Verlagsprogramm2016

Verlagsprogramm
2016
Buchinfo:
Meddi Müller
Im Schatten der Schwester
ISBN 978-3-940387-70-7
Preis: € 9,90
200 Seiten
Taschenbuch
Klappentext:
Frankfurt am Main, Sommer 1910. Ein grausiger Fund erschüttert die Stadt. In der
Kanalisation am Hessendenkmal werden vier Frauenleichen gefunden. Kommissar
Schuhmann wird mit den Ermittlungen beauftragt. Schnell findet er heraus, dass die
Frauen Gemeinsamkeiten hatten. Die Spuren führen zu einem alten Bekannten. Alle
vier Frauen wurden zuletzt auf einem Empfang des stadtbekannten Ganoven Geert
Möhnring gesehen. Kommissar Schuhmann zieht seinem Freund Heinrich Niemann, den Türmer des Doms, ins Vertrauen. Schnell fällt diesem auf, dass seine
Schwester Charlotte ins Beuteschema des Serienmörders passt. Getrieben von der
Sorge um seine Schwester, hilft der Türmer bei den Ermittlungen. Auch Charlotte
wird auf einen der ominösen Empfänge eingeladen. Sie lernt dort einen jungen
Künstler kennen, der ihr den Hof macht. Als sie eines Tages von einem Ausflug mit
ihrem Kavalier nicht zurückkehrt, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Der Türmer
ist sicher: Charlotte befindet sich in den Fängen des Serienmörders. Es beginnt ein
Wettlauf gegen die Zeit. Kommissar Schuhmann und der Türmer versuchen verzweifelt, Charlotte zu finden und ihr Leben zu retten. Doch der Schein trügt...
...manchmal sieht man Dinge, die anderen verborgen bleiben.
Leseprobe
„Im Schatten der Schwester“
E
s war schon relativ dunkel, sodass
man kaum erkennen konnte, was
am Ende des Doms auf dem Garküchenplatz vor sich ging. Denn
dort sahen sie den kleinen Hund aufgeregt vor
einer Gestalt hin- und herspringen, wie wild
kläffend.
„Des mescht der doch sonst nett“, sinnierte
Meinhardt und beschleunigte. „Da stimmt
was nett.“
Als die Männer näher kamen, konnten sie
gerade noch sehen, wie die Gestalt – offensichtlich eine Frau – nach Goliath trat. Sie traf
den kleinen Hund am Kopf. Das Leichtgewicht flog ein paar Meter weg und jaulte
fürchterlich.
„He, was sollen des?“, rief Meinhardt laut
und fing an zu rennen. „Isch glaab es geht
los!“, setzte er nach und spurtete in Richtung
des kleinen Hundes der völlig verdutzt auf
dem Kopfsteinpflaster lag und nicht wusste,
wie ihm geschah. Er jammerte noch schlimmer als zuvor Meinhardt. Heinrich, der ebenso verblüfft war, wie der Pförtner, nahm die
Verfolgung der Übeltäterin auf. Er rannte so
schnell er konnte, musste aber schon am Eingang zur Kannengießergasse feststellen, dass
die Dame zu schnell für ihn war, weshalb er
die, ohnehin halbherzige, Verfolgung schnell
aufgab. Kopfschüttelnd ging er zurück zu
Meinhardt und Goliath, der sich wieder beruhigt hatte. Der Pförtner hatte den Hund auf
dem Arm und streichelte ihm über den Kopf,
wobei er sanft auf ihn einsprach.
„Also so was hab isch ach noch net erlebt.
Tritt die dem klaane Kerlsche an de Kopp.
Der hätt dadabei druff gehe könne“, motzte
der Pförtner.
„Ich denke, sie hatte Angst vor ihm und
wusste sich nicht anders zu helfen“, versuchte
der Türmer eine Erklärung zu finden. Auch
ihm war diese Reaktion doch sehr übertrieben
vorgekommen. „Ist ihm etwas passiert?“,
wollte Heinrich wissen.
„Um den machste dir mehr Sorsche als wie
um misch“, warf Meinhardt dem Türmer vor.
„Der ist ja auch nett zu mir“, konterte Heinrich.
„Isch glaab es is nix bassiert“, sagte Meinhardt. Er drehte den Hund ins Licht, untersuchte ihn eingehend und setzte den kleinen
Kerl dann ab. Er klopfte ihm sanft auf den
Kopf und murmelte etwas Beruhigendes. Sobald Meinhardt von ihm abließ, machte sich
der Hund auf den Weg zum kleinen Kräutergarten am östlichen Ende des Doms. Die beiden Männer ignorierten dies zunächst. Sie
versuchten noch eine Weile eine Erklärung für
den Gewaltakt zu finden, gaben es aber dann
auf. Heinrich wollte nun endlich seine
Fleischwurst haben und Meinhardt beschloss
ebenfalls auf ein Stück Wurst und einen Apfelwein einzukehren, weshalb er in Goliaths
Richtung ein schnelles „Kimmste, Klahner“,
rief.
Doch der Hund dachte nicht daran. Er stand
vor der Tür des Kräutergartens und wedelte
mit dem Schwanz.
„Auf jetzt!“, versuchte es Meinhardt erneut.
Doch Goliath weigerte sich weiterhin beharrlich. Stattdessen bellte er ihn an.
„Was soll’en des jetzt?“, murrte der
Pförtner. „Hat dir der Tritt an die Birne die
Sinne vernebbeld?“
Widerwillig und hungrig ging Meinhardt zu
dem Hund und schnappte ihn. Dabei bellte
Goliath immer heftiger, strampelte sich frei
und lief in den Kräutergarten hinein.
„Kimm da eraus, Goliath“, schimpfte Meinhardt. „Des gibt sonst Ärscher mim Parrer.“
Heinrich war jetzt auch ein wenig verwundert und gesellte sich zu den beiden. Meinhardt trat in den kleinen Kräutergarten, um
den Hund herauszuholen, als er in der Bewegung inne hielt. Er drehte sich zum Türmer
um, der einige Meter entfernt stand und rief:
„Heini, kimm her. Hier liescht ahne.“
„Was?“
„Hier lieht e Fraa. Isch glaab die is hie!“
„Nicht schon wieder“, war alles, was dem
Türmer dazu einfiel.
Buchinfo:
Meddi Müller
Glanzgold
ISBN 978-3940387-75-5
Preis: € 9,90
255 Seiten
Klappentext:
Frankfurt 1909. Heinrich Niemann ist der Türmer des Frankfurter Doms. Er lebt ein
ruhiges Leben hoch über der Stadt. Als seine Schwester Charlo e von Hannover
nach Frankfurt zieht, ändert sich das jedoch bald. Durch einen Zufall lernt sie den
charmanten aber geheimnisvollen Heiko Lorenz kennen. Sie ist begeistert von ihrem neuen Bekannten. Doch dem Türmer missfällt die Liaison seiner kleinen
Schwester. Er wi ert hinter der perfekten Fassade Ungemach. Irgendetwas
s mmt nicht mit diesem Lorenz.
Als Charlo e zufällig ein geheimnisvolles Gespräch zwischen Lorenz und einem
gewissen Herrn Hoffmann belauscht, beginnt ein We lauf gegen die Zeit. Charlo e berichtet Ihrem Bruder von dem Gespräch, in dem das Datum 19. Mai 1909
gefallen ist. An diesem Tag besucht Kaiser Wilhelm II. die Stadt. Plant Lorenz ein
A entat auf den Kaiser? Welche Rolle spielt dieser ominöse Hoffmann in diesem
Stück? Warum wollen Sie den Kaiser töten? Oder wollen Sie ihn doch nicht töten
und alles ist nur ein Missverständnis? Der Türmer ermi elt in seinem zweiten Fall,
der ihn auch in die We erau führt, wieder auf eigene Faust und gegen alle Widerstände. Charlo e hält zu ihrem Geliebten und Heinrichs Freund Kommissar Schuhmann verweigert die Zusammenarbeit. Ohne Beweise kann und will er nicht eingreifen. Doch der Türmer ist felsenfest davon überzeugt, dass Lorenz etwas im
Schilde führt. Doch manchmal kommt es anders als man denkt …
Leseprobe „Glanzgold“
D
as Wiedersehen ließ zu
Charlottes Freude nicht
lange auf sich warten. Herr
Lorenz stand bereits am
nä chsten Tag nach Feierabend vor
der Scheideanstalt und wartete auf
Charlotte. In der Hand hielt er einen
Strauß Blumen.
»Ich wü nsche Ihnen einen wunderschö nen guten Abend, Frä ulein Niemann«, erö ffnete er. »Ich habe ein
paar Blumen fü r Sie gekauft. Als Entschuldigung.«
»Aber Herr Lorenz. Das war doch
nicht notwendig. Sie haben mir doch
bereits einen Kaffee spendiert.«
»Ich dachte, die Blumen wü rden Ihr
Herz erfreuen und etwas nachhaltiger sein, als ein lü chtiger Kaffee.«
»Sie sind so galant, Herr Lorenz.«
»Nein, nein«, wehrte er ab. »Ich habe nur ein schlechtes Gewissen. Darf
ich Sie nach Hause begleiten?«
»Gerne.«
So ging es den Rest der Woche. Herr
Lorenz stand an jedem Feierabend
vor der Scheideanstalt und holte
Charlotte ab. Tä glich begleitete er sie
bis zur Hochstraße. Plauderte mit ihr
ü ber dies und das, interessierte sich
fü r ihre neue Anstellung und beglü ckwü nschte sie, dass sie bei diesem lorierenden Unternehmen arbeiten durfte. Er fragte sie nach ihrer
Zeit in Hannover und wollte wissen,
was sie nach Frankfurt gezogen hatte. Zum Abschied lü ftete er den Hut
und verschwand. Uber ihn hatten sie
so gut wie gar nicht gesprochen.
Am Freitag traf Charlotte ihren Bruder in Friedas Wohnung. Seine
Schwiegermutter hatte ihm bereits
von Charlottes Verehrer erzä hlt.
»Wer ist denn dieser Kerl, der dir da
den Hof macht?«, begrü ßte Heinrich
seine Schwester schroff.
»Dieser Kerl, wie du ihn nennst, ist
Herr Lorenz, und er macht mir mitnichten den Hof.«
»Weshalb er dir hinterherrennt, wie
ein lä u iger Rü de.«
»Heinrich!«, rief Frieda. »Lass das
Mä dchen in Ruhe. Sie ist alt genug.«
»Ich bin fü r sie verantwortlich.«
»Bist du nicht«, entschied Charlotte.
»Das ist doch …« Heinrich wollte
lospoltern, besann sich aber seiner
Worte vom Bahnhof, als er Charlotte
selbst dazu gedrä ngt hatte, sich einen
Mann zu suchen. Dennoch fü hlte er
sich herabgesetzt. »Mach doch, was
du willst«, war alles, was ihm ein iel.
Er verließ grußlos die Wohnung seiner Schwiegermutter.
Wenig spä ter, wieder in der Tü rmerwohnung, schü ttete er Klara sein
Herz aus.
»Lass das Kind doch seine Erfahrungen machen«, riet sie ihm. »Wie
soll sie denn einen Mann inden,
wenn du sie wegsperren willst.«
»Wer will Charlotte denn wegsperren? Ich bin nur besorgt.«
»Weshalb?«
»Weil …« Dem Tü rmer iel nichts
ein.
Buchinfo:
Meddi Müller
Frankfurt muss brennen
ISBN 978-3-940387-75-2
Preis € 9,90
Taschenbuch
190 Seiten
Klappentext:
Frankfurt im Spätsommer 1912. In Eschersheim brennt der Hof der Familie Kremer
bis auf die Grundmauern nieder. Nur der jüngste Sohn überlebt das Inferno. Schnell
wird klar, dass es sich um Brandstiftung handelt. Kommissar Schuhmann ermittelt
wegen Mord. Ein Routinefall.
Tags darauf brennt es erneut in Eschersheim. Ein weiterer Mann stirbt. Hängen die
Brände zusammen? Ist ein Feuerteufel am Werk? Warum wird wenige Tage später
Gisela Reimann, die Nachbarin der Kremers, erschlagen am Heddernheimern Niddaufer aufgefunden? Geht es hier „nur“ um Brandstiftung oder steckt mehr dahinter?
Als der Küster der Emmausgemeinde in seiner Kirche in Flammen steht und dabei
umkommt, ist klar, dass die Opfer nicht zufällig ausgewählt wurden. Hier ist ein
wahnsinniger Serientäter am Werk. Heinrich Niemann, bester Freund Kommissar
Schuhmanns, Türmer des Frankfurter Kaiserdoms und Feuerwehrmann, wird dem
Ermittler als Berater zugeteilt. Gemeinsam jagen sie die Feuerbestie von Eschersheim.
Stehen auf der Todesliste des Mörders noch weitere Namen? Die Zeit drängt …
Leseprobe
Frankfurt muss brennen
F
euer!“
Albrecht Reimann schreckte
auf seinem Bett hoch. Seine
Haare standen in sämtliche
Himmelsrichtungen ab. Neben ihm lag
seine Frau Gisela und schlief tief und fest.
Hatte er den Ruf nach Feuer nur geträumt? Sein Herz schlug wie wild und
sein Atem ging viel zu schnell. Im Zimmer war es stockdunkel. Der erschrockene Mann kam zu dem Schluss, dass er es
sich nur eingebildet hatte. Er legte sich
wieder hin und nahm sich vor, weniger
mit seiner Frau zu streiten, damit die Alpträume weniger wurden. Doch kaum hatte
er sich in eine bequeme Position bugsiert,
erschallte der Ruf erneut.
„FEUER!“
Diesmal war er sicher. Er sprang aus
dem Bett, ohne in seine Schlappen zu
schlüpfen und rannte ans Fenster. Er stieß
die blinden Scheiben auf und klappte den
Laden zur Seite.
Von seiner Position aus hatte er einen
exklusiven Blick auf ein Inferno. Der Hof
seines Nachbarn stand lichterloh in Flammen.
„Gisela, wach uff, de Kremerhof
brennt“, sagte er zu seiner Frau.
Heinrich Niemann wollte gerade seine
morgendliche Runde durch den Frankfurter Dom drehen, den er als Türmer seit
nunmehr beinahe zwölf Jahren bewohnte.
Der Spätsommer 1912 war nicht besonders warm gewesen. Jetzt, Anfang September, konnte man aber noch angenehme
Temperaturen in Frankfurt messen; es
war weder zu warm, noch zu kalt. Die
Dämmerung hatte bereits eingesetzt und
jagte die Dunkelheit aus der Stadt. Hein-
rich straffte seine Uniform der Frankfurter
Berufsfeuerwehr, der er angehörte und
umrundete schlaftrunken die Aussichtsplattform kurz unter der Spitze des Frankfurter Doms.
Heinrich mochte diese Zeit des Tages.
Keine Besucher, denen er immer und immer wieder dieselbe Leier über den Dom
aufsagen musste, kein Pförtner Meinhardt, der ihn mit irgendwelchem Unfug
in den Irrsinn trieb und keine Verpflichtungen, die ihn aufhielten. Es war der
Moment des inneren Friedens für den
Feuerwehrmann mit Frankfurts höchstem
Arbeitsplatz.
Heinrich erreichte gerade die Nordspitze
der Rotunde, als er etwas am Horizont
sah, das ihn stutzig werden ließ. Das
schwache Licht ließ noch keinen Weitblick zu, doch Heinrich schien in Richtung Norden etwas zu sehen, was da normalerweise nicht hingehörte. Er blieb
stehen und kniff die Augen zusammen,
um seinen Blick zu schärfen.
„Verdammt“, murmelte er. „Das sieht
nicht gut aus.“
Niemann konnte am Horizont eine
Rauchsäule erkennen, die sich gewaschen
hatte. Derartige Ausmaße hatten die Feuer
in der Stadt selten. Da musste etwas größeres Brennen. Heinrich beschloss, seine
Entdeckung erstmal an die Hauptfeuerwache in der Münzgasse zu melden. Sicher
war sicher.
Meddi Müller. Geboren 1970 in Frankfurt am Main als
Mathias Müller. „Meddi“ ist ein Spitzname aus Kindergartenzeiten, den fast alle außer seiner Mutter heute benutzen.
Ein Frankfurter Bub, der sein Leben im dörflichen Norden
der Stadt verbracht hat und wo er heute noch lebt. Er ist
verheiratet und hat zwei Söhne. Seit 1995 verdient er seinen
Lebensunterhalt als Feuerwehrmann bei der Berufsfeuerwehr
Frankfurt.
Auf
seiner
Homepage
unter
www.meddimueller.com unterhält Meddi Müller einen aktuellen Blog und informiert über anstehende Lesetermine.
Im dortigen Shop können seine Werke auch versandkostenfrei bestellt werden.
Alle Bücher des Autors:
Buchinfo:
Robert Maier
Pankfurt
ISBN 978-3-940387-76-9
Preis: € 9,90
Taschenbuch
206 Seiten
Klappentext:
Frankfurt am Main im Jahr 1981. Den Studenten Frank zieht es aus der
hessischen Provinz in die von Subkulturen geprägte Großstadt. Von Spießern, Dauerwellenträgern und frühem Aufstehen will er nichts wissen.
Rasch findet der junge Mann aus Butzbach die wirklich coolen Freunde
in der Mainmetropole: Alternative, Atomkraftgegner und natürlich die
Widerstandskämpfer im Hüttendorf an der Startbahn West. Frank lebt ein
entspanntes Leben und ahnt nicht, dass Hauptkommissar Berger von der
Frankfurter Polizei ihn für einen RAF-Terroristen hält und überwachen
lässt. Als er sich dann auch noch in die falsche Frau verliebt, ist dem
Hauptkommissar jedes Mittel recht, den vermeintlich kriminellen Frank
hinter Gitter zu bringen, …
… denn dieser könnte die Karriere des gewissenhaften Beamten zerstören.
G
Drei Männer und eine Frau, alle wahrscheinlich auf dem Weg zu irgendeiner
spießigen Arbeit. Alle lasen die BildZeitung, heute mit einem Foto des USPräsidenten Ronald Reagan auf der Titelseite. Darunter, wie an den Tagen vorher, ein Bild von Heinz-Herbert Karry,
dem ermordeten Minister.
Keuchend stolperte er durch den
schwankenden Waggon. Verfluchter Regen! Seine Klamotten waren so nass, als
wäre er ins Wasser gefallen. Schon wieder hatte er verpennt. Hätte seine Mutter
ihn nicht energisch aus dem Bett getrieben, würde er jetzt noch schlafen. Und
das obwohl sein Wecker eine halbe
Stunde lang diesen grässlichen Piepton
von sich gegeben hatte. Dann ein erbarmungsloses Rennen gegen die Uhr. Zähneputzen. Anziehen. Schließlich der fast
schon übermenschliche Sprint durch das
morgendliche Butzbach. Und ausgerechnet heute fuhr der Zug pünktlich. Er hatte ihn im buchstäblich allerletzten Augenblick erwischt.
Er holte ein Päckchen Tabak aus der
nassen Außentasche seines Parkas. Seine
Finger zitterten noch ein wenig von der
Anstrengung, als er begann, sich eine
Zigarette zu drehen. Mit dem ersten Zug
verstärkte sich das Schwindelgefühl. Der
Rauch vermischte sich mit dem der anderen Fahrgäste und gab ihm beinahe
das Gefühl, er befände sich in einer
Kneipe. Er strich sich eine dunkle Strähne aus dem Gesicht und öffnete die Umhängetasche. Zum Glück hatte er auf
dem Weg zum Bahnhof daran gedacht,
sie mit den Armen vor dem Regen zu
schützen. Schnell fand er die neueste
Ausgabe des Strandgut, der kostenlosen
Zeitung, die an der Uni auslag und neben allerlei Informationen das hatte, was
er dringend benötigte: einen Anzeigenteil.
Leseprobe „Pankfurt“
eschafft. Gerade so. Sieben
Uhr sechsundfünfzig. Frank
versuchte, seine Atmung
unter Kontrolle zu bringen.
Alles drehte sich. Er musste sich mit
beiden Händen an einem Griff festhalten, als der Zug mit einem plötzlichen
Ruck anfuhr.
Die Fensterplätze des Zugabteils, in
das er hechelnd hineinpolterte, waren
beide schon besetzt, und er musste mit
einem der Mittelplätze vorliebnehmen.
Immer noch nach Luft ringend, stellte er
fest, dass Wasser durch das Loch in seinem linken Turnschuh gedrungen war.
Er würde bis heute Abend einen nassen
Fuß haben. Die Beine seiner Bluejeans
klebten an den Oberschenkeln und von
seinem Parka tropfte Wasser auf den
Sitz. Als er kurz durch das Abteil blickte, fand er denselben Mix aus langweiligen Leuten vor wie an jedem Morgen.
Der Zug hielt an einem Bahnhof. Ein
weiterer Passagier betrat das Abteil,
setzte sich Frank gegenüber und legte
seinen tropfnassen Regenschirm vor sich
auf den Boden. Frank fiel auf, dass alle
im Abteil trocken waren, außer ihm
selbst.
.
Robert Maier ist Jahrgang 1961. Von Haus aus
Physiker, arbeitet er als Projektmanager in der
IT einer großen Fluggesellschaft.
Er ist verheiratet hat zwei erwachsene Kinder
und wohnte u.a. 8 Jahre in München. Jedoch,
hat er den überwiegenden Teil seines Lebens in
Frankfurt und Umgebung gelebt, wo er auch
noch heute zu Hause ist.
Robert Maier bewegt sich in seinen Texten gerne in unterschiedlichen Genres und fühlt sich in
Krimis und Science Fiction genauso wohl wie
in sozialkritischen Glossen und Mystischem.
Ständige Bestandteile seiner Geschichten sind Fantasie und Humor. Er ist Mitglied
der Autorengruppen ARS.
Weitere Informationen über Robert Maier und seine Lesetermine finden Sie unter
http://robertmaierautor.wordpress.com
Buchinfo:
Sabine Marthiensen
Noch 29cm Leben
ISBN 978-3-940987-77-6
Taschenbuch
Preis € 9,90
251 Seiten
Verfügbar ab März 2016
Klappentext:
Bei einer Firmenveranstaltung wird Sabine Marthiensen bewusst, dass ihr Leben
festgefahren ist. Anhand eines Maßbandes, das ihre Lebensjahre symbolisiert, offenbart sich ihr, dass ihr theoretisch nur noch 29 Jahre zum Leben bleiben. Zu wenig, um es zu verschwenden. Also beschließt sie, ihr Leben zu ändern und begibt
sich auf eine Reise, die ihre Lebensgeister neu erweckt und den Sinn in ihr Leben
zurückbringt. Sie legt den Weg von Oberstdorf nach Flensburg ohne Geld zurück.
Angst vor dem Ungewissen, schmerzende Füße und die Wildnis bringen sie dabei
an ihre Grenzen. Aber die Erfahrungen und die Hilfsbereitschaft, die sie auf Ihrer
Reise erlebt, wiegen alles wieder auf. Ein Buch über das Leben und die Menschlichkeit.
Die entscheidende Frage lautet: Was bist du für ein Mensch?
Sabine Marthiensen hat für sich die Antwort gefunden. In diesem Buch lässt sie
den Leser an ihren Erfahrungen auf ihrer Reise durch Deutschland eindrucksvoll
teilhaben.
Leseprobe „Noch 29cm“
Himmel nochmal! - Wie kann man mit weit
über hundert bequemen und unsportlichen
Kilo Lebendgewicht auf die Idee kommen,
einmal der Länge nach durch Deutschland
rennen zu wollen? Ich bin schon ein paar
Tage unterwegs und man hatte mir doch
versichert, dass nach einiger Zeit der Quälerei alles besser wird: Der krumme Rücken, die lahmen Beine und vor allem die
blasenübersäten Füße!
Vor nicht allzu langer Zeitlebte ich eingestrickt in einem sicheren Kokon aus Familie, Job und Nachbarschaft in einem netten Örtchen und versuchte Erwartungen zu
erfüllen, die gar keiner an mich stellte. Und
jetzt befinde ich mich auf einer endlosen
Straße, den ganzen Tag schon knallt die
Sonne auf mich `runter und ich fühle immer wieder, wie kleine Schweißbäche unangenehm an mir herunter laufen. Auf dem
heißen Asphalt kann ich direkt fühlen, wie
die Hitze dort unten abprallt und mich auch
von unten her einhüllt.
Aber nix da - meine Füße entwickeln
sich immer mehr zu einer Katastrophe und
ich traue mich noch nicht einmal, so richtig
`rumzuheulen und zu jammern ... entweder
lacht man mich dann aus oder es heißt:
Beiß` doch endlich mal die Zähne zusammen - du wolltest es doch so. Also entscheide ich mich für letzteres … denn was
ich überhaupt nicht hören will, ist: »Höre
auf deinen Körper, achte auf die Warnsignale und beende diese Aktion endlich.«
Ich bin mitten in Deutschland.
Es ist der 11. Tag meiner »Reise«, es geht
mir nicht gut und eigentlich könnte jetzt
der Zeitpunkt sein, an dem ich selbst sage:
»Es reicht. Das tue ich mir nicht mehr an.«
Wozu auch? Es geht nicht mehr, ich habe
Schmerzen - den Weg, den ich eigentlich
geplant hatte, habe ich schon längst verlassen, die Art und Weise wie ich gehen wollte, habe ich nur ansatzweise hinbekommen
und überhaupt: Es ist bisher nichts so gekommen, wie ich es geplant oder mir gedacht hatte. Ich schaffe es einfach nicht ...
Begleite mich auf diesem Weg, der so anders wurde, als geplant - leide mit mir und
lache mit mir, teile meine Freude, meinen
Schmerz und meine Hoffnung. Bekämpfe
mit mir meine Ängste.
... doch seltsamerweise kommen mir diese
Gedanken überhaupt nicht in den Sinn.
Ich bin 54 Jahre alt und bis vor Kurzem
hätte ich mich beschrieben mit: humorvoll
und bequem, mit einem freundlichen Ohr
für alle und immer möglichst nett um Harmonie besorgt.
Und wenn man mich jetzt fragen würde,
wo genau ich denn gerade bin, hätte das
nicht viel Zweck - ich habe im Moment
keine Ahnung - und es interessiert mich
auch nicht; ich sehe, dass der Himmel in
der Ferne ganz finster wird, habe Sorge,
dass ich in ein Unwetter gerate, denn ich
habe noch keinen Unterschlupf, in dem ich
mich für diese Nacht verkriechen kann.
Vielleicht bin ich sogar manchmal ein
Stück deines Weges gegangen.
Sabine Marthiensen , 1960 in Lübeck geboren, ist Mutter zweier erwachsener Söhne, hat
viele Jahre als gelernte Reiseverkehrskauffrau
gearbeitet und ist seit über 10 Jahren in der
Wellnessbranche tätig. Heute lebt sie ländlich
westlich von Kassel und erschafft sich dort
mit Freunden ihr eigenes "Auenland". Sabine
Marthiensen hält Bildvorträge und Lesungen
über ihre spannende Reise und ist unter dem
Kontakt www.sunnysmile.cool zu erreichen.
Auch
auf
Facebook
sunnysmile
(Gemeinschaft)- kann man ihr folgen.
Weitere Informationen
Alle unsere Autor/innen stehen für Lesungen, Signierstunden und ähnliche Veranstaltungen bereit. Bitte kontaktieren Sie uns unter
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