Musterlösungen

Hochzeitsfloristik
Brautschmuck
Musterlösungen zu den Fragen und Aufgaben zur Brautschmuck-Lern-DVD
Die Brautschmuck-Lern-DVD vermittelt Wissen und Können nicht theoretisch und abstrakt, sondern
durch aussagekräftige Bilder. So erhält jeder Zuschauer bzw. Lernende eine klare, bildhafte Vorstellung von den Fakten. Die folgenden Lösungen sind mit diesen konkreten Vorstellungen im Kopf
sicher und leicht zu finden.
Zu Aufgabe 01
Die vorbereitenden Arbeitsschritte sind: Werkstoffe putzen und anschneiden, kurz in ein Konditionierungsmittel tauchen, das die Wasseraufnahme an den Leitbahnöffnungen optimiert, und sofort
danach in Wasser mit Blumenfrischhaltemittel stellen.
Zu Aufgabe 02
Hygiene und ein Säubern von Vasen, Messern und Scheren mit entsprechenden Mitteln ist für
einwandfreie florale Ware mit guter Haltbarkeit unverzichtbar. Die sonst auf den Innenflächen von
Gefäßen und auf den Schneideflächen von Werkzeugen vorhandenen Bakterien würden zum einen
im Vasenwasser Stoffe freisetzen, die den Werkstoffen schaden, zum anderen würden sie die Leitbahnen bzw. deren Öffnungen an den Schnittstellen der Werkstoffe verstopfen. Mit den Werkzeugen
überträgt man im Übrigen diese Bakterien.
Zu Aufgabe 03
Neben vorbereitenden Techniken wie Stützen und Andrahten kommen folgende Techniken zum Einsatz:
• Bindetechnik mit natürlichen, zuweilen geschienten oder gestützten Stielen
• Bindetechnik mit knapp oberhalb der Bindestelle angedrahteten Stielen
• Bindetechnik mit vollständig durch Draht ersetzten Stielen (englische Technik)
• Kombination der vorgenannten Techniken
• Stecktechnik mithilfe von Brautstraußhaltern
Zu Aufgabe 04
Alle Steckschaumprodukte werden zum Wässern lediglich auf die Wasseroberfläche gelegt, wo sie
unter Aufsaugen des Wassers allmählich ein- bzw. absinken. Dafür muss das Gefäß ausreichend
groß sein. Nur so ist gewährleistet, dass auch der innere Bereich des Schaums vollständig von Wasser
durchdrungen wird. Auf jeden Fall ist ein Untertauchen oder das vollständige äußere Bespritzen des
Steckschaumteils zu vermeiden, denn dabei würde nur der äußere Bereich des Schaums durchnässt. Die Luft kann danach aus dem noch trockenen Inneren nicht mehr entweichen. Das liegt
daran, dass die in den haarfeinen Hohlräumen der Schaumstruktur wirksame Kapillarität die Wassermoleküle so stark festhält, dass die Luft diese durchnässte Außenschicht nicht mehr durchdringen
kann. In Folge kann dann auch kein weiteres Wasser in den Schaum eindringen.
Zu Aufgabe 05
Die wesentlichen Formen von Brautstraußhaltern sind:
• Brautstraußhalter mit gerade angesetztem Griff und in fast alle Richtungen offenem Steck-
schaum körbchen: Der Halter eignet sich vorrangig für Brautsträuße, in denen ein Teil der
Werkstoffe rundherum auch schräg nach unten weisend bzw. abfließend verarbeitet werden. Tropfen- und Kugelformen sowie besonders weit herabgezogene Kuppeln sind damit gut zu erarbeiten.
• Brautstraußhalter mit gerade angesetztem Griff und nur im oberen Kuppelbereich offenem
Steckschaumkörbchen: Hier werden die Werkstoffe von oben und seitlich maximal im 90° Winkel eingesteckt. Kuppelformen sind so zu gestalten.
• Brautstraußhalter mit abgewinkeltem Griff und in fast alle Richtungen offenem Steckschaumkörb-
chen: Sie eignen sich besonders für alle abfließenden Brautstraußformen, wie Tropfen und Wasser-
fall. Das Körbchen neigt sich dabei bereits in Richtung des abfließenden Straußteils vor, so dass Werkstoffe auch exakt senkrecht von unten eingesteckt werden können. Zugleich erhöht sich der Tragekomfort für die Braut, da der Halter die Vorwärtsneigung der Hand, die den Strauß hält,
anatomisch günstig unterstützt.
• Brautstraußhalter mit aufschraubbarem Griffende: In diesen Haltern reicht der Steckschaum im
Griffinneren bis an die beim Aufschrauben entstehende Öffnung, so dass ein Nachwässern durch Einstellen in eine Vase problemlos möglich ist. Alternativ kann im Griff ein Vlies-Streifen eingefügt sein, der das Vasenwasser durch Saugkraft (Kapillarität) an den Steckschaum heranführt.
• Brautstraußhalter mit relativ dünnem Griff und/oder mit kleinem Steckschaumkörbchen: Diese
Formen sind für kleine Straußvarianten (Standesamtsstrauß, Brautführerstrauß) oder für kleine Hände bzw. Kinderhände geeignet.
• Brautstraußhalter mit Metall-Optik des Kunststoffteils: Bei solchen Haltern entfällt die Griffgestaltung,
da die edel wirkende silber- oder goldfarbene Oberfläche nicht verdeckt werden soll und muss.
Zu Aufgabe 06
Klebetechniken in der Brautschmuckgestaltung sind:
• Einsatz von Floralkleber zur Fixierung von Blüten oder Blütenblättern, z. B. auf einem Zierdraht-
gerüst, auf Ranken oder langen Gräsern. Der Kleber sollte auf dem zu verklebenden Werkstoff zunächst ein wenig antrocknen, damit er beim tatsächlichen Positionieren schon ausreichenden
Halt entwickelt, so dass man das Blatt bzw. die Blüte nicht mehr zeitraubend Stück für Stück
festhalten muss.
• Einsatz von Blattwerkkleber zum Fixieren von Laubblättern, also flächigem Werkstoff, der in Form einer Kutikula, die die meisten Laubblätter bedeckt, eine Wachsschicht aufweist. Dies erfordert die entsprechenden speziellen Eigenschaften des Klebstoffs, der im Übrigen, wie zuvor beschrieben, ebenfalls vor dem eigentlichen Kleben etwas antrocknen sollte.
• Einsatz von doppelseitigem, teils auch transparentem Klebeband, z. B. zum Fixieren von Band bei der Griffgestaltung, teils auch zum Kleben von Blattwerk geeignet.
• Einsatz von Heißkleber hauptsächlich zum Fixieren von nichtfloralen Materialien wie Band auf
einem Brautstraußhaltergriff. An verdeckten Stellen auch auf unempfindlichen floralen Werkstoff-
teilen wie Stielen einsetzbar, z. B. beim Hinterkleben einer Kopfkranzwicklung mit Band.
• Sprühkleber zum flächigen Kleben, z. B. von Schlagmetall, oder zum Kleben von Kleinteiligem auf
Flächen, z. B. von kleinen Federn auf eine Straußmanschettenform.
Zu Aufgabe 07
Der Einsatz von Stecktechnik auf Basis von Brautstraußhaltern ist, zumindest im Vergleich zu Techniken, die umfangreiches Andrahten erfordern, zeitsparend. Außerdem hat man beide Hände frei, da
der Halter in einem Labor- oder Arbeitsständer fixiert wird und das Werkstück nicht in einer Hand
gehalten werden muss. Daher ist auch eine Arbeitsunterbrechung, etwa zum Vorbereiten weiterer
Blüten und Blätter oder um einen Kunden zu bedienen, problemlos möglich. Schließlich ist im Vergleich
mit Brautsträußen, in denen die Werkstoffstiele durch Andrahtungen ersetzt wurden, eine weitere
Wasserversorgung und damit eine längere Haltbarkeit möglich.
Zu Aufgabe 08
Wenn zuvor geputzte Blumenstiele für späteres Biegen geschient werden müssen, schneidet man
zunächst je Stiel zwei ca. fünf Zentimeter lange Drahtstücke zurecht. Draht einer Stärke von 0,8 bis
1,0 mm ist in den meisten Fällen ausreichend. Diese beiden Stücke werden rechts und links des
Stiels im beabsichtigten Biegebereich angelegt und mithilfe von Floraltape fixiert. Wenn gesichert
ist, dass die Biegung später nicht nass wird, kann außer dem Kautschuktape auch das wasserempfindlichere Krepptape eingesetzt werden. Das Biegen erfolgt vorsichtig und mit so wenig Druck wie
möglich, damit der Stiel weder gequetscht noch unversehens geknickt wird, denn dabei würden die
Wasser führenden Leitbahnen zerstört und schnelles Welken des Werkstoffs wäre unvermeidlich.
Zu Aufgabe 09
Soll ein Blumenstiel angedrahtet werden, wählt man zunächst einen Draht passender Stärke und
Länge. Um vermeidbares Gewicht im Brautstrauß zu sparen, muss der Draht so dünn wie möglich
sein. Dennoch muss er dick, d. h. stark genug sein, um den Werkstoff in Position zu halten. Er darf,
wenn man den angedrahteten Werkstoff schließlich am Draht waagerecht vor sich hält, nicht durch
das reine Werkstoffgewicht verbogen werden. Hier heißt es, Erfahrung zu sammeln. Den gewählten
Draht legt man je nach Stielstärke ein bis zwei Zentimeter oberhalb der Schnittstelle quer über den
Werkstoffstiel. Dabei bleibt der Draht auf einer Seite lang und ragt auf der anderen Seite des Stiels
nur ein bis zwei Zentimeter über diesen hinaus (Hinweis: beim Angabeln formt man zwei etwa gleich
lange Enden). Nun fasst man Draht und Stiel an der entsprechenden Stelle mit zwei oder drei Fingern der einen Hand, greift mit der anderen das lange Drahtende und führt dieses mit weiten Kreisbewegungen um den Stiel, so dass sich eine gleichmäßige Drahtspirale am Stielende bildet. Diese
Spirale darf nicht zu eng sein, damit der Stiel nicht abgequetscht wird, muss diesen aber doch fest
genug halten, damit er nicht herausrutscht. Die weite Kreisbewegung ist erforderlich, weil ein kurz
gefasstes langes Drahtende und enge Bewegungen mehr Kraft zum spiraligen Biegen des Drahts
erfordern würden, diese größere Kraft jedoch zugleich die Gefahr eines Abquetschens oder Brechens
des Werkstoffstiels erhöht.
Zu Aufgabe 10
Zwei in der Größe nicht ganz gleiche Efeublätter werden so geschichtet, dass sowohl die Übergangsbereiche von den Stielen zur Blattspreite als auch die Mittelrippen möglichst exakt aufeinanderliegen. Dann sticht man möglichst knapp neben den Mittelrippen den gewählten dünnen
Stützdraht, bei kleinen Blättern auch feinen Silberdraht, durch beide Blätter hindurch. Den Draht
führt man danach quer über die Mittelrippen und sticht ihn knapp daneben wieder zurück. Nun
werden beide Drahtenden so zu den Stielen der Blätter heruntergebogen, dass ein Drahtbogen mit
einem kurzen und einem langen Schenkel entsteht. Der kurze Drahtbogenschenkel endet möglichst genau dort, wo auch die Blattstiele enden. Dieser Drahtbogen stützt die Blattschichtung und
fixiert zugleich die Blätter aufeinander. Der lange Drahtschenkel kann nun gefasst und spiralförmig
in zwei bis drei Windungen um die parallel aneinanderliegenden Stiele sowie das kurze Drahtende
gebogen werden. So ist mit ein und demselben Draht in einem Arbeitsvorgang die Blattschichtung
gestützt und angedrahtet. Beim gesamten Vorgang ist insbesondere darauf zu achten, dass die
Durchstichlöcher nicht eingerissen bzw. vergrößert werden.
Zu Aufgabe 11
Die einzelnen Schritte beim Gestalten eines kuppelförmigen Brautstraußes sind:
• Auswählen eines Brautstraußhalters mit geradem Griff und im oberen Bereich offenen Steck-
schaumkörbchen
• Wässern dieser Steckbasis ohne Untertauchen
• Einklemmen des Brautstraußhalters in den Arbeitsständer
• Stecken der unteren Blattabdeckung, wenn gewünscht und gestalterisch erforderlich
• eventuell Bestecken der Kuppel mit feinem Grünwerkstoff, um die Basis vorab schon abzudecken
• Einstecken der wesentlichen Blüten, so dass die Kuppelform in ihren Proportionen und Ausmaßen bereits andeutungsweise erkennbar wird
• Ausstecken der Bereiche zwischen diesen Hauptblüten, so dass die Kuppel schließlich vollständig ausgestaltet ist
• eventuell Anbringen von überspielenden Elementen wie Ranken, Zierdrähte, zuvor gebildete Band-
schleifen etc.
• Lösen des Brautstraußes aus dem Arbeitsständer
• Bewickeln des Griffs mit Band unter Verwendung eines passenden Klebehilfsmittels
• eventuell erneutes Fixieren im Ständer zur Zwischenlagerung bis zur Abholung
Zu Aufgabe 12
Bei der als englische Brautstraußtechnik bezeichneten Technik kann man auch von Volldrahttechnik sprechen, da bei allen Werkstoffen die Stiele nahezu vollständig entfernt und durch Drahtungen
ersetzt werden. Es werden möglichst dünne Drähte gewählt, die das jeweilige Werkstoffgewicht
gerade eben tragen können. Einige, zuweilen auch alle Drahtungen werden zusätzlich mit Floraltape
bewickelt, weil die blanken Drähte beim folgenden Aneinanderlegen leicht gegeneinander verrutschen würden. Dagegen weist das Tape eine bessere Griffigkeit und eine gewisse Klebrigkeit auf,
so dass damit der konstruktive Halt innerhalb der technischen Struktur des Straußes optimiert wird.
Nachdem alle erforderlichen Werkstoffe wie beschrieben angedrahtet sind, werden sie, von der
Straußspitze aus beginnend, auf einem starken, zentralen Draht fixiert, der zuvor ebenfalls getapt
wurde. Das Fixieren erfolgt mit zwei technischen Vorgehensweisen: Die Werkstoffdrähte werden
jeweils in einer lang gezogenen, keinesfalls engen Spirale um den zentralen Draht gebogen und
zusätzlich wird, quasi gleichzeitig, diese Verdrahtung mit Floraltape gesichert. Für einen besonders
schlanken mittigen Drahtbereich können alle Drähte auch lediglich parallel angelegt und nur durch
Tape aneinander fixiert werden. In jedem Fall werden die Einzeldrähte nach wenigen Zentimetern
abgeschnitten, sonst würde die Drahtung schließlich zu dick und der Strauß zu schwer. Aus demselben Grund darf auch das spiralige Verdrehen nicht dicht und eng erfolgen, denn dabei entstünde
ebenfalls ein zu dicker Drahtbereich. Hat man die Straußspitze gebildet, bleibt nur noch der hintere
bzw. rückwärtige Teil, der annähernd wie ein halber Kuppelstrauß geformt werden muss. Demgemäß
können die Werkstoffdrähte hier nun wie die parallel aneinander gelegten Stiele eines Biedermeierstraußes oder weiterhin in einer schwach ausgebildeten Spirale gefasst werden. Schließlich kürzt
man den Drahtstiel auf Handbreite. Damit er nicht so drahtig hart in der Hand der Braut liegt, wird er
mit einem Papiertaschentuch gepolstert, das mit Tape fixiert wird. Abschließend erfolgt das Bewickeln
mit passendem Band.
Zu Aufgabe 13
Die Rosenblütenblätter werden zunächst grob nach Größe sortiert und dann zu zweit oder dritt
geschichtet gefasst. Einen halben bis einen Zentimeter oberhalb der Blattbasis sticht man sodann
einen aus feinem Silberdraht geformten und ca. ein Zentimeter breiten Drahtbogen durch die Blütenblätterschichtung. Diesen Vorgang wiederholt man mit einem zweiten Drahtbogen von der anderen
Seite der Blätter aus, so dass die Blattbeschichtung quasi zwischen den beiden Drahtbögen eingeklemmt ist. Alle Drahtbogenschenkel sind ungefähr gleich lang und werden nun knapp unterhalb der
Blattbasen zusammengefasst. Mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand greift man die Blätterschichtung im Bereich der durchgestochenen Drähte fest, aber ohne Quetschung, da Druck auf den
Drähten die Blütenblätter schnell beschädigen kann. Dann werden die Drahtschenkel in zwei bis drei
Windungen miteinander verdreht. Besonders bei diesem Vorgang müssen die Finger die Blätter wiederum fest genug halten, sonst reißen die Durchstichstellen in den Blütenblättern ein oder werden
unbeabsichtigt vergrößert. Der Ausgleich zwischen ausreichend festem und nicht zu festem Halten
ist nur mit Gefühl und ein wenig Übung zu erreichen.
Zu Aufgabe 14
Eine ausreichende Menge an Blütenblättern wird so, wie in der vorhergehenden Aufgabe beschrieben, angedrahtet. Dabei kann bereits nach größeren und kleineren Blättern in drei bis vier Abstufungen sortiert werden. Dann wählt man einen Brautstraußhalter in entsprechender Größe. Da Drähte
in normalem Frischblumensteckschaum weniger gut halten als in Trockenblumensteckschaum, ist
ein Halter vorzuziehen, der mit dieser Steckschaumvariante gefüllt ist. Da Blütenblätter keinen Stiel
zum Einstecken haben und keine Spaltöffnungen aufweisen, weswegen sie weniger transpirieren als
Laubblätter, entfällt ohnehin die Notwendigkeit einer Wasserversorgung. Der gewählte Brautstraußhalter wird in einen Arbeitsständer eingeklemmt und, von außen bzw. unten beginnend, werden
die gedrahteten Blattschichtungen in konzentrischen Kreisen eingesteckt. Eventuell wird noch ein
Kreis von Laubblättern eingesteckt, der den unteren Abschluss bildet und, bezogen auf die schließlich entstehende Riesenblütenform, dem Kelchblattkreis entspricht. Man beginnt jedenfalls mit den
größten Blütenblättern und wechselt nach und nach zu immer kleineren Blättern, bis man schließlich
das Zentrum der Glamelie erreicht hat. Hier kann man verschiedene zentrale Schmuckelemente
einfügen, z. B. eine Blütenknospe, einen Schmuckstein, einen Blütenboden ohne Blütenblätter, eine
kleine Frucht usw. (Hinweis: Bei einer in Draht-Binde-Technik gearbeiteten Glamelie würde man mit
der Gestaltung beim Zentrum beginnen, eine Vorgehensweise, die auch mit dem Brautstraußhalter
möglich wäre, jedoch in der Regel ungünstiger ist, da der abschließende untere Randbereich zum
Schluss nur noch schlecht erreichbar wäre.)
Zu Aufgabe 15
Bei der Ausgestaltung von Unterseite und Griff eines Brautstraußes geht es um zwei Ziele.
• Erstens soll die Technik in Form der technischen Hilfsmittel vollständig verdeckt werden, so dass auch hier die Gestaltung ungeschmälert wirken kann.
• Zweitens sollen sich Brautstraußgriff und die der Hand aufliegende Straußunterseite für die Braut gut anfühlen, so dass der Brautstrauß damit so angenehm wie möglich zu tragen ist. Drähte,
nackte Blütenstiele oder gar Drahtspitzen und Dornen dürfen niemals zu sehen oder zu fühlen sein.
• Drittens geht es hier auch um die sichere Vermeidung von Verletzungsgefahren oder einer
Beschädigung des Brautkleides.
Zu Aufgabe 16
In der einfachsten Form wird der Brautstraußgriff zunächst mit Tape, eventuell zuvor mit einem
polsternden Papiertaschentuch, bedeckt und dann mit zur Blütenfarbe im Strauß passendem Band
bewickelt. Die Fixierung kann mit Stecknadeln oder doppelseitigem Klebeband erfolgen.
In ähnlicher Weise ist der Einsatz von Kordel statt Band denkbar, wobei eine unten eingesteckte
Schmucknadel oder ein aufgeklebter Schmuckstein den Griffabschluss akzentuiert.
Alternativ kann eine passende Pappröhre über den Brautstraußgriff geschoben und mit Nadeln
oder Heißkleber fixiert werden. Gestaltet wird diese Röhre z. B. mit Schlagmetall und Kordel oder im
Ganzen mit einem Stoffüberzug.
Eine Erweiterung bzw. Verlängerung des Griffs ist unter anderem mit langen Gräsern oder mit Bändern
bzw. Zierdrahtfädelungen möglich, wobei die eigentliche Griffstelle wiederum mit Band bewickelt wird.
Zu Aufgabe 17
Drahtungen werden mit Floraltape bewickelt, weil die blanken Drähte beim Aneinanderlegen leicht
gegeneinander verrutschen würden. Außerdem wird der eigentliche Drahtungsbereich, d. h. die den
Stiel umschließende Drahtspirale mit dem in der Regel grünen Floraltape verdeckt, wobei zugleich
die noch offene Schnittstelle geschlossen wird. Früher diente das Tapen auch dazu, nasse Watte an
der Schnittstelle anzubringen. Dabei wird die harte, zuweilen etwas knotig aussehende Drahtungsstelle zwar geglättet, ein Wasserversorgungseffekt ist aber minimal, nicht zuletzt weil das Wasser
beim erforderlichen festen Aufwickeln des Tapes weitgehend wieder aus der Watte herausgedrückt
wird. Die schließlich trockene Watte kann schlimmstenfalls dem Werkstoff sogar das Wasser entziehen.
Zu Aufgabe 18
Brautstraußformen sind z. B. kuppelförmiger Brautstrauß, umgekehrt tropfenförmiger Brautstrauß,
wasserfallartiger Brautstrauß, kugelförmiger Brautstrauß, bogenförmiger Brautstrauß und geschwungener Arm-Brautstrauß.
Zu Aufgabe 19
Der Draht wird mittig zusammengebogen. In die Biegung werden zwei überkreuz gelegte Zweigstückchen eingearbeitet. Dann werden die beiden langen Drahtenden durch die Steckschaumkugel
gesteckt. Das Kreuz verhindert nun ein Durchziehen des Drahts. An der Austrittsstelle wird wieder
ein Zweigstückchen aufgelegt und durch Verdrehen der Drähte ebenfalls fixiert.
Alternativ ist statt der Zweigstückchen die Verwendung je eines Pinholders an der Ein- und Austrittsstelle des Drahts möglich, wobei der Draht durch die Löcher in der Basisplatte der Pinholder
gesteckt wird und deren Dornstifte jeweils in die Kugel eingesteckt werden.
Wird eine in ein Kunststoffnetz eingepackte Steckschaumkugel verwendet, kann der Draht jeweils
an den Stellen am besten eingesteckt und gesichert werden, wo das Netz zum Verschließen mit
einer Drahtöse zusammengefasst ist.
Zu Aufgabe 20
Brautschmuckformen, die nicht auf einer Straußform basieren, sind z. B. Brautschmuck-Zepter,
Brautschmuck-Muff, Brautschmuck-Herz, Brautschmuck-Spindel, Brautschmuck-Kugel, Brautschmuck-Zapfen, Brautschmuck-Stola, Brautschmuck-Kranz, Brautschmuck-Tasche, BrautschmuckTüte, Brautschmuck-Blütenkaskade, Brautschmuck-Einzelblüte.
Zu Aufgabe 21
Zur Befestigung eines floralen Ansteckers können folgende Hilfsmittel dienen:
• verschiedene Magnethalter, die meist am floralen Teil angeklebt werden
• in den Anstecker integrierte, z. B. eingebundene Haarklammern
• eingebundene selbstgebogene Drahtklammern
• fertige, T-förmige Gala-Clips mit integrierter Sicherheitsnadel
• normale Sicherheitsnadeln
Zu Aufgabe 22
Ein zur Lagerung fertiger Brautstrauß wird zunächst fein mit Wassernebel übersprüht. Daher enthält
er in der Regel noch keinerlei Bandschmuck, da dieser gegen Wasser empfindlich ist und erst später
eingefügt werden kann. Der übersprühte Brautstrauß wird in Folie locker eingepackt, damit unter
dieser durch das aufgesprühte Wasser ein feuchtes Kleinklima entsteht, in dem die Werkstoffe so
gut wie nichts verdunsten und ihre Zellen voll turgeszent bleiben. Die Folie darf nicht auf den empfindlichen Blüten aufliegen, weshalb sie z. B. durch eingesteckte Drahtbögen auf Abstand gehalten
wird. Ähnlich sind kurze Splittstäbe verwendbar. Der so verpackte Brautstrauß wird, wo möglich
und nur wenn keine gegen Kälte empfindlichen Blüten enthalten sind, in einen dunklen Kühlraum
bei etwa 8 bis 10° C gestellt, um damit die Transpiration und die sonstigen Lebensvorgänge in den
Zellen der Werkstoffe zu verlangsamen und daher die Haltbarkeit zu verlängern. Jedenfalls ist aber
möglichst ein dunkler, eher kühler Ort für die Lagerung zu wählen.
Zu Aufgabe 23
Drahtenden können an der Hand der Braut zu Kratzern und Stichen bis hin zu regelrechten Wunden
führen. Der Stoff des Brautkleides kann durch gerade Drahtenden, aber auch durch zu Ösen gebogene Enden beschädigt werden, zumindest kann es passieren, dass Fäden gezogen werden.
Insbesondere wenn der Draht mit einem Seitenschneider oder einer Kneifzange gekürzt wurde, ist
er regelrecht scharf und spitz. Jegliche Drahtenden müssen demnach entweder mit Floraltape und,
etwa beim Brautstraußgriff, möglichst mit Band kaschiert werden. Oder sie werden, z. B. bei einem
Braut-Muff, weit in das Werkstück hinein- bzw. zurückgebogen. Nirgendwo darf ein Draht aus dem
Brautschmuck auch nur geringfügig herausragen. Eine besondere Gefahr geht von Drahtenden dann
aus, wenn der Brautstrauß, wie heute vielfach üblich, nach der Trauung ungezielt geworfen wird, damit
ihn eine zukünftige Braut auffangen kann. Die Gefahrenvermeidung ist hier nur durch absolut perfekte
und sichere handwerkliche Verarbeitung möglich. Lösen sich nämlich Werkstoffe oder stehen Drähte
heraus, sind Verletzungen vorprogrammiert. Ergänzend wird das Brautpaar entsprechend beraten.
Zu Aufgabe 24
Die Schnittstellen der verwendeten Werkstoffe können zuvor in farbloses Wachs getaucht oder, nach
einer Antrocknungsphase, mit Floralkleber verschlossen werden. Die zweite Vorgehensweise ist
auch im bereits fertigen Werkstück noch möglich.
Zu Aufgabe 25
Auf die später am Kopf anliegende Unter- bzw. Rückseite des Haarschmucks wird nach Fertigstellung der Gestaltung ein weiches Samt- oder Veloursband geklebt. Wenn es die Werkstoffe aufgrund
relativer Unempfindlichkeit zulassen, kann dabei Heißkleber, möglichst in Niedrigtemperatur-Qualität,
eingesetzt werden, ansonsten ist mit Floralkleber oder doppelseitigem Klebeband zu arbeiten.