Veröffentlichung der GEW vom 29.5.2015 zum Angebot

29.5.2015+++ GEW-Tariftelegramm TVöD +++ GEW-Tariftelegramm TVöD +++
VKA erhebt unzureichende „Vorschläge‘‘ vom April zum Angebot - Streiks
werden fortgesetzt
Während am Donnerstag, den 28. Mai 2015 in Frankfurt und Hamburg über
30.000 Beschäftigte für eine Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe
demonstrierten, tagte die Mitgliederversammlung der Vereinigung der
kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Wer erwartet hatte, dass die
Arbeitgeber nun endlich ein Angebot vorlegen, das als Verhandlungsgrundlage
dienen könnte, wurde schwer enttäuscht. Die VKA hat lediglich ihre
halbherzigen „Vorschläge‘‘ vom April zu einem förmlichen Angebot erhoben.
Diese Vorschläge, die nur für wenige Beschäftigte eine Verbesserung bringen
würden, hatte die GEW schon seinerzeit als völlig unzureichend kritisiert:
http://gew.de/VKA_Lueckenhafte_Vorschlaege_kein_Angebot.html.
Mit ihrem Angebot will die VKA der Mehrheit der Beschäftigten die
notwendige Aufwertung komplett verweigern. Auch dort, wo sie einen
Aufwertungsbedarf zugestehen, erreichen die Arbeitgeber die Mehrheit der
Beschäftigten nicht. Für ErzieherInnen mit schwierigen Tätigkeiten könnten
sich sogar Verschlechterungen ergeben, weil sie bereits in der
Entgeltgruppe S 8 eingruppiert sind und nach den Vorschlägen der VKA
künftig in der S 7 landen würden. Nicht einmal die Hälfte der KitaLeitungen würde von den angebotenen Verbesserungen profitieren. Das Angebot
enthält keinerlei Verbesserungen für SozialpädagogInnen und
SozialarbeiterInnen. Auch für die Beschäftigten im handwerklichen
Erziehungsdienst bliebe die Eingruppierung wie sie ist.
Statt eine echte Aufwertung anzubieten, hantiert die VKA weiter mit
irreführenden Zahlen. Sie behauptet, die Gehälter von ErzieherInnen lägen
zwischen 2.590,- Euro und 3.750,- Euro brutto im Monat. In Wahrheit liegt
die Spanne für Erzieherinnen in normaler Tätigkeit zwischen 2.370,- und
3.290 Euro im Monat. In ihrer Rechnung unterschlagen die Arbeitgeber
schlicht die erste Stufe der Entgelttabelle und tun so also ob alle am Ende
der Berufslaufbahn die Entgeltgruppe S 9 erreichen. Die ist aber nur für
ErzieherInnen „mit fachlich koordinierenden Aufgaben für mindestens drei
Beschäftigte mindestens der Entgeltgruppe S 8‘‘ vorgesehen. Anders als die
VKA suggerieren will, erreicht die große Mehrzahl der KollegInnen dieses
Gehalt niemals.
Zugleich hat die VKA die Gewerkschaften aufgefordert, nächste Woche an den
Verhandlungstisch zurückzukehren. Dazu haben die Gewerkschaften erklärt,
dass das Angebot der VKA unzureichend ist, sie aber bereit sind, die
Verhandlungen auch sehr kurzfristig wieder aufzunehmen.
Die GEW wird ihre Streiks fortsetzen bis die VKA den ernsthaften Willen
erkennen lässt, über eine Aufwertung des gesamten Berufsfeldes zu
verhandeln.
Weitere Informationen zu den Verhandlungen und den GEW-Aktionen auf
www.gew.de/EGO
Frankfurt, den 29. Mai 2015
Oliver Brüchert
GEW-Hauptvorstand
Reifenberger Str. 21
60489 Frankfurt
Tel. 069-78973-0