet Ak in einen Sanierungsprozess ein, der im Grunde seit 2013/2014 laufe, als
Wöhrl Sinn Leffers übernahm und eine Phase der Zusammenführung begann. Auch Wöhrl hat
einen Insolvenzantrag gestellt.
Die Sinn Leffers-Zentrale erklärte Montag: "Um die SinnLeffers GmbH dauerhaft
wettbewerbsfähig positionieren zu können, ist eine leistungs- und finanzwirtschaftliche
Sanierung im Wege eines gesteuerten Insolvenzplanverfahrens in Eigenverwaltung
erforderlich. " Bei diesem Verfahren behält die Geschäftsführung weitgehende Befugnisse; Ziel
ist die Rettung, nicht die Abwicklung des Unternehmens.
Großteil der Arbeitsplätze bleibt wohl erhalten
Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Göbel sagte: "Wir sind überzeugt, dass durch die
Eigenverwaltung der Fortbestand der SinnLeffers GmbH gesichert ist und der Großteil der
vorhandenen Arbeitsplätze erhalten werden kann. "
Filialleiter Ak zeigte sich zuversichtlich, dass das Krefelder Haus diese Stürme überstehen wird.
"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, was die Zukunftsfähigkeit des Krefelder Hauses
angeht. Wir haben uns neu aufgestellt, unser Haus ist grundlegend modernisiert. "
Eine Schließung wäre eine böse Ironie: In den vergangenen sieben Monaten sind in Umbau
und Kernsanierung des Krefelder Hauses knapp zehn Millionen Euro investiert worden. Den
Hauptteil hat der Eigentümer, das Immobilienunternehmen AEW, getragen.
2016-09-13 00:26 Jens Voss www.rp-online.de
46 /100
Wie sich die AfD nach rechts außen vernetzt
Seriös, ja fast staatstragend
kam die Berliner AfD in den
letzten Monaten daher.
Reißerische Parolen hörte
man selten – die Partei gibt
sich
bürgerlich.
Eine
Veröffentlichung
des
Vereins Apabiz zeigt jetzt
aber
„personelle
Verknüpfungen
zu
Neonazis und langjährigen
extrem
rechten
Netzwerken“. Am Montag
veröffentlicht die Initiative ,
die seit Jahren die extreme Rechte in Deutschland beobachtet, eine Analyse mit dem Titel „Das
rechte Netzwerk der Berliner AfD“.
Zu diesen Netzwerken zählen die Autoren Vera Henßler und Frank Metzger unter anderem die
Identitäre Bewegung und den Berliner Pegida-Ableger Bärgida. Wie diese Verbindungen von
der AfD-Landesspitze teilweise geduldet oder sogar geleugnet würden, „halte ich schon für
skandalös“, sagt Henßler. Sie stellt aber auch fest, dass „etliche Funktionäre“ aus etablierten
Parteien, insbesondere der CDU und der FDP, zur AfD Berlin gestoßen sind – und der
Landesverband deshalb „vergleichsweise eher heterogen zusammengesetzt“ sei.
Zu den Personen, die die Autoren auflisten, gehört Heribert Eisenhardt, der für die AfD für die
Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung kandidiert. Er trat in der Vergangenheit als
Redner und Pressesprecher bei den rechten Bärgida-Demonstrationen in Erscheinung. Gegen
ihn läuft bei der AfD schon seit Längerem ein Parteiausschlussverfahren – das Schiedsgericht
der Partei hat allerdings immer noch nicht in der Sache entschieden. Hendrik Pauli, der
Schatzmeister der AfD in Neukölln, nimmt ebenfalls regelmäßig an Demonstrationen von
Bärgida teil. „ Es ist sein Recht, Demonstrationen zu besuchen , auch wenn die nicht 100prozentig auf Parteilinie sind. Er ist ja kein Organisator", sagt Ronald Gläser, Pressesprecher
der Berliner AfD.
Kay Nerstheimer, der in Lichtenberg für die AfD sowohl für das Abgeordnetenhaus als auch für
die BVV antritt, steht auch auf der Liste von Apabiz. Er trat im Internet als Berliner Chef der
German Defence League auf, die vom Bremer Verfassungsschutz als rechtsextremistisch und
islamfeindlich eingestuft wird. Nerstheimer kündigte an, die Organisation zur Miliz ausbauen zu
wollen. Bei der AfD prüft man gegen ihn ein Ordnungsverfahren, aber keinen Parteiausschluss.
Jannik Brämer, Vorstandsmitglied der AfD-Jugendorganisation Jungen Alternative , der für die
BVV in Charlottenburg-Wilmersdorf antritt, engagierte sich in der Vergangenheit für die vom
Verfassungsschutz beobachtete „Identitäre Bewegung“. Gegen sie gibt es bei der AfD einen
Unvereinbarkeitsbeschluss. Brämers Engagement „sehe die Partei nicht gerne“, sagt Gläser.
Für die AfD strebt zudem Staatsanwalt Matthias Bath in die BVV Reinickendorf. Bath war in den
1990er Jahren bei den „Republikanern“ und beim ebenfalls rechtsextremen Hoffmann-vonFallersleben-Bildungwerk aktiv.
2016-09-12 20:14 Maria Fiedler www.tagesspiegel.de
47 /100
Flüchtlingsunterkünfte:
Hilfsindustrie
Der
kurze
Boom
der
Vor einem Jahr meldete
eine deutsche Stadt nach
der anderen, dass sie
überfordert ist. Mehr und
mehr Flüchtlinge wurden
den
Kommunen
zugewiesen
,
die
Verwaltungen
wussten
nicht, wie sie Schlafplätze
bereitstellen sollten. Die
Bürgermeister
wandten
sich an Hilfsorganisationen
und Hotels auf der Suche
nach Hilfe. Und die Hilfe
kam. Aber woher eigentlich?
Der Markt für Flüchtlingsunterbringung hat sich schon vor der akuten Situation im vergangenen
Jahr in vier Segmente aufgeteilt: Erstens gibt es die Hilfsorganisationen, unter ihnen ist das
Deutsche Rote Kreuz (DRK) der größte Anbieter. Zweitens haben eine Reihe von Hoteliers ihre
Betriebe umgewidmet und unterhalten in ihren Räumen nun ein Flüchtlingsheim. Drittens gibt
es private Betreiber, der größte heißt European Homecare. Viertens sind es die Städte selbst,
die Unterkünfte betreiben.
Große Städte haben über die Monate verschiedene Erfahrungen mit den Betreibern ihrer
Unterkünfte gemacht. Kaum jemand will schlecht über die Kooperationspartner sprechen, aber
ein mit Flüchtlingsarbeit befasster Stadtangestellter sagt: "Es kommt darauf an, dass sich ein
Betreiber nicht überschätzt. " Denn das ist es, was die Kommunen auf dem Höhepunkt der
Flüchtlingskrise am meisten brauchten: Verlässlichkeit.
Viele fanden diese Verlässlichkeit beim DRK. "Wir sind mit Abstand der größte Akteur in diesem
Markt", sagt der Sprecher des Verbandes. Etwa 140.000 Menschen brachte die
Hilfsorganisation zwischenzeitig unter, an 490 Orten in ganz Deutschland. Das große Plus des
DRK: Es ist auf Katastrophenfälle und Evakuierungen vorbereitet, vieles überschneidet sich mit
dem Flüchtlingsgeschäft. Was das DRK sonst vor allem nach Überflutungen oder Erdbeben
aufbaut, lieferte es nun in deutsche Städte.
Dabei half auch die internationale Vernetzung. Rotkreuz-Organisationen aus den USA und
Kanada spendeten Toiletten und Duschcontainer. Die Flüchtlingsaufgaben ließen das DRK
merklich anwachsen: 5.000 zusätzliche Mitarbeiter wurden vorübergehend eingestellt. Eine
große Zahl, die man aber ins Verhältnis setzen muss zu den über 150.000 Hauptamtlichen, die
für die unterschiedlichen DRK-Verbände arbeiten. In Sachsen brachte das DRK zwischenzeitig
90 Prozent aller Flüchtlinge unter.
Schwer zu überschauen ist, wie viele Hotels mit Flüchtlingen belegt wurden. Große Städte
setzen auf einen Mix aus unterschiedlichen Unterbringungen, Hotels wurden dann
herangezogen, wenn es geeignete gab. Das Belegen von regulären Hotelbetten war dabei
wohl die Ausnahme. Häufiger kam es vor, dass Besitzer von schlecht laufenden Hotels ihre
Betriebe umwidmeten und selbst in das Flüchtlingsgeschäft einstiegen. "In der Regel handelte
es sich dabei um zuvor leerstehende Hotelimmobilien oder um Saisonbetriebe", heißt es beim
Branchenverband Dehoga.
Eine solche Umwidmung nahm auch die Familie Korte vor, allerdings schon vor über 20 Jahren.
Damals besaß die Familie Hotels in Nordhessen und öffnete sie für Spätaussiedler aus dem
Osten. Daraus entstand die Firma European Homecare, der größte private Anbieter für
Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland. Ende 2014 hatte das Unternehmen 7.600 Asylbewerber
untergebracht. Im Herbst des letzten Jahres meldeten sich in der Not Hunderte Städte bei
European Homecare. Zwischenzeitig versorgte das Unternehmen 20.000 Menschen, hatte sich
also fast verdreifacht. Andere Betreiber heißen etwa Albatros, Tamaja oder Human Care.
Manche kommen aus dem Tourismus, andere sind soziale Dienstleister.
2016-09-12 20:14 ZEIT ONLINE www.zeit.de
48 /100
SEK tasert Mann am Alexanderplatz
Ein Mann mit freiem
Oberkörper
stand
Montagnachmittag plötzlich
auf dem Brunnen der
Völkerfreundschaft auf dem
Alexanderplatz.
In
der
Hand
hielt
er
einen
abgebrochenen
Flaschenhals, er drohte
sich selbst zu verletzten,
würden seine Forderungen
nicht erfüllt. Er fügte sich
auch Schnittverletzungen
am Oberkörper zu. Was
genau der Mann wollte, konnte die Berliner Polizei am Montagabend noch nicht sagen. Es sei
jedoch um sein Asylverfahren gegangen, heißt es, der Mann sei aus Ägypten. Rund um den
Brunnen versammelten sich hunderte Gaffer.
Polizeibeamte, Verhandler und das SEK versuchten den Mann dazu zu bewegen, von dem
Brunnen herunterzukommen. Die Feuerwehr drehte die Wasserversorgung ab und stellte eine
Drehleiter bereit. Erste Versuche scheiterten, nach einer Weile stieg der Mann dann freiwillig
herunter.
Wieder am Boden, weigerte er sich jedoch, den abgebrochenen Flaschenhals wegzulegen. Er
drohte weiter damit, sich zu verletzen. Daraufhin nutzte ein SEK-Beamter seinen Taser, um den
Mann außer Gefecht zu setzen. Der Einsatz dauerte rund zwei Stunden. Der Mann befindet sich
zurzeit in einem Krankenhaus, dort soll auch eine psychologische Untersuchung stattfinden.
Der Einsatz des Tasers steht nicht im Zusammenhang mit der geplanten Testphase für die
umstrittenen Elektroschock-Distanzwaffen in Mitte und Neukölln.
Das SEK hat Taser inzwischen bereits seit 15 Jahren im Einsatz. Innensenator Frank Henkel
(CDU) hatte vor zwei Wochen im Wahlkampf gefordert, dass auch Streifenpolizisten einen Taser
am Gürtel tragen sollen. Spätestens seitdem ein Beamter im Juni 2013 einen geistig verwirrten,
bewaffneten Mann im Neptunbrunnen in Mitte erschoss , wird die politische Debatte um die
Anschaffung der Taser geführt – auch im Kontext des sehr schlechten Zustands der Berliner
Schießstände, an denen Polizisten üben.
Erst Ende August s choss eine Beamtin einem randalierenden Mann in Hellersdorf in die Brust.
Der Innensenator befürwortet den Einsatz der nicht-tödlichen Waffe schon länger.
Auch die Polizeigewerkschaften GdP und BDK hatten die Anschaffung der Taser wiederholt
gefordert. Die Elektroschocker mit einer Reichweite von etwa zehn Metern könnten eine Lücke
zwischen der Kurzdistanzwaffe Pfefferspray und der Dienstpistole schließen, argumentieren die
Taser-Befürworter.
2016-09-12 20:11 Melanie Berger www.tagesspiegel.de
49 /100
Bahn-Chef Rüdiger Grube: Züge werden pünktlicher
Eigentlich
müsste
Bahn-Chef
Rüdiger
Grube
seinen
Hut
nehmen: Sein Konzern machte
2015 rund 1,3 Milliarden Euro
Verlust, so viel wie nie seit Grubes
Amtsantritt 2009. Die Gütersparte
ist defizitär, bei Langstrecken
nehmen Fernbusse der Bahn
Passagiere weg, Bahnhöfe und
Schienen
sind
renovierungsbedürftig.
Hinzu
kommt der Ärger mit Anwohnern,
die sich durch laute Güterzüge
belästigt fühlen. Viele Züge sind
unpünktlich.
Das alles soll besser werden, kündigte der 65-Jährige beim Ständehaus-Treff in Düsseldorf an,
bei dem er sich den Fragen von Michael Bröcker, Chefredakteur der Rheinischen Post, stellte.
Jeden Tag elf Selbstmorde auf Bahnschienen
Vor allem das Thema Pünktlichkeit treibt die Bahn um. Für wiederkehrende Verzögerungen
durch Herbstlaub, ausgefallene Klimaanlagen und Langsam-Fahrstellen haben Kunden wenig
Verständnis. Im August kamen laut Konzern 80,5 Prozent der Züge im Fernverkehr pünktlich an,
das heißt, maximal fünf Minuten später. Besser sieht es im Regionalverkehr aus: Hier kommen
laut Bahn 95,7 Prozent der Züge pünktlich.
Für Verspätungen gebe es viele Gründe. "Jeden Tag gibt es elf Selbstmorde auf deutschen
Bahnschienen", sagte Grube erstmals. Seit der Wirtschaftskrise 2009 habe es einen deutlichen
Anstieg gegeben. Man spreche ungern darüber, weil es oft Nachahmer gebe, so Grube.
Seine Botschaft für den Niederrhein: 7000 Häuser an der umstrittenen Betuwe-Linie sollen mit
passiven Lärmschutz ausgestattet werden. Etwa 100 Kilometer Schallwände würden gezogen:
"Der Güterverkehr wird deutlich leiser. " Außerdem kündigte er an, mit Düsseldorfs
Oberbürgermeister Thomas Geisel ein Konzept für die Sanierung des Vorplatzes am
Hauptbahnhof zu erarbeiten.
550 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft beim Ständehaus-Treff
Dauerbrenner sind die Sauberkeit der Züge und die Sicherheit der Bahnhöfe. Nicht erst seit den
Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht weiß die Bahn, dass man zwingend
mit den Sicherheitskräften kooperieren muss.
Grube forderte mehr Wettbewerb. Die Bahn habe beim RRX den Zuschlag nicht bekommen,
weil die Politik bei Ausschreibungen nur auf den Preis gucken dürfe: "Wir zahlen gute Löhne
und ordentliche Pensionen. Wir fordern fairen Wettbewerb. " Auch gehe es nicht, dass sich die
Bahn ausländischer Konkurrenz stellen müsse, sie selbst aber im Ausland oft nicht bieten dürfe.
Grube sprach beim Ständehaus-Treff, zu dem 550 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
in den früheren NRW-Landtag gekommen waren, auch über Privates. Er verriet, wie er sich mit
65 fit hält. Wann immer es geht, läuft er vor der Arbeit eine Stunde. Seine Marathon-Bestzeit:
drei Stunden und 26 Minuten. Dass er mit vier Stunden Schlaf auskomme, verwies er ins Reich
der Fabel: "Ich brauche sechs. "
"Einem Vertrag bin ich noch nie hinterhergelaufen"
Nach Düsseldorf kam er per Flugzeug – sonst hätte er den Termin nicht wahrnehmen können.
Zugleich erzählte er, er telefoniere täglich mit zehn Kunden, die sich beschwerten. Unter
anderem mit Heidi Klums Vater.
Als Sohn von Hamburger Obstbauern kämpfte Grube sich hoch: erst Hauptschule, dann Lehre
als Flugzeugbauer. Abitur, Studium und eine Karriere, die ihn über MBB und Daimler an die
Bahn-Spitze führte, traute ihm keiner zu. Doch Grube ist zäh. Ans Aufhören denkt er nicht. Bald
legt der Aufsichtsrat fest, ob sein Mandat verlängert wird. Darüber entscheidet auch der Erfolg
der Pünktlichkeits-Offensive. Grube sagte, er arbeite gern. "Aber einem Vertrag bin ich noch nie
hinterhergelaufen. "
2016-09-13 00:26 Antje Höning www.rp-online.de
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Kindesmissbrauch: Nach dem Opfer
Früher wurde ich Kristina gerufen. Dann habe ich den Namen antiquiert. Jetzt werde ich Agatha
genannt. Kristina wurde
vom
Kleinkindalter
an
missbraucht,
ohne
zu
verstehen, wie ihr geschah.
Lange Zeit war das für sie
normal, Realität. Als sie
irgendwann
mitbekam,
dass es nicht mit rechten
Dingen zuging, wusste sie
nur, dass das, was sie
erlebte, nicht geteilt werden
durfte, auch nicht mit sich
selbst. Ich sage "sie",
Kristina, weil damals ein Bewusstsein schlief, das subjektives Erleben für sich in Anspruch
nahm. Kristina lebte auf Autopilot.
Mit 16 dämmerte es ihr dann langsam, dass in ihrer Welt einiges verkehrt und verrückt war. Ihr
erster Freund fragte: Was ist mit dir? Dann eine Freundin: Wo bist du hin? Kristina hatte keine
Ahnung, was sie meinten. Es kamen Träume und die ersten Erinnerungen.
Mir wurde plötzlich bewusst, dass ich jahrelang zu den Betten meiner Schwestern
schlafgewandelt war, um nachzusehen, ob sie unbehelligt blieben. In diesen unkontrollierten
Rissen entdeckte ich erschreckende Wahrheiten und kannte mich nicht mehr aus. Oft kommt es
mir heute so vor, als hätte ich Alzheimer. Ich habe riesige, vergessene Inseln in meinem Gehirn.
Unsicherheit und Unwissen als Qualität wahrzunehmen, ist herausfordernd. Es fühlt sich
bedrohlich an. Erst als mein Körper seine Signale sehr deutlich werden ließ, begann ich, mich
ihm zuzuwenden, seinen Erzählungen und Erinnerungen zu lauschen. Ich hatte schon immer
Schlafstörungen, kränkelte ständig. Dann reagierte ich allergisch auf alle möglichen
Lebensmittel, bekam Hautausschlag am gesamten Körper. Mein ganzes System rebellierte,
mein Körper konnte keine Schwangerschaft lange tragen. Wenn Menschen monologisierten
und vorgaben, ein Gespräch führen zu wollen, wurde mir übel und schwindelig. Ich reagierte mit
Fieber und zitterte.
Dass ich heute nicht mehr auf Autopilot lebe, war und ist kein müheloser Weg. Er ist immer noch
ungewohnt und unbekannt. Ich habe längst nicht alle Realitäten integriert. Ich habe meinen
Namen abgelegt, weil ich nicht mehr Opfer sein mochte. Der Namenswechsel war für mich ein
notwendiges Zeichen, um mein Umfeld zu irritieren und Begegnungen zu inspirieren. Ich wollte
mich und alle anderen in einem neuen Licht betrachten. Ich habe meinen Namen abgelegt, weil
mir die Formen, in die ich mich fügte, nicht mehr passten. Ich bin in der Annahme
aufgewachsen, meine Existenz würde nur etwas bedeuten, wenn ich mich hingäbe. Ich dachte,
ich darf nur sein, wenn ich allen Befriedigung und Balance brächte. Eine eigene Stimme, ein
Ich, wie es hier gerade spricht, war ausgeschlossen.
Als ich anfing, wach zu sein, habe ich aufgehört zu lügen. Ich sprach ein Jahr lang kaum ein
Wort und verließ den Kontinent. Was ich entdeckte, war kaum zu ertragen. Als ich nach Hilfe
suchte, um mit den für mich katastrophalen Folgen zurechtzukommen, interessierten sich alle
hauptsächlich für ihn. Es war für alle leichter, einen Schuldigen anzugehen, als mich
anzusehen und sich selbst. Es war leichter, Distanz zu schaffen, als sich einander zuzuwenden.
Trost kann nur jemand geben, der keine Begegnungen scheut und auch sich selbst verzeiht.
Viele Menschen um mich herum scheuen bis heute die Begegnung.
Frauen schreiben jetzt auch abends, um 10 nach 8 , montags, mittwochs, freitags, politisch,
poetisch, polemisch.
Wir, die Redaktion von 10 nach 8, sind ein vielseitiges und wandelbares Autorinnenkollektiv.
Wir finden, dass unsere Gesellschaft mehr weibliche Stimmen in der Öffentlichkeit braucht. Wir
denken, dass diese Stimmen divers sein sollten. Wir vertreten keine Ideologie und sind nicht
einer Meinung. Aber wir halten Feminismus für wichtig, weil Gerechtigkeit in der Gesellschaft
uns alle angeht. Wir möchten uns mit unseren LeserInnen austauschen. Und mit unseren
Gastautorinnen.
Hier finden Sie alle Texte, die 10 nach 8 erscheinen.
Die Redaktion von 10 nach 8 besteht aus:
Marion Detjen , Zeithistorikerin
Hella Dietz , Soziologin
Heike-Melba Fendel , Autorin und Inhaberin der Künstler- und Veranstaltungsagentur
Barbarella Entertainment
Annett Gröschner , freie Autorin
Mascha Jacobs , Journalistin, Herausgeberin der Zeitschrift Pop. Kultur und Kritik.
Stefanie Lohaus , Journalistin, Herausgeberin des Missy Magazine
Lina Muzur , Programmleiterin des Aufbau-Verlags
Catherine Newmark , Kulturjournalistin
Annika Reich , Schriftstellerin
Elisabeth Wellershaus , Journalistin
Ich gab seinen Namen lange nicht Preis. Ich lebte mit meinen Schwestern und meiner Mutter in
einer Wohngemeinschaft. Meine Mutter ging arbeiten und vertraute uns unterschiedlichen
Menschen an. Ich bekam Croissants und einen Haufen Mist. Ich war ein frohes und
energiegeladenes Kind, neugierig, zart und offen, dickköpfig manchmal. Da war viel zu holen,
und das tat vor allem einer, der in meinen Augen mein sozialer Vater war. Ich habe ihn geliebt.
Er hat mich seitdem ich ein kleines Kind war bis zur Jugendlichkeit missbraucht , sexuell, aber
nicht nur sexuell.
2016-09-12 20:09 ZEIT ONLINE www.zeit.de
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Gardasee: Im Glanz der toten Dichter
Das Büro des heimlichen Bürgermeisters von Riva ist leicht zu verfehlen. Es liegt in einem
Friseursalon, dessen schmale Eingangstür sich im Schatten des Stadttors San Marco versteckt.
Dahinter leuchten froschgrüne Wände, die sich in großen Spiegeln vervielfachen. Auf den
Lederstühlen an der Seite sitzt heute nur eine ältere Dame, die sich eine neue Dauerwelle
abholt. Der Meister lässt
das
seine
Tochter
übernehmen, er selbst
hockt lieber in seinem Büro
im
Hinterzimmer
und
studiert die Tageszeitung.
Gestatten: Franco Benatti,
75 Jahre alt, schwarze
Brille
und
großer
Schnauzer im Gesicht,
Friseur
in
vierter
Generation – und einer der
angesehensten Bürger von
Riva del Garda.
Denn Franco ist Präsident und Gründer des Club La Bacionela. Vor 35 Jahren saßen er und
vier Freunde wie so oft hier um die Ecke in der Osteria, als sie die Idee hatten, einen Verein zu
schaffen, um ihrer alten Heimat neues Leben einzuhauchen. Also stellten sie in einem Hinterhof
Bänke auf, bestellten eine 30 Kilo schwere Bologna-Wurst und schmierten eifrig Stullen, die sie
gegen eine Spende für die Ärmsten der Stadt verschenkten. Den Verein nannten sie so wie den
Schöpflöffel, mit dem man traditionell Wein einschenkt. La Bacionela.
Aus dem kleinen Hinterhoffest ist längst die größte Party der Stadt geworden. Als Beweis kramt
Franco eines seiner Fotoalben hervor. Darin kleben Dutzende Bilder von ihm und den anderen
Mitgliedern, alle in kanariengelben Hemden und mit Strohhüten auf den Köpfen. Wie sie mit
einer Blaskapelle in die Stadt spazieren und wie sie mit einem Kran eine zentnerschwere Wurst
auf die Piazza III Novembre hieven. Eine der letzten Würste war sogar so schwer, erzählt Franco
mit einem Grinsen, sie musste mit einem Helikopter am Seeufer abgesetzt werden.
Fünfmal im Jahr nehmen Franco und seine Freunde die Piazza in Beschlag und bieten
regionale Spezialitäten an wie Carne Salada oder eben die Bologna, mit der alles begann. 70
Mitglieder hat der Verein mittlerweile. "Es gibt Leute, die ihre Mutter verkaufen würden, um
aufgenommen zu werden", sagt Franco. Mehr als 20.000 Brötchen müssen die Clubmitglieder
mittlerweile schmieren, rund 5.000 mehr als Riva Einwohner hat. "Es kommen eben nicht nur
Rivaner, sondern auch Touristen und Leute aus den Nachbarorten", erklärt Franco. "Mit einer
Bologna im warmen Brötchen und einem Glas Wein – da bist du im Paradies! "
Der Club verkörpert den Geist von Riva del Garda: die Geschäftigkeit, die Gastfreundschaft, die
Lust am Genuss. Und den Willen, sich etwas Eigenes zu bewahren. Die zweitgrößte Stadt am
See liegt abgeschottet an seiner Nordspitze, eingerahmt von Felswänden auf der einen und
Olivenhainen auf der anderen Seite. Wenn der Gardasee eine Art Enklave in Italien ist, so ist
Riva eine Enklave an seinem Ufer. Um das zu erkennen, reicht es, einmal durch die pittoreske
Altstadt zu schlendern.
In der Nachsaison sind die Nachbarorte Malcesine und Limone wie ausgestorben, und obwohl
auch hier in manchen Schaufenstern Zettel mit der Aufschrift "Wir sind im Dezember wieder da! "
hängen, so ist in Riva noch erstaunlich viel los. Eine Blaskapelle marschiert durch die Altstadt,
Mountainbiker pesen über die Straßen auf dem Weg ins nahe Gebirge und vor den Cafés sitzen
Gäste in T-Shirts, während ein paar Schwäne um sie herum die Krümel aufpicken.
Besonders gut besucht ist das "Maroni" neben der Kirche. Das altmodische Café mit
Gebäckvitrine und graubraun gestreiften Sitzecken ist ein Lieblingstreffpunkt der Rivaner. Im
hintersten Zimmer sitzt Carmen Picciani. Die 52-Jährige mit den kurzen Locken und dem
schlanken Gesicht wurde in Riva geboren. Sie lebte eine Zeitlang in den Niederlanden, bevor
sie nach Hause zurückkehrte und anfing, als Fremdenführerin zu arbeiten. Sie weiß, wie
eigenwillig die Rivaner sein können. "Wir gehören zur Provinz Trentino, aber manche Trentiner
halten uns für oberflächlich und hochnäsig", sagt Carmen. "Weil wir selbst uns nicht als
Trentiner sehen, sondern einfach als Rivaner. Wir gehören zum Gardasee. Der hat uns immer
mit der Welt verbunden. "
Riva war eine Keimzelle des Fremdenverkehrs am See. Im 19. Jahrhundert, als der Ort noch zu
Österreich-Ungarn gehörte und Reiff am Gartsee hieß, entwickelte sich der kleine Handelsplatz
zum Luftkurort. Während der Cousin von Kaiser Franz Josef das benachbarte Arco zu seinem
Winterwohnsitz machte, tanzten die Offiziere mit ihren Frauen auf Rivas Promenade in den
Sonnenuntergang. Bald kamen auch internationale Gäste, amerikanische Millionäre wie die
Vanderbilts und russische Aristokraten wie die Schwester des Zaren. Um diese illustren
Besucher angemessen zu beherbergen, wuchs in Riva eine eigene Generation Hoteliers heran,
die wenig später auch in den Nachbarorten mondäne Luxushotels aus dem Boden stampfte.
2016-09-12 20:08 ZEIT ONLINE www.zeit.de
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„Berlins Regierender Bürgermeister
Verantwortung von sich“
schiebt
seine
Frau Bundeskanzlerin, sind
Sie mit sich im Reinen?
Ja, das bin ich. Mit dem
Amtseid habe ich mich
verpflichtet, dem Wohle
Deutschlands zu dienen
und dafür arbeite ich mit
aller Kraft.
Ein Jahr nach dem Beginn
der Flüchtlingskrise sieht
die Bilanz so aus: Die
rechtspopulistische
AfD
zieht in die Landesparlamente ein, in Mecklenburg-Vorpommern ist sie sogar stärker als die
CDU und Ihre Flüchtlingspolitik spaltet die Deutschen bis in die Familien hinein. Haben Sie
etwas falsch gemacht?
In der Geschichte der Bundesrepublik hat es immer wieder intensive politische Debatten
gegeben, die bis in die Familien kontrovers geführt wurden. Dabei ging es um unser
Selbstverständnis, unsere Werte und die Frage, wie wir uns international einbringen sollen.
Denken Sie an die Nachrüstungsdebatte oder die Herausforderung durch den Terrorismus.
Damals wie heute gilt: Wer richtungsweisende politische Entscheidungen zu treffen hat, muss
das tun, auch wenn sie polarisieren und muss gleichzeitig immer die Gründe für die
Entscheidungen benennen und um Unterstützung werben. Ich jedenfalls sehe das als meine
Pflicht an. Die meisten Entscheidungen in der Flüchtlingspolitik wurden im Übrigen von der
überwältigenden Mehrheit der Abgeordneten im Bundestag, den Bundesländern und
Kommunen als eine nationale Kraftanstrengung getragen.
Ist es ungerecht, dass die Flüchtlingskrise und ihre Folgen trotzdem Ihnen allein angelastet
werden?
Nein. Ich bin die Bundeskanzlerin dieses Landes. Es kommt vor, dass gemeinsam erzielte
Erfolge allein mit mir nach Hause gehen; genauso werden auch gemeinsam noch nicht gelöste
Probleme mit mir verbunden.
Ist die Flüchtlingskrise die größte Herausforderung Ihrer Amtszeit?
Es ist eine große Herausforderung, aber nicht die erste. Denken Sie an die internationale
Finanzkrise, die Euro-Krise oder die Auseinandersetzungen um die Ukraine.
Ihr Satz „Wir schaffen das“ wird von vielen als Verharmlosung
Integrationsaufgabe wahrgenommen. Können Sie das verstehen?
einer
riesigen
Diesen Satz habe ich gesagt, weil wir vor einer riesigen Aufgabe standen und stehen und weil
unser Land die Kraft und den Zusammenhalt aufbringen kann, um sie zu bewältigen. Seit 2015
ist viel passiert. Wir haben zum Beispiel die illegale Migration stark reduziert. Natürlich liegen
große Integrationsaufgaben vor uns und auch in Europa muss noch für viel mehr Solidarität
gesorgt werden. Alles in allem aber kann man sagen: Wir sind in diesem einen Jahr ein gutes
Stück vorangekommen.
Sie galten den Deutschen viele Jahre als Garantin für Stabilität und Sicherheit. Der
unkontrollierte Zustrom von tausenden Menschen nach der Öffnung der Grenzen vor einem
Jahr hat bei vielen Deutschen dieses Gefühl erschüttert. Können Sie zusagen, dass sich so
etwas nicht wiederholen wird?
Alle Maßnahmen, die wir in den ganzen letzten Monaten beschlossen haben, sollen dazu
beitragen, dass sich eine solche Situation nicht wiederholt. Denn wenn Schmuggler und
Illegalität die Oberhand haben, ist das für niemanden gut – weder für die Türkei noch für
Europa, und am allerwenigsten für die Flüchtlinge, deren Leben auf dem Spiel steht. Dass
krisenhafte Entwicklungen Gewissheiten erschüttern und uns auf die Probe gestellt haben, das
haben wir schon früher erlebt. Nach der Finanzkrise sind wir durch wirtschaftlich schwere Zeiten
gegangen, in der Euro-Krise haben wir uns um die Stabilität unserer Währung gesorgt. In
beiden Fällen übrigens haben wir national wie auf europäischer Ebene die richtigen Antworten
gefunden.
Vor einem Jahr nun haben viele Menschen zum ersten Mal gespürt, dass die Freizügigkeit in
Europa, die jeder gern lebt, einen Schutz der Schengen-Außengrenzen erfordert, um den wir
uns alle zu lange zu wenig gekümmert haben. Flüchtlinge kamen ja nicht erst 2015 nach
Deutschland. Es waren 2013 schon rund 100 000 und 2014 rund 200 000. Nach dem 4.
September 2015, als die deutsch-österreichische Grenze für die Menschen, die in Budapest in
eine schwere humanitäre Notlage geraten waren, nicht geschlossen wurde, ist das den meisten
jedoch erst richtig bewusst geworden. Das Flüchtlingsdrama dauerte aber schon viel länger.
Haben Sie die Ängste der Deutschen vor Überfremdung überrascht?
Ich nehme die Sorgen der Menschen ernst und versuche, sie mit handfesten Lösungen zu
überzeugen. Gleichzeitig sind aber auch manche Vorurteile zutage getreten, die latent schon
immer vorhanden waren. Das zeigen zum Beispiel die Umfragen zum Antisemitismus seit
Jahren. Und wir wissen seit den rechtsradikalen Ausschreitungen der neunziger Jahre und den
Morden des NSU, dass es ein Potenzial für Ressentiments, ja sogar für Hass gegen Ausländer
gibt. Die Aufgabe von Politik ist es, dem entgegenzutreten.
Ein weiterer Satz von Ihnen ist im Gedächtnis geblieben. Sie haben diesen Satz gesagt,
nachdem Sie für ein Selfie mit einem Flüchtling stark kritisiert worden waren: „Ich muss ganz
ehrlich sagen: Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in
Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land“. Haben Sie sich
in Ihrem Land getäuscht?
Nein. Die übergroße Mehrheit der Deutschen ist bereit, den Menschen in Not zu helfen. Das
macht unsere Stärke aus. Und wegen eines Selfies verlässt kein Mensch seine Heimat und
nimmt die Strapazen einer Flucht und die Risiken für sein Leben auf sich.
Frau Merkel, Ihre Regierungspartner CSU und SPD machen sich gerade vom Acker. Ist das
noch Ihre Koalition?
Selbstverständlich.
Beide – CSU und auch Ihr Vizekanzler, fordern eine Obergrenze für Flüchtlinge. Bleiben Sie
beim Nein?
Meine Haltung zu einer Obergrenze ist hinreichend bekannt. Wir müssen die EU-Außengrenzen
besser schützen, Illegalität bekämpfen, gegen die Fluchtursachen vorgehen und mit Herkunftsund Transitländern faire Vereinbarungen, wie die EU-Türkei-Vereinbarung, schließen.
Die CSU spricht jetzt davon, Zuwanderung nur noch für Flüchtlinge aus „christlichabendländischen“ Kulturräumen zuzulassen. Entspricht das der rhetorischen Mäßigung, zu der
Sie alle Parteien im Bundestag aufgefordert haben?
Mit diesem Passus will sich die CSU nicht auf Flüchtlinge beziehen, sondern formuliert ihre
Gedanken für ein, wie sie es nannte, Einwanderungsbegrenzungsgesetz. Solche Gesetze
folgen immer den Interessen der aufnehmenden Länder und legen Kriterien für die Zuwanderer
fest. Das ist in Ordnung und der Sinn solcher Gesetze in allen Ländern. Allein aufgrund unserer
Verankerung in der EU könnte Deutschland zum Beispiel der Zuwanderung aus Europa in
einem solchen Gesetz einen Vorrang geben. Davon zu unterscheiden sind Fragen des
Asylrechts oder der Genfer Flüchtlingskonvention.
Betreibt die CSU das Geschäft der AfD?
Die Beschlüsse der CSU vom vergangenen Wochenende wiederholen Positionen der Partei,
die bekannt waren.
Wie lange können Sie eine Flüchtlingspolitik gegen große Teile ihrer eigenen Partei und gegen
die CSU noch durchhalten?
Wir als CDU haben auf unserem Parteitag Ende 2015 nahezu einstimmig unsere Positionen in
der Flüchtlingspolitik bestimmt. Wir haben damals beschlossen, dass ein Andauern des damals
aktuellen Zuzugs Staat und Gesellschaft auch in einem Land wie Deutschland auf Dauer
überfordern würde, und dass es deshalb notwendig ist, die Entwicklung zu ordnen, zu steuern
und die Zahl der ankommenden Flüchtlinge deutlich zu reduzieren. Heute können wir
feststellen, dass wir diesen Weg gegangen sind und die Beschlüsse des CDU-Parteitages
konsequent umsetzen.
Die bayerische Schwesterpartei lehnt die Visafreiheit für die Türkei grundsätzlich ab. Gefährdet
das den Flüchtlingsdeal mit der Türkei?
Wir arbeiten daran, alle Elemente der EU-Türkei-Vereinbarung umzusetzen. Die Türkei hat
einige wenige der 72 Kriterien für die Visaliberalisierung noch nicht erfüllt. Das muss sie aber,
damit dieser Schritt auch gemacht werden kann.
Frau Merkel, Sie sind ja nicht nur Bundeskanzlerin, sondern auch Bürgerin Berlins. Fühlen Sie
sich hier in Berlin gut regiert?
Ich freue mich, dass die CDU Teil des Senats ist. Seither ist es besser geworden in Berlin.
Was ist denn besser geworden mit der CDU?
Es sind neue Wohnungen gebaut worden, Infrastrukturmaßnahmen wurden in Gang gesetzt,
und es wurden deutlichere Anstrengungen zur Verbesserung der inneren Sicherheit
unternommen.
Wann mussten Sie zum letzten Mal zum Bürgeramt – und haben Sie auch vier Monate auf einen
Termin gewartet?
Meinen Personalausweis musste ich neu beantragen und etwas gewartet habe ich auch, aber
ich weiß, dass viele oft sehr lange warten müssen. Wenn ich die Entwicklung in einem digital
sehr fortgeschrittenen Land wie Estland sehe, dann kann ich nur feststellen, dass wir noch sehr
weit von der Umsetzung eines digitalen Bürgerportals für Kontakte zwischen Bürgern und Staat
– auch in Berlin – entfernt sind.
Ihr Wunsch: Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün in Berlin?
Starke CDU.
Auch in Berlin steht Ihre Flüchtlingspolitik zur Abstimmung. Wird dieses Wahlergebnis auch in
Ihrer Verantwortung liegen?
Wahlkämpfe werden immer über die Themen geführt, die die Menschen bewegen. Das Thema
Integration ist in Berlin ein wichtiges Thema. Die CDU nimmt das ernst. Der Regierende
Bürgermeister der SPD erklärt sich dagegen gern für nicht zuständig und schiebt seine
Verantwortung von sich. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber: Regierungschefs tragen immer
die Verantwortung und werden bei Wahlen auch immer verantwortlich gemacht.
Das Gespräch führten Stephan-Andreas Casdorff und Antje Sirleschtov
2016-09-12 20:01 www.tagesspiegel.de
53 /100
Der BER könnte die Stadtautobahn lahm legen
Mit der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens droht Verkehrschaos im Süden Berlins. Das
prognostiziert
eine
dem
Tagesspiegel
vorliegende,
bislang
unveröffentlichte
„Verkehrsuntersuchung zur Verkehrsanbindung des Flughafen BER“ vom Februar 2016, in der
die Auswirkungen des
neuen Flughafens – und
zwar mit dem rasanten
Passagierwachstum in der
Hauptstadtregion seit 2012
–
auf
die
Hauptzufahrtstrecke
simuliert wurden.
Die Befunde alarmieren:
Danach werden die zum
BER
führende
Stadtautobahn A 113 und
auch die A 100 wegen der
zusätzlichen Verkehrsströme schon zur Eröffnung der Flughafens an Belastungsgrenzen
stoßen, mit der Folge von langsamen Geschwindigkeiten, Staus und Ausweicheffekten. Das
wird nicht nur für Passagiere, sondern auch für Anwohner von angrenzenden Haupt- und
Nebenstraßen eine Belastung.
Zwar liegt der neue Airpor t gleich hinter der Stadtgrenze. Trotzdem wird man deutlich mehr Zeit
als heute einplanen müssen, um mit dem Auto hinzukommen. „Für die Fluggäste, die vom BER
aus in die Berliner Innenstadt bzw. aus der Innenstadt zum BER gelangen möchten, sind
insbesondere in den Spitzenstunden deutliche Zunahmen der Reisezeiten zu erwarten“, heißt
es in der 52-Seiten-Expertise. Besonders problematisch werde es, wenn die Anfahrtsdauer
wegen der Unberechenbarkeit von Staus „nicht verlässlich abgeschätzt werden kann.“
Erstellt hat das Gutachten die Ingenieurgesellschaft Hoffmann-Leichter, die auf
Verkehrsprojekte und solche Untersuchungen spezialisiert ist. Sie hat eine lange Referenzliste,
die auch viele Berliner Projekte und Senatsaufträge enthält. Auftraggeber ist diesmal allerdings
nicht die öffentliche Hand, sondern der Architekt Gisbert Dreyer, „in Vorbereitung eines privaten
Investitionsprojektes im Flughafenumfeld, das eine exzellente Straßenanbindung an die Stadt
Berlin braucht“.
Davon ist man am BER weit entfernt. Zum offiziell auch von Berlins Regierendem Bürgermeister
Michael Müller (SPD) immer noch für 2017 anvisierten BER-Start, der allerdings nach
Tagesspiegel-Recherchen vor 2018 nicht möglich ist, werden von und nach Schönefeld 34
Millionen Passagiere fliegen. Das sind täglich über 90.000 Passagiere, die auch das Berliner
Verkehrsgefüge massiv verändern werden. Zum Vergleich: Im Jahr des geplatzten BER-Starts
2012 waren es 25 Millionen Passagiere.
Für das Gutachten wurden zwei Szenarien simuliert, eins für 30 Millionen Passagiere und eins
für 40 Millionen, die 2020 erwartet werden. Angenommen wurde, dass 60 Prozent mit dem Auto
an- oder abreisen, was zwischen dem Niveau von München (56) und Frankfurt/Main (65) läge.
Es wären dann täglich 100.000 Fahrzeuge bzw. 131.000 Fahrzeuge vom BER weg oder dorthin
unterwegs, und zwar vor allem über die Stadtautobahn A 113/A100, über die der BER auf der
Straße für die Berliner erschlossen wird. Schon heute kommt es dort oft zu Staus.
In den südlichen Abschnitten werden nach Eröffnung des Flughafens etwa doppelt so viele
Fahrzeuge unterwegs sein wie heute, wo man nach nach ausgewerteten Daten der Firma
TomTom zwischen dem Dreieck Funkturm zum BER – oder in umgekehrter Richtung – im
Schnitt knapp 22 Minuten, in den Spitzenzeiten rund 29 Minuten benötigt. Und künftig? „Es zeigt
sich, dass schon bei einem jährlichen Fluggastaufkommen von 30 Millionen Passagieren
zwischen dem BER und dem Dreieck Funkturm in beiden Richtungen Reisezeiten von bis zu 49
Minuten zu erwarten sind.“ Im Szenario von jährlich 40 Millionen Passagieren „steigen diese in
beiden Richtungen auf bis zu 60 Minuten an. "
In den Simulationen zeige sich, dass die Kapazität der betreffenden Abschnitte der
Stadtautobahn „aufgrund des zusätzlichen Verkehrs durch den Flughafen BER weitestgehend
ausgeschöpft oder gar überschritten wird.“ Und: „Im Fall der deutlich höheren
Verkehrsaufkommen, die ab der Inbetriebnahme des Flughafens BER durch die A 100 bzw. A
113 abzuwickeln sein werden, wird es in einigen Autobahnabschnitten schon im Normalbetrieb
zu einer kritischen Sättigung mit einem nur bedingt stabilen Verkehrsablauf kommen.“ Die
Wahrscheinlichkeit, dass bereits „kleinere Störungen große Stauerscheinungen“ verursachen,
sei dadurch relativ hoch. Unweigerlich werde es auch mehr Unfälle und Havarien geben.
„Unter solchen Umständen steht den Verkehrsteilnehmern auf dem Weg vom bzw. zum
Flughafen mit der Stadtautobahn A 100 bzw. A 113 keine zuverlässige Verbindung zur
Verfügung, für die berechenbare Reisezeiten veranschlagt werden können.“ Und das alles wird
zudem auf umliegende Haupt- und Nebenstraßen ausstrahlen, „wovon in den Spitzenstunden
auch Straßen in Wohngebieten betroffen sein werden.“ So dürfte sich die „schon im Bestand
unbefriedigende Situation in diversen Zufahrtsstraßen zur Innenstadt (z. B. Tempelhofer Damm)
in den Hauptverkehrszeiten weiter zuspitzen“.
Ein Fazit lautet: „Die Folge sind höhere Fahrzeiten für einen Großteil der Verkehrsteilnehmer in
der Stadt sowie eine höhere Luftschadstoff und Lärmbelastung insbesondere für Anwohner.“
Aber auch für den BER selbst, der angesichts seiner Kapazitätsprobleme schon mit langen
Abfertigungszeiten zu kämpfen haben wird, ist laut Gutachten die schlechte Erreichbarkeit auf
der Straße ein Nachteil.
Das erklärt, warum Flughafenchef Karsten Mühlenfeld seit geraumer Zeit versucht, auf den
drohenden Kollaps aufmerksam zu machen. Auf einer Veranstaltung hatte Mühlenfeld seine
Forderung nach einer Simulation, nach Lösungen auf eine drastische Formel gebracht: „Ich
warte auf den Tag, wo die Bundespolitiker alle mit der S-Bahn zum Flughafen kommen werden ,
weil man anders dort nicht hinkommen kann.“
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Bauen und Wohnen sieht dagegen keine Gefahr
eines Verkehrsinfarktes und hält die BER-Anbindung für ausreichend: „Wir teilen die
Befürchtungen nicht“, hieß es auf Anfrage. Man müsse dabei die Rahmenbedingungen auf der
A113 berücksichtigen. „Es ist unabdingbar, dass innerhalb der Tunnel aus Sicherheitsgründen
keine Rückstaus entstehen dürfen.“
Daher komme es dort immer wieder zu Fahrbahnsperrungen, um den Verkehr zu regeln.“ Für
die Umfahrungsstraßen kämen dann Sonderprogramme für die Ampelschaltungen zum Einsatz.
Die geplante Anbindung der A 100 an den Treptower Park/Elsenbrücke werde „die
Erreichbarkeit des BER aus der Innenstadt per Auto noch verbessern.“
Vor allem aber verweist der Senat auf den öffentlichen Nahverkehr zum BER, mit S-Bahnen im
Zehn-Minuten-Takt, Regionalzügen und dem Flughafenexpress alle 15 Minuten: „Die
Anbindung des BER per ÖPNV wird vorbildlich.“
Tatsächlich auch das Gutachten sieht im Nahverkehr die Chance, mittelfristig Dauerstau auf der
Stadtautobahn abzuwenden – allerdings nur durch einen noch dichteren Takt. In den
Spitzenstunden, so die Simulation, müssten dann zwischen dem BER und Berlin zum Beispiel
alle fünf Minuten S-Bahnen fahren. Praktisch ist das kaum möglich, weil das Netz Engpässe hat.
Z
um anderen haben Berlin und Brandenburg gegenüber den Baugenehmigungsbehörden
jüngst ausgeschlossen, bis 2019 zusätzliche Züge zum BER bestellen. Das war eine
Bedingung, um das akute Brandschutz- und Genehmigungsproblem um BER-Bahnhof und
Terminal überhaupt lösen zu können. Architekt Gisbert Dreyer formuliert das, was auf die
Berliner zukommt, sarkastisch so: „Der eigentliche Schrecken des BER ist der Tag seiner
Eröffnung.“
2016-09-12 19:58 Thorsten Metzner www.tagesspiegel.de
54 /100
Fans campen bereits vorm Apple Store
Berlin. Helge Bruhn zeltet wieder vor
dem Apple Store in Berlin. Aus
demselben Grund wie 2014 und
2015: Apple bringt ein neues Modell
seines Smartphones auf den Markt –
das iPhone 7. Der Verkaufsstart ist
zwar erst am Freitag. Aber die
Nachfrage ist groß. Schon jetzt sind
einzelne Modelle erst im November
lieferbar.
Bruhn hat sich mehrere Tage frei
genommen, um vor dem Apple Store
auf
dem
Kurfürstendamm
zu
campen. Am vergangenen Freitag postete er ein Foto von sich auf Twitter und schrieb dazu:
„So, Camping beginnt.“ Dabei will er in diesem Jahr gar kein Gerät kaufen, wie er auf Anfrage
erklärt. „Ich mache das, um Freunde zu treffen.“ Es sind Apple-Fans wie er, die in anderen
Ländern leben. In Russland oder Österreich. „Ich sehe sie nur einmal im Jahr.“ Beim Zelten vor
dem Apple Store.
In ihrer Heimat ist der Verkaufsstart für das iPhone meistens später als in Deutschland.
Deswegen kommen sie nach Berlin. Vor dem Apple Store sind dadurch Freundschaften
entstanden. Gemeinsames Warten verbindet. Einige habe er schon vor drei oder vier Jahren
kennen gelernt, sagt Bruhn. „Wir feiern abends ab und zu oder gehen was essen.“
Er berichtet auf Twitter und auf Youtube von seinen Erlebnissen vor dem Apple Store. Sie
würden sich im Starbucks waschen, berichtet Bruhn, außerdem könnten sie die Dusche im
Hotelzimmer eines befreundeten Russen benutzen. „Apple hat nichts gegen das Campen“, sagt
er. Nur verspricht das Unternehmen niemandem, der vor dem Geschäft zeltet, dass er auch ein
iPhone bekommt. Erst recht nicht in diesem Jahr.
Die Mitarbeiter hätten ihnen gesagt, dass sie das Smartphone auf der Internetseite vorbestellen
müssten – nur dann bekämen sie ein Gerät. Sonst nicht. Apple wolle damit verhindern, dass
sich Händler aus anderen Ländern im Berliner Store mit dem iPhone 7 eindeckten, erklärt
Bruhn.
Sollte das stimmen, könnte er und seine Freunde ihre Stühle wieder einpacken. Das Warten
wäre vergeblich. Der Berliner bleibt trotzdem. Ihm geht es ja auch nicht um das iPhone 7.
Sondern um das gemeinsame Campen.
Von RND/wer
2016-09-13 00:22 Hannoversche Allgemeine www.haz.de
55 /100
Platinis Auftritt: Wir sind alle kleine Sünderlein
Am Ende sind wir doch alle
nur Menschen. Wie Willy
Millowitsch
in
den
Siebzigern gesungen hat:
„Wir sind alle kleine
Sünderlein, ’s war immer
so, ’s war immer so.“ Der
Kölner Volksschauspieler
kannte
sich
aus
mit
Klüngel.
Ein großes Sünderlein
schien eigentlich Michel
Platini zu sein. Als UefaPräsident nahm er zwei Millionen Schweizer Franken von Fifa-Chef Joseph Blatter an,
mutmaßlich Schmiergeld. Daher darf er vier Jahre lang keine „fußballbezogenen Aktivitäten“
ausüben, wie es so schön heißt.
Doch am Mittwoch tritt der gesperrte Ex-Chef plötzlich wieder auf , bei der Wahl seines
Nachfolgers im europäischen Verband. Mit einer Ausnahmegenehmigung darf Platini ein
Grußwort an die Delegierten richten. Was bitte soll fußballbezogener sein als eine wichtige
Funktionärswahl, die Platini nun beeinflussen könnte?
„Es ist eine Geste der Menschlichkeit, einem langgedienten Funktionär keine Abschiedsrede zu
verweigern“, sagt der Sprecher der Ethikkommission, die Platini gesperrt hatte, auf
Tagesspiegel-Nachfrage. Übersetzt: „Wir sind alle kleine Sünderlein, der Herrgott wird es uns
bestimmt verzeih’n.“ Oder in diesem Fall Ethikrichter Hans-Joachim Eckert, der die Rede auf
Uefa-Anfrage kurzfristig erlaubte. Schon zur EM in Frankreich hätte Platini ins Stadion gedurft,
war aber nicht gekommen.
Diese Art von Menschlichkeit missfällt nicht nur Reinhard Grindel . „Ich hätte mir gewünscht,
dass Michel Platini auf einen Auftritt verzichtet. Dieser Kongress muss in die Zukunft und nicht in
die Vergangenheit gerichtet sein“, sagt der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
Die Botschaft, die die Verbände und Gremien damit aussenden, klingt übersetzt so: „Wir sind
alle kleine Sünderlein, ’s war immer so, ’s wird immer so sein.“
2016-09-12 19:49 Dominik Bardow www.tagesspiegel.de
56 /100
Düsseldorf: Bis Mittwoch Stau wegen Tunnelsperrung
Die Probleme des Fortkommens in Düsseldorf verschärfen sich diese Woche noch einmal. Wie
an zahlreichen anderen Stellen staut
sich der Verkehr auch im jüngsten Fall
wegen einer Baustelle, diese liegt aber
an einer der empfindlichsten Stellen
des Stadtzentrums: im Kö-BogenTunnel. Die Röhren, die von der
Kaiserstraße zur Berliner- und zur
Heinrich-Heine-Allee führen, stehen bis
voraussichtlich Mittwoch, 13 Uhr, nicht
zur Verfügung. Erschwerend für die
Gesamtlage kam Montagmorgen noch
ein Unfall im Rheinufertunnel hinzu. Die
Röhren waren bis zu zwei Stunden
gesperrt.
Die Staus reichten über die Stadtteile ihrer Verursachung hinaus. Wer über den Kennedydamm
oder die Prinz-Georg-Straße in die City kam, bewegte sich im Schritttempo auf die MaximilianWeyhe-Allee und in die Stadtmitte. Die Autoschlange vom Rheinufertunnel verlief die Uferstraße
entlang bis nach Pempelfort und bis zum Südring. Nach Angaben des
Navigationsgeräteherstellers TomTom verlängerten sich die Fahrtzeiten im Schnitt um 42
Prozent.
Der Unfall in der Röhre war spektakulär, die betroffene Fahrerin wurde leicht verletzt, der
Sachschaden liegt bei rund 35.000 Euro. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei war die
54-Jährige gegen 9 Uhr mit ihrem BMW vom Joseph-Beuys-Ufer in den Tunnel gefahren und
hatte die rechte Spur gewählt. Aus bislang ungeklärter Ursache berührte ihr Auto einen 28Tonner, drehte sich deshalb um die eigene Achse und prallte gegen die linke Tunnelwand. Die
Frau wurde dabei eingeklemmt. Sie war ansprechbar, konnte aber nicht aussteigen. Die
Feuerwehr befreite sie mit großem Aufwand und ließ sie zur ambulanten Behandlung ins
Krankenhaus bringen. Zunächst wurde der Tunnel in beide Richtungen gesperrt, die Röhre in
Fahrtrichtung Südring blieb es bis gegen 11 Uhr.
Der Kö-Bogen-Tunnel erhält einen neuen Belag. Auf der Einfahrtsrampe am Hofgarten, im
Bereich der provisorischen Anbindung der beiden Tunneläste sowie vor der
Tiefgaragenausfahrt Libeskind wird Flüsterasphalt aufgetragen. Dann hat der Tunnel auf seiner
gesamten Fläche den endgültigen Belag. Es folgen noch kleinere Arbeiten, bis im Oktober
beide Spuren im Nord-Süd-Tunnel freigegeben werden. Zu den ersten Profiteuren des neuen
Asphalts zählen am Sonntag die Teilnehmer des Jedermann-Rennens im Vorfeld der Tour de
France 2017. Für sie bedeutet der Tunnel die letzten Meter vor dem Ziel - und am Ende die
letzte Steigung.
Damit Sie das Video vollständig sehen können, bitte Video anklicken und oben rechts den
Vollbildmodus aktivieren.
2016-09-13 00:26 Christian Herrendorf www.rp-online.de
57 /100
Hagen: Besorgte Bürger? Fremdenfeinde!
Das Landgericht Hagen hat an diesem Montag ein Urteil gefällt – und eine Illusion zerstört.
Diese Illusion wurde von
Sicherheitsbehörden wie
dem
Bundeskriminalamt
und
dem
Verfassungsschutz
verbreitet. Die Behörden
vertraten die These, dass
die Menschen, die in
Deutschland
Flüchtlingsheime
anzünden, zunehmend aus
der Mitte der Gesellschaft
stammen:
besorgte,
verängstigte Bürger, ohne
Vorstrafen oder ideologische Verbindungen zur rechten Szene.
Als einer von ihnen galt Dirk D., ein junger Feuerwehrmann aus Altena. Im Oktober 2015
zündete er ein gerade von Syrern bezogenes Flüchtlingsheim in der Nachbarschaft an,
angeblich aus Sorge vor den Fremden. Zu sechs Jahren Haft haben die Richter in Hagen ihn
deshalb verurteilt. Das Gericht ist in seinem Urteil eindeutig: Dirk D. und sein Mittäter Marcel N.
seien keinesfalls unpolitische, besorgte Bürger. Ihre Tat sei keine Angsttat, sondern eine
"fremdenfeindliche Attacke".
Das Urteil ist ein Schlag für die Sicherheitsbehörden. Denn gerade der Fall Dirk D. diente lange
Zeit als Paradebeispiel für die These vom neuen Täter aus der Mitte der Gesellschaft. Ein
biederer, verängstigter Bürger, der aus Angst vor den Fremden in der Nachbarschaft zur Tat
schritt – so deuteten die Behörden die Tat. Das lag auch an fehlerhaften Ermittlungen. Der
Hagener Staatsschutz hatte die Fotos und Videos auf den Handys der Angeklagten als
unverdächtig eingestuft, obwohl sich darunter zahlreiche Bilder und Textnachrichten mit
rechtsradikalem Gedankengut befanden. Dirk D. teilte Hitlerfotos und zog heftig über
Asylbewerber her. Hätten die Nebenklageanwälte der syrischen Familien nicht selbst Tausende
Handydateien der Angeklagten gesichtet, wäre das womöglich nie bekannt geworden.
Im Prozess gegen Dirk D. und Marcel N. suchte das Landgericht Hagen wochenlang nach
überzeugenden Indizien für die angebliche Angst der Brandstifter vor ihren neuen syrischen
Nachbarn. Gefunden haben die Richter bis zum Ende nichts, was diese Ängste belegte.
Schon im vergangenen Frühjahr, als die Bundesanwaltschaft nach langem Zögern das
Verfahren gegen eine rechtsextreme Gruppierung aus dem sächsischen Freital an sich zog und
Ermittlungen wegen des Verdachts der Bildung einer rechten Terrorzelle einleitete, war von der
Analyse des Bundeskriminalamtes nicht mehr viel übrig geblieben. Mit dem Urteil im Fall Altena
hat sich die These vom angeblich unideologischen Tätertyp aus der Mitte der Gesellschaft
endgültig erledigt.
Ein Jahr nach der Eskalation der Gewalt gegen Flüchtlingsheime müssen sich Innenminister
und Verfassungsschützer fragen lassen, ob sie mit ihrer These von den neuen Tätern aus der
Mitte nicht ein Phänomen heraufbeschworen haben, das es nie gab: die Figur des besorgten
Gewalttäters, der aus schierer Angst vor dem Fremden handelte. Und ob das wahre Motiv der
Taten dabei nicht verschleiert wurde: der Hass auf Flüchtlinge.
2016-09-12 19:43 ZEIT ONLINE www.zeit.de
58 /100
"Alt-Wien"-Kindergärten:
wahrscheinlicher
Gesamtübernahme
wird
Laut Masseverwalter gäbe es
"erste Ergebnisse" mit einem
französisch-deutschem
Interessenten.
Gläubigerversammlung findet
am Donnerstag statt.
12.09.2016 | 19:43 |
( DiePresse.com )
Bei den Verhandlungen mit
Interessenten zur Übernahme
der Standorte des insolventen
Kindergartens
"Alt-Wien"
zeichnet sich eine Gesamtlösung ab. Mit einem großen französisch-deutschen
Kindergartenbetreiber konnten "erste Ergebnisse erzielt werden", berichtete Insolvenzverwalter
Philipp Dobner am Montagabend gegenüber der APA. Es gibt aber noch weitere Gespräche mit
Interessenten.
"Der Kaufinteressent betreibt vor allem in Frankreich, Deutschland und Belgien über 400
Betreuungseinrichtungen und hat in einigen deutschen Bundesländern auch seit längerem ein
gemeinnütziges Trägermodell im Einsatz", teilte Dobner schriftlich nach einer
Gläubigerausschusssitzung mit. Angeboten wurde ein Kaufpreis, "der als ausgesprochen gut zu
bezeichnen ist und über den derzeit vorliegenden anderen Angeboten - auch in einem
Einzelverwertungsszenario - liegen würde".
Dobner sprach von einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten. "Es könnten die
Kinderbetreuungsplätze erhalten, über 300 Arbeitsplätze wieder geschaffen werden und die
Gläubiger erhalten eine höchst mögliche Quote. " Von einer Gesamtlösung würden
voraussichtlich nur ein bis zwei Standorte ausgenommen werden.
Der Insolvenzverwalter soll mit den in Betracht kommenden Kaufinteressenten für eine
Gesamtübernahme weiterverhandeln, wurde am Montag in der Gläubigerausschusssitzung
festgelegt. Nun soll laut Dobner kurzfristig ein Endergebnis erzielt werden. Am 15. September
ist beim Insolvenzgericht eine erste Gläubigerversammlung angesetzt.
(APA)
2016-09-12 19:43 diepresse.com
59 /100
Brandanschlag auf Moschee des Orlando-Schützen
Im US-Bundesstaat Florida ist ein Brandanschlag auf die Moschee verübt worden, in der auch
der Attentäter von Orlando betete. Laut Polizei wurde das Gebäude stark beschädigt. Eine
Überwachungskamera filmte eine Person, die vor dem Feuer ums Haus schlich.
Die Moschee, die auch der
Orlando-Attentäter
Omar
Mateen
regelmäßig
besucht hat, ist durch ein
Feuer beschädigt worden.
Es handele sich um
"vorsätzliche
Brandstiftung", teilte die
Polizei von Fort Pierce mit,
etwa
200
Kilometer
nördlich von Miami. Der
Anschlag habe sich kurz
nach Mitternacht ereignet.
Das Gebäude wurde nach
Darstellung der Polizei stark beschädigt.
Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten eine Person, die in der Nacht um das
Gebäude schlich, sagte David Thompson von der Polizei. Direkt danach sei das Feuer
ausgebrochen. Man ermittle wegen eines möglichen Hassverbrechens.
Über einen möglichen Zusammenhang mit den Schüssen im Nachtclub "Pulse" in Orlando
wollte ein Polizeisprecher "nicht spekulieren". Der 29-jährige Mateen hatte am 12. Juni in dem
bei Homosexuellen beliebten Club um sich geschossen. 50 Menschen wurden getötet, darunter
der Attentäter in einem Schusswechsel mit der Polizei.
2016-09-12 19:38 tagesschau.de www.tagesschau.de
60 /100
Rübenpreise richten sich künftig nach Weltmarkt
Mehr als tausend Fälle Telekom
schummelt mit Paypack-Punkten
Trennung
von
Daimler
präsentiert neuen Crafter
VW
Neues Gesetz Banken müssen beim
Wechsel zur Konkurrenz helfen
Nach Strafanzeige Abgas-Skandal:
VW-Ingenieur gibt Schuld zu
2016-09-13
00:22
Allgemeine www.haz.de
61 /100
Matthias Brodowy stellt neues Programm vor
„Genau in diesem Ton“ So punkig ist das neue Album von Jennifer Rostock
"Hannover Proms" NDR-Philharmonie eröffnet neue Spielzeit im Kuppelsaal
Hannoversche
Nach
Umgestaltung
Besucher im neuen
Museum
50
000
Sprengel
Roman von Philipp Winkler Warum
wird man eigentlich 96-Hooligan?
2016-09-13
00:26
Allgemeine www.haz.de
62 /100
Hannoversche
Chodorkowski
sucht
PutinRivalen
für
Wahlen 2018
Der Ex-Oligarch will 2018
nicht selbst antreten. Putin
selbst hat noch nicht offiziell
bestätigt, dass er bei der
nächsten Wahl antreten wird.
12.09.2016 | 19:12 |
( DiePresse.com )
Kreml-Kritiker
Michail
Chodorkowski sucht nach
einem Rivalen für Wladimir
Putin
bei
der
nächsten
Präsidentenwahl in Russland.
Mit dem Projekt "An Stelle von Putin" wolle er seinen Landsleuten bei der Suche nach
Alternativen zum derzeitigen Staatschef helfen, sagte Chodorkowski am Montag bei einer
Videokonferenz aus London, wo er im Exil lebt.
Er selbst wolle sich nicht um das Präsidentenamt bewerben, betonte der Ex-Oligarch. Putin
selbst, der über Zustimmungswerte in der Bevölkerung von 80 Prozent verfügt, dürfte auch 2018
wieder antreten. Offiziell erklärt hat er es aber noch nicht.
Als mögliche Rivalen brachte Chodorkowskis Stiftung Offenes Russland den ehemaligen
Finanzminister Alexej Kudrin, den bekannten Oppositionellen Alexej Nawalni und die Tochter
des verstorbenen russischen Präsidenten Boris Jelzin, Tatjana Jumaschewa, ins Gespräch.
Offenes Russland stellt auch 19 Kandidaten für die Parlamentswahl am Sonntag und fünf für die
Wahl des Stadtrats von St. Petersburg, der Heimatstadt Putins.
Putins Erzfeind Chodorkowski, der ehemalige Mehrheitsaktionär des Yukos-Konzerns, war
2003 festgenommen worden. Russlands damals reichster Mann wurde wegen Betrugs und
Steuerhinterziehung verurteilt und war fast zehn Jahre lang inhaftiert. Ende 2013, wenige
Wochen vor den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi, wurde er von Putin
überraschend begnadigt. Nach seiner Freilassung gründete Chodorkowski seine Stiftung
Offenes Russland zur Sammlung der schwachen proeuropäischen Kräfte in Russland.
(APA/AFP )
2016-09-12 19:12 diepresse.com
63 /100
Huma Abedin: Gesellschaftskritik
Der Dödel?
Wie
muss
ich
Dödelbemerkung
verstehen?
Verniedlichend?
Herablassend?
Fremdschämend?
Unüberlegt?
sexistisch? ;)
diese
Gar
Diese Angelegenheit, die
eigentlich nur die beiden
Involvierten etwas angeht,
hätte niemanden zu einem Artikel inspiriert, wenn die Geschlechter anders verteilt wären. Denn
eine Ehefrau, die ihrem erfolgreichen Mann ein paar Fotos in Unterwäsche schickt, während
dieser auf Geschäftsreise ist, hätte keinen Schw... pardon, "Dödel" interessiert. Wahrscheinlich
auch keine "Mumu". Aber hier beißt offenbar der Mann bzw. die Frau den Hund.
Pardon, aber das ist eine, vom Wortlaut, ziemlich dumme Frage: Würde sich der Mensch nie
ändern, würden wir alle strampelnd in Windeln liegen und nach unseren Fläschchen schreien.
Also geht es wohl nicht um das ändern schlechthin, sondern eher um das Abstellen bestimmter
Gewohnheiten? Dazu hatte mir mein Vater erzählt dass nach dem WK II eine Packung
Zigaretten ca. 5-10 Brote wert war; und das in einer Zeit in der Leute schlicht verhungerten...
2016-09-12 19:01 Christine Meffert www.zeit.de
64 /100
Psychologie: Der Fluch der Neugier
Die Stromschläge taten
weh. Gefährlich waren sie
nicht,
aber
die
Versuchspersonen waren
keine Masochisten, sie
genossen die Stromstöße
nicht. Umso seltsamer,
dass sie sich diese selbst
zufügten.
Freiwillig.
Mehrfach.
Irgendetwas
trieb sie dazu.
Das Experiment von zwei
US-Forschern wirft ein
irritierendes Licht auf unsere Psyche. Es zeigt, dass Menschen sich aus purer Neugier selbst
Schaden zufügen. So lautet zumindest das Fazit von Christopher K. Hsee und Bowen Ruan. Die
beiden hatten Probanden im Labor an Tische gesetzt, auf denen Kugelschreiber lagen. Dort
sollten sie angeblich warten, bis das Experiment beginne, hieß es. Zum Zeitvertreib dürften sie
mit den Kugelschreibern spielen. Die Forscher sprachen jedoch eine Warnung aus: Vor einigen
Stiften müssten sie sich in Acht nehmen. Jene mit rotem Aufkleber würden beim Herausklicken
der Mine einen Stromstoß abgeben. Bei denen mit grünem Aufkleber bestünde diese Gefahr
nicht. Und dann gebe es noch solche mit gelber Markierung – die seien unberechenbar. Die
Forscher wollten herausfinden, welche Kugelschreiber das größte Interesse wecken würden.
Dafür verglichen sie zwei Bedingungen: In der einen Gruppe lagen nur grüne und rote Stifte vor
den Teilnehmern, in der anderen Gruppe nur gelbe. Das Ergebnis war eindeutig: Die
Probanden der Gruppe mit gelben Stiften fassten ihre deutlich häufiger an. Immer wieder
nahmen sie einen Stift in die Hand, um ihm sein Geheimnis zu entlocken: Würde er beim
Klicken einen Stromstoß abgeben oder nicht? Neugier habe sie dazu getrieben, sagen die
Forscher. Es schien gerade die Ungewissheit zu sein, die die Probanden an den gelben Stiften
reizte. Wäre es ihnen nur darum gegangen, sich die Langeweile mit kleinen Stromschlägen zu
vertreiben, hätten die roten Stifte ähnliches Interesse erfahren müssen. Dem war aber nicht so.
In Folge-Experimenten ließ sich die These bestätigen. Mal sollten Testpersonen auf Knöpfe
drücken, um schreckliche oder wohlklingende Geräusche zu hören, mal wurden sie mit ekligen
Insektenbildern konfrontiert. Wann immer sie nicht wissen konnten, was passieren würde,
drückten sie besonders oft – und riskierten somit lauter unerfreuliche Erlebnisse. Mit der Zeit
schlug ihnen das richtig auf die Laune, doch die Neugier war stärker als die Vernunft.
Als "Pandora-Effekt" bezeichnen die Forscher das Phänomen, benannt nach der berüchtigten
Pandora aus der griechischen Mythologie: Sie öffnete entgegen ausdrücklicher Warnung die
Büchse voller Laster und brachte damit Unheil über die Welt.
Neugier hat fatale Folgen: Finger, die auf Herdplatten glühen. Seitensprünge oder Drogen, die
ins Verderben führen. Fragen, deren Antworten man nicht hören möchte. Doch auch, wenn
Neugier zuweilen lächerlich macht, wenn grotesk erscheint, was die Probanden in der Studie
aufführten: Neugier lässt uns wagemutig sein. Nie wären die großen Entdecker in See
gestochen, wären sie nicht der Versuchung des Horizonts erlegen. Nie wäre ein Mensch zum
Mond geflogen oder auf den Grund des Meeres getaucht. Ohne Neugier würden wir im
Altvertrauten verharren und an Langeweile sterben. Dann schon lieber an einem Stromschlag.
2016-09-12 19:00 ZEIT ONLINE www.zeit.de
65 /100
Bank-Austria-Pensionsdeal: EU sieht keine staatliche
Beihilfe
Wien, Brüssel – Die EU-Kommission hat die Übertragung der Bank-Austria-Pensionen ins
staatliche ASVG-System geprüft - sie ortet keine staatliche Beihilfe, wie der Standard (DienstagAusgabe) berichtet. Das hat die Europäische Kommission den Österreichern am 20. Juli
mitgeteilt, und zwar in einem „Dienststellenschreiben“, in dem sie von der Einstellung ihrer
diesbezüglichen Untersuchung informiert hat.
Diese Nachricht hat Wirtschaftsminister und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) dem
Bericht zufolge den NEOS am 12. September zukommen lassen - als Beantwortung einer
parlamentarischen Anfrage. Die NEOS hatten im März als einzige Parlamentspartei gegen die
„Lex
Bank
Austria“
die
Rahmenbedingungen zum Transfer
der Bankpensionisten - gestimmt.
Bank Austria muss 729 Mio. Euro ins
staatliche System überweisen
Für den Transfer der 3.300 Betroffenen
muss die UniCredit-Tochter gemäß
„Lex Bank Austria“ - mit Stand März rund 729 Mio. Euro ins staatliche
System überweisen, damit ist sie ihre
Pensionslasten los. Im Mai erklärte
das Institut jedoch, die Lösung komme
wegen Mehrkosten aufgrund einer
nachträglichen Gesetzesänderung teurer, man habe heuer im ersten Quartal zusätzlich 444
Mio. Euro Rückstellung bilden müssen; netto habe sich das im Halbjahr mit 204 Mio. Euro
niedergeschlagen, hieß es seitens der Bank Austria Anfang August.
Die NEOS vertreten der Zeitung zufolge die Ansicht, dass sich die BA mit der
Pensionsübertragung rund 800 Millionen Euro spart, der Staat leiste eine unerlaubte Beihilfe.
Brüssel sieht es anders. NEOS-Sozialsprecher Loacker fürchtet angesichts der Entscheidung,
„mittelfristig zusätzliche, verdeckte Kosten“ fürs Budget. Der Abgang aus der
Pensionsversicherung werde durch die Einmalzahlung von 729 Mio. Euro „nur optisch kleiner“
wirken. (APA)
2016-09-12 18:50 Tiroler Tageszeitung www.tt.com
66 /100
Heiko Maas: Justizministerium gibt nicht öffentliches
Protokoll weiter
In der Affäre um die
Ermittlungen gegen die
Betreiber
von
Netzpolitik.org hat das
Bundesjustizministerium
eingeräumt,
ein
Bundestagsdokument
weitergegeben zu haben,
das für die Öffentlichkeit
gesperrt ist. Es handelt sich
dabei um das Protokoll
einer nicht öffentlichen
Sitzung
des
Rechtsausschusses.
Das Ministerium nannte die Weitergabe auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montag
einen Irrtum. Man sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es sich bei dem Dokument
aus dem Vorjahr um ein öffentliches Protokoll handelt. Das Ministerium hatte das Dokument auf
Anfrage von Netzpolitik.org an das Blog weitergegeben, wo es im August veröffentlicht wurde.
Dem Protokoll zufolge sagte der damalige Generalbundesanwalt Harald Range vor dem
Rechtsausschuss, dass er vom Justizministerium die Weisung erhalten habe, die Ermittlungen
gegen die Blogger wegen Landesverrats einzustellen. Justizminister Heiko Maas (SPD) hatte
dem widersprochen und Range im vergangenen Jahr im Zuge der Affäre in den Ruhestand
versetzt.
Maas steht wegen der Affäre seit Wochen in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, sich damals in die
Ermittlungen gegen die Netzpolitik.org-Journalisten eingeschaltet zu haben. Sie waren
angestrengt worden, weil die Blogger vertrauliche Dokumente des Verfassungsschutzes
veröffentlicht hatten. Darin ging es um Pläne zur stärkeren Überwachung des Internets.
Die Vorsitzende des Rechtsausschusses, Renate Künast (Grüne), kritisierte die Weitergabe des
Protokolls in einem Brief an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). "Obwohl ich
persönlich die Öffentlichkeit von Ausschusssitzungen auch in diesem Punkt begrüße, ist es
doch richtig, dass die Entscheidung über den Umgang mit dem Protokoll einer nicht öffentlichen
Sitzung dem Deutschen Bundestag zusteht", heißt es in dem Schreiben. Künast forderte die
Bundesregierung auf, ein derartiges Vorgehen in Zukunft zu unterlassen.
Die rechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker, nannte die
Weitergabe einen "klaren Verstoß gegen die Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages".
Maas setze ein Stück weit seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel. "Damit verrückt er selber die
Maßstäbe, an denen andere sich messen lassen sollen. " Winkelmeier-Becker forderte den
Minister auf, sich im Rechtsausschuss zu erklären.
2016-09-12 18:46 ZEIT ONLINE www.zeit.de
67 /100
Ex-Premier Cameron gibt auch Parlamentssitz auf
Nach dem Brexit-Votum der
britischen Wähler war er
als Premier zurückgetreten.
Nun
verzichtet
David
Cameron auch auf seinen
Sitz im Parlament. Er wolle
der neuen Regierung von
Premier Theresa May nicht
im Wege stehen, teilte er
mit.
Zwei Monate nach seinem
Rücktritt
als
Premierminister gibt David
Cameron auch seinen Sitz im britischen Parlament auf. Seine Entscheidung gelte mit sofortiger
Wirkung, sagte Cameron.
Zur Begründung sagte der konservative Politiker, er glaube nicht, dass er "als Hinterbänkler" im
Parlament tätig sein könne, ohne durch seine Präsenz von der Regierungsarbeit von
Premierministerin Theresa May abzulenken. May habe einen großartigen Start gehabt und sei
gut positioniert, um Großbritannien zu führen.
Cameron versprach, den Kandidaten der konservativen Partei bei der nun notwendigen
Nachwahl für seinen Parlamentssitz zu unterstützen.
Cameron hatte das Amt als Premier aufgegeben, nachdem eine Mehrheit der Wähler für den
Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gestimmt hatte. Camerons Partei hatte das
Referendum in die Wege geleitet, er selbst hatte sich jedoch für einen Verbleib in der EU
ausgesprochen.
Cameron war 2005 Parteichef der Konservativen geworden. 2015 gewann die Partei im
Unterhaus die absolute Mehrheit.
2016-09-12 18:24 tagesschau.de www.tagesschau.de
68 /100
Kinderstube: Deutsch lernen in der Nachbarwohnung
Die Dortmunder Nordstadt
ist ein sozialer Brennpunkt.
Viele Migranten haben hier
über
Generationen
Wurzeln
geschlagen,
finden
aber
kaum
Berührungspunkte
zu
Deutschen
und
deren
Angeboten.
Doch
mittendrin
ist
etwas
entstanden,
das
alte
Strukturen aufbricht: Damit
Kinder
mit
Migrationshintergrund so
früh wie möglich eingebunden werden ins deutsche Bildungssystem, hat die Stadt sogenannte
Kinderstuben eingerichtet. In Mietwohnungen und Ladenlokalen in direkter Nachbarschaft zu
den Familien werden Kinder betreut, noch bevor sie in den Kindergarten kommen.
Die Kinderstuben erreichen deshalb auch viele bildungsferne Eltern, die wegen mangelnder
Deutschkenntnisse und Informationen nicht auf die Idee kommen, ihren Nachwuchs in einer
Kita anzumelden. Das Projekt wurde jüngst in Berlin mit dem Preis "Soziale Stadt" des
Bundesbauministeriums ausgezeichnet.
Vor acht Jahren wurden die Kinderstuben an der Grundschule Kleine in der Dortmunder
Nordstadt ins Leben gerufen. Die Schule hatte beobachtet, dass der Förderbedarf bei den
Schulanfängern kontinuierlich stieg. 37 Prozent der Vierjährigen des Stadtteils besuchten keine
Tageseinrichtung, und von den restlichen 63 Prozent der Kinder hatte nur ein einziges die erste
Phase des damals üblichen Delfin4-Sprachtests bestanden. Aktuell werden in NordrheinWestfalen die Sprachtests durch Grundschullehrer nur noch bei den knapp 20 Prozent der
Kinder durchgeführt, die mit vier Jahren (noch) keine Kita besuchen, die die Bildungsfortschritte
dokumentiert.
Überproportional viele Kinder, die in keine Kita gehen, leben in den Wohnblöcken, in denen
vornehmlich Familien aus bildungsfernen , wenig integrierten Schichten zu Hause sind. Die
Kinderstuben sind der Versuch, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildung
aufzulösen oder wenigstens zu mildern. "Da die Kinderstuben direkt bei den Wohnungen sind
und die Eltern jederzeit bei uns reinschauen können, schaffen wir Transparenz und Vertrauen",
so begründet Fachberaterin Gudrun Adrian-Koch, dass die Migranten das Angebot gerne
annehmen.
Yuzlem Ismail ist eine der Mütter. Sie begleitet ihre dreijährige Tochter Halil und sieht mit
Vergnügen, wie das Mädchen mit anderen Kindern spielt. "Meine Tochter spricht inzwischen
besser Deutsch als ich. Mir ist das wichtig, weil wir in Deutschland bleiben wollen. Wenn sie die
Sprache beherrscht, kann sie später alles werden. " Auch Hilal wird im Anschluss an die
Kinderstube einen Platz in einer städtischen Kindertageseinrichtung bekommen, bevor sie in
die Schule geht.
Dann – so sieht es das Konzept vor – wird Hilal gut Deutsch sprechen und problemlos dem
Unterricht folgen können. Die Mädchen und Jungen zwischen eins und vier Jahren, die meist
türkische und immer häufiger syrische und afrikanische Wurzeln haben, bekommen in den
Kinderstuben auch die Gelegenheit, sich viel zu bewegen und soziale Regeln zu lernen.
"Bei uns läuft alles über Sprache", sagt Adrian-Koch. Damit das Deutschlernen gelingt, ist jede
der pädagogisch ausgebildeten Tagesmütter für maximal drei Kinder zuständig. In einer
Kinderstube sind bis zu neun Kinder. Die Betreuung ist gebührenpflichtig – für Eltern, die ein
Einkommen erzielen. Für die vielen Eltern, die in diesem Stadtteil keine Arbeit haben oder über
ein geringes Einkommen verfügen, übernimmt die Stadt die Kosten.
2016-09-12 18:18 ZEIT ONLINE www.zeit.de
69 /100
Linde bläst Fusion ab
Die angebahnte Fusion der
Industriegase-Konzerne Linde
und Praxair wurde gestoppt.
12.09.2016 | 18:00 |
( Die Presse )
München. Die angebahnte
Fusion der IndustriegaseKonzerne Linde und Praxair
wurde auf Drängen von LindeChef Wolfgang Büchele und
den Kapitalvertretern gestoppt,
wie der Konzern am Montag
mitteilte. Während die strategische Sinnhaftigkeit einer Fusion grundsätzlich bestätigt worden
sei, „hat sich bei der Erörterung von Detailfragen gezeigt, dass keine übereinstimmende
Auffassung erzielt werden konnte“, hieß es. Praxair bestätigte das Ende der Gespräche. Die
Linde-Aktie stürzte zwischenzeitlich um gut acht Prozent ab.
Insidern zufolge konnten sich beide Seiten nicht über zentrale Fragen wie den Konzernsitz
einigen. „Der Linde-Standort München hätte nur noch eine marginale Rolle gespielt“, sagte eine
mit der Sache vertraute Person. Dass nun ein anderer Partner an die Stelle von Praxair treten
könnte, sei angesichts der Kartellsituation unwahrscheinlich, so ein Insider.
Die beiden Konzerne hatten seit Wochen verhandelt. Linde wollte durch die Fusion wieder
zurück an die Weltspitze bei Industriegasen. Die Bayern rutschten kürzlich auf Platz zwei ab,
nachdem die französische Air Liquide den US-Konkurrenten Airgas gekauft hatte. Die
amerikanische Praxair macht nur etwa halb so viel Umsatz wie Linde, ist aber wesentlich
profitabler.
Die Gasebranche ist weltweit stark konsolidiert. Wäre die Fusion gelungen, wären nur noch drei
Anbieter übrig. (Reuters/red.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 diepresse.com
70 /100
Ärzte auf der Straße – und ein „Feindbild“
Rund
2000
Spitalsärzte
demonstrierten am Montag
gegen
Nachtdienstreduktionen und
Schichtdienste.
Der
Höhepunkt
der
Abschlusskundgebung
war
die Forderung nach einem
Rücktritt
von
KAVGeneraldirektor Udo Janßen.
12.09.2016 | 18:00 |
Köksal Baltaci
von
( Die Presse )
Wien. Mit der Forderung nach dem Rücktritt von Udo Janßen, Generaldirektor des
Krankenanstaltenverbundes (KAV), ging am Montag der erste Warnstreik der Wiener
Spitalsärzte über die Bühne. Ohne einen „Wechsel in der Generaldirektion“ seien weitere
Gespräche nicht besonders vielversprechend, betonte etwa Hermann Leitner, Vizepräsident
und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Wiener Ärztekammer unter tosendem Applaus der
rund 2000 Spitalsärzte (von insgesamt 3100 aktiven Ärzten im KAV) auf dem Stephansplatz.
Dort fand gegen 12 Uhr die Abschlusskundgebung des Streiks ab.
Der Demozug hatte zuvor um 9 Uhr auf dem Dr.-Karl-Lueger-Platz seinen Ausgang genommen
und über den Ring und die Weihburggasse zum Stephansplatz geführt. Mit dabei hatten die
Ärzte (fast alle im weißen Kittel) Transparente („Kürzere Wartezeiten für Patienten“, „Bitte nicht
krank werden, Gänge sind voll“, „Mehr Zeit für Ausbildung“) sowie Trillerpfeifen und Ratschen,
die für die entsprechende Geräuschkulisse sorgten. In den Spitälern herrschte vier Stunden
Notbetrieb. Geplante Operationen und Ambulanztermine wurden verschoben, zu gravierenden
Engpässen kam es nicht.
„Geradezu überwältigt“ zeigte sich Leitner angesichts der zahlreichen Ärzte, die trotz
Androhung von Repressalien durch den KAV am Streik teilgenommen hatten. Auch der
Lungenfacharzt und Asklepios-Obmann Gernot Rainer, dessen Vertrag im Otto-Wagner-Spital
wegen mangelnder Identifikation mit den „Gesamtinteressen der Stadt Wien“ nicht verlängert
wurde und der dies nun gerichtlich bekämpft, hielt eine Rede. Er bekräftigte die Notwendigkeit
eines Streiks und sei „begeistert und tief beeindruckt“ über die Solidarität seiner Kollegen.
„Volle Solidarität“ der niedergelassenen Ärzte garantierte den streikenden Medizinern auch der
Vertreter des niedergelassenen Bereichs in der Wiener Kammer, Johannes Steinhart.
Den größten Applaus erntete Kammerpräsident Thomas Szekeres, der die Bühne als Letzter
betrat. Neben der sofortigen Rücknahme der Nachtdienstreduktion (40 von rund 350 sollen
gestrichen werden) sprach er sich in einer emotionalen Rede erneut gegen „flächendeckende
Schichtdienste“ ohne Zustimmung der Ärzte sowie gegen ein „Herunterfahren des öffentlichen
sozialen Gesundheitssystems“ aus.
Zu den Forderungen gehört auch ein „Bekenntnis zur Ausbildung in den Gemeindespitälern“
(zuletzt wurde wiederholt beklagt, dass Turnusärzte in Wiener Spitälern wegen
Personalmangels nicht mehr angemessen ausgebildet werden können) sowie die Umsetzung
der „vereinbarten Strukturmaßnahmen“ – etwa des Ausbaus der Notaufnahmen. Denn es gebe
zu wenig Aufnahmen, in denen auch Betten zur stationären Aufnahme vorhanden seien.
Szekeres: „Und dort, wo es die Betten gibt, gibt es zu wenig Personal, sie zu bespielen.“ Sollte
der KAV diese Forderungen nicht erfüllen, werde das Aktions- und Streikkomitee der
Ärztekammer bereits am heutigen Dienstag erneut tagen, um über die nächsten
Protestmaßnahmen zu beraten.
Kritik an dem Streik der Ärzte übte einmal mehr Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ).
„Wenn es der Ärztekammer tatsächlich um eine Lösung geht, dann darf es hier auch keine
weitere Gesprächsverweigerung geben“, sagt Wehsely. Dass der Streik stattfinden wird, habe
sich „klar abgezeichnet“. Es sei die Verantwortung der Führung, hier zu Lösungen zu kommen
und die „Eskalationsschraube“ zurückzudrehen. Für Mittwoch habe der KAV nun zu einem
weiteren Treffen geladen. Allzu optimistisch sei sie allerdings nicht, da sie „Signale“ habe, dass
Teile von Vertretern der Ärztekammer „das weitere Drehen der Eskalationsschraube wollen und
nicht wollen, dass es zur Lösung kommt“. Sie habe Hinweise, dass beim heutigen Treffen des
Streikkomitees Beschlüsse gefasst würden, „die sozusagen Bedingungen formulieren, die nicht
erfüllbar sind“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von K diepresse.com
71 /100
Wahlkartentausch in Leopoldstadt
Forderungen nach einer Verschiebung der Wahlwiederholung im zweiten Bezirk werden laut.
Die Stadt lehnt ab, in Sonderschichten werden bis Sonntag Wahlkarten getauscht.
12.09.2016 | 18:00 | Von Martin Stuhlpfarrer
( Die Presse )
Wien . „Wir bleiben beim Sonntag.“ Das erklärte der Leopoldstädter Bezirkschef, Karlheinz Hora
(SPÖ), der „Presse“ nur wenige Minuten, nachdem Innenminister Wolfgang Sobotka die
Verschiebung der Bundespräsidentenstichwahl (auf 4. Dezember) öffentlich bekannt gegeben
hatte. Wenig später wurde Horas Linie vom Ressort des zuständigen Stadtrats, Andreas
Mailath-Pokorny, bekräftigt – womit die Diskussion in die nächste Runde ging.
Denn kurz zuvor hatte NeosKlubchefin
Beate
MeinlReisinger eine Verschiebung
der
Wiederholung
der
Bezirksvertretungswahlen in
der Leopoldstadt gefordert.
Und das mit der Verschiebung
der
Präsidentenstichwahl
begründet: „Das ist die richtige
Entscheidung, nur so kann
eine
ordentliche
Wahl
gesichert werden“, so MeinlReisinger
zu
Sobotkas
Entscheidung. Nachsatz: „Es
ist absolut unverständlich, dass die Stadt Wien aber die Wiederholung der
Bezirksvertretungswahl in der Leopoldstadt ausschließt, obwohl es da die ganz gleichen
Probleme gibt.“ Wie „Die Presse“ berichtete, gibt es bei den Briefwahlkuverts in der
Leopoldstadt dieselben Probleme wie bei der Bundespräsidentenwahl – stammen die Kuverts
doch auch aus derselben Druckerei.
Die Neos haben deshalb am Samstag einen Brief an den Präsidenten des Landtags, Harry
Kopietz, den zuständigen Stadtrat, Andreas Mailath-Pokorny, und die Klubobleute der anderen
Parteien geschickt, um eine Verschiebung der für den nächsten Sonntag angesetzten
Wahlwiederholung zu erreichen: „Sonst ist eine neuerliche Anfechtung der Wahl durchaus
möglich“, so Meinl-Reisinger.
Seitens der Stadt wird allerdings betont, dass sich eine Verschiebung samt Fixierung eines
neuen Wahltermins in der Leopoldstadt zeitlich nicht mehr ausgeht – wegen des gesetzlichen
Fristenlaufs. Für eine Verschiebung müsste eine Landtagssitzung einberufen werden,
Ausschüsse müssten tagen und entsprechende Beschlüsse gefasst werden. Im Büro von
Mailath-Pokorny spricht man von einem Minimum von elf bis zwölf Tagen Vorlaufzeit, die dafür
notwendig sind. Die Wahlwiederholung findet aber schon am Sonntag statt. Meinl-Reisinger ist
hier anderer Meinung: „Wenn sich alle Fraktionen einigen, könnte das diese Woche noch
realisiert werden.“
Wie geht die Stadt nun mit dieser Situation um, damit nicht eine neuerliche erfolgreiche
Wahlanfechtung im Raum steht? Die Wahl wird zwar am Sonntag stattfinden. Wer allerdings
eine schadhafte Wahlkarte bekommen hat, kann sie (im Gegensatz zum Bund) umtauschen.
Selbst dann, wenn sie bereits unterschrieben ist.
Falls sich der Kleber erst auf dem Postweg auflöst, womit die Wahlkarte ungültig wird, ohne
dass der Wähler dies wissen kann, wird die betreffende Person von der Behörde verständigt,
erklärt Christine Bachofner, Leiterin der MA 62 (Wahlen und Rechtsangelegenheiten). Dann
wird eine Ersatzwahlkarte ausgehändigt. Dieses Austauschservice läuft bis „Samstag oder
sogar Sonntag“ – dafür wurden zusätzliche 50 Mitarbeiter der Stadt abgestellt. Um welche Zahl
es sich handelt, also wie viele Exemplare bei der Wahlwiederholung in der Leopoldstadt defekt
sind, kann Bachofner noch nicht sagen.
Warum beschädigte Wahlkarten (im Gegensatz zur Präsidentenwahl) in Wien getauscht werden
dürfen? Das Wiener Wahlrecht unterscheidet sich minimal in einem Punkt von der Wahlordnung
des Bundes: Laut §41, Abs. 1 der Gemeindewahlordnung ist eine Wahlkarte als verschließbarer
Briefumschlag herzustellen. Löst sich der Briefumschlag wegen des Produktionsfehlers auf, ist
er laut Wiener Wahlordnung keine Wahlkarte – selbst wenn er schon unterschrieben ist. Somit
hat der Betroffene (rechtlich gesehen) keine Wahlkarte erhalten, weshalb ihm eine Wahlkarte
ausgestellt werden darf.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Martin diepresse.com
72 /100
In Wien kann man sich den Wohlstand noch leisten
Die Bundeshauptstadt liegt mit
hoher
Lebensqualität
auf
Rang vier von 100 Städten.
12.09.2016 | 18:00 |
( Die Presse )
Wien.
Was
macht
Lebensqualität aus? Sauberes
Wasser, saubere Luft? Sicher.
Aber auch eine gute Balance
zwischen
Arbeitsund
Freizeitangeboten. Das alles
hat – mit wenigen Abstrichen –
Wien zu bieten. Die Bundeshauptstadt hat es im neuesten „Sustainable Cities Index“ des
Planungs- und Beratungsunternehmens Arcadis unter 100 Städten weltweit auf Platz vier
geschafft.
Wien, das erstmals in den Städtevergleich einbezogen worden ist, punktet vor allem bei den
Kriterien „Menschen“ und „Umwelt“. „Es gibt nicht viele Städte auf der Welt, in denen die
Menschen so sicher im Wohlstand leben können, den sich die meisten auch leisten können“,
sagt Alexander Kersche, Manager von Arcadis Österreich. Da habe Wien vielen
Millionenstädten etwas voraus.
Aber auch, was Freizeit und Erholung anlangt, liegt Wien vorn. Die Stadt gehört zu den
Metropolen mit dem höchsten Grünflächenanteil. In Wien ist die Hälfte des Stadtgebietes
Grünfläche. „Umwelt- und Klimaschutz sind seit vielen Jahren fester Bestandteil der städtischen
Politik und umfassen sämtliche Bereiche – von der Reduktion der CO2-Emissionen bis zum
Naturschutz.“
Nicht ganz so gut liegt Wien mit dem 14. Platz beim Kriterium „Wirtschaft“. Generell schneiden
europäische Städte bei diesem Index schwächer ab, was die Autoren der Studie auf die
Eurokrise zurückführen. Da liegen die Finanzmetropolen Singapur, Hongkong, London, Dubai
und Zürich vorn. In diesen Städten kann man jedoch Grün mit der Lupe suchen.
„Alle Städte haben ihre Herausforderungen, keine Stadt hat den Titel nachhaltigste Metropole in
jedem Punkt verdient“, erklärt Kersche. Für Wien sei die große Herausforderung, die hohe
Lebensqualität künftig zu erhalten.
Insgesamt liegt Zürich im Index auf Platz eins, gefolgt von Singapur, Stockholm, Wien und
London. (eid)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 diepresse.com
73 /100
AUA legt Kollektivvertrag-Streit bei
Der neue Bordkollektivvertrag
regelt das bisher fehlende
Karrieremodell für die 1000
Piloten und soll die alten
Gräben zwischen Tirolern und
Wienern zuschütten.
12.09.2016 | 18:00 | von Hedi
Schneid
( Die Presse )
Wien. Wenn frischgebackene
Piloten
ihre
Ausbildung
absolviert haben, gibt es für
sie vor allem ein Anliegen: fliegen, fliegen, fliegen. Denn sie haben nur ein Ziel: so rasch wie
möglich auf den linken Sitz im Cockpit zu kommen. Dort sitzt nämlich der Kapitän.
Bei der AUA war der Weg nach oben auf der Karriereleiter lange Zeit vorhersehbar. Das hat
sich allerdings mit der vor fünf Jahren eingeleiteten Sanierung und Neuausrichtung geändert.
Vor allem die mit 1. April 2015 fixierte Fusion der Regionaltochter Tyrolean in die AUA riss alte
Gräben auf: Viele Tyrolean-Piloten, die sich seit jeher von den Wienern unterbewertet sahen,
weil sie die alten Propeller-Bomber steuern mussten, werteten dies als unfreundlichen Akt.
Karrierepläne lösten sich zum Teil in Luft auf. Daran änderte auch der Anfang 2014 in Kraft
getretene neue Kollektivvertrag (KV) für das gesamte Bordpersonal nichts. 13 Klagen und
Anträge auf Schlichtung hingen wie ein Damoklesschwert über dem zarten Pflänzchen einer
neuen Unternehmenskultur.
Jetzt scheint das letzte Kapitel der Neuausrichtung der AUA auf eine effiziente, profitable
Fluglinie geschafft: Nach nur drei Monaten harter Verhandlungen haben Management,
Bordbetriebsrat, Gewerkschaft und Wirtschaftskammer einen neuen Kollektivvertrag (KV) für das
Bordpersonal unterschrieben. Der neue Tarifvertrag, der rückwirkend mit 1. August in Kraft tritt,
ergänzt den seit 2014 bestehenden Bord-KV genau um das bisher fehlende gemeinsame
Karrieremodell für die rund 1000 Piloten.
Die wichtigste Neuerung: Die gesamte neue Embraer-Regional-Flotte, die die alten Fokker
ersetzt, wird von (ehemaligen) Tyrolean-Piloten geflogen. Damit erspart sich die AUA viele
Umschulungen. Sie haben auch heuer zu Sommerbeginn zu Flugstreichungen und
entsprechender Kritik geführt.
Für 27 AUA-Ko-Piloten, die deshalb den vierten Streifen auf der Uniform nicht jetzt bekommen,
sondern warten müssen, gibt es ein Trostpflaster: Sie erhalten Kapitänsgehälter. Auch 37
Tyrolean-Piloten, die noch länger auf einen Embraer-Einsatz warten müssen, erhalten diesen
finanziellen Anreiz. Die Kosten seien sehr überschaubar, hieß es.
Das neue Karrieremodell eröffnet Tyrolean-Piloten aber auch Karrieremöglichkeiten auf der
Langstrecke. Mehr als 100 Langstrecken-Ko-Piloten-Stellen sollen durch Tyrolean Piloten
besetzt werden. „Am Ende der Schulungen wird nahezu die Hälfte aller Piloten innerhalb von
24 Monaten einen Karriereschritt gemacht haben“, hieß es. Das Schlichtungsverfahren erübrigt
sich.
„Es war unser Ziel, innerhalb der Belegschaftsgruppen für mehr Ausgewogenheit und für
ausreichende Karriereperspektiven zu sorgen“, sagt AUA-Chef Kay Kratky zur Einigung mit dem
Betriebsrat. Der neue Bordbetriebsratschef, Rainer Stratberger, bezeichnet den KV im Gespräch
mit der „Presse“ als „Riesenchance für die Belegschaft“. „Wenn wir die Expansion wie geplant
durchziehen wollen, müssen wir junge Piloten an Bord halten und dürfen nicht Teile der
Mannschaft gegeneinander ausspielen.“ Der Tarifvertrag sei die „optimale Basis“ für die
Weiterentwicklung. Die AUA hat im Zuge der Langstreckenexpansion in den vergangenen zwölf
Monaten 110 Piloten aufgenommen, weitere 90 sollen folgen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Hedi diepresse.com
74 /100
ORF-General Wrabetz auf der Suche nach dem Konsens
Am Donnerstag wird das ORFDirektorium bestellt. Die ÖVP
wartet
auf
ein
Versöhnungsangebot, hofft auf
den Kaufmännischen Direktor.
12.09.2016 | 18:00 |
Von
Isabella Wallnöfer und AnnaMaria Wallner
( Die Presse )
ORF-General
Alexander
Wrabetz lässt sich derzeit nicht
gern in die Karten schauen,
wer auf seiner Direktorenliste
steht. „Wir erfahren das vermutlich erst in der Sitzung“, sagt eine Stiftungsrätin – andere
glauben, dass schon am Mittwoch etwas durchsickern könnte. Denn: Um weitere wichtige
Entscheidungen
reibungslos
durchbringen
zu
können
(etwa
eine
mögliche
Gebührenerhöhung), ist Wrabetz auf das Wohlwollen von ÖVP, FPÖ und Team Stronach
angewiesen, die ihn bei seiner Wiederbestellung nicht unterstützt haben. Daher rechnet man im
bürgerlichen Lager bei seiner Entscheidung über die Direktoren mit einem
Versöhnungsangebot.
Wie könnte das aussehen? Jedenfalls müsste Wrabetz einen Kaufmännischen Direktor und
einen Online- oder Digitalchef bestellen, der dem sogenannten bürgerlichen Lager zuzuordnen
ist – eventuell auch einen Personalchef. Denn diejenigen Kandidaten im Topmanagement des
ORF, die bereits als fix gelten, haben allesamt entweder keinen politischen Background (TV-
Chefin Kathrin Zechner soll Programmdirektorin werden), gelten als eher links (FM4-Chefin
Monika Eigensperger ist Favoritin für die Radiodirektion) oder sind eindeutig der SPÖ
zuzuordnen (neben ORF-General Wrabetz ist das auch Technik-Direktor Michael Götzhaber,
der wiederbestellt werden dürfte).
Was also bekommt das bürgerliche Lager? Dort rechnet man fix mit einem Angebot für den
Kaufmännischen Direktor. Als mögliche Kandidaten kursieren neben der – sehr
unwahrscheinlichen – Idee, der unterlegene Wrabetz-Herausforderer, Richard Grasl, könnte
bleiben, auch noch Kurt Rammerstorfer. Dem OÖ-Landesdirektor wird ein guter Draht zu ÖVPChef Reinhold Mitterlehner nachgesagt. Allerdings hat Rammerstorfer in Gesprächen mit
Verantwortlichen beteuert, er wolle Landesdirektor bleiben – und demgemäß hat er sich auch
nicht um die Kaufmännische Direktion beworben (was aber noch möglich wäre). Weit gestreut
ist das Gerücht, Gerald Grünberger, derzeit Geschäftsführer des Verlegerverbandes VÖZ,
könnte Grasl als Kaufmännischer Direktor beerben. Grünberger war stellvertretender Büroleiter
im ÖVP-Kunst- und Medienstaatssekretariat.
Dementiert hat hingegen VÖZ-Präsident und „Kurier“-Geschäftsführer Thomas Kralinger: Am
Montag informierte er die „Kurier“-Mitarbeiter per E-Mail, dass er weder Generaldirektor der
Vereinigten Bühnen Wiens noch Finanzchef des ORF werde, sondern vorhabe, weiterhin für die
Zeitung zu arbeiten.
Zwei weitere Namen werden im Zusammenhang mit der Kaufmännischen Direktion des ORF
genannt: Roland Weissmann (er war Grasls Büroleiter und verwaltet als Leiter der TVProduktionswirtschaft die Programmmillionen des ORF) und Michaela Huber. Die OMVManagerin war einst ÖVP-Minister-Sprecherin und wäre ebenfalls ein Signal an die Schwarzen.
ORF-Online-Chef Thomas Prantner hingegen gilt als Verbindungsmann zur FPÖ: Er dürfte
bleiben und könnte Chief-Digital-Officer werden.
Am Montag tagte der Finanzausschuss – die dort vertretenen Stiftungsräte erwarteten, von
Wrabetz über Details seiner geplanten Strukturreform informiert zu werden. Geht es nach
Wrabetz, werden neue Jobs und Hierarchien geschaffen – etwa durch den Einsatz von
Channelmanagern. Auch hier werden dann übrigens noch einige neue Posten zu besetzen
sein.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Isabella diepresse.com
75 /100
Kroatien: Rechte erobern Spitzenplatz zurück
Für den Erfolg der konservativen HDZ sind vor allem die Patzer des sozialdemokratischen
Oppositionschefs Milanović verantwortlich. Dieser kündigte seinen Rücktritt an.
12.09.2016 | 18:00 | Von unserem Korrespondenten THOMAS ROSER
( Die Presse )
Belgrad/Zagreb. Wenn's nicht läuft, ist notfalls immer der lästige Souverän schuld. Erst nach
Mitternacht trat Kroatiens sichtbar gezeichneter Oppositionschef Zoran Milanović in Zagreb vor
die Kameras. „Das war kein glücklicher Tag für Kroatien“, kommentierte der Chef der
sozialdemokratischen SDP die Wahlschlappe des von ihm geführten Bündnisses der
Nationalen Koalition, die sich
mit 54 von 151 Mandaten
überraschend
klar
der
konservativen
HDZ
(61
Mandate) geschlagen geben
musste: Es sei „sehr schlecht“
gewesen, dass so wenige
Wähler von ihrem Stimmrecht
Gebrauch gemacht hätten. Am
Montag kündigte er seinen
Rückzug von der Parteispitze
an.
„Wir sind happy“, verkündete
hingegen freudestrahlend der neue HDZ-Chef, Andrej Plenković. Zur Zufriedenheit hat der
bisherige Europaparlamentarier allen Grund: Als der 46-jährige Jurist vor knapp zwei Monaten
den verwaisten Parteivorsitz übernahm, schien die HDZ vor dem Absturz ins Bodenlose zu
stehen. In einem wirren, mit nationalistischer Rhetorik begleiteten Kamikaze-Kurs hatte sein
schließlich über einen Korruptionsskandal gestrauchelter Vorgänger, Tomislav Karamarko, die
von dem parteilosen Premier Tihomir Orešković geführte Koalition der HDZ mit der klerikalen
Reformpartei Most nach nicht einmal sechs Monaten krachend an die Wand gefahren.
Nur wenige Kroaten hätten nach dem Aus für die desolate Pannenregierung noch eine Kuna
auf eine Fortsetzung der gescheiterten Ehe zwischen der HDZ und Most gesetzt. Doch der
betont ruhig auftretende Andrej Plenković machte mit seiner Wende zurück zur Mitte im
Stimmenstreit fast alles richtig, sein impulsiver Rivale Zoran Milanović mit seinem
nationalistischen, vor allem den eigenen Anhang vor den Kopf stoßenden Gepolter dagegen so
gut wie alles falsch: Ihr Wahlwunder hat die HDZ damit auch den Fehlern der Opposition zu
verdanken.
Den Grund für die Pleite der SDP sieht die Zeitung „Jutarnij List“ in deren ausgebliebener
Erneuerung nach ihrer Verbannung in die Opposition zu Jahresbeginn. Die SDP habe die Wahl
in dem Moment verloren, in dem sie Milanović zu einem erneuten Mandat als Parteichef
verholfen habe, analysiert das Blatt. Milanović habe die Partei „für sich geordnet“, die Partei sich
dem ebenso umstrittenen wie verschlissenen Ex-Premier hingegen ohne Not „freiwillig
untergeordnet“: „Die SDP hat diese Wahl nicht verloren, weil die Leute glaubten, dass die HDZ
und die Protestparteien ihnen mehr geben können, sondern weil sie sicher waren, dass ihnen
Milanović absolut nichts mehr bieten kann.“
„Jetzt HDZ-Most, für Milanović Zeit für den Abtritt“, titelte am Montag dann auch das Webportal
Index.hr. Tatsächlich hat die HDZ zumindest den Weg zu einem zweiten Anlauf einer um die
Minderheitenparteien verstärkten Koalition mit der Most geebnet. Bislang hatten sich die
Politnovizen der Most für die HDZ allerdings als wenig berechenbare Partner erwiesen. Und
auch ihr jetziger Forderungskatalog wie etwa die Aufkündigung des Fischereiabkommens mit
der EU schon vor einer Regierungsbildung mutet eher unrealistisch an.
Die Zeichen in Zagreb scheinen dennoch auf eine Neuauflage der HDZ-Most-Koalition zu
stehen. Denn mit den HDZ-Zuwächsen und den kräftigen Verlusten von Most, die ein Drittel
ihrer Abgeordneten einbüßte, hat sich das Kräfteverhältnis der Partner merklich zugunsten der
HDZ verändert: Falls Most beim Koalitionspoker erneut kompromisslos bocken sollte, könnte die
HDZ ihr mit einer großen, bisher resolut ausgeschlossenen Koalition mit der SDP oder gar
Neuwahlen drohen.
Die Most werde zu akzeptieren haben, dass sie in einer Koalition nur der Juniorpartner sei, und
mit ihren „Kinderspielen“ aufhören müssen, glaubt der Analyst Zarko Puhovski: „Sonst werden
Neuwahlen folgen, bei denen die Most ausgelöscht – und an deren Ende eine Koalition von
SDP und HDZ stehen würde.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Unserem diepresse.com
76 /100
Lang Lang: „Alle Aspekte von New York reflektieren“
Klassikpianist Lang Lang legt
mit „New York Rhapsody“ eine
musikalisch klug austarierte
Hommage an die Metropole
vor. Der „Presse“ erzählte er
von
Wanderungen
durch
Queens und Duetten mit
Herbie Hancock.
12.09.2016 | 18:00 |
Samir H. Köck
Von
( Die Presse )
Die Popmusik ist randvoll mit
Liebesbekundungen an New York. Meist ambivalenten. Zwischen amerikanischem Traum und
der Lebensrealität klafft ja oft ein großes Loch. Den „shabby lifestyle“, wie er in New-York-Songs
von Leonard Cohen bis zu den Strokes idealisiert wird, mögen nur jene, die ihm jederzeit
entfliehen können. Etwa Lou Reed, den „Walk on the Wild Side“, seine asphaltpoetische Ode an
New York, wohlhabend machte. Ein Song von LCD Soundsystem hieß ein Vierteljahrhundert
später viel realistischer: „New York, I Love You But You're Bringing Me Down“.
Diesen Widersprüchen versucht der chinesische Klassikpianist Lang Lang mit seinem am
Freitag erscheinenden Opus „New York Rhapsody“ schon vom Konzept her gerecht zu werden:
„Wir wollten alle Aspekte von New York reflektieren. Nicht bloß die freundlichen“, sagt er im
Gespräch mit der „Presse“. So holt „New York Rhapsody“ zeitlich wie stilistisch weit aus. Partikel
aus Folk, R&B, Jazz und Klassik formen ein faszinierendes Kaleidoskop, das nicht mit
herkömmlichem Cross-over verwechselt werden sollte.
Lang Lang lebt seit 2007 in der „Hauptstadt der Welt“, wie sie Frank Sinatra noch in den
Siebzigerjahren genannt hat. „Heute ist New York nur mehr eine der Hauptstädte der Welt“,
schränkt Lang Lang ein. Freilich eine, die wie in John Dos Passos berühmtem Städteporträt
„Manhattan Transfer“ (1925) die Menschen mit ihren Ansprüchen zermalmen kann. Die
Glücksmöglichkeiten sind rar, vielleicht werden sie deshalb so nachhaltig beschworen. Und so
sind die besten Hymnen auf New York gleichzeitig jene, die den ewigen Traum propagieren. „If I
can make it there, I'll make it anywhere“, jubilierte Frank Sinatra 1980 in „Theme from New York
New York“. 29 Jahre später schuf Alicia Keys mit „Empire State of Mind“ eine aktualisierte
Version dieses Glaubenssatzes.
Das Sinatra-Stück ließ Lang Lang aus. Es scheint ihm schon zu abgehört. Gern griff er bei
„Empire State of Mind“ zu. „Uns war klar, dass es eine große Vorgabe war, dieses Lied zu
covern. Aber ich hatte großes Vertrauen in die Möglichkeiten von Sängerin Andra Day. Wie nun
jeder hören kann, hat sie ihre ganz eigene Note eingebracht.“ In der neuen Version klingt der
amerikanische Optimismus gedämpfter. Lang Langs Pianoläufe sind hier von delikater
Zögerlichkeit, Andra Day operiert ohne viel Pathos: „There's nothing you can't do now you're in
New York. These streets will make you feel brand new.“
Es zählt zu den Stärken von „New York Rhapsody“, dass es nicht beim Triumphgeheul der
Erfolgreichen bleibt, sondern bewusst auch an die dunklen Ecken schlendert. Das tut Lang
Lang gern auch privat. Da durchwandert er zuweilen nicht ganz ungefährliche Nachbarschaften
wie Jamaica, Queens und Harlem. Nicht die Hochglanzfassaden, sondern die Schattenseiten
einer Megapolis schenken die reizvolleren Sujets. Selbst das Cover von „New York Rhapsody“
kommuniziert dies. Statt wie üblich zu lächeln, sitzt Lang Lang in nachdenklicher Pose auf
Stufen. Um die Diskrepanz zwischen hochfliegenden Fantasien und trister Realität dramatisch
darzustellen, gibt Lang Lang sogar ein Medley aus Leonard Bernsteins „Somewhere“ (aus
„West Side Story“) und Lou Reeds „Dirty Blvd.“. Mit erstaunlich wenig Noten gelingt es hier, den
Bogen vom juvenilen Optimismus zur dauerhaften sozialen Niederlage zu spannen.
Ob zum Guten oder zum Bösen, alles kann sich innerhalb nur einer „New York minute“ wenden,
warnt Sängerin Kandace Springs etwas später. Eingerahmt sind derlei Popjuwelen von zwei
Tondichtungen des großen Aaron Copland, dem litauischen Einwanderer, der den
amerikanischen Charakter wohl am stimmigsten in Musik übersetzt hat. An seiner
Vielschichtigkeit labte sich Lang Lang, der sich sonst klugerweise meist zurückhält, seine
Virtuosität nicht zur Schau stellt.
Die zentrale Komposition auf „New York Rhapsody“ stammt von George Gershwin. Dessen
„Rhapsody in Blue“ hat Lang Lang erstmals bei der Grammy-Gala 2008 mit Jazzpianist Herbie
Hancock gespielt. „Da improvisierte er, dass mir Hören und Sehen verging“, lacht er. Man habe
voneinander gelernt, meinte Hancock jüngst diplomatisch. Kann man sagen, dass es im Jazz
um Freiheit, in der Klassik um Sicherheit geht? Lang Lang sieht das differenzierter: „Wir haben
schon auch unsere Möglichkeiten, halt nicht so radikal wie im Jazz. Aber hie und da kratzen wir
ein wenig an der Struktur, wechseln Klangfarben und Temperament.“
Freilich, als Jazz-Improvisator im strengen Sinn zeigt sich Lang Lang auch auf „New York
Rhapsody“ nicht. Doch es könnte sein, dass sich in der Vielfalt der Stile mehr von seiner
Persönlichkeit als auf vielen seiner Klassikeinspielungen offenbart.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Samir diepresse.com
77 /100
Stan Wawrinka: Der Mann für die besonderen Momente
Stan Wawrinka stieg in den vergangenen zweieinhalb Jahren zum dreifachen Grand-SlamChampion auf. Die Stärke des 31-jährigen Schweizers in großen Endspielen ist
außergewöhnlich.
12.09.2016 | 18:00 | von Christoph Gastinger
( Die Presse )
New
York/Wien.
Stan
Wawrinka war bislang nie die
Nummer eins der Tenniswelt.
Der Schweizer hat auch nicht
annähernd so viele Erfolge
gefeiert wie etwa seine
ewigen
Rivalen
Novak
Djoković, Rafael Nadal, Andy
Murray oder Roger Federer.
Dennoch ist der 31-Jährige
aus Lausanne ein Phänomen,
eine spezielle Erscheinung im
Zirkus der Schlägerartisten. Mit dem heroisch erkämpften 6:7 (1), 6:4, 7:5, 6:3-Finalsieg über
Titelverteidiger Djoković im Finale der US Open fügte Wawrinka seiner aufregenden Karriere
einen weiteren Meilenstein hinzu.
Abseits des Platzes ist Wawrinka ein ruhiger Zeitgenosse, eher unscheinbar, der rote Teppich
ist nicht sein bevorzugtes Metier. Wenn aber der erste Aufschlag das Spiel eröffnet, dann
präsentiert sich der Rechtshänder von einer anderen, extrovertierteren Seite. Dann wird aus
dem besonnenen Mann mit den so harten Schlägen „Stan the Man“ oder „Stanimal“. Diese
Spitznamen trägt Wawrinka erst seit einigen Jahren, sie sind Teil seiner Geschichte. Lange Zeit
galt der Doppelstaatsbürger – sein Vater ist Deutscher, seine Mutter Schweizerin – als
hochtalentierter Mitläufer, als einer der führenden Protagonisten der zweiten Garde.
Das Gewinnen großer Titel war anderen überlassen, in der Heimat hatte ohnehin Federer stets
alles überstrahlt. Mit dem Gewinn von Doppel-Gold an der Seite Federers bei den Olympischen
Spielen 2008 in Peking drängte auch Wawrinka erstmals in das Rampenlicht, auf Grand-SlamEbene wollte der Durchbruch allerdings erst sechs Jahre später gelingen.
Die Australian Open 2014 mutierten zu einer einmaligen Show des Eidgenossen, im Finale
fertigte er den damaligen Weltranglistenersten Rafael Nadal ab, schon im Viertelfinale hatte er
sich der Aufgabe Novak Djoković entledigt. Wawrinka, der Grand-Slam-Champion, stellte
urplötzlich eine ganz andere, viel größere Herausforderung für seine Konkurrenten dar. Der
Stilist mit der gewiss besten einhändigen Rückhand auf der Tour versteht es seitdem wie kein
Zweiter, sich in einen sprichwörtlichen Rausch zu spielen. Ruft Wawrinka sein ganzes Können
ab, funktionieren auch Körper und Kopf, dann ist er in seiner offensiven Ausrichtung von
niemandem aufzuhalten. Die French Open 2015 dokumentierten dies eindrucksvoll. Djoković,
damals nach seinem ersten Paris-Triumph lechzend, wurde vom famosen Schweizer
phasenweise vorgeführt. Der Sport und der Gebrauch von Superlativen sind unweigerlich
miteinander verbunden. Wawrinka, diesbezüglich waren sich alle Beobachter einig, agierte in
Roland Garros nahe der Perfektion.
In New York, 960 Tage nach dem wegweisenden Triumph in Australien, krönte sich Wawrinka
nun also zum dreifachen Grand-Slam-Sieger. Seine Bilanz in Major-Finals ist makellos, er ist
der Mann für die besonderen Momente. Nicht minder beeindruckend ist die Tatsache, dass der
Weltranglistendritte seine letzten elf Finalspiele seit Januar 2014 allesamt gewonnen hat. Und:
Der einstige Underdog hat innerhalb von etwas mehr als zweieinhalb Jahren drei der vier
wichtigsten Titel gewonnen, einzig der Wimbledon-Pokal fehlt in seiner illustren Sammlung.
Im Moment des Triumphs zog Wawrinka eine Zwischenbilanz seiner Karriere, die eine
außergewöhnliche Wende genommen hat. „Zunächst wollte ich Profi werden, dann die Top 100,
später die Top 50 erreichen. Ich hatte nie den Gedanken, die Nummer eins zu werden oder
Grand Slams zu gewinnen. Ich will nur meine Grenzen austesten. Und ich will nichts bereuen.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Christoph diepresse.com
78 /100
Der Erdmantel verdampfte, der Mond entstand
US-Geochemiker lesen aus
Isotopen, dass sich der Mond
nach
einem
hochenergetischen Einschlag
gebildet hat.
12.09.2016 | 18:00 |
Thomas Kramar
Von
( Die Presse )
Unser Mond ist ein ganz
besonderer Mond: Er ist
ungewöhnlich groß, er wendet
uns immer dieselbe Seite zu,
und seine Entstehung war katastrophal. Vor 4,53 Milliarden Jahren, nur ca. 60 Millionen Jahre
nach Entstehung der Erde, knallte ein marsgroßer Himmelskörper in diese. Theia nennt man
diesen Impaktor, nach der Mutter der Mondgöttin Selene.
Diese Hypothese eines Giant Impact hat sich gegen alternative Entstehungsgeschichten, z. B.
dass der Mond von der Erde eingefangen worden sei, durchgesetzt. Doch es sind Argumente
gegen sie geblieben. Etwa, dass Erd- und Mondgestein sich kaum voneinander, auch nicht in
der Häufigkeit diverser Isotopen (das sind Varianten der chemischen Elemente, die sich nur
durch ihre Massen voneinander unterscheiden): Ein Impaktor sollte doch Spuren hinterlassen
haben.
So suchen die Forscher ein Szenario, das erklärt, warum Erde und Mond einander chemisch so
ähnlich sind. Ein Vorschlag: Beim Einschlag sei eine Atmosphäre aus verdampften Silikaten
entstanden, in der sich Material aus der Erde und aus Theia mischen konnte. Ein anderer: Der
Einschlag sei sogar so heftig gewesen, dass sowohl Theia als auch der Mantel der Erde ganz
verdampften und sich in der Gasphase – die eigentlich eine superkritische Flüssigkeit war –
vollständig vermischten. Nach der Abkühlung sei daraus der Mond kondensiert.
Geochemiker der Harvard University und der Washington University in St. Louis fanden nun
doch einen signifikanten Unterschied. Sie maßen in sieben Proben von Mondgestein und in
acht Proben von Erdgestein die Verteilung von Isotopen des Elements Kalium. Dieses kommt
natürlich vor allem in zwei Isotopen, 39K und 41K, vor. Im Mondgestein ist das 41K
angereichert. Das erklären die Forscher durch unvollständige Kondensation bei der Bildung
des Mondes, und sie geben auch den Druck an, bei dem diese Kondensation passiert sein soll:
zehn Bar.
Die Anreicherung des schwereren Kaliumisotops spreche jedenfalls für die Theorie des extrem
heftigen Einschlags, bei dem der ganze Erdmantel verdampfte, meinen die Forscher. Eine
solche urzeitliche Katastrophe übersteigt wohl auch eine Science-Fiction-geeichte Fantasie, in
der Aussendung der Washington University heißt es: „Die Daten bestätigen das Modell, in dem
ein Impakt die Erde pulverisiert wie ein Vorschlaghammer, der eine Wassermelone trifft.“ Auch
physikalische Vergleiche können gewaltig hinken . . .
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Thomas diepresse.com
79 /100
„The Light between Oceans“: Verlorene Kinder
Regisseur Derek Cianfrance
stellt in „The Light between
Oceans“ Fragen nach Schuld
und Vergebung. Seine Stars
Alicia Vikander und Michael
Fassbender
ließ
er
improvisieren.
12.09.2016 | 18:00 |
Heide Rampetzreiter
Von
( Die Presse )
Eine Frau, deren Ehepartner
stirbt, nennt man Witwe, einen
Mann Witwer. Ein Kind, das seine Eltern verliert, eine Waise. Aber wie nennt man Eltern, die ihr
Kind verlieren? Diese Frage stellt Isabel Graysmark (Alicia Vikander) im Film „The Light
between Oceans“ bei ihrem ersten Date mit Tom Sherbourne (Michael Fassbender). Eine
solche Frage lässt keine strahlende Zukunft für das junge Paar erwarten. Schon die
Vorgeschichten der beiden sind traurig. Tom ist gerade aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt
und will „eine Weile von den Dingen wegkommen“, darum lässt er sich als Leuchtturmwärter auf
eine Insel namens Janus Rock vor der Westküste Australiens bringen, auf der er der einzige
Bewohner ist. Welche Gräuel er in den Schützengräben erlebt hat, darüber schweigt der
insgesamt recht wortkarge Mann. Der Krieg hat auch im Leben von Isabel, die in dem kleinen
Küstenort lebt, von dem Tom aus zur Insel fährt, Spuren hinterlassen. Sie ist das einzige
überlebende Kind ihrer Eltern, ihre beiden Brüder sind in Frankreich gefallen. Es liegt an ihr, die
Familie fortzusetzen.
Gute Männer sind nach dem Krieg rar, aber es ist nicht Kalkül, das sie zu Tom zieht, sondern
Gefühl. Die beiden heiraten, und Isabel kommt mit auf die einsame Insel, die an der Grenze
zwischen Indischem Ozean und Südpolarmeer liegt. Die Annäherung des jungen Ehepaars
gehört zu den berührendsten und gelungensten Stellen des Films, der mit zunehmender Dauer
rührselig wird. Diese kostbaren Momente am Anfang der Liebe: der erwartungsvolle und
scheue Blick aufs Bett, sanfte Berührungen, schüchterne Küsse vor der stürmischen See. Erst
langsam werden die Eheleute einander – auch körperlich – vertraut.
Dass diese Szenen so echt wirken, ist nicht nur den Schauspielern geschuldet, die bei den
Dreharbeiten selbst ein Paar wurden, sondern auch der Methode von Regisseur Derek
Gianfrance. Er drehte auf einer Insel vor der neuseeländischen Küste, wo seine Stars (Vikander
bekam heuer einen Oscar, Fassbender war nominiert) auch lebten, und ließ sie improvisieren.
Die Schwedin Vikander wurde etwa in Kostüm und mit verbundenen Augen auf die Insel
gebracht, damit er sie filmen konnte, wie sie diese zum ersten Mal sieht. Am Ende der
Dreharbeiten hatte Gianfrance durch dieses Method Directing 209 Stunden Material gesammelt,
aus denen er den 132-minütigen Film destillierte.
Die Landschaftsaufnahmen sind grandios (Kamera: Adam Arkapaw, „True Detective“):
Steilküsten, karge Strände, grüne Hügel, und ständig geht der Wind. Das Australien des Films
erinnert ein bisschen an die englische Grafschaft Cornwall, wie man sie aus romantischen
Filmen kennt.
In „The Light between Oceans“ folgt auf die Euphorie durch die Liebe die Trauer. Isabel wird
zweimal schwanger und verliert beide Babys. Vikander spielt dies eindringlich, es bricht einem
fast das Herz. So fühlt es sich auch für den Zuseher wie eine Erlösung an, als ein Boot
angespült wird, in dem – neben einem toten Mann – ein Säugling liegt. Isabel und Tom melden
den Vorfall nicht, sondern nehmen das kleine Mädchen als ihres an. Tom mit schlechtem
Gewissen, Isabel in der Überzeugung, das Richtige zu tun. Später erfahren die beiden, dass die
leibliche Mutter des Babys (Rachel Weisz) noch lebt. Sollen sie das Kind nun zurückgeben oder
behalten?
In der zweiten Hälfte will Gianfrance sein Melodram in eine größere Erzählung über moralische
Fragen, über Verzeihen und falsche Entscheidungen aus edlen Motiven überführen. Das gerät
leider allzu vordergründig – und theatralisch. Die stille Verzweiflung des Mittelteils lag schwerer
als das große Drama am Schluss.
Die Vorgängerfilme des Hollywood-Hoffnungsträgers waren ausgeglichener: Im mitfühlenden,
unsentimentalen Independent-Drama „Blue Valentine“ (2010) erkundete er das Scheitern einer
Beziehung, die aus falschen Gründen eingegangen wurde. In dem ambitionierten, eposhaften
„The Place beyond the Pines“ (2012) schilderte er, welche Hypothek die Fehler der Väter für
das Leben der Söhne sind. Im Vergleich dazu ist „The Light between Oceans“, der auf dem
gleichnamigen Historienroman von M. L. Stedman (2012) basiert, schwülstig. Keinen Preis gab
es für das Melodram konsequenterweise beim Filmfestival in Venedig, bei dem er im
Wettbewerb lief.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Heide diepresse.com
80 /100
Eine Betriebsgenehmigung für einen Nagelstock
Kolumne Die Gewerbeordnung soll entrümpelt werden. Am besten entrümpelt man auch gleich
ein paar Vorschriften.
12.09.2016 | 18:00 | von Norbert Rief
( Die Presse )
Vurschrift is Vurschrift, lautet das Mantra der Beamten. Vorschriften sind auch einzuhalten, wenn
es die Mitarbeiter eigentlich gar nicht wollen. Passiert ist das einem Firmenchef in der
Steiermark:
Wegen
Umbauarbeiten musste ein
Büro in einen Container
übersiedeln, der Firmenchef
ließ – zur Freude der
Mitarbeiter – den Container
etwas freundlicher gestalten,
unter anderem mit einem
Laminatboden.
Das war ein Fehler: Denn die
Raumhöhe reduzierte sich
damit
von
den
vorgeschriebenen
250
Zentimetern auf lediglich 248 Zentimeter. Das Arbeitsinspektorat verbot daraufhin das Arbeiten
im netten, freundlichen Container, er musste wieder kühl und nüchtern werden – ohne
Holzboden.
Es gibt auch das: Die Bezirkshauptmannschaft Urfahr-Umgebung hat eine gewerbebehördliche
Überprüfung einer Tankstelle in Ottensheim angeordnet. Der Zeitpunkt: Drei Wochen nach
einem Hochwasser, das die ganze Ortschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen hatte.
Als die Überprüfung abgeschlossen war, flatterte dem Pächter eine teure Anzeige ins Haus. Der
Grund: Lagerung von Müll. Er war während der Überprüfung gerade dabei, den vom
Hochwasser verursachten Müll – Schwemmgut, zerstörte Möbel – auf seinem Grundstück zu
sortieren: in Dinge, die wegzuwerfen sind und in Dinge, die man vielleicht noch verwenden
kann. Die Behörde hatte dafür kein Verständnis: Müll sei Müll, und der habe auf dem
Grundstück nichts verloren. „Das war keine leichte Situation damals nach dem Hochwasser“,
meint der Pächter. „Ein bisschen Verständnis von der Behörde wäre hin und wieder schon nett.“
Das ist freilich eine heikle Sache, wenn man mit Beamten spricht. Denn man würde, erklärt
einer, einen Amtsmissbrauch begehen, wenn man über offensichtliche Mängel, Vergehen oder
über die Nichteinhaltung von „Vurschriften“ hinwegsehe.
„Verständnis und gesunder Menschenverstand vor Vurschrift“ wäre vielleicht ein Thema für ein
Beamtenseminar. Damit würde die Regierung Unternehmern ähnlich helfen, wie mit der
versprochenen Entrümpelung der Gewerbeordnung.
Als Beispiel für beides der Fall eines Wirts in Oberösterreich: Er hat in seinem Lokal zur
Unterhaltung der Gäste einen Nagelstock aufgestellt. Wer am meisten Schläge benötigt, um
einen Nagel in den Holzstock zu hauen, bezahlt die nächste Runde.
„Sehr geehrter Herr X“, schrieb die Behörde. „Sie haben als Inhaber der Betriebsanlage
Kaffee/Bar X zu verantworten, dass die gegenständliche Betriebsanlage geändert und
betrieben worden ist, ohne dass für die gegenständliche Änderung der Betriebsanlage eine
gewerbebehördliche Änderungsgenehmigung vorlag, weil im Gastraum ein sogenannter
Hackstock zum Nageln aufgestellt war.“
Immerhin: Die Beamten waren gnädig. Sie verhängten keine Geldstrafe, sondern beließen es
bei der Mahnung, den Nagelstock zu entfernen – um so den Zustand des genehmigten Betriebs
wiederherzustellen.
E-Mails an: [email protected]
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Norbert diepresse.com
81 /100
Guttmann: „In
Revolution!“
den
USA
gab
es
eine
politische
Martin Guttmann vom irischisraelischen
Künstlerduo
Clegg & Guttmann über die
Ausstellung
„Biedermeier
reanimated“ in Wien und die
Wahlen in Amerika. Immer
mehr US-Demokraten nennen
sich Sozialisten, so Guttmann.
12.09.2016 | 18:00 |
Barbara Petsch
von
( Die Presse )
Die Presse: Sie leben seit
zehn Jahren in Europa, haben aber auch enge Beziehungen zu den USA, speziell zu New
York, wo Sie studiert haben. Wie schätzen Sie die US-Politik ein, wer gewinnt die Wahl?
Martin Guttmann: Fast sicher Hillary Clinton. Aber sie bekommt keine Schonfrist. Die
Republikaner gönnen ihr keine Atempause.
Immerhin wäre sie die erste Frau an der Spitze der Vereinigten Staaten.
Das spielt keine große Rolle. Sie ist eine Repräsentantin des Establishments und ihren
Geldgebern verpflichtet, und das sind viele. Sie kann am System nichts ändern.
Donald Trump vielleicht?
Seit 1968 war es keine Option, gegen das Establishment zu sein. Die Leute waren
Republikaner oder Demokraten, links oder rechts. Jetzt ist es eine Option, dagegen zu sein.
Trump ist gegen das Establishment.
Als reicher Mann ist er doch Teil davon.
Trump steht als Entrepreneur für sich selbst. Er sagt, das politische System sei korrupt. Die
großen Firmen beherrschen die Außenpolitik, sie schaffen nur mehr Jobs in China, sie haben zu
viel Einfluss. Trump ist auch gegen die Wall Street. Kleine Leute seien verloren, sagt er. Trumps
stärkste Unterstützer sind weiße Männer ohne bessere Bildung, die das Gefühl haben, keiner
schere sich um sie.
Vielleicht ist das wahr, allerdings schert sich um Afroamerikaner wohl auch keiner.
Kann sein. Trump ist ein Zeichen dafür geworden, ob Leute Bildung genossen haben oder
nicht. Er ist ein starker sozialer Spaltpilz. In guter Gesellschaft kann man nicht sagen, dass man
für Trump ist.
Wen würden Sie wählen?
Ich hätte Bernie Sanders gewählt. Er ist der 1968er schlechthin, das war er immer.
Was ist so toll an 1968?
Es war eine große Veränderung in der Gesellschaft. Wussten Sie, dass heute über 60 Prozent
der Leute, die die Demokraten unterstützen, sich Sozialisten nennen? Das ist eine große
politische Revolution. Das hat es seit den 1930er-Jahren nicht mehr gegeben.
Es gibt sehr viele arme Leute in den USA, andererseits hat sich die Wirtschaft offenbar von der
Finanzkrise erholt.
Ist das so? Vielleicht. Dass sich so viele Leute zu Sozialismus und Nationalismus bekennen, ist
jedenfalls ungewöhnlich. Nationalismus ist nicht typisch für Amerika. Aber: Die Arbeitslosenrate
gibt eben nicht die ganze Wahrheit wieder. Sie gibt Auskunft über jene, die Arbeit suchen. Aber
viele suchen keine Arbeit mehr, sie haben aufgegeben.
Woran liegt das?
Wir hatten die Computer- und die Handy-Revolution. Nun kommt tatsächlich die Abschaffung
der Arbeit, wie wir sie kennen.
Glauben Sie an Revolutionen?
Ich habe an Revolutionen geglaubt, seit dem Arabischen Frühling bin ich skeptisch.
„Biedermeier reanimated“ heißt die Ausstellung von Ihnen und Ihrem Partner Michael Clegg im
Wiener Geymüllerschlössel, einer Dependance bzw. Expositur des Museums für angewandte
Kunst (MAK). Was bedeutet Biedermeier für Sie?
Ich betrachtete das Biedermeier von einem modernistischen Standpunkt. Ich dachte, das sind
Möbel etc. Inzwischen habe ich Interviews mit den Biedermeier-Experten des MAK geführt –
und jetzt sehe ich Biedermeier als eine Revolution der Mittelklasse. Ich kenne mich auch besser
mit Biedermeier aus, aber es gibt mehr Fragen als Antworten. So verstehe ich die Abgrenzung
zwischen Biedermeier und Romantik nicht. Warum ist Beethoven Wiener Klassik oder
Wegbereiter der Romantik und Schubert Biedermeier?
Konnte Ihnen das erklärt werden?
Nicht wirklich. Mir scheint, Biedermeier ist ein synthetischer Begriff für eine Person der
Mittelklasse, die daheim sitzt und sich nicht um die Welt kümmert. Wenige Leute möchten als
Biedermeier-Typen bezeichnet werden. Biedermeier sind immer die anderen. Als
kunsthistorische Kategorie möchte ich diesen Begriff nicht allzu ernst nehmen.
Biedermeier hat auch etwas damit zu tun, dass Leute mit Handwerk oder mit Fabriken viel Geld
verdient haben. Damit haben sie sich einen neuen Lifestyle zugelegt, dabei eiferten sie dem
Adel nach.
Ja. Und: Biedermeier ist der Beginn von Konsum. Die Produktion wurde teilweise billiger durch
Mechanisierung und Automatisierung. Leute der Mittelklasse konnten sich modische Kleider
und schöne Möbel leisten. Baumwolle wurde durch Maschinen billiger, daher konnte man
aufwendige Toiletten günstiger herstellen. Was die Bürger mit dem Adel teilten, war, dass der
repräsentative Teil der Wohnung teuer, der private Teil gemütlicher ausgestattet wurde.
Was bedeutet denn das Biedermeier für Amerikaner?
Ich glaube, jeder der ein bisschen Bescheid weiß über europäische Geschichte, kennt den
Begriff. Man weiß vom Wiener Kongress 1815 und von Metternichs Polizeistaat.
Interessanterweise gab es damals auch eine Renaissance des Mittelalters, die Leute kleideten
sich im Mittelalterstil.
Was zeigen Sie in Ihrer Ausstellung?
Wir machen eine Art von Tableaux vivants. Wir kombinieren Exponate aus dem MAK im
Geymüllerschlössel, inszenieren, beleuchten sie und bringen dazu die Interviews mit den
Experten des Museums in Kurzfassung, damit ein vielschichtiges Bild dieser Zeit entsteht, die
sich meiner Ansicht nach nicht auf Möbel oder Malerei reduzieren lässt und auch chronologisch
nicht eng auf die Periode 1815 bis 1848 beschränkt werden sollte.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Barbara diepresse.com
82 /100
Betten-Reiter: „Die Schweizer sind kuscheliger als die
Österreicher“
Seit den 1950er-Jahren stellt
Betten-Reiter Decken und
Pölster in der Nähe von Linz
her. Noch immer gibt es
Näherinnen – und eine
besondere Maschine.
12.09.2016 | 18:00 |
Norbert Rief
von
( Die Presse )
Leonding. Es ist eine kleine
Maschine, gleich auf der
linken Seite oben im zweiten
Stock, wo die Ballen aus Kamelhaar, Baumwolle und Kaschmir verarbeitet werden. Sie hat
schon ein wenig Staub angesetzt, aber sie ist jederzeit einsetzbar. „Damit“, sagt Peter
Hildebrand, und deutet auf die Maschine, „kann man sich etwas sehr Exklusives machen
lassen: Wenn man uns die Wolle vom eigenen Schaf bringt, machen wir daraus eine Decke.“
Ein solches Service mag für ein kleines Unternehmen eine Besonderheit sein, für eine Firma mit
mehr als 80 Millionen Euro Umsatz im Jahr ist es eine Extravaganz. „Wir bieten es an, weil es
für manche unserer Kunden wichtig ist“, sagt Hildebrand. „Früher haben die Menschen noch
öfter die eigene Schafwolle verarbeiten lassen, heute ist es weniger geworden. Aber deswegen
geben wir es nicht auf.“
Man leistet es sich, so wie die Näherin, die weiter hinten mit einer Nähmaschine die Decken
fertig vernäht und zuschneidet. „Vor 15 Jahren haben wir uns überlegt, ob die Fertigung von
Steppdecken in Österreich noch wirtschaftlich ist. Ob es nicht für das Unternehmen besser wäre,
wenn wir die Herstellung in Leonding zusperren und alle Produkte zukaufen.“ Man hat es nicht
getan. Einerseits, weil sonst Know-how verloren gegangen wäre, andererseits weil „es auch um
die Arbeitsplätze geht“, meint. Hildebrand. Man habe als Unternehmer schließlich auch eine
Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber.
Heute fertigt man etwa 100.000 Pölster und Decken in der Manufaktur in Leonding bei Linz,
etwas weniger als ein Drittel der verkauften Produkte. 83,3 Millionen Euro Umsatz machte
Betten-Reiter im abgelaufenen Geschäftsjahr, in Österreich arbeiten 412 Mitarbeiter an 18
Standorten für das Familienunternehmen. Dass der Umsatz in den vergangenen Jahren stetig
leicht stieg, habe man unter anderem auch der eigenen Produktion zu verdanken, meint Peter
Hildebrand, der gemeinsam mit seiner Frau Cornelia 66,6 Prozent an dem in den 1950erJahren gegründeten Unternehmen hält. „Für immer mehr Kunden ist es heutzutage wichtig,
woher das Produkt kommt und wie es gefertigt wurde.“
Darauf hat das oberösterreichische Unternehmen bereits früh reagiert. Als eines der ersten
Unternehmen in ganz Europa stellte man bereits 2007 sicher, dass die Baumwolle aus einer
Fairtrade-Landwirtschaft stammt. Mittlerweile hat man auch Zertifikate von GOTS, das eine
ökologisch und sozial verantwortliche Textilproduktion sicherstellt, zudem arbeitet Betten-Reiter
mit Tierschutzorganisationen zusammen.
„Lebendrupf gibt es bei unseren Daunen nicht“, erklärt der 68-jährige Hildebrand. Das passe
nicht zur Firmenphilosophie und auch nicht zu den Anforderungen der Kunden. Deshalb habe
man strenge Richtlinien für Lieferanten erlassen: „Wenn wir jemandem Lebendrupf
nachweisen, muss er alles, was wir ihm bisher für seine Lieferungen bezahlt haben, für den
Tierschutz spenden.“
Dass das Umfeld in Österreich für Unternehmer schwierig ist, beklagt auch Hildebrand. Es gebe
immer neue Vorschriften und Auflagen. „Wenn alle Parameter gleich blieben – der Umsatz, der
Gewinn –, wäre man trotzdem nach zehn, 15 Jahren pleite, weil die Kosten für die
Kollektivverträge und die Gebühren ständig steigen.“ Es sei gerade im Geschäftsbereich von
Betten-Reiter eine Herausforderung, Umsatz und Gewinn zu steigern: „Eine Decke ist viereckig
und weiß. Man muss sich schon hervortun und innovativ denken, um sich aus der Fülle von
Diskontern, von Online-Shops und internationalen Marken abzuheben und die Kunden von den
eigenen Produkten zu überzeugen.“
Deshalb hat sich das Unternehmen im Dezember vergangenen Jahres neu aufgestellt und mit
dem 32-jährigen Ralph Hofmann einen eigenen Geschäftsführer für Marketing, Werbung und
Vertrieb in die Firmenführung geholt. Das Führungsteam besteht jetzt aus Peter Hildebrand als
Unternehmenssprecher, Monika Zechmeister (Finanzen, Controlling, Personalwesen) und
Hofmann. Christian Pichler hat die Verantwortung für Produktmanagement und Produktion
übernommen.
Bei den Betten und Decken gibt es übrigens recht deutliche Unterschiede nach den Regionen.
„Die beliebteste Deckengröße in der Schweiz ist 160 auf 220 Zentimeter.“ Die Österreicher
bevorzugen 140 auf 200 Zentimeter. „Die Schweizer“, schlussfolgert Hildebrand, „sind
kuscheliger als die Österreicher.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Norbert diepresse.com
83 /100
Strasser fußfesselfrei: Das leise Ende der LobbyingAffäre
Am Dienstag darf Ex-ÖVPInnenminister Ernst Strasser
nach 16 Monaten seine
Fußfessel ablegen.
12.09.2016 | 18:00 |
Manfred Seeh
von
( Die Presse )
Wien.
Ein
schwarzes
Kunststoffband rund um das
Fußgelenk,
dazu
ein
eingebauter Sender – derart
ausgestattet musste Ernst
Strasser die vergangenen 16 Monate leben. Diesen denkwürdigen Lebensabschnitt hat er nun
hinter sich gebracht. Am Dienstag wird dem Ex-ÖVP-Innenminister (2000 bis 2004) im
Gefängnis Wien-Simmering die Fußfessel abgenommen.
Da war etwa Strassers viel beachteter Auftritt vor dem Hypo-U-Ausschuss im Oktober des
Vorjahres – mit Fußfessel. Und auch seinen 60. Geburtstag musste der frühere Spitzenpolitiker
und spätere EU-Parlamentarier und Lobbyist im Hausarrest verbringen.
Drei Jahre Gefängnis wegen Bestechlichkeit – das war die Strafe, die Strasser im November
2014 in der (für ihren gelockerten Vollzug bekannten) Justizanstalt Wien-Simmering antrat.
Davor war er in der Cash-for-Law-Affäre verurteilt worden. Laut Urteil hatte Strasser als ÖVPDelegationsleiter des Europäischen Parlaments von vermeintlichen Lobbyisten (in Wahrheit
waren es verdeckt arbeitende Journalisten) Bestechungshonorare gefordert, um dafür Einfluss
auf EU-Regeln zu nehmen.
Mit der dreijährigen Haftstrafe kam Strasser glimpflich davon. Der OGH erließ ihm ein halbes
Jahr, das Erstgericht hatte noch dreieinhalb Jahre verhängt. Mit Rechtskraft der Strafe war klar:
Einen Teil der Strafe, mindestens sechs Monate, würde Strasser im Gefängnis verbringen
müssen. Dies ergab sich aus der Regelung, dass zwar jeder Häftling nach der Halbstrafe (bei
Strasser eineinhalb Jahre) um vorzeitig bedingte Entlassung ansuchen kann – aber die
Hausarrestzeit prinzipiell ein Jahr nicht übersteigen darf.
Dass Strasser die Fessel letztlich 16 Monate lang trug, beruht auf einer zu optimistischen
Einschätzung der Justizanstalt. Dort dachte man, dass der Ex-Minister pünktlich nach der
Halbstrafe frei kommen würde, und gewährte dementsprechend ein Jahr vor diesem
angenommenen Termin die Überstellung in den Hausarrest.
Doch das Vollzugsgericht verweigerte dem prominenten Häftling eine Entlassung zur Halbzeit.
So wurden nach zwölf Monaten Hausarrest noch vier Monate angehängt.
Generell müssen bei Hausarrest zwei Faktoren vorliegen: Die Betroffenen müssen Wohnung
und Arbeit haben. Strasser arbeitete als Fußfesselträger im Büro einer Beratungsfirma. Schon in
der Anstalt (nach nur acht Wochen war er Freigänger) hatte er gearbeitet: in der
Gefängnisbibliothek.
Ist die Fußfessel ein geeignetes Instrument zur Resozialisierung? Experten bejahen dies.
Zweifler führen an, dass Hausarrest keine richtige Strafe sei. Fußfesselträger selbst sprechen
vielfach von einer psychischen Belastung.
Der elektronisch überwachte Hausarrest wurde mit 1. September 2010 eingeführt. Seit damals
wurde in 294 von 4000 bewilligten Fällen diese Vollzugsform vorzeitig beendet. Die Gründe
hierfür waren ungefähr zu einem Drittel die Begehung neuerlicher strafbarer Handlungen, zu
einem Drittel Verletzung von Auflagen (zum Beispiel ein positiver Alkoholtest) und zu einem
Drittel der Wegfall einer Voraussetzung (etwa Arbeitsverlust).
Derzeit, Stichtag 1. September, befinden sich österreichweit 296 Personen im Hausarrest.
Tendenz steigend.
Justizminister Wolfgang Brandstetter will die Fußfessel auch im Maßnahmenvollzug einsetzen,
um Anstaltsinsassen etwa bei Ausgängen besser überwachen zu können. Auch gibt es Pläne,
die maximale Hausarrestzeit von einem Jahr (siehe oben) auf eineinhalb Jahre auszudehnen.
Wie zukunftsträchtig der – für die Justiz im Vergleich zu Gefängnis kostensparende –
Hausarrest ist, zeigt die Neuausschreibung der Fußfesseltechnik: Den Bewerbern wurde
mitgeteilt, dass sie in der Lage sein sollten, in den nächsten Jahren bis zu 2000 Personen mit
Fußfesseln auszustatten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Manfred diepresse.com
84 /100
Weißrussischer Autokrat will EU freundlich stimmen
Zum ersten Mal seit Jahren
sind wieder unabhängige
Abgeordnete im Parlament
vertreten.
Machthaber
Lukaschenko versucht so,
westliche Kritik zu entschärfen.
12.09.2016 | 18:00 |
von
unserem
Korrespondenten
Paul Flückiger
( Die Presse )
Minsk . „Diese Wahlen waren
weder frei noch fair, aber ich
bin zufrieden“, sagt Andrei
Dimitriew. Der weißrussische Oppositionelle hat keinen Parlamentssitz erobert, obwohl seiner
Bürgerbewegung „Sag die Wahrheit!“ im Vorfeld gewisse Chancen zugebilligt worden sind.
„Fast die gesamte Opposition nahm an den Wahlen teil, statt sie zu boykottieren“, begründet
Dimitriew im Gespräch mit der „Presse“ seine Zuversicht. „Zwei Abgeordnete sind mehr als null“,
freut sich der Oppositionspolitiker.
20 Jahre lang wurde die demokratische Opposition in Weißrussland gegängelt, geschlagen und
eingesperrt. Im Parlament war sie seit zwölf Jahren nicht mehr vertreten. Doch die bisher noch
inoffiziellen Wahlresultate zeugen von einer Trendwende in dem seit 23 Jahren mit harter Hand
von Alexander Lukaschenko regierten Land, das zwischen der EU und Russland liegt.
Demnach haben in der Hauptstadt Minsk zwei Oppositionspolitikerinnen bei den Wahlen vom
Sonntag ein Abgeordnetenmandat bekommen. Die Anwältin Hanna Konopatskaja gewann
einen Sitz für die liberale Vereinigte Bürgerpartei. Alona Anisim von der NGO „Weißrussische
Sprachvereinigung“ trat als Unabhängige an. Außerdem ziehen vier Mitglieder von
pseudooppositionellen Parteien, darunter ein prorussischer Präsidentschaftskandidat, ins
Parlament. Selbst ihnen ist zuletzt der Weg ins handverlesene 110-Sitze-Parlament
Lukaschenkos versperrt gewesen.
Der Autokrat erfüllt damit einen dringenden Wunsch der EU. Brüssel hat im Herbst 2015 nach
der Freilassung der letzten politischen Gefangenen und der friedlichen Präsidentenwahl die
Sanktionen stark gelockert und die Erteilung substanzieller Kredite für weitere demokratische
Fortschritte versprochen. Das von einer schweren Wirtschaftskrise gebeutelte Regime
schwenkte darauf auf einen vorsichtigen Annäherungskurs ein, ohne dabei Russland vor den
Kopf zu stoßen. Weißrussland ist von Subventionen des Kremls in Form von günstigen
Energielieferungen abhängig, auch besteht auf dem Papier ein Staatenbund mit Russland.
Vor dem mächtigen Nachbarn fürchtet sich Lukaschenko seit der Annexion der ukrainischen
Halbinsel Krim mehr denn je. Bisher gelang es ihm, den Bau russischer Militärbasen in seinem
Land abzuwehren, zugleich treibt er eine Rückkehr zu einem Schaukelkurs zwischen Russland
und dem Westen voran. Diese Außenpolitik wird seit der Ukraine-Krise auch von großen Teilen
der bisher klar proeuropäischen Opposition unterstützt.
Ausgerechnet zwei oppositionelle Vertreterinnen dieser Linie haben nun je einen Sitz in einem
Parlament bekommen, dessen Kompetenzen allerdings geringer sind als in Österreich. Anisim
will die weißrussische Identität gegenüber der russischen stärken, Konopatskaja tritt für eine
wirtschaftliche Liberalisierung nach westeuropäischem Modell ein. „Weniger Beamte – mehr
Einnahmen!“, lautete ihr Wahlspruch.
Dass die beiden Politikerinnen ihre Sitze wirklich gewonnen haben, glauben in Weißrussland
nur wenige. „Das Wahlresultat ist eine politische Entscheidung der Staatsmacht und nicht die
Folge des Wählerwillens“, sagt der Politologe Waleri Karbalewitsch. Der Präsident habe die
beiden ins Parlament einziehen lassen, um die Kritik der EU und USA zu neutralisieren, dass es
in Weißrussland keine demokratischen Wahlen gebe. „Das Wahlresultat hilft auch der OSZE
dabei, gewisse Fortschritte bei der Demokratisierung festzustellen“, sagt Karbalewitsch
augenzwinkernd.
Der am Montag in Minsk vorgestellte vorläufige Bericht der OSZE-Wahlbeobachtermission läuft
auf Fortschritte hinaus, hält aber auch mit Kritik nicht zurück. Die Kampagne der Kandidaten sei
systematisch behindert worden, das Staatsfernsehen hätte vor allem den Präsidenten gezeigt,
die Wahlkommissionen seien nicht pluralistisch besetzt gewesen. „Fundamentale
Freiheitsrechte werden durch Gesetze beschnitten“, so der Bericht. „Weißrussland muss noch
wichtige Schritte auf dem Weg zu demokratischen Wahlen machen“, sagte Missionschef Kent
Harstedt. „Ernsthafte Fortschritte gibt es nicht.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Unserem diepresse.com
85 /100
WU Wien als internationale Topadresse
Die
Wirtschaftsuniversität
Wien (WU) belegt Rang acht
im
„FT“-Ranking
zur
Management-Ausbildung.
12.09.2016 | 18:00 |
( Die Presse )
Wien.
Das
internationale
Ansehen
der
Wirtschaftsuniversität
Wien
(WU) steigt rapide an. Geht es
nach dem Ranking Masters in
Management
2016
der
renommierten „Financial Times“ (FT), so gehört sie mittlerweile zu den Topadressen für
angehende Führungskräfte.
Konkret belegt die WU mit ihrem englischsprachigen Studienprogramm Master in International
Management in besagtem Ranking den achten Rang unter 90 internationalen Universitäten. Ein
Jahr zuvor war es Platz 13.
Das „FT“-Ranking bewertet die Hochschulen nach 16 unterschiedlich gewichteten Kriterien in
drei Bereichen: Karrierefortschritte der Alumni, Hochschuldiversität (Internationalisierungs- und
Frauenquoten) sowie internationale Erfahrung und Forschung. Die WU könne für sich in
Anspruch nehmen, dass 94 Prozent der Absolventen und Absolventinnen des Programms
binnen dreier Monate nach Studienabschluss einen Job fanden und einen hohen
Zielerreichungsgrad lobten, heißt es in einer Aussendung der Hochschule. Ebenso punktete die
WU mit dem reichhaltigen Sprachenangebot, dem internationalen Umfeld sowie den
zahlreichen Möglichkeiten der Auslandserfahrung – beim Indikator International Course
Experience Rank liegt die WU weltweit auf Platz eins.
Den Sieg im „FT“-Gesamtranking trägt gleich wie im Vorjahr die Schweizer Universität St. Gallen
davon. Auch auf Platz zwei (HEC Paris, Frankreich) und drei (Essec Business School,
Frankreich) hat sich im Vergleich zu 2015 nichts verändert. In den Toprängen finden sich
außerdem so renommierte Hochschulen wie etwa die London Business School (Platz sechs)
und die ESCP Europe (Platz vier).
Die „FT“-Erhebung besteht einerseits aus einer Absolventenbefragung, andererseits aus Daten,
die von den Universitäten zur Verfügung gestellt werden. (red.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 diepresse.com
86 /100
Assad will ganz Syrien zurückerobern
Kampfansage von Syriens
Präsidenten, Bashar al-Assad,
kurz
vor
Beginn
der
Feuerpause.
12.09.2016 | 18:00 |
( Die Presse )
Damaskus. Der Auftritt hatte
hohen Symbolwert: Syriens
Präsident, Bashar al-Assad,
begab sich am Montag nach
Daraya. Den Damaszener
Vorort hatten seine Truppen
vor zwei Wochen erobert. „Der syrische Staat ist entschlossen, alle Gebiete von den Terroristen
zurückzugewinnen und wieder aufzubauen“, soll Assad dort erklärt haben, Stunden vor Beginn
der Feuerpause.
Denn mit Einbruch der Dunkelheit sollten am Montag die Waffen ruhen. So hatten es die USA
und Russland am Wochenende vereinbart. Vor Sonnenuntergang gab es noch heftige Kämpfe.
Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete in Aleppo, der
Provinz Idlib und nahe Damaskus Luftangriffe durch die Allianz des Regimes.
Zudem kamen Zweifel an der Umsetzung der Feuerpause auf: Das wichtigste syrische
Oppositionsbündnis (HNC) verlangte von seinen Unterstützern in Washington noch am Montag
Garantien, dass das Assad-Regime „seine Luftangriffe und Verbrechen“ auch wirklich stoppe.
Die einflussreiche Rebellenfraktion Ahrar al-Sham hatte die Waffenruhe schon zuvor
rundherum abgelehnt. Sie würde nur die Regierung stärken, teilten die Islamisten mit.
Russlands Verbündete in Syrien (Assad-Regime, Iran, Hisbollah-Miliz) gelobten, die
Waffenruhe einzuhalten.
Sie gilt zunächst für 48 Stunden und soll danach verlängert werden. Während der Feuerpause
sollen Hilfskonvois in belagerte Städte rollen. Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdoğan,
etwa kündigte an, mehr als 30 Lkw nach Aleppo zu schicken. Hält die Waffenruhe eine Woche,
beginnen die USA und Russland ihre Luftschläge gegen den al-Qaida-Ableger al-Nusra-Front
zu koordinieren, Informationen über die Gebiete der Extremisten und die der gemäßigten
Opposition auszutauschen. Washington will damit Angriffe auf Verbündete verhindern. Das
Außenministerium in Moskau drängte unterdessen auf neue Friedensgespräche in Genf Anfang
Oktober. Die Verhandlungen waren im Frühling gescheitert. (ag.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 diepresse.com
87 /100
Neos fordern Auskunft über Umsatzsteuerlücke
Ein „Presse“-Bericht führt zu einer parlamentarischen Anfrage an Finanzminister Hans Jörg
Schelling. Die Neos wollen
Aufklärung über das wahre
Ausmaß
des
Umsatzsteuerbetrugs
in
Österreich.
12.09.2016 | 18:00 |
( Die Presse )
Wien . „Die Presse am
Sonntag“ berichtete, dass eine
Reihe von Finanzexperten an
den offiziellen Zahlen von EUKommission und Regierung
zweifeln. Diese besagen, dass hierzulande im Jahr 2014 um 2,88 Mrd. Euro zu wenig an
Umsatzsteuer abgeführt worden sei. Als Erklärung für diese Steuerlücke werden vor allem
Steuerhinterziehung und Betrug angeführt.
Steuerberater Gottfried Schellmann verwies im Gespräch mit der „Presse“ allerdings auf eine
österreichische Besonderheit. Hierzulande verzichte der Staat freiwillig Jahr für Jahr auf mehr
als eine Milliarde an Umsatzsteuer. Für das Jahr 2014 kommt der Steuerexperte auf 1,1 bis 1,3
Milliarden Euro.
Der Staat verzichtet auf Steuereinnahmen, um günstigen Wohnraum zu schaffen. Bauherren
sind nämlich berechtigt, die Vorsteuer im vollen Umfang abzuziehen. Mieteinnahmen werden
allerdings nur mit dem halben Steuersatz von zehn Prozent besteuert. Dieser Steuervorteil
kommt vor allem dem sozialen Wohnbau zugute, der in Österreich traditionellerweise von den
Ländern dominiert wird. Schellmann spricht in diesem Zusammenhang von einem „stillen
Finanzausgleich“. Eine derartige Konstruktion gibt es in keinem anderen EU-Land.
Neos-Abgeordneter Sepp Schellhorn will nun Klarheit. „Stellt sich heraus, dass die Annahmen
der Steuerexperten richtig sind, dann heißt es zweierlei: Unternehmer wurden im Zuge der
Steuerreform zu Unrecht unter Generalverdacht und pauschal ins Eck der Steuerhinterzieher
gestellt. Gleichzeitig wackelt aber das Budget gewaltig – denn die Gegenfinanzierung der
Steuerreform kann nicht halten.“
In ihrer Anfrage erinnern die Neos daran, dass sich die Regierung allein durch die Einführung
der Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht eine Milliarde Euro mehr an Steuereinnahmen
verspricht. Sollte die Steuerlücke allerdings nicht wie ursprünglich Angenommen 2,88
Milliarden, sondern lediglich 1,5 Milliarden Euro ausmachen, wären diese Berechnungen
hinfällig, so die Neos.
Schellhorn richtet seine Anfrage übrigens nicht nur an den Finanzminister, sondern auch an die
EU-Kommission.
„Ich verlange vom Finanzminister Schelling, dass er die Zahlen auf den Tisch legt. Wie hoch ist
die bestehende Umsatzsteuerlücke tatsächlich – wenn man systemische Unterschiede wie aus
dem sozialen Wohnbau herausrechnet?“, fordert Schellhorn und spricht von einem „doppelten
Schaden – für die Unternehmerinnen und Unternehmer und für den Staat bzw. die
Steuerzahlerinnen und die Steuerzahler“.
Laut EU-Kommission entgingen den EU-Staaten im Jahr 2013 insgesamt 160 Milliarden Euro
an Umsatzsteuer. Die größte Steuerehrlichkeit gebe es in Skandinavien, am geringsten sei sie
in Rumänien. (red.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 diepresse.com
88 /100
Späte Kritik an Ceta-Populismus
Die Aussagen der Regierung
zu Ceta und TTIP seien
unseriöser
Populismus
gewesen, so WKO und IV. Die
Handelsabkommen brächten
für Österreich viel mehr
Chancen als Risken.
12.09.2016 | 18:00 |
( Die Presse )
Wien. Wenn schnelle Reaktion
ein entscheidendes Kriterium
für
die
Arbeit
von
Interessenvertretungen ist, dann haben Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung in den
vergangenen Tagen keine sonderlich gute Figur gemacht. Vor mehr als zwei Wochen heizte der
deutsche Vizekanzler, Sigmar Gabriel, mit kritischen Aussagen über TTIP die öffentliche
Diskussion über das umstrittene, noch in Verhandlung befindliche Freihandelsabkommen mit
den USA an. In der Folge erklärte der heimische Bundeskanzler, Christian Kern, die SPÖParteimitglieder auch über das bereits fix ausverhandelte Abkommen Ceta mit Kanada
abstimmen lassen zu wollen. Aber erst am Montag wandten sich WirtschaftskammerVizepräsident
Jürgen
Roth
und
Christoph
Neumayer,
Generalsekretär
der
Industriellenvereinigung, an die Öffentlichkeit, um ihre Sicht der Dinge zu präsentieren.
Man wolle eine Versachlichung der Diskussion, so Roth und Neumayer unisono. Denn sowohl
die Kanzlerpartei als auch die ÖVP mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner an der Spitze
wären dem Populismus verfallen. Letzterer hat ja angeregt, die TTIP-Verhandlungen zu stoppen
und erst nach der US-Wahl neu zu beginnen. Eine Vorgangsweise, für die es laut Roth keinerlei
Grund gebe. „Die Erwartungen an den Wirtschaftsminister einer Exportnation sind eindeutig“, so
Neumayer.
Am Beginn der von den Wirtschaftsvertretern gewünschten Versachlichung stand jedoch erneut
eine grobe Vereinfachung: Man habe als Argumentationshilfe ebenfalls stammtischtaugliche
Negativszenarien vorbereitet. Demnach würde hierzulande das BIP pro Kopf um 5000 Euro
weniger als bei 34.000 Euro liegen, hätte Österreich seit 1990 eine so negative Einstellung
gegen Freihandelsabkommen gehabt. Österreich hätte zudem um 400.000 Arbeitsplätze
weniger und die Inflation würde um 4,6 Prozent höher liegen.
Die konkreten Auswirkungen des nun in der Debatte stehenden Ceta-Abkommens seien aber
naturgemäß geringer. So zitiert die WKO eine Studie des Münchner Ifo-Instituts, die für
Österreich in Summe einen kumulierten Zuwachs des Realeinkommens in Höhe von 0,3
Prozent ergibt. Wie hoch genau der errechnete Zuwachs ist, hänge jedoch von den Annahmen
der jeweiligen Studie ab. Klar ist für Roth allerdings eines: „Abschottung führt sicher nicht zu
mehr Wohlstand.“
Die beiden Wirtschaftsvertreter stoßen sich auch daran, dass Ceta und TTIP „immer in einen
Topf geworfen werden“, wie Neumayer sagt. Zwar seien beide Abkommen grundsätzlich zu
befürworten, bei TTIP gebe es aber natürlich noch kein Verhandlungsergebnis. „Man muss
realistisch sagen, die Chance, dass uns das Ergebnis bei TTIP nicht gefällt, ist weit größer, als
dass es uns gefällt. Dennoch sollten wir einmal das Ergebnis abwarten“, so Neumayer.
Anders sei das bei Ceta. Dort ist der verhandelte Text ja bereits im Internet einsehbar. Und
demnach sei auch für jeden klar ersichtlich, dass „weiterhin kein Import von Produkten möglich
ist, die nicht dem EU-Standard entsprechen“, so Neumayer. Dies erkläre auch, warum selbst
heimische Landwirtschaftsvertreter für Ceta seien. Auch die europäischen Standards bei
Umwelt- oder Arbeitsschutz seien nicht in Gefahr, da man sich auf das sogenannte „right to
regulate“ geeinigt habe. Im Vertrag steht dazu konkret auf Seite 47, dass sich die
Vertragsparteien das Recht vorbehalten, bei diesen Themen sowie bei öffentlicher Gesundheit,
Sicherheit, Konsumentenschutz oder kultureller Diversität weiterhin eigene Regeln zu machen.
Auch der zweite, meistgenannte Kritikpunkt – die Schiedsgerichtsverfahren – sind für WKO und
IV kein Grund zur Sorge. Diese würden nur bei vier konkreten Gründen zum Zug kommen. Und
zwar bei Diskriminierung aufgrund der Herkunft einer Firma, entschädigungsloser Enteignung,
Verwaltungswillkür und Einschränkung der Kapitalverkehrsfreiheit. In diesen Fällen sei die
normale Gerichtsbarkeit oft nicht tauglich, da diese sich nur auf die nationalen Gesetze
beziehen kann, auch wenn diese etwa diskriminierend sind. „Ich würde mir in den USA eher bei
einem regulären Gericht Sorgen machen“, so Neumayer.
Auch die Statistik spreche dafür, dass das Thema der Schiedsgerichte übertrieben dargestellt
werde. So wurden beim bereits seit Jahrzehnten bestehenden UNCTAD-Schiedsgericht bisher
696 Verfahren eingebracht. 469 davon wurden bisher auch abgeschlossen. In knapp 37
Prozent der Fälle ging die Entscheidung im Sinn des geklagten Staates aus, in 26 Prozent im
Sinn des Unternehmens und in 24 Prozent der Fälle kam es zu einem Vergleich (der Rest
wurde ergebnislos abgebrochen). Heimische Firmen stechen hierbei übrigens durch besondere
Klagsaktivität hervor. So wurden von österreichischen Firmen 14 Verfahren gegen andere
Länder angestrengt. Im zehnmal so großen Deutschland liegt dieser Wert bei 51, in den mehr
als 30-mal so großen USA bei 138. (jaz)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 diepresse.com
89 /100
„Digitalisierung passiert einfach“
Diskussion: Woran liegt es, dass Österreich nicht zu den Innovationsführern gehört?
12.09.2016 | 18:00 |
( Die Presse )
Wien. Wie wird Österreich zum digitalen Wachstumsland? Zu diesem Thema lud der neue
Accenture-Österreich-Chef
Michael Zettel dieser Tage
zum „Digi-Talk“. Und machte
gleich seinem Ärger über das
negative Image Luft, das
Digitalisierung
in
vielen
Medien hat: „Man liest immer
nur vom Jobkiller und von
Digitalisierungsopfern.“
Die
Chancen, die dadurch für
Unternehmen entstünden –
auch
für
Kleinund
Mittelbetriebe – würden kaum
thematisiert.
Nun ist Zettel da nicht ganz unparteiisch, schließlich versteht sich sein Unternehmen als
Dienstleister in Sachen Technologie. Eine Analyse, die Accenture durchführte, bestätigt jedoch
den Nachholbedarf bei heimischen Unternehmen. Zum fünften Mal in Folge untersuchte
Accenture die Entwicklung der Top-100, das Ergebnis: „Sie schrumpfen (weiter), und es fehlen
die digitalen Strategien“, so der Consulter.
Während sich in Deutschland und der Schweiz die Topunternehmen auf Wachstumskurs
befinden, sanken in den Jahren 2013 und 2014 die Umsätze der heimischen Top-100. Auch bei
den Gewinnspannen schnitten die Schweizer und deutschen Konkurrenten besser ab. Was den
Umgang mit Digitalisierung betraf, gibt es laut der Accenture-Studie große Unterschiede nach
Branchen: Am stärksten digitalisiert ist demnach die Finanzwirtschaft, an zweiter Stelle stehen
Logistik und Transportwesen, die Industrie zählt zu den Nachzüglern.
Es habe sich aber auch gezeigt, dass die Wachstumssieger – jene österreichischen
Unternehmen, die deutlich schneller und profitabler wachsen als der Durchschnitt der Top-100
– in Sachen Digitalisierung vieles besser machen als der Rest. So setzen sie diese auch dazu
ein, ihr Angebot zu verbessern und neue Kunden zu gewinnen – nicht nur als Mittel zur
Effizienzsteigerung. Große Unterschiede gebe es auch bei der Nutzung der Kundendaten.
Mit auf dem Podium stand Staatssekretär Harald Mahrer. Seine These: Digitalisierung und
Automatisierung passieren einfach, „egal, ob wir es wollen oder nicht“. Auch er meinte jedoch,
das bringe mehr Chancen als Risken. Das größte Problem ortet er „beim Mindset“.
Österreich sei nicht in der Gruppe der Innovationsführer, hielt Mahrer fest – diese finde man im
Osten, etwa in Südkorea, Singapur oder der Wirtschaftsregion nördlich von Hongkong. „Dort
gibt es kaum Regulative, und es gilt das Gesetz der großen Zahl.“ Hierzulande enge man sich
durch die Überregulierung selbst ein – eine Gefahr, die aus seiner Sicht übrigens durch den
Brexit verstärkt werden könnte: „Die Briten haben einen innovationsorientierten Drive“, sie seien
in der EU wichtige Verbündete gegen wirtschaftspolitische Hemmnisse gewesen. „Das fällt jetzt
weg.“
Ein weiterer Knackpunkt ist das Geld: „Wir haben zwar das beste System für Gründungen, bei
der Wachstumsfinanzierung haben wir aber ein Thema“, sagte Mahrer. Im Wettbewerb um die
besten Köpfe – speziell in der Grundlagenforschung – stehe Österreich dagegen sehr gut da.
(cka)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 diepresse.com
90 /100
Kommunalwahl: CDU hält AfD in Niedersachsen auf
Distanz
Union
bleibt
bei
den
Kommunalwahlen
am
Sonntag in Niedersachsen
stärkste Partei vor SPD,
Grünen und den etwas
enttäuschten
Rechtspopulisten.
12.09.2016 | 18:00 |
( Die Presse )
Berlin/Hannover. Die CDU ist
bei den Kommunalwahlen am
Sonntag in Niedersachsen
erneut stärkste Kraft geworden. Sie lag in den Landkreisen und kreisfreien Städten mit 34,4
Prozent vor der SPD (31,2), den Grünen (10,9), der AfD (7,8), der FDP (4,8) und der Linkspartei
(3,3), wie die Landeswahlleitung am Montag mitteilte.
Nach dem Debakel bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern vor einer Woche, bei
der man der AfD Platz zwei überlassen musste, konnte die Union die Rechtspopulisten dieses
Mal deutlich auf Distanz halten. Die AfD erreichte in manchen Kommunen zwar zweistellige
Ergebnisse (etwa in Delmenhorst), schnitt insgesamt aber schlechter als bei der Kommunalwahl
in Hessen ab. Dort hatte sie im März 11,9 Prozent geholt. Auf das Ergebnis in MecklenburgVorpommern (20,8 Prozent) fehlten ihr sogar zehn Prozentpunkte.
Die CDU ist seit Anfang der 1980er-Jahre immer als stärkste Partei aus den Kommunalwahlen
in Niedersachsen hervorgegangen. 2011 hatte sie mit 37 Prozent allerdings etwas besser
abgeschnitten.
Die SPD, die vor fünf Jahren noch 34,9 Prozent erreicht hatte, musste in Städten und Kreisen
zum Teil deutliche Verluste hinnehmen. Besonders dramatisch war der Einbruch in Emden, als
die Sozialdemokraten nur noch auf 30,8 Prozent kamen – um 20,7 Prozentpunkte weniger als
2011. In der Landeshauptstadt Hannover verlor Rot-Grün erstmals seit 1989 die Ratsmehrheit.
Zusammen hat man nur noch 30 der 64 Sitze.
Auch die Grünen und die Liberalen haben am Sonntag Stimmen verloren, während die Linke
leicht dazugewonnen hat. 6,5 Millionen Bürger waren aufgerufen, über die Zusammensetzung
der Stadt- und Gemeinderäte sowie der Kreistage zu entscheiden. Die Wahlbeteiligung lag bei
55,5 Prozent. (DPA/pri)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 diepresse.com
91 /100
BMW rüstet – zum Teil – auf Elektroautos um
Die
3er-Reihe,
der
Geländewagen X4 und der
Mini sollen künftig auch mit
Elektroantrieb
produziert
werden. Damit reagiert der
Münchner Autokonzern vor
allem auf US-Pionier Tesla,
aber auch auf die Pläne der
deutschen Konkurrenz.
12.09.2016 | 18:00 |
Von
unserem
Korrespondenten
Thomas Prior
( Die Presse )
Berlin/München. BMW-Chef Harald Krüger wird Ende September ausnahmsweise keinen
Auftritt bei der Automesse in Paris haben – dieses Mal hat er Wichtigeres vor. Auf dem
Programm steht eine Sitzung im eigenen Haus, in der sich Krüger vom Aufsichtsrat grünes Licht
für einen radikalen Wechsel in der Elektroautostrategie holen will. Teile daraus sind am Montag
bekannt geworden.
Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Konzernkreise berichtete, sollen einzelne BMWModelle in Zukunft auch mit reinem Elektroantrieb produziert werden. Dazu zählen dem
Vernehmen nach die 3er-Reihe, der Geländewagen X4 und der Mini.
Krüger wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren. Doch der Schritt wäre nicht unlogisch:
Seine Vorreiterrolle in der Elektromobilität hat BMW schon lang eingebüßt. Seit dem Marktstart
des i3 im Jahr 2013 wurde in München kein neues E-Auto mehr vorgestellt. Es gibt zwar
mittlerweile in fast allen BMW-Klassen Fahrzeuge mit Hybridantrieb (deren Akku sowohl über
den Verbrennungsmotor als auch an der Steckdose aufgeladen werden kann), aber im
Segment der reinen Elektroautos ist der i3 nach wie vor das einzige Angebot der Bayern.
Vor allem in den USA kann BMW schon länger nicht mehr mit dem Elektropionier Tesla
mithalten: Für dessen Modell 3, das Ende nächsten Jahres auf den Markt kommt, gibt es bereits
rund 400.000 Vorbestellungen. Der BMW i3 gilt als vergleichsweise teuer und hat eine
geringere Reichweite, obwohl sie erst vor Kurzem von 200 auf fast 300 Kilometer erhöht wurde.
Die Verkaufszahlen liegen aber nach wie vor hinter den Erwartungen zurück, und deshalb hat
Krüger die alte Strategie nun für gescheitert erklärt.
Der BMW-Chef reagiert damit auch auf die Pläne der deutschen Konkurrenz. Erst am
Wochenende hat Volkswagen-Chef Matthias Müller in der „Bild“-Zeitung angekündigt, dass VW
(samt Audi) bis 2020 rund 30 verschiedene Elektromodelle anbieten will. Fünf Jahre später
sollen dann 20 bis 25 Prozent des Gesamtabsatzes mit E-Autos erzielt werden. Und auch
Daimler (Mercedes) hat sich zum Ziel gesetzt, ab 2020 jedes Jahr eine sechsstellige Zahl an
Elektrofahrzeugen zu verkaufen.
Bei BMW – und vermutlich nicht nur dort – stellt sich die Frage, wie man im verlustanfälligen
Elektrosegment expandieren und gleichzeitig die Spitzenrendite halten kann. Für die
Elektrifizierung der Modellreihen müssten wohl alle Werke aufgerüstet werden.
Branchenkenner schätzen, dass das einen dreistelligen Millionenbetrag kostet – pro Werk.
Einspielen will Krüger das Geld angeblich über neue, hoch profitable Luxusmodelle, unter
anderem ein Fahrzeug, das über dem 7er-BMW einzustufen ist.
Zur neuen Konzernstrategie gehört offenbar auch ein Umbau im Unternehmen bzw. im
Vorstand. Laut „Handelsblatt“ werden die Vertriebsressorts von BMW und Mini fusioniert.
Außerdem soll Nicolas Peter, bisher für den Vertrieb in Europa zuständig, als neuer Finanzchef
in den Vorstand einziehen und Friedrich Eichiner ersetzen, der aus Altersgründen
ausgeschieden ist.
Als weiterer Konkurrent könnte inzwischen Apple auf den Markt drängen. Wie die „New York
Times“ berichtete, hat der Konzern aus Kalifornien begonnen, selbstfahrende Autos zu testen.
Roboterwagen sollen derzeit auf Strecken in abgeschirmter Umgebung unterwegs sein. Im
Gegensatz zu Google und Uber hat Apple die Existenz eines Autoprojekts bisher allerdings
nicht bestätigt. Apple-Autos würden jedenfalls nicht nur BMW schaden. Sondern auch Tesla.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2016)
2016-09-12 18:00 Von Unserem diepresse.com
92 /100
Nach Schiffsunglück mit zwei Toten: Main-Donau-Kanal
ist wieder befahrbar
Der Main-Donau-Kanal bei
Erlangen wird nach der
Havarie
eines
Kreuzfahrtschiffes wieder
frei gegeben. Das Schiff
hatte zuvor zwei Brücken
gerammt.
Zwei
Crewmitglieder starben bei
dem Zusammenprall.
Nach der Havarie eines
Flusskreuzfahrtschiffs mit
zwei Toten ist der MainDonau-Kanal bei Erlangen
wieder für die Schifffahrt freigegeben worden. Der Betrieb laufe inzwischen wieder ganz normal,
sagte ein Polizeisprecher. Der bei dem Unfall entstandene Schaden werde auf einen "höheren
sechsstelligen Betrag" geschätzt.
Das in der Nacht zum Sonntag verunglückte Schiff "Viking Freya" wurde inzwischen
abgeschleppt und liegt nun etwas entfernt von der Unfallstelle in einer Bucht. Noch sei unklar,
wie lange die Untersuchungen zur Unglücksursache noch laufen werden, sagte der Sprecher.
Auch ob das Schiff an Ort und Stelle repariert wird oder in eine Werft gebracht wird, wisse er
bislang noch nicht. Die Unglücksursache sei weiterhin "absolut unklar". Drei Möglichkeiten
kämen in Betracht: menschliches Versagen, ein technischer Defekt oder eine Kombination aus
beidem, sagte der Polizeisprecher.
Die "Freya" war kurz nach ihrem Start in Richtung der ungarischen Hauptstadt Budapest
verunglückt. Das nicht eingefahrene Führerhaus stieß in der Nacht zuerst gegen eine
Autobrücke und danach noch gegen eine direkt daneben stehende Eisenbahnbrücke. Zwei 33
und 49 Jahre alte Besatzungsmitglieder starben - ein Matrose sowie der verantwortliche
Schiffsführer. Nach der Havarie mussten etwa 180 Fahrgäste sowie knapp 50 Seeleute noch
mehrere Stunden auf dem Boot verbringen, bis sie über einen provisorischen Rettungssteg an
Land gebracht werden konnten.
Während der Bergungsarbeiten hatten die Retter mit vielen neugierigen Passanten zu tun, die
mit ihren Handys Fotos und Videos machten. Einige Schaulustige seien sogar auf den
Rettungssteg gelaufen, über den die Helfer Passagiere und Besatzung vom Schiff gebracht
hätten, sagte der stellvertretende Zugführer des Technischen Hilfswerks, Stefan Wagner, dem
Portal "Nordbayern.de".
Quelle: n-tv.de
2016-09-12 17:56 n-tv www.n-tv.de
93 /100
AfD stellt sich für Landtagswahl auf:
Westfalen muss wieder deutsch werden'
'Nordrhein-
Basisdemokratie hat auch
ihre
Nachteile.
Jedem
Delegierten das Recht
einzuräumen, um einen
Listenplatz
für
die
Landtagswahl 2017 zu
kandidieren, jedem sieben
Minuten Vorstellungszeit zu
geben, ihm bis zu fünf
Fragen vom Plenum stellen
zu lassen, um dann analog
solange abzustimmen, bis
jemand das Quorum erreicht – all das dauert.
Für ihre Landeswahlversammlung hatte der Landesverband der NRW-AfD zwei Wochenenden
angesetzt, doch die vier vollen Tage in Soest und Werl werden nicht ausreichen. Sollte die AfD
im Mai 13 Prozent erreichen, wie es in aktuellen Umfragen heißt, könnte sie mit rund 30 Sitzen
rechnen.
Bislang nur drei Frauen auf der Liste
Unter den ersten 20 Plätzen sind sowohl Juristen, Unternehmer und Ärzte als auch Händler,
Heilpraktiker und Lehrer, Menschen ohne politische Erfahrung sowie ehemalige Mitglieder von
CDU, FDP und SPD; es sind zumeist um die 50 Jahre alte Familienväter und (bislang) drei
Frauen, die für die AfD im Mai 2017 wohl in den Landtag einziehen werden.
Die meisten der Kandidaten scheinen finanziell unabhängig und motiviert mitzumischen. "Wenn
ich jetzt in die CDU eingetreten wäre, denken Sie, ich könnte da etwas mitentscheiden? ", sagt
Gabriele Walger-Demolsky, die auf Listenplatz 15 gewählt worden ist.
Die Sprecherin im Kreisverband Bochum möchte mitreden, und die AfD sei eben eine BürgerPartei, die das zulasse. Als Euro-Gegnerin 2013 eingetreten, betreut die 52-Jährige im
Bochumer Rat die Themen Zuwanderung und Integration, die sie auch im Landtag zu ihrer
Aufgabe machen will. "Wir wollen gar keine Obergrenze, wir haben gute Gesetze, aber wir
wollen, dass diese strikter gehandhabt werden. "
Verbesserungsvorschläge bleiben aus
Ganz so liberal klingen die Antrittsreden der Kandidaten nicht immer. "In tiefster Sorge um
Deutschland" sprechen viele, von "Massenzuwanderung" und Millionen Menschen, die man gar
nicht integrieren könne.
Ein "Land, in dem sich Frauen nachts wieder in Miniröcken auf die Straße trauen", wünscht sich
Spitzenkandidat und AfD-NRW-Vorsitzender Marcus Pretzell. Der Vorsitzende der Jungen
Alternative, Sven Tritschler, findet: "Nordrhein-Westfalen muss wieder deutsch werden. " Er wird
auf Platz 13 gewählt. Das Lotterleben im Landtag sei im Mai vorbei, kündigt er an.
Wie sie die angemahnten Missstände rund um Zuwanderung, Infrastruktur und Kriminalität
konkret verbessern wollen, lassen die AfD-Anhänger offen. Ebenso offen ist, in welche Richtung
der Wahlkampf geht. Thomas Röckemann, der Spitzenkandidat Pretzell im Kampf um Platz eins
anfangs noch Paroli bot, ließ sich auf Platz 16 wählen.
Das Wahlprogramm der NRW-AfD soll in redigierter Form erst zum Jahreswechsel veröffentlicht
werden. Proteste gab es in Soest und in Werl aber jetzt schon.
2016-09-13 00:26 Julia Rathcke www.rp-online.de
94 /100
Unfall auf
Umgebung
A12:
Verkehrschaos
in
Innsbruck
und
Ein umgekippter Lkw-Anhänger sorgt seit
Montagnachmittag auf der Inntalautobahn
A12 in Fahrtrichtung Bregenz für massive
Behinderungen. Laut Asfinag hatte das
Fahrzeug Aluteile und Fässer geladen, die
sich auf der Fahrbahn verteilten. Weil nur
noch eine Spur frei blieb, bildete sich
schnell rund fünf Kilometer Stau.
Der Stau reicht auch derzeit noch mehrere
Kilometer zurück. Zudem ist auch die
Ausweichstrecke über die Kranebitter Allee
komplett dicht. Auch die Innbrucker
Innenstadt ist komplett dicht. Laut der
Stadtleitstelle der Polizei in Innsbruck dauern die Arbeiten an der Unfallstelle noch bis zirka
19.30 Uhr an.
Unter anderem müsse auch die Fahrbahn gereinigt werden. Der Lkw-Anhänger war kurz nach
15.00 Uhr aus vorerst unbekannter Ursache zwischen Innsbruck-West und Kranebitten ins
Schleudern gekommen und umgekippt. (TT.com)
2016-09-12 17:16 Tiroler Tageszeitung www.tt.com
95 /100
Neue Instagram-Funktion
Kommentare sperren
|
User
können
Hass-
Der Instagram-Account von
Taylor Swift ist seit einigen
Wochen ein fröhlicher Ort.
All die hässlichen Posts,
die nach ihrem Beef mit
Kim Kardashian unter ihren
Pics zu lesen waren, sind
verschwunden. Fans und
Hater waren überrascht:
Hatte TayTay etwa eine
geheime
Möglichkeit
gefunden,
Hasskommentare
massenhaft zu entfernen?
User können mithilfe des Tools nun im Vorfeld Schlagwörter festlegen, die sie nicht unter ihren
Posts lesen möchten. Kommentare, die diese Wörter beinhalten, werden dann gar nicht erst
angezeigt.
Sollten deutsche Behörden nicht das Grundrecht auf Meinungsfreiheit schützen, statt sich zur
Sprachpolizei zu erheben?
Hasskommentare sind weit verbreitet auf Facebook. Was jeder zu einem angemessenen
Umgangston beitragen kann...
Mit dem neuen Tool hofft Instagram, Spaming eindämmen zu können. „Instagram wird so zu
einem Ort, an dem man sich nicht vor unangebrachten Kommentaren und negativen
Reaktionen fürchten muss“, heißt es vom Unternehmen.
2016-09-12 17:04 Ricarda Breyton www.bild.de
96 /100
Peugeot-Citroën-Konzern
Konkurrenten
PSA
plant
eigenen
Uber-
Paris – Der französische Autokonzern PSA mit den Marken Peugeot und Citroën will selbst ins
Geschäft mit Fahrdienst-Apps einsteigen, statt sich wie viele Rivalen mit einem Start-up zu
verbünden. Bei einer Partnerschaft gebe es die Gefahr, den direkten Draht zu den Kunden zu
verlieren, gab PSA-Chef Carlos Tavares in der Financial Times von Montag zu bedenken. Ein
hauseigener Service könne innerhalb von drei Jahren starten und auch unter einem anderen
Markennamen als Peugeot oder Citroën betrieben werden. „Es muss keine Automarke sein.“
Die Idee sei, „ein lebenslanger Mobilitätspartner“ zu werden, sagte Tavares. In den USA wolle
der Konzern zunächst den Fahrdienst einführen und erst dann wieder mit dem Verkauf von
Autos beginnen.
Autobauer rennen Mobilitäts-Startups die Türen ein
Die
Autokonzerne
richten
ihr
Geschäft derzeit für die Zukunft
verstärkt auf Mobilitätsdienste statt
des klassischen Autoverkaufs aus.
Dabei geht es zum einen darum,
dass vor allem in jüngeren
Generationen mehr Menschen ein
Auto eher bei Bedarf nutzen, statt
besitzen wollen. Zum anderen wird
erwartet, dass mit dem Vorstoß
selbstfahrender Autos auf die Straße
ein immer größerer Teil mit Verkehrs auf Roboter-Taxis abgewickelt wird.
Bereits in den vergangenen Monaten rannten die Autobauer Mobilitäts-Start-ups die Türen ein.
Die Opel-Mutter General Motors investierte Anfang des Jahres 500 Millionen Dollar in den
Fahrdienst Lyft und will gemeinsam Roboter-Taxis testen. VW stieg im Frühsommer mit 300
Millionen Dollar beim App-Betreiber Gett ein. Toyota beteiligte sich mit einem kleinen Anteil an
den wohl bekanntesten und umstrittensten Fahrdienst-Vermittler Uber.
Dieser wiederum entwickelt eigene Roboterwagen-Software und testet sie erstmals mit
Fahrgästen an Bord mit umgebauten Volvo-Fahrzeugen in Pittsburgh. Zu Daimler kaufte bereits
vor zwei Jahren die App MyTaxi und baute sie jüngst mit der Übernahme des britischen
Konkurrenten Hailo aus. (dpa)
2016-09-12 17:01 Tiroler Tageszeitung www.tt.com
97 /100
Wespen bleiben heuer aus
Von Thomas Hörmann
Innsbruck – Sonnenschein auf der Alm, am Tisch ein Stück
Marillenkuchen: eine Kombination, die an einem normalen Spätsommeroder Herbsttag wildes Gefuchtel auslöst. Aber nicht heuer – die sonst so
lästigen schwarz-gelb gestreiften Mitesser lassen Kuchen und Menschen
in Ruhe. „Es gibt deutlich weniger Wespen“, bestätigt auch der pensionierte Innsbrucker
Universitätsprofessor Wolfgang Schedl. Aber nicht nur die Wespen haben ein übles Jahr
erwischt, „heuer ist die gesamte Insektenwelt schlecht dran, ich hab’ auch noch keine Hornisse
gesehen“, sagt der Ökologe.
Der Grund für das Ausbleiben des großen Krabbelns liegt bereits ein paar Monate zurück: „Das
Wetter im Frühling war alles andere als ideal für die Insekten“, sagt Schedl. Vor allem der
feuchtkalte April – für viele Arten der entscheidende Monat – bot ungünstige Bedingungen für
die Sechsbeiner. Die Wespen litten gleich doppelt: „Einerseits, weil sie sich im Frühjahr vor
allem von Insekten ernähren. Das Nahrungsangebot fiel heuer deutlich geringer aus“, erklärt
Schedl. Andererseits fanden die Wespen auch kaum Zeit, Holz zu knabbern. Holz benötigen die
Tiere als Rohstoff für den Nestbau. „Auf drei schlechte Tage kam ein schöner. Und den mussten
die Wespen für die Nahrungssuche nützen. Das Holz und damit der Nestbau blieben dabei auf
der Strecke“, so der Wissenschafter weiter.
Timo Kopf, Biologe an der Innsbrucker Uni, ergänzt: „Die Wetterbedingungen bis weit in den
Sommer waren heuer so, dass die Wespenköniginnen häufig keine Nester errichten konnten.
Und wenn doch, dann blieben die Nester meist klein.“ Völker mit tausend Tieren und mehr
entwickelten sich nur in Ausnahmefällen.
Die gute Nachricht für Wespen-Hasser: Das schlechte Jahr 2016 könnte auch Auswirkungen
auf 2017 haben, weil weniger Nester weniger Königinnen und damit weniger Völker für den
nächsten Frühling bedeuten. „Kann sein, muss aber nicht sein“, sagt Kopf. „Bei guten
Wetterbedingungen werden wir im nächsten Herbst wieder fuchteln.“
Übrigens: Dass die biologischen Schädlingsbekämpfer in „normalen“ Spätsommern zu
Plagegeistern werden, hat einen kuriosen Grund: Alkohol. „Die Tiere naschen von vergorenen
Früchten, werden davon betrunken und daher aggressiver“, erklärt der Biologe. Wie auch die
Menschen „trauen sie sich im alkoholisierten Zustand mehr als nüchtern“.
Ein weiterer Grund: Im Spätsommer verlassen die geschlechtsfähigen Tiere (Drohnen und
Königinnen) die Nester, „die Arbeiterinnen werden plötzlich arbeitslos“, sagt Kopf. Ihre
angestammten Aufgaben entfallen, der „Urlaub“ beginnt, die Tiere können sich dann ihrem
Hobby widmen: Und das heißt beispielsweise Marillenkuchen.
Und nach dem Urlaub kommt der Tod: „Mit dem ersten Frost sterben die Arbeiterinnen“,
schildert Kopf das Ende des Wespen-Lebenszyklus.
2016-09-12 14:11 Tiroler Tageszeitung www.tt.com
98 /100
Felipes Weisung: Verdacht auf Amtsmissbrauch
Von Peter Nindler
Innsbruck – So idyllisch sich der
See ins Obernbergtal einfügt, so
ungemütlich
könnte
es
für
Umweltreferentin LHStv. Ingrid
Felipe (Grüne) werden. Denn ihr
Eingreifen
in
die
Bescheiderstellung
der
Bezirkshauptmannschaft Innsbruck
und der Auftrag für ein Gutachten
durch
einen
privaten
Sachverständigen zum geplanten
Hotelprojekt
führen
jetzt
zu
offiziellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Innsbruck. „Wir haben sie eingeleitet, weil der
Verdacht auf Amtsmissbrauch besteht“, bestätigt der Sprecher der Anklagebehörde Hansjörg
Mayr. In den vergangenen Wochen wurden die Akten gesichtet, der Beschluss der
Staatsanwaltschaft ist eine Folge davon.
Anfang Juni wurde ein positiver Naturschutzbescheid zum Natur Refugia mit den teils
eingegrabenen Wohntanks erwartet, der Gestaltungsbeirat des Landes beurteilte das Vorhaben
für das Landschaftsbild hingegen negativ. Im naturschutzrechtlichen Verfahren sind seine
Empfehlungen allerdings rechtlich bedeutungslos. Felipe wollte sich damit nicht zufrieden
geben. Wegen „Widersprüchen zur Frage von Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes“
stoppte sie den Bescheid und ließ ein Privatgutachten einholen. Das fiel im August ebenfalls
negativ aus.
In einer Stellungnahme ließ Felipe am Montag mitteilen, dass sie den Schritt der Innsbrucker
Staatsanwaltschaft erwartet habe. Einmal mehr übernimmt sie die Verantwortung für ihre
Vorgangsweise. Schon vor Wochen hat sie darauf verwiesen, dass PolitikerInnen gewählt
seien, um Entscheidungen zu treffen und dafür gerade zu stehen. „Wenn in der Begründung
einer Behörde ein wesentlicher Aspekt außer Acht gelassen wurde, den wie im vorliegenden
Fall noch dazu eine Verfahrenspartei als zentral für das Verfahren sieht, dann bin ich meinem
politischen Selbstverständnis nach verpflichtet, noch einmal genauer hinzuschauen.“
Das sah der Innsbrucker Rechtsanwalt Hubert Tramposch allerdings anders. Aus seiner Sicht
sind durch die eine Weisung, ein weiteres Privatgutachten einzuholen, wesentliche
Verfahrensvorschriften übergangen worden. Vor allem am Privatgutachten machte er seine
Anzeige bzw. Sachverhaltsdarstellung fest.
Die Weisung als solche kann Felipe als Naturschutzreferentin vornehmen, doch im
Zusammenhang mit Gutachtern gibt es im allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetz nur wenig
Spielraum. Nur in Ausnahmefällen darf sich die Behörde privater Sachverständiger bedienen.
Eine Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht dagegen ist ebenfalls anhängig. Die
Projektwerber, die Natur Refugia Obernbergersee GmbH & Co KG, kritisieren einen „politischen
Eingriff in ein ordentlich geführtes Verfahren“.
2016-09-12 13:47 Tiroler Tageszeitung www.tt.com
99 /100
Kritik an Seehofers Forderung zu ARD und ZDF
Berlin. Franz Josef Jung (CDU), seit
1999 Mitglied des ZDF-Fernsehrats,
hält von einer Zusammenlegung
nichts. „Zwei öffentlich-rechtliche
Sender sind gerade unter dem
Aspekt
der
politischen
Berichterstattung sinnvoll.“
Deutlicher wird die medienpolitische
Sprecherin
der
GrünenBundestagsfraktion, Tabea Rößner:
„Ohne Sinn und Verstand posaunt
Herr Seehofer populistische Töne
ins Land“, sagt sie der „Passauer
Neuen Presse“. Schließlich habe das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass die
Konkurrenz zwischen ARD und ZDF die Qualität steigere und für eine vielfältige
Berichterstattung sorge. Mit seinem Ruf nach einer Zusammenlegung der Sender buhle
Seehofer um die Wähler der Rechtspopulisten und unterscheide sich nicht von der AfD, die viel
zu einfache Antworten gebe und keine differenzierte politische Berichterstattung wünsche, fügte
Rößner hinzu.
Natürlich gebe es berechtigte Kritik an den beiden Sendern. Eine engere Zusammenarbeit der
beiden Anstalten und Synergien seien sinnvoll. Aber Seehofers Vorstoß sei „unseriös“, weil er
die weitreichenden Folgen einer Fusion gar nicht in den Blick nehme.
Seehofer hatte am Wochenende die Zusammenlegung von ARD und ZDF gefordert. „Wir sind
der Auffassung, dass die Grundversorgung auch von einer Fernsehanstalt geleistet werden
könnte“, sagte Bayerns Ministerpräsident der „Bild am Sonntag“. Im neuen Grundsatzprogramm,
dass beim Parteitag im November verabschiedet werden soll, heißt es nach Angaben der
Zeitung: „Wir streben langfristig die Beseitigung von Doppelstrukturen und die
Zusammenlegung von ARD und ZDF unter einem Dach an.“ Seehofer hatte in der
Vergangenheit mehrfach scharfe Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk geübt.
Das ZDF kommentiere die Pläne der CSU nicht, sagte ein Sprecher am Sonntag. Ein Sprecher
der ARD ergänzte: „Wir nehmen das zur Kenntnis, kennen aber noch keine Details. Daher
können und wollen wir das zum jetzigen Stand auch gar nicht kommentieren.“
Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), Frank Überall, wies den
CSU-Vorschlag zurück. „Ich sehe auch keine realistische Chance auf dessen Umsetzung“,
sagte Überall am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „Ein solcher Vorstoß würde auf jeden
Fall zu einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht führen.“
Schließlich gebe es nach geltender Rechtslage eine Bestands- und Entwicklungsgarantie für
den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. „Nach meiner Überzeugung schließt das ein, dass ARDAnstalten und ZDF nebeneinander bestehen bleiben müssen.“ Die Frage, wie der öffentlichrechtliche Rundfunk zukunftsfähig gemacht werden könne, müsse diskutiert werden. „Aber
Sparen und Zusammenlegen ist der verkehrte Ansatz“, sagte Überall. Seehofer bediene mit
seiner Forderung populistische Einstellungen. Der CSU-Vorschlag gehöre deshalb in den
Spam-Ordner der Medienpolitik.
Von RND/epd/dpa
2016-09-13 00:22 Hannoversche Allgemeine www.haz.de
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Brand im Seerestaurant: Stromverteiler als Ursache
Das Feuer in Andau am Neusiedler
See wütete auf einer Fläche von 1.000
Quadratmetern.
12.09.2016 | 11:30 |
( DiePresse.com )
Der Brand im Seerestaurant in Andau
(Bezirk Neusiedl am See), der am
Sonntag
für
einen
FeuerwehrGroßeinsatz gesorgt hat, ist durch
einen
überlasteten
Stromverteiler
entstanden. Das teilte die Polizei heute,
Montag, mit.
Beamte des Bundes- und des Landeskriminalamtes sowie der Bezirksbrandermittler hatten
nach der Ursache gesucht. Auch ein Hubschrauber des Innenministeriums war angefordert
worden.
Die Flammen hatten in einem etwa 1.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex gewütet.
Betroffen waren das Seerestaurant sowie Sanitär- und Umkleideräume für den Badesee und
den Campingplatz. Das gesamte Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder.
Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchungen und der Befragung von Zeugen ist laut
Polizeiangaben, dass der Brand im Seerestaurant entstanden sein dürfte und sich von dort über
das aus einer Holzkonstruktion bestehende Flachdach auf den gesamten Komplex ausbreitete.
Als Bereich, in dem das Feuer ausgebrochen war, wurde schließlich ein hölzerner Wandverbau
ausgemacht.
Von dort aus wurden mittels mehrerer Stromverteiler eine Vielzahl elektronischer Geräte mit
Energie versorgt. Die Überlastung eines dieser Verteiler dürfte den Brand entfacht haben.
Die Schadenshöhe wird von Sachverständigen mit rund 700.000 Euro beziffert, berichtete der
ORF Burgenland. Seitens der Landespolizeidirektion hieß es auf APA-Anfrage, man könne dies
nicht bestätigen. Bei der Bekämpfung des Großbrandes waren sechs Feuerwehren mit 125
Einsatzkräften beteiligt.
2016-09-12 11:30 diepresse.com
Total 100 articles.
Created at 2016-09-13 06:02