Vita Bruder Johannes Elsner

„Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir,
dass wir auch mit ihm leben werden.“
(Röm. 6,8)
 Br. Johannes (Hans-Josef) Elsner SVD
*26.09.1945
09.01.2016
Jeder, der einmal einen Besuch im Wendelinusheim, dem Seniorenheim der Steyler Missionare, in
St. Wendel gemacht hat, hat auch Br. Johannes, den kleinen, quirligen Mann in seiner weißen
Krankenpflegerjacke kennengelernt. Nun ist er nicht mehr da. Nach kurzer, schwerer Krankheit ist
Br. Johannes am 09. Januar im Marienkrankenhaus in St. Wendel gestorben.
Hans-Josef, so sein Taufname, wurde als einziges Kind von Oswald Elsner und dessen Ehefrau
Katharina, geb. Kuck, am 26. September 1945 in Eschweiler geboren. In seinem Heimatort
Eschweiler besuchte er die Volksschule von 1952 bis 1961.
Zunächst arbeitete Hans-Josef bis 1968 als Magazinarbeiter. 1968 bis 1974 arbeitete er als
Hilfspfleger. In dieser Zeit besuchte er auch eine Krankenpflegeschule und legte 1975 das Examen
zum Krankenpflegehelfer ab. Hans-Josef fühlte sich im Beruf des Krankenpflegers wohl und spürte
gleichzeitig eine Berufung für das Ordensleben. So bat er am 01. Oktober 1975 um Aufnahme in
die Gemeinschaft der Barmherzigen Brüder von Montabaur. Am 08. März 1976 wurde er
eingekleidet und erhielt den Namen Br. Johannes. Nach dem Noviziat legte er am 08. März 1978
seine Ersten Gelübde ab. Inzwischen hatte er seine Ausbildung im Krankenhaus der Barmherzigen
Brüder wieder aufgenommen und 1979 legte er das Examen zum Krankenpfleger ab. Zunächst
arbeitete er als Pfleger auf Station. Während der ganzen Zeit drückte er zusätzlich die Schulbank
und machte eine Weiterbildung zum Abteilungsleiter. Am 19. März 1983 legte er die Ewigen
Gelübde ab und wechselte als Abteilungsleiter in den Operationssaal. Von 1986 bis 1988
absolvierte er eine Fortbildung zum Pflegedienstleiter und übernahm die Heimleitung im
Altenheim der Barmherzigen Brüder in Montabaur. In dieser Aufgabe verblieb er bis 1997.
Durch viele Umstände bedingt, suchte Br. Johannes eine Neuorientierung und bat seine
Ordensleitung um ein Sabbatjahr. Dieses Sabbatjahr verbrachte er im Generalat der Steyler
Missionare in Rom. Während dieser Zeit in Rom konnte Br. Johannes die Gemeinschaft der Steyler
Missionare kennenlernen. Zunächst kehrte er nochmals für ein Jahr in das Altenheim in seine alte
Arbeit zurück, bevor er schließlich den Entschluss fasste, die Gemeinschaft zu wechseln und bei
den Steyler Missionaren um Aufnahme zu bitten.
Wie nach dem Kirchenrecht üblich, musste er eine dreijährige Probezeit absolvieren. Dazu sandte
ihn die Generalleitung im Oktober 1999 in das Altenheim der Steyler Missionare nach St. Wendel.
Hier arbeitete Johannes bis er 2002 die Ewigen Gelübde auf die Konstitutionen der Gesellschaft
des Göttlichen Wortes ablegen konnte und somit Mitglied im Orden der Steyler Missionare wurde.
Schon kurze Zeit danach übernahm Br. Johannes die Leitung des Altenheimes in St. Wendel, bis
dort nach dem Zusammenschluss der beiden Provinzen das Wendelinusheim als einziges
Seniorenheim der Steyler Missionare in Deutschland gegründet wurde.
Br. Johannes blieb als Mitarbeiter in St. Wendel. Er war ein Faktotum - überall, wo Hilfe gebraucht
wurde, war er da. Gerade die kleinen täglichen Dinge erledigte er wie selbstverständlich und ganz
im Stillen. Eine große Freude war es ihm, wenn er nach St. Augustin gerufen wurde, um dort den
Schwestern auf der Krankenabteilung auszuhelfen. Hier fand er sein „Betanien“ und es entstand
über Jahre eine tiefe Verbundenheit und Freundschaft auch zu den Schwestern dort. Nach dem
Tod der Eltern und der Tante hatte Br. Johannes keine Verwandten mehr auf dieser Erde. Die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die vielen Mitbrüder in St. Wendel und anderswo sind
ihm Familie geworden. Umso mehr schmerzt der Verlust von Br. Johannes. Sein plötzlicher Tod hat
unter allen, die ihn kannten, tiefe Trauer hervorgerufen. Wir sind Gott dankbar für das Geschenk,
das Er uns in Br. Johannes gemacht hat und hoffen, dass er nun den Lohn empfängt für das Gute,
das er so vielen Menschen getan hat.
Am kommenden Samstag, 16. Januar 2016, verabschieden wir uns von unserem lieben
Verstorbenen in einem Requiem, das wir in der Missionshauskirche in St. Wendel um 10.30 Uhr
feiern werden. Anschließend begleiten wir die sterblichen Überreste von Br. Johannes zu seiner
letzten Ruhestätte auf unserem Klosterfriedhof.
St. Wendel, 10. Januar 2016
Stefan Theobald svd
Leiter des Wendelinusheimes
Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die
Qual der Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.
Dietrich Bonhoeffer