März – April 2016

März – April 2016
Wir bieten ausgewählte Hörspiele und Schreckmümpfeli zum Download und als Podcast an:
srf.ch/hoerspiel
srf.ch/schreckmuempfeli
2
März – April 2016
Mi, 02.03.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
KEIN HÖRSPIELTERMIN
Fr, 04.03.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert 3/3
von Joël Dicker
Produktion: NDR 2015
50'
Seite 4
Sa, 05.03.2016, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Sweeter Than Roses. Purcells Traum von König Artus
von Tankred Dorst und Ursula Ehler
Produktion: NDR 2004
50'
Seite 16
Mo, 07.03.2016, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Hunkeler und die Augen des Ödipus 1/3
von Hansjörg Schneider
Produktion: SRF 2011
46'
Seite 5
Mi, 09.03.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Die Kameliendame
von Clemens Schönborn
Produktion: WDR 2013
44'
Seite 17
Fr, 11.03.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Grüsse aus Fukushima
von Erhard Schmied
Produktion: SR 2013
50'
Seite 6
Sa, 12.03.2016, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Mit Mozart reden 1/2
von Urs Frauchiger
Produktion: SRF 1991
56'
Seite 18
Mo, 14.03.2016, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Hunkeler und die Augen des Ödipus 2/3
von Hansjörg Schneider
Produktion: SRF 2011
44'
Seite 5
Mi, 16.03.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Hörspiel-Premiere
Die Entführung aus dem Serail
von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel
Produktion: SRF 2016
55'
Seite 19
Fr, 18.03.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Die drei gerechten Kammmacher
von Gottfried Keller
Produktion: SWR/SRF 2015
51'
Seite 7
Sa, 19.03.2016, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Mit Mozart reden 2/2
von Urs Frauchiger
Produktion: SRF 1991
51'
Seite 18
Mo, 21.03.2016, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Hunkeler und die Augen des Ödipus 3/3
von Hansjörg Schneider
Produktion: SRF 2011
47'
Seite 5
Mi, 23.03.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Salome – die Befreiung einer Theaterfigur
von Evelyn Dörr
Produktion: RBB/DLF 2013
54'
Seite 20
Fr, 25.03.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Karfreitag-Special
Manon des Sources
von Marcel Pagnol
Produktion: SRF 1964
75'
Seite 8
Sa, 26.03.2016, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
David Mahlers Zeit
von Daniel Kehlmann
Produktion: hr 2015
89'
Seite 21
Mo, 28.03.2016, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Hörspiel-Premiere
Hunkelers Geheimnis 1/4
von Hansjörg Schneider
Produktion: SRF/SWR 2016
50'
Seite 9
Mi, 30.03.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
ArtOrt / Das weisse Lauschen / Hörspiel-Premiere
SWING DEI DING – Praxis in Sweet Dislocation©
von Birgit Kempker
Produktion: SRF 2016
55'
Seite 22
Fr, 01.04.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Frau Higgins – Anstelle von Erinnerung
von Jens Nielsen
Produktion: SRF 2015
52'
Seite 10
Sa, 02.04.2016, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
KEIN HÖRSPIELTERMIN
Mo, 04.04.2016, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Hörspiel-Premiere
Hunkelers Geheimnis 2/4
von Hansjörg Schneider
Produktion: SRF/SWR 2016
50'
Seite 9
3
März – April 2016
Mi, 06.04.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Auferstehung des Fleisches
von Ria Endres
Produktion: WDR 1983
52'
Seite 23
Fr, 08.04.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Im Ausseralpinen
von Patrick Savolainen
Produktion: SRF 2015
51'
Seite 11
Sa, 09.04.2016, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Don Juan oder die Liebe zur Geometrie 1/2
von Max Frisch
Produktion: SRF 1964
58'
Seite 24
Mo, 11.04.2016, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Hörspiel-Premiere
Hunkelers Geheimnis 3/4
von Hansjörg Schneider
Produktion: SRF/SWR 2016
50'
Seite 9
Mi, 13.04.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
The King is Gone.
Des Bayernkönigs Revolutionstage
von Markus Acher, Micha Acher und Andreas Ammer
Produktion: BR 2015
56'
Seite 25
Fr, 15.04.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Der Buddhist und ich
von Mariana Leky
Produktion: WDR 2012
50'
Seite 12
Sa, 16.04.2016, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Don Juan oder die Liebe zur Geometrie 2/2
von Max Frisch
Produktion: SRF 1964
38'
Seite 24
Mo, 18.04.2016, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Hörspiel-Premiere
Hunkelers Geheimnis 4/4
von Hansjörg Schneider
Produktion: SRF/SWR 2016
50'
Seite 9
Mi, 20.04.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Hörspiel-Premiere
Das Vogelhaus
von Wolfram Höll und Barblina Meierhans
Produktion: SRF 2016
NN
Seite 26
Fr, 22.04.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Der Vogelkopp
von Albert Wendt
Produktion: DDR 1987
40'
Seite 13
Sa, 23.04.2016, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Der Sturm 1/2
von William Shakespeare
Produktion: SRF 1989
50'
Seite 27
Mo, 25.04.2016, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Bruder Lustig
von Jacob und Wilhelm Grimm / Karen Duve
Produktion: SRF 2015
50'
Seite 14
Mi, 27.04.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Schwarzer Hund. Weisses Gras
von Kilian Leypold
Produktion: BR 2011
54'
Seite 28
Fr, 29.04.2016, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Der Tod und die Schweine
von Holger Siemann
Produktion: WDR 2015
50'
Seite 15
Sa, 30.04.2016, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Der Sturm 2/2
von William Shakespeare
Produktion: SRF 1989
49'
Seite 27
4
März – April 2016
Hörspiel SRF 1
Freitag, 04.03.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 1, 3/3
Die Wahrheit über den Fall
Harry Quebert
von Joël Dicker
Marcus Goldman ist Schriftsteller: jung, erfolgreich – und völlig verzweifelt. Nach seinem gefeierten
Erstling herrscht die Angst vor dem weissen Blatt. Ein Anruf bringt ihn auf andere Gedanken: Harry
Quebert, ebenfalls Schriftsteller, bittet ihn um Hilfe: Er wurde verhaftet, wegen Mord.
Harry Quebert hatte seinen grössten Erfolg in den siebziger Jahren: Mit einem Roman, der die
Geschichte einer unmöglichen Liebe zwischen einem 15-jährigen Mädchen und einem älteren Mann
erzählt. Seitdem wohnt Quebert in der amerikanischen Kleinstadt Aurora. Als er im Jahr 2008 Gärtner
mit grösseren Arbeiten beauftragt, entdecken diese die Leiche eines Mädchens auf seinem Grundstück.
Es ist die Leiche von Nola Kellergan, die 1975 spurlos verschwunden ist. Quebert wird festgenommen
und bittet seinen ehemaligen Schüler, den Schriftsteller Marcus Goldman, um Hilfe. Dieser ermittelt nun
im Fall Harry Quebert, in dem der Roman von 1975 eine grosse Rolle spielt.
Mit: Hans Löw (Marcus Goldman), Gerd Wameling (Harry Quebert), Laura Maire (Nola), Christian Redl
(Sgt. Gahalowood), Marie Löcker (Jenny) u.v a.
Aus dem Französischen von Carina von Enzenberg
Musik: Peter Harrsch
Hörspielfassung und Regie: Leonhard Koppelmann
Produktion: NDR 2015
Dauer je Folge: 50'
Joël Dicker wurde 1985 in Genf geboren. Sein zweiter Roman «La Vérité sur l’affaire Harry Quebert»
war in Frankreich die literarische Sensation des Jahres 2012. Das Buch führte die Bestsellerlisten an
und wurde mit dem Grossen Preis der Académie française ausgezeichnet. 2015 legte Dicker mit dem
Roman «Le Livre des Baltimore» nach, der sich wiederum um Marcus Goldman dreht.
5
März – April 2016
Montag, 07.03.2016, 14.00 Uhr, Radio SRF 1, 1/3
Montag, 14.03.2016, 14.00 Uhr, Radio SRF 1, 2/3
Montag, 21.03.2016, 14.00 Uhr, Radio SRF 1, 3/3
Hunkeler und die Augen des Ödipus
von Hansjörg Schneider
Am Ostermontag präsentiert SRF die Hörspiel-Premiere des neuesten Hunkeler-Krimis von Hansjörg
Schneider: «Hunkelers Geheimnis». Davor wiederholt SRF 1 den letzten Fall aus dem Jahr 2011 mit
dem jetzt schon legendären Basler Kommissär. Seine letzte amtliche Ermittlung führte Hunkeler ins
Theater.
Peter Hunkeler steht sechs Wochen vor seiner Pensionierung. Da trifft ein Schock die Kulturstadt
Basel: Der renommierte Theaterdirektor Bernhard Vetter verschwindet spurlos. Das heisst, der
altgediente Kommissär wird noch einmal gebraucht. Er begegnet früheren Bekannten aus dem TheaterMilieu und gerät in die Halbwelt des Basler Rheinhafens.
Das havarierte Hausboot des verschwundenen Theaterintendanten wird rheinabwärts an einem Wehr
gefunden. Hat sein Verschwinden etwas mit der Skandal-Inszenierung des «Ödipus» nach Sophokles
und Hölderlin zu tun? Hunkeler macht sich vor und hinter der Bühne ein Bild von der Lage und wird
dabei von einem jungen Regisseur attackiert. Grippekrank zieht er sich daraufhin in sein Haus im
Elsass zurück. Der Fall Vetter lässt ihn jedoch nicht los...
Auch in seinem achten Roman mit dem beliebtesten Kommissär der Schweiz zeigt sich Hansjörg
Schneider als prägnanter Porträtist von bekannten und weniger bekannten Schauplätzen im
Dreiländereck. Gleichzeitig wirft der gelernte Dramatiker Schneider – der sich ähnlich wie Hunkeler in
seinem Beruf als «Auslaufmodell» sieht – einen skeptischen Blick auf den gegenwärtigen Zustand des
Theaters.
Mit: Peter Kner (Erzähler), Ueli Jäggi (Hunkeler), Charlotte Schwab (Hedwig), Raphael Clamer (Lüdi),
Ernst Sigrist (Madörin), Heiner Hitz (Suter), Hansrudolf Twerenbold (Haller), Verena Buss (Judith
Keller), Walter Andreas Müller (Ettore Lardini), Thomas Sarbacher (Arthur Erni), Michael Schacht
(Walter Rutziska), Barbara Falter (Wiebke van Leyden), Jodoc Seidel (Kurt Dreisitz), Buddy Elias
(Fridolin Ruf), Carina Braunschmidt (Sabine Loretan), Lisbeth Felder (Annebeth Schubiger), Peter
Fischli (Peter Jenzer), Urs Bihler (Peter Wyss), Andreas Matti (Edi), Martin Hug (Hauser), Thomas
Douglas (Helmut Dörrer), Martin Schley (Wirt), Matthias Buss (Henke), Michael Luisier
(Kulturamtsleiter)
Hörspielbearbeitung: Helmut Peschina
Musik: Martin Bezzola und Christian Riesen, sowie Motive von Domenico Ferrari
Tontechnik: Tom Willen, Mirjam Emmenegger
Dramaturgie und Regie: Reto Ott
Produktion: SRF 2011
Dauer Teil 1: 46', Teil 2: 44', Teil 3: 47'
6
März – April 2016
Freitag, 11.03.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Grüsse aus Fukushima
von Erhard Schmied
Charles Durand wird tot auf einem Parkplatz in Saarlouis aufgefunden. Er war Ingenieur im
französischen Atomkraftwerk Cattenom. Das AKW in Cattenom hat in den letzten Jahren durch etliche
Störfälle auf sich aufmerksam gemacht – sowie durch den laschen Umgang der Verantwortlichen damit.
So sehen es jedenfalls die Umweltaktivisten in der deutschen Grenzstadt Saarlouis. Die
Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 hat ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt, und das
in die Jahre gekommene AKW Cattenom ist ihnen ein Dorn im Auge. Hat die Gruppe etwas mit dem
Tod von Durand zu tun? Hauptkommissar Michel Paquet beginnt in ihrem Umfeld zu ermitteln – und
stellt wenig begeistert fest, dass seine Tochter Charlotte bei den Umweltaktivisten mitarbeitet. Was
Paquets Laune auch nicht unbedingt verbessert: Amelie Gentner, seine neue Kollegin, ist für eine
Berufsanfängerin ganz schön vorwitzig...
Mit: André Jung (Hauptkommissar Michel Paquet), Brigitte Urhausen (Amelie Gentner), Claude de
Demo (Saskia Eisenbeiss), Thomas Höhne (Bernd Wohlers), Roger Siffer (Julien Lazare), Johana
Munzarova (Ina Durand), Marie Jung (Charlotte Paquet)
Musik: Stefan Scheib
Regie: Stefan Dutt
Produktion: SR 2013
Dauer: 50'
7
März – April 2016
Freitag, 18.03.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Die drei gerechten Kammmacher
von Gottfried Keller
Die Kammmacherei ist ein ausgestorbenes Handwerk. Überlebt hat sie einzig als literarische
Reminiszenz in einer der bekanntesten Novellen des Dichters Gottfried Keller. Im wonnigen SpiesserParadies Seldwyla lässt Keller drei brave deutsche Handwerksgesellen zu einem grotesken Wettkampf
antreten.
Der Meister einer Seldwyler Manufaktur zur Herstellung von Kämmen möchte seinem Geschäft die
Zukunft sichern. So stellt er, neben einem bereits Eingesessenen, noch zwei weitere Gesellen aus der
deutschen Provinz ein. Es sind willige, strebsame und sparsame Burschen, die nicht einmal etwas
dagegen haben, sich zum Schlafen ein Bett teilen zu müssen. Nur in einem unterscheiden sie sich:
ihrem Dialekt. Als aber der Meister ankündigt, eine Nachfolge für sein Geschäft zu suchen, entbrennt
unter den Dreien eine handfeste Konkurrenz. Diese wird zusätzlich geschürt durch das Auftreten der
selbstsicheren Jungfer Züs Bünzlin. Ihr Vermögen und ihre demonstrativ vorgetragene moralische
Überlegenheit verdreht den drei Rivalen Herz und Hirn, und sie verrennen sich heillos in ihrem
Bemühen, den Anforderungen eines erfolgreichen Lebens gerecht zu werden.
Gottfried Kellers Novelle, entstanden 1855 in Berlin, gilt als Musterbeispiel einer realistischen Groteske.
SWR und SRF präsentieren sie nun erstmals als Hörspiel, in einer Bearbeitung, die Kellers helvetisch
grundierte Sprachkunst mit den Besonderheiten der süddeutschen Mundarten kontrastiert.
Mit: Hanspeter Müller-Drossaart (Erzähler), Stephan Moos (Jobst), Folkert Dücker (Fridolin), David
Liske (Dietrich), Rahel Hubacher (Züs Bünzlin), Jürg Löw (Meister) und Karin Pfammatter (Meisterin)
Hörspielbearbeitung: Luise Besserer
Tontechnik: Burkhard Pitzer-Landeck
Regie: Günter Maurer
Produktion: SWR/SRF 2015
Dauer: 51'
Gottfried Keller, geboren 1819 in Zürich, war der wichtigste Schweizer Dichter des 19. Jahrhunderts.
Nach einer erfolglosen Lehre als Kunstmaler zog er, die ersten Skizzen zu einem Roman in der
Tasche, nach Heidelberg, um zu studieren. In Berlin schrieb er u.a. «Der grüne Heinrich». Er kehrte
erneut nach Zürich und in die finanzielle Abhängigkeit von seiner Mutter zurück. Nach Jahren als
Journalist und Gelegenheitsdichter wurde er Staatsschreiber. Er starb 1890 in Zürich.
8
März – April 2016
Freitag, 25.03.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Karfreitag-Special
Manon des Sources
von Marcel Pagnol
Marcel Pagnols Roman «Das Wasser der Hügel» lieferte die Vorlage für das Hörspiel «Manon des
Sources». Nach dem Tod ihres Vaters Jean de Florette nimmt die junge Manon Rache an den
Bewohnern ihres provenzalischen Heimatdorfes: Sie versiegelt eine für das Dorf lebenswichtige Quelle.
Manon führt als arme Hirtin ein hartes Leben in den verlassenen Hügeln der Provence. Zusammen mit
ihrer Mutter hat sie Wohnrecht auf dem Hof, der bis vor wenigen Jahren der Familie gehörte, dann
verkauft werden musste, weil das Wasser ausblieb. Selten lässt sie sich im Dorf sehen. Irgendwann
findet sie heraus, dass schon ihr Grossvater einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, und dass die
gleichen Bauern auch ihren Vater Jean de Florette auf dem Gewissen haben. Vor Jahren war der mit
seiner Frau und Manon aus der Stadt aufs Land gezogen, um sein Erbe anzutreten: einen schönen Hof
mit einer eigenen Quelle. Neidisch und geldgierig hatten die Bauern die Quelle so verstopft, dass das
Land wertlos wurde und Jean einen neuen Brunnen bauen musste. Bei der Sprengung wurde er von
herabstürzenden Steinen erschlagen. Das ganze Dorf wusste Bescheid und schwieg zu den Vorfällen.
Nun schwört Manon Rache. Sie verschüttet die Hauptquelle des Dorfes, treibt ein böses Spiel mit dem
unsterblich in sie verliebten Ugolin, und nur durch Bernard, den neu ins Dorf gekommenen Lehrer,
findet sich ein Mittel gegen den furchtbaren Zorn der jungen Frau.
Mit: Maria-Magdalena Thiesing (Manon, eine Hirtin), Franz Matter (Der Lehrer), Hanna Frohwein-Heller
(Madame de Florette), Walburga Gmür (Baptistine, eine Piemonteserin), Thea Poras (Nathalie, Mutter
des Polyte), Peter Kner (ein Bauer), Regula Briner (eine Bäuerin), Eva Portmann (Elodie, Ugolins
Schwägerin), Joachim Ernst (Philoxène, der Bürgermeister), Franz Johann Danz (Der Pfarrer), Werner
Leonhard (Le Papet, der Dorfälteste), Hans E. Berg (Claudius, der Metzger), Adolf Raschendorfer
(Pamphile, Schreiner und Radiospezialist), Otto Freitag (Pétugue, Schmied und Totengräber), Felix
Klee (Ange, Brunnenmeister), Heinz Voss (Ugolin, Bauer), Horst Michael Rappold (Polyte, Bauer),
Johannes Von Spallart (Monsieur Belloiseau, ein Rentner), Siegfried Süssenguth (Massicard, ein
Ingenieur), Fritz Pfister (Der Wachtmeister)
Aus dem Französischen von Franz Höllering
Musik: Friedrich Scholz
Hörspielfassung: Urs Helmensdorfer
Regie: Amido Hoffmann
Produktion: SRF 1964
Dauer: 75'
Marcel Pagnol (1895 – 1974) war ein französischer Schriftsteller. Er schrieb Theaterstücke, Romane
und Filmdrehbücher. Seine Kindheitserinnerungen in Romanform «Souvenirs d’enfance» (Eine Kindheit
in der Provence) sind Standardlektüre in französischen Schulen.
9
März – April 2016
Montag, 28.03.2016, 14.00 Uhr, Radio SRF 1, 1/4
Montag, 04.04.2016, 14.00 Uhr, Radio SRF 1, 2/4
Montag, 11.04.2016, 14.00 Uhr, Radio SRF 1, 3/4
Montag, 18.04.2016, 14.00 Uhr, Radio SRF 1, 4/4
Hörspiel-Premiere
Hunkelers Geheimnis
von Hansjörg Schneider
Der pensionierte Kommissär Hunkeler liegt nach einer Operation im Spital. Da stirbt direkt neben ihm
ein prominenter Basler Banker. War es Mord? Womöglich sogar ein politisch motivierter Anschlag?
Hunkeler geht das eigentlich nichts an. Trotzdem beschliesst er, der Sache auf den Grund zu gehen.
Als die Studenten 1968 auch in Basel die Revolution probten, war Stephan Fankhauser an vorderster
Front dabei. Wie so manche 68er machte er später Karriere. Sie führte ihn bis an die Spitze der Basler
Volkssparkasse. Nun aber steckt die Bank nach riskanten Auslandsgeschäften in Schwierigkeiten, und
Fankhauser, ihr ehemaliger Direktor, ist unheilbar an Krebs erkrankt. Hunkeler, der mit ihm im selben
Zimmer liegt, musste ebenfalls ein Tumor entfernt werden, jedoch gutartiger Natur. Nach einem ihrer
nächtlichen Streitgespräche meint der von Schlafmitteln umnebelte Ex-Kommissär zu beobachten, wie
eine Schwester seinem Zimmernachbarn eine Spritze setzt. Tatsächlich ist Fankhauser am nächsten
Morgen tot.
Hat Hunkeler alles nur geträumt? Zurück in seinem Haus im Elsass beginnt er zu ermitteln, auf eigene
Faust, fast so wie früher. Als dann im Nachbardorf ein weiterer Banker zu Tode kommt, greifen auch
die ehemaligen Polizei-Kollegen aus Basel und Mulhouse ins Geschehen ein. Hunkeler gerät in
Verdacht, den Mörder zu decken. Aber er lässt sich nicht beirren und entdeckt schliesslich eine brisante
Spur. Sie führt in die Vergangenheit: Der Fall Fankhauser hat etwas mit der Schweizer Flüchtlingspolitik
im Zweiten Weltkrieg zu tun. Doch dieses Wissen behält der eigenwillige Pensionär für sich und fährt
nach Paris.
Mit: Peter Kner (Erzähler), Ueli Jäggi (Hunkeler), Charlotte Schwab (Hedwig), Hanspeter MüllerDrossaart (Fankhauser), Marie Bonnet (Estelle), Raphael Clamer (Lüdi), Ernst Sigrist (Madörin), Kamil
Krejci (Suter), Jean-Pierre Schlag (Bardet), Ullo von Peinen (Moor), Suly Röthlisberger (Frau Ehringer),
Jeanne Devos (Esther Lüscher), Carolin Schär (Lydia Siegenthaler), Huguette Dreikaus (Bäuerin),
Jean-Christophe Nigon (Mustafa Barikla), Martin Hug (Egloff), Carina Braunschmidt (Wirtin), Lisbeth
Felder (Frau vom Campingplatz), sowie: Peter Fischli, Cathy Bernecker, Fabian Müller, Andrea Bettini,
Jördis Wölk, Chantal Le Moign, Franziskus Abgottspon, Päivi Stalder, Patrick Schroeder, Paulina
Kerber
Hörspielbearbeitung: Helmut Peschina
Musik: Martin Bezzola, Trompete: Manuel Mengis
Tontechnik: Basil Kneubühler
Dramaturgie und Regie: Reto Ott
Produktion: SRF/SWR 2016
Dauer: je Folge 50'
10
März – April 2016
Freitag, 01.04.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Frau Higgins – Anstelle von Erinnerung
von Jens Nielsen
Frau Higgins weiss manchmal nicht genau, ob sie Kinder hat oder nicht, und wie die heissen. Ist das
Demenz oder Charakter? Vergisst sie, oder verdrängt sie? Wenn sie auftritt, zeigt sie jedenfalls einen
Verdrängungsgrad, der alle anderen an die Wand drückt. Ben, der Butler muss es dann richten.
«Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind…», sagte Shakespeare. Und wenn dann auch noch das
Gedächtnis nachlässt, ist der Stoff nicht mehr unbedingt reissfest, wie der Schweizer Autor Jens
Nielsen in seinem neuesten Hörspiel vorführt, in dem sich alles, aber auch wirklich alles als fraglich
erweist. Frau Higgins, zum Beispiel, residiert in ihrer Villa. Ist es ihre Villa? Ist es überhaupt eine Villa?
Ben, der Butler scheint mehr zu wissen, schweigt aber. Ist er überhaupt ein Butler? Oder ist er ein
Engel, Erzengel, Erzbutler? Constance, womöglich die Tochter, wird in einer Kiste angeliefert und
wirbelt Staub auf, sekundiert von Herrn Lugano Seiler, ihrem Lover. Oder ist dieser Mutters Lover?
Mit: Irm Hermann (Frau Higgins), Jodoc Seidel (Ben), Jessica Higgins (Tochter Constanze), Klaus
Brömmelmeier (Herr Lugano Seiler), Thomas Mathys (Nachrichtensprecher)
Musik: Giovanni Di Stefano
Tontechnik: Tom Willen
Regie: Claude Pierre Salmony
Produktion: SRF 2015
Dauer: 52'
Jens Nielsen, 1966 in Aarau geboren, absolvierte eine Schauspielerausbildung. Danach gründete er mit
Aglaja Veteranyi die Performance-Theatergruppe «Die Engelmaschine». Er war in zahlreichen
Auftritten bei eigenen Projekten zu sehen. Nielsen lebt als freier Schauspieler, Sprecher und Autor in
Zürich. Seit 2003 sind neun Theaterstücke von ihm auf die Bühne gebracht worden. Seit 2003 figuriert
er auch als Autor für Hörspiel SRF: «Max am Rand» (2003), «Vom Himmel fallen oder von den
Bäumen» (2005), «Endidyll» (2007), «Die Uhr im Bauch» (2008), «Immer stimme das dann plötzlich»
(2008), «Casting, oder wir können uns gerne diezen» (2009), «Mit den Waffen einer Maus» (2012).
2012 erschien sein Buch «Das Ganze aber kürzer».
Giovanni Di Stefano, 1958 in Rom geboren, hat nach seinem Kunststudium am Liceo Artistico in Rom
1978 einen Diplomabschluss gemacht, sich 1982 dem Gruppo Eventualista angeschlossen, 1985 das
Diplom in Malerei an der Accademia delle Belle Arte in Rom gemacht. Seit 1998 lebt und arbeitet er in
Basel, wo er parallel zu seinem visuellen Schaffen auch im Audio-Art-Bereich tätig ist.
11
März – April 2016
Freitag, 08.04.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Im Ausseralpinen
von Patrick Savolainen
Ein Buch schreiben, soll der junge Mann. Über eine Stiftung, über Schweizer Himalaya-Expeditionen in
den 40ern, über die Gletscherschmelze. Es wird eine Expedition ins Archiv, wo sich Journale zu Bergen
auftürmen, wo Schnee in den Gängen liegt, wo die Luft so dünn ist, dass aus Denken Träumen wird…
«Ein stilles, kleines Zimmer. An der rechten Wand ein langer Holzschrank, der restliche Raum ist
ausgefüllt mit Regalen. Schachteln und Pappmappen: ‹Everest 1952›, ‹Journale, Expeditionsteilnehmer
Garhwal 1939›, ‹Karte Karakorum 1:25000›. Wer in den Unterlagen stöbert, der macht sich auf zur
Besteigung eines Berges aus Geschichten und Berichten, der SSAF heisst, Schweizerische Stiftung für
Alpine Forschung. Seine Topografie: ungewöhnlich. Die Witterung: wechselhaft. Weite Ebenen und
hohe Plateaus wechseln sich ab mit steilen Graten, überhängenden Wänden und gefährlichen
Wächten.» (Savolainen)
Mit: Reto Stalder (Erzähler), Wolfgang Hinze (Professor Schlüchter), Linda Olsansky (Adi) und
Hansrudolf Twerenbold (Doktor Oelz), sowie Archivaufnahmen von Arthur Welti, Annelies Sutter-Lohner
und René Dittert
Musik: Barblina Meierhans
Tontechnik: Basil Kneubühler
Regie: Wolfram Höll
Produktion: SRF 2015
Dauer: 51'
Patrick Savolainen ist Autor und Grafiker. 1988 in Malaga (Spanien) geboren, wuchs er in Biel auf.
Savolainen hat Literarisches Schreiben sowie Gestaltung in Biel, Bern und Karlsruhe studiert. Heute
gestaltet er mit dem Grafikbüro Affolter/Savolainen Websiten, Plakate und Bücher; daneben schreibt er
Lyrik, Prosa und Hörspiele.
Die Komponistin Barblina Meierhans wurde 1981 in Burgau geboren; sie lebt in Zürich und Dresden.
Sie studierte Violine, Théâtre Musical und Komposition in Zürich, Bern und Dresden. Meierhans macht
regelmässig Musik für Hörspiele von Radio SRF: Zuletzt bei «Öber em Tal» von Rebecca C. Schnyder
(Zonser Hörspielpreis) und «Ustrinkata» von Arno Camenisch.
12
März – April 2016
Freitag, 15.04.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Der Buddhist und ich
von Mariana Leky
Luise, eine Buchhändlerin, ist immer in Sorge, anzuecken oder etwas furchtbar Peinliches zu tun.
Zudem sieht sich Luise mit der Liebe konfrontiert, in ihren Augen eine Peinlichkeitshochburg, die
unbedingt geleugnet werden muss. Insbesondere, wenn sie einem buddhistischen Mönch gilt.
Dieser buddhistische Mönch tritt kahlrasiert und in Kutte in Luises Leben, mit provozierender
Gelassenheit – und vor allem: als Luises Exfreund. In seinen kurzen Ferien besucht der Neo-Mönch
Frederik sein altes Leben.
Es werden turbulente Tage, in denen Luise versucht, neben ihrem anspruchsvollen Job in der
Buchhandlung, möglichst viel Zeit mit Frederik zu verbringen, ohne dass dieser merkt, wie sehr sie ihn
immer noch liebt. Ein schwieriges Unterfangen. Denn wenn Luise in Frederiks Gegenwart lügt,
geschieht etwas Merkwürdiges…
Mit: Anne Kanis (Luise), Fabian Busch (Frederik), Victoria Trauttmansdorff (Mutter Hildegard), Matthias
Haase (Vater), Martin Brambach (Herr Braxator), Wilfried Hochholdinger (Kunde), Barbara Nüsse (Frau
Klamp), Vittorio Alfieri (Kellner Anastasio), Martin Bross (Student), Herbert Meurer (älterer Herr)
Musik: Florian van Volxem, Sven Rossenbach
Tontechnik: Benedikt Bitzenhofer, Sebastian Nohl
Regie: Petra Feldhoff
Produktion: WDR 2012
Dauer: 50'
13
März – April 2016
Freitag, 22.04.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Der Vogelkopp
von Albert Wendt
Der Holzmann in der Hutziehstrasse hat gute Gründe, die Mütze aufzubehalten. Darunter hat er
nämlich Licht und Weite gesammelt. Und ab jetzt wird er sich verbeugen, statt die Mütze zu ziehen.
Aber das ist ja ein Aufruf zum zivilen Ungehorsam!
Ein Mann setzt sich Vögel unter die Mütze, und es wird ihm gut und hell im Kopf. Sonst aber ist
niemand froh, weder die Obrigkeit in der feinen Hutziehstrasse noch die Frau zu Hause. So lebt er mit
seinen Vögeln im Wald, bis ihn die schöne Königin entdeckt, die ihn mit Macht heiraten will. Nach der
Hochzeit regiert ein fröhliches Paar mit Vögeln – denn die Königin hatte welche in der Krone – das
erklärt alles.
Mit: Kurt Böwe (Vogelkopp), Margit Bendokat (sein Weib), Katja Paryla (Königin), Klaus Piontek
(Königlicher Sekretär), Simone von Zglinicki (Vogelmutter), Hans Teuscher (Keulenjimmi), die
Vogeljungen Frank Lienert, Margit Bendokat und Juliane Koren
Musik: Reiner Bredemeyer
Regie: Norbert Speer
Produktion: DDR 1987
Dauer: 40'
Albert Wendt (geboren 27. Februar 1948 in Borsdorf bei Leipzig) ist ein mit vielen Preisen
ausgezeichneter Dramatiker und Kinderbuchautor. Er schreibt Kindergeschichten, Theaterstücke,
Aphorismen und Hörspiele. Ansonsten «… sitzt er unterm Apfelbaum, bei schlechtem Wetter in einem
Häuschen daneben, und schreibt Märchen. Seine Freunde ernähren ihn mit Büchern, Käse und saurem
Wein.»
Für «Der Fahrer und die Köchin» wurde er 1980 mit dem DDR-Hörspielpreis der Kritiker ausgezeichnet,
für sein Kinderhörspiel «Adrian und Lavendel» erhielt er 1990 den DDR-Kinderhörspielpreis.
Reiner Bredemeyer (1929 - 1995) war ein wichtiger deutscher Komponist. Er schrieb Opern,
Liederzyklen und immer wieder Film-, Schauspiel- und Hörspielmusiken.
14
März – April 2016
Montag, 25.04.2016, 14.00 Uhr, Radio SRF 1
Bruder Lustig
von Jacob und Wilhelm Grimm/Karen Duve
Läuschen und Flöhchen, Nadel, Stroh und Kohle, ein Hühnchen und ein Hähnchen, Bratwurst und
Leberwurst, ein alter Soldat und unser Herr Jesus sind die vordergründig harmlos sich gebärdenden
Protagonisten dieses neuen Märchenreigens. Aber sie haben‘s faustdick hinter den Ohren.
Viele Märchen wurden erzählt und aufgeschrieben mit erzieherischen Absichten. Doch die Moral der
unter dem Übertitel «Bruder Lustig» erzählten Geschichten ist sorgfältigst versteckt, kaum auffindbar.
Eigentlich sind es grimmige Scherze, vielleicht haben Franz Hohler oder auch Roald Dahl sich davon
inspirieren lassen. Fluchtwege gibt es nicht. Bevor Bruder Lustig ins Geschehen eingreift, ist das
Märchenleben kurz und endet mit dem Tod.
«Bruder Lustig» wurde von den Brüdern Grimm 1819 in die zweite Auflage der «Kinder- und
Hausmärchen» aufgenommen. Bei ihnen ist der Gegenspieler des Titelhelden der heilige Petrus. In der
überarbeiteten Version der deutschen Schriftstellerin Karen Duve übernimmt Jesus selbst den Part
seines Stellvertreters. Dieser Jesus ist zwar ein Super-Heiler, aber auch ein Super-Rechthaber und ein
Super-Dickschädel. Doch zu guter Letzt überlistet ihn Bruder Lustig, dessen Uniform nicht zufällig an
ein Arlecchino-Kostüm erinnert.
Die komödiantisch unzimperlichen Märchen sind ideale Vorlagen für die ghanaisch-schweizerische
Vokalkünstlerin Joy Frempong mit ihren märchenhaften Improvisationen.
Mit: Doris Wolters, Peter Kner und Klaus Brömmelmeier
Musik: Joy Frempong
Tontechnik: Björn Müller, Ueli Karlen, Franz Baumann
Regie: Margret Nonhoff
Produktion: SRF 2015
Dauer: 50'
Karen Duve (*1961) lebt in Brandenburg. Die engagierte Tierschützerin und Vegetarierin schreibt
Erzählungen, Romane, Kinder- und Sachbücher. Ihr «Bruder Lustig» ist im Buch «Grrrimm» zu finden,
in dem sie mehrere bekannte Grimms-Märchen neu erzählt. Das Buch ist 2012 im Galiani Verlag Berlin
erschienen.
Joy Frempong (*1978) ist Schweizerin mit ghanaischen Wurzel. Sie ist Elektronikmusikerin und setzt
intensiv ihre Stimme ein. Frempong arbeitet in verschiedenen Formationen, ihre eigene Band heisst
«Oy». Wenn sie nicht in Ghana oder in der Schweiz unterwegs ist, lebt Joy Frempong in Berlin.
15
März – April 2016
Freitag, 29.04.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Der Tod und die Schweine
von Holger Siemann
Mit Kultur versuchen die Dorfbewohner den Bau einer Schweine-Grossmästerei zu verhindern. Der
Dorf-Chor studiert «Cavalleria Rusticana» ein. Kann die grosse Begeisterung etwas ausrichten gegen
die Pläne der Geldmächtigen?
Irgendwo versucht ein Dorf-Chor sich an der Oper «Cavalleria Rusticana» von Pietro Mascagni. In
einem stillgelegten Schweinestall soll gegen eine geplante Grossmästerei angesungen und protestiert
werden. Da auch grosse Weideflächen und ein geschütztes Moorgebiet bedroht sind, wächst die
Solidarität im Dorf. Als der Chorleiter und Naturschützer Walter Frischauf verschwindet, brodelt die
Gerüchteküche. 2,4 Millionen Euro, die eine Versteigerung von 80 Hektar Wiese erbringen könnte,
wären ein Mordmotiv.
Mit: Marianne Rogee (Erählerin), Ludger Burmann (Klaas Billerbeck), Sandra Borgmann (Rieke
Bühlenbrink), Felix von Manteuffel (Walter Frischauf), Therese Dürrenberger (Lucy Kosmalla), Martin
Bross (Olli), Simone von Zglinicki (Karola Kottkamp), Hans-Heinrich Demming (Bruno Kottkamp),
Wolfgang Rüter (Kai Bischof), Hermann Fischer (Auktionator), Mark Oliver Bögel (Dr. Weill)
Musik: Rainer Quade
Regie: Claudia Johanna Leist
Produktion: WDR 2015
Dauer: 50'
Holger Siemann, 1962 in Leipzig geboren, studierte Philosophie in Berlin. Er war Offizier, Schauspieler,
Sozialwissenschaftler und Familienhelfer. Seit 2001 arbeitet er als freier Autor u.a. zahlreicher
Hörspiele, Feature und Libretti. 2006 und 2008 erschienen die ersten beiden Romane im C. Bertelsmann Verlag. Holger Siemann lebt in Berlin und als «schreibender Bauer» in der Uckermark. SRF
produzierte 2015 Siemanns Hörspiel «Glüht ein Stern in alter Haut».
Rainer Quade (*1966) arbeitet seit 1998 hauptsächlich als freischaffender Komponist im Hörspiel- und
Filmbereich.
16
März – April 2016
Hörspiel SRF 2 Kultur
Samstag, 05.03.2016, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Sweeter Than Roses. Purcells Traum
von König Artus
von Tankred Dorst und Ursula Ehler
Das Opernhaus soll einem Einkaufszentrum weichen. Doch im Gebäude spukt es: Ein schöner
Sängerknabe betört die Ohren, und der Geist von «King Arthur» wird erweckt. «Sweeter Than Roses»
ist eine Liebeserklärung an die Oper. Und das hört man auch: in den gewitzten Dialogen und der Musik
von Purcell.
Der Schriftsteller Tankred Dorst hat zwei grosse Lieben: die Artusepik und die Oper. Im Hörspiel
«Sweeter Than Roses» kommt beides zusammen. Es ist eine Hommage an den britischen
Komponisten Henry Purcell und seine Oper «King Arthur». Die Geschichte von Arthurs Liebe zur
blinden Prinzessin Emmeline und dem Kampf gegen die einfallenden Sachsen holt Tankred Dorst ins
hier und jetzt: Arthur muss nicht England, sondern ein Opernhaus verteidigen, und Emmeline ist eine
reiche Investorin. Dorst macht daraus aber keine platte Kritik von Kommerz und Moderne, sondern ein
lustvolles Spiel: einen Traum eben.
Mit: Tim Severloh (Purcell, ein schöner Sängerknabe), Jan Buchwald (König Artus), Vadim Glowna (der
Magier Merlin), Marion Breckwoldt (Flower), Jens Wawrczeck (Jeff), Thomas Thieme (Frosty Billy), Wolf
Aniol (Gesangslehrer Sorbello), Susanne Wolff (Emmeline), Monica Bleibtreu (Emmelines Tante) u.v.a.
Musik: Gert Bessler
Regie: Beate Andres
Produktion: NDR 2004
Dauer: 50'
Tankred Dorst, im letzten Dezember 90 Jahre alt geworden, ist einer der bedeutendsten lebenden
Dramatiker. Seit den 60er Jahren prägen seine Stücke die deutschsprachigen Bühnen; seine Texte
sind als achtbändige Werkausgabe im Suhrkamp Verlag erschienen. Tankred Dorsts Frau Ursula Ehler
hat am Grossteil seiner Texte mitgearbeitet.
17
März – April 2016
Mittwoch, 09.03.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Die Kameliendame
von Clemens Schönborn
Marguerite Gautier, die Kameliendame, Violetta Valéry, La traviata: Wer war die Frau, der halb Paris zu
Füssen lag? Die aus Liebe Geld machte? Das Hörspiel «Die Kameliendame» ist ein so lustvolles wie
lustiges Porträt, mit einem Schuss Kapitalismuskritik und einer Menge Opernarien.
Marie Duplessis (1824-1847) ist das historische Vorbild der Kameliendame. Aus der Bauerntochter, aus
der späteren Dienstmagd, Wäscherin und Putzfrau wurde alsbald die begehrteste Kurtisane von ganz
Frankreich. Sie lernte Lesen und Schreiben, Klavier und Konversation, sie pflegte Umgang mit Franz
Liszt, Théophile Gautier und Alexandre Dumas dem Jüngeren. Dumas war es dann auch, der ihr mit
dem Roman «Die Kameliendame» ein Denkmal setzte, das später als Vorlage für Verdis Oper «La
traviata» diente.
Mit: Sophie Rois (Marguerite Gautier), Bernhard Schütz (Nestor), Kai-Ingo Rudolph (Armand), Ulrich
Voss (Baron de Giray), Mex Schlüpfer (Crevel) u.v.a.
Musik: Max Knoth
Regie: Clemens Schönborn
Produktion: WDR 2013
Dauer: 44'
Clemens Schönborn wurde 1967 im deutschen Duisburg geboren. Nach dem Regiestudium an der
Filmhochschule Konrad Wolff in Babelsberg etablierte er sich als Autor und Regisseur für Film, Bühne
und Hörfunk. Immer wieder arbeitet Schönborn mit der Schauspielerin Sophie Rois zusammen, so auch
in seinem Kinofilm «Frau Phyllis» und dem Hörspiel «Die Kameliendame».
18
März – April 2016
Samstag, 12.03.2016, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur, 1/2
Samstag, 19.03.2016, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur, 2/2
Mit Mozart reden
von Urs Frauchiger
Unsterblich, unvergesslich – so ist die Musik Mozarts. Doch der Mensch dahinter war nicht weniger
faszinierend – für die Nachwelt genauso wie für seine Zeitgenossen.
In seinem Buch «Mit Mozart reden. Szenen» von 1990 lässt der Musiker und Musiktheoretiker Urs
Frauchiger Mozart selbst zu Wort kommen, wie auch seine Interpreten, Biographen, Mozarts Familie
und Freunde. So entsteht ein überaus farbiges, amüsantes und gewissenhaft gezeichnetes Mozartbild.
Aus einer Auswahl dieser Mozart-«Szenen» hat Christian Jauslin eine Mozart-Collage erstellt, die einen
– versetzt mit musikalischen Zitaten – in die klassische Epoche und den Alltag Mozarts entführt.
Im ersten Teil begegnen wir Mozart zwischen seinem 21. und dem 25. Lebensjahr auf seiner zweiten
Münchner Reise, beim Aufenthalt in Paris und schliesslich bei der Uraufführung der Oper «Idomeneo,
Re di Creta» in München am 29. Januar 1781.
Im zweiten Teil begegnet uns Mozart in den letzten zehn Jahren seines Lebens. In Wien sagt er sich im
Sommer 1781 endgültig vom Salzburger Erzbischof los, heiratet Constanze, trifft Haydn, sein Vater
stirbt, und in den letzten Jahren bedrängen ihn immer mehr grosse Geldsorgen. Wie schon im ersten
Teil, ist auch hier eine Auswahl aus Mozarts musikalischem Werk zu hören.
Mit: Alfred Pfeifer (Mozart), Renate Bernhard (Mutter), Peter Ehrlich (Vater), Ingold Wildenauer
(Kurfürst), Michael Evers (Danner), Helmut Vogel (Arco), Jo Kärn (Puchberg), Michaela Steiger
(Constanze), Jörg Schröder (Dittersdorf), Helmut Kronlachner (Vanhal), Gottfried Breitfuss (Haydn)
Musik: W.A. Mozart
Hörspielfassung und Regie: Christian Jauslin
Produktion: SRF 1991
Dauer Teil 1: 56', Teil 2: 51'
Urs Frauchiger (geboren 1936 in Mungnau im Emmental, Kanton Bern) ist ein Schweizer
Musiktheoretiker, Autor und Cellist. Nach einer jahrzehntelangen musikpädagogischen Tätigkeit äussert
er teilweise sehr kritische, gegen die herrschenden Verhältnisse gerichtete Ansichten zu ästhetischen
und gesellschaftlichen Fragen, und setzt sich für eine Änderung der Musikerziehung ein.
19
März – April 2016
Mittwoch,16.03.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Hörspiel-Premiere
Die Entführung aus dem Serail
von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel
Ein morgenländischer Sommernachtstraum – Zaimoglu und Senkel verwandeln die «erste deutsche
Oper», Mozarts berühmtes Singspiel in einen poetischen Abenteuertraum widerstreitender
Temperamente und Sitten. «La Scintilla dei Fiati» brilliert mit charaktervollen Interpretationen der
vertrauten Melodien.
Die Harmoniemusik der Oper «Die Entführung aus dem Serail», die sogenannte «Donaueschinger
Harmoniemusik», wurde um 1785-87 von W.A. Mozart selbst erstellt. Die aussergewöhnlich hohe
Qualität des mozartischen Arrangements, die Lebendigkeit und Aktualität des Stoffes, sowie die
Tatsache, dass sie noch nie auf historischen Instrumenten aufgenommen wurde, führte zur Entstehung
dieses Hörspiels und der Neueinspielung der Musik durch «La Scintilla dei Fiati».
Das Libretto von 1782 wurde 2014/2015 von Feridun Zaimoglu zusammen mit Günter Senkel neu
geschrieben. Es bleibt im Wesentlichen der Handlung und den auftretenden Figuren der Oper treu,
trägt aber nun deutlich eine neue künstlerische Handschrift. Neben der bildkräftigen Sprache Zaimoglus
und Senkels wurden die Figuren stärker psychologisch unterfüttert, die Handlungen szenisch
konkretisiert und die Komik des Ganzen stärker herausgearbeitet. Mozart hätte seine Freude gehabt.
Mit: Aaron Hitz (Fürst Selim Bassa), Juliane Lang (Konstanze, Edelfrau), Lotti Happle (Blonde,
englische Zofe), Sebastian Schneider (Belmonte, spanischer Edelmann), André Willmund (Pedrillo,
gefangener Diener des Belmonte), Jaap Achterberg (Osmin, Aufseher über das Landhaus des
fürstlichen Palastes), Dirk Glodde (Schiffer Klaas / Eine Wache)
Komposition: W.A. Mozart
Musik: La Scintilla dei Fiati
Musikalische Leitung: Philipp Mahrenholz
Tontechnik Musikaufnahmen: Andreas Werner
Tontechnik Hörspiel: Tom Willen
Regie: Susanne Janson
Produktion: SRF 2016
Dauer: 55'
Feridun Zaimoglu (geb. 1964 im anatolischen Bolu) studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel. Er ist
Autor preisgekrönter Romane, Theaterstücke und Drehbücher, ausserdem bildender Künstler und
Kurator. 2015 erschien sein Roman «Siebentürmeviertel».
Günter Senkel (geb. 1958 in Neumünster) ist ein Kieler Autor, der gemeinsam mit Feridun Zaimoglu
eine Anzahl Drehbücher, Theaterstücke und Dramenbearbeitungen verfasst hat.
20
März – April 2016
Mittwoch, 23.03.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Salome – die Befreiung einer
Theaterfigur
von Evelyn Dörr
Es ist eine verspielt akustische Recherche über die gleichnamige Richard-Strauss-Oper: Die Mischform
aus Feature und Hörspiel untersucht die Klang- und Gedankenwelt dieser faszinierenden Theaterfigur,
befragt ihre emanzipatorischen Kräfte und legt die verdeckten Schichten ihrer Biografie frei.
In dieser akustischen Choreographie von Evelyn Dörr dringt Salome zur Reflexion ihrer Legende vor.
Geliefert wird ein klangliches Protokoll dieser Bewusstwerdung: Verschiedene Tonschichten ergeben
durch geschicktes Ineinanderblenden eine Komposition, in der – traumartig – der Stoff, aus dem
Salome gewirkt ist, die darin enthaltenen Mythen und Projektionen mit Elementen aus der realen Welt
und ihren Ideologien zu irritierender Synthese verschmelzen.
Mit: Evelyn Herlitzius (Kammersängerin an der Semperoper Dresden), Valery Tscheplanova (vom
Schauspiel Frankfurt als Salome); Sprecher: Barbara Schnitzler, Winfried Wagner, Lars Rudolph, Alina
Mohaupt, Evelyn Dörr; im Orignial-Ton: Rainer Kohlmayer, Peter Konwitschny, Gert Rienäcker und Ulf
Schirmer; Violine: Maria Held, Klavier: Nina Mohaupt
Konzept und Regie: Evelyn Dörr
Produktion: RBB/DLF 2013
Dauer: 54'
Evelyn Dörr studierte Theaterwissenschaft an der Humboldt Universität Berlin und promovierte 1999 mit
einer Arbeit über den Choreografen Rudolf von Laban. Über sein Werk veröffentlichte sie mehrere
Bücher, zu denen «The Dancer of the Crystal» (2008) und «Das choreographische Theater» (2014)
zählen. Als freie Autorin und Regisseurin arbeitet sie für Theater und Rundfunk. Sie lebt in Berlin.
21
März – April 2016
Samstag, 26.03.2016, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
David Mahlers Zeit
von David Kehlmann
In diesem frühen Roman des Bestsellerautors Daniel Kehlmann ist ein Wissenschaftler drauf und dran,
die Weltordnung auf den Kopf zu stellen – mit Hilfe physikalischer Formeln. Doch der langersehnte
Traum gerät zu einem Albtraum, in dem der Jäger selbst zum Gejagten wird.
Eines Nachts macht der Physiker David Mahler im Traum eine merkwürdige Entdeckung. Viele Jahre
lang hat er sich mit dem Problem der Zeit beschäftigt, mit der Frage, ob ihre Richtung wirklich ein
unumstössliches Naturgesetz ist oder sich nicht doch etwas finden lässt, das ihren Lauf umkehrt. Nun
hält er die Lösung in der Hand. Das älteste Gesetz der Natur ist in Frage gestellt, damit die Grundfesten
der Welt. Wird endlich ein Menschheitstraum wahr? Mahler will seiner ungeheuren Entdeckung Gehör
verschaffen, aber ohne Autorität im Wissenschaftsbetrieb gestaltet sich das ausgesprochen schwierig.
Wie gehetzt sucht er den Beistand des Nobelpreisträgers Valentinov, doch seltsame Zufälle verhindern
ein Zusammentreffen immer wieder.
Mit: Michael Rotschopf (David Mahler), August Diehl (Marcel), Hans Diehl (Boris Valentinov), Eva
Gosciejewicz (Katja), Felix von Manteuffel (Professor Grauwald), Ursula Illert (Frau Wimmer), Sascha
Nathan (Moh) und andere
Komposition: Jakob Diehl
Hörspielbearbeitung und Regie: Alexander Schuhmacher
Produktion: hr 2015
Dauer: 89'
Daniel Kehlmann, geboren 1975 in München, lebt in Wien und Berlin. Debütierte 1997 mit dem Roman
«Beerholms Vorstellung». Mit «Die Vermessung der Welt» (2005) gelang ihm ein internationaler
Bestseller. Seine Romane sind inzwischen in über 40 Sprachen übersetzt und erhielten zahlreiche
Auszeichnungen. Zuletzt erschien «F» (2013).
22
März – April 2016
Mittwoch, 30.03.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
In der Reihe «ArtOrt Hörspiel»/Hörspiel-Premiere
SWING DEI DING –
Praxis in Sweet Dislocation©
von Birgit Kempker
Was erzählen die Dinge über uns, die wir auf unserem Lebensweg mit uns schleppen? Und was
erzählen wir selber über uns, wenn wir über sie sprechen und über unsere Beziehung zu ihnen? Die
Autorin Birgit Kempker hat Berufskolleginnen und -kollegen aus dem südostasiatischen Raum befragt.
Die Dinge haben viele Funktionen, nicht nur als Hilfsmittel bestimmter Verrichtungen, für die sie
geschaffen wurden, sondern auch als Statussymbole, Erinnerungsstücke oder aber auch nur als
Zeichen dafür, dass wir Mühe haben herzugeben, wegzuwerfen, loszulassen. Als Birgit Kempker
Kolleginnen und Kollegen befragte, zeigte sich, dass wir kaum über die Dinge unseres Lebens
sprechen können, ohne uns selber – oft unbeabsichtigt – zu porträtieren. Kempker hat die Recherche
während eines Stipendienaufenthaltes in Indien gemacht als eine von zwei europäischen
Schriftstellerinnen in einer Gruppe von Kunstschaffenden aus Südostasien. Die Absicht war keinesfalls
ein Bild über andere Kulturen, also keine Ethnologie und kein intellektueller Tourismus. Die Gelegenheit
des Stipendienaufenthaltes wurde genutzt für die interkulturelle Abklärung einer Frage, die sich uns
allen stellt.
Mit: Birgit Kempker, Anita Roy, Anupama Chandrasekhar, Sanjay Iyer, Ishita Basu Mallik, Janice
Paviat, Prema Revathi, S. Anand, Venkat Raman Singh Shyam, Rahul Soni, Surupa Senn, Bijayini
Satpathy, Meena Alexander, Priya Sarukkai Chabria, Aakriti Mandhwani, Marc Hörler
Aus dem Englischen von Birgit Kempker
Tontechnik: Basil Kneubühler
Regie: Birgit Kempker und Claude Pierre Salmony
Produktion: SRF 2016
Dauer: 55'
Birgit Kempker, 1956 in Wuppertal geboren, wohnt in Basel. Sie schreibt Bücher, baut Hörspiele, Texte
für die Kunst, Räume in der Kunst und vieles andere auch. Dozentin für Wort, Bild und Ton.
Im Anschluss:
Das weisse Lauschen
23
März – April 2016
Mittwoch, 06.04.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Auferstehung des Fleisches
von Ria Endres
Ein katholisches Mädchen-Internat in den 50er Jahren: Jugendliche Lebensfreude trifft auf fromme
Enthaltsamkeit. Die Nonnen versuchen, die Mädchen vor der verführerischen Welt ausserhalb des
Internats zu beschützen. Zur Not mit Zucht und Gewalt.
Ein junges Mädchen in einem Internat schreibt Briefe an die Freundin. Oder spricht monologisch an sie
hin. Sie erzählt von dem, was täglich passiert und meistens ihren Unwillen erregt. Zwei Nonnen
machen sich Sorgen um das junge, besondere Mädchen: Kann es sein, dass ihr Zögling den rechten
Weg verlassen hat? Das Mädchen bleibt allein, geborgen in einer reichen Innenwelt, sie hat niemanden
als sich selbst und eine Liebe, die zunächst richtungslos erscheint, sich dann aber artikuliert.
Mit: Ria Endres, Jutta Graeb und Ingrid Andree
Regie: Hans Gerd Krogmann
Produktion: WDR 1983
Dauer: 52'
Ria Endres, geboren 1946 in Buchloe, promovierte mit einer Arbeit über Thomas Bernhard und lebt als
freie Schriftstellerin in Frankfurt am Main. Romane, Essays, Gedichte, Theaterstücke und zahlreiche
Hörspiele.
24
März – April 2016
Samstag, 09.04.2016, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur, 1/2
Samstag, 16.04.2016, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur, 2/2
Zum 25.Todestag des Autors am 4. April 2016
Don Juan oder die Liebe zur Geometrie
von Max Frisch
Max Frisch dekonstruiert den Mythos. In seiner zeitlosen Komödie begleiten wir den jungen
Protagonisten Don Juan, der sich in die Geometrie flüchtet, weil er sich nach Wahrheit und Klarheit
sehnt statt sich in schwülen, irrationalen Frauengeschichten zu verlieren.
Ein Don Juan ist ein Frauenheld. Und da die Liebe zu Unordnung in männlichen Gehirnen führt, steckt
er ständig in Schwierigkeiten mit den Väter, Brüdern oder Bräutigamen seiner Geliebten. Eine Zeitlang
ist das unterhaltsam, wird aber doch schnell lästig. Darum wird die Klarheit der Geometrie für Max
Frischs Don Juan zum Fluchtpunkt aus geschlechtlichen und gesellschaftlichen Begehrlichkeiten. Und
die überlieferte, verlangte, erwartete Höllenfahrt des Tunichtgut wird zur Theaterinszenierung.
Am 5. Mai 1953 wurde im Zürcher Schauspielhaus die Komödie «Don Juan oder die Liebe zur
Geometrie» von Max Frisch uraufgeführt. Das Echo war nicht begeistert. 1964 folgte die zweite,
revidierte Fassung – diese Version fand dann bei Publikum und Presse grossen Anklang. Schweizer
Radio SRF zeichnete eine Aufführung im Rahmen der Zürcher Festwochen 1964 auf. «Don Juan»
wurde zu einem der meistgespielten Theaterstücke Frischs und für den jungen Schauspieler Helmuth
Lohner ein Meilenstein seiner äusserst erfolgreichen Karriere.
Eine Besonderheit der Aufzeichnung: Max Frisch selbst führt durch die Aufführung seiner Komödie.
Mit: Helmuth Lohner (Don Juan), Alfred Schlageter (Tenorio), Anneliese Betschart (Miranda), Walter
Kiesler (Don Gonzalo, Kontur von Sevilla), Anne-Marie Blanc (Donna Elvira), Petra Fahrnländer (Donna
Anna), Klaus Steiger (Pater Diego), Peter Ehrlich (Don Roderigo), Inge Bahr (Donna Inez), Therese
Giehse (Celestina), Johannes Von Spallart (Don Balthazar Lopez), Karl-Heinz Windhorst (Leporello)
Redaktion: Hans Jedlitschka
Tontechnik: Georg Stössel
Regie: Kurt Hirschfeld
Produktion: SRF 1964
Dauer Teil 1: 58', Teil 2: 38'
Max Frisch (1911–1991) gehört zu den bedeutendsten Schweizer Schriftstellern. Seine Romane,
Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele erreichen ein breites Publikum. Für sein Werk erhielt er
zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 1976 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
25
März – April 2016
Mittwoch, 13.04.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
The King is Gone.
Des Bayernkönigs Revolutionstage
von Markus Acher, Micha Acher und Andreas Ammer
Tröööt. Die Revolution bricht los, die «Hochzeitskapelle» spielt Blasmusik, Bayerns König ist traurig und
packt am 7.11.1918 seine Zigarren. Irgendjemand singt die Internationale. Und Karl Marx bekommt
plötzlich doch recht: «Die letzte Phase einer weltgeschichtlichen Phase ist ihre Komödie.»
Die wichtigste Quelle des Hörspiels ist ein obskures braunes Heftchen eines gewissen Josef Benno
Sailer, das 1919 erschien, kurz nach der Räterevolution in München. Sailer schildert dem Volk minutiös
«Des Bayernkönigs Revolutionstage». Bei einem Spaziergang im Englischen Garten wird der letzte
bayerische König Ludwig III. von einem freundlichen Untertan darauf aufmerksam gemacht, dass
Revolution sei: Der König möge sich lieber auf die Flucht vor der Räterepublik begeben. So nimmt die
Komödie ihren Lauf: Das königliche Automobil im Marstall ist noch aufgebockt. Die Strassen Münchens
sind mit Revolutionären verstopft. Die Reise endet wiederholt im Strassengraben. Die Prinzessinnen
auf dem Rücksitz sind hungrig. Nacht und Nebel brechen ein. Und nirgends ist ein Hemd mit der
richtigen Kragenweite aufzutreiben.
Andreas Ammers dokumentarisches Hörspiel verbindet revolutionäre Praxis mit der Perspektive der
Klatschpresse. Es schildert Weltgeschichte als Roadmovie. Und es klingt, als hätten die beiden Brüder
Acher von «The Notwist», um die Flucht des bayerischen Königs zu vertonen, eine All-Star-Blaskapelle
um sich geschart, was dann – so wie alles in diesem Hörstück – komisch klingen kann, aber in Gestalt
der «Hochzeitskapelle» Tatsache ist. Noch einmal Marx: «Warum dieser Gang der Geschichte? Damit
die Menschheit heiter von ihrer Vergangenheit scheide.»
Mit: Friedrich Ani (König), Eva Löbau (Prinzessin), Judith Huber (Prinzessin), Wowo Habdank (Hara
Tiefenthaler)
Musik: Markus Acher, Micha Acher
Hörspielfassung und Regie: Andreas Ammer
Produktion: BR 2015
Dauer: 56'
Andreas Ammer, 1960 in München geboren, lebt als freier Medienautor nahe München. Als bisher
einziger Autor erhielt er zweimal den Hörspielpreis der Kriegsblinden («Apocalypse Live» 1995,
«Crashing Aeroplanes» 2001). 2015 fand seine Produktion «The King is Gone» an den ARDHörspieltagen in Karlsruhe «lobende Erwähnung».
Markus Acher, 1967 in Weilheim geboren und Bruder Micha Acher, am selben Ort 1971 geboren,
haben u.a. die Formation «The Notwist» gegründet. Die deutsche Independent-Band ist der Auslöser
für die Gründung vieler Weilheimer Bands und Mittelpunkt eines Netzwerkes von mehr oder weniger
eng miteinander verknüpften Projekten lokaler Musiker.
26
März – April 2016
Mittwoch, 20.04.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Hörspiel-Premiere
Das Vogelhaus
von Wolfram Höll und Barblina Meierhans
Was, wenn Vögel Menschen wären? Ein Mauersegler beispielsweise, der immer fliegt, selbst im Schlaf
noch? Das Hörspiel erzählt von solchen schrägen Vögeln, ja von einem ganzen Vogelhaus: Ein Haus
bewohnt von Rabeneltern und Kuckuckskindern, von Paradiesvögeln und Drecksspatzen.
Autor Wolfram Höll und Musikerin Barblina Meierhans bauen ein Vogelhaus. Es ist ein Haus aus
Geschichten: Wie die Geschichte von den Eltern, die immer auf Achse sind, um die hungrigen Münder
zu stopfen; die nach mehr schreien, nach immer mehr, ohne Ende. Oder die Geschichte von den
Geschwistern, die eins nach dem anderen aus dem Fenster fallen – alle, bis auf eines. Doch dieses
Vogelhaus ist auch ein Haus aus Klängen: Wo es in jeder Wohnung anders singt und musiziert, pfeift
und zwitschert und tiriliert.
Mit: NN
Musik: Barblina Meierhans
Tontechnik: Basil Kneubühler
Regie: Wolfram Höll
Produktion: SRF 2016
Dauer: NN
Der Autor Wolfram Höll wurde 1986 in Leipzig geboren und lebt in Biel/Bienne. Er studierte
Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und Theater an der Hochschule der
Künste Bern. Höll schreibt Theaterstücke und arbeitet als Regisseur und Dramaturg für die SRFRedaktion «Hörspiel und Satire».
Die Komponistin Barblina Meierhans wurde 1981 in Burgau geboren; sie lebt in Zürich und Dresden.
Sie studierte Violine, Théâtre Musical und Komposition in Zürich, Bern und Dresden. Meierhans macht
regelmässig Musik für Hörspiele von Radio SRF: Zuletzt bei «Öber em Tal» von Rebecca C. Schnyder
(Zonser Hörspielpreis), «Ustrinkata» von Arno Camenisch und «Im Ausseralpinen» von Patrick
Savolainen.
27
März – April 2016
Samstag, 23.04.2016, 21.00 Uhr, SRF 2 Kultur, 1/2
Samstag, 30.04.2016, 21.00 Uhr, SRF 2 Kultur, 2/2
Zum 400. Todestag William Shakespeare
Der Sturm
von William Shakespeare
Wie kein anderes Werk von Shakespeare ist «Der Sturm» ein Zauberstück, in dem die Musik eine
zentrale Rolle spielt und ständig gegenwärtig ist. Die Hörspielfassung glänzt mit grossartigen Sprechern
und der kongenialen Komposition von Peter Zwetkoff.
Prospero, der rechtmässige Herzog von Mailand, ist von seinem Bruder Antonio vertrieben worden und
lebt seit 12 Jahren mit seiner Tochter Miranda auf einer einsamen Insel. Das Schicksal will es, dass
Antonio auf einer Seereise im Gefolge des Königs von Neapel an dieser Insel vorbeikommt. Jetzt ist
Prosperos Stunde da: Er lässt seinen Diener, den Luftgeist Ariel, einen Sturm entfachen, in dem das
königliche Schiff an der Insel strandet.
Zum «Sturm», der als sein letztes Stück gilt, wurde Shakespeare wahrscheinlich durch ein
aufsehenerregendes Ereignis von 1609 angeregt, die zufällige Entdeckung der Bermudas durch
englische Auswanderer, die auf der Fahrt nach Virginia Schiffbruch erlitten.
Mit: Ernst Jacobi (Prospero), Katja Amberger (Miranda), Siggi Schwientek (Caliban), Marcus Kaloff
(Ferdinand), Herbert Fritsch (Ariel), Norbert Schwientek (Stephano), André Jung (Trinculo), Felix von
Manteuffel (Alonso), Till Kretzschmar (Sebastian), Jürgen Rohe (Antonio), Adolph Spalinger (Gonzalo)
Aus dem Englischen (nach August Wilhelm Schlegel) von Barbara Liebster und Stephan Heilmann
Musik: Peter Zwetkoff
Hörspielfassung und Regie: Barbara Liebster, Stephan Heilmann
Produktion: SRF 1989
Dauer Teil 1: 50', Teil 2: 49'
William Shakespeare (1564-1616) wurde in Stratford-upon-Avon als Sohn des Bürgermeisters und
Handschuhmachers John Shakespeare geboren. Über sein Leben ist weniges mit Sicherheit bekannt:
Vermutlich zog er zwischen 1582 und 1592 mit einer Theatertruppe durch England. 1592 wurde er
erstmals als Schauspieler in London erwähnt. Als Dramatiker nimmt Shakespeare eine überragende
Stellung in der Weltliteratur ein.
Peter Zwetkoff, geboren 1925 in Dobritsch (Bulgarien), gestorben 2012 in Baden-Baden (Deutschland);
studierte Klavier und Komposition in Innsbruck, Salzburg und München. 1954-1990 Hauskomponist für
radiophone und filmische Aufgaben beim SWF Baden-Baden, daneben und danach freischaffender
Komponist. Für seine unzähligen Kompositionen, hauptsächlich für Hörspiel, Film und Theater, wurde
er mit verschiedenen bedeutenden Preisen ausgezeichnet.
28
März – April 2016
Mittwoch, 27.04.2016, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Zum 30. Jahrestag von Tschernobyl
Schwarzer Hund. Weisses Gras
von Kilian Leypold
Menschenleere Landschaft, Stille. Wo der Mensch Lebens- und Zivilisationsräume zerstört, zieht er
Zäune hoch und zirkelt Todeszonen ab. Als sich am 26. April 1986 auf dem Gebiet der heutigen
Ukraine der grösste anzunehmende Unfall in einem Kernkraftwerk ereignet, entsteht so eine Zone.
1978 dreht der Regisseur Andrej Tarkowskij den «Stalker». Der Film ist wie eine ahnungsvolle
Prophezeiung des sich acht Jahre später ereignenden Reaktorunfalls von Tschernobyl. Tarkowskij
wählte als Drehort auch die direkte Umgebung des Atomkraftwerks aus. Diese zufällige, rätselhafte
Analogie der «Zone» zur realen Katastrophenzone von 1986 ist Ausgangspunkt für das Hörspiel, das
Elemente aus Tarkowskijs Film aufgreift und mit einer fiktiven Handlung um das Unglück von
Tschernobyl verwebt. Auf der Suche nach einem Wunder trifft ein ehemaliger Kriegsfotograf auf die
strahlungsgeschädigte Tochter des Stalkers.
Mit: Vincent Leittersdorf, Maria Kwiatkowsky, Otto Mellies, Kathrin Wehlisch, Lars Rudolph, Julian
Mehne, Andreas Leupold und Carl Heinz Choynski
Musik: Tarwater
Regie: Kai Grehn
Produktion: BR 2011
Dauer: 54'
Kilian Leypold, 1968 in Nürnberg geboren, studierte Philosophie, Slawistik und Osteuropäische
Geschichte. Für seine ersten literarischen Arbeiten wurde er 1998 mit dem Literaturpreis der
Nürnberger Kulturläden ausgezeichnet. Seit 2000 arbeitet er als freier Reporter und Autor für den
Bayerischen Rundfunk.
Im Anschluss:
Das weisse Lauschen
29
März – April 2016
Kontakt
Schweizer Radio und Fernsehen
Kultur
Hörspiel und Satire
Postfach
CH-8042 Zürich
www.srf1.ch / www.srf.ch/hoerspiel
[email protected]
Schweizer Radio und Fernsehen
Kultur
Hörspiel und Satire
Postfach
CH-4002 Basel
www.srf2kultur.ch / www.srf.ch/hoerspiel
[email protected]