basel gemeinsam attraktiv machen!

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AKTUELL
Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung
BASEL GEMEINSAM
ATTRAKTIV MACHEN!
WIE ATTRAKTIV IST BASEL ALS EINKAUFS- UND TOURISMUSSTANDORT? IST ZUM BEISPIEL DAS IN LETZTER ZEIT
REGISTRIERTE VERSCHWINDEN VERSCHIEDENER TRADITIONSGESCHÄFTE AUS DER BASLER INNENSTADT AUSDRUCK EINER KRISE DES DETAILHANDELS AUFGRUND HOHER MIETEN, DES STARKEN FRANKENS, DES NEUEN
VERKEHRSKONZEPTES ODER WEGEN DES VERÄNDERTEN EINKAUFSVERHALTENS DER KUNDEN?
INTERVIEW MIT THOMAS KESSLER
von Niggi Freundlieb
O
der könnten auswärtige Gäste die Einkaufs- und Tourismus-Destination Basel links liegen lassen, weil die «Willkommens-Qualität» oder die Attraktivität des öffentlichen Raums
zu wünschen übrig lassen? Die Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung im Präsidialdepartement Basel-Stadt unter der Leitung von
Thomas Kessler befasst sich unter anderem auch mit diesen Fragen.
Im Rahmen seines «Innenstadt-Specials» wollte deshalb der «Geschäftsführer» von Thomas Kessler seine diesbezügliche Einschätzung erfahren.
keiten, sondern um die Bereitschaft der Behörden, an frei werdenden
Standorten – wie zum Beispiel im historischen Polizeiposten beim Rathaus – ein attraktives Dienstleistungsangebot für Einheimische und
Touristen zu schaffen. Oder denken Sie an das Dreiländereck. Es ist
doch schade, dass ein solch spezieller Ort, der zudem mit einer Fussgängerroute entlang des Rheins gut erschlossen ist, quasi brach liegt. So gibt
es verschiedene Orte in der Stadt, welche man aufwerten könnte.
«Geschäftsführer»: Verstehen Sie die Sorgen von Bewohnern und Geschäftsinhabern, wenn immer wieder vom Verschwinden traditionsreicher Geschäfte aus der Innenstadt berichtet wird?
Thomas Kessler: Das Verschwinden von gewohnten Strukturen und Angeboten löst Irritationen aus. Es hat immer wieder Phasen gegeben, wo
Geschäfte aus der Innenstadt verschwunden sind. An ihrer Stelle haben
sich aber neue Läden dort etabliert. Gleichzeitig sind in den Quartieren
neue Geschäfte aufgegangen, welche zum Beispiel mit f lexiblen Öffnungszeiten auf die veränderten Einkaufsbedürfnisse einer mit grossem
Wohlstand gesegneten Gesellschaft reagiert.
Ladenbesitzer – vor allem in der Innenstadt – monieren die hohen
Mieten. Was sagen Sie dazu?
Der Staat hat naturgemäss darauf wenige Einflussmöglichkeiten. Dennoch appelliere ich an den Idealismus von Hausbesitzern, auf Maximalrenditen zu verzichten. Als Beispiel möchte ich die Confiserie Schiesser
nennen, wo die Besitzerfamilie aus Liebe zur Tradition und Belebung
der Innenstadt auf andere Nutzungsoptionen verzichtet hat.
Gibt es weitere Möglichkeiten, die Attraktivität der Stadt zu verbessern?
Ich plädiere für ein engeres Zusammengehen von Wirtschaft, Gewerbe,
Politik und Gesellschaft, um mit innovativen Ideen, aber auch mit der
entsprechenden «Willkommens-Kultur» die Attraktivität unserer Stadt
zu steigern. So müssen wir unbedingt noch gastfreundlicher werden. Ob
Kunden oder Touristen – sie alle sollten sich hier willkommen fühlen.
Basel und seine Geschäfte können zwar nicht mit tiefen Preisen, dafür
mit Urbanität, hoher Dienstleistungsqualität, Freundlichkeit und französischem Charme, der mir in letzter Zeit etwas abhandengekommen
scheint, punkten. Dann bietet gerade die Innenstadt Basels mit ihrer
historischen Substanz und ihrem erstklassigen kulturellen Angebot
enorm viel. Dies gilt es nicht nur sorgfältig zu bewahren, sondern vor
allem qualitativ auszubauen. Dabei geht es nicht allein um Verbesserungen im öffentlichen Raum, wie neue Strassenbelege oder Sitzmöglich-
GESCHÄFTSFÜHRER WINTER : : 2015/2016
THOMAS KESSLER
leitet seit 2009 die Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung.
Vorher war er Drogendelegierter (1991–1998) und Leiter der
Integrationsstelle (1999–2008). Er ist zudem Mitglied der
eidg. Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ).
WEITERE INFORMATIONEN
Präsidialdepartement | Kantons- und Stadtentwicklung
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