PROFI. Alles stimmt. - Landwirtschaftskammer Schleswig

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Pflanze
BAUERNBLATT | 27. August 2016 ■
PROFI. Alles stimmt.
BIOGAS | DÜNGER | SAATGUT | FARMHYGIENE | PFLANZENSCHUTZ | AGRARKUNSTSTOFFE
Schadtiere im Winterraps
Welche Bekämpfungsmöglichkeiten bestehen noch?
Vielerorts werfen die ernüchternden bis sehr schlechten Rapserträge die Frage auf, ob das ein Ausrutscherjahr war oder ob der Raps
sich in den vergangenen Jahren
ziemlich schnell zu einer schwierigen Kultur entwickelt hat. Sicher
ist, dass es immer komplizierter
wird, Konzepte gegen die einzelnen Schädlinge zu finden. Denn
kein Jahr ist wie das andere. Was
in einem Jahr gut war, muss nicht
zwangsläufig im nächsten funktionieren. Dafür sind die Einflussfaktoren zu verschieden.
Den Raps nur unter dem Aspekt
des Vorfruchtwertes zu rechtfer­
tigen, wird auf Dauer nicht mehr
ausreichen. Denn bei den diesjäh­
rigen teils nur erreichten Erträgen
von 15 bis 25 dt/ha spräche man
von einer teuren „Gründüngung“.
Nicht ohne Grund findet man auf
ablage und Larvenentwicklung. Die
Schäden, die die Larven durch ih­
ren Fraß an der Wurzel anrichteten,
führten nicht mehr zu Pflanzenver­
lusten, allerdings war die Wurzel
stark vorgeschädigt. Bodenbürtige
Krankheitserreger wie Sclerotinia
und Verticillium, aber auch Phoma
hatten dann leichtes Spiel. Günsti­
ge Temperaturen und zum Teil mas­
sive Niederschläge, die zu Sauer­
stoffmangel im Februar und März
an der Wurzel führten, trugen da­
rüber hinaus zu einer schlechten
Wurzelentwicklung bei.
Ähnlich hat es sich mit dem Raps­
erdfloh verhalten. Auch hier fand
der Zuflug 2015 deutlich später als
im Herbst 2014 statt. Auch die Erd­
flohaktivität konnte vermehrt erst
im November und Dezember beob­
achtet werden. Aufgrund der war­
men Winterwitterung führte diese
auch zur Eiablage und Larvenent­
wicklung.
Eine Gelbschale gehört auf jeden Rapsschlag.
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2.
9.
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präsent. Aber warum war der Be­ wusst wahrgenommen. Im Gegen­
fall so stark, und waren das die al­ satz dazu verlief der Herbst 2015
leinigen Ursachen?
ganz anders. Die kühlen Tempe­
raturen im September verhinder­
ten einen stärkeren Zuflug. Ledig­
Schadtiere und
lich vom 8. bis 18. September 2015
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Krankheiten
konnte nennenswerter Zuflug ver­
Wer den Raps die Vegetation zeichnet werden. Mit der zweiten
Bestandeskontrollen
über intensiv beobachtet hat, dem kurze Phase Anfang Oktober und
mit Gelbschalen
sind die blasse Blüte und vor allem dem weiteren Zuflug im November
Um das Befallsaufkommen von
die lange Blühphase aufgefallen. bis in den Dezember erfolgte der
Das sich daraus entwickelnde kleine Zuflug spät. Temperaturen bis ört­ Rapserdfloh festzustellen, ist die
LÜCKENLOS GEGEN
Schotenpaket konnte zwangsläufig lich 15 °C führten zu einer späten Ei­ Gelbschale (mit Wasser und Spüli
WINDHALM , RAPS UND
keine Höchsterträge mehr bringen.
UNKRÄUTER IM WEIZEN
Die geringen Tausendkorngewichte Abbildung 1: Auftreten Kleine Kohlfliege 2014
Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden.
Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.
offenbarten, dass die Abreife nicht Gelbschalenfänge Standort Fahrendorf (Hzgt. Lauenburg),
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tadellos verlief, Kohlschotenmücke Schlag Fahrendorf (Aussaat 22.8.14)
hin oder her. Ein Blick auf die Wur­
350
zel zu Beginn des Frühjahrs hätte
Gelbschale 1
Gelbschale 2
Gelbschale 3
bei vielen den Optimismus schon
300
Kleine Kohlfliege/Gelbschale
zu diesem Zeitpunkt bremsen müs­
250
sen. Was war passiert? Der Zuflug
vielen ökologisch wirtschaftenden der Kleinen Kohlfliege gestaltete
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4712_NF_AZ_Carmina-Complett_48x50mm.indd01.08.14
Betrieben keinen Rapsanbau 1mehr,09:00
sich im Herbst 2015 komplett an­
denn dort sind keinerlei Bekämp­ ders als im Vorjahr. Im Herbst 2014,
150
fungsmöglichkeiten mit Insektizi­ dem ersten Herbst ohne insektizi­
100
den zugelassen.
de Beize, begann der Zuflug mit
Zurückblickend auf die schlech­ der Rapsaussaat. Bis Mitte Septem­
50
ten Erträge, fällt einem höchst­ ber erfolgte der Hauptbefall. Die
wahrscheinlich zuerst die Kohl­ schnelle Eiablage und die massive
0
schotenmücke ein. Aber nach der Larvenentwicklung führten zu star­
Ernte konnte man vielerorts ver­ ken Pflanzenausfällen, die bis hin
färbte Stoppeln sehen. Sklerotinia, zum Umbruch gingen. Die Kleine
Phoma und Verticillium waren sehr Kohlfliege wurde deshalb sehr be­
Pflanze 29
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Abbildung 2: Auftreten Kleine Kohlfliege 2015
Gelbschalenfänge Standort Fahrendorf (Hzgt. Lauenburg)
(Aussaat 28.8.15)
350
Gelbschale 1
Gelbschale 2
Gelbschale 3
Gelbschale 4
300
Kleine Kohlfliege/Gelbschale
250
200
150
100
50
0
onsdichte ist, desto mehr Käfer sind
in der Gelbschale zu finden. Besonders an warmen, sonnigen Tagen
lohnt eine Kontrolle der Schalen.
Daneben sollten aber auch Raps-
pflanzen kontrolliert oder morgens ein Blick unter die Erdkluten
geworfen werden. Im Herbst 2015
startete das Julius-Kühn-Institut
(JKI) ein Gelbschalenprojekt (Nils
KaZe H 2/2016-SR
225x155
termin ermittelt werden können.
Der Rapserdfloh wird nicht wie andere Rapsschädlinge aktiv von der
Farbe der Schale angezogen. Das
heißt, nur aktive Käfer, die per Zufall in die Schale springen, findet
man dann auch in den Gelbschalen
wieder. Je größer also die Populati-
2.
9.
E
gefüllt sowie mit Gitter versehen)
nach wie vor ein wirksames Mittel.
Zwar stimmen die Fänge mit der
gefühlten Situation im Bestand
nicht immer überein, trotzdem
gehört auf jeden Rapsschlag eine
Gelbschale, da nur so der tatsächliche Befall und der richtige Spritz-
S1
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Frühbefall der Kleinen Kohlfliege führt meist zu Pflanzenverlusten, Spät­
befall wird kaum wahrgenommen, s­ chädigt aber massiv die Wurzel.
Seit 2001
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Pflanze
BAUERNBLATT | 27. August 2016 ■
Die Larven der Kleinen Kohlfliege fressen an den Wurzeln.
Bei wüchsigen Bedingungen bildet die Rapspflanze neue Seitenwurzeln,
Fotos: Manja Landschreiber ­diese können die Pfahlwurzel aber nicht ersetzen.
Conrad et al. (2016): Einfluss des
Gelbschalentyps auf die Fangzahlen von Rapserdfloh in Winterraps.
Journal für Kulturpflanzen, 68 (8),
Seite 217 bis 222), an dem sich auch
Schleswig-Holstein mit drei Standorten beteiligte. Ziel des Projektes
war zum einen der Vergleich der
unterschiedlichen Gelbschalentypen und zum anderen daraus re-
sultierend die Überprüfung des
Bekämpfungsrichtwertes. Eckige
Gelbschalen waren fängiger als die
runden, des Weiteren ergab sich
eine höhere Fängigkeit durch das
Eingraben der Schalen in den Boden. Ein Gitter auf den Schalen beeinflusste nur gering die Rapserdflöhe, verhinderte aber sehr stark
den Beifang von Bienen und Hum-
Abbildung 3: Auftreten Rapserdfloh 2014
Gelbschalenfänge Standort Fahrendorf (Hzgt. Lauenburg),
Schlag Fahrendorf (Aussaat 22.8.14)
80
Gelbschale 1
70
Gelbschale 2
Gelbschale 3
Rapserdfloh/Gelbschale
meln. Die Bekämpfungsschwelle
von mehr als 50 Käfern pro Gelbschale innerhalb von drei Wochen
hat nach wie vor ihre Gültigkeit.
Wenn die 50 Käfer innerhalb einer
Woche erreicht werden, muss vor
der Eiablage behandelt werden.
throide zugelassen. Die vom JKI
durchgeführten Resistenztests belegen für diesen Wirkstoff aber
eindeutig steigende Sensitivitätsverluste. Aus diesem Grund sind
vorbeugende Spritzungen unbedingt zu unterlassen. Diese fördern die Resistenzentwicklung. Gegen
die Kleine Kohlfliege sind keiInsektizide bewusst
ne Insektizidmaßnahmen zugelaseinsetzen
sen und auch nicht erfolgreich.
Für eine Bekämpfung des Raps­
In dem in Fahrendorf (Kreis Hererdflohs sind ausschließlich Pyre- zogtum Lauenburg) durchgeführ-
Abbildung 5: Auftreten Rapserdfloh 2015
Versuch: Standort Fahrendorf (Hzgt. Lauenburg), (50 Kö/m2, 28.8.15)
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REF-Larven/Pflanze
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Bonitur am 16.12.
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Abbildung 4: Auftreten Rapserdfloh 2015
Gelbschalenfänge Standort Fahrendorf (Hzgt. Lauenburg)
(Aussaat 28.8.15)
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Ertrag rel.
GD 5,0 % = 2,12 dt/ha; 10,81 rel.
T2
Rapserdfloh/Gelbschale
19,60 dt/ha = 100 rel.
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Gelbschale 4
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T1: 18.9.15; ES 11-12 – 75 ml/ha Karate Zeon
T2: 2.10.15; ES 14 – 75 ml/ha Karate Zeon
T3: 12.10.15; ES 15-16 – 150 g/ha Trafo WG
Auszug!
■ BAUERNBLATT | 27. August 2016
führen, indem das eingedrungene Wasser in
Kleine Kohlfliege
den Bohrgängen gefriert. Zusätzlich dringen
Delia radicum
Weitverbreiteter Schädling, der an vielen pilzliche Erreger in die Einbohrstellen ein.
Brassicaceaen zu finden ist. Nach Einführung Auftreten: Die 3 bis 4 mm langen, metallisch
von
Insektizidschwarz glänzenden Käfer sind zum
beizen wie Elado
Zeitpunkt der Rapsaussaat in den Beständen zu finden. Nach einem Reiging die Population spürbar zurück,
fungsfraß (zehn bis 14 Tage) erfolgt
latenter Befall war
die Eiablage in Pflanzennähe 1 bis 2 cm
trotzdem vorhanin den Boden. Bei Temperaturen deutden. Der Wegfall
lich über dem Gefrierpunkt kann die
der Insektizidbeize
Eiablage bis ins Frühjahr dauern. Die
verursachte einen
jungen Larven wandern zu den Pflanzen und bohren sich in die Blattstieerheblichen Populationsanstieg, bis
le. Dort fressen sie geschützt und können bis zum Vegetationskegel vordrinhin zum Starkbefall 2014. Der Zu- Die Kleine Kohlfliege an der jun- gen. Weit entwickelte Larven verpupflug der Kleinen gen Rapspflanze.
pen sich bereits im Herbst im Boden,
Kohlfliege ist unter
später eingedrungene Larven schafanderem temperaturabhängig. Beobachtun- fen das nicht mehr und verpuppen sich erst
gen und Versuchsergebnissen zufolge wer- im Frühjahr.
den gepflügte Flächen bevorzugt.
Befallskontrolle: Nach Wegfall der InsektizidSchadbild: Die Larven der dritten Generation beize muss die Gelbschalenkontrolle ab der
fressen an den Wurzeln der Rapsjungpflan- Aussaat beginnen. Bei sonniger, warmer Witzen und zerstören diese. Infolgedessen ist die terung sind die Käfer auf den Rapsblättern
Wasser- und Nährstoffaufnahme behindert, festzustellen (hüpfen bei Blattbewegung
die Pflanzen im Wachstum gehemmt und die durch den Bestand). Insektizide Behandlung
Blätter rotbläulich verfärbt. Ist die Wurzel sollte erst bei mehr als 50 Käfern pro Gelbzerstört, ist die Standfestigkeit der Pflanze schale innerhalb von drei Wochen oder bei
vermindert. Bei günstigen Witterungsbedin- mehr als 10 % zerstörter Blattmasse durchgungen (milder Herbst und Winter sowie aus- geführt werden.
reichend Niederschläge im Frühjahr) ist die
Rapspflanze in der Lage, durch Seitenwurzel- Kohlmotte
bildung zu kompensieren. Allerdings bilden Plutella xylostella
Fraßschäden Eintrittspforten für Krankheits- Die Kohlmotte befällt fast alle Kohlarten. Im
erreger wie Phoma. Bei frühem Befall mit Winterraps hat die Kohlmotte jahresbedingt
starker Schädigung der Wurzel oder stren- Bedeutung. Das letzte Mal ist sie 2005 stärgen Wintern kommt es zu Pflanzenverlusten. ker in Erscheinung getreten. Im Frühjahr 2016
Auftreten: Größte Schadwirwar wieder starkung haben die Larven der dritkes Auftreten im
ten Generation. Ein Weibchen
Gemüsebau und
kann bis zu 100 Eier ablegen.
im Ausfallraps zu
Die Eiablage erfolgt an den
beobachten.
Schadbild: Die
jungen Rapspflanzen. Wenn
die Kohlfliege schon Mitte AuLarven (Raupen)
gust zufliegt, sind Frühsaaten
schaben zuerst
deutlich attraktiver. Bei warmer
kleinere Stellen
Winterwitterung sind auch vier
an der Blattunterseite ab, die
Generationen möglich.
Skelettierfraß von Ausfallraps durch die Blattoberhaut
Kohlmotte.
bleibt vorerst steRapserdfloh
hen. Später entPsylliodes chrysocephala
Der Rapserdfloh hat die letzten Jahre durch steht Lochfraß, der manchmal dazu führt,
den Wegfall der Insektizidbeize massiv an Be- dass nur noch die Mittelrippen stehen bleideutung gewonnen. Die Schadwirkung geht ben (Skelettierfraß).
von den Käfern und von den Larven aus.
Auftreten: Für den frisch gesäten Winterraps sind im August/September die
Schadbild: Die Käfer verursachen Lochfraß an
Larven der zweiten Generation entscheidend. Der Entwicklungszyklus
den Rapsjungpflanzen.
Die Hauptschadwirkung
ist sehr stark temperaturabhängig.
geht von den Larven aus,
Aufgrund des stärkeren Befalls im
die die Blattriebe minieFrühjahr ist mit stärkerem Auftreten
ren. Von dort können
im Winterraps in diesem Herbst zu
sie bis zum Stängel und
rechnen.
Vegetationskegel vorBefallskontrolle: Auffällig ist die
dringen. Der Larvenfraß
markante Färbung der Flügel der Falkann zu erheblichen Rapserdflöhe im Bestand ter mit der dachziegelartigen WelAuswinterungsschäden beim Liebesspiel.
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BAUERNBLATT | 27. August 2016 ■
den stärksten Kohl­
fliegenbefall. Da die
Kohlfliegen über den
Duft angezogen wer­
den, sind besonders
früh gedrillte Bestän­
de ein lockendes Ziel.
Bei der Eiablage be­
vorzugen die Fliegen
zudem kräftige Pflan­
Resistenzfaktor: 20,6
zen, um ihrer Nach­
10 sensitive
kommenschaft auch
zu 10 resistenten
gute
Bedingungen
zu bieten. Ein zwei
bis drei Tage früherer
Saattermin kann ge­
rade beim Raps auch
schon einen deutli­
chen
Entwicklungs­
kdr (2014-2015)
vorsprung und damit
kein kdr Nachweis
eine höhere Attrak­
Biotest:
0,015 µg/cm2 < 90 %
tionswirkung für die
> 0,015 µg/cm2 < 100 %
Kohlfliege bedeuten.
0,015 µg/cm2 > 90 < 100 %
Ergebnisse früherer
0,003 µg/cm2 < 50 %
Untersuchungen erga­
2
0,003 µg/cm < 50 %
ben eine stärkere Eia­
blage auf gepflügten
Quelle: JKI (Dr. Heimbach)
Flächen. Zum einen
haben diese Rapsbe­
ten Rapserdflohversuch (siehe Abbildungen) stände oft einen Entwicklungsvorsprung, und
zeigten die Pyrethroide noch ihre Wirksam­ zum anderen bevorzugt die Kleine Kohlfliege
keit. In der Kontrolle wurden Mitte Dezember einen „sauberen Tisch“ für die Eiablage.
Flache Bodenbearbeitungsgänge nach der
19 Larven pro Pflanze bonitiert. Die einmalige
Spritzung konnte den Larvenbesatz auf neun Rapsernte haben einen schädigenden Ein­
Larven pro Pflanze reduzieren. In der Doppel­ fluss auf die Tönnchenpuppen und somit auf
behandlung wurden nur noch 0,3 Larven pro die daraus schlüpfende erste Generation, wie
Pflanzen festgestellt. Maßgeblich für die gute Versuchs­ergebnisse aus Niedersachsen belegen.
Wirkung war die Spritzung nach Erreichen der
Bekämpfungsschwelle.
Das sollte auch der Weg in diesem Herbst
sein. Die Bestände verdachtsmäßig vorbeu­
Die Schadtiere nehmen immer größeren
gend unter „Insektizidschutz“ zu halten, wi­
Einfluss auf den Winterraps. Genaue Be­
derspräche der guten fachlichen Praxis und ist
standeskontrollen zur Überwachung des
vollkommen kontraproduktiv, da so die weite­
Auftretens von Insekten im Herbst, wie
re Resistenzentwicklung forciert wird. Fehlan­
Kleine Kohlfliege und Rapserdfloh, sind
wendungen kann sich die Landwirtschaft nicht
unerlässlich. Die Gelbschale gibt einen si­
mehr leisten.
cheren Hinweis für den Behandlungster­
min. Für eine bessere Fängigkeit sollte die
Schale eingegraben werden, sodass nur
Pflanzenbauliche Aspekte
der Rand maximal 2 cm heraussteht. Die
beachten
Gitterabdeckung ist zur Vermeidung des
Für die neue Rapsaussaat gilt es, ein gutes
Beifangs Pflicht. Bei Überschreiten der Be­
Saatbett zu bereiten, um dem Raps die best­
kämpfungsschwelle von 50 Rapserdflöhen
möglichen Startbedingungen zu bieten. Das
binnen drei Wochen sollte eine Insektizid­
kann auch sehr gut im Mulchsaatverfahren ge­
behandlung erfolgen, um eine Eiablage
lingen. Das Ziel muss heißen, Rapspflanzen mit
zu verhindern. Prophylaktische Insektizid­
einer gut entwickelten Pfahlwurzel zu etablie­
spritzungen sind zu unterlassen.
ren, die die Fraßschäden durch die Larven der
Der Kleinen Kohlfliege kann nur pflanzen­
Kleinen Kohlfliege besser wegstecken kann.
baulich entgegengewirkt werden.
Ausfallraps und stark überzogene Saatstärken,
Informationen zur aktuellen Zulassungs­
in denen eventuelle Pflanzenverluste von vorn­
situation finden sich unter www.lksh.de
herein einkalkuliert werden, sind fehl am Platz.
Startseite>Pflanzenschutzdienst>Pflan­
Treten diese nicht ein, stehen zu viele Pflanzen
zenschutzinfos zu den Kulturen>Winter­
pro Quadratmeter und konkurrieren um Wasser
raps>Pflanzenschutz
und Nährstoffe. Schlecht entwickelte Wurzeln
nehmen stärkeren Schaden, das heißt die Saat­
bettbereitung spielt eine wichtige Rolle. Ver­
Manja Landschreiber
dichtungen müssen vermieden werden.
Landwirtschaftskammer
Ein weiterer Punkt ist der Saattermin. In der
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Abbildung 6: Rapserdfloh – Resistenzsituation;
Resistenz gegenüber Pyrethroiden bis 2015
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