Methode „Logical Framework“ für Projekt

Methode „Logical Framework“ für Projekt‐Reviews neu entdeckt! Zurzeit beherrschen zwei Schwerpunkte das aktuelle Bildungsszenario: Zum einen ist es das Ziel vieler Unternehmensmitarbeiter, im Rahmen lebenslangen Lernens neue Planungsmethodiken zu erwerben. Dies trifft umso mehr zu, als im Rahmen von Kurzarbeit viele die Zeit haben, um Seminare zu besuchen. Durch das eigene Unternehmen, die Agentur für Arbeit und die IHK können zudem Fördergelder für Schulungsmaßnahmen beantragt werden. Zum anderen erwarten Führungskräfte heute von ihren Mitarbeitern, Projektarbeit schnell und kostengünstig abzuwickeln. In Interview, auf Kongressen und bei firmeninternen Führungskräftemeetings spürt man häufig die Ungeduld hinsichtlich der Tatsache, dass planungs‐ und Organisationsprozesse zu langsam vorankommen. Die wiederentdeckte Methode „Logical Framework“ verspricht, Abhilfe zu schaffen. Das Education Center der Weltbank ließ in den 60er Jahren von einer namhaften Beratungsgesellschaft in den USA eine Projektplanungsmethode entwickeln, deren Anwendung dabei hilft, dass Auftraggeber, Projektteams und Controller Erfolgs‐ und Langzeitwirkungen von Projekten besser erkennen. Dabei ging es vor allem darum, schon bei Vorstudien und Feasibility Studies unliebsame und kontraproduktive Nebenwirkungen am Ende eines Projekts rechtzeitig zu erkennen. Bekannt wurde diese inzwischen weltweit anerkannte Ausarbeitung unter dem Begriff „Logical Framework“ („Logframe“). Im Schulungszentrum der gtz – Gesellschaft für technische Zusammenarbeit – in Eschborn wurden beispielsweise Entwicklungshelfer und ihre Partner aus der deutschen Industrie in „Logframe“ trainiert. Schließlich wurde die Methode in allen Bereichen der deutschen Industrie eingeführt. In den 70er Jahren war „Logical Framework“ das Standardplanungstool in allen Projekten des Maschinen‐ und Anlagenbaus sowie bei IT‐, Dienstleistungs‐ und Organisationsprojekten. DAX‐30‐Unternehmen entwickelten die Planungsmethode weiter und passten sie an ihre firmeninternen Bedingungen an. Wissenschaftliche Basis von „Logical Framework“ ist die Erkenntnis von der beschränkten Rationalität des Menschen: H. A. Simon, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, hat in seinen Forschungsergebnissen bei amerikanischen Managern Folgendes herausgefunden: Der Mensch hat bei Entscheidungen – und damit auch bei Planungsprozessen – stets nur begrenzte Informationen zur Verfügung und kann daher nur in begrenztem Umfang Informationen verarbeiten. Dieser Umstand führt häufig dazu, dass auf Standardlösungen zurückgegriffen wird. Auch der deutsche Biochemiker, Umweltexperte und populärwissenschaftliche Autor Frederic Vester hat nachgewiesen, dass Menschen ihre Management‐Welt und deren Umweltparameter nur schwer steuern können, da sie nicht in der Lage sind, so vernetzt zu denken, wie es die technische, ökonomische oder soziale Welt erfordert. Aufgrund dieser Erfahrungen, die insbesondere bei der Projektarbeit offensichtlich wurden, entwickelte man das Instrument „Logical Framework“ zur Handhabung von Problemlösungs‐ und Entscheidungsprozessen komplexer Vorhaben. Herzstück des „Logframe“‐Methodenansatzes ist, die typischen menschlichen Denkprozesse in einzelne Bausteine zu zerlegen und diese logischen Schritten zuzuordnen: Ausgehend von der Arbeitsvorbereitung, genannt Situationserfassung, wird ein Projektteam aufgefordert, ein Problemnetz mit Kernproblem und der Erfassung aller Ursachen und Unterursachen einschließlich ihrer Folgen zu erarbeiten. Dadurch wird dem Team und den Führungskräften der aktuelle Handlungsbedarf bewusst. Der nächste Denkprozess ist dann, im Rahmen eines Zielnetzes ein ideales Szenario zu entwickeln, das Wege aufzeigt, die aktuelle Krisensituation zu überwinden. Der Abschluss dieses Planungsprozesses (zumeist im Rahmen eines Arbeitsworkshops über zwei bis drei Tage) ist die Ausarbeitung einer komplexen Projektplanungsmatrix (PPM) mit horizontaler und vertikaler Logik. Zudem beinhaltet die PPM ein transparentes Projektkonzept mit Darstellung des Aufwandes, der Risiken und des Nutzens für alle betroffenen Projektteilnehmer und Entscheider. Die Projektplanungsmatrix zeigt darüber hinaus, auf welche unliebsamen Nebenwirkungen bei der Umsetzung und Realisierung des Projektes von Anfang an zu achten ist. Projektleiter und vor allem Führungskräfte, die als Lenkungsausschuss die Haftung für den Erfolg eines Projekts übernehmen, schätzen die Projektplanungsmatrix, weil die Ergebnisse nachvollziehbar, kommunizierbar, akzeptierbar, realisierbar und dokumentierbar sind. Gruppen arbeiten diese Planungsschritte meistens unter der Leitung einer geschulten Projektleitung und unter Zuhilfenahme von Pinnwänden als Projektkonzept aus, um sie anschließend in einer Meilensteinsitzung von den Lenkungsausschussmitgliedern freigeben zu lassen. Inzwischen hat die Prolog‐GmbH, die sich schwerpunktmäßig mit der Schulung des „Logframe“‐Ansatzes in Seminaren und Workshops beschäftigt, diese Methoden auch in elektronischer Form entwickelt. Damit können beispielsweise international operierende Projektteams am Bildschirm in Form von Telefonkonferenzen online miteinander diese Methoden kommunizieren. Der Vorteil liegt dabei darin, dass Führungskräfte zeitgleich die Ergebnisse vorliegen haben und sich gegebenenfalls in den Planungsprozess einklinken können. Die Methode „Logical Framework“ wird in das strategische Projektmanagement eingeordnet. Sie ist ideal für Projektstarts, Projektkrisen und ‐reviews. Besonders geeignet ist sie für schlecht strukturierte Problemstellungen und die Ausarbeitung von Visionen hin zu klaren Projektkonzepten. Genutzt wird „Logframe“ zur Förderung von Innovationen in Projekten und gilt als Freigabe für komplexe Projektrealisierungen. Trotz ihres wissenschaftlichen Ansatzes haben Pädagogen die Denkprozesse dieser Methode so strukturiert, dass die Arbeitsschritte ohne besondere Vorkenntnisse leicht genutzt werden können. Die Weiterbildner‐Szene der deutschen Industrie fördert neuerdings die Methode „Logical Framework“ wieder als Schulungsmaßnahme, weil sie die Mitarbeiter auf Expertenebene dazu bringt, sich sowohl auf das Wesentliche einer intelligenten Problemlösung zu konzentrieren und Interdependenzen aufzuzeigen als auch Kausalzusammenhänge zu erkennen und vor allem Ziel‐Mittel‐Beziehungen zu definieren: „Logical Framework“ ist insbesondere bei eiligen Problemlösungsaufgaben ein ideales Vorgehensmodell, um Projekte schnell und kostengünstig voranzubringen. Die wesentlichen Schritte von „Logframe“ an der Pinnwand. Bei Interesse übermittelt die Prolog GmbH Details der Methodenschritte im DIN A4‐
Format.