FPÖ-Antrag Obergrenze für Aufnahme von Flüchtlingen

2. Beilage im Jahre 2016 zu den Sitzungsberichten
des XXX. Vorarlberger Landtages
Selbstständiger Antrag
Beilage:
2/2016
An das
Präsidium des
Vorarlberger Landtages
Landhaus
6900 Bregenz
Bregenz, am 11. Jänner 2016
BETREFF: Obergrenze definieren und Flüchtlinge fair verteilen
Sehr geehrter Herr Präsident!
Das Jahr 2015 stand auch für das Land Vorarlberg im Zeichen der Bewältigung der
Flüchtlingsströme. Land, Gemeinden, Flüchtlings- und Hilfsorganisationen sowie
freiwillige Helfer waren permanent bemüht, den Herausforderungen, die mit der
Aufnahme, Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge verbunden sind, gerecht
zu werden.
Nach wie vor machen sich hunderttausende Menschen aus unterschiedlichen
Beweggründen auf den Weg nach Europa und es zeichnet sich bereits ab, dass die
Aufnahmeländer an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen werden. Nach anfänglicher
Zurückhaltung von Seiten der Politik wird diese Entwicklung in den Aufnahmeländern
mittlerweile offen diskutiert.
Vizekanzler
Reinhold
Mitterlehner
spricht
beispielsweise
von
einer
"kapazitätsorientierten Obergrenze". Maximal 90.000 bis 100.000 Flüchtlinge könne
Österreich aufnehmen. Auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, Salzburgs
Landeshauptmann Wilfried Haslauer und auch sein burgenländischer Kollege Hans
Niessl sprechen sich offen für die Einführung einer Obergrenze bei der Anzahl von
Flüchtlingen aus. Zuletzt hat sich auch Landeshauptmann Wallner in diese Richtung
zu Wort gemeldet und die Befürchtung geäußert, dass Vorarlberg Mitte 2016 bei der
Versorgung von Flüchtlingen an seine Kapazitätsgrenzen stoßen werde. Der
Landeshauptmann sprach sich in weiterer Folge für eine tabulose Diskussion über
Höchstgrenzen aus.
Nicht nur in Österreich, auch im benachbarten Deutschland wird der Ruf nach einer
Obergrenze für Flüchtlinge immer lauter und das unterstreicht den Handlungsbedarf
in dieser Frage.
Um die sich täglich verschärfende Situation, sowohl im Sinne der Bevölkerung als
auch im Sinne jener, die berechtigt Schutz auf Zeit suchen, bewältigen zu können,
wird es notwendig sein, auf europäischer Ebene eine Obergrenze für die Aufnahme
von Flüchtlingen zu definieren und eine faire Verteilung der Flüchtlinge auf die EUMitgliedsstaaten zu erreichen. Einzelne Staaten in Europa stoßen an die Grenzen
des Bewältigbaren, während sich Länder in unmittelbarer Nähe der Krisenregionen
zurücklehnen und die Lage nur beobachten. Diese Realitäten müssen von all jenen
zur Kenntnis genommen werden, die sich nach wie vor gegen eine Obergrenze
aussprechen.
Vor diesem Hintergrund stellen die unterzeichnenden Abgeordneten gemäß § 12 der
Geschäftsordnung des Vorarlberger Landtages folgenden
ANTRAG
Der Vorarlberger Landtag möge beschließen:
„Die Vorarlberger Landesregierung wird aufgefordert, bei den Verantwortlichen in der
Bundesregierung und der Europäischen Union auf die Definition einer europäischen
Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen und eine faire Verteilung auf die
Staaten der EU zu drängen.“
KO Daniel Allgäuer
LAbg Christof Bitschi
LAbg Dieter Egger
LTVP Ernst Hagen
LAbg Nicole Hosp
LAbg Dr Hubert F. Kinz
LAbg Cornelia Michalke
LAbg Christoph Waibel
LAbg Joachim Weixlbaumer