Vermögensverwalter konkurrieren um 200 Milliarden US

Wechselwillige Kunden
Vermögensverwalter konkurrieren um 200 Milliarden US-Dollar Umsatz
Für niedrigere Gebühren, bessere Rendite sowie ein breiteres Produkt- und Serviceangebot würden vier
von zehn Kunden ihren Vermögensverwalter wechseln. Während die Anbieter selbstbewusst auftreten,
sieht eine EY-Studie bei IT, Digitalem und Multi-Channel-Angeboten enormen Verbesserungsbedarf.
Vermögensverwalter, die klug auf veränderte Kundenwünsche reagieren, könnten in den kommenden
drei Jahren weltweit bis zu 200 Milliarden US-Dollar an zusätzlichem Umsatz an sich ziehen. Das hat
die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY auf Basis einer Umfrage unter über 2.000
Vermögensverwaltungskunden weltweit sowie mehr als 60 Führungskräften internationaler
Vermögensverwaltungen errechnet.
Demnach seien rund 40 Prozent der befragten Kunden bereit, die Vermögensverwaltung zu wechseln.
Entscheidende Faktoren sind dabei niedrigere Gebühren, bessere Rendite sowie ein breiteres Produktund Serviceangebot. Doch obwohl diese Kriterien zunächst vertraut klingen, hat sich das, was sich aus
Kundensicht hinter diesen Kategorien verbirgt, zuletzt stark gewandelt.
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Quelle: EY Studie 2016
Raum für Verbesserungen
„Wir beobachten, dass insbesondere die europäischen Vermögensverwalter in punkto Servicequalität
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etwas zu selbstbewusst sind. Die Kundenbefragung zeigt hingegen, dass insbesondere im Hinblick auf
IT, Digitales und Multichannel-Angebote noch Raum für Verbesserungen besteht“ so Oliver Heist,
Partner und Leiter Wealth & Asset Management bei EY Financial Services.
Für die kommenden zwei bis drei Jahre setzen Kunden sowohl für Information, Beratung als auch
Kundendienst verstärkt auf digitale Kanäle (jeweils circa 60 Prozent). Etablierte Anbieter fokussieren
entsprechend auch ihre Wachstumsinvestitionen vorrangig auf die Bereiche Digital, IT-Infrastruktur und
IT-Modernisierung.
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Quelle: EY Studie 2016
Doch der Umgang mit bestehenden IT-Systemen, bürokratischen und regulatorischen Hindernissen
verlangsamt den Wandel. Das bietet neuen Markteinsteigern mit klarem digitalen Fokus gute
Bedingungen, um die etablierten Anbieter herauszufordern. So ist bereits knapp die Hälfte der Kunden
mit automatisierten Beratungsdiensten vertraut und bereit, einen Account zu eröffnen.
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Quelle: EY Studie 2016
„Um Wachstum zu sichern müssen Finanzdienstleister inzwischen mit alten und neuen Wettbewerbern
konkurrieren, mit Mensch, Maschine und Hybrid-Anbietern“ sagt Heist.
Anpassung an Kundenerwartungen nötig
In der EMEA-Region (Europa-Naher-Osten-Afrika) gaben 71 Prozent der befragten
Vermögensverwalter an, ihren Kunden bereits einen guten Service zu bieten. Die Regionen APAC
(Asien-Pazifik, 54 Prozent), Lateinamerika und Nordamerika (je 50 Prozent) sind diesbezüglich
zurückhaltender.
Tatsächlich zeigt sich, dass Berater und Kunden in der Priorisierung von Rendite, Performance und
Vertrauen einig sind. Divergenzen gibt es allerdings in drei Schlüsselbereichen:
Transparenz: Klare, offene Kommunikation zu Gebühren und Kosten ist eine notwendige
Voraussetzung für gutes Kundenvertrauen. Anleger möchten Transparenz jedoch zunehmend
weiter ausbauen und zeigen Interesse an öffentlichen Bewertungen von Beratern sowie dem
Austausch mit anderen gleichgesinnten Kunden über Foren.
Beratungskanäle: Kunden zeigen auch für den Geschäftsbereich Beratung mehr Offenheit für
digitale Kanäle als Finanzdienstleister, die hier noch stärker auf persönliche Kontakte setzen.
Rolle des Beraters: Mit der zunehmenden Auslagerung von einfachen Beratungs- und
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Vermögensverwaltungsfunktionen an automatisierte Systeme, wandelt sich das Bild des
Beraters hin zu einer Art „Finanztherapeut“, der Kunden darin unterstützt, gesteckte
Anlageziele zu erreichen, auf veränderte Lebensbedingungen zu reagieren oder nachteilige
Ausgabegewohnheiten abzulegen.
„Finanzdienstleister haben bereits erkannt, dass sie ihr Produkt- und Serviceangebot neu ausrichten
müssen, um ihre Kunden zu halten. Einige traditionelle Standards in der Kundenbeziehung werden
auch weiterhin wertvoll sein. Doch der Kuchen des weltweit verwalteten Privatvermögens wird
insbesondere unter den Dienstleistern verteilt werden, die es verstehen auch auf die Feinheiten der
veränderten Kundenbedürfnisse zu reagieren“, so Heist.
Über die Studie:
Für den EY Global Wealth Management Report 2016 „The experience factor: the new growth engine in
wealth management“ befragte Oxford Economics im Auftrag von EY über 2.000 Privatanleger über ein
breites Spektrum an Altersgruppen, Einkommensklassen, Regionen und Geschlechter hinweg.
Die Online-Umfrage wurde Ende 2015 in den Regionen APAC, EMEA, LATAM (Lateinamerika) und
Nordamerika durchgeführt. Darüber hinaus führte EY Interviews mit über 60 Führungskräften bei
Vermögensverwaltungen in den genannten Regionen durch.
Zu den teilnehmenden Ländern gehören Australien, Brasilien, Kanada, China, Deutschland, Hong
Kong, Japan, Luxemburg, Mexiko, Naher Osten (Kuwait, Saudi Arabien, UAE), Singapur, Schweiz,
Vereinigtes Königreich und USA. Die volle Studie ist unter folgender Adresse zum kostenfreien
Download verfügbar:
http://www.ey.com/GL/en/Industries/Financial-Services/Asset-Management/ey-global-wealth-managem
ent-survey-2016
Dieser Artikel erschien am 03.06.2016 unter folgendem Link:
https://www.private-banking-magazin.de/wechselwillige-kunden--vermoegensverwalter-konkurrieren-um-200-milliarden-us-dollar-umsatz-146494291
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