Berechnung der Zustro¨ - mung zu Absaugvorrich

L Ü F T U N G S T E C H N I K /S T R Ö M U N G S T E C H N I K
Hans-Dieter Hilbrich
Berechnung der Zuströmung zu Absaugvorrichtungen mit Wirbeleinlass
Vorrichtungen zur gezielten
Absaugung von Gasen werden häufig als einfache Hauben oder Einlässe ausgeführt.
Die Geschwindigkeitsverteilungen um diese Einrichtungen bilden sich räumlich aus.
Damit nehmen die Strömungsgeschwindigkeiten
üblicherweise mit der dritten
Potenz der Entfernung ab.
Dies führt dazu, dass eine
gezielte Erfassung der abzusaugenden Gase sehr schwierig ist. Eine Lösung dieses
Problems kann mit Wirbelabsaugungen erfolgen. Verschiedene Varianten derartiger Vorrichtungen sind unter
anderem in [1] vorgestellt.
1. Das geometrische Modell
Flow calculations for exhaustion devices
by vortexes
Devices for extracting gases by suction are often designed as simple caps ore intakes. Flow
velocities around such installations are threedimensionally distributed. Thus flow velocity
usually decreases with the third power of distance. In fact of this, the concerted collection
of the gases, to be extracted is extremely difficult. A solution to this problem is the usage
of vortexes for extraction. Different variants
of such apertures are explained in [1].
Für Betrachtungen zur Gestaltung von
Wirbeleinlässen ist es interessant, die
Zuströmung und die Ausbildung des
Wirbels zu untersuchen. Im Prinzip erfolgt die Absaugung immer seitlich aus
einem Wirbel. Die Zuströmung muss
aber die Ausbildung eines Wirbels ermöglichen. Für die Berechnungen wurde
eine Variante, die auch weiterführende
Untersuchungen im Wasserkanal ermöglicht, und eine die der bekannten
Wirbelabsaugung entspricht gewählt.
Die Geometrien der gewählten Kanäle
zeigen die Bilder 1 und 2. Bei der ersten
Variante erfolgt die Zuströmung von
links über einen relativ großen Raum
in einen Absaugschlitz. Der Schlitz führt
in einen Wirbelraum, aus dem nach unten abgesaugt wird. In der zweiten Berechnungsversion erfolgt die Zuströmung von links und wird über zwei Anschlüsse rechts und links abgesaugt.
Mit den Berechnungen soll unter anderem untersucht werden:
Welche Lage darf der Schlitz haben
damit sich ein stabiler Wirbel ausbildet?
Wie groß kann die Öffnung sein, um
einen Wirbel zu erzeugen?
Welchen Einfluss hat die Lage der
Vorrichtung im Raum
2. Das Rechenmodell
Die Berechnungen erfolgten mit
dem Strömungsberechnungsprogramm
PHOENICS. Die Geometrie wurde mit
dem Editor für virtuelle Realität (VR Editor) erstellt. Das Modell nach Bild 1 ist
800 mm lang und 500 mm breit. Der
Zuströmraum
ist
300 mm
lang,
500 mm breit und 100 mm hoch. Für
das Absaugrohr wurde ein Durchmesser
von 160 mm gewählt. Auf der linken
Seite des Modells ist eine Zuströmung
und rechts eine Abströmung angeordnet Bild 3.
Das Modell wurde in 60 50 40 Volumenelemente (Quader) eingeteilt. Die
Verteilung der Elemente erfolgte, wie im
Bild 3 gezeigt, ungleichmäßig. Die Berechnungen erfolgten für Wasser, um
Keywords:
flow
calculation,exhausting
gases, vortex extraction
Prof. Dr.-Ing. H.-D. Hilbrich, Hochschule
für Technik und Wirtschaft Dresden (FH),
FB Maschinenbau/Verfahrenstechnik
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Bild 1: Draufsicht
und Seitenansicht
des Strömungskanals. Zum besseren Verständnis
wurden Geschwindigkeitsvektoren und
Stromlinien eingetragen
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einen Vergleich der Ergebnisse mit den
Messungen im Wasserkanal zu ermöglichen. Die Zuströmgeschwindigkeit
wurde mit 0,1 m/s festgelegt. Im zweiten Modell wurde eine Luftströmung
in einem 2,5 m 3 m 2 m großen
Raum berechnet.
3. Ergebnisse der Rechnung
für Wasser
Im Bild 4 sind die Ergebnisse für verschiedene Zuströmungen dargestellt. Der Einlass wurde vom Rand allmählich in die
Mitte verschoben. Es kann gezeigt werden, dass eine unsymmetrische Zuströmung für die Ausbildung des Wirbels
erforderlich ist. Die abgesaugten Volumenströme steigen ebenfalls mit der sicheren Ausbildung des Wirbels.
Einen Vergleich zum Wasserkanal zeigt
Bild 5. Die Strömung entwickelt sich
zur Rechnung vergleichbar. Der qualita-
tive Vergleich zeigt eine gute Übereinstimmung von Rechnung und Experiment. Damit kann davon ausgegangen
werden, dass die Rechnung mit den
angenommenen Randbedingungen die
Realität richtig widerspiegelt.
4. Ergebnisse der Rechnung
für Luft
Für die Berechnungen in Luft wurde das
im Bild 2 dargestellte Modell verwendet.
Im Besonderen stand die Anordnung der
Absaugung im Raum im Mittelpunkt.
Die Vorrichtung selbst entspricht im Prinzip der von der Firma IMTECH entwickelten Anordnung.
Bild 6 zeigt die freie Aufhängung der
Vorrichtung an einer Wand. Die Luft
wird an beiden Seiten der Vorrichtung
abgesaugt. Durch die symmetrische Zuströmung verteilt sich die Luft gleichmäßig auf die beiden Auslässe. Ein Wir-
bel der die Abströmung intensiviert entsteht nicht.
Bei der in Bild 7 gezeigten Anordnung
steht die Vorrichtung auf einer festen
Wand. Sie ist in einer Ecke angeordnet.
Damit ergibt sich eine unsymmetrische
Zuströmung und die Strömung beginnt
sich zu einem Wirbel einzudrehen.
Dies entspricht den gewünschten Vorstellungen, da Wirbel Teilchen die in ihren Bann geraten nach innen ziehen. Die
Absaugung anschließend erfolgt aus
dem Wirbelzentrum. Durch eine derartige Anordnung ist es möglich, Schadstoffe oder Rauch gezielter zu erfassen.
5. Zusammenfassung
Mit den aufgezeigten Berechnungen
konnte gezeigt werden, dass es möglich
und sinnvoll ist das Strömungsberechnungsprogramm PHOENICS zur Simulation von wirbelbehafteten Absaugun-
Bild 2: Absaugvorrichtung mit seitlicher Abströmung
Bild 4: Variation der Lage der Zuströmung und Ausbildung des Wirbels
Bild 3: Geometrisches Modell mit Einteilung in Volumenelemente
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Bild 5: Außermittige und mittige Zuströmung im Wasserkanal [2]. Die Strömung wurde mit Aufstreuteilchen
markiert. Zusätzlich wurde eine Wand, unten als Begrenzung eingeführt
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Bild 6: Absaugvorrichtung frei an einer Wand hängend
angeordnet. Die Ansaugung erfolgt in der Mitte und die
Abströmung über die beiden Seiten
gen zu verwenden. Es konnten Aussagen zur Zuströmung, zur Konstruktion
der Absaugvorrichtung und zur Anordnung im Raum abgeleitet werden. Ein
Vergleich mit Untersuchungen im Wasserkanal ergibt eine gute Übereinstimmung der Ergebnisse.
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Bild 7: Absaugvorrichtung in einer Ecke angeordnet. Die
Vorrichtung steht auf einer festen Wand
Literatur
[1] Detzner, R.: Rauchfreihaltung von Rettungswegen in Gebäuden im Brandfall.
KI Luft- und Kältetechnik 37 (2001) 11;
S. 240
[2] Kaßner, O.; Diplomarbeit im Studiengang TGA der HTW Dresden (FH) 2005
Schlüsselwörter
Srömungsberechnung
Absaugung von Gasen
Wirbelabsaugung
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