Schattenblick Druckausgabe

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MA-Verlag
__I n h a l t___Ausgabe 1870___
1 UMWELT - REPORT: Vielfaltig
nachhaltig - ohne Konsequenzen ...
1 SCHACH-SPHINX:
Klaustrophobische Verlustangst
5 POLITIK - AUSLAND:
Mexiko - Xitlali Miranda Mayo
"Iguala ist ein Friedhof" (poonal)
8 BÜRGER - FAKTEN:
Alternativgipfel zu NATO Gipfel in
Warschau (Pressenza)
9 SPORT - BOXEN:
Rendezvous aufdem absteigenden Ast
11 PERRY-RHODAN: Inhaltliche
Zusammenfassung von Nr. 2860
12 DIENSTE - WETTER:
Und morgen, den 29. Juni 2016
Elektronische Zeitung Schattenblick
Mittwoch, 29. Juni 2016
Vielfaltig nachhaltig - ohne Konsequenzen ...
Innovation in der Nachhaltigkeitsforschung
Einführungsbericht zum Life Sciences Forschungskolloquium 2016 an
der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) am
13. Juni 2016
SCHACH - SPHINX
Klaustrophobische Verlustangst
(SB) ­ Es gibt viele Arten, eine Niederlage wegzustecken. Das Gros der
Verlierer setzt eine unverbindlich lächelnde Maske auf, reicht dem anderen die Hand und verläßt stehenden
Fußes den Ort der Kapitulation.
Dann gibt es noch den Typ von
Mensch, der sich, dem anderen und
aller Welt hinterher lauthals erklären
muß, daß er gar nicht hätte verlieren
müssen, wenn ihm nicht dieser oder
jener dumme Zug dazwischengefunkt hätte. Wohl lag es an dem viel
zu hellen Licht oder an der schwerverdaulichen Mahlzeit, daß er seine
Gedanken nicht beieinander hatte.
Diese Art von Verleugner ist der widerlichste und kommt gar nicht einmal selten vor. Die beste Art und
Weise, sich aus der Affäre zu ziehen,
fand freilich Meister Adorjan in
München 1979. Adorjan hatte keine
guten Tage auf dem Turnier gehabt.
Fortsetzung Seite 12
Es hat einmal eine Zeit gegeben, da
stand im Umweltschutz die Sorge
vor einem zu hohen Verbrauch der
Ressourcen im Vordergrund. In
Studien wie "Grenzen des Wachstums" (1972) oder "Global 2000"
(1980) wurde die Öffentlichkeit
darauf aufmerksam gemacht, daß
sich die Umweltsysteme des gesamten Planeten wandeln und der
Mensch am eigenen Ast sägt, wenn
er weiter wie bisher Rohstoffe verbraucht, Luftschadstoffe emittiert,
die Ozeane als Müllkippe benutzt,
Böden übernutzt, Habitate vernichtet und Flächen durch Straßen- und
Städtebau versiegelt. Die Regierungen in Ost und West wurden
aufgefordert, eine Abkehr von der
vorherrschenden Art der Entfaltung der Produktivkräfte, die jene
desaströsen Folgen zeitigten, einzuleiten.
Forschungskolloquium 2016 zur in­
novativen Nachhaltigkeitsforschung
Foto: © 2016 by Schattenblick
Nach vier Jahren Vorbereitung hat
1987 die von den Vereinten Nationen
eingerichtete Weltkommission für
Umwelt und Entwicklung unter Leitung der früheren norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem
Brundtland den Bericht "Unsere gemeinsame Zukunft" ("Our Common
Future") herausgebracht. Darin wurde ein schon älteres, aus der Forstwirtschaft stammendes Konzept in
den Mittelpunkt künftiger Umweltpolitik gerückt: Nachhaltige Entwicklung bzw. Nachhaltigkeit (engl.:
sustainability).
Mit diesem wohlklingenden Terminus, der keineswegs für die Abkehr
bisheriger Wirtschaftsweisen, son-
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dern für ihre Fortsetzung unter bestimmten Bedingungen steht - beispielsweise sollten nicht mehr Ressourcen verbraucht werden als nachwachsen, bzw. nicht so viele Ressourcen, daß deswegen zukünftige
Generationen ihre Bedürfnisse nicht
mehr befriedigen können -, gelang
es, große Teile der damals erstarkten
Umweltbewegung einzufangen und
hinter sich zu bringen. Nicht wenige
von ihnen hatten ursprünglich, abgesehen von ihrer mitunter antikapitalistischen Ausrichtung, radikalere
Umweltschutzpositionen vertreten,
Positionen, die man heute wohl eher
dem Klima- und Umweltaktivismus
zurechnen würde, waren dann aber
auf den moderateren Kurs der
Brundtland-Kommission eingeschwenkt. Immerhin tut sich etwas,
lautete die Kompromißformel, mit
der konsequentere Standpunkte, die
auf potentiell weitreichendere gesellschaftliche Umbrüche hinausliefen, erodiert wurden. Der Wirtschaft
nicht durch allzu entschiedene Reglementierungen auf die Füße treten
und ihr zugleich die Perspektive auf
neue Expansionsräume eröffnen das war die Geburtsstunde der "grünen Ökonomie".
Bereits der Titel des Brundtland-Reports, "Unsere gemeinsame Zukunft", zeigte die gezielte Ignoranz
der Verantwortlichen gegenüber den
existentiellen Problemen eines erheblichen Teils der Weltbevölkerung. Begriffe wie "gemeinsam" und
"unsere Zukunft" suggerierten eine
Interessensgleichheit innerhalb der
Menschheit. Doch Ende der achtziger Jahre, als der Report herauskam,
hungerten rund eine Milliarde Menschen auf der Welt, und dieser Hunger war nicht Folge eines naturgesetzlichen Schicksalsschlags, sondern einer Politik des Hungers [1]
und Ökonomie des Mangels.
Nachhaltigkeit erscheint vor allem
deswegen bis heute als ein positiv
konnotierter Begriff, weil mit ihm
auf unbestimmte Weise drohend am
Horizont stets die unausgesprochene
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Alternative einer Mensch und Umwelt sehr viel rigoroser verwertenden
Wirtschaftsweise aufscheint. Gegenüber dem blanken Extraktivismus
beispielsweise des Goldabbaus unter
dem Einsatz von Quecksilber, der
hemmungslosen Rodung tropischen
Regenwalds, um an seiner statt Plantagen zur Palmölgewinnung anzulegen, oder der Produktion von Papier
unter Einsatz riesiger Mengen an
Wasser und Chemikalien erscheint
die nachhaltige Produktionsweise,
die zu einem Goldabbau mit Fairtrade- oder Fairmined-Siegel, einem
RSPO-zertifizierten Plantagenanbau
und einer unter den strengen Blicken Will der Nachhaltigkeitsforschung
innovativ voranschreiten ­
des Blauen Engels betriebenen Papierherstellung unter Ausnutzung Prof. Walter Leal bei seinem Vortrag
Foto: © 2016 by Schattenblick
von Altpapier wie ein echter Zugewinn an Umweltschutz und damit
Nach einem Einführungsvortrag von
Lebensqualität.
Prof. Walter Leal, dem Leiter des
Noch heute arbeitet sich die Um- FTZ-ALS und Organisator des Trefweltbewegung an dem Begriff fens, über die "Ziele der Veranstal"Nachhaltigkeit" ab oder, genauer tung" spannte sich der Bogen der
gesagt, sie tut es mehr denn je - oft- zwölf Input-Vorträge zu Themen wie
mals ohne sich seiner einstmals um- den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustrittenen Herkunft im klaren zu sein. stainability Goals) der internationaDie Frage, was denn eigentlich len Staatengemeinschaft, die am 1.
Nachhaltigkeit sei, und die in den Januar 2016 in Kraft traten, über
Raum gestellte, unbeantwortet ge- Studien zur Nachhaltigkeit in Unterbliebene Aufforderung, daß man den nehmenskonzepten, die ÜberwinBegriff eigentlich genauer definieren dung von psychologischen Hindermüßte, tauchte auch am 13. Juni nissen für Nachhaltigkeit über den
2016 wiederholt in den Vorträgen Handabdruck als komplementärer
und Diskussionen des Forschungs- Maßstab der Nachhaltigkeitswirkung
kolloquiums "Innovation in der von Konsumprodukten bis zu ProNachhaltigkeitsforschung" des For- jektbeispielen für nachhaltige Nahschungs- und Tranferzentrums App- rungssysteme. [2] Den Abschluß des
lication of Life Sciences (FTZ-ALS) Symposiums bildete ein als "modeder Hochschule für Angewandte rierte Diskussion" ausgewiesener
Wissenschaften (HAW) in Hamburg Programmpunkt, einem Plenum mit
auf. Das wundert nicht. Der Mangel den Referentinnen, Referenten und
an definitorischer Schärfe ist dem Gästen der Veranstaltung.
Begriff Nachhaltigkeit immanent.
Die aus der Forstwirtschaft stam- Prof. Leal positionierte dieses Kollomende Grundidee, daß bezogen auf quium in den Kontext der 17 UNein bestimmtes Bewirtschaftungsge- Nachhaltigkeitsziele, hier insbesonbiet nicht mehr Bäume auf einen dere von Ziel Nr. 9 "Innovation und
Schlag gefällt werden als wieder Infrastruktur", und kündigte an, daß
nachwachsen, so daß der Wald lang- sämtliche Vorträge zu einem Band
fristig genutzt werden kann, läßt sich "Innovation in der Nachhaltigkeitsnicht auf sämtliche anderen Beispie- forschung" zusammengefaßt werden
le des längst entuferten Gebrauchs sollen. Mit diesem Produkt in der
Hand werde es möglich sein, beim
von Nachhaltigkeit übertragen.
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Mi, 29. Juni 2016
Elektronische Zeitung Schattenblick
BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) Fördergelder
zu beantragen und weitere Forschungen zur Nachhaltigkeit betreiben zu
können, stellte er in Aussicht.
Die Ideen, Konzepte und Studien zur
Nachhaltigkeit, die in den weiteren
Einzelvorträgen vorgestellt wurden,
erscheinen auf ihre Art sicherlich
vorteilhafter gegenüber einer auf
kurzfristige, umfassende Bereicherung zielenden Wirtschafts- und Lebensweisen. So bietet die von der
Umweltorganisation BUND - Friends of the Earth erstellte App "ToxFox - Der Kosmetik-Check" die
Möglichkeit, mit dem Smartphone
innerhalb des überwältigend großen
Angebots an Körperpflegeprodukten
jene herauszufischen, die nachhaltige Kriterien erfüllen. Wie die Referentin Andrea K. Moser vom Institut
für Industrial Ecology - INEC der
Hochschule Pforzheim berichtete,
trägt diese App dazu bei, nachhaltige Produkte im Konsum aus der Nische in den Mainstream zu transferieren. Wobei es bei dem von Moser
übernommenen Forschungsteilbereich im Rahmen einer vom INEC
durchgeführten Studie darum gegangen sei, "Herstellern, Händlern und
Policy-Makern" zu Einblicken zu
verhelfen, damit sie verstehen, wie
der Konsument "tickt", so daß sie ihn
bewegen können, nachhaltiger zu
konsumieren.
Dr. Sonja Stanger von der Universität Hohenheim berichtete über ihre
betriebswirtschaftliche Studie zu
"Nachhaltigkeit als Determinante
des Innovationserfolges" und betonte, daß es für Unternehmen erst dann
interessant werde, Nachhaltigkeit in
den Innovationsprozeß zu integrieren, wenn sich daraus "Wettbewerbsvorteile" ergeben, sich das ganze also in Euro und Cent auszahle - ansonsten mache es "keinen Sinn".
Globale Megatrends wie Armut, Bevölkerungswachstum, etc. würden
sich auf die Unternehmen niederschlagen, denn sie müßten das inzwischen berücksichtigen, wenn sie auf
Mi, 29. Juni 2016
dem globalen Markt
bestehen wollten. Das
werde aber bislang vernachlässigt. Dabei könne sich doch Innovationserfolg durchaus als
Unternehmenserfolg
niederschlagen, wenn
ein geeignetes Umweltmanagementsystem etabliert, eine
nachhaltige Innovationskultur implementiert, Kooperationen
und Netzwerke mit
nachhaltigkeitsorientierten Partnerunternehmen, Lieferanten
etc. eingegangen und
Mitarbeiter im Hinblick
auf NachhaltigkeitsKnow how weitergebildet würden, faßte Dr.
Stanger ihre Studie zusammen.
Der Diplom-Betriebswirt Johannes
Hogg von der Fresenius Hochschule
Hamburg stellte seine Ausführungen
unter die Frage: "Die normative Ordnung der servicedominierten Logik
für ein komplexes Wertnetzwerk ein innovativer Weg zu mehr Nachhaltigkeit?" Es sei weitgehend unstrittig, daß Unternehmen von ihrem
rein ökonomischen Erfolgsstreben
wegkommen müßten und auch eine
soziale Verantwortung und eine Verantwortung gegenüber dem Planeten
und seinen Problemen zu tragen hätten, stellte Hogg fest. Das von ihm
eingesetzte Triple-Bottom-LineKonzept [3], das die nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen präferierten, habe allerdings weder die Mitarbeiter erreicht noch die angrenzenden Stakeholder in die Nachhaltigkeitsdiskussion eingebunden. Konsumenten, Unternehmen und alle übrigen Beteiligten erscheinen bei
Hogg nicht mehr als Ressourcenverbraucher, sondern als Ressourcenintegratoren. In der Sharing-Economy
erkennt er beispielsweise einen sozialen Ansatz, wie die Ressourcen
integrativ und somit effizienter genutzt werden können.
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Grundform des Triple­Bottom­Line­
Konzepts Grafik: Felix Müller, frei­
gegeben als CC­BY­SA­4.0
[https://creativecommons.org/licen­
ses/by­sa/4.0/deed.en] via Wikime­
dia Commons (bearbeitet von Schat­
tenblick)
Drei Vortragsbeispiele, hier nur stichwortartig angerissen, anhand derer
stellvertretend jedoch die grundlegende Ausrichtung von Nachhaltigkeitsideen verdeutlicht werden kann. So
werden bei der Sharing-Economy
zwar Autos von verschiedenen Personen gemeinsam genutzt - beispielsweise von einer Mietergemeinschaft
oder Nachbarschaftsinitiative -, doch
dieses Auto muß nach wie vor hergestellt werden, und dabei werden Ressourcen verbraucht. Und die Frage der
globalen Gerechtigkeit, wie wir sie
eingangs am Beispiel des Hungers angesprochen haben, ist hierbei noch gar
nicht berührt. Sicherlich werden beim
Sharing Car nicht mehr so viele Ressourcen verbraucht wie beim traditionellen Konsummodell, bei dem jeder
sein eigenes Auto erwirbt, das dann
über längere Zeit ungenutzt bleibt.
Nachhaltigkeit hieße in diesem Fall
jedoch ein geringerer, aber nicht kein
Ressourcenverbrauch.
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An der großen Bandbreite von Produkten, Handlungsweisen und sonstigen Verwendungen von "nachhaltig" wird erkennbar, wie vielseitig,
um nicht zu sagen, beliebig der Begriff ist. Zudem werden im Nachhaltigkeitsdiskurs Denkweisen aus der
Wirtschaft unhinterfragt übernommen, die dasselbe Verwertungsinteresse transportieren.
rückgespeist werden, lautet die Vorstellung. Daß sich dieses Konzept
bislang einer nur geringen Beachtung erfreut, hat nicht allein mit der
vorherrschenden umsatz- und profitorientierten Wirtschaftsweise zu
tun, die keine Konkurrenzmodelle
neben sich duldet, durch die sie
grundsätzlich in Frage gestellt werden könnte, sondern auch mit der irrtümlichen Vorstellung seiner ErfinWenn beispielsweise von regenerati- der, man könne sich am eigenen
ven oder erneuerbaren Energien ge- Schopf aus dem Sumpf ziehen.
sprochen wird, drückt sich darin der
Irrtum aus, daß solche Energien un- Ein bißchen von diesem Glauben
erschöpflich sind. Erneuerbar sind spiegelt sich auch in der Vorstellung
die Energien aber nur dann, wenn von Nachhaltigkeit wider, wennausgeblendet wird, daß sowohl die gleich in den Vorträgen des ForProduktion von Energie aus Sonnen- schungskolloquiums 2016 "Innovaeinstrahlung, Wind, Gezeiten oder tion in der Nachhaltigkeitsforauch Geothermie als auch die Wei- schung" häufig kein Hehl daraus geterleitung von Energie zu den Ver- macht wurde, daß nachhaltig wirtbraucherinnen und Verbrauchern und schaftliche Interessen verfolgt wernicht zuletzt die Energieverwendung den.
beispielsweise durch Elektroautos,
Flachbildschirme, Kühlschränke,
etc. eine technologische Infrastruktur erfordert. Auch die Verhinderung
des Energieverlustes, indem Häuser
und andere Gebäude um die Energieverbraucher herum errichtet werden,
setzt den Verbrauch von Ressourcen
zwingend voraus. (Daß bei der Bewertung eines Produkts oder einer
Dienstleistung auf jeden Fall die gesamte Produktionskette zu berücksichtigen sei, betonte Christine Göbel von der Fachhochschule Münster, die einen Vortrag zur "Nachhaltigkeit in der Außer-Haus-Gastronomie" hielt).
Die Idee, man könnte das Problem
des Ressourcenverbrauchs umgehen,
wird von dem Cradle-to-CradleKonzept beansprucht, das der deutsche Chemiker Michael Braungart
und der US-Architekt William Mc- Hochschule für Angewandte
Donough im Jahr 2002 vorgestellt Wissenschaften (HAW) Hamburg
haben. Sie waren es auch, die dem Foto: © 2016 by Schattenblick
Triple-Bottom-Line-Konzept ihre eigene Idee der "Triple Top Line" gegenüberstellten. Biologische Stoffe Anmerkungen:
sollen vollständig in biologische
Kreisläufe und technische "Nähr- [1] In Anlehnung an das Buch "Polistoffe" in technische Kreisläufe zu- tik des Hungers" (Berlin, Hamburg,
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2010) des philippinischen Soziologieprofessors und Alternativen Nobelpreisträgers Walden Bello. Er
zeigte auf, daß durch politische
Maßnahmen, wie sie beispielsweise
von den globalen Finanzinstitutionen
IWF und Weltbank in den sogenannten Entwicklungsländern implementiert wurden, dort sehr direkt Hunger
ausgelöst wurde.
[2] Die Vorträge des Life Sciences
Forschungskolloquiums 2016: "Innovation in der Nachhaltigkeitsforschung" vom 13. Juni 2016 lauten:
- Innovation in der Nachhaltigkeitsforschung: Ziele der Veranstaltung
(Prof. Dr. Walter Leal, Hochschule
für Angewandte Wissenschaften
Hamburg)
- Mit qualitativen Insights aus der
Nische zum Mainstream - Nachhaltiger Konsum von Körperpflegeprodukten
(Andrea Moser, Institut für Industrial Ecology, Hochschule Pforzheim)
- Sustainable Governance für die
SDGs - Lessons learned und künftige Optionen
(Dr. Edgar Göll, IZT - Institut für
Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin)
- Nachhaltigkeit als Determinante
des Innovationserfolgs - ein Systematic Literature Review und Entwicklung eines konzeptionellen Modells
(Dr. Sonja Stanger, Universität Hohenheim)
- Psychologie der Nachhaltigen Entwicklung: Zur Überwindung von
Hindernissen für Nachhaltigkeit im
Rahmen einer psychologisch fundierten Sustainability Science
(Prof. Dr. Peter Schmuck, Universität Göttingen)
- Die normative Ordnung der service-dominierten Logik für ein komplexes Eco-System - ein innovativer
Weg zu mehr Nachhaltigkeit?
Mi, 29. Juni 2016
Elektronische Zeitung Schattenblick
(Johannes Hogg, Hochschule Frese- - Der Handabdruck - ein komplenius Hamburg)
mentäres Maß positiver Nachhaltigkeitswirkung von Produkten
- Den Beitrag von Kleinen und Mitt- (Mecki Naschke, Collaborating Cenleren Unternehmen zur Umsetzung tre on Sustainable Consumption and
der UN-SDGs stärken - Ein Priori- Production (CSCP), Wuppertal)
sierungswerkzeug
(Meriem Tazir, TU-Darmstadt)
- Marktimpulse für Verbraucherprodukte ohne problematische Inhalts- Beitrag Erneuerbarer Energien zur stoffe: ein Beitrag zu nachhaltigem
Verfügbarkeit von Elektrizität und Konsum (Julian Schenten, HochWasser
schule Darmstadt)
(Charlotte Newiadomsky, SWKEnergiezentrum E² der Hochschule - Sustainability in Business ManageNiederrhein)
ment Education and the Potential of
Open-Innovation
- Entwicklung eines Leitbilds zur (Monika Kolb, Cologne Business
"Nachhaltigkeit in der Außer-Haus- School)
Gastronomie"
(Christine Göbel, Fachhochschule - Kommunikation zwischen WissenMünster)
schaft und Praxis als Standbein der
Nachhaltigkeitsforschung - Projektbeispiel nachhaltige Nahrungssysteme
(Dr. Silke Stöber, Humboldt-Universität zu Berlin, Seminar für Ländliche Entwicklung)
[3] Das Triple-Bottom-Line-Konzept, z. Dt. Drei-Säulen-Modell,
wurde in den neunziger Jahren in die
Nachhaltigkeitsdebatte eingebracht.
Gemeint ist damit eine Gleichrangigkeit von ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen als Voraussetzung einer nachhaltigen Entwicklung.
http://www.schattenblick.de/
infopool/umwelt/report/
umrb0119.html
POLITIK / AUSLAND / FRAGEN
poonal ­ Pressedienst lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen
Mexiko - "Iguala ist ein Friedhof"
von Fabrizio Lorusso
(Lima, 27. Mai 2016, noticias aliadas) - Interview mit Xitlali Miranda Mayo, Leiterin der Organisation "Suchkomitee für die anderen
gewaltsam Verschwundenen von
Iguala" (Comité de Búsqueda Los
Otros Desaparecidos de Iguala).
die Gegend ist übersät mit geheimen Gräbern und sterblichen
Überresten von gewaltsam verschwundenen Personen, es
herrscht ein interner Konflikt,
ausgelöst durch die Militarisierung der Region; der Staatsapparat ist vom organisierten VerbreXitlali Miranda Mayo ist Psycho- chen unterwandert und es gibt den
login in Iguala, im Bundesstaat sogenannten "Drogenkrieg".
Guerrero im Südwesten Mexikos.
Sie koordiniert das "Suchkomitee Fabrizio Lorusso, Mitarbeiter der
für die anderen gewaltsam Ver- lateinamerikanischen Nachrichschwundenen von Iguala", das tenagentur Noticias Aliadas, sprach
nach dem gewaltsamen Ver- mit Miranda Mayo über die Beweschwindenlassen der 43 Studenten gung zur Suche nach Verschwundes Lehramtseminars Ayotzinapa denen und was die Familienangeam 26. September 2014 gegründet hörigen dazu gebracht hat, sich zu
wurde. Durch die Suche nach den organisieren, um ihre gewaltsam
lebenden Studenten wurde eine Verschwundenen zu finden. Laut
dramatische Situation aufgedeckt: dem Nationalen Datenregister für
Mi, 29. Juni 2016
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vermisste und gewaltsam verschwundene Personen sind zur Zeit
27.659 Menschen in Mexiko verschwunden, wobei die Bundesstaaten Guerrero, Tamaulipas und Veracruz die meisten gewaltsam Verschwundenen im Land aufzuweisen
haben. Mayo beklagt die mangelnde Solidarität mit den Familien von
gewaltsam Verschwundenen.
Wann wurde das "Suchkomitee für
die anderen gewaltsam Verschwun­
denen von Iguala" gegründet?
Die Suche nach den gewaltsam Verschwundenen begann mit den Studenten von Ayotzinapa. Das hat viele Menschen bewegt. Als die Studenten gewaltsam verschwanden,
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kamen Mitglieder der Vereinigung
der Völker und Organisationen des
Bundesstaates Guerrero UPOEG
(Unión de Pueblos y Organizaciones
- Estado de Guerrero), da mehrere
Studenten aus Gemeinden der Regionen Costa Chica und la Montaña
stammen, in denen diese Organisation arbeitet.
wirklich mit Gräbern übersät waren
und das war ein Schock für mich.
Davor war mir die Problematik nicht
klar gewesen, mit der viele Familien
hier konfrontiert sind.
Wir organisierten Treffen mit Pfarrer
Oscar Prudenciano, wir baten um
Hilfe. Wir riefen die Familien in der
Kirche zusammen mit dem Aufruf:
"Hast du ein gewaltsam verschwundenes Familienmitglied, dann komm
und gib eine DNA-Probe ab und wir
werden deine Angehörigen suchen".
So kamen sie dann, angelockt durch
die Möglichkeit der DNA-Probe. Die
Organisation "Bürgerliche Kriminaltechnik" (Ciencia Forense Ciudadana, die sich aus Familienangehörigen
von Verschwundenen zusammensetzt), die Kriminaltechnik einsetzen
und deren Leiterin Julia Alonso ist,
bot uns an, diese Proben zu machen
und so entstand das Suchkomitee
von Familienangehörigen.
Sie entscheiden sich nach Iguala zu
gehen, um die jungen Leute zu suchen und lebend zu finden. Aber als
sie die Hügel und Berge durchkämmen, finden sie Gräber. Sie graben
dort und finden sterbliche Überreste.
Diese Nachricht verursacht einen öffentlichen Aufschrei, aber es waren
nicht die Studenten aus Ayotzinapa.
Da stellte sich natürlich die Frage:
"Wer sind sie?" Niemand interessierte sich dafür. Mitglieder von Regierung und Staatsanwaltschaft des
Bundesstaates kamen, sahen die
Gräber und ihre absurde Antwort
lautete: "Ja, also das sind nicht die
Studenten." Wir konnten diese Grä- Man muss bedenken, dass wir hier
ber aber nicht ignorieren, so wie sie arme Leute sind und kein Geld hadas taten.
ben; mit dem Wenigen, das wir einsammelten, druckten wir Flugblätter,
nutzten die sozialen Netzwerke, luWie habt Ihr Euch organisiert?
den Journalist*innen ein, damit sie
herkämen und sich informierten. Am
Die Vereinigung UPOEG richtete 11. November 2014 war die Überraeinen Aufruf an die Familien in Igua- schung riesig als das Untergeschoss
la, von denen eine Person gewaltsam der Kirche voll war, es waren 150 Faverschwunden war, aber nur wenige milien gekommen. Das machte schon
kamen. Sie solidarisierten sich, spen- Angst. Die Leute der Vereinigung
deten Essen und Gegenstände, aber UPOEG konnten an diesem Tag nicht
sie nahmen nicht an der Suche in den kommen, da eines ihrer Mitglieder
Hügeln teil. Meine Freundinnen und entführt worden war, aber es geschich hatten Werkzeug dabei und so ah etwas beeindruckendes, völlig unentstand eine Freundschaft mit Mi- erwartetes, als die Menschen zu spreguel Jiménez, dem Leiter der Verei- chen anfingen, aufstanden, nacheinnigung, der leider im vergangenen ander ihre Geschichten am Mikrofon
August ermordet wurde. Er sagte im- erzählten. Alle weinten, denn es sind
mer: "Das musst du dir ansehen, tragische Geschichten, von Schmerz
denn nur so wird dir die Größe die- und Straflosigkeit, von Ohnmacht;
ses Problems bewusst, es genügt davon, dass niemand zuhört und man
nicht, es nur zu erzählen. Wir werden nicht weiß, was man tun soll.
bald nicht mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit sein und ihr müsst euch
klar werden, dass Iguala ein Friedhof Wie geht ihr bei der Suche vor?
ist." Anfangs dachte ich, er würde
übertreiben, aber als ich dann dort Das hat sich spontan ergeben, wir
war, stellte ich fest, dass die Hügel legten das nächste Treffen fest und
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am darauffolgenden Freitag begann
die erste Suche mit den Angehörigen
und wir fanden sieben sterbliche
Überreste. Am Sonntag gingen wir
dann gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft zu den Gräbern. Das war
wie eine Lawine, die losgetreten
wurde. Und alles aus der Not vieler
Familien heraus, die nie zuvor Gehör
bei den gleichgültigen Behörden gefunden hatten. Sie bekamen jetzt die
Möglichkeit ihre Verwandten zu suchen, auszugraben und zu finden. Es
ging ganz schnell und schließlich
nahm die Staatsanwaltschaft die Exhumierungen vor. Es war schwierig,
aber wir kamen doch voran.
Es gibt verschiedene Suchgruppen in
mehreren Regionen des Bundesstaates Guerrero, aber als die Vereinigung
UPOEG kam, zeigten sie uns, wie
man Gräber sucht und wir merkten,
dass das etwas war, das all den Organisationen bisher gefehlt hatte. Du
kannst dich mit den Behörden streiten wie Du willst, aber wenn sie wollen, dann unternehmen sie etwas,
wenn sie nicht wollen, dann machen
sie nichts. Deshalb bedeutet diese Organisation von Iguala, ja, wir können
etwas voranbringen, auch wenn es
uns hier an allem fehlt. Wir sind in einer wirtschaftlich schlechten Situation, aber trotz allem durchkämmen die
Eltern die Hügel, wir sind so gut es
geht mobil und kaufen das Notwendige oder bitten um Spenden. Es geht
darum, sich mit anderen Organisationen auszutauschen, die manchmal
viel Erfahrungen und Fortschritte auf
anderen Gebieten gemacht haben. Die
Tatsache, dass wir manchmal Ergebnisse erzielen, während wir die Hügel
und die Gegend durchkämmen, ist so
als würde sich ein Feuer ausbreiten.
Wir sind stolz darauf, mit unserem
Einsatz zum Erfolg beizutragen.
Welche Hilfen habt ihr erhalten und
auf welche Hindernisse seid ihr ge­
stoßen?
Mit der Generalstaatsanwaltschaft
haben wir Glück gehabt. Eine JourMi, 29. Juni 2016
Elektronische Zeitung Schattenblick
nalistin hat den Kontakt zwischen
uns und Eliana García hergestellt,
die sehr engagiert und verantwortlich für die Sonderstaatsanwaltschaft Menschenrechte bei der
Staatsanwaltschaft ist. Sie haben an
dem Treffen mit den Familienangehörigen teilgenommen und versprochen, mit uns zusammen zu arbeiten.
Es ist sehr schwierig, denn sie haben
einen Einsatzapparat, der nicht von
alleine läuft. Wie es hier bei vielen
Behörden der Fall ist, so ist es
schwierig, dass sie aktiv werden,
wenn sie wissen, das betrifft sie. Ohne die aktive Beteiligung der Familien wäre das alles schon zu Ende.
Wenn die Staatsanwaltschaft sich alleine auf die Suche macht, so findet
sie gar nichts, aber mit dem Druck
durch die Familien bewegt sich etwas bei dem ganzen Apparat,
zwangsläufig; auch mit Murren,
aber es bewegt sich.
Wenn wir jetzt auf die Suche gehen,
dann haben wir Schutz durch die
Bundespolizei und manchmal auch
durch die Marine. Es ist natürlich nur
eine begrenzte Unterstützung, es
kann ein Polizeiauto mit drei oder
vier Polizist*innen sein, aber gut, wir
tun so, als würden wir uns beschützt
fühlen, wenn das nicht so wäre, dann
hätten wir die Suche schon aufgegeben. Seit etwas mehr als zwei Monaten stellt uns die Regierung des Bundesstaates einen kleinen Transporter
zur Verfügung, damit die Familien
mobil sind. Es wurden auch schon
andere Hilfeleistungen von den Behörden gefordert, sowohl von den
Landesbehörden als auch von den
kommunalen Behörden, aber sie reagieren eher gleichgültig. Die Familien brauchen nicht nur die Suchaktionen nach ihren Familienangehörigen,
sondern auch andere Hilfeleistungen,
da sie aus einfachen Verhältnissen
stammen und wirtschaftlich benachteiligt sind. Wenn eine Person gewaltsam verschwindet, dann ist es
fast immer die Person, die die Familie finanziell versorgt hat und die Familie fällt in vielerlei Hinsicht in ein
Loch.
Mi, 29. Juni 2016
An die Regierung wurden Anträge
auf Hilfe gestellt. 2015, als der
stellvertretende Gouverneur Rogelio Ortega an der Macht war, kam
seine Tochter und es wurde zwar
Hilfe geleistet; aber insgesamt geht
es um 400 Familien, zu den Treffen kamen 200 und sie haben uns
nur mit 18 Projekten zur Existenzgründung unterstützt. Und bei den
Treffen wurden für 400 Familien
nur 300 Päckchen mit Lebensmitteln und Wasser verteilt. Die Antwort der Regierung war sehr mager.
Verwandten hat und bei der Suche
mitgemacht hat. Aber wir kennen
das Tatmotiv nicht, in dieser Angelegenheit wurden keine Ermittlungen eingeleitet. Unsere Gruppe, die
sucht, wird immer kleiner: erst waren wir 70, dann 40 und in letzter
Zeit sind wir rund 20, aber wir erfahren nicht immer den Grund dafür, warum manche aufgeben.
Mario [Vergara], der seinen Bruder
mit Mut und Energie sucht, hat viel
über die Suche von geheimen Gräbern gelernt und war einer der ersten, der die Nationale Suchbrigade
für gewaltsam Verschwundene ins
Wie viele Gräber und Leichen habt Leben gerufen hat. Bei dieser Grupihr gefunden?
pe machen Menschen aus den Bundesstaaten Guerrero, Coahuila, SiEs wurden 145 sterbliche Überreste naloa, Chihuahua, Baja California
ausgegraben. 24 davon wurden iden- und Veracruz bei der Suche mit.
tifiziert und davon wurden 15 an die
Familienangehörigen übergeben.
Die anderen sind noch in einer War- Welche Auswirkungen hat die Suche
teschleife. Ich habe jetzt nicht die ge- auf die Familien?
naue Zahl der geheimen Gräber mit
sterblichen Überresten und auch die In Iguala wird das Problem geleugBehörden haben keine genauen Zah- net; die Gesellschaft blendet die
len, aber es sind mehr als 100, 120. Bewegung für die gewaltsam VerEs gibt auch geheime Massengräber schwundenen aus, es gibt keine
mit mehreren Personen, mit bis zu richtige Solidarität mit den Familisechs Leichen.
en. Ganz im Gegenteil, die Familien werden sogar noch zusätzlich
kriminalisiert, nicht nur auf der
Wurdet Ihr bedroht?
Ebene der Institutionen sondern
auch auf gesellschaftlicher Ebene,
Ich persönlich habe nie weder eine da man fälschlicherweise denkt,
Drohung erhalten noch wurde ein dass sie etwas mit der organisierten
Einschüchterungsversuch gemacht, Kriminalität zu tun haben müssten,
weder durch kriminelle Organisa- da jemand aus der Familie gewalttionen noch durch die Behörden, sam verschwunden ist. Wenn die
aber Mario Vergara hat Anzeige ge- Überreste eines oder einer Vergen die Morddrohungen erstattet, wandten übergeben werden, dann
die er und seine Familie erhalten ist das für die Familien eine große
haben. Mario Vergara ist Mitglied Erleichterung, das konnte ich festdes Komitees, das bei der Nationa- stellen. Daran zu denken ist für
len Suchbrigade von Verschwunde- mich nicht einfach, denn ich würde
nen im vergangenen April zum er- mir wünschen, dass die Person noch
sten Mal Gruppen aus ganz Mexiko lebt und würde einen großen
in Amatlán, im Bundesstaat Vera- Schmerz fühlen, sie aber nicht. Ihcruz im Südosten Mexikos zusam- re Zermürbung, ihr ganzer Leidensmen gerufen hat. Im vergangenen weg und ihr Schmerz führen dazu,
Februar geschah der Mord an Nor- dass sie Erleichterung und vor allem
ma Angélica Bruno Román, die Frieden spüren, wenn ihnen ihr Faeinen gewaltsam verschwundenen milienmitglied übergeben wird.
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BÜRGER UND GESELLSCHAFT / FAKTEN / INTERNATIONAL
Internationale Presseagentur Pressenza ­ Büro Berlin
Alternativgipfel zu NATO Gipfel in Warschau
von Johanna Heuveling, 28. Juni 2016
Warschau, Polen - 28.06.2016. Das
nächste NATO Gipfeltreffen wird am
8. und 9. Juli in Warschau stattfinden.
Der Ort ist gewählt gemäß der momentanen Konzentration der NATO
Kräfte in Osteuropa, wo die großen
Truppenmanöver namens "Säbelrasseln" durchgeführt werden, zur Abschreckung beziehungsweise Provokation Russlands. Polnische und internationale Friedensorganisationen
haben sich zusammengeschlossen, um
den alternativen Gipfel "No to war,
No to NATO bases" [1] parallel zum
Militarisierungsgipfel zu veranstalten.
"Moscow has already been, we do
not want Washington" (Moskau war
einmal, Washington wollen wir
nicht) ist der Slogan für den Alternativgipfel und die Veranstalter zeigen
Fortsetzung von Seite 7:
damit, dass sie den als alternativlos
propagierten Anschluss der osteuropäischen Staaten an das westliche Militärbündnis nicht akzeptieren. Sie
sind entsetzt über die Panzerstaffeln,
die durch ihre Länder ziehen, und die
zunehmende Militarisierung ihrer Gesellschaft. Sie befürchten eine weitere Eskalation der Ost-West-Polarisierung und einen neuen kalten Krieg.
Im Plenum und in Arbeitsgruppen
wird beim Alternativgipfel über Militärausgaben, Wettrüsten, die NATO-Politik, die Terrorpolitik, die
Folgen dieser Politik und alternative
Lösungen beraten. Ziel ist die Vernetzung auf internationaler Ebene
und der NATO-Politik eine wirkliche
Sicherheitspolitik der Abrüstung und
Solidarität entgegenzustellen.
Die USA möchten das schon lange
ersehnte Raketenabwehrsystem in
Osteuropa aufbauen, welches vorgeblich zum Schutz vor Raketen aus
dem Mittleren Osten dienen soll,
aber auch als Schutz vor Russland
verstanden werden kann. Die dazugehörigen Basen sollen in Polen und
Rumänien errichtet werden. Die polnischen Friedensaktivist_innen sind
nicht der Ansicht, dass die Abwehrbasis sie sicherer machen werde, im
Gegenteil werde sie Polen an die
Front der Feindseligkeiten schieben
und zur Zielscheibe machen.
Über die Autorin
Desweiteren hat die NATO allen Mithttps://www.npla.de/poonal/iguala- gliedsstaaten auferlegt, ihre Militärist-ein-friedhof/
ausgaben auf mindestens 2% des
Staatshaushaltes zu steigern. Bundes*
kanzlerin Merkel hat bereits vor ein
Quelle:
paar Tagen angekündigt, die deutpoonal - Pressedienst lateinamerika- schen Militärausgaben zu verdoppeln,
nischer Nachrichtenagenturen
und andere NATO-Staaten folgen
Herausgeber:
ebenfalls kritiklos dem Aufrüsten. Die
Nachrichtenpool Lateinamerika e.V. durch Medien und Politik geschürte
Köpenicker Straße 187/188,
Angst vor Putins Russland führt in
10997 Berlin
osteuropäischen Ländern in weiten
Telefon: 030/789 913 61
Teilen der Bevölkerung ebenfalls zu
E-Mail: [email protected]
einer kritiklosen Akzeptanz der zuInternet: http://www.npla.de
nehmenden militärischen Aktivitäten,
die bis zu Armee-Besuchen in Grundhttp://www.schattenblick.de/
schulen und Waffenübungen von Kininfopool/politik/ausland/
dern gehen, wie Pressenza aus Polen
pafr0034.html
und Tschechien bekannt geworden ist.
URL des Artikels:
Seite 8
www.schattenblick.de
Johanna Heuveling lebt in Berlin und
arbeitet als Biologin an der Humboldt Universität. Aktiv ist sie in
Welt ohne Kriege e.V. und Pressenza Berlin. Journalistisch interessiert
sie besonders Flüchtlingspolitik,
Waffenhandel, Afrika, ausserdem
Kunst und Spannendes aus den Wissenschaften. Ihr Interesse ist die
Überwindung der Gewalt durch gewaltlose Methoden: Versöhnung und
die Überwindung der Angst, welche
die Wurzel der Gewalt ist.
Anmerkung:
[1] http://www.no-to-nato.org/
Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons 4.0
http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Quelle:
*
Internationale Presseagentur
Pressenza - Büro Berlin
Johanna Heuveling
E-Mail:
[email protected]
Internet: www.pressenza.com/de
http://www.schattenblick.de/infopool/
buerger/fakten/bfai0215.html
Mi, 29. Juni 2016
Elektronische Zeitung Schattenblick
SPORT / BOXEN / MELDUNG
Rendezvous auf dem absteigenden Ast
George Groves gewinnt Ausscheidungskampf gegen Martin Murray
(SB) ­ Nie zuvor dürften zwei Kan-
didaten aufeinandergetroffen sein,
die zusammen so viele fehlgeschlagene Versuche, einen Titel zu gewinnen, in ihrer Bilanz mitbrachten.
George Groves hat im Supermittelgewicht zweimal vorzeitig gegen
Carl Froch und im September 2015
knapp nach Punkten gegen WBCChampion Badou Jack verloren.
Martin Murray erzielte bei Herausforderungen von Weltmeistern im
Mittelgewicht ein Unentschieden
und zwei Niederlagen, darunter eine vorzeitige gegen Gennadi Golowkin im vergangenen Jahr, sowie
eine Punktniederlage gegen den damaligen WBO-Champion im Supermittelgewicht, Arthur Abraham,
im November 2015. Daß die beiden
Briten auf dem absteigenden Ast
dennoch einen Ausscheidungskampf der WBA bestreiten durften,
dessen Sieger neuer Pflichtherausforderer des regulären Weltmeisters
Giovanni de Carolis wurde, fällt unter die Rubrik jener fragwürdigen
Wunder, mit denen der Boxsport
leider allzu reich gesegnet ist.
gewann Groves dank seines guten
Jabs zusehends die Oberhand, doch
zog er sich kurz vor der Pause eine
Rißwunde an der rechten Augenbraue zu. Murray drang im nächsten
Durchgang auf ihn ein, mußte dabei
aber die klareren Treffer hinnehmen. Dieses Bild setzte sich in der
Folge fort, wobei Groves immer
besser zur Geltung kam, da sich
sein Gegner zunehmend hinter einer Doppeldeckung verschanzte
und weniger schlug.
Gegen Ende der siebten Runde kam
Groves mit einer wuchtigen Rechten durch, der er ebensolche Treffer
gleich nach der Pause folgen ließ,
worauf Murray angeschlagen wirkte und weitere Schläge über sich ergehen lassen mußte. In der neunten
Runde wurde Murray vom Gong
gerettet, doch in der zehnten schlug
er plötzlich wieder zurück und verpaßte Groves einen heftigen Treffer.
Dieser trieb den Kontrahenten
schließlich in der letzten Runde an
den Seilen in die Enge, doch geriet
er dabei selber ins Stolpern und
konnte nicht entscheidend nachsetDer 28jährige George Groves setz- zen. [2]
te sich in der Londoner O2 Arena
einstimmig nach Punkten (118:110, Martin Murray hatte den Kampf auf
118:110, 118:110) gegen den fünf dieselbe Weise preisgegeben wie
Jahre älteren Martin Murray durch bei seinen gescheiterten Versuchen,
und gab damit seiner durchwachse- Weltmeister zu werden. Er vernen Karriere wieder einmal einen steckte sich viel zu lange hinter seineuen Anschub. Während für ihn ner hochgezogenen Deckung und
nun 24 gewonnene und drei verlo- ließ den Gegner schlagen, ohne
rene Auftritte notiert sind, bringt es selbst allzu viel zu unternehmen.
sein Gegner auf 33 Siege, vier Nie- Auf diese Weise gab er Groves freie
derlagen sowie ein Unentschieden. Hand, das Tempo zu bestimmen,
[1]
Maß zu nehmen und Punkte zu
sammeln. Sollte Murray gehofft haDa sich keiner der beiden ein wei- ben, der Lokalmatador werde sich
teres Scheitern leisten konnte, nah- an ihm abarbeiten und schneller ermen sie den Kampf zunächst sehr müden, so funktionierte das jedenvorsichtig auf. In der vierten Runde falls nicht. Dann und wann kam
Mi, 29. Juni 2016
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Groves doch mit einem seiner
Schläge durch, die Murray mehrmals auf weichen Beinen taumeln
ließen. Als Groves dann in der achten Runde tatsächlich Konditionsprobleme erkennen ließ und weniger als zuvor schlug, war Murray
bereits derart in Mitleidenschaft gezogen, daß er sich hinter seiner
Deckung versteckte und keine Angriffe unternahm.
Groves profitierte bei seinem verdienten Sieg zweifellos von einem
paßförmigen Gegner mit einer dürftigen Schlagfrequenz. Denn wie
sich zeigte, wurde der Londoner
von den seltenen guten Treffern
Murrays, die bei ihm einschlugen,
heftig erschüttert. Hätte er mit einem der führenden Supermittelgewichtler im Ring gestanden, die in
der Lage gewesen wären, ihm den
Kampf aufzuzwingen, wäre er wohl
vorzeitig gescheitert. Murray agierte hingegen über weite Strecken wie
ein Sparringspartner, der es nicht
darauf anlegt, seinerseits die Oberhand zu gewinnen. Entgegen seiner
Ankündigung, die früheren Probleme seien behoben, wirkte Groves
nicht minder konditionsschwach
und von fraglichen Nehmerqualitäten wie in der Vergangenheit. Murray war nur eben ein idealer Kontrahent, weil er die Schwächen des
Londoners nicht zu nutzen verstand, indem er ihn unter Druck
setzte. Denkt man beispielsweise an
Callum Smith, der vor Groves die
WBC-Rangliste anführt, hätte letzterer den Ring kaum als Sieger verlassen.
Dank seines Erfolgs darf sich George Groves in absehbarer Zeit mit
Giovanni de Carolis messen, der als
regulärer Weltmeister der WBA eiSeite 9
Elektronische Zeitung Schattenblick
ne Stufe unter dem Superchampion
Felix Sturm rangiert. Der Italiener
ist zweifellos der schwächste unter
den aktuellen Titelträgern im Supermittelgewicht. An WBCChampion Badou Jack ist der Brite bereits gescheitert, gegen James
DeGale (IBF) und Gilberto Ramirez (WBO) hätte er derzeit wohl
keine Chance. Eine günstigere Gelegenheit, am Ende doch noch
Weltmeister zu werden, wird Groves wohl nie wieder bekommen,
wobei keineswegs sicher ist, daß
er sie tatsächlich nutzen kann. De
Carolis ist von kräftiger Statur und
kann ordentlich zuschlagen, was
durchaus reichen könnte, um dem
Briten abermals die Suppe zu ver- tionen zu verschaffen, die jedoch
salzen.
kaum besser ausgehen würden als
die aktuelle mit George Groves.
Martin Murray steht nach dieser
Niederlage die schwere Entscheidung ins Haus, ob er dennoch wei- Anmerkungen:
termachen oder seine Karriere beenden sollte. Er hat nun drei seiner [1] http://www.boxingnews24.com/
letzten sieben Auftritte verloren 2016/06/george-groves-vs-martinund keine Titelchance nutzen kön- murray-results/#more-212553
nen. Der Ausscheidungskampf ge- [2] http://espn.go.com/boxing/stogen Groves war ein Geschenk der ry/_/id/16515740/george-grovesWBA, da ihn der Verband würdi- outpoints-martin-murray-set-anogeren Kandidaten unter den Top ther-world-title-shot
15 der Rangliste vorzog. Promoter
Eddie Hearn wäre dank seines
http://www.schattenblick.de/
Einflusses wohl in der Lage, Murinfopool/sport/boxen/
ray zumindest weitere Qualifikasbxm1991.html
UNTERHALTUNG / PERRY RHODAN / ERSTAUFLAGE
Inhaltliche Zusammenfassung von Perry Rhodan Nr. 2860
Der tote Attentäter
von Uwe Anton
24. September 1518 NGZ - Der jeden
Tag in Terrania ertönende Umbrische
Gong macht dem Bewußtsein des Tiuphoren Camaxi Texolot, das sich auf
einer Platine im Gehirn des stellvertretenden Direktors des TLD, Sybrand
Herzog, befindet und dessen Handeln
bestimmt, mächtig zu schaffen. Camaxi Texolot fühlt sich jedesmal benommen und völlig aus der Bahn geworfen. Er befürchtet, seine Mission
- herauszufinden, ob es den Terranern
gelungen ist, Mittel und Wege zu finden, den Indoktrinatoren zu widerstehen - könnte in Gefahr geraten, wenn
er diesem seltsamen Geräusch noch
einmal ausgesetzt ist. Wie er bereits
herausgefunden hat, scheint es eine
Waffe zu geben, aber Camaxi Texolot
weiß nicht, wie sie funktioniert.
Der zuständige Wissenschaftler an der
Waringer-Akademie ist der Hyperenergiestrukturanalytiker Wisconsin
Zandman. Sybrand Herzog alias CaSeite 10
maxi Texolot kann ihm in seiner
Funktion als stellvertretender TLDDirektor weis machen, er sei einem
Saboteur auf der Spur, der im Auftrag
von Vetris-Molaud agiere, und benötige deshalb sämtliche Informationen
über die Waffe, um sie in Sicherheit
zu bringen. Willkommenes Opfer dieses Verdachts ist ein Mann in Zandmans Wissenschaftsteam, der früher
mit einer Tefroderin liiert war und
einen Sohn aus dieser Verbindung hat,
der auf einem Planeten des neuen Tamaniums lebt. Daß dieser Mann dadurch erpressbar ist, leuchtet Zandman ein. Er sagt Sybrand Herzog
sämtliche Unterstützung zu.
wichtige Spur zu verfolgen, von der
das Schicksal des Solsystems abhänge. Er hat falsche Tarnidentitäten aktiviert, die selbst der TLD nicht kennt.
Sybrand hat sich aus allen gängigen
Kontrollnetzen ausgeblendet und sein
persönliches Indentifizierungssignal
deaktiviert. Ein junger, unerfahrener
Agent beobachtet Herzogs Wohnung
und geht ihm nach, als der vermeintliche TLD-Vizedirektor auftaucht.
Die Leiche des Agenten wird später in
der Nähe der Waringer-Akademie gefunden. Nun ist der TLD wirklich
alarmiert. Attilar Leccore ist sicher, es
mit einem tiuphorischen Attentäter zu
tun zu haben.
Aufeinen vagen Verdacht hin - weil
Perry Rhodan aufgefallen ist, daß Sybrand Herzog sich beim Ertönen des
Umbrischen Gongs nicht wie ein Terraner verhält - läßt Attilar Leccore seinen Stellvertreter überprüfen. Doch
der ist unauffindbar und gibt vor, eine
Seit drei Tagen tagt die Geheimkonferenz in Sachen Tiuphorenabwehr,
sprechen die Verantwortlichen der
Galaxis miteinander und versuchen
einen Konsens zu finden, der weiter
entfernt zu sein scheint, als zu Beginn
der Konferenz. Die Repräsentanten
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Mi, 29. Juni 2016
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der Milchstraßenvölker ergehen sich
in Schuldzuweisungen und versöhnen
sich wieder, wenn die eigenen Ziele
dies verlangen. Ein Verständnis zwischen ihnen gibt es jedoch nicht. Zu
groß sind die Gräben, zu stark die
Aversionen.
Besonders Moras Darorah, der tefrodische Abgesandte, versucht die Teilnehmer der Konferenz gegeneinander
auszuspielen und bemängelt, daß die
Blues bei der Konferenz nicht vertreten sind. Perry Rhodan hat den Eindruck, der Tefroder spiele ein falsches
Spiel und verfolge einen verkappten
Plan. Er hatte ihm bereits zuvor erklärt, daß die Blues deshalb nicht an
der Konferenz teilnehmen, weil sie
gerade in verstärktem Maße von den
Tiuphoren attackiert werden. Ihre
Schiffe sind Indoktrinatoren-verseucht, deshalb wollte Perry Rhodan
nicht das Risiko eingehen, sie einzuladen.
Perry Rhodan als Gastgeber der Konferenz gelingt es nicht, die unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten auszuräumen und die Konferenz
zu einen, um sie zu einem sinnvollen
Abschluß zu bringen. Er will dies
auch gar nicht. Es ist ihm lieber, zu
versagen und so sein Unvermögen
aufzuzeigen, damit auf dieser neuen
Ausgangslage der Erfolg errichtet
werden kann und die Delegierten erkennen, daß sie selbst zu einer Lösung
beitragen müssen und dies auch wollen. Ein weiteres Mal macht er deutlich, daß es bei dieser Konferenz darum geht, daß alle am selben Strang
ziehen, sonst würden sie alle untergehen, ganz egal, wer welche Schuld auf
sich geladen hat.
Perry Rhodans Rede bewirkt, daß die
Teilnehmer sich tatsächlich dazu
durchringen, zuzustimmen, daß der
ParaFrakt-Schirm so schnell wie
möglich in Massenproduktion hergestellt wird.
Eine kurze Unterbrechung der Konferenz bietet die Bestattung des ermordeten Vorsitzenden des Galaktikums
Uldormuhecze Foelybeczt. Der CheMi, 29. Juni 2016
borparner wird, wie es in seinem Volk
Sitte ist, der 'Glutpumpe' (also einem
aktiven Vulkan) überantwortet, damit
er seine 'Atemschuld' gegenüber der
Natur begleichen kann. Alle Konferenzteilnehmer nehmen an dieser Beisetzung aufTerra teil. Allerdings keine Familienangehörigen oder Freunde des Toten. Die Cheborparner, die
ihm nahestehen, dürfen UFo nicht als
Verstorbenen sehen. Ein Herold der
cheborparnischen Botschaft wird der
Familie später Bericht erstatten.
Als Sybrand Herzog den Großrechner
des TLD, AGENT GREY, über die
Geschehnisse auf Mimas informierte,
hat Camaxi Texolot die Positronik mit
Indoktrinatoren infiziert. Der Tiuphore kann mithilfe des Rechners seine
Recherchen über die terranischen Bemühungen, die Indoktrinatoren aufzuspüren und zu vernichten, vorantreiben. Um diese Erkenntnisse zum
nächsten Sterngewerk bringen zu
können, bieten sich Informationsdrohnen an, die dem TLD zur Überbringung von Daten dienen. Die nur
1,5 Meter langen Miniaturraumschiffe verfügen über ein Holographie-Camouflage-System. Der Tiuphore hofft,
nicht nur das von ihm erbeutete Datendossier mit so einer Drohne zu einem Sterngewerk schicken zu können, sondern auch die ÜBSEF-Platine mit seinem Bewußtsein.
Es gelingt ihm tatsächlich, zwei dieser Drohnen zu beschaffen. Die erste
schickt er mit einer Kopie der Forschungsergebnisse zu seinem Sterngewerk los. Dann löscht er die Originale, damit die Terraner keinen Zugriff mehr darauf haben. Er läßt das
Gesicht Sybrand Herzogs operativ
verändern und macht sich auf den
Weg zur Solaren Residenz. Dort kann
das Überwachungssystem durch Gesichtserkennung keine eindeutigen
Hinweise auf Sybrand Herzog geben,
weshalb er bis zu LAOTSE vordringen kann. Wenn es ihm gelingt, auch
diesen Rechner zu infizieren, würde
das das ganze Solsystem entscheidend
schwächen.
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Doch Perry Rhodan ist längst hellhörig geworden angesichts der Unstimmigkeiten, die man bei AGENT
GREY aufgedeckt hat und die befürchten lassen, daß die Positronik des
TLD mit Indoktrinatoren infiziert ist.
Man weiß inzwischen, daß die Überwachungsaufzeichnungen auf Mimas
manipuliert worden sind. Und allmählich kommt man auch dem verschwundenen Sybrand Herzog auf die
Spur. Doch in dem Moment, in dem
man ihn in der Nähe LAOTSEs gesichtet hat, bricht im TLD-Tower die
Hölle los. Die Roboter wenden sich
gegen die Menschen und erschießen
etliche TLD-Mitarbeiter. Selbstschußanlagen gehen los, Antigravlifte funktionieren nicht mehr. Es bleibt
Attilar Leccore nichts anderes übrig,
als eine Zerstörungseinrichtung von
AGENT GREY zu aktivieren, von der
Sybrand Herzog bislang keine Ahnung hatte. Die Zerstörung des TLDTowers ist allerdings eine Katastrophe
für das ganze Solsystem, wenn nicht
sogar für die ganze LFT.
Perry Rhodan kann Sybrand Herzog
stellen, als er sich an LAOTSE zu
schaffen machen will. Bei einem
Schußwechsel ist Perry Rhodan
schneller und kann den Agenten ausschalten. Die Bewußtseins-Platine
Camaxi Texolots bleibt unbeschädigt.
Es gelingt, eine der beiden Nachrichtendrohnen zu finden, auf der sich ein
Datensatz der neuesten Forschungsergebnisse zur Indoktrinatoren-Abwehrwaffe befindet. Doch die zweite
bleibt verschwunden.
An Bord der RAS TSCHUBAI wird
weiter mit Hochdruck an einem Indoktrinatoren-Identifikationsgerät gearbeitet, denn nach wie vor weiß man
nicht, wie man feststellen kann, ob
Positroniken mit Indoktrinatoren befallen sind. Perry Rhodan schlägt vor,
den tefrodischen Positronikleser
Dienbacer auf dieses Problem anzusetzen. Als besonderer Telepath ist er
in der Lage, die Gedankengänge von
hochkomplexen Positroniken und
Seite 11
Elektronische Zeitung Schattenblick
Biopositroniken zu lesen. Da Tefroder
und Terraner inzwischen gewissermaßen Verbündete sind, bittet Perry Rhodan Vetris-Molaud, den Mutanten für
diese Aufgabe freizustellen. Der Tamaron stellt jedoch die Bedingung, daß
Perry Rhodan Dienbacer persönlich
von Tefor abholt. Attilar Leccore vermutet dahinter eine Falle. Perry Rhodan soll wahrscheinlich den Onryonen
ausgeliefert werden. Er rät ihm ab, auf
Vetris-Molauds Bedingung einzugehen, doch Perry läßt sich nicht abhalten. Er wird mit der RAS TSCHUBAI
ins Helitas-System fliegen.
Bett aus spielen zu dürfen. Der Vorschlag wurde natürlich abgelehnt
und so reiste Adorjan noch am selben Tag ab. Also, Wanderer, der
Ohnmacht wieder auf die Füße geholfen, welchen weißen Zug hatte
Adorjan im heutigen Rätsel der
Sphinx vorausgeahnt?
Auflösung letztes Sphinx­Rätsel:
Meister Sillye öffnete mit 1...d4-d3!
die Diagonale des schwarzfeldrigen
Läufers und drohte im zweiten Zuge
2...Dh4xh3! 3,g2xh3 Tg8-g1# Also
versuchte es sein Kontrahent Zagonyi
Attilar Leccor meint wiederum, den mit 2.Lf3xe4 f5xe4 3.Te1xe4, doch die
Tiuphoren eine Falle stellen zu kön- Parade half nicht, weil 3...Dh4xh3!
immer noch durchschlug; indes, es gab
nen...
ohnehin keine Rettung mehr.
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infopool/unterhlt/perry/
pr2860.html
SCHACH-SPHINX
Pachman ­ Adorjan
München 1979
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infopool/schach/schach/
sph05881.html
DIENSTE / WETTER / AUSSICHTEN
Und morgen, den 29. Juni 2016
+++ Vorhersage für den 29.06.2016 bis zum 30.06.2016 +++
Fortsetzung von Seite 1
Seine Pläne mißrieten und seine Fallen wurden samt und sonders aufgedeckt. In seiner Partie gegen Ludek
Pachman geschah's nun, daß er den
Vorteil aus der Eröffnungsphase
nach und nach wieder einbüßte und
schließlich geradezu miserabel
stand. In seiner klaustrophobischen
Verlustangst erhob er sich jäh beim
34. Zug und machte ein paar Schritte. Pachman führte in der Zwischenzeit den zum Sieg führenden Zug
aus, und als Adorjan zum Brett zurückkehrte und einen Blick auf die
entflammte Stellung warf, überkam
es ihm heiß und kalt und ein schwarzer Schleier senkte sich über seine
Augen. Da lag er auch schon langgestreckt am Boden. Blutleer im Gesicht gab Adorjan die Partie auf und
ließ sich auf sein Zimmer führen.
Seine Glieder waren am nächsten
Tag noch so schwach von der erlittenen Niederlage, daß er die Schiedsrichter bat, die nächsten Partien vom
Seite 12
Für den Sommer kühl,
angenehme Luft und Winde,
für Jeans Glücksgefühl
nasses Gras und nasse Rinde.
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