schlinker_estland

Professor Dr. Steffen Schlinker
Transfer und Rezeption deutschen Rechts am Beispiel der Republik Estland
Grundlagenseminar zum Bürgerlichen Recht im Wintersemester 2015/16
Gegenstand des Seminars ist der Rechtstransfer von Deutschland nach Estland in den Jahren
nach 1990. Unmittelbar nach Wiedererlangung staatlicher Souveränität Anfang der
neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts haben estnische und deutsche Juristen am
Wiederaufbau eines estnischen Rechtsstaats gearbeitet. Angesichts der kulturellen
Verbindung zwischen Estland und Deutschland seit dem 13. Jahrhundert sollte bewußt an
die west- und mitteleuropäische Rechtstradition und insbesondere an das deutsche
Rechtssystem angeknüpft werden.
Neben dem Staats- und Verwaltungsrecht sind insbesondere die Systematik und
Terminologie
des
Zivilrechts
durch
die
deutsche
Gesetzgebung,
die
deutsche
Rechtswissenschaft und Rechtsprechung sowie die Richtlinien der (damaligen) Europäischen
Gemeinschaften geprägt worden.
Im Seminar sollen anhand einzelner zivilrechtlicher Institute die Gemeinsamkeiten des
estnischen Rechts mit dem BGB, aber auch die Besonderheiten analysiert werden. Das
Augenmerk wird dabei vor allem auf dem allgemeinen Teil, dem Schuldrecht und dem
Sachenrecht liegen. Das Seminar dient damit dazu, Institute des bürgerlichen Rechts im
Vergleich zu reflektieren und vorhandene Kenntnisse zu vertiefen.
Die amtliche Fassung des estnischen Zivilgesetzbuchs ist in englischer Sprache zugänglich.
Literatur: Irene Pakuscher / Sigrun Erber-Faller, Sachenrechtsgesetz. Textdokumentation mit
Einführung, WiRO 1994, 181-185; Jaan Sootak / Marju Luts, Rechtsreform in Estland als
Rezeptions- und Bildungsaufgabe, JZ 1998, S. 401-403.
Das Seminar wird jeweils wöchentlich am Freitag, von 12 bis 14 Uhr stattfinden.
Anmeldung: über das Studienbüro und in der
Vorbesprechung mit Themenvergabe am Mittwoch, den 8. Juli 2015, von 14:30-16:00
Bibliothek des Leopold-Wenger-Instituts, Abt. B, Raum V 213, Prof. Huber-Platz 2.
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt.
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