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Kryptosporidiose – Auswirkung und Prävention
Klassifizierung
Cryptosporidium ist ein einzelliger Parasit, der Epithelzellen vom Magen-Darm-Trakt und von den
Atemwegen infiziert. Bei jungen Kälbern erscheint er hauptsächlich zwischen der ersten und dritten
Lebenswoche. Es ist ein Protozoon aus dem Stamm der Apicomplexa und der Klasse der Sporozoa.
Aufgrund der Ähnlichkeit im Lebenszyklus wurde er formal als Teil der Coccidea klassifiziert. Derzeit hat er
den Status incertae sedis (vorläufige taxonomische Klassifizierung).
Übliche Kryptosporidien in der Viehhaltung
Weltweit übliche Kryptosporidien Arten in der Viehhaltung sind C. parvum, C. bovis, C. andersoni und C.
ryanae. C. parvum ist ein Zoonoseerreger (nicht wirtspezifischer Erreger), der auch Menschen infiziert.
Santin et al. (2004) berichtet, dass C. parvum hauptsächlich Tränkekälber (im Alter zwischen 5 Tagen und 2
Monaten) infiziert, was zu Durchfall führt. Im 3 Monate bis 2 Jahre alten Milchvieh sind C. bovis-Spezies und
ein Cerviden-Genotyp hauptsächlich zu finden (Fayer et al., 2006). Imre et al. (2011) berichtet, dass C. bovis
und C. ryanae üblicherweise bei Absetzern zu finden sind, und dass C. andersoni üblicherweise bei
einjährigen Färsen und ausgewachsenen Kühen gefunden werden.
Infektion und Entzündung
Der Lebenszyklus des Parasiten erfolgt im Wirt. Das infizierte Individuum scheidet eine Form des Parasiten
namens Oozyste aus. Die Parasiten werden über die Aufnahme von Oozysten aus der kontaminierten
Umgebung übertragen (hauptsächlich Wasser, Futter und Fäzes). Die Oozysten haben eine dicke "Wand"
und können über einen langen Zeitraum in der Umwelt überleben. Sie sind beständig gegen viele
Desinfektionsmittel. Eine geringe Anzahl von Oozysten sind ausreichend für eine Infektion. Kryptosporidien
nisten unterhalb der Zellmembran der apikalen Oberfläche der gastrointestinalen Epithelzellen. Sie nisten
getrennt vom Zytoplasma (extra Cytoplama/intrazellulär) (Marcial und Madara, 1986 zitiert in Mair et al.,
2009). Kryptosporidien zerstören Darmepithelzellen bei gleichzeitiger Fusion der Darmzotten und
Verlängerung der Darmkrypten, was zu einer schlechten Absorption und Durchfall führt.
In einer Studie von Sadek et al. (2014) wurde eine starke Korrelation zwischen COX-2 (Enzym in der
Vermittlung von Entzündungen), Expression und Entzündungen, die durch von Kryptosporidien erzeugten
pathologischen Läsionen induziert wurden, gefunden. Dies zeigt das Potential von entzündungshemmenden
Produkten bei der Vorbeugung gegen Kryptosporidien. Spezifische Isochinolin Alkaloide hemmen die
Aktivierung des Transkriptionsfaktors NF-kB (Transkriptionsfaktor beteiligt in der Entzündung) (Chatuverdi et
al., 1997). Die Hemmung des Nf-kB Faktors kann zur Suppression der Expression des Enzyms COX-2
führen. (Tunstall et al., 2006). Studien mit spezifischen Isochinolin Alkaloiden bei neugeborenen Kälbern
zeigten eine Verringerung der durchfallbedingten Probleme (Saltijeral et al., 2015; Wirth, 2013).
Prävention
Cryptosporidium ist ein weit verbreitetes Problem
bei neugeborenen Kälbern, und es ist vor allem ein
Problem für anfällige Kälber mit einem schwachen
Immunsystem. Daher ist ein gutes KolostrumManagement (Qualität, Quantität und Zeit) wichtig
für den Aufbau eines soliden Immunsystems von
Anfang an. Infizierte Kälber sollten sofort von
gesunden Kälbern getrennt werden, und eine
gründliche Reinigung der Umgebung (trockene
Buchten mit viel Stroh) muß sichergestellt werden.
Eine Reinigung mit Dampfstrahler (mindestens 130
kg/cm3) und eine ausreichende Trocknungszeit
(durch Trockenheit können Oozysten abgetötet
werden) sind notwendig.
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