Effektive Verwaltungs- arbeit mit der elektro- nischen Akte

PRAXIS
Elektronische Akten
Effektive Verwaltungsarbeit mit der elektronischen Akte
Der Bayerische Landtag in München
Der Bayerische Landtag steigt auf elektronische Akten um. Durch die Einführung der eAkte
sollen die Bearbeitungsprozesse deutlich papierreduzierter ablaufen und insgesamt beschleunigt
werden. Materna hat das Parlament bei der Konzeption und Einführung unterstützt sowie das
passende Produkt auf SharePoint-Basis geliefert.
Der Bayerische Landtag ist das Parlament des Freistaates
Bayern. Zentrale Aufgaben des Landtags sind die Regierungsbildung, die Gesetzgebung und die Kontrolle der Staatsregierung. Damit die 180 Abgeordneten ihre Aufgaben erfüllen
können, erhalten sie Unterstützung vom Landtagsamt. 200 Mitarbeiter liefern dem Parlament IT-gestützte Dienstleistungen.
2013 wurde im Landtagsamt ein Projekt zur Einführung elektronischer Akten gestartet, um behördenintern effizienter arbeiten zu können. In einer ersten Pilotphase führte die Behörde in
den vergangenen Monaten das eAkte-Basispaket von Materna
in der Registratur und in einem Teil der Zentralabteilung ein.
„Unser Ziel war, auf einen Nachweis aller Dokumente, die in
der Akte enthalten sind, elektronisch zugreifen zu können, um
unsere papierlastigen Bearbeitungsprozesse zu minimieren“,
berichtet Wolfgang Kühnert. Er ist Leiter des IT-Referats
im Landtagsamt und verantwortlich für die Einführung der
eAkte. „Langfristig wollen wir die Papierakte so weit ablösen,
dass sie nur noch in Ausnahmefällen angelegt wird.“
Paradigmenwechsel
Geht über die zentrale Stelle in der Registratur ein Dokument
ein, muss es zur vollständigen Bearbeitung an verschiedene
Mitarbeiter weitergeleitet werden. Auch Anfragen, die den
Bayerischen Landtag per E-Mail erreichen, sollen künftig
elektronisch bearbeitet und beantwortet werden können.
­Ursprünglich wurden eingehende E-Mail-Eingänge registriert,
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ausgedruckt und an den jeweiligen Sachbearbeiter durch die
Hauspost zugestellt.
Mit der Lösung zur elektronischen Aktenführung können
­diese Prozesse nun in digitaler Form medienbruchfrei und
schneller abgewickelt werden. Statt auf den Papierlauf zu
­warten, informiert das System die Mitarbeiter automatisch
über neue Eingänge, sodass sie direkt aus der E-Mail heraus
auf die im System hinterlegten Dokumente zugreifen können.
Mitarbeiter der verschiedenen Ebenen können alle Dokumente
und zugehörige Daten aus ihrer gewohnten Anwendungsoberfläche elektronisch einsehen, bearbeiten, strukturiert ablegen
und für die weitere Bearbeitung bereitstellen.
Damit ist ein für die Behörde entscheidender Schritt erreicht:
Mitarbeiter können zentral eingehende Dokumente nun
wesentlich schneller bearbeiten. Um Medienbrüche zu vermeiden, sollen in einer weiteren Ausbaustufe über das eAkteSystem auch einfache Workflows, zum Beispiel Prozesse zur
Kenntnisnahme, abgebildet werden.
In der Pilotgruppe erreichte die elektronische Akte schnell eine
hohe Akzeptanz. „Nach nur drei Tagen waren die ­Kollegen in
der Registratur bereits überzeugt, dass sie bestens unterstützt
werden“, resümiert Kühnert.
Digitale Transformation zur eAkte
Auch bisher verfügte die Behörde bereits über eine elektronische Registratur, die eingehende Dokumente verschlagwortete.
In einer Datenbank konnten die Mitarbeiter der Registratur
nachsehen, in welchem Regal die gewünschte Akte zu finden
ist. Die Dokumente selbst gab es jedoch nur in Papier-Form.
Dieses Verfahren war schon einige Jahre alt und technisch
überholt. Zudem hatte Kühnert mit seinem Team bereits in
anderen Abteilungen SharePoint-Technologien mit integrierter
Dokumentenablage eingeführt. Der nächste logische Schritt
bestand darin, auch die Registratur auf den neuesten Stand
der Technik zu bringen. Die SharePoint-Lösung wurde bereits
als elektronisches Aktensystem genutzt und war speziell an
die Anwendungsbedürfnisse der Mitarbeiter angepasst. Das
System enthielt eine ganze Reihe von Workflows, die speziell
auf den parlamentarischen Prozess der Petitionsverwaltung
angepasst waren.
Übergabe der Daten und Dokumente reibungslos funktioniert,
ist eine Archiv-Schnittstelle von essenzieller Bedeutung.
Weitere interessante Aspekte sind für den IT-Leiter Erweiterungen der eAkte-Funktionalitäten um Module für die strukturierte
Vorgangsbearbeitung. Behördenmitarbeiter können interaktiv
aus Microsoft Office heraus Umlaufmappen für die gemeinsame
Bearbeitung erstellen. Durch die Verwendung von Vorlagen und
einen automatisierten Prozessablauf werden die Arbeitsabläufe
Heike Abels
noch weiter vereinfacht und beschleunigt.
Vorausschauende Planung
Das Landtagsamt stand damit vor der schwierigen Herausforderung, seine IT-Infrastruktur auf die geplante Funktionsausweitung vorzubereiten. Die Behörde verfügt über ein Testsystem und ein Produktivsystem, das aus einem DatenbankServer und aus einem SharePoint-Server besteht. Im Vorfeld
der Projektplanung zur Einführung der eAkte migrierte sie auf
das Betriebssystem Windows 7 und aktualisierte die OfficeProdukte auf die Version 2010.
„Bei der Projektplanung haben wir uns neben technischen
Aspekten an erster Stelle mit der entscheidenden Frage befasst,
wie wir uns organisatorisch aufstellen und die eAkte nutz­
bringend für uns einsetzen können“, sagt Kühnert. „Uns war es
wichtig, das Verfahren pilothaft einzuführen, um Erfahrungen
damit zu sammeln.“
Unter technischen Gesichtspunkten war die Anforderung, dass
das eAkte-System eng mit der Microsoft Office-Landschaft
in Verbindung steht. „Wir haben ein möglichst intuitiv zu
­bedienendes Tool für unsere Kollegen gesucht“, erzählt der ITLeiter. „Das eAkte-Basispaket konnte mit der hohen OfficeIntegration und der professionellen Produktpflege punkten.
Zudem brauchten wir einen Partner, der flexibel auf unsere
Anforderungen reagiert und die Lösung aus der Sicht des
­Anwenders entwickelt. Das haben wir bei Materna gefunden.“
Weitere Schritte
Nach Abschluss der Pilotphase plant Wolfgang Kühnert,
die elektronische Akte nach und nach in allen Bereichen der
Zentralabteilung und in allen Fachbereichen einzuführen. Bis
zum Ende des Jahres soll das Projekt voraussichtlich abgeschlossen sein.
In der künftigen IT-Planung bildet die Anbindung des eAkteSystems an eine Archivierungslösung einen besonderen
Schwerpunkt. Der Bayerische Landtag verwaltet sein Archiv
selbst und gibt seine Unterlagen nicht an das Hauptstaatsarchiv ab. Um die Langzeitarchivierung effizient und sicher
zu gestalten, gehen die Überlegungen dahin, als Mandant an
eine bereits bestehende Archivlösung anzudocken. Damit die
Wolfgang Kühnert
Leiter des IT-Referats, Landtagsamt Bayern
„Das eAkte-Basispaket konnte mit der hohen OfficeIntegration und der professionellen Produktpflege
punkten.“
Vorteile der e-Akte-Lösung von Materna
•Flexible und anwenderfreundliche eAkte-Lösung
•Intuitives Bedienen durch medienbruchfreies
Arbeiten aus der gewohnten Office-Umgebung
•Skalierbare Lösung je nach Anforderung
•„Out of the box”-Basisfunktionen von Microsoft
SharePoint® 2010 und 2013
•Geringe Aufwendungen für das Customizing der
Basisanwendung
•Zukunftssicher durch Verwendung von Standardtechnologien
•Weitere Lösungen wie Vorgangsbearbeitungssysteme oder Archivsysteme anbindbar
MATERNA MONITOR 19 02/2015