2016-06-20 PM zum Weltflüchtlingstag

AG Medizin und Menschenrechte
Dina Tadros
[email protected]
Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V.
Für die Presse
Solveig Mosthaf
[email protected]
Pressemitteilung zum Weltflüchtlingstag: Geflüchteten Kindern
und Jugendlichen dürfen ihre Grundrechte nicht verwehrt
werden
bvmd-Geschäftsstelle
Robert–Koch–Platz 7
10115 Berlin
Berlin, 20.06.2016
Mehr als 300 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge verweilen seit Monaten vor
verschlossenen Grenzen - obwohl sie ein Anrecht auf Schutz haben.
Der vermeintliche Grund ihres Wartens: Diese Kinder hätten kein Schutzgesuch
gestellt. Doch ein solches Gesuch zu stellen ist für sie häufig unmöglich, da sie
keinen Vormund oder Übersetzer haben, der sie bei der Formulierung
unterstützen könnte[1].
Dieser bürokratische Zynismus ist unter anderem Grund dafür, dass diese Kinder
in den Menschenmengen und Statistiken der großen Organisationen und Ämter
untergehen.
Viele sind sowohl physisch als auch psychisch traumatisiert – durch Dinge, die sie
in ihrer Heimat erlebt und zurückgelassen haben und durch das, was sie auf ihrer
Reise hierher durchleben mussten. Viele sind durch den Verlust ihrer
Angehörigen auf der Reise zu unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
geworden. Andere werden von ihren Familien auch vorgeschickt, um diese dann
nachzuholen. Ungeachtet der Hintergründe, dürfen diese Kinder nicht vor den
Grenzen ihrem Schicksal überlassen werden[2].
Sie haben ein Recht auf angemessene medizinische Versorgung, Ausbildung
sowie Integration und Sicherheit.
Die bvmd ruft die Regierung deshalb dazu auf die Kinder und Jugendlichen in der
Umsetzung ihrer Rechte nach der UN Kinderrechtskonvention zu unterstützen.
Sie schließt sich der Forderung des Bundesfachverbands unbegleiteter
minderjährige Flüchtlinge an: “Hierfür müssen die Aufnahmestrukturen in
Deutschland entsprechend der Kinderschutzmaßgaben und Teilhaberechte von
Flüchtlingskindern gestaltet werden“[3] und eine zügige Integration in das
Bildungssystem muss gewährleistet werden.
Dazu braucht es einer bundesweiten Lösung und die Politik muss ihre
Verantwortung wahrnehmen, sodass die Jugendämter ihren Aufgaben
nachkommen können.
Konkret fordert die bvmd:
Phone
Fax
Home
Email
+49 (30)9560020-3
+49 (30)9560020-6
http://www.bvmd.de
[email protected]
Vorstand
Sukhdeep Arora
Jakob Voran
Matle L. Schmieding
Philippa I. Lantwin
Colin Kip
Solveig Mosthaf
Die Bundesvertretung der
Medizinstudierenden in Deutschland
ist ein eingetragener Verein.
(Vertragsregister Aachen VR 4336)
Sitz und Gerichtsstand ist Aachen.
1) Entsprechend den Vorgaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge
die sofortige Bestellung eines Vormunds bei Verdacht auf minderjährige
unbegleitete Flüchtlinge sowie eine zügige Inobhutnahme durch die
zuständigen Jugendämter zur Durchführung des Erstscreenings.
2) Die Möglichkeit einer Familienzusammenführung bei Verwandten und
Angehörigen im Inland zu berücksichtigen. So kann verhindert werden, dass
die jungen Flüchtlinge sich selbständig auf die Suche nach Angehörigen
Europäische Integration
Forschungsaustausch
Medizin und Menschenrechte
Public Health
Famulantenaustausch
Gesundheitspolitik
Medizinische Ausbildung
Sexualität und Prävention
Projektkoordination
Training
Die bvmd ist auf internationaler Ebene Teil der IFMSA- und EMSA-Netzwerke
(Frankfurt)
(Kiel)
(Berlin)
(Heidelberg)
(Leipzig)
(Freiburg)
begeben müssen und die Zahl der bundesweit vermissten Flüchtlingskinder
in die Höhe treiben.
3) Die Deutsche Akademie für Kinder-und Jugendmedizin auf, die bvmd in
ihrem Appell zu unterstützen und sich dafür einzusetzen, dass an jeder
Aufnahmeeinrichtung ein geschulter Kinderarzt sowie ein Kinder- und
Jugendtherapeut fester Bestandteil des versorgenden Ärzte-Teams ist.
Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni betont die bvmd: Kinder sollten ihr
Grundrecht auf eine bessere Zukunft und auf eine Perspektive erfüllt sehen
dürfen.
“Wir plädieren, dafür zu sorgen, dass die Kinder ihr Leben ohne Angst und in
Selbstbestimmung führen dürfen, anstatt sie an den Grenzen Kriminalität,
Ausbeutung
und
Prostitution
zu
überlassen”,
so
Dina
Tadros,
Bundeskoordinatorin der AG Medizin und Menschenrechte der bvmd.
Für Rückfragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:
Dina Tadros, Bundeskoordinatorin der AG Medizin und Menschenrechte der bvmd
[email protected]
Solveig Mosthaf, Presse- und Öffentlichkeitsverantwortliche der bvmd
[email protected]
Quellen:
[1]
ZEIT ONLINE, 30.04.2016: http://www.zeit.de/politik/deutschland/201604/unbegleitete-minderjaehrige-fluechtlinge-zurueckgewiesen
[2]
Richtlinien der United Nations High Commission for Refugees (UNHCR):
http://www.unhcr.org/en-us/publications/legal/3d4f91cf4/guidelines-policies-proceduresdealing-unaccompanied-children-seeking-asylum.html
[3]
Pressemitteilung des Bundesfachverbands unbegleitete minderjährige Flüchtlinge,
26.02.2016: http://www.b-umf.de/images/PM_Asylpaket_II.pdf