Maria Stuart Interview mit Regieteam

Pressemitteilung
Mit der Bitte um Veröffentlichung
Maria Stuart an der Badischen Landesbühne
Die Badische Landesbühne zeigt Friedrich Schillers Königinnendrama Maria
Stuart.
Das Urteil ist gefällt. 40 Richter haben die schottische Königin Maria Stuart,
die vor ihren politischen Gegnern über die Grenze ins englische Exil geflohen,
dort aber als Gefangene empfangen worden ist, für schuldig erklärt. Ihr
Vergehen ist Hochverrat und soll mit dem Tod bestraft werden. Ob das Urteil
vollzogen wird, liegt in der Hand Elisabeths I., Königin von England und
Blutsverwandte Marias.
Der Dramatiker Friedrich Schiller breitet effektsicher den
Entscheidungsprozess Elisabeths als erneuten Gerichtsgang aus. Sein Drama
Maria Stuart ist von klassischer Strenge und zugleich ein packender
Politthriller. Im Zentrum steht die Rivalität zweier Frauen: Maria, Vertreterin
der alten katholischen Mächte, eilt der Ruf ihrer Schönheit und Sinnlichkeit
voraus. Elisabeth hingegen trägt puritanische Zurückhaltung zur Schau. Sie
hat es geschafft, sich alleine an der Spitze einer der modernsten Staaten
Europas zu behaupten. Der schwelende Konflikt zwischen Katholiken und
Protestanten verleiht der politischen Lage ihre Brisanz und bedroht die
Sicherheit Englands. Letztendlich jedoch nimmt das Drama seine unheilvolle
Wendung aufgrund der „Vermischung von Privatem und Politik, die fataler
nicht sein könnte“, so Regisseur Wolf E. Rahlfs.
Als konzeptionelle Setzung für seine Inszenierung an der Badischen
Landesbühne interessieren Rahlfs die Begriffe Macht und Ohnmacht. Sie
implizieren bestimmte Körperlichkeiten und lassen sich für die Bühne
fruchtbar machen. Die Polarität des Begriffspaares findet sich in beiden
Hauptfiguren: Elisabeth, die mächtigste Frau der Welt, kann nur eine falsche
Entscheidung treffen. Sie ist gefangen in einem Handlungskorsett, eine
ohnmächtige Mächtige. Maria hingegen verfügt noch als Eingekerkerte,
Gefesselte über die Macht, Anhänger für sich zu entflammen und die Ängste
ihrer Gegner zu schüren. Sie findet nicht zuletzt durch ihren Glauben zu einer
geistigen Freiheit, die einer Ohnmacht entgegensteht.
Glas ist das Material, das der Bühnenbildner Tommi Brem als bestimmendes
für seine Bühne gewählt hat. Er orientiert sich an der zeitgenössischen
Architektur von Macht- und Konzernzentralen, wo Glas größtmögliche
Transparenz suggerieren soll. In Hinblick auf Schillers Text hat es die gleiche
Funktion wie die dort immer wieder bemühte Rhetorik der Rechtstaatlichkeit.
Beides täuscht darüber hinweg, dass letztendlich das Privatinteresse und die
ungute Akkumulation von Macht in den Händen der Königin das politische
Handeln undurchsichtig machen und in die Katastrophe münden lassen.
Komplettiert wird der Raum durch die Musik von Paolo Greco. Eine sakrale
Musik, die auf Vorbilder aus der Renaissance zurückgreift, somit eine Brücke
schlägt zum historischen Ort des Geschehens und den religiösen
Grundkonflikt präsent hält.
Mit: Kathrin Berg, Cornelia Heilmann, Cornelius Danneberg, Stefan Holm,
Hannes Höchsmann, René Laier, Andreas Schulz, Maximilian Wex
Inszenierung: Wolf E. Rahlfs, Ausstattung: Tommi Brem, Musik: Paolo Greco,
Lichtgestaltung: Tilo Schwarz
Premiere: 18. Februar 2016, 19.30 Uhr, Bruchsal, Stadttheater, Großes Haus
Vor der Vorstellung findet um 19.00 Uhr eine Einführung in die Produktion
statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind.
Kartenvorverkauf:
Badische Landebühne, Telefon 07251.72723, [email protected]
www.reservix.de