Schlossanger-Bote - Wohnen am Schlossanger

Schlossanger-Bote
01
Januar 2016
Gesundheit und Glück im Neuen Jahr!
Münchner Liedertafel zu Besuch
Am 3. Adventwochenende besuchte uns wieder die
Münchner Liedertafel und erfreute uns mit schönen
vorweihnachtlichen Liedern. In den Pausen verwöhnten uns die Veehharfen mit ihrem Spiel und versetzten uns in eine schöne Adventsstimmung. Zum
Abschluss sangen wir alle gemeinsam noch „Oh du
Fröhliche, oh du selige Weihnachtszeit“.
Beim Plätzchenbacken
Am Dienstagvormittag haben wir mit den
Bewohnern noch einige Plätzchen gebacken. Alle waren mit Feuereifer dabei und
es wurde mit dem Nudelholz gewalgt, ausgestochen, gebacken und anschließend
verziert. Das Ergebnis kann sich doch
sehen lassen, oder? Und geschmeckt
haben die Nougatplätzchen dann auch
noch.
Editorial
Editorial
Liebe
Bewohnerinnen und Bewohner, liebe Freunde des
Seniorenzentrums, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
Liebe Bewohnerinnen und Bewohner, liebe Freunde des Seniorenzentrums, liebe Mitarbeiterinnen
ich wünsche
uns allen einen guten
Und wir im Seniorenzentrum feiern
und Mitarbeiter,
Start ins Neue Jahr 2016 und ich wünauch ein Jubiläum – im Juni 2016 feiich wünsche uns allen einen guten Start ins Neue Jahr 2016 und ich wünsche Ihnen vor allem
sche Gesundheit
Ihnen vor
Gesundheit
ern wirWas
unser
10jähriges
Bestehen und
und allem
die Erfüllung
all Ihrer kleinenund
und großen Wünsche.
uns das
Neue Jahr bringt,
die Erfüllung
all nicht
Ihrer
kleinen
auch
eine bewegte Gewissen wir noch
so genau,
vielesund
könnengrowir planen, können
aber nicht alles
geht inauf
Erfüllung.
ßen Wünsche.
Was uns das Neue Jahr
schichte des Hauses zurückblicken.
Was jetzt schon geplant ist und was sicher ein tolles Jubiläum wird, ist, dass der Bayerische
bringt,Brauerbund
wissenund
wirdienoch
nicht
so genau,
Und
wollen inwir
gebührend
feiern.
Privaten
Brauereien
Bayerns, es gibt in
Bayerndies
616 Brauereien,
diesem
Jahr
großes Jubiläum
feiern. Sie aber
feiern 500
JahrealBayerisches
Reinheitsgebot
und das
Gebot
aus abwechslungsdem
vielesein
können
wir planen,
nicht
Ich
freue mich
auf
ein
Jahre 1516 lautet folgendermaßen: „Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren
les geht
in Erfüllung.
reiches Jahr 2016 mit Ihnen allen.
Städten und Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und
Wasserschon
verwendet
und gebraucht
werden
sollen“.
Was jetzt
geplant
ist und
was
si-Dieses Gebot
Ihre ist sozusagen die älteste bis heute
gültige lebensmittelrechtliche Bestimmung. Alle Achtung!
cher ein
tolles Jubiläum wird, ist, dass
Und wir im Seniorenzentrum
feiern auch
ein Jubiläum
der Bayerische
Brauerbund
und
die – im Juni 2016 feiern wir unser 10jähriges
Bestehen und können auch auf eine bewegte Geschichte des Hauses zurückblicken. Und dies wollen
Privaten Brauereien Bayerns, es gibt in
wir gebührend feiern. Ich freue mich auf ein abwechslungsreiches Jahr 2016 mit Ihnen allen.
Irmgard Kaleve
Bayern 616 Brauereien, in diesem Jahr
Ihre
ein großes Jubiläum feiern. Sie feiern
500 Jahre
Reinheitsgebot
IrmgardBayerisches
Kaleve
„Die Summe unseres Lebens sind die
und das Gebot aus dem Jahre 1516
Stunden, in denen wir liebten.“
lautet folgendermaßen: „Ganz besonWilhelm Busch
„Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten.“
ders wollen wir, dass forthin allenthalBusch
ben inWilhelm
unseren
Städten und Märkten
und auf dem Lande zu keinem Bier
mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen
und Wasser verwendet und gebraucht
werden sollen“. Dieses Gebot ist sozusagen die älteste bis heute gültige lebensmittelrechtliche Bestimmung. Alle
Achtung!
3
Aktuelles
Geburtstage im Januar
A
L
L
E
S
Was erwartet uns
im Januar?
G
U
T
E
Neben den vielfältigen Veranstaltungen
(zweimal täglich an 6 Tagen) haben wir
noch folgende Angebote:
Donnerstag, 07.01.
Wir gratulieren unseren
Bewohnern herzlich!
16:00 Uhr
Katholischer Gottesdienst
mit Besuch der Sternsinger
Minsinger Franziska
Seidl Edeltraud
Kühlbrey Lieselotte
Freitag, 08.01.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
15:00 Uhr
Geburtstagsfeier aller
Dezember-Geburtstagskinder
Evangelische Andacht
Freitag 15.01.
16:30 Uhr
I
N
16:00 Uhr
T
R
A
U
E
R
16:00 Uhr
Kino-Nachmittag
Sonntag 31.01.
88
79
90
Verstorben im Dezember
Kino-Nachmittag
Freitag 22.01.
06.01.1928
18.01.1937
22.01.1926
11:15 Uhr
nehmen wir Abschied
Conrad Adelheid
Evangelischer Gottesdienst
04.12.2015
In aufrichtiger Trauer
nehmen wir Abschied.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Info
für unsere Ehrenamtlichen Mitarbeiter:
-lich willkommen!
Wir begrüßen unseren
neuen Bewohner
Haberer Johann
08.12.2015
Messerer Hildegard Elfriede08.12.2015
Siegmund Oswald
03.12.2015
Czerner Anastasia 14.12.2015
Der Stammtisch der Ehrenamtlichen
findet am Donnerstag, 7. Januar 2016
ab 18:00 Uhr im Foyer statt.
4
Aktuelles
Der entschlossene und liebevolle Steinbock
Was mag er nicht?
Überfordern Sie nie die Geduld der
Steinböcke, sonst geht eine Freundschaft abrupt zu ende. Und er mag keine
schnellen Entschlüsse.
22. Dezember - 19. Januar
Was braucht der Steinbock?
Am liebsten Marmor und an Schmuck
dunkle Halbedelsteine in Gold gefasst.
Was isst er am liebsten?
Generell liebt er gediegene, alte und bewährte Rezepte und ein komplettes Menü.
Glückszahl: die 8
Glückstag: Samstag
Prominente Zeitgenossen:
Konrad Adenauer, Hildegard Knef, Louis
Pasteur, Marlene Dietrich, Elvis Presley
Farben: Dunkelgrün, Dunkelgrau, Dunkelblau, Dunkelbraun und Schwarz
Der Hundertjährige
raus:
Kalender sagt für den Jupiter Monat Januar vo-
Der erste, zweite und dritte sind trüb und mittelmäßig kalt, am vierten, fünften und
sechsten starker Regen, der siebte, achte und neunte sind mittelkalt. Am zehnten
kommen Regen und Graupelschauer, vom elften bis 17. unbeständig mit Wind. Vom
18. bis 22. fallen kleinere Regengüsse, vom 23. bis zum Ende des Monats bleibt es
unbeständig mit Regen, Wind, Schnee und Nebel.
10 BAUERNREGELN
FÜR DEN
Wie das Wetter zu Vincent war,
wird es sein das ganze Jahr.
Watet St. Vinzent im Schnee,
gibt es viel Heu und Klee.
Vincent im Sonnenschein
bringt viel Korn und Wein.
Januar
Ist der Januar gelind,
die Trauben im Oktober trefflich sind.
Wenn Agnes (21.) und Vinzentius (22.)
kommen,
wird neuer Saft im Baum vernommen.
Fehlen dem Januar Schnee und Frost,
gibt der März sehr wenig Trost.
Sankt Vinzent (22.)
hat der Winter noch kein End.
Wächst das Gras im Januar,
ist’s im Sommer in Gefahr.
Sankt Vinzent heller Tag,
verheißt ein gutes Jahr.
Donnert es im Januar,
so mehret schnell der Fässer Schar.
5
Aktuelles
auf Druck und zeigt via Rufanlage an,
wer zum Beispiel nachts aus dem Bett
steigt und nicht den durchaus normalen
Weg zum stillen Örtchen findet, sondern
stolpert oder gar hinfällt. Die SensFloorInstallation läßt Stürze schneller erkennen, den Gestürzten kann schneller geholfen werden.
Noch einmal:
SensFloor & Sensor-Matten
im Haus
Am 7. Dezember des vergangenen Jahres hatte das Seniorenzentrum hohen
Besuch. Der auch von Wählern aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn in den Bundestag entsandte Abgeordnete Florian
Hahn (CSU) besuchte, in Begleitung von
Frau Bürgermeisterin Ursula Mayer, das
Haus, um sich zeigen zu lassen, wie die
SensFloor-Installation funktioniert. Sie
funktionierte erst einmal nicht (der Vorführeffekt!). Dann aber doch und dann
sehr überzeugend. SensFloor reagiert
Der Bundestagsabgeordnete und die
Frau Bürgermeisterin zeigten sich beeindruckt von diesem Modellprojekt in
unserem Haus – daher wird es, mit der
Hilfe von Florian Hahn, im Rahmen eines europäischen Förderprojektes auch
finanzielle Unterstützung erfahren.
Zum Angehörigentreffen
Demenz
am Dienstag, den 12. Januar 2016, 19:00 Uhr
laden wir betroffene Angehörige und Betreuer herzlich in das Seniorenzentrum,
Bahnhofstr. 8 in Höhenkirchen, 2. OG, Gemeinderaum ein.
Swantje Burmester, Sozialpädagogin, leitet fachkundig den Abend.
Für Rückfragen steht Ihnen Elisabeth Oelschläger von ASS unter Tel. 08102/8899
oder 78444-25 gerne zur Verfügung.
Ambulantes Senioreninformations- und ServicezentrumBahnhofstr. 8, 85635 Höhenkirchen-Siegertsbrunn
Tel.: 08102/8899 oder 7844425 Fax: 08102/78444-44
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Schlossangerbote 01/16
Die Selige des Monats:
wäre erträglicher, alle Krankheiten zu leiden, welche nur den Leib durchwühlen
können und die härtesten Martern, welche die Bosheit von Tyrannen zu erzählen vermag, als mich satanischen Versuchungen ausgesetzt zu sehen.“
Angela von Foligno
(Witwe, 1249 – 1309)
Foligno liegt in Umbrien im heutigen Italien. Angela, derer am 4. Januar gedacht
wird, war von vornehmer Geburt, schön,
gebildet und viel umschwärmt. Jung wurde sie mit einem reichen Patrizierssohn
verheiratet und hatte nun ein großes
Haus zu führen. Trotz reichen Kindersegens blieb ihr genug Zeit für Geselligkeit,
modischen Putz und Repräsentation.
Doch dann trafen sie schwere Schicksalsschläge. Zuerst starb ihr Gemahl,
kurz darauf musste sie alle ihre Kinder
zu Grabe tragen. Da bestimmte sie ihr
Vermögen zur Unterstützung der Armen
und Kranken, legte ein Keuschheitsgelübde ab und trat dem dritten Orden, der
weniger strengen Laiengemeinschaft
des Heiligen Franziskus bei.
Auf eindringliche Veranlassung ihres
Beichtvater schrieb sie schließlich die
Geheimnisse ihres inneren Lebens auf.
Der Kardinal Colonna las die Aufzeichnungen und setzte trotz ihres Widerstrebens durch, dass sie zur Leiterin einer
kleinen, ordensnahen Gemeinschaft von
Brüdern und Schwestern bestimmt wurde. In den letzten zwölf Jahren ihres Lebens war sie häufig so entrückt, dass sie
tagelang tränenüberströmt und regungslos am Boden kniete. Sie schrieb darüber: „Ich bekomme eine so große Wonne
im Gebet, dass ich alles Verlangen nach
dem Essen verloren habe und wünsche,
niemals mehr essen zu müssen, um stets
im Gebet zu verbleiben.“ Auf ihrem Totenbett verabschiedete sich Angela von
Foligno mit den Worten: „Sucht klein und
wahrhaftig, demütig und sanft zu sein.“
Sie streifte ihre frühere Gefallsucht ab
und wollte nurmehr Jesus Dienerin sein.
Dieser Vorsatz erfüllte sich so vollkommen, der sie von einem nicht enden wollenden Gefühl des Mitleidens mit dem
Gekreuzigten erfasst wurde und unablässig bittere Tränen vergoss. Mit der Zeit
trocknete ihre Gesichtshaut völlig aus,
sprang auf und entzündete sich, was ihr
sehr große Schmerzen bereitete.
Die selige Angela von Foligno wird mit
dem Teufel an einer Kette abgebildet.
(Nach: Albert Christian Sellner, Immerwährender Heiligenkalender, Mosaik Verlag)
*****
Die Dienerin Angelas entfernte schließlich das Kruzifix aus dem Zimmer, da sie
ernsthaft um Leben und Verstand ihrer
Herrin fürchtete. In vielfacher Erscheinung durchlitt Angela unter grausamen
Schmerzen demütig und dankbar den
Leidensweg Jesu. Auch gegenüber heftigen Versuchungen, die ihren Geist und
ihr Fleisch peinigten, bewährte sich ihre
Glaubensstärke. Sie klagte einmal: „Es
Altersbedingt
Mit dem Alter, muss ich sagen,
kommen doch gar manche Plagen.
Auch, was mir schon gar nicht lieb,
wird mein Kopf so wie ein Sieb.
Und sie werden noch und nöcher,
immer größer, diese Löcher.
Marianne Männer
7
Schlossangerbote 01/16
Legende
Die heiligen drei Könige
von Rainer Maria Rilke
Einst als am Saum der Wüsten sich
auftat die Hand des Herrn
wie eine Frucht, die sommerlich
verkündet ihren Kern,
da war ein Wunder: Fern
erkannten und begrüßten sich
drei Könige und ein Stern.
Drei Könige von Unterwegs
und der Stern Überall,
die zogen alle (überlegs!)
so rechts ein Rex und links ein Rex
zu einem stillen Stall.
Da bring ich eine Wanderschaft
aus vieler Fremde her.
Drei Könige mit Magenkraft,
von Gold und Topas schwer
und dunkel, tumb und heidenhaft, erschrick mir nicht zu sehr.
Sie haben alle drei zu Haus
zwölf Töchter, keinen Sohn,
so bitten sie sich deinen aus
als Sonne ihres Himmelblaus
und Trost für ihren Thron.
Doch mußt du nicht gleich glauben:
Bloß
ein Funkelfürst und Heidenscheich
sei deines Sohnes Los.
Bedenk, der Weg ist groß.
Sie wandern lange, Hirten gleich,
inzwischen fällt ihr reifes Reich
weiß Gott wem in den Schoß.
Und während hier, wie Westwind warm,
der Ochs ihr Ohr umschnaubt,
sind sie vielleicht schon alle arm
und so wie ohne Haupt.
Drum mach mit deinem Lächeln licht
die Wirrnis, die sie sind,
und wende du dein Angesicht
nach Aufgang und dein Kind;
dort liegt in blauen Linien,
was jeder dir verließ:
Smaragda und Rubinien
und die Tale von Türkis.
Was brachten die nicht alles mit
zum Stall von Bethlehem!
Weithin erklirrte jeder Schritt,
und der auf einem Rappen ritt,
saß samten und bequem;
und der zu seiner Rechten ging,
der war ein goldner Mann;
und der zu seiner Linken fing
mit Schwung und Schwing
und Klang und Kling
aus einem runden Silberding,
das wiegend und in Ringen hing,
ganz blau zu rauchen an.
Da lachte der Stern Überall
so seltsam über sie,
und lief voraus und stand am Stall
und sagte zu Marie:
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Schlossangerbote 01/16
Veeh-Harfen-Seniorinnen spielen in der Klosterkirche Dietramszell

Welche Ehre! Am Donnerstag, dem 10. Dezember 2015, waren die Musiker der
Höhenkirchner Veeh-Harmoniker eingeladen, eine Abendmesse in der Klosterkirche
Dietramszell mit ihrer Musik zu begleiten. Zwei unserer Veeh-Harfen-Senioren wollten
bei diesem Ereignis unbedingt dabei sein. Dick eingemummt in warmes Gewand
fuhren sie mit 16 weiteren Musikern am Abend nach Dietramszell. Rechtzeitig
angekommen, stand uns noch genügend Zeit zur Verfügung, die geplanten sieben
Melodien sicherheitshalber vorher noch einmal durchzuspielen. Die Klosterkirche in
Dietramszell ist wunderschön und für uns war es eine besondere Ehre, dort spielen zu
dürfen. Doch trotz all der kirchlichen Pracht, es war kalt in der Kirche. Vorsichthalber
wurden die Saiten der Veeh-Harfen und Gitarren nochmals überprüft und
entsprechend nachgezogen.
Auf dem Bild sehen Sie Frau Adeltraud Heimerl (76) und
Frau Johanna Bauer (94) aus dem Seniorenzentrum noch
in freudiger Erwartung vor der Andacht. Sie wollten sich
auch von der Kälte nicht abhalten lassen, gemeinsam mit
uns auf ihren Veeh-Harfen zu spielen.
Die heilige Messe begann und unter der Leitung unserer
Musiklehrerin, Frau Petra Hamberger, erklangen die
zarten Veeh-Harfenweisen wie z.B. die Hirtenweise oder
das Kapellen-Menuett. Im Verlauf der Messe stimmte der
Pfarrer zwei Lieder zum Mitsingen an. Die Gläubigen
stimmten ein und sangen
„Wir sagen Euch an den
lieben Advent“ und „Macht
hoch die Tür“ und wir
Musikanten spielten die
Melodien dazu. Am Ende waren wir alle etwas
durchgefroren, aber froh, dass wir die Messe mit unserer
Musik so schön mitgestalten durften.
Um uns wieder aufzuwärmen, besuchten wir nebenan
die Klosterschänke und bestellten uns Glühwein,
Aprikosenpunsch oder auch einen Teller heiße Suppe.
Ein Erlebnis war’s und schön dazu!
Ingrid Götz
9
Schlossangerbote 01/16
Eine Januar-Geschichte
te, was jetzt unbedingt kommen musste), merkte, dass sie das gar nicht tun
musste, weil Werner ebenfalls den Mund
spitzte, ließ es also wieder sein, ließ sich
von Werner in die Arme nehmen und küssen. Und küsste ihn zurück. Dann holte
Werner die Ringe aus der Jackettasche
rechts und steckte Selma den kleineren
Ring über den Ringfinger der linken Hand.
Selma fand bei Werner nicht gleich den
richtigen Finger, aber dann flutschte es.
Im Januar schaut man zurück, im Januar schaut man voraus. Selma sah voraus:
ihre Hochzeit mit Werner – wann würde das
sein? Selma sah, wenn sie zurückblickte,
ihre Verlobung mit Werner, an Weihnachten, „unterm Weihnachtsbaum“, wie sie für
sich dachte, „unterm Weihnachtsbaum“,
das klingt so romantisch.
Selma war, obwohl sie als Bankbeamtin
beruflich viel mit Geld umging (ohne viel
Geld zu haben) im Grunde ihres Herzens
eine romantische Seele. Und der eher zurückhaltende, kluge Werner hatte das früh
gemerkt. Also fand die Verlobung zwar
am ersten Weihnachtsfeiertag vormittags
um 11 Uhr statt, aber Selmas Mutter hatte, auf Werners Bitte hin, die Kerzen des
Weihnachtsbaums angezündet. 1955 waren elektrische Christbaumbeleuchtungen etwas für reichere Leute.
Selma wusste sofort, dass sie diesen
Augenblick nie wieder vergessen würde
und wollte sich jedes Detail merken. Werner roch nach Rasierwasser. „Tabac“ war
1955 bei den Herren in Mode.
Dann klopfte Werners Vater an sein Glas
und sagte was und dann tranken alle einen Schluck. Dann klopfte Selmas Vater
an sein Glas und sagte was und dann
tranken sie wieder einen Schluck und
schließlich vergossen Werners und Selmas Mutter je ein paar Tränen und waren
also gerührt. Selma nicht, sie war vergnügt und Werner auch nicht, der war einfach fröhlich – und plötzlich hungrig.
Die Kerzen brannten also, Selma hatte ihr
kleines Schwarzes mit dem, wie sie fand,
etwas gewagten Ausschnitt an, Werner
trug seinen neuen dunkelgrauen Anzug
mit weißem Hemd und fein gekästelter
silbergrauer Krawatte, darüber aber einen grauschwarzen Seidenschal, Selmas
Weihnachtsgeschenk.
Und das sagte er auch: „Jetzt habe ich aber
Hunger“, sagte er und alle lachten, nahmen
Platz und langten zu. Selmas Mutter hatte
sich beim Gabelfrühstück, wie Werners Vater fand, „selbst übertroffen“.
Als alle Elternteile sich miteinander bekannt gemacht hatten und in Erwartung
um den Wohnzimmertisch herumstanden
und ein Glas mit Sekt in der Hand hielten,
band Werner sich den Schal ab, ging auf
Selma zu und fragte: „Verloben wir uns
jetzt?“ Und Selma zögerte wieder mal ein
bisschen, wie immer, sie ließ es aber gerade noch nicht zu lang dauern und sagte
dann: „Ja. Ja, Werner. „Daraufhin spitzte
Selma ein bisschen den Mund (für den
Fall, dass Werner vergessen haben soll-
Es gab kleine Toastscheibchen, belegt mit
Wurst und Käse und Ei, es gab selbst eingelegte kleine Gürkchen und Pilze, auch
hatte Selmas Mutter Paprika-Topfen angerührt und auf die Scheibchen gestrichen,
in Schüsseln standen „Italienischer Salat“
(dabei hatte Selmas Mutter sich etwas
gedacht, was wohl?) und heiße Wiener
Würstchen bereit. Es trat eine kleine Stille
ein, weil alle schmausten.
10
Januar 2016
Mitten in die Stille sagte Selmas Mutter:
„Und niemand sieht, wie schön unser
Weihnachtsbaum brennt!“ Da mussten
erst Selma und ihr Vater, dann alle lachen.
Das sagte Selmas Mutter nämlich jedes
Jahr zu Weihnachten, mindestens einmal.
beim Abwasch und ging dann mit Werner
los. Sie zeigten sich ihre Ringe und fragten einander: zu mir, zu dir? So war das
an Weihnachten 1955.
Wenn Selma jetzt, im Januar 1956, voraus
dachte, dann dachte sie: was wäre wohl
ein guter Termin für die Hochzeit? Und wie
würde das aussehen, „Ganz in Weiß?
Dann verabschiedeten sich alle voneinander, Selma half ihrer Mutter ein bisschen
Sozialpraktikum bei der Pferde- und Pony-Akademie
Es war ein wunderschönes Erlebnis. Das ganze Seniorenwohnheim war im Garten und an den Fenstern unterwegs. Die Pfleger
waren mit den Bewohnern bei den Ponys und haben ihnen erklärt, dass das ein Pony ist, das sie streicheln dürfen und sollen.
Pfleger, Bewohner, Besucher und Passanten, die einfach vorbeigelaufen sind waren alle begeistert. Alt und Jung wurden dort
zusammengeführt, weil natürlich auch Kinder kamen. Uns hat
sehr gut gefallen, dass die Pfleger so bemüht waren und wirklich
die Leute in den Garten gebracht haben.
Die Pferde waren sogar geschmückt und hatten Weihnachtsbeleuchtung in die Mähne
eingeflochten. Ein Mann hat im Rollstuhl ein Pony geführt, einfach nur klasse.
Die beiden größeren Mädchen machen bei der Pferde- und Pony-Akademie ein Sozialpraktikum.
11
Schlossangerbote 01/16
Gedächnisstunde: Thema „ZEIT“
Die besinnliche, stille Advents- und Weihnachtszeit ist nun vergangen. Der Januar ist
eingekehrt und wir blicken erwartungsvoll, hoffnungsvoll auf das neue Jahr. Was wird
uns die kommende Zeit wohl bringen?
In einer unserer Gedächtnisstunden nahmen wir uns die Zeit, über das Thema „ZEIT“
zu sprechen.
Alles im Leben hat seine Zeit und dauert seine Zeit. Diese Erkenntnis trifft uns oft im
Laufe des Lebens. Es beginnt mit der Zeit der Geburt und endet mit der Zeit der letzten
Stunde des Lebens. Wir kennen eine Zeit zum Traurig sein, in der wir uns von anderen
zurückziehen, aber auch eine Zeit zum überschäumenden Fröhlich sein. Einer Zeit
zum Weinen folgt – Gott sei Dank – auch wieder eine Zeit zum Lachen, ebenso wie
einer Zeit des Schweigens auch wieder eine Zeit des Redens folgt. Wir nehmen uns
Zeit, aktiv zu sein und entspannen uns in einer Zeit der Ruhe. Wir gehen zu einer
bestimmten Zeit in die Arbeit und sehnen an so manchem Tag die Zeit des
Feierabends herbei. Es gibt Zeiten der Hektik und dann ist es besonders schön, wenn
wieder ruhigere Zeiten einkehren. Wir setzen Samen zu einer bestimmten Zeit in die
Erde und warten danach auf die richtige Zeit zum Ernten. Wir freuen uns auf die
warmen Zeiten im Sommer und frieren während der kalten Zeit im Winter. Wir reden
gerne über die gut erlebten Zeiten des alten Jahres und gleichzeitig hoffen auf noch
bessere Zeiten im neuen Jahr.
Regelmäßig nehmen wir uns Zeit, ein gutes Buch oder die Tageszeitung zu lesen,
aber ab und zu auch Zeit, um zum Beispiel ein Kreuzworträtsel zu lösen oder -wie
hier- Sprichwörter zu ergänzen:
Zeit ist
_______________________________(1*)
Spare in der Zeit,
_______________________________(2*)
Kommt Zeit,
_______________________________(3*)
Zeit heilt
_______________________________(4*)
Andere Zeiten
_______________________________(5*)
Es ist nur eine Frage
_______________________________(6*)
Wer nicht kommt zur rechten Zeit, __________________________(7*)
Kannten Sie diese Sprichwörter? Wenn nicht, finden Sie die Auflösungen am Ende
des Artikels.
12
Schlossangerbote 01/16
Zeit ist
einistallgegenwärtiges
Thema,
das Junge
und Alte
und oft
glauben
wir, wir,
Zeit
ein allgegenwärtiges
Thema,
das Junge
und betrifft
Alte betrifft
und
oft glauben
zu wenig
Zeit zu
So gerne
wir manchmal
eine schöne
Zeit verlangsamen
zu wenig
Zeithaben.
zu haben.
So gerne
wir manchmal
eine schöne
Zeit verlangsamen
wollenwollen
oder oder
eine schlechte
Zeit
am
liebsten
schnell
vergessen
würden,
die Zeiger
eine schlechte Zeit am liebsten schnell vergessen würden,
die Zeiger
unserer
Uhr ticken
immerimmer
gleichmäßig
weiter,
Minute
für Minute
und Stunde
für für
unserer
Uhr ticken
gleichmäßig
weiter,
Minute
für Minute
und Stunde
Stunde.
UhrenUhren
sind überall
und begleiten
uns durch
unsere
Tage.Tage.
Wir schauen
auf auf
Stunde.
sind überall
und begleiten
uns durch
unsere
Wir schauen
unsere
Armbanduhr
 stecken
eine Taschenuhr
ein einwerfen
schnell
eineneinen
Blick Blick
unsere
Armbanduhr
 stecken
eine Taschenuhr
 werfen
schnell
auf eine
 stellen
uns eine
uns
genaugenau
wecktweckt
 prüfen
aufBahnhofsuhr
eine Bahnhofsuhr
 stellen
unsUhr,
einedie
Uhr,
dieMinuten
uns Minuten
 prüfen
noch noch
verfügbare
Zeit
auf
einer
Küchenuhr

kaufen
in
einem
Uhrengeschäft
eine
verfügbare Zeit auf einer Küchenuhr  kaufen in einem Uhrengeschäft eine
kostbare
Standuhr
 bestaunen
die kunstvollen
Schnitzereien
einer einer
Kuckucksuhr
 
kostbare
Standuhr
 bestaunen
die kunstvollen
Schnitzereien
Kuckucksuhr
freuenfreuen
uns über
die Sekunden
genaue
Zeit einer
Funkuhr
 leisten
uns gar
uns über
die Sekunden
genaue
Zeit einer
Funkuhr
 leisten
unseine
gar eine
teure teure
Designeruhr

oder
eine
Uhr
für
den
Sport,
wie
eine
Stoppuhr
oder
eine
Designeruhr  oder eine Uhr für den Sport, wie eine Stoppuhr oder eine
wasserdichte
Taucheruhr.
Die Einen
bevorzugen
eine Uhr
Zahlen,
wasserdichte
Taucheruhr.
Die Einen
bevorzugen
einemit
Uhrgut
mitlesbaren
gut lesbaren
Zahlen,
den Anderen
die
noch
gut
sehen
können
-,
reichen
Stundenstriche
auf
dem
den Anderen - die noch gut sehen können -, reichen Stundenstriche auf dem
Uhrenblatt
und wieder
andere
mögen
UhrenUhren
mit Digitalanzeigen.
Natürlich
verlassen
Uhrenblatt
und wieder
andere
mögen
mit Digitalanzeigen.
Natürlich
verlassen
wir uns
darauf,
dass
unsere
Uhr
die
genaue
Zeit
anzeigt.
Stellen
wir
jedoch
fest,
dass
wir uns darauf, dass unsere Uhr die genaue Zeit anzeigt. Stellen wir jedoch fest, dass
unsere
Uhr stehen
geblieben
ist, müssen
wir unsere
Uhr auch
mal zum
in diein die
unsere
Uhr stehen
geblieben
ist, müssen
wir unsere
Uhr auch
mal Richten
zum Richten
Uhrmacherei
zum Uhrmacher
bringen.
Uhrmacherei
zum Uhrmacher
bringen.
Am Liebsten
wollenwollen
wir unsere
Zeit gut
Wilhelm
BuschBusch
hat dazu
in seiner
Am Liebsten
wir unsere
Zeitverbringen.
gut verbringen.
Wilhelm
hat dazu
in seiner
unvergleichlichen
Art
eine
Anregung
in
folgendem
Gedicht
gegeben:
unvergleichlichen Art eine Anregung in folgendem Gedicht gegeben:
„
„
“
“
Sag, wie
Sag,wär
wiees,
wäralter
es, Schragen,
alter Schragen,
WennWenn
du mal
die
Brille
putzest,
du mal die Brille
putzest,
Um ein
wenig
nachzuschlagen,
Um ein wenig nachzuschlagen,
Wie du
deine
Zeit benutzest.
Wie
du deine
Zeit benutzest.
Oft wohl
dich so
gerne
Oft hätten
wohl hätten
dich
so gerne
Weiche
Arme
warm
gebettet;
Weiche Arme warm gebettet;
DochDoch
du standest
kühl von
du standest
kühlFerne,
von Ferne,
Unbewegt,
wie
angekettet.
Unbewegt, wie angekettet.
Oft wohl
dass dass
du dieduschöne
Oft kam’s,
wohl kam’s,
die schöne
Zeit vergrimmtest
und
vergrolltest,
Zeit vergrimmtest und vergrolltest,
Nur weil
oder jene
Nurdiese
weil diese
oder jene
Nicht Nicht
gewollt,
so
wie
wolltest.
gewollt, sodu
wie
du wolltest.
Demnach
hast du
dich
Demnach
hast
du vergebens
dich vergebens
Meistenteils
herumgetrieben;
Meistenteils herumgetrieben;
DennDenn
die Summe
unseres
Lebens
die Summe
unseres
Lebens
Sind die
Stunden,
wo
wir
lieben.
Sind die Stunden, wo wir lieben.
13
Schlossangerbote 01/16
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen
Auflösung der Sprichwörter:
1*) Zeit ist Geld.
2*) Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.
3*) Kommt Zeit, kommt Rat.
4*) Zeit heilt alle Wunden.
5*) Andere Zeiten, andere Sitten.
6*) Es ist nur eine Frage der Zeit.
7*) Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen, was übrig bleibt.
Das Schatzkästlein meiner Großmutter
Das Vermächtnis meiner Großmutter an mich ist etwas besonderes, es ist weder aus
Holz noch aus Metall und es enthält kein Gold, kein Silber. Das Schatzkästlein meiner
Großmutter enthält geistliche Edelsteine in einem lebendigen Kasten.
Zehn Kinder haben meine Großeltern großgezogen, die Folge waren viele Enkelkinder, die um die Gunst von Oma und Opa wetteiferten. Ich durfte als Kind oft wochenlang bei meinen Großeltern wohnen, das war für mich als Stadtkind ein großes Glück,
denn mein Großvater war Gärtnermeister einer großen Gärtnerei. Ich genoss zum
einen die große Freiheit seiner Gärtnerei und gleichzeitig die ständige liebende Nähe
der Großeltern.
Meine Oma war eine einfache Frau mit großer Liebe für ihre Enkelkinder. Wunderbar
erzählte sie Geschichten und Märchen, sie kannte viele Gedichte auswendig und fast
selbstverständlich lernte ich nach und nach von diesem geistigen Schatz.
War ich traurig, dann wusste sie immer Rat. Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen, es war ein Silvestertag vor gut einem halben Jahrhundert, allein mit meiner Oma
war ich recht traurig ohne Silvesterraketen. Oma versuchte mich einige Zeit erfolglos zu
beruhigen, schließlich meinte sie, komm wir beten jetzt zwei Vater unser. Mit großem
Dank erinnere ich mich an diesen Moment, ich habe unmittelbar erfahren wie gut Beten
heilt – ich hatte zwar keine Raketen, aber der Wunsch danach, der war verschwunden.
Ganz nebenbei und wie selbstverständlich eröffnete mir meine Großmutter meine innere Welt und lehrte mich den Wert von Liedern, Gedichten und Geschichten, die ich
nach und nach auswendig aufsagen konnte.
An diese geistlichen Edelsteine meiner Großmutter und die Erinnerungen an erlebte
Geschichten sind für mich wertvolle Schätze, die kann mir niemand nehmen und sie
sind immer bei mir; ebenso die dankbare Erinnerung an meine Oma.
Peter Schröder
14
Schlossangerbote 01/16
Ich trage, wo ich gehe, stets eine Uhr bei mir;
Wieviel es geschlagen habe, genau seh‘ ich an ihr.
Ich
trage,
wo ichMeister,
gehe, stets
Uhr bei
Es ist
ein großer
dereine
künstlich
ihrmir;
Werk gefügt,
Wieviel
es geschlagen
habe,immer
genaudem
seh‘törichten
ich an ihr.Wunsche genügt.
Wenngleich
ihr Gang nicht
Es ist ein großer Meister, der künstlich ihr Werk gefügt,
Wenngleich
ihrwäre
Gangrascher
nicht immer
dem an
törichten
Wunsche
Ich wollte, sie
gegangen
manchem
Tag; genügt.
Ich wollte, sie hätte manchmal verzögert den raschen Schlag.
Ich
wollte,Leiden
sie wäre
gegangen
anund
manchem
In meinen
undrascher
Freuden,
in Sturm
in der Tag;
Ruh,
Ich
hätte im
manchmal
verzögert
den Takt
raschen
Schlag.
Waswollte,
immer sie
geschah
Leben, sie
pochte den
dazu.
In meinen Leiden und Freuden, in Sturm und in der Ruh,
Was
immeram
geschah
siesie
pochte
den
dazu.
Sie schlug
Sarge im
desLeben,
Vaters,
schlug
an Takt
des Freundes
Bahr,
Sie schlug am Morgen der Liebe, sie schlug am Traualtar.
Sie schlug am
Sarge
des des
Vaters,
sie schlug
an deswill's
Freundes
an der
Wiege
Kindes,
sie schlägt,
Gott, Bahr,
noch oft,
Sie
schlug
am Morgen
der Liebe,
schlug
ames
Traualtar.
Wenn
bessere
Tage kommen,
wie sie
meine
Seele
hofft.
Sie schlug an der Wiege des Kindes, sie schlägt, will's Gott, noch oft,
Wenn
bessere
Tageeinmal
kommen,
wie und
meine
Seelezu
esstocken
hofft. ihr Lauf,
Und ward
sie auch
träger,
drohte
So zog der Meister immer großmütig sie wieder auf.
Und
sie sie
auch
einmal
träger,
drohte
zu gescheh‘n,
stocken ihr Lauf,
Dochward
stände
einmal
stille,
dannund
wär's
um sie
So
der Meister
großmütig
auf.zum Gehn.
Keinzog
andrer,
als der immer
sie fügte,
bringt sie
die wieder
Zerstörte
Doch stände sie einmal stille, dann wär's um sie gescheh‘n,
Kein
als zum
der Meister
sie fügte,wandern,
bringt die
Dannandrer,
müsst ich
derZerstörte
wohnt amzum
EndeGehn.
wohl weit,
Wohl draußen, jenseits der Erde, wohl dort in der Ewigkeit!
müsst
der kindlichem
wohnt am Ende
wohl weit,
Dann gäb
ichich
siezum
ihmMeister
zurückewandern,
mit dankbar
Fleh‘n:
Wohl
draußen,
derverdorben,
Erde, wohlsie
dort
in der
Sieh, Herr,
ichjenseits
hab nichts
blieb
vonEwigkeit!
selber steh‘n.
Dann gäb ich sie ihm zurücke mit dankbar kindlichem Fleh‘n:
Johann
Gottfried
Seidel
(1804
– 1875) sie blieb von selber steh‘n.
Sieh,
Herr,
ich hab
nichts
verdorben,
Johann Gottfried Seidel (1804 – 1875)
15
Schlossangerbote 01/16
Unsere Serie:
Früher wurden die vorbereiteten Haare und die Borsten in Tierknochen oder
Tonstücke eingebracht, heute nimmt
man dafür Holz, Metall oder Kunststoff.
Bürsten für die Körper- und Zahnreinigung kannten die Chinesen schon 2000
Jahre vor Christus. In Europa kamen
Bürsten und Pinsel ab dem 15. Jahrhundert in Gebrauch. Im Jahr 1698 ist in
einem „Ständebuch“ von Gewand- und
Kleiderbürsten, von Reibebürsten, Kopfbürsten, von Schuhbürsten und Fußbodenbürsten die Rede.
Alte Berufe
Heute wird in Deutschland nur noch an
einer einzigen Berufsschule die Theorie
des Bürsten- und Pinselmachens gelehrt, die Schule steht in Bechthofen in
Mittelfranken, dem deutschen Pinselmacher-Zentrum.
Der Bürstenbinder
Wer unter unseren männlichen Lesern
dem elektrischen Rasierapparat abgeschworen und sich wieder dem Nassrasieren zugewandt hat – der ist durchaus
im Trend. Viele jüngere Menschen beginnen den Tag wieder, indem sie in der
Rasiererschale mit dem Pinsel Rasierseife schaumig schlagen – der Pinsel ist,
wenn er gut ist, ein Dachshaar-Pinsel.
Die Pinselmacher gehören zur Berufsgruppe der Bürstenbinder.
Was hat es mit der Redewendung „Trinken wie ein Bürstenbinder“ auf sich? Die
Vorstellung, dass Bürstenbinder besonders viel saufen, beruht auf einem Irrtum. „Bürsten“ steht im Frühneuhochdeutschen in übertragener Bedeutung
für „Trinken“ – die Kehle wird „gebürstet“.
Bürstenbinder ist seit 1984 in Deutschland ein Ausbildungsberuf, drei Jahre
muss man lernen, Borsten von Schweinen und Wildschweinen, Haare vom
Dachs zu waschen, zu bleichen, zu bündeln – die Spitzen und die Wurzeln der
Borsten und Haare müssen am Ende
jeweils beieinander liegen. Ein Gramm
Dachshaar – das sind etwa tausend
Haare.
16
Januar 2016
Der Lyriker Ludwig Uhland dichtete:
Nun macht die Jagd mich dürsten,
drum tun wir das, Gesell,
und gib mir eins zu bürsten
aus diesem Wasserquell.“
Oder weniger edel, in Uhlands „Metzelsuppenlied“:
„Es reimt sich trefflich: Wein und Schwein
und passt sich köstlich: Wurst und Durst,
bei Würsten gibts zu bürsten.“
Und wie war das?
„Bürsten mit schwarzen Borsten bürsten besser als Bürsten mit weißen Borsten“?
Wer spricht den Satz fehlerlos am schnellsten?
August Heinrich Hoffmann
von Fallersleben
(1798-1874, der Autor des Textes der deutschen Nationalhymne)
Der Winter und die Spatzen
Sie zwitscherten und sangen
man hörte kaum sein Wort
der Winter ist vergangen
und alles Leid ist fort!
Die Spatzen aber saßen
vergnügt in Stall und Haus;
O Winter, lass das Spaßen!
Wir lachen dich doch aus.
Ei, wartet nur, ihr Spatzen!
Sollt mich schon wieder sehn.
Das Zwitschern und das Schwatzen,
das soll euch bald vergehen!
So ist es auch ergangen:
kaum war der Winter fort,
die Spatzen fröhlich sangen,
man hörte kaum sein Wort.
Da kam der Winter wieder,
er brachte Kält und Schnee,
da gab es keine Lieder,
kein fröhliches Juchhe.
17
Schlossangerbote 01/16
Kann man darüber lachen?
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folgende Anze schrift für das Hotelgewer
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Auf die Frage, chner Spezial-Hotel für Hoch
zeitsreisende!“ ebswarum es den
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müsse, antwo
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hen: „Weil ich
zimmer meiste
dort in einem
ns nur ein Bett
Zweibettzu machen hab
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Jürgen und Ute verbringen ihre Flitterwochen in einem Hotel in Oberbayern. Gleich gegenüber von dem Hotel liegt eine Gebirgsjäger-Kaserne.
Am Morgen nach ihrer Ankunft werden Ute und Jürgen unsanft geweckt,
als drüben ein Unteroffizier schreit: „Kompanie Aufstehen!“
Da umklammert Ute ihren Jürgen und sagt: „Du lässt dir doch von dem
nichts befehlen – oder?“
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deren: „lieber ist
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„Siehst du“, sa
n!“
den Tod gegange
Rosemeier übernachtet in Bayern. Am
nächsten Morgen lobt er bei der noch jung
aussehenden Wirtin die tüchtige Bedienung,
zwei junge Mädchen. Voller Stolz erklärt die
Wirtin, es seien ihre Töchter. Mit erhobenem
Finger sagt ihr der Gast, dass sie dann ja
sehr früh angefangen habe. Hierauf erhält
er die Antwort: „Ned amal! Stellen S´
Eahna vor, i hob gheirat und war no
gar net in Umständ!“
18
FeAm Morgen beschwert sich der
ige
riengast beim Wirt über das gestr
ß,
Essen. „Jetzt sagen Sie mir blo
was war denn das für ein Tier?“
„Des war unser guader oider Go
ckel.“
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„Ja, alt und zäh. Die ganze Na
lehat er mir schwer im Magen ge
cht
gen! Um 4 Uhr bin ich aufgewa
.“
und konnte nicht mehr einschlafen
„Hm“, nickt der
Wirt, „4 Uhr –
des war sei
Zeit!“
☺
An einer Steige steht ein
Schreinerlehrbub mit einem
Handwagen, auf dem ein
Schrank liegt. Es gelingt ihm
nicht, den Wagen hinaufzuschaffen. Da kommt ihm ein
Spaziergänger zu Hilfe. Als
sie oben sind, sagt er: „Also
das verstehe ich nicht, dass
dich dein Meister mit so einem
großen Schrank alleine wegschickt!“
Darauf der Lehrbub: „Da Meister hot gsagt, i wird scho an
Blädn finden, der wo ma huift!“
Schlossangerbote 01/16
Eine Sommerfrischlerin fragt einen Bauern am
Wege: „Wenn ich hier quer über die Wiese gehe,
kann ich da noch den Vier-Uhr-Zug erreichen?“
Sagt der Bauer: „Wenn’s dabei meim Stier begegnen, nachad dawischn S´ sogar no an 3 Uhr-Zug!“
Hilde brät ein Spiegelei, als ihr Mann nach Hause
kommt.
Plötzlich fängt er an zu schreien: „Achtung! Achtung!
Du brauchst mehr Öl, sonst wird es anbrennen …
Achtung! Du gießt zu viel Öl ein! Bist du verrückt?
Das Öl wird auslaufen! Vergiss das Salz nicht! Du
sollst das Salz nicht vergessen! Und wo bleibt denn
der Pfeffer?!“
Hilde, völlig genervt vom Ausbruch ihres Gatten,
herrscht ihn an: „Warum schreist du denn so? Ich
brate nicht zum ersten Mal ein Spiegelei! Ich kann
das sehr wohl ohne dich!“
Da antwortet ihr Mann ganz ruhig: „Jetzt weißt du,
wie’s mir beim Autofahren geht, wenn du neben mir
sitzt!“
Das Alter stupst mich an mit dürrem Finger,
zwar zart nur, doch es schaut mir in´s Gesicht.
Dann flüstert es mit seiner Greisenstimme:
„Ja liebes Kind, auch dich verschon´ ich nicht.
Das Alter
Du tust zwar so, als ob es mich nicht gäbe,
denn du gebrauchst gar manche List.
Doch was du gehst, das sind verschlungene Wege
und letztendlich bringen sie dir nichts.
Vielleicht solltest du einfach akzeptieren,
dass es mich gibt, und das ist gut.
Ich weiß, es gilt gar manches zu verlieren,
doch wächst das, was in deinem Innern ruht.
Marianne Männer
19
Schlossangerbote 01/16
Ein Münchner Frühstück
ferten Därme zu dick waren. Der Moser
Sepp überlegte nicht lange, sondern füllte kurz entschlossen die dicken Därme
mit Brät, wodurch sich die Größe seiner
Bratwürste verdoppelte. Als gegen 9 Uhr
vormittags die Gäste anrückten, ließ er
die dicken Würste im Herrenzimmer servieren und bemerkte scheinheilig, dass
er heute für die angesehensten Bürger
etwas Besonderes auf den Tisch bringe.
Die Honoratioren fühlten sich geschmeichelt, griffen tüchtig zu und fanden das
neue Produkt ganz passabel. Allerdings
mit der Einschränkung: dass die Bratwurst noch ein wenig fester sein dürfe,
die Wurst müsse einen Biss bekommen.
„Ich glaub, du schaffst es, Sepp, wenn
du noch ein wenig Kälbernes dazu tust!“
Der Moser Sepp folgte dem Rat, zusätzlich würzte er die Wurstmasse mit Petersilie und abgeriebenen Zitronenschalen
und verfeinerte so seine Zufallserfindung. Über den Beifall brauchte er sich
nicht zu beklagen. Unter den Gästen befand sich auch der Zivilarzt Buchner vom
Rindermarkt. Ihm gefiel besonders die
reine weiße Farbe der Würste. Spontan
sagte er: „Nenn sie doch einfach Weißwürste, Sepp!“
Wurststandl gab es im München des vorvorigen Jahrhunderts viele. Das Standl
am Wiener Platz in Haidhausen betrieb
Maria Amalie Sollbeck. Sie trug eine Brille und wohnte in einer der noch heute
existierenden Wiener-Platz-Herbergen
gegenüber dem Hofbräuhauskeller. Frau
Sollbeck verkaufte Stockwürscht – das
waren dicke, kurze Würste, die im 19.
Jahrhundert bei den Arbeitern als Brotzeit sehr beliebt waren.
Im Gegensatz zur Weißwurst enthielt die
Stockwurst bei gleicher Würzung einen
größeren Schwartenanteil und wurde
gegenüber der aus Kalbsbrat gefertigten Weißwurst aus Stierbrat hergestellt.
Weißwürste werden in Schweinedärme
abgedreht, Stockwürste in Rinderkranzdärme abgebunden.
Bei den Münchnern mit eher niederem
Einkommen galt die Weißwurst um 1885
als Sonn- und Feiertagswurst, die man
sich nur hin und wieder als besondere
Delikatesse leistete. Im gutbürgerlichen
Tagesablauf hingegen hatte die Weißwurst-Brotzeit als zweites Frühstück vormittags gegen 11 Uhr ihren festen Platz.
So heißen sie noch heute. Eine Tafel erinnert an die „Erfindung“ der Weißwürste.
Die Weißwurst soll der Legende nach am
Faschingssonntag des Jahres 1857 im
Schlachtraum des bis heute florierenden
Münchner Gasthofs „Zur ewigen Lampe“ am Marienplatz von dem Gastronomen Sepp Moser erfunden worden sein.
Und zwar während der Herstellung der
damals sehr beliebten Kalbsbratwürste.
Ein Chronist vermerkt: „Als die Arbeit so
weit gediehen war, dass die Därme über
die Wurstspritze gestülpt werden sollten,
stellte sich heraus, dass die dafür gelie-
Dass die Weißwürste das Mittagsläuten
nicht hören dürfen, gilt im Zeitalter von
Kühltruhen nur eingeschränkt. Aber woher mag der Brauch rühren, Weißwürste
nie paarweise und immer in ungerader
Zahl zu bestellen? Oder wollen sich die
echten Münchner damit nur von den unechten Münchnern unterscheiden?
(Nach: Hans Glöckle, Das waren noch Zeiten,
Verlagsanstalt Bayerland Dachau)
20
Schlossangerbote 01/16
Beim Christbaumschmücken
21
Schlossangerbote 01/16
Was passiert mit den Kleider-Spenden für die Flüchtlinge?
Als Sortierer zieht man sich helle StoffEinzelstücke in sehr gutem Zustand komhandschuhe an, holt die
men in das Second-HandSpendensäcke von den
Die Spenden werden Kaufhaus – das sind aber
großen Wagen, die den nicht einfach direkt an nur wenige Teile. Etwa 80
Gepäckwagen auf den die Flüchtlingsfamilien % der Spenden werden
Bahnhöfen ähneln, her- weitergegeben – sie wer- recycelt, kommen also weunter (manchmal sind es den erst einmal sortiert. der direkt zu den Flüchtlinauch Kartons oder Reisegen noch ins Kaufhaus.
taschen), bindet sie auf, öffnet sie und
Dass das Aussieben beim Sortieren so
breitet den Inhalt auf dem Arbeitstisch
strikt und streng vor sich geht, hängt auch
aus: Sommersachen werden jetzt gern
damit zusammen, dass ziemlich viele
gespendet, sind aber andererseits jetzt
Spender ziemlich wertloses Zeug zusamgerade wenig brauchbar – also kommen
mengerafft haben – alte Gardinen und hesie in die blauen Säcke, deren Inhalt weiruntergelatschte Hausschuhe inklusive.
terverarbeitet wird.
Immer wieder wird übrigens Geld in den
Aufgehoben werden alle die KleidungsHosentaschen gefunden, auch Uhren.
stücke, die man gern im Winter anzieht
Zwischen Herrenunterhosen finden sich
– dicke Winterjacken zum Beispiel. Von
Zahnpasta-Tuben oder Plüschtiere. Es
den verschiedenen Münchner Flüchtgibt unter den Kleider-Spenden aber
lingssammelstellen kommen genaue Lisauch sehr gut erhaltene Herrenjeans mit
ten der gesuchten Kleidungsarten und
beigelegtem Reinigungszettel, schöne
den Listen entsprechen die beschrifteten
Lederjacken, Hemden und Blusen von
Tonnen in der Sortierstelle. In den Tonguten Marken.
nen liegen dann zum Beispiel KinderhoMan muss eben jedes Stück in die Hand
sen in verschiedenen Größen, aber auch
nehmen, ausbreiten und, wenn es brauchWintermützen und Handschuhe. Herrenbar ist, daran riechen. Nachmittags um 16
T- Shirts gehen immer – vorausgesetzt
Uhr sehen die weißen Handschuhe ziem(und das gilt für alle gespendeten Kleilich dunkel aus. Das Sortieren strengt,
dungsstücke), sie sind noch in so gutem
wenn man es sechs Stunden lang tut, ein
Zustand, dass man sie selbst anziehen
bisschen an, ist aber eine sinnvolle Arbeit
würde. Auf keinen Fall dürfen sie nach
im Rahmen der Flüchtlingshilfe.
Schweiß oder Rauch riechen.
Impressum:
Seniorenzentrum Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Wohnen am Schlossanger GmbH
Bahnhofstraße 8 · 85635 Höhenkirchen-Siegertsbrunn ·Telefon: 08102/784 44 -0
V.i.S.d.P. Irmgard Kaleve
Mitarbeit: Dr. Konrad Franke, Elisabeth Oelschläger
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Schlossangerbote 01/16
Seit wann gibt es eigentlich…?
CDs und CD-Spieler?
1983 kostete eine CD noch 30 - 45 DM
und die CD-Spieler kosteten 650 - 1800
DM. Trotzdem wurden mehr und mehr
CDs gespritzt – 1988 waren es allein in
Deutschland etwa 100 Millionen. Im Jahr
2001 wurde die Erfolgsspitze der CDEntwicklung erreicht: 133,7 Millionen
CDs wurden verkauft – der Schallplattenverkauf stagnierte bei 600.000 Stück.
Dann kam die neue MP3-Technologie
und löste die CD langsam ab.
Anfang der Achtzigerjahre entwickelten
die Firmen Philips und Sony die Compact Disc, die CD. Es gibt keinen Erfinder, den man mit Namen kennt. 1981
wurden auf der Berliner Funkausstellung
Silberplatten
abgedie ersten
spielt. Die Musik der Gruppe „Abba“ war
darauf zu hören.
Damit war das Zeitalter der Schallplatten,
der Kassettenrekorder vorüber, möchte man meinen. Eine Laserdiode tastet
die 15 Gramm schwere Scheibe ab, die
Scheibe hat einen Durchmesser von 12
cm, in der Mitte befindet sich ein Loch,
groß wie ein niederländisches Zehn-CentStück (Philips produzierte die ersten CDs
in Holland).
Warum blieb es bei der 12cm-CD als
Normal-CD? Angeblich wollte ein Philips-Manager die Neunte Symphonie von
Ludwig van Beethoven hören, ohne die
CD wechseln zu müssen. Die „Neunte“
dauert ungefähr 66 Minuten – das ist die
mögliche Aufnahmelänge der 12 cm-CD.
Ganz nebenbei und doch nicht unerheblich: Die DDR kannte die CD-Technologie
nicht. Die DDR-Freunde der Popmusik
mussten CDs und CD-Spieler mühsam
über die Grenze schmuggeln (lassen).
Auch wegen dieses technischen Rückstandes ist die DDR 1989 untergegangen – sie hatte bei der weltweiten Entwicklung der Digitaltechnik nicht Schritt
halten können.
CD-Scheibe
selbst besteht
Die
aus Polycarbonat mit einer dünnen Metallschicht, meist aus Aluminium. Die CD
wird gespritzt, nicht, wie die Schallplatte,
gepresst. Die Daten, die den Klang ergeben, werden in einer Spiralspur gespeichert und von innen nach außen (also
anders als bei der Schallplatte) kontaktlos „abgelesen“.
23
Schlossangerbote 01/16
Einblicke in die Geschichte von Höhenkirchen-Siegertsbrunn.
Das Schloss in Höhenkirchen
2. Fortsetzung und Ende.
Das Jahr 1848.
Der letzte Schlossherr in Höhenkirchen war seit 1802 Maximilian
Freiherr von Hornstein. Im Norden von Höhenkirchen ist eine Straße nach ihm benannt.
In Bayern regierte König Maximilian II. aus dem Hause Wittelsbach nach nach Abdanken seines Vaters, wegen der sog. Lola Montez Affäre.
Seit 1806 gibt es in Bayern einen König, und das aus Napoleons Gnaden.
Aber darüber später in weitern Schlossangerboten.
Die Kinder von Höhenkirchen waren nicht die einzigen, welche nach Hohenbrunn in
eine Schule marschieren mussten, auch die Mädchen und Buben aus Siegertsbrunn
waren dabei.
Obwohl es in Höhenkirchen die Kirche Maria Geburt und dazu einen Benefiziaten gab,
durfte nur der Pfarrer von Hohenbrunn eine Trauung durchführen, Maria Geburt war
nur eine Filialkirche.
Die Amtsgeschäfte eines Ortsvorstehers wurden vom Landwirt und Hofpechler Xaver
Michl erledigt. Die Nachfahren der Familie Michl sind heute noch in Höhenkirchen ansässig. Das Amtszimmer war die gute Stube im Bauernhaus, es gab ja noch kein Rathaus. Der Schlossherr und seine Familie sind sicher noch nicht gleich aus dem Schloss
ausgezogen. Wenn er und seine Familie in den Straßen und Wegen von Höhenkirchen
spazieren gegangen sind, hat man ihnen nach wie vor höflich die Ehre erwiesen.
Wir schreiben nun das Jahr 1875.
Das Schloss und alle dazugehörenden Grundstücke waren zur Versteigerung ausgeschrieben. Den Zuschlag zum Kauf bekamen Josef Gaar und seine Frau Franziska,
eine geborene Michl und Hofpechlerstochter von Höhenkirchen. Josef Gaar entstammt
einer alten Bauernfamilie.
In der Einöde Oberseeon, auch Obersoyr, ist 1767 ein Philippus gar in einer Taufurkunde genannt. Oberseeon gehörte zur damaligen Zeit zur Hofmark Falkenberg/
Moosach (Ach = Bach, Moos = Moor).
Oberseeon liegt am Steinsee auf einer Anhöhe. 1954 ist noch ein zweiter Bauernhof
dazugekommen. Unterhalb der beiden Höfe liegt Niederseeon. Heute befindet sich
dort eine Pferdepensionstierhaltung. Alle Jahre finden auf dem Gelände Turniere statt.
Seit 1875 sind in ununterbrochener Reihenfolge Angehörige der Familie Gaar auf dem
Schlossanwesen. Neben der Nutzung als Wohnung, befindet sich im Erdgeschoss
das „Schuhgeschäft Gaar.“
Quellen: 1. Höhenkirchen Chronik eines Dorfes, Rudolf Stingl, 2002
2. Eigene Recherchen des Chronisten Wolfgang Bethke
24
Schlossangerbote 01/16
Friedolin der kleine Engel
Die Theatergruppe der Erich Kästner
Schule unter der Leitung von Frau Dötz
hat uns wieder mit einem Adventsspiel erfreut. Friedolin der kleine Engel mit Herz
hat den Bewohnern viel Freude bereitet
und manch ein Schmunzeln in die Gesichter gezaubert. Wir freuen uns schon auf
das nächste Jahr.
und verstand den Spaß nicht. Er wollte
sich eben mit hochrotem Kopf entfernen,
als der ebenfalls anwesende bayerische
Kultusminister Ludwig August von Müller
ihn aufklärte und beruhigte.
Wie es früher
in Bayern so war
*****
Unter Kurfürst Karl Theodor war im Hofgarten ein Erlass angeschlagen, wonach
es verboten war, den Hut abzunehmen.
In den achtziger Jahren des vorvorigen Jahrhunderts war es in Garmisch
Brauch, in lustiger Gesellschaft ein Lied
mit vielen Strophen zu singen, in denen der Refrain immer lautete: „Wer hat
denn`s Bier umg´schütt?“. Dann wurde
von dem Vorsänger eine zahlungskräftige und hervorragende Person genannt,
die dann eine Runde Bier zu zahlen hatte. Einmal befand sich der berühmte Maler Adolph von Menzel in einem Bierkeller. Das Lied wurde gesungen und am
Schluss hieß es: „Der Herr Professor
Menzel hat´s do!“ Menzel kam aus Berlin
*****
Unter den 60 Mitgliedern der Hof-Musikkapelle Maximilians I. befand sich seit 1607
auch der Lautenspieler Michelangelo Galilei, ein Bruder des berühmten Astronomen.
Er bezog ein Jahresgehalt von 22 Gulden,
aber der große Bruder in Italien musste
immer wieder aushelfen, zumal Michelangelos Familie sich um sieben Sprösslinge
vermehrte. Er starb 1631. Wenige Jahre
später, 1638, hatte die Pest die Familie bis
auf drei Personen ausgerottet.
25
Schlossangerbote 01/16
Herzog Wilhelm IV. gab 1516 die Verordnung heraus: „Wir wollen sonderlichen, dass füran allenthalben in unseren
Städten, Märkten und auf dem Lande zu
keinen Bier mehrerer Stuck denn allein
Gersten, Hopfen und Wasser genommen
und gebraut sölle werden. Welcher aber
diese unserer Ordnung wesentlich überfahre und nit halten würde, dem soll von
seiner Gerichtsobrigkeit dasselbig Bier zu
Straf unnachlässlich, sooft es geschieht,
genommen werden.“ Und dann?
ben und trieb mit Vorliebe Rinderzucht. Ein
Preis für seine Ochsen beim Oktoberfest
machte ihm mehr Freude als der dröhnende
Beifall, als Titel und Orden. Eines Tages sagte
Intendant Baron Perfall zu Frau Therese Vogl,
es sei doch für einen königlichen Kammersänger unschicklich, mit bäuerlichen Viehzüchtern
in Wettbewerb zu treten; sie möchte ihm diesen Vorhalt mitteilen. Therese erwiderte: „Her
Baron, dös müassens eahm scho selber sagn;
aber i taat Eahna dringend abraten.“ Perfall tat
es nicht.
*****
*****
Für den Mund sagt der Altbayer auch
„Fotzen“, er schimpft: „Halt die Fotzen!“
Auch die Maulschelle heißt so. Wer durch
Reden nicht in Ungelegenheiten kommen
will, will sich „den Fotz nicht verbrennen“.
Ein saurer Wein ist ein „Fotzbeißer“. Im
Bayerischen Wald nennt man küssen
„Fotzdudeln“. Die Mundharmonika, die
beim Blasen am Mund hin und her geführt wird, heißt „Fotzhobel“.
Der Wiener Professor Victor Junk wies
nach, dass Prinz Eugens Leibbüchsenspanner, der aus Neustadt an der Waldnaab stammende Alexander Gluck, für
das Lied „Prinz Eugen, der edle Ritter“
die Melodie eines „Zwiefachen“ aus der
Oberpfalz benutzt hat. Alexander Gluck
ist der Vater des Komponisten Christoph
Willibald Gluck.
*****
Von der Burg Schiltberg bei Aichach
stammen die Vorfahren des 1387 auf
dem Gut Hollern bei Eching geborenen
Hans Schiltberger. Als sechzehnjähriger
Knappe begleitete er den Ritter Lienhard
Reichartinger auf einem Kreuzzug gegen die Türken. Von seiner 32-jährigen
Kriegs- und Abenteuerfahrt berichtete
Schiltberger in einer „wunderlichen und
kurzweiligen Historie“, die als eine der
frühesten Reiseerzählungen in deutscher
Sprache gilt.
*****
Der nachmals berühmte Kutscher Franz
Xaver Krenkl („Wer koa, der koa!“) saß
im Schwaiger Volkstheater und ärgerte
sich, weil zwei Herren vor ihm während
der Aufführung fortwährend plauderten.
Endlich fuhr er sie an: „Herrgottseiten,
halt´s Enka Mäu oder geht´s ! I möcht
für meine zwölf Kreuzer was hörn.“ Da
drehte sich einer der beiden Herrn entrüstet um und knurrte: „Wissen Sie nicht,
wen sie vor sich haben?“ – „Wer sann S´
denn nachher?“ – „Ich bin der Magistratsrat Fuchs.“ – „So, dass Sie a Viech sand
hab i mir glei denkt, dass S´aber a Fuchs
sand, hätt i nöt glaubt.“
*****
Karl Alexander Martins wurde am 19.
Januar 1838 in München geboren und
ist Mitbegründer der Anilin-Farben-Fabrikation. Er erfand das nach ihm bekannte
„Martinsgelb“. Er starb 1920.
*****
Der Sänger Heinrich Vogl (1861-1928) hatte
am Starnberger See das Gut Deixlfurt erwor26
Besuch des Katholischen Kindergartens
Viele „junge Stimmen“ erfüllten Mitte Dezember das Foyer mit alten und neuen Nikolaus-Liedern. Ein herzliches Dankeschön an die Kinder und Erzieherinnen des Katholischen Kindergartens Höhenkirchen für den netten Besuch bei uns im Seniorenzentrum!
Hedda Pisch
Nikolausfeier mit den Kindern der Mittagsbetreuung
Am Montag, den 7.12. fand wieder die Nikolausfeier in unserem Hause statt. Die
Kinder der Mittagsbetreuung begrüßten den heiligen Mann mit Adventsliedern und
auch unsere Bewohner haben die Lieder sehr genossen und teilweise mitgesungen.
Auch hatte der Nikolaus wieder ein paar sehr schöne und fröhliche Verse dabei.
Man konnte auch heuer wieder sehen, dass der Nikolaus nicht nur etwas für kleine
Kinder ist, nein auch unsere Bewohner freuten sich sehr über seinen Besuch. Bei
Kaffee und Plätzchen ging der Nikolaus an jeden Tisch. Nicht nur, dass er für jeden
ein kleines Säckchen dabei hatte, er fand auch für jeden Bewohner ein paar persönliche Worte.