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Schweizerische Volkspartei
Aargau
SVP AARGAU
Gässli 4, 5603 Staufen
Tel. 062 823 73 70, Fax 062 823 73 71
[email protected], www.svp-ag.ch
PC-Kto. 50-1650-3
SVP Aargau, Gässli 4, 5603 Staufen
Kanton Aargau, Departement
Bildung, Kultur und Sport
Herrn Regierungsrat A. Hürzeler
Bachstrasse 15
5001 Aarau
Staufen, 21. September 15 TB/Fu
Anhörung zum Standort- und Raumkonzept Sekundarstufe II
Sehr geehrter Herr Regierungsrat
Besten Dank für Ihre Einladung zur oben genannten Vernehmlassung. Gerne nimmt die
SVP Aargau dazu Stellung.
- Grundsätzlich begrüssen wir, dass periodisch eine Raumüberprüfung an den Berufsund Mittelschulen vorgenommen wird. Jedoch schiesst dieses Konzept über das Ziel
hinaus. Zur Lösung der Platzprobleme von wenigen Berufsfeldern, veranlasst man eine
Generalverschiebung und verabschiedet sich vom Regionenprinzip hin zur Zentralisierung.
- Der Aargau wird als Kanton der Regionen bezeichnet. Um dem Rechnung zu tragen,
muss die Berufsschule Rheinfelden erhalten bleiben, da das Fricktal (Bezirke Laufenburg und Rheinfelden) keine Mittelschule hat. Weiter ist zu beachten, dass die Verkehrsverbindungen vom Fricktal nach Zofingen sehr mühsam und kompliziert sind.
- Die drei grossen Berufsschulen Aarau, Baden und Lenzburg erweiterten seit dem letzten Standortkonzept ihre Räumlichkeiten mit Schulgeldern respektive überhöhten Wohnortsbeiträgen der Gemeinden überproportional und in keiner Abstimmung mit der kantonalen Strategie, und werden jetzt noch für ihr Fehlverhalten verschont, oder gar belohnt. Es erstaunt, wie schnell man darüber wegschaut, oder sogar vergisst.
- Immer wieder hören wir von der Aargauer Regierung, dass der Kanton Aargau der Kanton der Regionen sei. Diesen Grundsatz verfolgt aber dieses Konzept in keiner Weise.
- Noch mehr erstaunt, dass man von der Bildung von Kompetenzzentren spricht und diese Anstreben will, jedoch das seit Jahren existierende und mit entsprechender Infrastruktur darauf ausgerichtete Bildungszentrum Brugg, an zentralster Verkehrslage, auflösen will.
- Die Kosten–/Nutzenanalyse ist stark anzuzweifeln, weil ersichtlich ist, dass eben solche
über Jahre aufgebaute, berufsspezifische Infrastrukturen, einerseits nicht einfach ver-
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pflanzt werden können, noch in den Kosten berücksichtigt sind. Weiter unbekannt ist,
mit welchen Kosten an verschiedenen zur Auflösung geplanten Standorten, aus der
vorzeitigen Kündigung, zu rechnen ist. Diese Mitverhältnisse wurden immerhin auf das
damalige vom Grossen Rat verabschiedete Szenario Stabilo aus der letzten Standortüberprüfung in Absprache mit der Regierung gebaut und vereinbart. Scheinbar ist
schon nach 14 Jahren eine Vereinbarung mit der Regierung nichts mehr wert, obwohl
HRM2 eine Amortisationszeit von 35 Jahren vorgibt. Wo bleibt da Treu und Glauben?
- Die ganze Kosten–/Nutzenanalyse zweifeln wir stark an. Einerseits zeigt uns die Vergangenheit wie solche Berechnungen um das mehrfache von Millionen nicht zutreffen
und stark überschritten wurden (Stabilo). Die Regierung hat in einer Wachstumsanalyse verkündet, um wie viele Personen der Kanton Aargau in den nächsten 10 – 20 Jahren wachsen soll. Anhand dieser Wachstumsprognose ist anzunehmen, dass auch die
Berufs- und Mittelschulen anhand wachsender Schülerzahlen betroffen sind. Dieses
Wachstum wird permanent unterschätzt, das bestätigt das Nachtragskreditbegehren
Geschäft 15.183 - Bereich BKS / Abteilung Volksschule. Diese Fehleinschätzung auf
Stufe Volksschule verlagert sich in spätestens 9 Jahren in den Berufs- und Mittelschulbereich. Weiter zeigt das Projekt auch auf, dass gewisse Kosten, vor allem im Bereich
Infrastruktur, gar nicht mit berücksichtigt sind, wie die Folgen aus vorzeitigen Kündigungen von Mietverhältnissen. Ausserdem ist das Sparpotential von 100 Millionen auf
15 Jahre auf das ganze Bildungsbudget gesehen eine sehr kleiner Spareffekt. Vor allem aber werden neue Kosten verursacht, die gar nicht verursacht werden müssen.
- Mit diesem Konzept will man bestehende Schulstandorte räumlich optimieren und löst
Mietverhältnisse auf. Für eine Schulraumplanung sind 15 Jahre sehr kurz. Schon allein
heute weiss man, dass man die Schülerzahlen auf der Volksschule falsch berechnet
hat. Man weiss auch was abläuft bezüglich Zuwanderung. Alle diese Menschen besuchen in ca. 9 und folgenden Jahren die Berufs- und Mittelschulen. Heute löst man gemieteten, günstigen Schulraum auf und in 15 bis 20 Jahren benötigen wir zwingend
neue Schulräume. Die heutigen Mietverhältnisse stehen dann nicht mehr zur Verfügung.
- Mit dem BWZ Brugg wurden seit dem Bestehen der Fachhochschule Synergien und
Partnerschaften geschnürt. Ausgerechnet dieses Bildungszentrum, welches die nächste Nähe zur Fachhochschule und zum Technopark hat, will man auflösen und andere
noch weiter davon entfernen.
- Man spricht von Bildungsqualität und operiert mit Mindestgrössen. Es ist nirgends einfacher die Schulqualität zu überprüfen als bei der Berufsschullandschaft, nämlich mit
den alljährlichen Lehrabschlussprüfungen. Diese Mindestgrösse ist mehr als nur eine
Annahme, denn es gibt schlicht weg keinen Beweis, dass eine kleinere Berufsschule
schlechtere Bildungsqualität leistet und gerade diese Schularbeit steht für uns im Mittelpunkt. Was einer Berufsschule aber ganz sicher massiv schadet ist, dass es zur
Norm wird alle ca. 14 Jahre gewisse Schulen in eine Existenzgefährdung zu setzen.
Das schadet am Image der Schule und verunsichert den ganzen Lehrkörper.
- Berufsschulen und Lehrbetrieb sowie Industrie und Gewerbe stehen seit Jahren im
Einklang mit ihren Berufsschulen. Man kennt sich und man löst Probleme, wenn es solche gibt, auf dem kurzen, direkten Weg. Mit der Verlagerung von Berufsstandorten zerreisst man diese Beziehungen, was eventuell dazu führen kann, dass Lehrbetriebe sich
vom Ausbildungsauftrag entfernen. Schon der Verlust von nur einer Lehrstelle, wäre ein
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kapitaler Verlust für die Berufswelt, welche sich heute schon über Nachwuchs beklagt.
Aus all diesen Gründen schlagen wir folgende pragmatische Lösung vor:
- Die Raumengpässe, welche es scheinbar gibt, sollen an den jeweiligen Schulen und
Berufsfeldern so gelöst werden, ohne dass die restliche Berufsschullandschaft verschoben wird, sondern sogar freie Schulräume optimiert werden können.
Gerne hoffen wir, dass unsere Anliegen in die weiteren Arbeiten bezüglich Standort- und
Raumkonzept einfliessen.
Mit freundlichen Grüssen
SVP Aargau
Präsident
Sekretär
Thomas Burgherr
Pascal Furer