KFV Info Nr. - Kärntner Forstverein

KÄRNTNER
FORSTVEREIN
Nr. 75 - Sept. 2014
I N F O R M AT I O N
P.b.b. | 14Z040101 M | Kärntner Forstverein, Mageregger Straße 175, 9020 Klagenfurt
Österreichische Forsttagung
und Holzmesse in Klagenfurt
Ein wichtiges Gemeinschaftsprojekt ist in diesem Jahr die Durchführung der Österreichischen Forsttagung: In Zusammenarbeit mit
dem Lebensministerium und dem Österreichischen Forstverein veranstaltet der Kärntner
Forstverein mit den Kärntner Messen Klagenfurt vom 3. bis 5. September 2014 die Österreichische Forsttagung.
Seiten 2–3ff
Internationale
Fachmesse für
Forstwirtschaft
Sägewerkstechnik
Transport & Logistik
Bioenergie
Holzmesse Klagenfurt
Mit über 460 Fachausstellern aus 22 Nationen ist das Messeduo „Internationale Holzmesse HOLZ&BAU“ der wichtigste Marktplatz
in Mittel- und Südosteuropa. Hier finden Sie
Klagenfurter
Österreichische
auf
einer Ausstellungsfläche von 46.000
Quadratmetern alle Marktführer und die neuesten Trends.
Seite 4
Holz&bau
Holzbautechnik
& Holzprodukte
Tischlereibedarf
& Ausstattung
Klagenfurter
Internationale
Forst-&
Forsttagung
Holzimpulse
Gelungener Walderlebnis3.-5.sept.
tag in Klagenfurt
Aus Anlass der Woche des Waldes veranstalteten die Bezirksforstinspektion Klagenfurt
und der Kärntner Forstverein gemeinsam mit
der Forst- und Holzwirtschaft
Klagenfurterdes Bezirkes, am
Donnerstag, dem 12. Juni 2014,
& am Neuen
Platz in Klagenfurt unter dem Motto „Der
Wald kommt in die Stadt“ einen gelungenen
Walderlebnistag.
Seite 27
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3.-5.
sept.
2014
2014
2014
2014
Klagenfurter
Österreichische
ForstForst-&
tagung
Holzimpulse
Anmeldung unter www.holzmesse.info
Österreichische
Das aktuelle Kursangebot der Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach des BFW finden Sie
auf Seite 41.
3.-5.september
KLAGENFURT
ForstHolzimpulse
3.-5.
Forstsept.
Kurse
in Ossiach
tagung
Forsttagung
Holz 4.-7.
messe sept.
2014
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Forst-&
Holzimpulse
Österreichische
MESSEGELÄNDE KLAGENFURT
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MIT
UNTERSTÜTZUNG 1
DES LANDES KÄRNTEN
KÄRNTNER FORSTVEREIN - Aktiv für den Wald.
www.holzmesse.info
28.05.14 10:44
F O R S T T A G U N G
Internationale Holzmesse mit
Österreichischer Forsttagung
Wieder einmal ist die Österreichische Forsttagung zu Gast
in Kärnten. Das diesjährige
Tagungsthema führt uns zu
einem zentralen Bedarf der
erfolgreichen Wertschöpfungskette Wald und Holz, nämlich
den Menschen, die hinter der
erfolgreichen, aktiven Waldbewirtschaftung stehen.
13.00 Uhr
Österreichische Forsttagung 2014 und
Klagenfurter Forst- & Holzimpulse
17.00 Uhr
Ordentliche Vollversammlung des Österreichischen Forstvereins
ab 18.30 Uhr „woodlake”
Abendempfang im Schloss Loretto
Kärntner Messen, Klgft.
Österreichischer
Forstverein, Wien
Kärntner Forstverein
Details:
siehe Seiten
18 – 33.
Abfahrt:
7.30 Uhr
Minimudus
Klagenfurt
Freitag, 5. September
Im Rahmen der Österreichischen Forsttagung finden heuer 8 Exkursionen statt.
Stärker denn je muss es uns gelingen,
die ländliche Bevölkerung für eine
motivierte und verantwortungsbewusste
Waldbewirtschaftung zu gewinnen.
Mehr denn je brauchen wir die Potenziale, die uns eine intensive Nutzung
der Ressource Holz bieten, natürlich im
Rahmen der Nachhaltigkeit. Dort liegt
nämlich der Schlüssel zum Erhalt der
ländlichen Regionen: ohne Forstwirtschaft keine Menschen in den ruralen
Bereichen, ohne Menschen keine Forstwirtschaft mit großartigen Wertschöpfungspotenzialen.
In diesem Sinne versuchen wir einen
intensiven Dialog mit allen, die in der
Wertschöpfungskette etabliert sind, um
künftige Generationen für das Projekt
„Wald und Holz“ zu begeistern!
Mittwoch, 3. September
10.00 Uhr
Sitzungen von Fachausschüssen des
Österreichischen Forstvereins, lt. gesonderter Ausschreibung
15.00 Uhr
Sitzung des Hauptausschusses des Österreichischen Forstvereins, lt. gesonderter
Ausschreibung
19.00 Uhr
Abendempfang
und
gemeinsames
Abendessen mit Kärntner Kulinarik und
Kultur im Jägerhof Schloss Mageregg
Donnerstag, 4. September
10.00 Uhr
Eröffnung der 53. Internationalen Holzmesse Klagenfurt mit der Verleihung des
Innovationspreises für die Forst- und
Holzwirtschaft (Messe-Foyer, Haupteingang St. Ruprechter Straße)
Seite 2
Übersicht Exkursionen
• EXKURSION 1
• EXKURSION 5
• EXKURSION 2
• EXKURSION 6
Forstliche Ausbildungsstätte
Ossiach des BFW
Bildungspartnerschaften zur
Sicherung von Humanressourcen
ORT: Ossiach
Waldpflegeverein und Landesforstdienst
Wertschöpfungskette –
Von der Waldpflege bis zum Fertighaus
ORT: Unteres Lavanttal/St. Paul
• EXKURSION 3
Österreichische Bundesforste AG
Schutzwaldprojekt Bleiberger Erzberg –
wo liegen die Grenzen forstlichen
Handelns?
ORT: Bleiberg
• EXKURSION 4
Pro Silva Austria
Ertragsoptimierung im Naturverjüngungsbetrieb mit Qualitätsarbeit
und Wertschöpfungskette
ORT: Bad St. Leonhard im Lavanttal
Kyrle’sche Forstverwaltung Hollenburg
Buchenmischwald-Bewirtschaftung
in den Karawanken
ORT: Maria Rain, Rosental und
Keutschach
Waldverband Kärnten und
WWG Kärnten GmbH
Waldverband Kärnten –
Service für Kleinwaldbesitzer
ORT: Brückl
• EXKURSION 7
CeSFAM von Paluzza,
Landesforstdienst von
Friaul-Julisch-Venetien
Wald, Holz in Friaul-Julisch Venetien
ORT: Paluzza, Sutrio
• EXKURSION 8
Slowenischer Forstdienst
Eisbruch-Katastrophe in
Sloweniens Wäldern
ORT: Postojna
KFV Info 75/September 2014
F O R S T T A G U N G
Österr. Forsttagung &
Forst- und Holzimpulse
Die Österreichische Forsttagung
und die Klagenfurter Forst- &
Holzimpulse stehen unter dem
Thema: „Ist die Forst- und
Holzwirtschaft attraktiv genug
am Arbeitsmarkt?” Wir fragen
nach!
Donnerstag, 4. September
12.00 Uhr / Messe-Centrum 5, OG, Foyer
Gemeinsames Mittagsbuffet
13.00 Uhr: Eröffnung und Begrüßung
Albert GUNZER,
Präsident der Klagenfurter Messe
Betriebsges.m.b.H,
1. Vizebürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee
DI Mag. Johannes WOHLMACHER,
Präsident des Österr. Forstvereins
DI Andrä RUPPRECHTER, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft
13.30 Uhr: Beschäftigung in der Forstund Holzwirtschaft als Basis und
Motor für die Entwicklung des ländlichen Raums in Europa und Österreich
EU-Regionalkommissar Dr. Johannes
HAHN (angefragt)
14.00 Uhr: Am Anfang war der Holzknecht – vom Erfahrungswissen zur
forstlichen Bildung
DI Andreas FISCHER, Chefredakteur
Österr. Forstzeitung
14.20 Uhr: Geniale Holzjobs – so vielfältig sind die Berufe in der Forst- und
Holzwirtschaft heute
Mag. Georg BINDER, Geschäftsführer
proHolz Österreich
14.40 bis 15.00 Uhr - Kaffeepause
PROGRAMM
15.00 Uhr: Knochenjob, Naturverbundenheit, Büroalltag – Image und
Wirklichkeit der Arbeit in der Forst- und
Holzwirtschaft.
Vier ArbeitnehmerInnen aus der Forstund Holzwirtschaft erzählen in einer
moderierten Diskussionsrunde aus der
Praxis
KFV Info 75/September 2014
15.30 Uhr: Der Arbeitsmarkt aus
Unternehmersicht – Erwartungen und
Angebote an die ArbeitnehmerInnen
OFM Dr. Lutz PICKENPACK, Forstbetrieb; Franz Mayr-Melnhof-Saurau;
Dipl.-Betriebswirt (FH) Roland PFLIEGER, Binder Beteiligung AG
16.00 Uhr: Nischendasein oder Karriereschmiede – wie zukunftsfähig ist die
Ausbildung in der Forst- und Holzwirtschaft?
DI Martin NÖBAUER, Abteilungsleiter
der Abteilung IV/2 – „Forstliche Ausund Weiterbildung“ im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft
Univ.-Prof. DI Dr. nat. techn. Dr. h. c.
Alfred TEISCHINGER, Universität für
Bodenkultur Wien, Institut für Holzforschung
Wichtige Termine
•Österreichische Forsttagung
(3. bis 5. September 2014)
•Internationale Holzmesse
(4.­bis 7. September 2014)
•Landeswaldbauerntag
auf der Holzmesse
(7. September 2014, 9.30 Uhr)
•Forststudienreise „Kroatien“
(1. bis 5. Oktober 2014)
•Forsttechnik im Bauernwald
(Ossiach, 5. November 2014)
•Kurse in Ossiach (Seite 41)
Aus dem Inhalt
Forsttagung mit Exkursionen
Forsttagungs-Programm 2
Forst- und Holzimpulse
3
Programm der Int. Holzmesse 4
Der Kärntner Forstverein
5
Österr. Forsttagungen in Kärnten
8
16.30 Uhr: Regionalität und Attraktivität – aktuelle Studienergebnisse zum
Arbeitsmarkt der Forst- Holz- Branche in
der Steiermark
DI (FH) Erhard PRETTERHOFER,
Geschäftsführer Holzcluster Steiermark
Exk. 1: Ausbildungsstätten –
16.45 Uhr: Diskussion und Zusammenfassung
Moderation: Dr. Rainer EDER, Österreichischer Agrarverlag Simultanübersetzung: Englisch/Serbisch/Kroatisch/
Slowenisch/Italienisch
Exk. 5: Forstverwaltung Hollenburg18
17.00 Uhr: Ordentliche Vollversammlung des Österreichischen Forstvereins
Tagesordnung
1. Eröffnung und Begrüßung
2. Bericht des Vorstandes
3. Bericht des Geschäftsführers über
die Kassengebarung 2013
4. Bericht der Rechnungsprüfer über
das Jahr 2013
5. Allfällige Wahlen
6. Genehmigung des Voranschlages
2015
7. Beschlussfassung über satzungs gemäß eingebrachte Anträge
8. Sonstige aktuelle Fragen
ab 18.30 „woodlake” –
Abendempfang im Schloss Loretto
Motoren des Fortschritts
10
Exk. 2: Ausbildung trifft Wald
12
Exk. 3: Grenzen forstl. Handelns 14
Exk. 4: Ertragsoptimierung im
Naturverjügungsbetrieb
Exk. 6: WWG Kärnten GmbH
16
20
Exk. 7: Natur-Waldwirtschaft
in Friaul
22
Exk. 8: Eisbruch-Katastrophe
in Slowenien
24
BFW Ossiach auf der Holzmesse 26
Kärnten
Gelungener Walderlebnistag
27
Douglasie – Baumart mit Potential 30
Laubholzbewirtschaftung
in der Praxis
32
Wildökologieprojekt
Berg – Mensch – Wildtiere
33
Neue WEP-Generation in Kärnten 36
Praxisseminar
„Tragbare Wildbestände“
38
60 Jahre BFW FAST Ossiach
40
Jagdliche Auswirkung
zielgerichteter Dickungspflege
42
142 Jahre Kärntner Forstverein
45
Produktinformation
50
Seite 3
H O L Z M E S S E
Holzmesse – die führende
Fachmesse im Herzen Europas
Kärntner Messen, Klgft.
Österreichischer
Forstverein, Wien
Kärntner Forstverein
Mit über 460 Fachausstellern
aus 22 Nationen ist das Messeduo „Internationale Holzmesse/
HOLZ&BAU“ der wichtigste
Marktplatz in Mittel- und Südosteuropa. Hier finden Sie auf
einer Ausstellungsfläche von
46.000 Quadratmetern alle
Marktführer und die neuesten
Trends.
Die Philosophie der „Internationalen
Holzmesse/HOLZ&BAU“ ist es, einen
Überblick entlang der Wertschöpfungskette zu geben – „vom Wald bis zum
Massivholz“. Durch diese wichtige
Funktion sorgt die Messe für eine stärkere Vernetzung der einzelnen Branchen
und bildet so den Nährboden für erfolgreiche Kooperationen.
Nützen Sie die „Internationale Holzmesse/HOLZ&BAU“ zum Netzwerken.
Nützen Sie das umfangreiche Rahmenprogramm und profitieren Sie von internationalen Experten. Verschaffen Sie
sich einen optimalen Marktüberblick und
werfen Sie einen Blick über die Grenzen
Ihrer eigenen Branche…
Ausstellungbereiche
• Forstwirtschaft
• Sägewerkstechnik
• Transport & Logistik
• Bioenergie
• Holzbautechnik & Produkte
• Tischlereibedarf & Ausstattung
Holzmesse – Veranstaltungen
•B2B-Kooperationsbörse
Donnerstag, 4. September, 9–12 Uhr
•Österr. Forsttagung & Klagenfurter Forst- und Holzimpulse
Donnerstag, 4. September, s.S. 2 u. 3
•Klagenfurter Holzbau-Fachtagung
Donnerstag, 4. Septembeer, 13–18 Uhr
Seite 4
• Intern. Forum-Holzbau Workshop
Freitag, 5. September, 9.15–14.15 Uhr
• Intern. Holztag
Freitag, 5. Septemer, 10–13 Uhr
Detailauskünfte:
Tel. 0463/56800-0, www.holzmesse.info
[email protected]
KFV Info 75/September 2014
F O R S T V E R E I N
Der Kärntner Forstverein –
heute und in Zukunft!
Johannes Thurn-Valsassina
Präsident des KFV
DI Johann Zöscher
Geschäftsführer des KFV
Präsident:Johannes
Thurn-Valsassina
Vizepräsident: DI Günther Kuneth
Vizepräsident: Ing. Karl Eisner
Vizepräsident: DI Bernhard Pokorny
Geschäftsführer:DI Johann Zöscher
Kassier:
Ing. Mag. Walter Ebner
Der Kärntner Forstverein ist mit aktuell
1534 Mitgliedern der mitgliederstärkste
Landesforstverein im Rahmen des Österreichischen Forstvereines. Der Verein
besteht seit mehr als 142 Jahren (gegründet am 28. April 1872) und hat sich vor
allem der Öffentlichkeitsarbeit, der Information und der Aus- und Weiterbildung
sowie der Motivation zu einer intensiven,
nachhaltigen Waldbewirtschaftung verschrieben. Mitglieder sind Forstbetriebe,
Forstleute, bäuerliche Waldbesitzer,
Forstunternehmer, Holzverarbeiter, aber
auch Körperschaften sowie Schützer und
Freunde des Waldes. Durch zahlreiche
Aktivitäten soll während des Arbeitsjahres über den Wert des Lebens- und
Wirtschaftsraumes Wald und seine Funktionen berichtet und informiert werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde kürzlich in einer Reorganisationsphase ein
„Arbeitsausschuss“ eingerichtet, der sich
aus Vertretern der unterschiedlichsten
Stakeholder-Gruppen rund um Wald und
Holz zusammensetzt und so stärker focusiert die wesentlichsten Themenbereiche
aufbereiten und diskutieren kann.
Seit März 2012 führen Forstvereins-Präsident Johannes Thurn-Valsassina (2ter von
links) und Geschäftsführer DI Johann Zöscher (4ter von links) den Kärntner Forstverein.
In Kärnten konnte durch einige Initiativen der Nutzungsgrad des jährlichen
Zuwachses bereits auf etwa 70 Prozent
angehoben werden. Die Verfügbarkeit
des Rohstoffes ist für den Erfolg der
Holzverarbeiter natürlich eine zentrale
Größe. Die Nutzung der Ressourcen
führt zur Steigerung der lokalen und regionalen Wertschöpfung.
Stichwort: Holzverwendung
Wesentlich wird in der Zukunft die Frage
der Steigerung des Holzverbrauches
und die Holzverwendung im privaten
Wohnbau und in der öffentlichen Infrastruktur sein. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 0,68 m³ Holz pro Jahr liegt
Österreich gleich mit Schweden deutlich
vor Italien (0,15 m³), aber deutlich hinter
Stichwort: Wertschöpfungskette Wald und Holz
Wald und Holz ist in Kärnten einer der
wichtigsten Wirtschaftsfaktoren überhaupt. Mit einer Waldausstattung von
61,3 Prozent der Landesfläche liegt
Kärnten österreichweit betreffend der
Waldfläche an zweiter Stelle. Kärnten
hat aber insofern eine sehr spezielle
Situation, als der Anteil des Privatwaldes mit 96 Prozent sehr hoch ist. Auch
der Kleinwaldbesitz ist mit 70 Prozent
der Waldfläche äußerst stark repräsentiert. Kärnten hat eine außergewöhnlich
starke Holz verarbeitende Industrie mit
einigen Betrieben, die man als „Global
player“ einstufen kann. Mit einem jährlichen Einschnitt von etwa 3 Mio. m³ liegt
die Kapazität der heimischen Sägewerke
über der jährlichen Einschlagsmenge.
KFV Info 75/September 2014
Beim Försterinformationstag 2014 standen der Naturschutz, ein Rotwild-Nichtfütterungsprojekt, die Forsttechnik und das Waldeigentum im Mittelpunkt der Diskussionen.
Seite 5
F O R S T V E R E I N
Finnland (1,05 m³). Durch besonders
positive Aktivitäten von Pro Holz ist der
Lebensstoff Holz stark in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Es muss
weiter gelingen, wirkliche „Leuchtturmprojekte“ – wie beispielsweise der
Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel – zu realisieren. Speziell bei Bauten
der öffentlichen Hand müsste das noch
konsequenter verfolgt werden. Durch
die Steigerung der Holzverwendung
wird der Holzmarkt gestärkt. Ein starker
Holzmarkt braucht Rohstoff, der von den
heimischen Waldbesitzern – bei entsprechender Preissituation – auch geerntet
werden kann. Die Wertschöpfung bleibt
zur Gänze im Land. Strukturschwache
ländliche Regionen können dadurch
enorm aufgewertet werden.
Stichwort: Forcierung
der Bioenergie
Kärnten ist ein Musterland hinsichtlich
der Nutzung von Bioenergie. Erneuerbare Energie in Form von Biomasse,
Hackschnitzel, Pellets und Stückholz mit
einer optimalen, innovativen Verbrennungstechnik wird von öffentlichen und
privaten Interessenten stark nachgefragt
und bringt große Einspar- und Wertschöpfungspotenziale. Gerade qualitativ
weniger gute Sortimente können dadurch
besser am Markt positioniert werden.
Die Konkurrenz zwischen stofflicher und
energetischer Verwertung des Holzes
stimuliert den Markt. Investitionen in
erneuerbare Energieträger produzieren
Wertschöpfung im Land. Investitionen in
fossile Energieversorgungssysteme wie
Erdöl oder Erdgas steigern die Abhängigkeit von instabilen politischen Strukturen
und ergeben einen Abfluss der Wertschöpfung zu Erdöl- und Erdgasmagnaten des Ostens.
Stichwort: Nutzungskonflikte
zwischen Eigentum und
Freizeittourismus
Der Forstverein hat sich stets sehr engagiert und ganz deutlich in die derzeitigen
Diskussionsprozesse rund um die Naturund Eigentumsnutzung durch Dritte
eingebracht. Klar gesetzlich geregelt
ist, dass jeder den Wald zu Erholungszwecken betreten darf. Klar muss aber
auch sein, dass jedwede darüber hinausgehende Nutzung von Privatwald an
die Zustimmung des Grundeigentümers
gebunden sein muss.
Die Eigentümer stehen in der zentralen
Verantwortlichkeit für den Wald und
seine nachhaltige und umfassende Funk-
Seite 6
Öffentlichkeitsarbeit für die Wald- und Holzwirtschaft in Kärnten wird im Forstverein
als sehr wichtig angesehen.
tionserfüllung der Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion.
Um künftige Nutzungskonflikte zu entschärfen, ist die Zusammenarbeit aller
relevanten Organisationen und Vereine
aus Interessenvertretung für das Grundeigentum, Politik, Sport und Tourismus
notwendig. Aufklärung und Information
müssen im Vordergrund stehen, Sachlichkeit muss vor Populismus kommen. Der
Kärntner Forstverein bringt sich in diese
politischen Prozesse als unabhängiger,
nur den Interessen des Waldes verpflichteter Partner, ein.
Stichwort: Öffentlichkeitsarbeit und Bildung
Öffentlichkeitsarbeit für die Wald- und
Holzwirtschaft in Kärnten wird im Forstverein als sehr wichtig angesehen. Dabei
ist einerseits die Waldpädagogik als
„neue“ forstliche Bildungsschiene etabliert und personalisiert und durch den
„Arbeitskreis Waldpädagogik des KFV“
auch institutionalisiert. Andererseits wird
aber durch die Auflage der „Kärntner
Forstverein Information“ mindestens
dreimal jährlich höchst effizient Information an die Mitglieder weitergegeben.
Neue Forschungsergebnisse, innovative
Praxistipps und Informationen über das
Vereinsgeschehen bestimmen im Wesentlichen die inhaltliche Kulisse dieser hervorragenden Zeitschrift.
Durch die erfolgreiche Arbeit des Kärntner Forstvereines konnten im vergangenen Jahr bei Veranstaltungen mehr
als 4.000 Personen direkt angesprochen
werden. Wahrlich eine Erfolgsbilanz!
Diese Leistung aufrecht zu erhalten und
in Arbeitsgruppentreffen mit Experten
und Mitgliedern des Vereines zu aktualisieren und mit Tätigkeiten zu hinterlegen,
wird kurzfristig eine wichtige Aufgabe
darstellen.
Stichwort: Wald-Wild
Auch in der Frage der Problematik
„Wald-Wild“ bietet der Kärntner Forstverein eine Diskussionsplattform. Bei
Seminaren wird dieses brennende Thema
immer wieder zwischen Vertretern der
Forstwirtschaft und der Jagd sachlich
und weitestgehend emotionslos erörtert.
Es geht darum, miteinander Wege zu
finden, Wald als Wirtschaftsraum, aber
auch als Lebensraum gleichermaßen zu
gewährleisten. Dazu soll das bestehende
Seminarangebot ausgebaut und eine
Seminarreihe aufgebaut werden, wo es
auch darum geht, optimierte Beispiele
der Wald-Wild-Bewirtschaftung in den
Vordergrund zu stellen.
Aktivitätenbilanz 2013:
Weiterbildung, Seminare, Kurse
1.381 Personen
Information und Öffentlichkeitsarbeit
5.640 Personen
Wir
A lle
L eben
D avon
Wirtschaftsraum
A rbeitgeber
L ebensraum
D evisenbringer
KFV Info 75/September 2014
F O R S T V E R E I N
Führungsteam des KFV – Vorstand, Ausschussmitglieder und Rechnungsprüfer
für die Funktionsperiode von 3 Jahren (Zeitraum März 2012 bis März 2015):
Präsident:
Vizepräsidenten:
Ehrenpräsident und Ehrenmitglied:
Geschäftsführer:
Kassier:
Thurn-Valsassina Johannes
Schloss Hagenegg, Vellach 1, 9135 Bad Eisenkappel, Tel. 04238/247, [email protected]
1. Kuneth Günther, FD DI
LK Klagenfurt, Museumgasse 5, 9020 Klagefnurt,
Tel. 0463/5850-1280, [email protected]
2. Eisner, Karl Georg, Ing.
9100 Völkermarkt, Rot-Kreuz-Platz 1, Tel. 04232/27159, [email protected]
3. Pokorny Bernhard, Bezirksforstinspektor DI
BFI Klagenfurt, Völkermarkter Ring 19, 9010 Klagenfurt,
Tel. 0463/536-64131, [email protected]
Habsburg-Lothringen Christoph, FR h. c. DI
FV Schütte, St. Andrä 14, 9433 St. Andrä, Tel. 04358/2214, [email protected]
Zöscher Johann, DI
9570 Ossiach 21, Tel. 04243/2245-10, E-Mail: [email protected]
Ebner Walter, Ing. Mag.
Großbuchstraße 46, 9061 Klagenfurt – Wölfnitz,
Tel. 0436/71250, [email protected]
Ausschussmitglieder:
Benger Christian, DI, Schlossberg 15, 9112 Griffen, Tel. 04233/2226, [email protected] (Funktion derzeit ruhend)
Brunner Josef, DI, Meister-Friedrich-Straße 2, 9500 Villach, Tel. 04242/3025-0, [email protected]
Egger Hans, Ing., Bildstöcklstraße 9A, 9500 Villach, Tel. 050536/64134, [email protected]
Gfreiner Joachim, FD i. R. DI, Treffner Straße 13, 9500 Villach, Tel. 04213/34190, [email protected]
Gorton Ferdinand, LJM DI Dr., Hauptstraße 1, 9341 Straßburg, Tel. 04266/2500, [email protected]
Habsburg-Lothringen Dominik, FM DI, FV Schütte, 9433 St. Andrä 14, Tel. 04358/2214, [email protected]
Hillgarter Franz Werner, DI Dr., Altendorf 85, 9411 St. Michael, Tel. 0676 414 98 37, [email protected]
Huber Martin, DI, 9570 Ossiach 21, Tel. 04243/2245-14, [email protected]
Johann Elisabeth, Dr., FV Freibach, Oberdörfl 12, 9173 St. Margarethen, Tel. 04226/216, [email protected]
Kummer Thomas, Lerchenfeld 15, 9125 Kühnsdorf, Tel. 0664/5483176, [email protected]
Kurath Karl, Mag., Christophberg 13, 9064 St. Filippen, Tel. 04224/29400, [email protected]
Lindner Josef, Gajach 1, 9754 Steinfeld, Tel. 0664/2223736, [email protected]
Lodron Alberich, DI, Himmelberg 2, 9562 Himmelberg, Tel. 04276/2253, [email protected]
Maier Rudolf, Obmann, Marktstraße 12, 9361 St. Salvator, Tel. 04268/4004, [email protected]
Marginter Georg, Ing., Meister-Friedrich-Straße 4, 9500 Villach, Tel. 0664/6202933, [email protected]
Mattanovich Johannes, OFM DI, Hollenburg 1, 9161 Hollenburg, Tel. 04227/84011, [email protected]
Mattersdorfer Werner, Ing., Tanzenberg 1, 9572 Deutsch-Griffen, Tel. 0664/9126408,[email protected]
Moritz Josef, DI, Tiroler Straße 13, 9800 Spittal/Drau, Tel.04762/5301-225, [email protected]
Müller Christian, Klagenfurter Straße 9a, 9100 Völkermarkt, Tel.050536/65682, [email protected]
Obersriebnig Ursula, DI, Dörfl 2, 9360 Friesach, Tel. 0664/6489766, [email protected]
Orsini-Rosenberg Hubertus, DI, Sonnegg 1, 9141 Eberndorf, Tel. 04237/2275, [email protected]
Petrasko Stefan, Ing., Schlossblick 12, 9313 St. Georgen/Längsee, Tel. 0664/8518423, [email protected]
Pirtscher Harald, DI, Muldenweg 15, 9170 Ferlach, Tel. 0664/3420149, [email protected]
Rinner Stefan, Ing., Mießtaler Straße 1, 9021 Klagenfurt, Tel. 050536/11314, [email protected]
Rinner Thomas, Timrian7, 9361 St. Salvator, Tel. 04268/3047, [email protected]
Sallmann Walter, DI, Gut Treffen, Rudolf von Gall-Weg 17, 9521 Treffen, Tel. 04248/3009, [email protected]
Schaschl Elisabeth, Mag. DI Dr., Singerberg 1, 9162 Strau, Tel. 0676/83555282, [email protected]
Schmiedler Roman, Ing., Pierlstraße 3/4, 9020 Klagenfurt, Tel. 0463/590384, [email protected]
Senitza Eckart, DI Dr., Poitschach 2, 9560 Feldkirchen, Tel. 04276/2054, [email protected]
Seymann Christof, DI, Meister-Friedrich-Straße 2, 9500 Villach, 04242/3025-50, [email protected]
Sonnleitner Günter, Prof. DI, Sonnleiten 8, 9563 Gnesau, Tel. 0664/1502663, [email protected]
Straubinger Martin, FM DI, Forstdirektion Foscari, 9711 Paternion 1, Tel. 04245/2431, [email protected]
Taferner Ingrid, Mag. Dr., Oberboden 58, 9562 Himmelberg, Tel. 04276/4770-12, [email protected]
Winkler Erwin, KR, Bleiberger Straße 394, 9500 Villach, Tel. 04244/2390, [email protected]
Winkler Josef, Präs. a. D. Ing., Obervellach 225, 9821 Obervellach, Tel. 0664/2101027, [email protected]
Wuggenig Walter, DI, Mießtaler Straße 1, 9021 Klagenfurt, Tel. 0463/536-11306, [email protected]
Rechnungsprüfer:
KFV Info 75/September 2014
Taferner Ingrid, Mag. Dr.
Oberboden 58, 9562 Himmelberg, Tel. 04276/4770-12, [email protected]
Petrasko Stefan, Ing.
Schlossblick 12, 9313 St. Georgen/Längsee, Tel. 0664/8518423, [email protected]
Sonnleitner Günter, Prof. DI
Sonnleiten 8, 9563 Gnesau, Tel. 0664/1502663, [email protected]
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H O L Z M E S S E
Österreichische Forsttagungen in Kärnten
Dr. Elisabeth JOHANN
Kärntner Forstverein
Klagenfurt
Informationstagungen in Kombination mit Exkursionen haben
in Kärnten eine schon über
hundert Jahre reichende Tradition. Seit dem Gründungsjahr
1871 ist es ein erklärtes Ziel des
Kärntner Forstvereins, durch
gegenseitigen Meinungs- und
Ideenaustausch sowie fachliche
Information und Weiterbildung
zur Förderung des Forstwesens
in seiner Gesamtheit beizutragen.
Dazu gehörten und gehören sowohl die
Weitergabe neuer wissenschaftlicher
Erkenntnisse an die Praxis als auch die
Information über besonders aktuelle
wirtschaftliche und forstpolitische Fragestellungen.
Erste gemeinsame Tagung 1899
1899 kam es zur ersten gemeinsamen
Tagung
mit dem Österreichischen
Reichsforstverein, dem Vorläufer des
heutigen Österreichischen Forstvereins.
Schwerpunkt war damals die Diskussion über weite Pflanzverbände (2000 bis
2500 Stück pro ha) im Zusammenhang
mit Zuwachsleistung, Widerstandsfähigkeit gegen Schneedruck und Astigkeit.
Weltkrieg und die finanzielle Not des
Waldbesitzes brachten es mit sich, dass
es erst 1930 wieder zu einer gemeinsa-
Das letzte Mal fand die Österr. Forsttagung im Jahre 2008 in Klagenfurt statt.
men Tagung mit dem Österreichischen
Reichsforstverein kam, der seit 1927 als
Dachverband aller Landesforstvereine
firmierte. Man beschäftigte sich mit der
Provenienzfrage des Saatgutes und setzte
sich bereits damals für eine wirksame
staatliche Kontrolle der Herkunftsbezeichnung bei den vom Handel in den
Verkehr gebrachten Waldsamen ein.
Noch einmal führte vor der Auflösung
des Vereins im Jahre 1938 eine Österreichische Forsttagung alle forstlich Interessierten im Jahre 1936 nach Klagenfurt,
wobei die drei Tage dauernden Exkursionen die Zusammenarbeit von Waldwirtschaft und Holzverarbeitungsbetrieben
anhand einzelner Beispiele thematisier-
Eröffnung der Österreichischen Forsttagung 2008 in Kärnten.
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ten. Nach langjähriger kriegsbedingter
Unterbrechung waren die Forstaufschließung durch Waldwegebau und der Holztransport mittels Seilgeräten, die damals
gerade ihre Erfolgsstory begannen,
die wichtigsten Themen auf der ersten
gemeinsamen Tagung nach Kriegsende
in Pörtschach im Jahre 1953.
Ab 1960 begann dann
die enge Kooperation
des Kärntner und des Österreichischen
Forstvereins mit der Holzmesse Klagenfurt, die bis heute ununterbrochen
andauert. Die Entwicklung der Holzverwertung in Österreich war ein wichtiges Anliegen, daneben aber waren die
Wahrung der Nachhaltigkeit und die
Erhaltung der Wohlfahrtswirkungen zentrale Schwerpunkte der Exkursionen,
die in die Schutzwaldgebiete von Gerlitzen, Trögern und Koralm führten. Die
erwähnte Zusammenarbeit führte dazu,
dass eine Reihe von Österreichischen
Forsttagungen in Klagenfurt abgehalten wurden, die schwerpunktmäßig die
Kooperation der Forst- und Holzwirtschaft (1976) sowie die Herausforderung
neuer Marktstrukturen (1987) und den
Arbeitsplatz Wald (1995) im weitesten
Sinn als Leitthemen hatten.
Waldschadensdiskussion und die zunehmenden Ansprüche der Gesellschaft an
den Wald waren der Anlass, dass sich
die Österreichische Forsttagung 1982
in Villach ausdrücklich zur Erhaltung
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Inhaltsbeschreibungen der Vorträge bei der
Österreichischen Forstvereinstagung in Kooperation mit den
Klagenfurter Forst- und Holzimpulsen
IST DIE FORST- UND HOLZWIRTSCHAFT ATTRAKTIV
GENUG AM ARBEITSMARKT? Wir fragen nach!
Die Veranstaltung widmet sich der Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Berufsfelder im Laufe der Geschichte, zeigt die gegenwärtige Situation und die Erfahrungen
von ArbeitnehmerInnen und Arbeitgeber und wagt einen Blick in die Zukunft der Ausbildugswege.
Am Anfang war der Holzknecht –
Vom Erfahrungswissen zur forstlichen Bildung
Der Ehrenpräsident des Österr. Forstvereines, FD Bertram Blin, bei der Eröffnung der Österr. Forsttagung 2008.
der Wälder durch ihre Bewirtschaftung
bekannte. Sie eröffnete damit auf breiter
Ebene den Diskurs mit der Öffentlichkeit und versuchte, durch eine Vielzahl
von Exkursionen die Problematik der
Walderhaltung von den verschiedensten
Seiten wie Forstschutz, Bestandesumwandlung, Wild, Tourismus, Schutzwald
und
intensive Waldbewirtschaftung
anzusprechen. Die Forsttagung 2003 in
Villach – zugleich die Feier des 50-jährigen Bestehens der Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach – war der gesamten
Forst- und Holzwirtschaft im AlpenAdria-Raum gewidmet, indem sie die
gemeinsamen Interessen und die historische wie aktuelle Zusammenarbeit der
österreichischen Forst- und Holzwirtschaft mit den südlichen Nachbarländern
betonte.
Tagung 2008
mit „Vision 2020”
Im Zeichen einer wiedererwachten Wertschätzung des Rohstoffes Holz, aber
auch sich verändernder gesellschaftlicher
Strukturen war „Vision 2020“ im Bereich
der Forst- und Holzwirtschaft das Generalthema der gemeinsamen Tagung
2008 in Klagenfurt. Die angebotenen
Exkursionen umfassten dabei das breite
Spektrum, mit dem sich die Forst- und
Holzwirtschaft in der heutigen Zeit auseinandersetzen muss, das nicht nur die
gesamte Wertschöpfungskette im ländlichen Raum, sondern auch das Bedürfnis
der Gesellschaft nach Schutz, Kultur und
Erholung beinhaltet.
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DI Andreas FISCHER, Chefredakteur Österreichische Forstzeitung,
Österreichischer Agrarverlag
DI Fischer beleuchtet die wichtigsten Entwicklungsschritte und Meilensteine in der forstund holzwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung, die oftmals mit historischen/politischen Ereignissen einhergingen.
Geniale Holzjobs –
So vielfältig sind die Berufe in der Forst- und Holzwirtschaft heute
DI Rüdiger LEX, GF proHolz Tirol
DI Lex zeigt den gegenwärtigen Stand der Berufsfelder in der Forst- und Holzwirtschaft Österreichs und spannt den weiten Bogen von Lehrberufen bis zur universitären
Bildung.
Knochenjob, Naturverbundenheit, Büroalltag –
Image und Wirklichkeit der Arbeit in der Forst- und Holzwirtschaft
4 ArbeitnehmerInnen aus der Forst- und Holzwirtschaft erzählen aus der Praxis
Vier PraktikerInnen erzählen aus ihrem Berufsleben, über den Unterschied zwischen
ursprünglicher Erwartung und tatsächlichem Alltag, zeigen mögliche Defizite in den
Ausbildungswegen auf und generieren Verbesserungsvorschläge.
Der Arbeitsmarkt aus Unternehmersicht –
Erwartungen und Angebote an die ArbeitnehmerInnen
OFM Dr. Lutz PICKENPACK, Forstbetrieb Franz Mayr-Melnhof-Saurau
Dipl.-Betriebswirt (FH) Roland PFLIEGER, Binder Beteiligung AG
Die Unternehmervertreter stellen sich den Fragen, inwiefern die BerufsanwärterInnen
für die Praxis gerüstet sind, was sie sich in Zukunft von Aus- und Weiterbildungseinrichtungen erwarten, wie sie selber den ArbeitnehmerInnen ein attraktives Arbeitsumfeld
bieten und was sie sich für die Zukunft wünschen.
Regionalität und Attraktivität – Aktuelle Studienergebnisse
zum Arbeitsmarkt der Forst-Holz-Branche in der Steiermark
DI (FH) Erhard PRETTERHOFER, GF Holzcluster Steiermark
DI Pretterhofer präsentiert brandaktuelle Ergebnisse einer Umfrage (Juni 2014) unter
steirischen Vertretern aus der Holzbranche, die u.a. die Attraktivität der Branche am
Arbeitsmarkt bewerten sollten. Somit können die vorangegangenen Aussagen der
Arbeitnehmerinnen und Arbeitgebervertreter gleich in Relation zu den Ergebnissen
der Studie gestellt werden.
Nischendasein oder Karriereschmiede – Wie zukunftsfähig
ist die Ausbildung in der Forst- und Holzwirtschaft?
DI Martin NÖBAUER, Abteilungsleiter der Abteilung IV/2 – „Forstliche Aus-und
Weiterbildung“ im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft
Univ. Prof. DI Dr. nat. techn. Dr. h. c. Alfred TEISCHINGER, Universität für
Bodenkultur Wien, Institut für Holzforschung
DI Nöbauer (Forstwirtschaft) und Prof. Teischinger (Holzwirtschaft) wagen einen kritischen Blick in die Zukunft der fachlichen Ausbildung, beleuchten neue Trends und
Entwicklungen, bewerten Chancen und Risiken und stellen auch internationale Vergleiche an.
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Ausbildungsstätten –
Motoren des Fortschritts
Überbetriebliche Ausbildungsstätten sind Motoren des berufsspezifischen Fortschrittes
Die Forstlichen Ausbildungsstätten orientieren sich in ihren Tätigkeiten am
Bedarf der forstlichen Praxis. Zentrale
Zielsetzung der Kurs- und Seminarveranstaltungen ist das Faktum, dass
die Absolventen im Wirtschaftsprozess
durch die Aus- und Weiterbildung Vorteile bekommen müssen.
In Form von Kursen bis hin zu ganzen
Ausbildungen aus dem Bereich Forst
kann die FAST Ossiach als Bindeglied
zwischen Wissenschaft und Praxis bereits
auf eine jahrzehntelange Expertise hinweisen. Erfreuliches Fazit: mittlerweile
besuchten rund 228.000 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer die am Ossiacher See
gelegene Bildungsstätte.
Strategische Ausrichtung
in Analogie zu den Haupttätigkeitsbereichen des BFW
Um seine Ziele zu erreichen, orientiert sich das BFW an forst-, umwelt-
und gesellschaftspolitisch relevanten
Themen, über welche die unterschiedlichen Leistungen des BFW einer
Fachöffentlichkeit, aber auch der breiten
Öffentlichkeit vermittelt werden sollen.
Das Generalthema ist „Wald und Gesellschaft“, darunter werden gesellschaftlich relevante Antworten zu folgenden
Themen gesucht:
• Wald und seine
Bewirtschaftung
• Wald und Klima
• Wald und Bioenergie
• Wald und Biodiversität
• Wald und Naturgefahren
Nachfolgende Arbeitsbereiche und die
in diesen Bereichen erbrachten Leistungen tragen zur Erreichung der Ziele des
BFW bei, die Forstlichen Ausbildungsstätten unterstützen diesen Prozess nach
Kräften.
Themenparcours „Moderne
Holzernteverfahren im Seilgelände“
Vorgesehen sind 3 Prozessor-Kippmastgeräte im
Baumverfahren bergauf und ein Seilgerät im
Sortimentsverfahren bergab:
• MM-Wanderfalke 3-t mit Woody 60 Harvesterkopf
2-Seilsystem bergauf, Laufwagen Prisys mit hydraulischer Zwangsausspulung des
Zugseiles; Tragseil: 18 mm verdichtet, MBK 282 kN, max. Betriebsspannung 94 kN
• Koller K 507 GH mit Woody 60 Harvesterkopf
2-Seilsystem bergauf, Laufwagen MSK 3 mit motorischer Zwangsausspulung des
Zugseiles; verdichtetes Tragseil, MBK 453 kN, max. Betriebsspannung 151 kN
• Konrad Mounty 3000 mit Woody 50 Harvesterkopf
zur Verfügung gestellt von der Fa. Konrad – Forsttechnik; 2-Seilsystem bergauf, Laufwagen Liftliner mit integrierter Lastseilwinde; Tragseil: 20mm verdichtet, MBK 342,9
kN, max. Betriebsspannung 114,3 kN
• Tröstl TST 600 3,5 t Anhängergerät
3-Seilsystem bergab im Sortimentsverfahren; Laufwagen LW 3500 / I, 3-Trommelsystem mit Lastseilausspulung durch Arbeitsseil; Tragseil: 18,5 mm verdichtet, MBK
369 kN, max. Betriebsspannung 123 kN
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DI Johann ZÖSCHER
Leiter der Forstlichen
Ausbildungsstätte Ossiach
des BFW
Innovation für Wirtschaft
Aus- und Weiterbildung sowie Forschung sichert Innovation! Nur durch
die Förderung innovativer Köpfe kann
eine Branche langfristig erfolgreich sein.
Gerade bei Waldarbeit und Holzernte
muss der ergonomischen und technischen
Weiterentwicklung der Holzerntemethoden zentrales Augenmerk geschenkt
werden. Die großen Herausforderungen
liegen in einer effizienten und trotzdem
schonenden Ernte des Roh- und Lebensstoffes Holz.
Vertiefende Kooperationen
mit Forstbetrieben und
Forstmaschinenherstellern
Für eine Bildungsinstitution ist es von
eminenter Wichtigkeit, mit aktueller und
moderner Technologie zu arbeiten sowie
innovative Prozesse mit zu begleiten.
Dem entsprechend ist eine partnerschaftliche Kooperation mit Forstbetrieben und
speziell mit Forstmaschinenherstellern
eine zentrale Strategie.
Im Interesse der Wirtschaft kann auf
diese Art und Weise Technologietransfer
an potenzielle Interessenten für moderne
Forsttechnik erfolgen. Neben technologischer Kompetenz kann in unseren
Bildungsprogrammen auch methodische
Kompetenz vermittelt werden.
Diese gelebte Kooperation ist Teil der
Exkursion im Rahmen der Österreichischen Forsttagung.
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Spürhunde zur Detektion von Quarantäneschädlingen an Bäumen
und deren Ausbildung an der FAST Ossiach
Mit dem jährlich ansteigenden
internationalen Warenverkehr
infolge der zunehmenden Globalisierung werden auch Schädlinge und Krankheiten zwischen
den Kontinenten und Ländern
verschleppt.
Schädlinge und Krankheiten, die aufgrund einer internationalen Risikoanalyse als Schadorganismen mit potentieller
ökonomischer und ökologischer Bedeutung für das Gebiet eingestuft werden,
werden als Quarantäneschadorganismen
bezeichnet. Zu den in Europa und den
USA am meisten gefürchteten Schädlingen zählen der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) Anoplophora glabripennis
M. und der Citrusbockkäfer (CLB) Anoplophora chinensis F., weil fast alle Laubbaumarten und z. T. auch Strauchgehölze
befallen werden können. Die Einschleppungen von ALB aus Asien erfolgen
© Ute Hoyer-Tomiczek, BFW Wien
vorwiegend über Verpackungsholz, von
CLB über Pflanzenware. Derzeit sind 17
ALB-Befallsgebiete in Europa (AT, CH,
DE, FR, IT, NL, UK) bekannt. CLBBefallsgebiete gibt es hauptsächlich in
Italien, Kroatien und den Niederlanden.
Aufgrund der versteckten Entwicklung
als Larve im Holz ist eine visuelle Erkennung sehr schwierig. Daher wurde 2009
am Institut für Waldschutz des BFW die
Spürhunde-Detektionsmethode für ALB/
CLB entwickelt, die inzwischen international anerkannt und im Einsatz ist. ALB/
CLB-Spürhunde können universell bei
der Importkontrolle von Verpackungsholz und Pflanzenware sowie in Befallsgebieten beim Monitoring eingesetzt
werden. Dabei ist die geruchsorientierte
Trefferquote der Spürhunde wesentlich
höher als die visuelle des Menschen.
Seit Herbst 2011 bietet das BFW-Waldschutzinstitut an der FAST Ossiach die
Grundausbildung für solche Spürhundeteams an, die aus zwei einwöchigen
Modulen besteht. Inzwischen wurden
45 Spürhunde und 35 HundeführerInnen
aus AT, DE und CH ausgebildet, weitere
11 Teams folgen heuer noch.
Neue Durchforstungskonzepte für
die Bewirtschaftung von Fichtenbeständen
Zur Absicherung des forstlichen
Wissens und zur Veranschaulichung von neuen Konzepten
sind die Anlage, kontinuierliche
Beobachtung und Präsentation
von Dauerversuchen unentbehrlich.
Am Ossiacher Tauern befinden sich dazu
zwei Versuchsanlagen des BFW. Beide
sind als Demonstrationsobjekte auch in
den Lehrbetrieb der FAST Ossiach eingebunden.
Auf einer eher „traditionell“ bewirtschafteten Fläche „Tauernteich“ wurde eine
Parzelle seit längeren nach dem Ausleseprinzip behandelt und die Vergleichsparzelle daneben blieb unbehandelt. Die
derzeit gemessenen Oberhöhen liegen
mit 33 Meter weit über den höchsten
Ertragstafelbonitäten. Auch die Vorräte
sind beindruckend: Im Alter von 56
Jahren stocken dort 760 bzw. 860 Vor-
KFV Info 75/September 2014
ratsfestmeter. Unter Einschluss der
Vornutzung erreicht die durchforstete
Parzelle eine Gesamtwuchsleistung von
1270 VfmSmR, die unbehandelte unter
Einrechnung der stehend abgestorbenen
bzw. liegenden Stämme hingegen 1100
Vfm.
Vor einigen Jahren wurde in einem
benachbarten, jüngeren Bestand ein weiterer Versuch „Tauernwald“ angelegt:
Dort soll untersucht werden, inwieweit
sich eine einmalige und extrem starke
Reduktion im weiteren Verlauf auf
Bestandeszuwachs und –stabilität auswirken wird. Als Vergleich dazu wurden
eine „normale“ Auslesedurchforstungsparzelle und eine Nullparzelle ohne
Eingriffe eingerichtet. In einem einzigen Eingriff wurden die Stammzahlen
von mehr als 3000 pro Hektar auf 340
Stämme (auf Endbaumzahlen) abgesenkt.
Nachfolgend fielen noch einige Bäume
aus, so dass die Stammzahl nun 280 pro
DI Dr. Markus Neumann, BFW Wien,
Institut für Waldwachstum und Waldbau
Hektar beträgt. Die Auslesedurchforstungsvariante hat mit 940 eine dreimal
höhere Stammzahl und die Nullfläche
liegt derzeit bei knapp 2000 Stämmen.
Die erreichten Wuchsleistungen in den
Jahren seit 2006 werden zu Diskussionen
vor Ort Anlass geben.
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Ausbildung trifft Wald
und Holz
Der Kärntner Waldpflegeverein
dient ausschließlich gemeinnützigen
Zwecken. Seine Hauptaufgaben sind
die Vorbeugung von Elementarschäden
durch rechtzeitige Waldpflegeeingriffe
sowie die Aus- und Weiterbildung der
Waldbesitzer. Diese Aufgaben werden
momentan durch das Förderungsprojekt
„Ausbildung trifft Wald“ im Rahmen des
Programmes zur Ländlichen Entwicklung 2007-2013 umgesetzt.
Mitglieder beim Kärntner Waldpflegeverein sind alle namhaften forstlichen
Institutionen in Kärnten.
Zurzeit werden beim Kärntner Waldpflegeverein rund 26 Waldpflegetrainer und
zwei Förster beschäftigt und es werden
mit diesen 650 Waldbesitzer pro Jahr
betreut und dabei über 1.300 Hektar Wald
gepflegt; das entspricht 31.000 Stunden
Waldpflegetraining!
Das Förderungsvolumen für dieses
Projekt beträgt aktuell knapp eine Million
Euro pro Jahr, wobei es sich hauptsächlich um eine Personalkostenförderung
handelt.
Alle Mitarbeiter des Vereins sind forstlich bestens ausgebildet. Neben einer
Grundausbildung als Forstfacharbeiter,
Forstschutzorgan, Forstwart oder Forstwirtschaftsmeister, werden permanent
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Landesforstdirektor
DI Gerolf Baumgarnter
Kärntner Waldpflegeverein
Klagenfurt
alle Mitarbeiter in forstlichen als auch in
nicht forstlichen internen Weiterbildungsmaßnahmen geschult, um die Waldbesitzer optimal betreuen zu können.
Durch die Bereitstellung dieser Waldpflegetrainer und die zwingende Mitarbeit
des Waldbesitzers kann individuell auf
sämtliche Bedürfnisse und Fragen eingegangen werden. Gemeinsam wird ein
Waldpflegekonzept erarbeitet, welches
auf die Betriebsziele und den jeweiligen
Standort abgestimmt ist.
Ing. Stefan Rinner, Geschäftsführer
des Kärntner Waldpflegevereines
Klagenfurt am Wörthersee
Im Anschluss setzen der Waldpflegetrainer und der Waldeigentümer in gemeinsamer Waldarbeit das Konzept in die
Praxis um.
Nach diesem Waldpflegetraining sollte
der Waldbesitzer das Erlernte auch selbständig in seinem Wald umsetzen können
und somit seinen Wald auch als „Arbeitsplatz“ nutzen…
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Das Benediktinerstift St. Paul
ausreichenden Deckungsbeitrag für die
Aufgaben des Stiftes erwirtschaften kann
und weiterhin attraktive Arbeitsplätze
erhalten bleiben, werden die Wälder
intensiv bewirtschaftet. Dabei gilt es
nicht nur, sich den unsicheren Auswirkungen des Klimawandels zu stellen,
sondern sich auch mit dem zunehmenden
Einfluss touristischer Nutzung, der Inanspruchnahmen durch Infrastrukturunternehmen und mit den Begehrlichkeiten
des Naturschutzes auseinanderzusetzen.
erhebt sich auf einem Felskegel des
Unteren Lavanttales, eingebettet in die
fruchtbare Landschaft, umgeben von
Wäldern der St. Pauler Berge. In der
mehr als 900-jährigen wechselvollen
DI Dr. Bernhart Binder, Forstdirektor
des Benediktinerstiftes St. Paul
Geschichte gestalteten die Mönche des
Stiftes mit den Mitarbeitern durch die
Bewirtschaftung der Felder und Wälder
die Landschaft mit. Durch die spirituellen, multikulturellen und multifunktionellen Aufgaben bietet das Benediktinerstift
St. Paul zahlreiche Arbeitsplätze. Die
Forstwirtschaft mit ca. 2.600 ha stellt ein
wichtiges wirtschaftliches Standbein des
Stiftes mit seinen 14 Mönchen dar. Mit
eigenen Mitarbeitern und mit Hilfe von
Unternehmern und Landwirten werden
die Aufgaben im Wald erfüllt. Die Holzprodukte in Form von Sägerundholz
und Industrieholz werden vorwiegend
an die Sägebetriebe im Lavanttal und
an die Papierfabrik in Frantschach-St.
Gertraud geliefert, damit die Wertschöpfung überwiegend in der Region bleibt.
Die Waldungen erstrecken sich von den
tiefen Talböden in 380 m Seehöhe bis zur
Baumgrenze auf der Koralpe. Dadurch
ergibt sich ein mannigfaltiges Bild von
natürlichen und menschlich beeinflussten
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Waldgesellschaften. Damit der Forstwirtschaftsbetrieb auch in Hinkunft einen
Die Exkursion im Stift St. Paul bietet
neben kulturellen Eindrücken einen
kurzen forstlichen Abriss der Arbeiten in den laubholzreichen St. Pauler
Bergen. Ergänzt wird die Exkursion
durch Hinweise auf alternative Einkommensmöglichkeiten im stiftlichen Wirtschaftsbetrieb.
Die Firma GT-Haus
ist spezialisiert auf den Bau von
individuellen, hochwertigen Naturhäusern, gefertigt mit der
neuen GT-Massiv-Holz-Mauer
oder alternativ mit ökologischen
GT-Holzriegelwänden.
Die Massiv-Holz-Mauer ist eine reine
Vollholzwand mit einer Dicke bis zu
34,5 cm, bestehend aus beliebig breiten,
getrockneten 23 mm Seitenwarebrettern.
Die Bretter werden mit einem Wechselfalz versehen und mit vielen kleinen
Nuten, die einen Luftpolster bilden, profiliert. Durch diese stehende Luftschicht
wird der Dämmwert der Wand um ca.
30 % gegenüber dem Vollholz verbessert,
der Wandaufbau kann also insgesamt
schlanker gehalten werden. Profil-HolzElemente ergänzen nun das System der
Massiv- Holz-Mauer um Dach- und
Deckenelemente und ermöglichen es, den
kompletten Rohbau eines Wohngebäudes
in massiver Holzbauweise zu realisieren.
Wohlfühlhäuser aus reinem Massivholz
Anton Geißelbacher, Firmengründer und
Geschäftsführer der Firma GT-Haus
ohne Chemie begeistern durch ihr behagliches Wohnklima und den hohen Dämmwert. Sie gestatten originelle Architektur,
punkten durch simple Konstruktion und
Statik sowie maßgenaue Anfertigung und
kurze Aufbauzeit.
Das Holz stammt aus der Region. Die
Firma beschäftigt 25 Mitarbeiter.
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Wo liegen die Grenzen
forstlichen Handelns?
DI Alfred Steininger
Österreichische
Bundesforste AG
Forstbetrieb Kärnten-Lungau
Organisation:
DI Alfred Steininger – ÖBF AG
Revierleiter Ing. Hubert Angerer –
ÖBF AG
DI Peter Honsig-Erlenburg - BFI-Villach
Freitag, 5. September 2014
Abfahrt:
7.30 Uhr – Minimundus –
Parkplatz, Klagenfurt
Ankunft:
17.30 Uhr – Minimundus – Parkplatz,
Klagenfurt
Verpflegung:
Die ÖBF AG ladet zur Mittagsjause im
Wald ein.
V.r.n.l.: Bezirksforstinspektor DI Peter Honsig Erlenburg, BFI Villach, Revierleiter Ing.
Hubert Angerer und DI Alfred Steininger von den ÖBF organisieren diese Exkursion.
Massenvermehrung des sechszähnigen Kiefernborkenkäfers führte zum Kiefernsterben.
Hochtal von Bad Bleiberg – die ÖBf AG ist seit 1994 Eigentümerin des Forstbesitzes der Bleiberger Bergwerksunion.
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KFV Info 75/September 2014
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Inhalte:
• Die Waldfunktionen des Dobratsch und
Erzberges: vom Wirtschaftswald bis
zum extremen Objektschutzwald
• Das Schutzwaldprojekt „Bleiberger
Erzberg“
• Kiefernsterben in Bleiberg
• Forststraßenbau im Extemgelände
• Der große Waldbrand am Erzberg –
10 Jahre danach
• Bleiberger Forstgeschichte im Hinblick auf Bergbau und Wappenrecht
• Wald-Weide-Trennung und Jagdbewirtschaftung als Herausforderung
• Terra Mystika: zeitgeschichtliche Reise
im Berg
Die ÖBf AG ist seit 1994 Eigentümerin
des Forstbesitzes der Bleiberger Bergwerks Union. Das Bleiberger Hochtal
erstreckt sich auf einer Seehöhe von
920 m in Ost-West-Richtung zwischen
dem Dobratsch im Süden und dem
Erzberg im Norden. Viele Jahrhunderte
prägte der Bergbau das Waldbild und
führte zu regelrechten Umweltkatastrophen (Rauchschäden, Wasserverunreinigungen, Lawinenabgänge durch instabile
Schutzwälder etc.) im heutigen Sinne.
Aufgrund der Waldgeschichte und
Geländeausformung kommt der Schutzfunktion der umliegenden Wälder in
Bleiberg die größte Bedeutung zu. Ein
Großteil der Schutzwälder weist eine
Objektschutzwirkung auf. Der Dobratsch
als Wasserberg für die Stadt Villach hat
neben der hohen Wohlfahrtsfunktion
auch als Wander- und Ausflugsziel ganzjährig für Naturliebhaber eine große
Bedeutung. Natura 2000, Naturschutz,
Wasserschutz und Landschaftsschutzgebiete sind im Naturpark Dobratsch
zusammengefasst und haben direkt und
indirekt Auswirkungen auf die forstliche
Bewirtschaftung.
Die Waldbrandfläche im Jahr 2003.
Nach dem Föhnsturm im November 2002
entstand eine ca. 20 ha große Windwurffläche. Bei der Aufarbeitung im März
2003 entfachte sich durch eine Unachtsamkeit eines Forstarbeiters ein Waldbrand auf einer 25 ha großen Fläche,
welcher erst nach 17 Tagen gelöscht
werden konnte. Dieses Ereignis war Auslöser, dass das lange geplante Schutzwaldprojekt „Bleiberger Erzberg“ mit
einer Fläche von ca. 1.000 ha in Angriff
genommen wurde. Im Zuge des Projektes
wurde auch eine Forststraße im schwierigsten Baugelände errichtet. Gemeinsam
mit der FD Foscari wurde eine Gamsund Rotwildreduktion eingeleitet.
Das
Zusammenspiel
von
langer
Trockenheit, Hagelschlag und Stein-
schlagschäden führte in den letzten
Jahren zu einer sukzessiven Massenvermehrung des sechszähnigen Kiefernborkenkäfers (Ips acuminatus) und einem
flächigen Absterben der Weißkiefer im
extremen Objektschutzwald, was zu heftigen Diskussionen bei der Bevölkerung
führte.
Zum Abschluss der Exkursion ist ab
14.00 Uhr der Besuch der Terra Mystica
geplant. Über den österreichweit einzigen, für Besucher befahrbaren Schaftaufzug gelangt man in den historisch
wissenschaftlichen Teil des angeschlossenen Bergbaumuseums mit 700 Jahren
Bergbaugeschichte. Im gesamten Bergwerk herrscht ein besonderes Stollenklima mit konstanten 9 ° C.
Die insgesamt 25 ha große Waldbrandfläche im Jahr 2014.
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Ertragsoptimierung im
Naturverjüngungsbetrieb
Organisation:
Ing. Wilhelm Himmelbauer, Forstbetrieb Reichenfels, Wolfsberg
Andreas u. Astrid Rittler,
Gut Lichtengraben, Bad. St.Leonhard
Ing. Johann Hochegger,
Stora Enso WP Bad St. Leonhard GmbH
DI Dr. Eckart Senitza,
Obm. Pro Silva Austria
Abfahrt:
07.30 Uhr Minimundus Klagenfurt,
Zusteigemöglichkeit 8.15 Uhr Parkplatz
Autobahnraststätte Völkermarkt
in einen gemischten Land-, Forst-,
Tourismus- und Fischereibetrieb
• Sägeindustrie und Produktinnovation „mit Leimholzprodukten zum Erfolg“
Die Forstbetrieb Reichenfels Ges.m.b.H.
ist eine Tochtergesellschaft der Olanger
Seilbahnen AG (Südtirol). Die Fläche
stammt aus dem ehemaligen HESPABesitz und wurde 1998 gekauft.
Betriebsziel
Waldbau
18.00 Uhr Minimundus Klagenfurt
Begehbarkeit: leicht, festes Schuhwerk
– Verpflegung: Mittagsimbiss auf Gut
Lichtengraben
• Erhaltung und Steigerung des Vermögenswertes des Waldes
• jährliche Ertragserwirtschaftung aus
dem Wald mit Hilfe der biologischen
Automation
• die Erhaltung der Stabilität des Ökosystems Wald
Inhalte:
Jagd
Rückkehr:
• Bewirtschaftungsgrundsätze und Er folgspotenziale im Naturverjüngungsbetrieb – Ertragoptimierung durch einzelbaumweise Hiebsreife
• Stabilität und Risikominimierung ohne
„Umtriebszeit“
• Planung und Organisation kleinflächig
differenzierter Pflege- und Nutzungsmaßnahmen
• Auszeige und Wertzuwachs in strukturierten Waldbeständen
• Wald-Wild-Management, Rotwildbewirtschaftungskonzept „Saualpe“
• Räucherforelle und Renaissanceschloss: Gut Lichtengraben – Einblick
Foto: W. Himmelbauer
DI Dr. Eckart Senitza
Obmann Pro Silva A
Poitschach 2
9560 Feldkirchen
• das Ziel „Wald mit Wild, aber Wald vor
Wild“ wird durch ein modernes WaldWild-Management erreicht.
Beschreibung
910 ha Gesamtfläche, davon 853 ha
Wald, 2 ha Wildwiesen. Ein Förster ist
als Revierleiter angestellt. Die Waldarbeit wird von Schlägerungsunternehmern
der Umgebung sowie durch Bauernakkordanten ausgeführt.
Lage
Der Forstbetrieb Reichenfels liegt im
oberen Lavanttal am Nordosthang vom
Wilhelm Himmelbauer fliegt seit 1981
Drachen vor allem im Lavanttal in Österreich. „Ich bin Förster in Kärnten. Für
viele Naturnutzer ist es schwer nachvollziehbar, welche Aktivitäten unsere Wildtiere stören und welche sie ignorieren.
Mich faszinieren die überlegenen Flugkünste der Greifvögel und Störche und
mit wie wenig Respekt sie uns deshalb
begegnen.“
Hohenwart, dem nördlichen Ausläufer
der Saualpe. Die Seehöhen erstrecken
sich von 1050 bis 1550 m, die mittlere
Seehöhe liegt bei 1325 m. Die durchschnittliche Hangneigung beträgt 45%.
Der Untergrund besteht aus altkristallinem Glimmerschiefer und Glimmergneis mit tiefgründigen Braunerden. Die
natürlichen Waldgesellschaften sind der
montane Fichten-(Tannen)-Wald sowie
der tiefsubalpine Fichtenwald mit Lärche.
Waldzustand
Als Folge massiver Schneebrüche in
den Jahren 1976 und 1979 sowie einer
gleichzeitig beschleunigten Umwandlung total geschälter Bestände entfallen
derzeit 24% der Fläche auf die 2. Altersklasse. 35% der Wälder sind über 120
Jahre alt. 86% des Vorrates sind Fichte,
12% Lärche, welche aber in der 3. und 4.
Altersklasse fehlt. Die 1. und 2. Altersklasse weist vermehrt Mischbaumarten
auf, die in Zäunen künstlich eingebracht
wurden. Im Revier befinden sich 50
Zaunflächen mit insgesamt 45 ha. In den
Altersklassen 3 bis 5 sind zwischen 60%
und 80% der Stammzahl geschält.
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KFV Info 75/September 2014
E X K U R S I O N
Erschließung
Der Forstbetrieb Reichenfels verfügt
über eine Forststraßendichte von ca. 55
lfm/ha. Dazu kommt etwa die gleiche
Länge an sekundären Rückewegen.
Forstbetriebsplanung
Die Operate der HESPA-Domäne basierten auf Stichprobeninventuren mit fixem
Probekreis und daraus gemessenen
Veränderungen sowie bestandesweiser
Taxation mit waldbaulicher Planung und
der thematischen Kartografie. Derzeit
stocken etwa 290 Vfm/ha. Die letzte
Zuwachsmessung 1979/1988 ergab 5.170
Efm pro Jahr.
Waldbewirtschaftung
Seit 1999 wurden jährlich 5.100 Efm
genutzt, davon 33% in der Vornutzung.
Die Jahresmengen streuten je nach
Holzmarktsituation zwischen 2.800 und
10.600 Efm, die Anteile der Vornutzung
zwischen 19% und 43%, durchschnittlich
30%.
Verjüngte Baumarten
Seit 1999 wurden bei einer Gesamtnutzungsmenge von ca. 70.000 Efm
ca. 10.000 Lärchen aufgeforstet, 7.500
davon allein auf den Windwurfflächen
aus dem Jahr 2002.
Waldpflege
Seit 1999 wurden jährlich auf ca. 17 ha
Dickungspflege durchgeführt.
Biologische Automation
Unter Einhaltung der Pflegekette beginnend bei der Dickungspflege über Erstund Folgedurchforstung bis hin zur
Zielstärkennutzung wird sowohl die
vertikale Schichtung als auch die Durchmesserstreuung konsequent gefördert.
Ziel dabei ist nicht nur die Ausnützung
des hohen laufenden Massen-, sondern
vor allem des Wertzuwachses in den über
120-jährigen Beständen, der bei Anwendung der Hilfstafeln für die Forstwirtschaft generell massiv unterschätzt wird.
Langfristige Erfolgspotentiale
• Durchmesserstreuung und vertikale
Schichtung
• Konzentration auf Wertzuwachsträger
• Nach Entnahme der Z-Stämme im Zuge
der Zielstärkennutzung verbleibt ein
Bestand mit mittleren Durchmessern
• Verlängerung der Umtriebszeit verlängert auch den Zeitraum für potentielle
Naturverjüngung
• Im Idealfall führt diese Methode zu
einer Dauerbestockung
KFV Info 75/September 2014
Exkursionsthemen:
• Wertzuwachs
Zuwachsmessung auf permanenter
Stichprobe,
Vergleich 1970/1979/1988/2008
ET-Vergleich: Laufender Zuwachs,
Durchschnittlicher Gesamtzuwachs,
Wertveränderungen
• Strategien zur Optimierung
Entmischung –
Ergänzungspflanzung mit Lärche
Pflegekette –
Strukturierende Stammzahlreduktion
K-Wert-Methode –
Durchmesserabhängige Beurteilung
des Konkurrenzdrucks
Holzauszeige –
Schlechte Sichtbarkeit Flexibilität
4
• Räumliche Unordnung
Einzelstamm statt Einzelbestand
Professionelle Fällung und Rückung
Schadholzaufarbeitung
• Wildbewirtschaftung
Wildschäden
Bejagbarkeit, Abschussnehmer,
Jagdgäste
Zonierung, gestaffelter Jagddruck
• Betriebsplanung
Chaos mit System
Schwierigkeit der Flächenabgrenzung
keine Zuordnung von Nutzungsmengen
Stora Enso, Bad St. Leonhard:
Integrierte Produktion von Brettsperrholz
Mit einem Jahreseinschnitt von
über 780.000 Festmeter Rundholz ist Stora Enso Timber Bad
St. Leonhard GmbH das größte
Sägewerk Kärntens.
80 % des Rundholzes kommen aus Österreich (Kärnten und Steiermark).
Mehr als 430.000 Kubikmeter Schnittholz wird im Jahr erzeugt – ein großer
Teil davon getrocknet und gehobelt.
Die Haupt-Absatzmärkte sind Österreich,
Deutschland, Italien, Japan, Amerika und
die Länder Nordafrikas und des Nahen
Ostens.
Mit seinen 234 Mitarbeitern zählt unser
Betrieb zu den größten Arbeitgebern der
Region und damit zu einem wesentlichen
Wirtschaftsfaktor. Er beschäftigt sich seit
Jahren mit der Verbesserung der Auswirkung des Betriebes auf die Umwelt.
Neben diesem Umweltmanagement
haben wir auch ein Sicherheits- und
Gesundheitsmanagement installiert.
Diese
beiden
Managementsysteme
wurden auch von akkreditierten Gutachtern geprüft und mit Zertifikaten ausgezeichnet.
Mit der Investition in ein Werk zur Herstellung von großformatigen Holzplatten
mit bis zu 3 x 16m wurde auch am Kärntner Standort von Stora Enso eine Weiterverarbeitung von Schnittholz etabliert.
Dieses Produkt aus kreuzweise verleimten Holzlagen wird unter der Marke CLT
vertrieben. CLT steht dabei für Cross
Laminated Timber und wird im deutschsprachigen Raum auch als Brettsperrholz
bezeichnet.
Das massive CLT aus Fichtenholz wird
vorwiegend im Wohnbau für Ein- und
Mehrfamilienhäuser verwendet, es wird
aber auch gerne im Industrie-, Gewerbe
und Ingenieurbau eingesetzt. Komplette
Rohbausätze aus Wand-, Decken- und
auch Dachelementen werden fertig zugeschnitten vom Werk direkt auf die Baustelle geliefert. Dort werden die Elemente
mit einem Kran versetzt und der Rohbau
eines üblichen Einfamilienhauses ist in
ein bis zwei Tagen fertig errichtet.
Dieses innovative und zukunftsweisende
Produkt wird am Bau gut angenommen
und erfreut sich guter Nachfrage.
Ing. Johann Hochegger
Stora Enso WP
Bad St. Leonhard GmbH
Seite 17
F O R S T T A G U N G
5
Die Forstverwaltung
Hollenburg
FM DI Hans Mattanovich
Forstverwaltung
Hollenburg
Maria Rain
Die Forstverwaltung Hollenburg umfasst einen ca. 8.500 ha
großen Forstbetrieb in den
Karawanken, einem Gebirgszug an der Südgrenze Kärntens
und das ca. 600 ha große Revier
Rehhof im Wienerwald. Inhaber beider Betriebsteile sind
Dr. Johannes Kyrle und Dr. Paul
Alexander Kyrle.
Der Kärntner Betrieb umfasst zirka
6.000 ha Wirtschaftswald und Schutzwald, ca. 2.000 ha unproduktive Flächen
und 500 ha Grünland, Acker und sonstige Flächen. Der überwiegende Teil der
Forstflächen liegt in den Karawanken,
einem Gebirgszug der südlichen Kalkalpen in einer Höhenlage von 500 bis
1500 m Seehöhe. Die Böden sind durchwegs wüchsige Braunlehme auf Kalk
und Dolomit. Charakteristisch für die
südlichen Kalkalpen sind Niederschlagsmengen von 1.500 bis 1.800 mm/Jahr,
welche auf den Kalkstandorten von ausschlaggebender Bedeutung für das Pflanzenwachstum sind. Die dominierende
Waldgesellschaft ist der hochmontane
Fichten – Tannen – Buchenwald. Laut
Forsteinrichtung setzen sich die Bestände
aus 56 % Fichte, 7 % Tanne, 22 % Buche,
11 % Lärche, 2 % Kiefer und 2 % sonstiger Baumarten zusammen.
Hiebsatz –Einschlag – Zuwachs
Bei einem laufenden Zuwachs von
30.500 fm und einem Hiebsatz von
23.000 fm werden im Kärntner Betrieb je
nach Marktlage und betrieblicher Erfordernis, jährlich 22.000 bis 24.500 fm eingeschlagen. Dazu kommen Einschläge
von 4.000 fm im niederösterreichischen
Revier. Ca. 19.000 fm Nadelholz werden
fast ausschließlich an die Kärntner Sägeund Papierindustrie verkauft, 5.000 fm
Laubholz werden zu 15 % über Händler
nach Italien als Sägeholz vermarktet,
15 % als Faserholz und 70 % als Brennholz in unterschiedlichster Form abgesetzt.
Nebenbetriebe: Jagd, Fischerei in drei
Draustauseen, Forstgarten, Brennholz,
eigener Fuhrpark, ein Durchfortsungsseilgerät, ein Schlepper.
Seite 18
Waldbauliches Konzept
Grundlage der forstlichen Planung ist die
im Betrieb erstellte und jährlich fortgeführte Forsteinrichtung. Der Einschlag
wird zu ca. 65 % in Form von Streifenhieben und kleineren Kahlschlägen durchgeführt. Plenterung und Femelung ist
auf günstige Bringungslagen beschränkt.
Im Seilgelände hat sich der Streifenhieb
mittels Kippmastgerät mit Bergaufbringung absolut bewährt. Schlagbreiten
von maximal einer Baumlänge sind ideal
für die Seilarbeit und stellen ein rasches
Aufkommen von Buchen- und Lärchenverjüngung sicher. 50 – 60 % Fichte aus
eigener Produktion werden künstlich
eingebracht. Kontrollierte Wildstände
tragen dazu bei, dass in der Regel Kultursicherungszeiträume unter sieben Jahren
erreicht werden.
Exkursion
Buchenwaldbewirtschaftung
in den Karawanken
Das Revier Gotschuchen der Forstverwaltung Hollenburg hat eine Größe
von 1154 ha, wovon 797 ha auf die
Betriebsklasse Wirtschaftswald entfallen. Das Revier Hollenburg wurde sehr
früh durch Forststraßen erschlossen und
daher auch in den ersten Nachkriegsjahren verstärkt genutzt. Dadurch überwiegen in diesem Betriebsteil Bestände der
zweiten und dritten Altersklasse. Die
Bestände stocken auf skelettreichen und
meist seichtgründigen Braunerden auf
Kalk und Dolomit In einer Seehöhe von
900 m bis 1500 m. Die Niederschläge
erreichen in diesen, dem Hauptkamm
der Karawanken vorgelagerten, Revieren
1600–1700 mm. Das Revier Gotschuchen befindet sich am Nordabhang des
Schwarzgupf und das Gelände hat den
Charakter einer großen Mulde. Es gibt auf
Grund der Durchlässigkeit des Grundgesteins im gesamten Revier keine offene
Wasserstelle. Diese Tatsache führte auch
dazu, dass man bei Grabungsarbeiten für
eine nutzbaren Wasserstelle in ca. 2 m
Tiefe auf permanentes Eis stieß. Ein geologisches Phänomen welche auch heute
noch beim sogenannten Eisloch beobachtet werden kann.
Exkursionspunkt 1
Harvesterdurchforstung
in Fichten Buchen
Mischbeständen
In den flacheren Unterhangstandorten
des Reviers wurden in den letzten Jahren
KFV Info 75/September 2014
E X K U R S I O N
auf einer Fläche von ca. 50 ha Durchforstungen mit Harvester durchgeführt. Die
Ausgangsbestände waren alle zwischen
50 und 65 Jahre alt, meist in der Jugend
ungepflegt und enorm stammzahlreich.
Es handelt sich um Mischbestände
welche sich zu etwa 40 % aus Fichte und
45 % Buche sowie 15 % Lärche zusammensetzen. Die Fichte stammt aus künstlicher Verjüngung, Buche und Lärche
haben sich natürlich verjüngt. Fehlende
Stammzahlreduktion und Mischungsregelung haben dazu geführt, dass die
Buche sehr stammzahlreich vorhanden
ist und durchwegs sehr schlanke und
kleinkronige Stämme ausgebildet hat.
Die Herausforderung besteht nun darin,
im Zuge der Durchforstung zu versuchen, die Kronenentwicklung der Buchen
zu verbessern, ohne ein allzu hohes
Betriebsrisiko einzugehen. Einzelne
Buchen mit besser ausgeformten Kronen
werden gezielt begünstigt, der Standraum
von Fichte und Lärche wird im Zuge
des Durchforstungseingriffes geregelt.
Da die Erzielung von Buchen-Wertholz
in den meisten Fällen ausgeschlossen
scheint, gilt es andere Betriebsziele für
die Baumart Buche zu definieren.
Exkursionspunkt 2
Dickungspflege in
buchenreichen Mischbeständen
Die Bestände stammen aus Kunstverjüngungen nach Kahlschlägen. Es wurde mit
nacktwurzeligen Fichten aus dem eigen
Forstgarten aufgeforstet, Buche und
Lärche haben sich natürlich verjüngt.
Auf Grund der extrem hohen Stammzahl
der Buchenverjüngung, droht diese die
Fichte und die Lärche zu überwachsen.
Ziel der Pflegemaßnahme ist es, eine
Mischungsregelung zwischen den drei
vorhandenen Baumarten herbeizuführen.
Die Buche wird dort, wo sie zwischen der
Fichte und der Lärche steht, so reduziert
dass sie die beiden anderen Baumarten
nicht überwachsen kann. Dort wo reine
Buchengruppen vorhanden sind, werden
diese belassen.
Exkursionspunkt 3
Schneedruck in buchenreichen
Jungbeständen
Im Zuge der
Nassschneeereignisse
der letzten Jahre sind etliche zu spät
gepflegte buchenreiche Flächen zusammengebrochen. An diesen Beispielen soll
die Problematik der klimabedingt immer
häufiger werdenden Schneedruckgefahr
bei Buche und Lärche diskutiert werden.
KFV Info 75/September 2014
5
Publikumsmagnet
aus Holz
proHolz Kärnten
Klagenfurt am Wörthersee
Foto: Holzbau Rubner
Zu einem Publikumsmagneten
hat sich der neue Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel entwickelt. Er ist einer der
höchsten Aussichtstürme aus
Holz weltweit und bietet einen
atemberaubenden Blick auf die
Kärntner Landschaft.
Der alte Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel war in die Jahre gekommen und
massiv sanierungsbedürftig. Daher entschloss sich die Gemeinde Keutschach
für einen Neubau und lud fünf Architekturbüros ein, ein neues Konzept vorzulegen. Die Klagenfurter Architekten
Markus Klaura und Dietmar Kaden mit
dem Villacher Tragwerksplaner Markus
Lackner überzeugten die Juroren mit
einem Entwurf, in dem Holz das vorrangige Material für die tragende Konstruktion ist.
500 Kubikmeter
Hochwaldlärche
Für die Holzkonstruktion wurde langsam
wachsende, kräftige Hochwaldlärche
vom Fuße des Großglockners verwendet.
Insgesamt wurden 500 Kubikmeter Lärchenverbundholz verarbeitet.
Hinauf kommt man mit dem Lift oder
über eine Stiege. Die Aussicht kann
man auf drei Plattformen genießen, die
höchste liegt auf einer Höhe von 70,6
Metern und bietet einen 360-GradRundum-Blick. Alle drei Plattformen
wurden aus Brettsperrholzplatten gefertigt. Die wettergeschützte und rundum
verglaste Skybox kann für Veranstaltungen gemietet werden.
Hinunter geht es nicht nur über Lift oder
Treppe, sondern auch über die höchste
überdachte Rutsche Europas mit einer
Höhe von 51,4 Metern und einer Länge
von 120 Metern. Rund 30 Sekunden
dauert diese „Fahrt“. Zu ebener Erde gibt
es ein Restaurant und einen Souvenirshop.
Die Entscheidung für diesen Aussichtsturm aus Holz hat sich als richtig herausgestellt. Er ist bei Besuchern aus dem
In- und Ausland sehr beliebt, hat sich
bereits zu einem neuen Wahrzeichen des
Bundeslandes Kärnten entwickelt und
begeistert auch die Fachwelt.
Holzbaupreis Kärnten
So wurde das Bauwerk mit dem Holzbaupreis Kärnten 2013 ausgezeichnet.
Die Juroren bezeichneten den Turm als
„spannende, architektonisch und konstruktiv ästhetische und ausführungstechnische Meisterleistung.“ Sie waren
beeindruckt von dem Effekt, wie die
„Weichheit und Wärme des Holzes mit
der Kühle des Stahles verschmilzt“.
Seite 19
F O R S T T A G U N G
WWG Kärnten GmbH –
Service für Kleinwaldbesitzer
Exkursionverlauf:
• Abfahrt 7:30 Uhr Minimundus-Parkplatz Klagenfurt
• Administration in der WWG Kärnten –
Besuch des Regionalbüros in Brückl
• Organisatorische Besonderheiten bei
der Bewirtschaftung des Kleinwaldes
– Besichtigung ausgewählter Einsatzflächen
oPlanung und Koordination überbetrieblicher Holzernteeinsätze
oHolzflusssteuerung im Kleinwald –
eine logistische Herausforderung
• Biomasseproduktion – Logistik vom
Rundholzlager bis ins Werk
• Rückkehr ca. 17:30 Uhr MinimundusParkplatz Klagenfurt
Organisation und Leitung:
Mag. Karl Kurath, Obmann Waldverband Kärnten und Geschäftsführer WWG
Kärnten GmbH
Ing.
Christian
Schmoliner,
Geschäftsführer Waldverband Kärnten
und WWG Region Lavanttal
Die professionelle Betreuung
von kleinen und mittleren Waldbesitzern
ist mit besonderen Herausforderungen
verbunden. Vor allem bei der gemeinschaftlichen Holzvermarktung und bei
der Steuerung des Holzflusses (Ernte und
Transport) ist spezielles Knowhow erforderlich.
Ein gemeinsames und geschlossenes
Auftreten am Markt, höchste Professionalität bei der Geschäftsabwicklung und
die restlose Klärung von Haftungsfragen sind wesentliche Grundbedingungen für die langfristige Absicherung und
die Weiterentwicklung des forstlichen
Dienstleistungsangebotes von Waldwirtschaftsgemeinschaften. Die dafür
erforderlichen strategischen Maßnahmen
lassen sich in einzelnen, kleinen Regionalorganisationen, vor allem wegen der
dafür fehlenden personellen Ressourcen, nur sehr schwer umsetzen. Eine
gemeinsame, effiziente Bearbeitung
übergeordneter Geschäftsbereiche und
die gleichzeitige Konzentration auf eine
regionale und persönliche Mitgliederbetreuung sind die organisatorische Voraussetzung für einen zukunftstauglichen
WWG-Servicebetrieb.
Seite 20
Mag. Matthias Granitzer
Geschäftsführer
WWG Kärnten
Um diesen Herausforderungen wirkungsvoll zu begegnen, wurde für die
Regionen des Waldverbandes Kärnten
die „WWG Kärnten GmbH“ geschaffen. In diesem Unternehmen arbeiten seit
2012 die „WWG Norische Region“, die
„WWG Region Hemmaland“ sowie die
„WWG Oberkärnten“ und seit 2013 die
„WWG Carnica Lebensraum Rosental“
zusammen. Die Regionen und der Waldverband Kärnten halten auch die Eigentumsanteile an der GmbH.
Die forstliche Beratung der Mitglieder, die gemeinschaftliche Vermarktung
von Rundholz und die Organisation von
Holzernteeinsätzen zählen zu den unumstrittenen Leistungsschwerpunkten der
WWG Kärnten. In der Administration
setzt man auf den Einsatz von modernster
EDV. Die Geschäftsfälle werden damit
nicht nur rasch abgewickelt, sondern auch
lückenlos und nachvollziehbar dokumentiert. Das Unternehmen verfügt über drei
regionale Bürostandorte (Brückl, Spittal/
Drau und Strau bei Ferlach) und 17 Mitarbeiter stehen für die Betreuung der
Waldbesitzer sowie die erforderlichen
Verwaltungstätigkeiten zur Verfügung.
Die angebotenen Dienstleistungen konzentrieren sich in erster Linie auf die,
GF Mag. Matthias Granitzer
in 16 örtlichen WWGs vereinten, 2.200
Mitglieder. In der aktuellen Größenordnung wurden im Jahr 2013 vergleichsweise 225.000 FM Rundholz vermarktet
und 50 verschiedene Abnehmer beliefert.
Die Stärken der WWG Kärnten
Regelmäßige Informationen
Viel Wert wird in der WWG Kärnten
auf eine konsequente Information der
WWG-Mitglieder gelegt. Sei es mit
Ein Serviceschwerpunkt der WWG Kärnten: Überbetriebliche Organisation der Holzernte.
KFV Info 75/September 2014
E X K U R S I O N
6
periodisch erscheinenden Informationsschreiben, mit regelmäßig veranstalteten Forststammtischen oder durch die
persönlichen Gespräche mit den Betreuungsförstern: Die Waldbesitzer werden
stets mit aktuellsten Auskünften zum
Holzmarkt und zu anderen wichtigen
Themen versorgt. Auch die Organisation
von Fachreferaten zu unterschiedlichsten
forstlichen Aspekten und die Veranstaltung von Exkursionen werden von den
Mitgliedern gerne angenommen.
Wertvolles Knowhow
Die Beschäftigung von professionellem Personal in allen Unternehmensbereichen der WWG Kärnten erlaubt den
WWG-Mitgliedern den vertrauensvollen
Zugriff auf wertvolles Knowhow und
sichert ihnen die Unterstützung ihrer
„eigenen“ Mitarbeiter. Dabei werden
vor allem der Qualität bei Beratung und
Geschäftsabwicklung und der Sicherheit einzelner Geschäftsfälle besondere
Bedeutung zugeschrieben. Ein regelmäßiger Austausch von Erfahrungen und
kontinuierliche Aus- und Weiterbildung
sorgen für einen Wissensaufbau bei den
Mitarbeitern und für die weitere Verbesserung der individuellen Serviceleistungen für die Waldbesitzer.
Zielgerichtete
Holzvermarktung
„Das richtige Holz zum richtigen Abnehmer“ (wenn möglich in der gewünschten
Menge und zum gewünschten Zeitpunkt)
ist eine grundsätzliche Zielsetzung bei
der gemeinschaftlichen Holzvermarktung. Mit einem kundenorientierten
Holzverkauf lassen sich nicht nur die
Durchschnittserlöse für den Waldbesitzer ansehnlich erhöhen, sondern auch
Holz-LKW mit Anhänger brauchen entsprechende Kurvenradien – im Kleinwald oft ein
Problem.
die Beziehungen zu den Holzabnehmern langfristig festigen. Wichtig ist es
dabei, neben der Holzindustrie auch die
noch existierenden kleinen und mittleren
Betriebe zu beliefern und damit einen
Beitrag zur Erhaltung der noch vorhandenen Abnehmerstruktur zu leisten. Die
WWG Kärnten beliefert rund 50 verschiedene Kunden mit Sägerundholz,
Industrieholz, Energieholz und unterschiedlichsten Sondersortimenten.
Einsatz modernster EDV
Mit dem eigens für den Waldverband Kärnten programmierten „WWG
Manager“, einem umfassenden Computerprogramm für die Mitgliederver-
Die WWG Kärnten beliefert das Heizwerk Brückl mit Hackgut.
KFV Info 75/September 2014
waltung, die Planung und Steuerung
des Holzflusses und die Abrechnung der
Geschäftsfälle, ist bei der WWG Kärnten
eines der modernsten forstlichen EDVSysteme im Einsatz.
Den Waldbesitzern wird damit nicht nur
höchste Präzision bei der raschen Bearbeitung ihrer Geschäftsfälle garantiert,
sondern auch Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Belegflüsse in allen
Bereichen. Mit dem WWG Manager
werden unter anderem die FHP-AbmaßProtokolle der Sägeindustrie elektronisch
übernommen und weiter bearbeitet sowie
Frachtaufträge und Lieferscheine mit den
Holzfrächtern auf elektronischem Wege
ausgetauscht.
Auch Scheitholz kann verwertet werden.
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Natur-Waldwirtschaft:
Holz für Bio-Wohnbau
Ist Verwendung von Rohstoffen
(Holz, Stein, Kalk) aus lokaler Herkunft für Wohnbau im
Gebirge wieder möglich? Die
Antwort auf diese Frage ist
nachhaltige Waldbewirtschaftung, die Kenntnis der modernen
Erntetechniken und die Verwendung von Holz bei der Renovierung von alten Gebäuden.
Organisation:
Dr. Luciano Sulli, Leiter der Dienststelle für Forstbewirtschaftung der
Region Friaul-Julisch Venetien in Udine
Dr. Rinaldo Comino, Bereich Landund Forstwirtschaft der Zentraldirektion für produktive Aktivitäten, Handel,
Kooperation, Land- und Forstressourcen
Dr. Mario Di Gallo, Verantwortlicher
des Servicezentrum für Forstwirtschaft
und Gewerbe im Gebirge in Paluzza
Arch. Andrea Boz, Freiberufler, Experte
in TUW-Urban Wood in Paluzza
Abfahrt:
07.30 Uhr
Minimundusparkplatz Klagenfurt
Ankunft:
10.00 Uhr
Rathaus Ravascletto und Begrüßung der
Begleiter
Dott. Rinaldo COMINO
Area risorse agricole
e forestali
Udine
Begehbarkeit:
Kurzer Weg auf Straßen und Wanderwege mit Höhenunterschied von max.
200 Metern in der Ortschaft Salars.
Verpflegung:
Das Mittagessen wird auf Einladung
der Region Friaul Julisch Venetien im
CeSFAM eingenommen.
Rückkehr:
17.30 Uhr Minimundusparkplatz
Klagenfurt
Waldbewirtschaftung in Friaul
Julisch Venetien im TannenFichten Wald in Salars
In der Region Friaul Julisch Venetien
findet eine Naturnahe Waldbewirtschaftung nach dem System der standortsangepassten Forstwirtschaft, das sich auf
wissenschaftlichen Kenntnissen und
letztlich auch durch ein regionales Gesetz
gründet, statt. Das bedeutet anthropogene
Eingriffe im Wald, wie Waldschlägerungen, die mehr oder weniger Nutzholz
ergeben, indem man den Entwicklungsund Strukturprozessen nachkommt und
durch passende Eingriffe versucht, auch
ökonomische Prinzipien gelten zu lassen.
Das braucht genaue Kenntnisse der
natürlichen biologischen und ökosys-
temaren Dynamiken um angemessene
Bewirtschaftungstechniken anzuwenden.
Dieses Prinzip erfordert bestimmte Zielsetzungen:
1) die aktive Forstwirtschaft soll nur dort
eingesetzt werden, wo keine negativen
Änderungen zu erwarten sind,
2) Wälder, in denen die Naturverjüngung
fortgeführt wird,
3) alle bodenständigen Baumarten sollen
gleiche Berechtigung haben,
4) Tendenz für Mischwälder, wo möglich,
und Strukturvielfalt durch Baumabstand
und langen Verjüngungszeitraum ermöglichen,
Inhalte:
- Etablierung der Naturnahen Waldbewirtschaftung und Anwendung der
standortsangepassten Forstwirtschaft
in Friaul Julisch Venetien;
- Stärke- und Schwächepunkte der
lokalen Holzkette;
- Sonderfall der Fichten-Tannen-Wälder
auf sauren Böden in Salars, Vorort der
Gemeinde Ravascletto;
- neues System der Forstunternehmen
und der Ausbildung in Friaul Julisch
Venetien;
- Revitalisierung von alten und neuen
Gebäuden mit lokalen Rohstoffen als
Wirtschaftsankurbelung im Gebirge
für Tourismus und Unternehmen;
- Beispiel einer Revitalisierung des
„Cjasa dal len“ in Sutrio mit traditionellem Baumaterial
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Fichten-Tannen-Wald im Gebirge auf sauren Böden mit Schwierigkeit in der Verjüngung
auch auf freien Fächen.
KFV Info 75/September 2014
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5) mit Bezug auf die Multifunktionalität, nicht zuletzt auf die wirtschaftliche
Funktion, sollte man immer mehr auf
natürliche Bewirtschaftunsziele fokussiert sein und biologische Veränderungen
durch strenge Bewirtschaftungsschemata
vermeiden.
Die Fichten-Tannen Wälder im Gebirge
sind ein Beispiel, wie man einst die
Regeln der naturnahen Forstwirtschaft
nicht respektiert hat. Die aktuellen
Bestände haben über die Jahre zwei
schwere Eingriffe des Menschen erlitten.
Der erste hat zum Verlust der vorhandenen Buchenwälder geführt. Für lange
Zeit hat man dann versucht, den natürlichen gleichaltrigen Bestand in einen
mehrschichtigen Bestand überzuführen,
mit schlechten Ergebnissen.
Diese Fichten-Tannen Wälder, die an
steilen sonnigen Hängen zwischen 1000
und 1400 Höhenmetern mit einem kontinentalen Klima wachsen, haben dagegen
immer eine gleichaltrige Struktur, mit
regelmäßiger Bestockung.
Diese Entwicklung muss unterstützt
werden, denn da gedeihen schöne Fichten
mit guten technologischen Eigenschaften. Die Verjüngung ist normalerweise
gut vorhanden, auch unter den Baumkronen, aber in der Kronenschicht muss alle
10 bis 20 Jahre eine Auflichtung durchgeführt werden. Dieses Vorgehen bringt
Rand- oder Gruppenschlägerungen mit
sich, wenn die Verjüngung nur an den
Rändern vorhanden ist. Ist die Verjüngung unter Schirm vorhanden, dann kann
man mit nachfolgenden, auch größeren
Nutzungen, eingreifen.
Fichten-Tannen-Wald im Gebirge auf
sauren Böden in der Durchforstungsphase.
KFV Info 75/September 2014
7
CeSFAM – Aus- und Weiterbildungsstätte für die Profi-Forstarbeiter.
Strukturelle und funktionale
Revitalisierung der „Cjasa dal
len“ in Sutrio
Sutrio liegt zwischen Ravascletto und
Paluzza. Hier arbeitet man mit Holz schon
seit dem 18. Jahrhundert. Die Spezialisierung im Möbel-, Fenster- und Türenbau
ist in der lokalen Wirtschaft noch heutzutage wichtig. Ein anderer wichtiger
Wirtschaftszweig dieser Ortschaft ist der
Tourismus, Dank des naheliegenden und
bekannten Skigebiets Zoncolan.
Alle historische Häuser wurden in
4 Kategorien klassifiziert und werden
jetzt nach dem lokalen Modell des
„albergo diffuso“, d.h. einem erweiterten
Gästehaussystem des Alpinraumes, an
Touristen vermietet.
Diese Häuser werden mit Berücksichtigung der Architektur dieser Alpinlandschaft renoviert. Zum Bau werden Stein,
Ziegel und Kalk zusammen mit Holz verwendet. All das soll nach den Prinzipen
des Biowohnbaus erfolgen unter Verwendung von lokalen Rohstoffen, vor allem
Holz.
Ein erster Eingriff ist mit der Renovierung des alten Sägewerks Sutrio oder
Marsilio genannt, abgeschlossen worden.
Das originale Gebäude (Mühle) ist aus
dem Jahre 1600 und war bis Mitte der
80er Jahre in Betrieb.
Es wurde ein einzigartiges Projekt für
einen konservativen Wiederaufbau der
ganzen Struktur, von den Mauern bis
zum Dach, den Böden und Mühle, Werkstatt, Sägewerk und Wasserkraftwerk
erstellt. Auch die Bauunternehmen waren
aus der Umgebung. Das Holz, Fichte und
Lärche, nach Mondphasen geschlägert
und getrocknet, ist dann 2011 im Bau
zusammen mit dem Jahrhunderte alten
schon vorhandenen und bestens erhaltenen Holz zum Einsatz gekommen.
Diese Struktur, „Cjase dal len“ genannt,
soll als lebendiges Museum dienen und
bezeugen, wie alte Kenntnisse und neue
Tätigkeiten die Zukunft eines Volkes und
die alpine Wirtschaft wieder aufwerten
können. Wenn man das, was die Natur
bietet, wie z. B. Holz, mit Kenntnis verarbeitet, ergeben sich schöne Bauten.
Cjase dal len (Haus des Holzes) in
Sutrio, Ostseite. Links neben dem historisch-renovierten Teil befindet sich ein
modernes Gebäude mit Dienstleistungseinrichtungen und Zugangstreppe zu den
oberen Etagen.
Cjase dal len mit einem Detail der historisch-architektonischen Renovierung.
Seite 23
F O R S T T A G U N G
Eisbruch Katastrophe in
Sloweniens Wäldern
Zwischen dem 30. Jänner und
dem 10. Februar 2014 hat eine
Kombination von Schnee, Regen
und tiefen Temperaturen einen
großen Eisbruch ausgelöst, welcher schwere Schäden in mehr
als der Hälfte der Wälder Sloweniens verursachte.
Die Schäden sind über das ganze Land
verbreitet, aber die westlichen Landesteile waren am stärksten betroffen. Eines
der am stärksten geschädigten Gebiete
ist die Region Postojna (Adelsberg, Postumia), wohin unsere heutige Exkursion
führt.
Organisation:
DI spec. Jurij Beguš,
Slowenischer Forstdienst
DI Anton Smrekar, Slowenischer
Forstdienst, Regionaleinheit Postojna
DI Frenk Kovač, Forstunternehmen
GG Postojna, Direktor
Seite 24
DI spec. Jurij Beguš
Slowenischer Forstdienst
Laibach
Abfahrt:
07.00 Uhr Minimundusparkplatz/Klgft.
Inhalte:
• Situation der Forst- und Holzwirtschaft
in Slowenien, Aktivitäten des slowenischen Forstdienstes, Rakov Škocjan
• Vorstellung der Regionaleinheit Postojna, Rakov Škocjan
• Eisbruchkatastrophe im Februar 2014
– Daten und Fakten, Rakov Škocjan
• Katastrophenmanagement auf der
Fläche, Waldmanagement für die
Zukunft des Staatswaldes, Rakov
Škocjan
• Katastrophenmanagement auf der
Fläche, Waldmanagement für die Zukunft im Privatwald, Slavna
• Probleme mit dem Holzverkauf,
Biomasse/Pellets Produktion, Pivka
• Kulturprogrammpunkt:
Die Karstregion rund um Lipica
Rückkehr:
18.00 Uhr Minimundusparkplatz/Klgft.
Eissturm in Slowenien 2014
In Slowenien kommen Eisstürme mittlerer Intensität alle paar Jahre vor. Schwere
Eisstürme, die großen wirtschaftlichen
Schaden anrichten, treffen uns jedoch
nur einmal im Zeitraum von ein bis zwei
Dezennien. Der Eissturm von 2014 verursachte großen Schaden an Bäumen, aber
KFV Info 75/September 2014
E X K U R S I O N
fachen durchschnittlichen jährlichen Einschlag in Slowenien.
Bei den schwer geschädigten Bäumen
überwiegen die Laubbaumarten (6,2 Millionen fm oder 66 %), was typisch für
Eis- und Schneesturmschäden ist. Die
Pionierbaumarten – Weiden, Pappeln und
Birken – aber auch Linden und Erlen,
wurden am stärksten geschädigt. Bei den
Nadelholzbäumen wurden 3,1 Millionen
fm (34 %) stark geschädigt. Am häufigsten Kiefer.
Wiederbewaldung auf Schadholzflächen
– durch Naturverjüngung und Aufforstung – ist auf 13.800 Hektar notwendig
(2 – 3 % der gesamten betroffenen Waldfläche). Es sind dies jene Waldflächen,
wo bei der Schadholzaufarbeitung mehr
als 50 % des Vorrats entnommen werden
8
müssen. Die Wiederbewaldung erfolgt
vorwiegend natürlich. Aber auf größeren Schadflächen werden Baumarten
durch Anpflanzung oder Saat eingebracht
werden. Dies vor allem auf Flächen mit
Erosionsgefahr, auf Flächen mit geringem Naturverjüngungspotenzial und auf
Schadflächen, wo ein Baumartenwechsel
von nicht standortsgerechten, unnatürlichen und gefährdeten Baumarten (hauptsächlich Fichte) durchgeführt wird. In
den nächsten 5 Jahren werden 2,3 Millionen Bäume, vorwiegend Laubbäume,
angepflanzt werden, was circa 2/3 der
benötigten Gesamtpflanzenanzahl entspricht. Es werden dies hauptsächlich
Birke (56 %) und Fichte (33%) sein. Den
Rest bilden Ahorn, Eiche und Kirsche
sowie einige andere Baumarten.
auch an der Infrastruktur für die Stromversorgung und Telefonie. Die Eisstürme
kommen vorwiegend im Südwesten Sloweniens vor, entlang der Dinarischen
Barriere, sowohl auf der Küsten- wie auf
der kontinentalen Seite.
Der Grund für den heurigen Eissturm
im Großteil Sloweniens war das Aufeinandertreffen von kalten Luftströmungen aus dem Osten in tieferen Lagen mit
warmen und feuchten Luftmassen über
dem Mittelmeer. Dies passiert, wenn über
dem Mittelmeer und der Adria ein Tief
bei gleichzeitigem Hoch über Osteuropa
und Russland auftritt. Durch die Niederschläge zwischen dem 31. Jänner und
dem 10. Februar formten sich dicke Eisauflagen (bis zu 9 cm !) in großen Teilen
Sloweniens. Die Baumkronen waren
zuvor schon durch Schneeauflage zusätzlich schwer belastet. Am 01. und 02.
Februar war im Großteil Sloweniens der
Eissturm am schlimmsten. Die Belastung
durch Eisanhang überschritt bei größeren
Bäumen mehrere Tonnen an Gewicht.
Nach den Schätzungen des Slowenischen Forstdienstes, der den Plan für die
Schadholzaufarbeitung und Wiederbewaldung der durch den Eissturm geschädigten Waldflächen ausarbeitete, waren
circa 600.000 ha vom Eisbruch betroffen.
Das entspricht der Hälfte der bewaldeten
Flächen des Landes. Geschätzte 9,3 Millionen Festmeter (fm) Schadholz müssen
aufgearbeitet und abtransportiert werden.
Nach den Aufzeichnungen des Slowenischen Forstdienstes beträgt die durchschnittliche jährliche Nutzungsmenge
3,9 Millionen fm. Die Aufarbeitung der
Schadholzmenge ergibt daher den 2,5-
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H O L Z M E S S E
Kompetenzzentrum Ossiach –
auf der Holzmesse!
Die Forstliche Ausbildungsstätte
Ossiach sieht sich als ein nationales und internationales Kompetenzzentrum im forstlichen
Bildungssektor, wo ein gutes
und motiviertes Team bemüht
ist, Wissen auf die „forstliche
Fläche“ zu bringen.
Seit 1953 bietet die Ausbildungsstätte
praxisnahe Bildungsveranstaltungen für
kompetente Waldbewirtschaftung. Diese
60-jährige Erfahrung hilft mit, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zur Findung
von Arbeitsbestverfahren und „Bestpractise-Beispielen“ unmittelbar in die
Praxis transportiert werden.
Den größten Anteil zuordenbarer Zielgruppen über den Tätigkeitsbereich der
Ausbildungsstätte machen bäuerliche
Waldbesitzer und Eigenwaldbesitzer
kleiner Betriebsstrukturen aus. Vor allem
die forstlichen Nachwuchskräfte zeigen
heutzutage eine sehr hohe Motivation zu
berufsbegleitenden Weiterbildungsmaßnahmen.
Bildung für die Zukunft!
Auch auf der heurigen Internationalen Holzmesse von 4. bis 7. September
2014 wird die Forstliche Aubildunsstätte
Ossiach ihr Programm präsentieren,
Innovationen und technische Neuerungen vorstellen und im Dialog mit den
Messebesuchern über moderne, naturnahe und nachhaltige Waldbewirtschaftung sprechen. Bildung ist die Grundlage
für erfolgreiche Zukunft. Nur wenn die
Vorteile der Wissensgenerierung über
Bildungsmaßnahmen erkannt werden,
können Zukunftsperspektiven kreiert
werden. Dem entsprechend kann Bildung
mehrere Effekte gleichzeitig garantieren.
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DI Johann ZÖSCHER
Leiter der Forstlichen
Ausbildungsstätte Ossiach
des BFW
technische Anforderungen an die Waldbewirtschaftung auf einen gemeinsamen
Nenner bringen können. Der Arbeitsplatz Wald braucht Fachkräfte, um die
Wertschöpfungskette „Wald-Holz“ ausreichend mit Holz versorgen zu können.
Speziell für die bäuerliche Jugend können
sich aus dieser Tatsache gute Chancen
für die Zukunft ergeben. Viele Forstbetriebe suchen nach dauerhaften Partnern,
die neben dem professionellen Unternehmertum als Bauernakkordanten oder
Klein(Forst)unternehmer
qualifizierte
Waldarbeit als Dienstleistung anbieten.
Wald und Gesundheit
als neues Thema
Bildung schafft Motivation!
Kenntnisse über die Nutzungspotenziale,
die im kleinstrukturierten Privatwaldbesitz gegeben sind, wirken sich positiv
auf die Holzmobilisierung aus. Gerade in
Zeiten guter Holzpreise besteht seitens der
bäuerlichen Waldbesitzer vermehrt die
Bereitschaft zur Holzernte und zur Waldpflege. In der Besitzkategorie Kleinwald
bestehen noch Defizite in der Abschöpfung des jährlichen Holzzuwachses. Das
sind schlummernde Potenziale, die der
heimische Holzmarkt dringend benötigt.
Eine nachhaltige, vollständige Abschöpfung des jährlich laufenden Zuwachses
muss angestrebt werden.
Bildung erzeugt
Selbstbewusstsein
Moderne, gut ausgebildete Waldarbeiter von heute haben nichts mehr zu tun
mit den Holzknechten von gestern. Von
qualifizierten Waldprofis wird verlangt,
dass sie ökologische, ökonomische und
Ausbildungszentren müssen permanent
auf der Suche nach neuen Themen sein
und Trends der Zeit erkennen können.
Themen gibt es rund um Wald, Holz und
Gesellschaft in mannigfacher Ausprägung. Ein neues Thema, dem sich Forstliche Ausbildungsstätte und Kärntner
Forstverein gleichermaßen annehmen,
ist das Thema „Wald und Gesundheit“.
Wald kann in vielfacher Weise Beiträge
zum Wohlbefinden der Gesellschaft
leisten. Neuerdings werden bei uns
gesundheitsfördernde Aspekte genauer
untersucht und wissenschaftlich untermauert. „Green Care WALD“ heißt
das neue Schlagwort, das genau diese
Zusammenhänge zwischen Gesundheit
– nach einer Definition der FAO (Food
and Agricultural Organisation der UNO)
das physische, psychische und soziale
Wohlbefinden von Menschen – und
dem Lebens- und Wirtschaftsraum Wald
untersucht. Im Fernen Osten, speziell in
Japan, sind diese Phänomene der Zuhilfenahme des Waldes als „Therapeuten“
viel weiter verbreitet, als das bei uns der
Fall ist.
KFV Info 75/September 2014
F O R S T V E R E I N
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Gelungener Walderlebnistag
in Klagenfurt
DI Bernhard Pokorny
BFI Klagenfurt
DI Walter Wuggenig
LFD Kärnten
Aus Anlass der Woche des Waldes veranstalteten die Bezirksforstinspektion
Klagenfurt
und der Kärntner Forstverein
gemeinsam mit der Forst- und
Holzwirtschaft des Bezirkes, am
Donnerstag, dem 12. Juni 2014,
am Neuen Platz in Klagenfurt
unter dem Motto „Der Wald
kommt in die Stadt“ den traditionellen Walderlebnistag.
Nach Grußworten von Agrarlandesrat
Dipl.-Ing. Christian Benger, Bezirkshauptmann Mag. Johannes Leitner und
Bürgermeister Christian Scheider wurden
den Besuchern, insbesondere den zahlreichen Schülern, vielfältige Informationen
zur Bedeutung des Waldes und seiner
Bewirtschaftung sowie der Holzwirtschaft geboten. Die Veranstaltung wurde
von der Jagdhornbläsergruppe Bärental
und dem LK-Quintett umrahmt.
Im Bild: Landesjägermeister Gorton,
Bezirkshauptmann Leitner, Bürgermeister Scheider, Bezirksforstinspektor
Pokorny, Stadtrat Steinkellner, Forstvereins-Ehrenpräsdient Habsburg-Lothringen und Forstvereinspräsident.
Bürgermeister Scheider, Vizebürgermeisterin Mathiaschitz, Stadträtin Wulz und Stadtrat Steinkellner mit einer der Schulklassen.
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KFV Info 75/September 2014
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Sehenswerte Ausstellung
„vom Baum zum Brett“
Neben den Organisatoren, der BFI
Klagenfurt und dem Kärntner Forstverein, präsentierten sich die Landesforstdirektion Kärnten, die Forstliche
Ausbildungsstätte Ossiach, die Landwirtschaftskammer Kärnten – Forstabteilung,
der Waldverband Kärnten, die Stadtwerke
Klagenfurt, ProHolz Kärnten, Kärntner
Forstbaumschulen, Kärntner Bergbaumschulen, Firma Lieco-Forstpflanzen,
Pro Natura Kärnten, Sozialversicherungsanstalt der Bauern, Wildbach- und
Lawinenverbauung Kärnten, Kärntner
Waldpflegeverein, Kärntner Jägerschaft
– Bezirk Klagenfurt, Landesfischereiverband sowie Landesfischereivereinigung
und Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft des Bezirkes Klagenfurt. Auch ein
Fassbinder und ein Rechenmacher waren
mit dabei.
Schwerpunkt Ausbildung
Für die Schulklassen gab es einen besonderen Schwerpunkt - die weiterbildenden
Schulen Forstliche Ausbildungsstätte
Ossiach, LFS Ehrental, Fachberufsschule
Klagenfurt, HBLA Pitzelstätten, Försterschule Bruck/Mur, Holztechnikum Kuchl
und HTBLVA Ferlach - gaben detaillierte Information über Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der Forst- und
Holzwirtschaft. Außerdem gewannen
alle teilnehmenden Schulklassen einen
Waldausgang mit einem zertifizierten
Waldpädagogen.
Ein herzliches Dankeschön!
Die Bezirksforstinspektion Klagenfurt
und der Kärntner Forstverein bedanken
sich auf diesem Wege nochmals bei allen
Dienststellen, Organisationen, Betrieben
und Schulen, die beim Walderlebnistag
mitgemacht und damit sehr zum guten
Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben. Dank gebührt auch dem
Agrarreferat und ProHolz Kärnten für die
finanzielle Unterstützung.
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Die Douglasie –
eine Baumart mit Potential
DI Martin HUBER
Stellvertretender Leiter der
Forstlichen Ausbildungsstätte
Ossiach des BFW
Das Seminar Baumartenportrait
Douglasie:
Herkunft,
Pflege, Wachstum, Verarbeitung
am 5. Juni zeigte, dass die Douglasie eine echte Alternative im
Klimawandel ist.
Mit ihrer hohen Produktionsleistung
auf mittleren und schlechten Standorten
ist sie heimischen Baumarten überlegen. Ihr schlechter Ruf ist hauptsächlich
darin begründet, dass sie oft auf falschen
Standorten gepflanzt wurde.
Ein positives Bild
von der Douglasie
Die Referenten DI Werner Ruhm;
Dr. Silvio Schüler und Ing. Lambert
WeiSSenbacher (alle vom Bundesforschungszentrum für Wald) zeichneten ein sehr positives Bild von der
Douglasie.
Langjährige positive
Erfahrungen mit der Douglasie
DI Andrea Fürst von der Gutsverwaltung Eberstein berichtete mit großer
Begeisterung von den langjährigen
Erfahrungen mit der Douglasie in ihrem
Betrieb. Eine 120 jährige Douglasie mit
46 Metern Höhe und einem BHD von
1,2 Metern zeigt die Leistungsfähigkeit
dieser Baumart.
Das Referenten Team: Ing. Lambert Weißenbacher, Dr. Silvio Schüler, FM DI Andrea
Fürst, DI Werner Ruhm (v.l.n.r.)
werden sollten gut vom Wind „durchblasene“ Standorte im Mittel- und
Oberhang.
• Sie neigt zur Grobastigkeit. Daher
sollte man sich rechtzeitig Ziele bezüglich der Verwertung des produzierten
Holzes setzen. Im Weitverband kann
ohne Astung nur Konstruktionsholz
produziert werden.
• Sie zieht Wild geradezu magisch an.
In Rotwildgebieten ist eine Zäunung
unumgänglich, auch gegen den Ein-
fluss von Rehwild ist ein konsequenter
Schutz unbedingt notwendig.
• In Lagen über 900 Metern Seehöhe
fühlt sie sich nicht mehr wohl, kann
allerdings - wie Frau DI FÜRST eindrucksvoll gezeigt hat - auch dort
ansprechende Leistungen erbringen.
• Empfohlene Herkünfte: aus Österreich:
Manhartsberg, aus Nordamerika zum
Beispiel Samenzonen 402, 403 od. 461
(Nähere Details siehe
www.herkunftsberatung.at)
Was mag die Douglasie?
Was mag sie nicht?
• Auf Standorten, die weder vernässt
noch flachgründig sind, ist die Douglasie windresistent.
• Mittlere bis schlechte Standorte sind
ideal, da bei guten Standorten die Jahrringbreite sehr groß wird.
• Ungünstig sind Frostlagen, denn
vor allem junge Douglasienkulturen
können durch Frühfröste (im Herbst)
und Spätfröste (im Frühjahr) stark
geschädigt werden.
• Kalkstandorte sind ungünstig
• Sie ist relativ tolerant gegenüber Trockenheit.
• Luftfeuchte Staulagen (Nebel) im
Unterhang sind ungeeignet, denn sie
fördern Pilzerkrankungen. Bevorzugt
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… enorme Wuchsleistung und grobastig
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WA L D W I R T S C H A F T
Mit der richtigen Herkunft
sicher zum Erfolg!!
Europäische Wälder besitzen im Vergleich zu anderen
Waldgebieten der nördlichen
Hemisphäre eine sehr geringe
Baumartenvielfalt.
Zum Beispiel finden sich im östlichen
Nordamerika etwa 230 Baumarten, in
Ostasien 570 Baumarten, in Europa
dagegen nur rund 120 Baumarten. Als
Ursache für diese geringe Baumartenvielfalt gelten die Klimaveränderungen
der Eiszeiten in den letzten 2,5 Millionen
Jahren: im Gegensatz zu anderen Kontinenten wurde in Europa der Rückzug
von Baumarten in wärmere Refugialgebiete durch die in Ost-West Richtung
orientierten Gebirge und das Mittelmeer behindert, so dass Baumarten mit
höheren Klimaansprüchen nicht überleben konnten.
Die europäische Forstwirtschaft
hat in den vergangenen Jahrhunderten
gelernt, mit dem vorhandenen Baumartenspektrum nachhaltig zu wirtschaften.
In Folge des Klimawandels muss allerdings davon ausgegangen werden, dass
auf vielen Waldstandorten die derzeitigen Wirtschaftsbaumarten an ihre klimatischen Grenzen kommen und nicht mehr
geeignet sind.
Aus diesem Grund wird die aus dem
Westen Nordamerikas stammende Douglasie von vielen Forstbetrieben als alternative Wirtschaftsbaumart angesehen.
Die Douglasie wurde vor etwa 200 Jahren
erstmals nach Europa gebracht und
angebaut. Aufgrund ihrer hohen Wuchsleistung und des geringen Schädlingspotentials hat sich die Douglasie schnell
zur wichtigsten Gastbaumart in Europa
entwickelt. Die ökologischen Folgen des
Douglasienanbaus können als sehr gering
eingeschätzt werden, denn sie tritt nicht
invasiv gegenüber heimischen Baumarten auf und beheimatet eine ähnliche
Artenvielfalt an Insekten wie die heimische Fichte. Heute wachsen die meisten
Douglasien Europas in Frankreich (2,9%
der Waldfläche) und Deutschland (1,7%
der Waldfläche). Im Vergleich dazu ist
der Douglasienanteil in Österreich mit
weniger als 0,2% der Waldfläche noch
sehr gering.
KFV Info 75/September 2014
Das natürliche Verbreitungsgebiet der
Douglasie in Nordamerika erstreckt sich
in Nord-Südrichtung über 4000 km vom
Norden British Columbias (Kanada)
bis nach Mexiko und in West-Ost Richtung 1500 km von der Pazifikküste bis
nach Oregon (USA). Dieses große Areal
umfasst die unterschiedlichsten Klimabedingungen und führte zu zahlreichen
regionalen Anpassungen an die unterschiedlichen Lebensräume.
Die Herausforderung
für den Anbau in Europa
ist nun, diejenigen Standortsrassen und
Samenherkünfte Nordamerikas auszuwählen, die für das europäische Klima
am geeignetsten sind und welche hier die
höchste Wuchsleistung und die geringste
Mortalität aufweisen. Die Bedeutung der
richtigen Samenherkunft wurde schon
vor mehr als hundert Jahren erkannt und
hat zu zahlreichen nationalen und internationalen Versuchsanbauten geführt.
In Österreich werden am Institut für
Waldgenetik des Bundesforschungs- und
Ausbildungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft seit mehr als 40
Jahren Versuche mit der Douglasie angelegt und betreut. Insgesamt wurden in
dieser Zeit mehr als 60 Herkunftsversu-
Dr. Silvio Schüler
Institut für Waldgenetik
des BFW, Wien
che angelegt und weit mehr als 100,000
Bäume gemessen. Diese Daten sind die
Grundlage für die heutigen Herkunftsempfehlungen. Allerdings stellen sich
viele Waldbewirtschafter die Frage, ob
die bisherigen Empfehlungen auch für
das Klima der Zukunft geeignet sind.
Diese Fragestellung soll in einem laufenden Projekt unter Leitung des Instituts
für Waldgenetik des BFW gemeinsam
mit Wissenschaftern der Universität
für Bodenkultur, der Zentralanstalt für
Meteorologie und der Universität für
British Columbia in Vancouver, Kanada
beantwortet werden.
Empfehlungen für den
zukünftigen Douglasienanbau
Das im Herbst 2012 gestartete Projekt
hat das Ziel, alle Daten von Herkunftsversuchen mit Douglasie in Österreich
zusammenzuführen und Klimainformationen zu verknüpfen. Die so entstandene Datenbank soll zur Berechnung des
klimabedingten Anbaurisikos und der
innerartlichen genetischen Variation der
Klima-Reaktion von Douglasie genutzt
werden und damit die Frage klären,
welche Herkünfte sich für das zukünftige
Klima am besten eignen.
Die Douglasie ist
eine echte Alternative!
Die Douglasie ist eine echte Alternative im Klimawandel. Mit ihrer hohen Produktionsleistung auch auf mittleren und schlechten Standorten ist sie heimischen
Baumarten überlegen. Ihr schlechter Ruf ist hauptsächlich darin begründet, dass
sie oft auf falschen Standorten gepflanzt wurde.
Auf Standorten, die weder vernässt noch flachgründig sind, ist die Douglasie
windresistent. Sie ist auch relativ tolerant gegenüber Trockenheit. Luftfeuchte Staulagen mit einem pilzfreundlichen Milieu sind für diese Baumart auch ungeeignet.
Auf mittleren Buchenstandorten fühlt sie sich am wohlsten. Waldbaulich sollte man
sich rechtzeitig Ziele bezüglich der Verwertung des produzierten Holzes setzen.
Die Douglasie neigt bei zu geringem Dichtstand zur Grobastigkeit. Im Weitverband kann ohne Astung nur Konstuktionsholz produziert werden. Sie zieht Wild
geradezu magisch an. In Rotwildgebieten ist eine Zäunung unumgänglich. Auch
gegen den Einfluss von Rehwild ist ein konsequenter Schutz notwendig. In Lagen
über 900 Meter Seehöhe fühlt sie sich nicht mehr wohl.
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WA L D W I R T S C H A F T
Laubholzbewirtschaftung:
Praxis-Exkursion inVillach
Ing. Mag. Thomas BRANDNER
Arbeitskreis Mischwald
Abteilung 10, UAbt.
Landesforstdirektion, Klagenfurt
Unter dem Dach des Kärntner
Forstvereines fand am 3. Juli
2014 die vom Kärntner Landesforstdienst organisierte und
sehr gut besuchte Exkursion
zum Thema Laubwaldbewirtschaftung in der Praxis im Raum
Villach statt. Neben einem Mindestmaß an theoretischer Einführung wurden alle relevanten
Schritte zur Wertholzerziehung
in der Praxis demonstriert.
Kärntens Wälder bestehen zu etwa 14%
aus Laubhölzern. Waldbau mit Laubholz
hat in Kärnten noch keine lange Tradition. Ein Blick auf den beim Holzeinschlag anfallenden Sortimentsanfall zeigt
drastisch, dass Laubholz zum überwiegenden Teil als Energie- und Industrieholz Verwendung findet.
Um beim Laubholz den Anteil an höherwertigen Holzsortimenten zu steigern,
bedarf es besonderer Waldbaustrategien,
welche sich von der klassischen Nadelholzbewirtschaftung doch wesentlich
unterscheiden.
Ein besonders wichtiges Kriterium sind
dabei die notwendigen starken Stammdurchmesser als wesentlichste Voraussetzung für eine Wertholzklassifizierung.
Speziell für die Laubwertholzproduktion wurde das Q/D Verfahren (Qualifizierung/Dimensionierung) entwickelt.
Mit möglichst geringem Aufwand
sollen starke Stammdurchmesser in
kürzest möglicher Zeit erzielt werden.
Ebenso ist die Vermarktung von Laubholz im Wertholzbereich ein besonderes Spezialgebiet, und der Besuch von
„Wertholzsubmissionen“ lässt erahnen,
welche Wertschöpfung mit Laubholz
möglich ist.
Von der Qualifizierungsphase im Dickungsstadium bis zur Freistellung und Wertastung der Z - Bäume, wurden mit Unterstützung der
Waldpflegetrainer Michael Lienhart und Thomas Kummer vom Kärntner Waldpflegeverein, die notwendigen Pflegeeingriffe in der
Praxis vorgeführt.
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KFV Info 75/September 2014
WA L D
Wildökologieprojekt:
Berg – Mensch – Wildtiere
&
J A G D
DI Monika Pfeifer und
DI Thomas Huber
Büro am Berg
Afritz
Durch Freizeitaktivitäten im
Lebensraum von Wildtieren
sind Konflikte oft vorprogrammiert, würde man denken. Dass
dies nicht zwangsläufig so sein
muss, zeigt das Projekt der wildökologischen Regionalplanung
im oberen Gail- und Lesachtal.
Ziel des Projektes war es, ein
gutes Miteinander von Wildtieren und Freizeitnutzungen zu
ermöglichen.
Die „Zauberformel“ dafür ist eine offene
Kommunikation und Einbindung aller
Beteiligten von Beginn an: Gemeinden
und Tourismusverbände, alpine Vereine,
Jagd und Grundbesitz sitzen an einem
Tisch.
Fast jedes Projekt beginnt mit einer längeren Vorgeschichte. So auch hier. Im
Gail- und Lesachtal waren im Laufe der
letzten Jahre mehrere Projekte zum Problembereich Wald-Wild durchgeführt
worden. Bei vorgeschlagenen Maßnahmen zur Umsetzung lag der Schwerpunkt
in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft sowie der Jagd. Auch der Themenbereich
Tourismus/Freizeitaktivitäten
und seine Auswirkungen auf Wildtiere
wurde in allen Projekten je nach regionaler Intensität behandelt, zur konkreten
Umsetzung von Maßnahmen kam es
nicht. Doch das Thema blieb „im Raum“.
So ergab etwa eine Idee der Stadtgemeinde Hermagor – „Wanderwege minus
50%“ – die vor allem aufgrund des
Arbeitsaufwandes und der wachsenden
Kosten für die Erhaltung der zahlreichen Wanderwege entstand, einen weiteren Anstoß, sich um dieses Thema zu
kümmern.
Der konkrete Beginn einer „Besucherlenkung im Bergland“ erfolgte 2006 mit der
Wegverlegung eines Abschnittes des
Karnischen Höhenweges im Angerbachtal am Plöcken. Zwischen der Sektion
Kötschach-Mauthen des OeAV (Obm.
Sepp Lederer) und dem Grundbesitzer
des Angerbachtals (BJM Carl Gressel)
wurde vereinbart, den Wegverlauf des
vielbegangenen Höhenweges aufgrund
eines Einstandsgebietes für Rotwild zu
KFV Info 75/September 2014
„Konflikttafel“ Winter: dargestellt sind alle aktuellen Routen und die Winter-Kernlebensräume der behandelten Wildtierarten. Diese Karte bildete die Grundlage für die
gemeinsamen Diskussionen zur Ausweisung der empfohlenen Routen im Winter.
ändern und die neue Route dementsprechend zu markieren. Im Jahr 2011 folgte
ein weiterer Teil dieser Zusammenarbeit:
die Markierung einer Schitourenroute auf
den Polinik – zum Vorteil für Birkwild.
BJM Carl Gressel war es auch, der sich
dafür einsetzte, das Thema auf größerer Fläche zu behandeln: die Gemeindegebiete von Kötschach-Mauthen und
Lesachtal. Dies gelang im Rahmen eines
Projektes der Naturschutzabteilung des
Landes Kärnten mit der Programmschiene LE.NA (Ländliche Entwicklung
Naturschutz).
Ziel des Projektes „Berg-Mensch-Wildtier“ war es, die Lebensraumsituation
für Wildtiere in einer touristisch genutzten Region zu verbessern, die Vielfalt an
Wildtierarten zu erhalten und gleichzeitig
für Gäste und Besucher der Region ein
attraktives Angebot an Tourenmöglichkeiten anbieten zu können. Durch die
Einbindung aller Interessensgruppen
in die Erhebungen, Planungen und die
Umsetzung wird eine zeitliche und räumliche Entflechtung der Interessen angestrebt. Erreicht werden soll diese mittels
Informationstafeln vor Ort, Infobroschüren und geführten Exkursionen.
Die Kärntner Jägerschaft übernahm die
Projektträgerschaft, Projektpartner waren
die Gemeinden Kötschach-Mauthen und
Lesachtal und als wichtige Vertreter
der alpinen Vereine der Österreichische
Alpenverein und die Naturfreunde.
Das Projektgebiet
Warum gerade dieses Gebiet? Die
beiden Gemeinden Kötschach-Mauthen
und Lesachtal haben eine Fläche von
34.000 ha, davon sind 28.000 ha Berggebiet. Die Region ist wirtschaftlich
geprägt von Land- und Forstwirtschaft,
Kleingewerbe und Tourismus.
Die Nächtigungszahlen von jeweils
rund 120.000 Nächtigungen pro Jahr
in den Gemeinden zeigen den wichtigen Stellenwert, den der Tourismus für
die Bewohner in diesem wirtschaftlich
abgelegenen Gebiet darstellt. Aktivitäten wie Skitouren- und Schneeschuhgehen, Wandern, Mountainbiken und
Klettern sind der wichtigste Sektor im
touristischen Angebot und werden auf
der gesamten Fläche ausgeübt. Die touristische Zielausrichtung dieser beiden
Gemeinden geht klar in Richtung eines
nachhaltigen, sanften Bergtourismus.
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Wildtiere und Störung
Wildtiere reagieren unterschiedlich auf
die Anwesenheit von Menschen in ihrem
Lebensraum. Rudelwild wie Rot- oder
Gamswild reagiert stärker auf Beunruhigungen als z.B. Rehwild. Im Projektgebiet (wie auch im restlichen Bezirk
Hermagor, mit wenigen punktuellen Ausnahmen) wird Rotwild im Winter nicht
gefüttert, ruhige Winterlebensräume sind
daher absolut notwendig. Nicht zuletzt
deshalb, weil Störungen auch Wildschäden auslösen können.
Raufußhühner haben vor allem im Winter
wenig Spielraum: sie können kaum Energievorräte anlegen, sind auf tägliche
Nahrungsaufnahme angewiesen und
müssen darum ihren für sie optimalen
Lebensraum nutzen können.
Wegen ihrer hohen Ansprüche an den
Lebensraum und der Störungsempfindlichkeit wurden die beiden Schalenwildarten Rotwild und Gamswild sowie
die Raufußhühnerarten Auerhuhn, Haselhuhn, Birkhuhn und Schneehuhn als
„Zeigerarten“ gewählt.
Eine Besonderheit der Bergregionen des
Gail- und Lesachtals ist das Steinhuhn.
Dieses Glattfußhuhn hat keine anatomischen Anpassungen an den Winter, wie
sie die Raufußhühner haben (Afterfedern,
Hornstifte an den Zehen als „Schneeschuhe“, lange Blinddärme). Aufgrund
der gegebenen Lebensräume mit südseitigen, steilen und felsblockdurchsetzten
Das Ergebnis der gemeinsamen Planungen: die empfohlenen Routenführungen für
Skitour- und Schneeschuhwanderungen.
Grashängen ist in den Karnischen- und
vor allem den Gailtaler Alpen mit noch
guten Vorkommen des Steinhuhnes zu
rechnen.
Freizeitaktivitäten
Im Rahmen des Projektes wurden alle
raumrelevanten Freizeitaktivitäten im
Gebiet, für Sommer und Winter getrennt,
recherchiert und in Karten eingetragen.
Die vorrangige Aktivität im Winter ist
das Skitourengehen, deutlich nachrangig das Gehen mit Schneeschuhen. Im
Sommer steht Wandern/Bergsteigen bei
den Aktivitäten deutlich im Vordergrund,
danach kommt das Mountainbiken.
Das Wanderwegenetz ist dicht, bei den
Mountainbike-Routen zeigte sich, dass
viele der befahrenen Routen aus Internetseiten stammen und keine offiziellen,
mit den Grundbesitzern abgesprochene,
Routen darstellen.
Das obere Gail- und Lesachtal bietet schon aufgrund seiner abwechlungsreichen Topografie eine hohe Vielfalt verschiedener Lebensräume für Wildtiere.
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KFV Info 75/September 2014
WA L D
Erhebung der Wildlebensräume
und Erstellung von
„Konfliktkarten“
Zur Erhebung der Wildtierarten wurden
Revierkarten an die Jagdausübungsberechtigten ausgegeben, mit der Bitte,
die Kernlebensräume der Zielwildarten
sowohl für den Winter als auch für den
Sommer einzuzeichnen. In mehreren
Durchgängen wurden diese Angaben
gemeinsam besprochen und per Luftbild
und im Gelände kontrolliert.
Daraus wurden Karten mit der Verbreitung der Wildtiere für Sommer und
Winter erstellt und anschließend mit den
Karten der Freizeitaktivitäten verschnitten (GIS Bearbeitung: DI Roland Gutzinger vom büro waldplan). Daraus gingen
die Karten mit den möglichen Konflikten
zwischen Routenverläufen und Lebensräumen hervor.
Diese Konfliktkarten wurden getrennt
für Sommer und Winter mit Vertretern
der alpinen Vereine, der lokalen Tourismusverbände, lokalen Bergführern und
Vertretern der Jagd wiederum in mehreren Durchgängen besprochen und eine
Ergebniskarte „Wildtier- und naturverträgliche Routenführung“ erarbeitet.
Maßnahmen
Auf dieser Grundlage erfolgte die
Umsetzung in der Form der Produktion von zweisprachigen Informationstafeln (deutsch/italienisch) jeweils für
Winter und Sommer, die an den Ausgangspunkten der verschiedenen Routen
aufgestellt werden. Auch hier erfolgte
eine enge Abstimmung der textlichen
und graphischen Gestaltung mit allen
Interessensvertretern.
Diese
Tafeln
enthalten Empfehlungen für die Routenführung, kurze Informationen über
Wildtiere und ihre Lebensräume sowie
Verhaltensregeln. Für die Umsetzung der
Öffentlichkeitsarbeit wurde zusätzlich
ein zweisprachiger Informationsfolder
mit ausführlicheren Informationen zu
Auswirkungen von Störungen erstellt,
welcher zukünftig an Gäste und Besucher
der Region ausgegeben wird. Weiters
wurden Exkursionen vor Ort durchgeführt, Vorträge abgehalten und Artikel
zum Projekt veröffentlicht. Bei den
Besprechungen von Konflikten zwischen
Wildlebensräumen und Freizeitaktivitäten zeigte sich für den Winter, dass die
Vertreter der alpinen Verbände und Bergführer einen Teil der Skitourenrouten
aus mehreren Gründen nicht empfehlen
wollen: Geringe Attraktivität/Frequenz
&
J A G D
(viel Waldbereich, kurze Abfahrt),
flache und lange Talzugänge sowie zu
anspruchsvolle und lawinengefährliche
Routen. Für einige Bereiche ergaben
sich Konflikte von Routen mit Wildtierlebensräumen, in allen Fällen im Winter.
Für diese Bereiche wurden jeweils eigene
Maßnahmen im Gelände vorgeschlagen
u.a. Aufstiegsspur anlegen, Auflichten
einer Trasse, Kennzeichnen im Gelände
und weiteres Beobachten der Entwicklungen. Die Thematik der Freizeitaktivitäten
und deren mögliche Folgewirkungen für
Wildtiere muss weiterhin in der Öffentlichkeit, in den Medien und im Rahmen
von Weiterbildungen präsent bleiben.
Von größter Wichtigkeit ist weiterhin
die im Rahmen dieses Projektes begonnene, konstruktive Zusammenarbeit der
verschiedenen Interessensvertreter. Und:
Solche Vorhaben sind als Prozess zu
verstehen. Die gemeinsam erarbeiteten
Routen sind Empfehlungen, jede aufgestellte Informationstafel wirkt neben der
Darstellung der Route auch laufend als
ein Teil der Öffentlichkeitsarbeit.
Seitens der alpinen Vereine und der
Jägerschaft wird diese Vorgangsweise
der Planung, Diskussion und Maßnahmensetzung zum Wohl des Wildes sehr
unterstützt.
Beispiel einer zweisprachigen Informationstafel: empfohlene Routenführung, Grundinformation über Wildtiere im Winter und Verhaltensweisen für Touren im Lebensraum.
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Kärnten: 2. Generation des
Waldentwicklungsplanes
Dipl.-Ing. Christian MATITZ
Abteilung 10, UAbt.
Landesforstdirektion
Klagenfurt an Wörthersee
Der II. Abschnitt des Forstgesetzes 1975 regelt die Forstliche
Raumplanung und auch den
Waldentwicklungsplan. Darüber hinaus hat das BMLFUW
eine Richtlinie über den Inhalt
und die Ausgestaltung des WEP
erlassen.
(http://www.bmlfuw.gv.at/forst/oesterreich-wald/raumplanung/waldentwicklungsplan/).
Vorgeschichte:
Schon Anfang der 80er Jahre wurden in
Kärnten die ersten Waldentwicklungspläne für die einzelnen Bezirke erstellt.
Dies dauerte rund 10 Jahre und im Jahre
1991 waren alle WEP´s fertig gestellt.
Trotz eines planmäßigen 10-jährigen
Revisionszeitraumes hielten diese fast
20 Jahre, wohl auch wegen der hohen
inhaltlichen Qualität. Der WEP war und
ist nicht nur ein beliebtes Nachschlagwerk für forstliche und holzwirtschaftliche Daten jedes Bezirkes, sondern ein
beinahe tagtägliches Hilfsmittel bei der
Amtssachverständigentätigkeit.
Die Revision:
Nach mehreren FG-Novellen (insbesondere die Änderung der Schutzwalddefinition, Objektschutzwald) und der
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Im Mai fand an der FAST Ossiach die Tagung „Länderreihe Forstliche Raumplanung in
Österreich 2014 bis 2020” statt. Am 2. Tag gab es ein spannendes Exkursionsprogramm
mit Fachbeiträgen & Diskussion im Raum Villach und am Dobratsch.
Überarbeitung der WEP-Richtlinie durch
das BMLFUW wurde im Jahr 2008 in
der LFD Kärnten die 1. Revision der
WEP´s eingeleitet. Von den 8 Bezirken
in Kärnten sind 7 revidiert und durch das
BMLFUW genehmigt, der letzte wird
2015 fertig gestellt sein.
das Überwiegen der Nutzfunktion im
Zentralraum und im Norden und Osten
von Kärnten. Mit rund 55 % der Waldfläche überwiegt die Nutzfunktion als Leitfunktion, dahinter die Schutzfunktion mit
39 %, die Wohlfahrtsfunktion und die
Erholungsfunktion mit je 3 %.
In Abb. 1 erkennt man den Schutzwaldschwerpunkt im Westen Kärntens und
Durch die Revision haben sich die Leitfunktionen im WEP Kärnten gebiets-
KFV Info 75/September 2014
forst p olitik
Abb. 1: WEP – Funktionen in Kärnten, Stand 2014
weise stark verändert: die Leitfunktion
Schutzfunktion S3 hat um 30 % zugenommen, ebenso die Wohlfahrtsfunktion
W3. Die Erholungsfunktion E3 hat sich
mehr als verdoppelt. Die Gründe liegen
einerseits in der Novellierung des FG
1975 und der Adaptierung der WEPRichtlinie, andererseits konnten durch
bessere Basisdaten (Laserscan, Geländemodelle, Hangneigungskarten, geologische Karten, Ereigniskataster, Karten
der Wasserwirtschaft und der WLV,…)
genauere Abgrenzungen der Funktionsflächen vorgenommen werden.
Der WEP besteht aus einem Karten- und
einem Textteil und bildet inhaltlich die
4 Funktionen des Waldes lt. FG 1975
ab. Jede Funktionsfläche wird in einem
Datenblatt ausführlich beschrieben und
erhält eine dreistellige Kennziffer.
Der WEP liegt in analoger Form bei jeder
Bezirksforstinspektion, in der Landes-
forstdirektion und beim BMLFUW auf
und kann dort eingesehen werden. Des
Weiteren findet man die Darstellung der
Funktionsflächen im WEP in digitaler
Form im Kärnten – Atlas unter www.
kagis.ktn.gv.at im Kartencenter unter
„Landwirtschaft/Wald“. Eine Verlinkung
zu den Beschreibungen der Flächen wird
im Jahr 2015 umgesetzt werden.
Danksagung:
Ein herzliches Dankeschön an die Mitarbeiter in der LFD, Dipl.-Ing. Clemens
ZUBA, Fö. Stefan LIEGL und Fö. David
WUTTI, die maßgeblich an der Revision mitgearbeitet haben sowie an alle
Bezirksforstinspektoren und ihren Försterteams.
Abb. 2: Gliederung der Leitfunktionen im WEP Kärnten, Stand 2014
Gesamtwaldfläche
562.733 ha
100%
Nutzfunktion
307.800 ha
54,7%
Schutzfunktion
219.201 ha
39,0%
Wohlfahrtsfunktion
19.057 ha
3,4%
Erholungsfunktion
16.675 ha
3,0%
(Die Waldfläche bezieht sich auf die ÖK50 2006)
KFV Info 75/September 2014
David WUTTI bei der Bearbeitung der
Karte im ArCGiS.
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Tragbare Wildbestände für
eine Kärntner Modellregion
DI Martin HUBER
Stellvertretender Leiter der
Forstlichen Ausbildungsstätte
Ossiach des BFW
Am 26. Juni 2014 veranstaltete der Kärntner Forstverein
ein Praxisseminar zum Thema
Rotwildbewirtschaftung. DI Dr.
Eckart Senitza organisierte
dieses Seminar mit der von ihm
gewohnten Perfektion.
Er fand Referenten für das Seminar , die
einerseits die Situation vor Ort analysierten und andererseits auch die Situation in
Italien bzw. in Südtirol beleuchteten.
Das Gasthaus Sereinig im Panoramadorf
Saualpe war mit ca. 80 Teilnehmern gut
besuchter Seminarort. Die Exkursion am
Nachmittag führte auf die Saualm in das
Revier der Gutsverwaltung Eberstein.
Forstvereinspräsident Johannes Thurnvalsassina stellte gleich am Anfang
fest, dass gegenseitige Schuldzuweisungen nichts bringen. Jäger und Grundbesitzer sitzen im selben Boot und sind
gefordert, gemeinsam eine Lösung zu
suchen. Landesjägermeister Dr. Ferry
Gorton erinnerte an die Feststellung
von Prof. Hackländer von der BOKU
im Jahr 2007, dass sich Österreich die
höchsten Wildstände Europas leiste. Er
meint, es habe inzwischen ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Dieser führte
dazu, dass jetzt ein Projekt zur Bewirtschaftung des Rotwildes am gesamten
Saualmstock ausgearbeitet wird.
Dr. Eckart Senitza gab den Tipp, diese
komplexen Systeme nicht linear, sondern
systemisch begreifen zu versuchen. Ohne
die vielschichtigen Auswirkungen von
Abschüssen, Fütterung, Lenkungsmaßnahmen usw. zu kennen und zu berücksichtigen, sind viele Maßnahmen nicht
zielführend.
DI Markus Wedenig stellte das „Rotwildbewirtschaftungskonzept Saualm”
vor. Als wichtiges Ziel nannte er die deutliche Reduktion des Rotwildes bei gleichzeitiger Erhaltung von jagdlich nutzbaren
Rotwildbeständen. Als für das Rotwild
wichtigste Flächen befand er die Almflächen mit dem angrenzenden Schutzwaldgürtel. Diese Flächen haben eine geringe
Schaddisposition und eignen sich gut als
Lebensraum für einen angepassten Rotwildbestand. Der darunter liegende Wirt-
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Dr. Eckart Senitza organisierte und moderierte das Seminar.
schaftswald mit einem großen Anteil von
Waldflächen der 1. und 2. Altersklasse
wird die Problemzone bleiben. In diesen
Fichtebeständen wird durch die natürliche Waldentwicklung das Äsungsangebot geringer werden. Der Lebensraum
auf der Saualpe hat eine Tragfähigkeit
von max. 2,5-3 Stück Rotwild auf 100 ha.
Wobei aber zu berücksichtigen ist, dass
dieser Lebensraum auch verfügbar sein
muss. Die Konkurrenz um die Flächen
mit anderen Naturnutzern ist bei der
Hochrechnung mit zu berücksichtigen.
Analysen der Abschusszahlen belegen
einen Rotwildbestand von min. 2.400
Stück im Projektgebiet. Leider zeigte
die Analyse auch eine nicht artgerechte
Altersstruktur. Die männlichen Stücke
werden zu stark genutzt. Die Abschusszahlen aus dem Vorjahr sind zwar ambitioniert, müssten aber für eine erfolgreiche
Reduktion noch gesteigert werden. Da
die Reduktionsphase sonst zu lange
dauert und die Motivation der Jäger sinkt.
DI Harald Bretis stellte ein von ihm
im Zuge einer Diplomarbeit erstelltes
Konzept zur Anpassung von Wildständen
vor. Dieses Konzept wurde in einem steirischen Revier bereits erfolgreich umgesetzt. Bei genauer Analyse der Dynamik
von Rotwildpopulationen zeigte sich,
die Menge des Abschusses ist nicht für
den Erfolg verantwortlich. Vielmehr ist
es wichtig, dass gezielt Zuwachsträger
entnommen werden. Er stellte schlüssig
dar, dass bei entsprechender Bejagung
mit einem halbierten Rotwildbestand der
gleiche Jagdwert erzielt werden kann.
Einsparungen wären dann eigentlich
nur beim Kahlwild und bei den einjährigen Hirschen notwendig. Bei überlegter
Bejagung sollte sich der Abschuss von
alten Erntehirschen trotz Halbierung des
Wildstandes steigern lassen.
Dr. Armin Deutz referierte über Sinn
und Unsinn der Rotwildfütterung. Fütterung soll eingehend geprüft werden. Es
ist sicherzustellen, dass die in der Folge
höheren Abschuss-Erfordernisse tatsächlich bewältigt werden können. Ansonsten
hat die Futtervorlage eine (regionale)
Zunahme der Wilddichte zur Folge und
steigert somit die Wildschadensgefahr
und/oder das Krankheitsrisiko. Deutz
stellte fest, dass Fütterung nur unter
ganz bestimmten Rahmenbedingungen
zu einer Wildschadensminderung führt.
Jeder Fehler bei der Wildfütterung verschärft die Situation zusätzlich.
Dot. Paolo MoLinari ging auf die
Situation im Großraum Tarvis ein. Dort
wird kaum gefüttert. Es gibt große Wildruhezonen in denen nicht gejagt wird.
Der Winter wird als wichtiger, natürlicher Regulator gesehen. Die Kondition
des Wildes hängt sehr stark mit der Wilddichte zusammen. Nach Starkwintern
mit hohen Fallwildraten steigt das durch-
KFV Info 75/September 2014
WA L D
schnittliche Wildbretgewicht um bis zu
30 Prozent. Ziel von Molinari ist weder
eine Reduktion noch eine Förderung
der Bestandeszahlen – Natur soll Natur
bleiben.
DI Lothar Gerstgrasser schilderte
die Situation in Südtirol. Seit den 80iger
Jahren gibt es dort einen dramatischen
Anstieg bei den Bestandeszahlen des Rotwildes. Die Abschussrichtlinien sehen
vor das 1/3 Jahrlinge und 2/3 mehrjährige Hirsche zu erlegen sind. Zusätzlich
sind pro Hirsch 2-4 Stück Kahlwild zu
erlegen. Er merkte auch gleich an, dass in
Südtirol kaum alte Hirsche erlegt werden.
Er hat allerdings den Eindruck, dass dies
in Kärnten auch nicht der Fall sei. Fütterung ist dort nur mit Heu erlaubt, stellt
aber eher die Ausnahme dar.
Bei der Exkursion am Nachmittag stellten DI Andrea Fürst und ihr Vater DI
Gerolf Neuper das Revier der Gutsverwaltung Eberstein vor. Problematisch
sind einerseits die durch das Rotwild
verursachten Schäden und die damit
verbundenen erhöhten Kulturkosten.
Andererseits haben sich auch die Fütterungskosten durch eine Verdoppelung
des Fütterungswildstandes enorm erhöht
und sind vom Betrieb nicht so ohne weiteres tragbar.
Hans Erlacher als nicht jagender
Grundbesitzer strich in seinem Statement hervor, dass Jäger und Grundbesitzer zusammenarbeiten müssen. Das
ist allerdings für ihn nur möglich, wenn
&
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DI Markus Wedenig stellte das Rotwildbewirtschaftungskonzept Saualm vor.
beide Seiten entsprechendes Fachwissen
über den jeweils anderen Themenbereich
haben. Aus gegenseitigem Verständnis
resultiert gemeinsames Handeln.
Am Ende der Diskussion meldete sich
noch DI Hubert Schatz, Wildbiologe
in Vorarlberg, zu Wort. Er unterstrich
die Notwendigkeit der Lebensraumverbesserung für die Tragfähigkeit des
Lebensraumes. Es wäre sehr wichtig die
Almflächen trotz steigender Waldgrenze
für das Rotwild offen zu halten da es
sonst auf andere attraktive, schadensanfällige Flächen ausweichen muss. Schatz
hofft auch, dass es den Jägern gelingt die
Rotwildbestände in den Griff zu bekommen. Seuchen beim Rotwild haben
gezeigt, dass beispielsweise das Gesundheitsministerium durchaus gewillt ist, die
Kompetenz der Jäger in Frage zu stellen
und das Problem mit Keulungsgattern
und anderen jagdlich derzeit nicht vorstellbaren Mitteln zu lösen.
Das Seminar fand einen gemütlichen
Ausklang auf der Druckerhütte. Die Teilnehmer traten motiviert und in der Hoffnung, dass die Kärntner Jäger vollzählig
die Notwendigkeit der Reduktion erkennen und auch umsetzen, die Heimreise
an.
„Tage der Nachhaltigkeit“ auf
der Herbstmesse Klagenfurt
Eva Bernsteiner
Forstschutzorgan und
zertifizierte Waldpädagogin
Klagenfurt am Wörthersee
Unter dem Motto: „Gib der
Zukunft eine Chance“ gestaltet das Bündnis Alpenkonvention Kärnten in diesem Jahr die
„Tage der Nachhaltigkeit“ auf
der Herbstmesse Klagenfurt.
Von 17. bis 21. September 2014
dreht sich in der Messehalle 2
alles um das Schwerpunktthema
„Energie“.
„Energiemasterplan – von der Vision
zur Umsetzung“ vom Land Kärnten und
dem Bündnis Alpenkonvention Kärnten,
die Podiumsdiskussion „Touristische
Großprojekte in sensiblen Naturräumen – Kleinfragant als Nagelprobe für
die Alpenkonvention“ der ARGE der
Alpinen Vereine Kärntens, der „E5 –
Gemeindetag“ vom Land Kärnten und
Energiebewusst Kärnten, ein Mobilitätsworkshop oder eine Fairtradeveranstaltung.
In der „Halle der Nachhaltigkeit“ präsentieren rund 70 Aussteller zukunftsweisende Projekte und Produkte. In einem
interaktiven NGO-Kommunikationsbe-
KFV Info 75/September 2014
reich informieren die teilnehmenden
Organisationen, eine interaktive Experimentierzone bietet viel Wissenswertes
und ein „nachhaltiges“ Quiz führt durch
die Halle. Viele professionelle Aussteller
präsentieren die neuesten Produkte in den
Bereichen ökologisch Bauen, Energieerzeugung, Energiesparen oder Elektromobilität. Für das leibliche Wohl ist auf der
„Bio- und Engagementmeile“ gesorgt.
Viele Attraktionen, wie z.B. „Fairware“
Modeschauen oder das Projekt „Plastiksackerl dislike“ sorgen für Abwechslung.
Begleitend zur Messe finden im Kongressbereich Fachveranstaltungen statt.
Dazu zählen unter anderen der Kongress
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60 Jahre Forstliche
Ausbildungsstätte Ossiach
DI Johann ZÖSCHER
Leiter der Forstlichen
Ausbildungsstätte Ossiach
des BFW
Vom Baumsteigen bis zum
Seilspleißkurs: Die Forstliche Ausbildungsstätte (FAST)
Ossiach gibt seit 60 Jahren
forstliches Wissen an angehende
Profis und am Wald Interessierte weiter.
In Form von Kursen bis hin zu ganzen
Ausbildungen aus dem Bereich Forst
kann die FAST Ossiach als Bindeglied
zwischen Wissenschaft und Praxis bereits
auf eine jahrzehntelange Expertise hinweisen. Erfreuliches Fazit: mittlerweile
besuchten rund 228.000 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer die am Ossiacher See
gelegene Bildungsstätte.
Am 7. Dezember 1953 wurde sie als
selbständige Bundesdienststelle gegründet und im Jahr 2002 als Dienststelle
dem Bundesforschungszentrum für Wald
(BFW) zugeordnet. Wichtige Aufbauarbeiten über viele Jahre leisteten em.
Univ.-Prof. DI Dr. hc Anton Trzesniowski und Prof. DI Günter Sonnleitner.
„Das Besondere an der FAST Ossiach
ist die Kombination von Wissensgenerierung, die in enger Kooperation mit
dem BFW erfolgt, und der Wissensvermittlung. Damit haben wir europaweit
einzigartigen Status“, betont der aktuelle Leiter der Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach, DI Hans Zöscher. 16 von
24 MitarbeiterInnen sind als Lehrende
tätig – und das mit großem Elan und
Begeisterung.
Innovation für Wirtschaft
Aus- und Weiterbildung sowie Forschung sichert Innovation! Nur durch
die Förderung innovativer Köpfe kann
eine Branche langfristig erfolgreich sein.
Gerade bei Waldarbeit und Holzernte
muss der ergonomischen und technischen
Weiterentwicklung der Holzerntemethoden zentrales Augenmerk geschenkt
werden. Die großen Herausforderungen
liegen in einer effizienten und trotzdem
schonenden Ernte des Roh- und Lebensstoffes Holz. Speziell für Steillagen und
sensibles Gelände kann das schwierig
werden. In Kärnten haben wir Betriebe,
wie beispielsweise die Firma Konrad
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Die FAST Ossiach feiert 60 Jahre erfolgreiche Bildungsarbeit als Basis für die Zukunft.
Forsttechnik, die zu den Weltmarktführern zählen und in den vergangenen
Jahren wichtige Innovationen auf den
Markt gebracht haben, um die erwähnten Zielsetzungen sicher erreichen zu
können.
Ausbildungsinitiative für
forstliche Nachwuchskräfte
Kenntnisse über die Nutzungspotenziale,
die im kleinstrukturierten Privatwaldbesitz gegeben sind, wirken sich positiv
auf die Holzmobilisierung aus. Gerade in
Zeiten guter Holzpreise besteht seitens der
bäuerlichen Waldbesitzer vermehrt die
Bereitschaft zur Holzernte und zur Waldpflege. In der Besitzkategorie Kleinwald
bestehen noch Defizite in der Abschöpfung des jährlichen Holzzuwachses. Das
sind schlummernde Potenziale, die der
heimische Holzmarkt dringend benötigt.
Eine nachhaltige, vollständige Abschöpfung des jährlich laufenden Zuwachses
muss angestrebt werden. Da richtet sich
der Appell speziell an die bäuerliche
Jugend, die als forstliche Dienstleister
auftreten könnten und für die ländlichen
Regionen eine deutliche Wertschöpfung
erwirken könnten.
Promotion für
waldbezogene Berufe
Moderne, gut ausgebildete Waldarbeiter von heute haben nichts mehr zu tun
mit den Holzknechten von gestern. Von
qualifizierten Waldprofis wird verlangt,
dass sie ökologische, ökonomische und
technische Anforderungen an die Waldbewirtschaftung auf einen gemeinsamen
Nenner bringen können. Der Arbeitsplatz Wald braucht Fachkräfte, um die
Wertschöpfungskette „Wald-Holz“ ausreichend mit Holz versorgen zu können.
Speziell für die bäuerliche Jugend können
sich aus dieser Tatsache gute Chancen
für die Zukunft ergeben. Viele Forstbetriebe suchen nach dauerhaften Partnern,
die neben dem professionellen Unternehmertum als Bauernakkordanten oder
Klein(Forst)unternehmer
qualifizierte
Waldarbeit als Dienstleistung anbieten.
Budgetäre Bedeckung der
Bildungsarbeit seitens der
Politik muss gegeben sein!
Voraussetzung für die erfolgreiche
Umsetzung von Bildungsprogrammen ist
eine budgetäre Bedeckung für personelle
und infrastrukturelle Ressourcen bei Bildungsanstalten. Diese Forderung richtet
sich an die Politik: keine Einsparungen
im Bildungs- und Forschungsbereich!
Eine Reduktion der Bildungs- und Forschungsbudgets ist langfristig eine Bankrotterklärung des Staates und führt zu
Rückschritt und Stagnation.
Mit Qualität in die Zukunft
Die Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach
des BFW ist seit März 2013 auf Ö-Cert
gelistet. Damit wird die hohe Qualität
und Transparenz „unserer Einrichtung“
KFV Info 75/September 2014
A U S B I L D U N G
nun auch österreichweit anerkannt. Das
bedeutet für Bildungsinteressierte mehr
Überblick über Qualitätsanbieter österreichweit und gleiche Möglichkeiten
beim Zugang zur Förderung ihrer Weiterbildung, auch wenn diese nicht im
eigenen Bundesland stattfindet. Vom
TÜV-Saarland wurde der FAST die prozessorientierte
Qualitätszertifizierung
nach ISO 9001:2008 zuerkannt. Dadurch
wird Professionalität und Transparenz in
sämtlichen Arbeitsabläufen dokumentiert.
FAST im neuen Kleid
Um die Idee von Holzverwendung weiter
zu verstärken, hat die Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach des BFW ein neues
Kleid bekommen. Gemeinsam mit der
Bundes Immobiliengesellschaft Kärnten
wurde eine neue Fassade umgesetzt. Das
Internatsgebäude erscheint jetzt im Holzdesign mit heimischer Lärche. Unter der
Vertäfelung wurde eine Wärmedämmung
mit ökologischen Dämmmaterialien, im
gegenständlichen Falle mit Hanf, angebracht. „Erfolgreiches Lernen in einer
Wohlfühlumgebung“, das ist Teil des
integralen Erfolgskonzeptes der Forstlichen Ausbildungsstätte. Die Reaktionen
der örtlichen Bevölkerung sind äußerst
positiv, es wurde ein „eye-catcher“ neben
dem Ossiacher Juwel und Wahrzeichen,
der Stiftskirche, geschaffen!
Bildungsbilanz 2013:
Kursteilnehmer fachlich
Kursteilnehmertage fachlich
Anzahl der Kurstage
Veranstaltungen
7.041
15.300
573
184
Mitarbeiterstand 2014:
24 motivierte Mitarbeiter (mit 22,75
Vollarbeitskraft-Äquivalenten)
Das Internatsgebäude erscheint jetzt im
Holzdesign mit heimischer Lärche.
KFV Info 75/September 2014
Kurse in Ossiach 2014
Allgemeine Hinweise
• Die Kursteilnehmer können bereits am
Tage vor Kursbeginn das Quartier im
Internat zwischen 18.00 und 20.00 Uhr
beziehen. Verpflegung gibt es erst ab
dem 1. Kurstag.
Der Unterricht am ersten Kurstag
beginnt um 9.00 Uhr, sofern in der Einladung kein anderer Zeitpunkt angeführt ist.
• Die Verpflegungs- und Unterkunftskosten betragen derzeit je Tag und Teilnehmer E 47,35 bei Vollpension.
Anmeldungen direkt an die
Forstliche Ausbildungsstätte
Ossiach des BFW,
Tel. 04243/2245, Fax DW 55 oder
www.fastossiach.at (Kurskalender)
Kurse 2014
SEPTEMBER
8.9.–4.12.
Forstwirtschaftsmeisterlehrgang und
Kurs für Forstschutzorgane
11.9.
Thementag: Lärche
12.9.
Ersthelferkurs - Outdoor Forst
12.-13.9.
In der Wildnis leben (Modul D)
15.-19.9.
Waldwirtschaft für Einsteiger Modul I
17.9.
Wünschelrutenseminar Modul I
18.9.
Pilze des Waldes erkennen und
sammeln
20.9.
Motorsägenwartung und -instandsetzug für Hobbyanwender
22.-26.9.
Waldwirtschaft für Einsteiger Modul II (Praxiswoche)
25.9.
Moderner Forstschutz – Effektive
Schutzmaßnahmen gegen Wildschäden
29.9.-3.10.
Motorsägengrundkurs Modul 1
(Zertifikatslehrgang)
OKTOBER
6.-9.10.
Grundseminar zum zertifizierten
Waldpädagogen - Modul A
6.-10.10.
Motorsägengrundkurs Modul 1 (Zertifikatslehrgang)
6.-10.10.
Zertifikatslehrgang: Pädagogik für
Praxistrainer - Modul I
7.10.
Wünschelrutenseminar Modul III
9.10.
Fischereibetrieb als Forstlicher
Nebenbetrieb
13.-17.10.
Motorsägenaufbaukurs Modul 2
(Zertifikatslehrgang)
20.–21.10.
Waldpflege bei der Fichte - Modul I
20.–22.10.
Baumsteigen mit Seilsteigetechnik
20.–23.10.
Aufbauseminar zum zertifizierten
Waldpädagogen Modul B/C
22.–23.10.
Waldpflege bei der Fichte - Modul II
24.10.
Thementag: Korbflechten
27.-29.10.
Baumsteigekurse (Baumsteigen Abtragen von Bäumen)
30.10.
Professioneller Obstbaumschnitt für
mehr Ertrag
NOVEMBER
7.11.
Wildbret zerwirken und kochen
leicht gemacht
10.–14.11.
Zertifikatslehrgang: Qualifikation für
forstliche Praxistrainer - Modul II
20.11.
Brennholz selbst gemacht
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Jagdliche Auswirkungen
zielgerichteter Dickungspflege*
„In homogenen Fichtenbeständen herrscht Ordnung. Der
Preis dafür ist ein krankes,
anfälliges Ökosystem, das nur
durch massive Eingriffe des
Menschen überleben kann.
Das botanische Gegenstück zur Käfighaltung, aber mit Sicherheit kein Zustand,
den wir als Ideal anstreben sollten“
(Werner 2012).
In diesem Artikel sollen nicht waldbauliche Feinheiten einzelner Baumarten aufgezeigt werden, sondern der Fokus liegt
auf den Bedürfnissen und Möglichkeiten
im Zuge forstlicher Pflegearbeiten, den
Wald nachhaltig, tiergerecht zu bewirtschaften.
In vielen Gebieten Kärntens kann die
Fichte als von Natur aus dominierende
Baumart gesehen werden. Dominierend
bedeutet einen hohen Anteil an Individuen dieser Baumart. Für das Wild ist es
aber ein großer Unterschied, ob diese in
monotoner Höhen- und Durchmesserverteilung (siehe Vorwort- Stichwort botanische Käfighaltung) vorkommt, oder
einen gestuften Aufbau aufweist.
Unabhängig davon, ob ein forstlicher
Bestand künstlich oder aus Naturverjüngung gezogen wurde, ist der Eingriff der
Dickungspflege ein richtungsweisender
Schritt, der die Baumartenzusammensetzung bis zum Endbestand beeinflusst.
Als Dickung bezeichnet man in der Regel
einen jungen Waldbestand nach dem Eintritt des Bestandessschlusses. Dieser tritt
bei etwa 2m Höhe ein und erstreckt sich
bis zum Erreichen des Stangenholzes bei
etwa 12-15m Höhe. Die Äste beginnen
sich zu berühren und durch den Lichtmangel beginnt das Absterben der untersten Zweige.
Die Dickungspflege (Läuterung) dient zur
Standraumerweiterung (Stammzahlreduktion vor allem beim Nadelholz) sowie
zur Mischungsregulierung zu einem Zeitpunkt, in dem noch kein verwendbares
Sortiment anfällt. Laubholz wird hier nur
punktuell, Nadelholz flächig bearbeitet.
Aus Kosten und/oder Zeitgründen wird
bei der Dickungspflege sehr oft der Fokus
zu stark auf die Baumarten-Zusammensetzung des Endbestandes gelegt.
Eigentlich ist hier aber der Weg das Ziel.
Man kann eine Fülle von KleinstbiotopEtappen in einem Bestandesleben unterbringen, ohne dabei die wirtschaftlichen
Baumarten zu gefährden. Es fehlt bei der
zu stark abgegrenzten Forstwirtschaft an
Pufferzonen für das Wild. Auch wenn es
forstlich gesehen nachhaltig ist, gleichmäßige Altersklassenwälder zu produzieren. Somit ergibt sich zwar der Vorteil,
dass die Grenzen für territoriales Wild
besser zu erkennen sind, jedoch auch in
höherer Dichte (jagdlich interessanter?)
besiedelt werden können/müssen. Ohne
ausreichendes Niemandsland als Pufferzone (Bubenik 1984), dürfte es vor allem
beim psychisch sensiblen Rehwild außer
Thomas KUMMER
Forstwirtschaftsmeister
ak.Jagdwirt
Kärntner Waldpflegeverein
Thomas Kummer, Forstwirtschaftsmeister und Akademischer Jagdwirt aus
Kühnsdorf ist Waldpflegetrainer des
Kärntner Waldpflegevereins.
zur Überbelastung der Vegetation auch
zu vermehrtem sozialem Stress kommen.
Laut Forstner et al. (2006) kann „nachhaltig“ mit „jetzt und in Zukunft“ übersetzt
werden. Dies bedeutet, dass wildlebende
Ressourcen von zukünftigen Generationen zumindest in dem Umfang genutzt
werden können, in dem sie heute nutzbar
sind, ohne dass dabei die Biodiversität/
Artenvielfalt vermindert wird. Dies gilt
grundsätzlich für alle Pflanzen- und Tierarten (Forstner et al. 2006).
* In seiner Abschlussarbeit zum akad. geprüften Jagdwirt beschäftigte sich Thomas Kummer mit dem Thema „Zielgerichtete Dickungspflege als richtungsweisende Lebensraumgestaltung, und deren Auswirkungen beim Reh“.
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KFV Info 75/September 2014
WA L D
&
J A G D
Bei dem „Stall-Trog-Effekt“ des Kahlschlagverfahrens wird das Wild gezwungen, freie Äsungsflächen aufzusuchen.
Somit kann sehr schnell für den jeweiligen Standort bzw. das bestehende Nahrungsangebot ein zu hoher Wildeinfluss
entstehen. Dadurch werden auch die
Möglichkeiten für die Dickungspflege
stark herabgesetzt, da die Artenvielfalt sich nicht entsprechend entwickeln
kann. Wenn nun durch unfachmännisches Bearbeiten der Jungkulturen auch
der letzte Rest an forstlicher Mischung
entfernt wird, verstärkt sich dieser Effekt
natürlich noch einmal. Dies gilt vor allem
für reine Nadelholzkulturen, egal ob auf
natürlichen bzw. Zwangsstandorten.
Reimoser et al. (2006) schreiben dazu:
„Die einzelnen Tiere entwickeln sich
körperlich weniger gut, zum „ruhigen“
Überleben bei erhöhtem Sicherheitsgefühl durch nahegelegene Grenzlinien
reicht es jedoch. Eine schlechtere körperliche Verfassung der Tiere kann sich zwar
populationsdynamisch in Form geringerer Zuwachsraten und erhöhter Sterbeverluste auswirken, aber die Rehe bleiben
dennoch in dieser überhöhten Anzahl
am Ort. Der Mechanismus Abrängen
bzw. Abwandern funktioniert nicht mehr
richtig, die Rehe halten sich gleichsam
zu stark selbst in ihrem Habitat gefangen
und belasten dadurch nachhaltig in unnatürlicher Weise die in solchen Gebieten
relativ spärlich vorhandene Vegetation“.
Bei Rehen nimmt Reimoser (2006) an,
dass ihnen der Vorteil von Randlinien,
aus Gründen der Feindvermeidung und
des besseren Sozialverhaltens, sogar
mehr wert ist als äsungsreichere Naturverjüngungsstrukturen. Sie legen also
mehr Wert auf Sicherheit als auf üppige
Nahrung. Wobei essentielle Ansprüche
gedeckt sein müssen. Somit ergibt sich
für den Forst die Aufgabe, Äsung und
Deckung auf kleinere Fläche mit ersichtlichen Übergängen zu schaffen bzw. zu
erhalten.
Reimoser et al. schreiben in ihrem Buch,
Wildlebensräume: „Wildschäden in der
Land- und Forstwirtschaft sind ein vielschichtiges, auch stark von der Gestaltung
des Lebensraumes abhängiges Problem.
Im Hinblick auf eine nachhaltige Verbesserung der Wildschadenssituation bzw.
des Umwelt-Wild-Mensch-Systems ist
es sicherlich von Vorteil, nicht bei der
Überlegung „Wildtier als Verursacher
von Wildschäden“ stehen zu bleiben,
sondern verstärkte Wildschäden zunächst
als Symptom für die durch Menschen
KFV Info 75/September 2014
Der Haselhahn ist eine weitere Tierart die von zielgerichteten Eingriffen profitiert.
gestörte Wechselbeziehung zwischen
Wild und Umwelt aufzufassen, dessen
Ursachen dann regional zu ergründen
sind“.
Waldbauliche Möglichkeiten
der Einflussnahme
werden folgend beschrieben:
• die Vermeidung großflächiger Kahlflächen,
• die Förderung heterogener Bestandesstrukturen unter Beachtung der jeweiligen Standortansprüche einzelner
Baumarten (Ammer 2010).
Ammer (2010) beschreibt, dass es größtenteils sehr schwer ist, die Habitatqualität für das Wild zu verbessern, da dieses
sich selbst dieser Optionen beraubt. Folgt
darauf eine noch höhere Absenkung der
Mischungsanteile durch den Mensch,
führt dies zu einer Steigerung der Wildeinflussgefährdung und schmälert damit
die Lebensraumkapazität. Erstaunlicherweise differenziert das Reh hinsichtlich seines Äsungsverhaltens nicht
nur zwischen Baumarten, sondern auch
innerhalb der Individuen einer Art. Es
gibt Untersuchungen, nach denen vitale
Bäumchen, d. h. solche mit längeren
Trieben und dickeren Knospen, bevorzugt verbissen werden (Kech/Lieser
2006). In der betreffenden Untersuchung
lag die Verbissbelastung derjenigen
Pflanzen, die im Sommer einen großen
Höhenzuwachs geleistet hatten, deutlich
über den weniger wüchsigen Bäumchen,
welches einer negativen Vitalitätsauslese entspricht. Dies erklärt sich daraus,
dass eine gute Nährstoffverfügbarkeit
des Bodens eine höhere Blattbiomasse,
einen höheren Blattstickstoffgehalt
und ein reduziertes C/N-Verhältnis des
Blattes zur Folge hat. Die Wirkungen
resultieren in einer höheren Verbissintensität (Edenius 1993 in Ammer 2010).
Als Folge des Verbisses bilden viele
Baumarten mehrere Gipfeltriebe aus.
Solche Bäume werden bevorzugt erneut
verbissen. Wenn ein Baum durch Verbiss
geschädigt wurde, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich dies in Zukunft wiederholt (Welch 1991 in Ammer 2010).
Das bedeutet für den Praktiker, dass verbissene Bäumchen nicht entfernt werden
sollten, sondern als „Ablenkfütterung“
in der Kultur belassen werden. Gegebenenfalls sollten sie zurückgeschnitten
(geköpft) werden, um den wirtschaftlich interessanten Bäumen mehr Platz zu
verschaffen. Diese Erkenntnis ist für die
Bewirtschafter oft nicht nachvollziehbar,
da versucht, wird die Flächen „sauber“
zu bearbeiten. Und gerade mit diesen zu
sauberen Eingriffen wird ein gegenteiliger Effekt erzielt.
Wird das forstliche Ziel (weniger
Verbiss- und Fegedruck durch das Wild)
erreicht, kompensiert dies die minimalen wirtschaftlichen Einschränkungen.
Der Standraumverlust durch die alternativen Gehölze relativiert sich bis zum
Seite 43
WA L D
&
JA GD
Endbestand, da Sukzessionsbaumarten und Sträucher in tiefer gelegenen
Stockwerken des Waldes ihr Auslangen
finden. Zeiler stellte fest, dass die Verbissbelastung der Waldvegetation bei
zielgerichteter Bewirtschaftung nicht in
Zusammenhang mit der Wilddichte steht
(Zeiler 2009). Diese Erkenntnis ermöglicht die Kombination von Jagd- und
Forstwirtschaft. Setzt ein Forstbetrieb
auf Gewinnmaximierung und sieht das
Wild als Störfaktor, so widerspricht diese
Haltung der Sichtweise auf das „Ganze“
(Meran 2013).
In der Abbildung 1 wird von Ammer
(2003) der negative Einfluss hoher
Schalenwilddichten und dem damit verbundenen Wildeinfluss auf komplexe
Ökosysteme graphisch dargestellt. Wenn
man nun anstatt hoher Schalenwilddichte
das Wort „rein ökonomisch orientierte
Forstwirtschaft“ einsetzt, entwickelt sich
die Graphik in gleich negativer Weise.
„In Ökosystemen können kleine Eingriffe an einer Stelle große Auswirkungen an ganz anderen Stellen haben, ohne
dass sich die verursachenden Akteure
dessen bewusst sein müssen“ (Forstner
et al. 2006). Die Dickungspflege kann so
auch Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenarten haben, die erst in einer späteren
Phase den Wald besiedeln würden.
Die Förderung wirtschaftlicher Baumarten ist grundsätzlich legitim, darf sich
aber nicht zulasten von ganzen Ökosystemen auswirken. Daher sollten vor
allem Pioniergehölze nicht generell
entfernt werden, denn damit geht viel
Verbissangebot verloren. Auch das Stehenlassen von Sträuchern und Füllholz
bei Kulturpflegemaßnahmen beziehungsweise deren Förderung ist ein wertvoller
Beitrag zur Entlastung der Forstgehölze
(Zeiler 2009). „Forstliche Rücksichtnahme auf wildökologische Aspekte
bringt in der Regel mehr, als sie kostet“
(Führer/Nopp 2001).
Durch die Dickungspflege kommt auf
größerer Fläche Licht für die Entwicklung von Äsungspflanzen zum Boden.
Gleichzeitig kommt es zu einer ökologisch günstigen Verminderung der Klimaschutzwirkung und führt damit zu
„relativ gedrosseltem Besiedlungsanreiz
bei vermehrtem Äsungsangebot“ (Führer/
Nopp 2001). Wenn bei der Dickungspflege Mischbaumarten gefördert bzw.
Stammzahlen reduziert werden ist es von
Vorteil, die Konkurrenzvegetation möglichst geringfügig zu reduzieren, wie beispielsweise Verbissgehölze in Kniehöhe
kappen (Führer/Nopp 2001).
Rehe haben ein großes Potential, sich an
nicht optimale Verhältnisse anzupassen.
Dagegen können andere Tierarten wie
das Haselhuhn nur bedingt ausweichen.
Nach der Losungsanalyse von Lieser
(1995) lassen sich die wichtigsten Baumarten für das Haselhuhn mit Erle, Hasel,
hohe Schalenwilddichte
Verbiss
Biomassenverlust
Dekompostierung
Entmischung
Dung
Höhenbegrenzung
Strukturverlust
Spezialisten
Dungkäfer
Fledermaus
Spinnen
Regenwürmer
Springschwänze
Milben
Singvögel
Bodenfruchtbarkeit
Abb. 1: Darstellung der Auswirkungen von Schalenwildverbiss/selektiver Dickungspflege auf verschiedene Ökosystemkompartimente (Ammer 2009).
Seite 44
Abb. 2: In Ökosystemen hängen alle
Bestandteile direkt oder indirekt miteinander zusammen und voneinander ab
(Forstner et al. 2006).
Birke und Eberesche definieren. Das
Überleben dieser Baumarten bis in den
Altbestand ist die größte Zielsetzung
für den Praktiker im Haselhuhnrevier.
Bergmann et.al (1996) beschreiben, dass
durch die Dickungs- und Jungbestandspflege wichtige Nahrungspflanzen herausgenommen werden. In diesem Fall
kann das Haselhuhn kaum mehr als 10%
eines Umtriebes nutzen.
Zusammenfassend geht an den Forstmann die Empfehlung, standortgerechte
Baumarten zu bewirtschaften. Damit
qualitativ wie auch quantitativ, insbesondere im Frühjahr (Geophyten) und
im Herbst (Falllaub und Mastjahre) das
Angebot höher ist als in reinen, immergrünen Nadelholzbeständen. Auf natürlichen Fichtenreinstandorten finden sich
zumindest einzelne Mischbaumarten
wie Weide, Eberesche und Birke, die als
Äsung dienen können.
Realistisch gesehen dürfen die waldbaulichen Möglichkeiten, Verbissschäden zu
vermeiden, insbesondere bei hohen Wilddichten nicht überschätzt werden. Die in
den vergangenen Jahrzehnten in Gang
gebrachten Waldbauförderungen und
auch die Veränderungen in der Bewirtschaftung von Privatwäldern haben
vielerorts zu einer Verbesserung der
Lebensgrundlagen für das Schalenwild
geführt. Ein vielfältiges Nahrungsangebot kann aber nur dann helfen, Schäden
zu vermeiden, wenn die Schalenwilddichte niedrig ist. Bei diesen Voraussetzungen kann die aus ökologischen und
ökonomischen Gründen gewollte Diversität der Waldbestände hinsichtlich ihrer
Struktur und ihrer Baumartenzusammensetzung durch die Dickungspflege erhalten bzw. gesteigert werden.
KFV Info 75/September 2014
F O R S T V E R E I N
142 Jahre Kärntner
Forstverein
Scheinbar kostenlos bietet der
Wald tagaus tagein Erholung,
sauberes Trinkwasser, frische
Luft, Biomasse und wertvolles
Nutzholz und schützt in den
Bergen vor Lawinen und Steinschlag.
Doch er ist das Ergebnis einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Bewirtschaftung durch viele Generationen von
Forstleuten und Waldbauern, die oft unter
schwierigen wirtschaftlichen wie politischen Rahmenbedingungen seine vielfachen Leistungen erhalten und für die
Zukunft gesichert haben.
Die „Hebung der Forstkultur, die Verbesserung der forstlichen Zustände und das
Wecken des Interesses an einer pfleglichen Behandlung des Waldes durch
Anleitung, Beispiel und Unterstützung“
waren vor nunmehr über 140 Jahren das
Motiv, das zur Gründung des Kärntner
Forstvereins führte. Vorgänger war die
k.k. Ackerbaugesellschaft, die noch unter
Maria Theresia bereits 1765 geschaffen
worden war und sich auch intensiv mit
forstlichen Belangen auseinandergesetzt
hatte. Land- und Forstwirtschaft waren
damals wie auch heute noch durch die
im Land historisch bedingte kleinflä-
KFV Info 75/September 2014
Dipl. Forstw. Dr. Elisabeth JOHANN
ÖFV Fachausschuss Forstgeschichte
Verein Waldpädagogik in Österr.
FV Freibach, St. Margarethen
chige Struktur eng miteinander verbunden. Holz war als einzige zur Verfügung
stehende Energiequelle für die Kärntner
Eisenindustrie, die damals in der österreichisch- ungarischen Monarchie noch eine
führende Rolle innehatte, von überragender Bedeutung. Mit der allmählichen
Trennung des Berg- vom Forstwesen
und der Substitution der Holzkohle durch
mineralische Brennstoffe, die in Kärnten
den raschen Niedergang der Eisenindustrie zur Folge hatte, stiegen ab der Mitte
des 19. Jahrhunderts die Nachfrage und
der Wert des Nutzholzes.
Das wachsende öffentliche und politische
Interesse an der Forstwirtschaft, aber
auch die Notwendigkeit, nach einer Zeit
intensivster Nutzung den Waldzustand
zu verbessern, erweckten schließlich den
Wunsch nach einer selbstständigen, von
der Landwirtschaft unabhängigen FachOrganisation, um eine öffentliche Anerkennung der Forstwirtschaft zu gewinnen
und um sie in allen Bereichen zu fördern.
Gründerjahre
Die ersten Anregungen zur Gründung
eines eigenständigen Forstvereins in
Kärnten gehen auf das Jahr 1851 zurück,
als durch die k.k. Förster Gatterer aus
Bleiburg und Wurm aus Arnoldstein ein
Aufruf an alle Forstleute erging, sich
zu einem eigenen Verein zusammenzuschließen. Doch es dauerte noch volle
zwanzig Jahre, bis es schließlich im
April 1872 zur konstituierenden Sitzung
kam, auf der Franz Strobach, Forstinspektor der Hüttenberger Eisengewerksgesellschaft, zum ersten Vereinsdirektor
gewählt wurde und an der bereits 45
Forstleute teilnahmen. Bereits bei seiner
Gründung war der Kärntner Forstverein
eine Vereinigung aller am Wald interessierten Personen. Herkommen sowie
beruflicher Hintergrund spielten keine
Rolle, alle Freunde des Waldes waren
gleichermaßen willkommen. Er unterschied sich bereits damals von anderen
Landesforstvereinen, die eine Mitgliedschaft wesentlich einschränkten und
diese Öffnung, wenn überhaupt, erst sehr
spät vorgenommen haben. Der Mitgliederstand wuchs in den ersten Jahren des
Vereinsbestehens rasch an, nicht zuletzt
wahrscheinlich deshalb, weil es keine
Standesunterschiede gab.
Mit der Gründung verband man die Hoffnung auf eine Verbesserung der forstlichen Zustände und eine sorgfältige
Behandlung des Waldes durch Anleitung,
Beispiel und Unterstützung möglichst
mit reger Beteiligung aller Schichten
der Bevölkerung. Die regionale Vielfalt
wurde gepflegt, ebenso aber auch die
Vernetzung mit den Forstvereinen der
angrenzenden Nachbarländer (Steiermark, Niederösterreich, Galizien, Küstenland und Tirol).
Seite 45
F O R S T V E R E I N
Das erste Jahrhundert
Pflanzgarten und Forstschule
informellen Wanderversammlungen und
Exkursionen in alle Teile des Landes
noch zur Zeit der Pferdefuhrwerke und
Dampfeisenbahn führt ein Bogen bis zur
intensiven Schulungsarbeit des heute
tätigen Bildungsausschusses. Bereits in
der Vergangenheit sah es der Kärntner
Forstverein stets als seine Pflicht an, zu
allen forstlichen Tagesfragen und den
Anliegen und Anforderungen der Gesellschaft an Wald und Umwelt Stellung
zu nehmen. Die Öffentlichkeit über die
Nutz-, Schutz- und Erholungswirkungen
des Waldes und die sich daraus ergebenden Erfordernisse der Bewirtschaftung zu
informieren, war bereits vor 140 Jahren
ein wichtiges Anliegen. Aus diesem
Grunde beteiligte sich der Verein sehr
bald an verschiedenen Ausstellungen, so
auch an der großen land- und forstwirtschaftlichen Ausstellung 1890 in Wien.
Niedere Forstschule in Kärnten in Klagenfurt.
Wenn man heute auf die damals von
den Gründungsmitgliedern formulierten
Aufgaben zurückblickt, so klingen die
Ziele, die man sich bei der Gründung
vor bald 150 Jahren gestellt hat, noch
immer modern und aktuell, wenngleich
sich natürlich die Themenschwerpunkte
im Laufe der Jahre - angepasst an die
Rahmenbedingungen (politische, gesellschaftliche, natürliche) - geändert haben
und auch die Methoden der Wissensvermittlung andere geworden sind. Von den
Seite 46
Zu den bemerkenswertesten Tätigkeiten
der ersten Jahrzehnte gehörte der Betrieb
eines vereinseigenen Forstpflanzgartens, aus dem vorwiegend bäuerliche
Waldbesitzer mit Waldpflanzen und
Samen versorgt werden konnten. Grund
für diese Initiative war der Umstand,
dass es einen ausgesprochenen Mangel
an geeignetem Saat- und Pflanzgut im
Lande gab. Der Betrieb gestaltete sich
um die Jahrhundertwende so erfolgreich, dass auch Pflanzen ins benachbarte Ausland verkauft werden konnten
(Ober- und Niederösterreich, Salzburg,
Steiermark, Küstenland, Kroatien, Galizien, Slawonien, Bosnien, Herzegowina, Böhmen, Ungarn, Siebenbürgen,
Bayern). Um Kahlflächen schneller in
Bestand zu bringen und die Techniken
zu verbessern, wurden Prämierungen
für gute Kulturarbeiten vorgenommen
und Preise vergeben. Wanderversammlungen in allen Teilen des Landes sollten
zur Verbesserung des Wissens der Mitglieder beitragen. Das Interesse an der
Aufforstungstätigkeit einschließlich der
Wahl des Pflanzenverbandes und am
Waldbau, insbesondere an den verschiedenen Methoden der Bewirtschaftung
(Kahlschlag – Plenterwald) war groß.
Darüber hinaus standen weitere wichtige
Themen, wie der Gemeindewald und die
Waldnebennutzungen, aber auch Fragen
des Forstschutzes im Mittelpunkt. Ausgelöst wurde diese Diskussion durch
das großflächige Auftreten von Waldschädlingen (Borkenkäfer, Nonne), aber
auch von großen Naturkatastrophen wie
Lawinen (1880, 1881) und Hochwasser
(1886, 1890, 1904). Ein großes Anliegen
im ausgehenden 19. Jahrhundert war die
Verbesserung der forstfachlichen Ausbildung. In Ermangelung einer eigenen
Schule gewährte der Kärntner Forstverein Stipendien für das Studium an der
Hochschule für Bodenkultur, an der um
die Jahrhundertwende nur 6% der Hörer
aus den Alpenländern kamen, während
das Gros der Hörer in Böhmen, Mähren
und Ungarn beheimatet war. Schließlich
kam es 1905 zur Gründung einer Waldbauschule, der Niederen Forstschule in
Klagenfurt, die bis 1914 und dann nochmals von 1925 bis 1932 vorwiegend die
Söhne bäuerlicher Waldbesitzer für die
Führung des eigenen Waldwirtschaftsbetriebes und junge Männer für den
Forstschutz- und technischen Hilfsdienst
sowie für den Holzhandel und Brettersägenbetrieb ausbildete.
Das Aufnahmealter betrug 16 Jahre,
eine einjährige Vorpraxis war erforderlich, jedoch keine besondere schulische
Vorbildung. Die Ausbildung dauerte ein
Jahr. 75% der Teilnehmer kamen aus
Kärnten, der Rest aus Tirol, Vorarlberg,
Salzburg und Wien. Es gab einen theoretischen und einen praktischen Teil. Die
Schwerpunkte der Ausbildung lagen auf
dem Waldbau, dem Schutz des Waldes
und dem Erwerb von Holzhandelskenntnissen.
Die gute Arbeit, die der Forstverein
in diesen Jahren vor dem Ersten Weltkrieg leistete, spiegelte sich wider in der
raschen Zunahme der Mitglieder, die von
etwa 300 in den ersten Vereinsjahren auf
über 700 bei Kriegsausbruch angewachsen war.
KFV Info 75/September 2014
F O R S T V E R E I N
Probleme der
Zwischenkriegszeit
Nach Kriegsende nahm der Forstverein seine Tätigkeit rasch auf und führte
erstmals nach fünf Jahren 1918 wieder
eine Wanderversammlung durch, doch
gestaltete sich die Arbeit aufgrund der
wirtschaftlichen Entwicklung äußerst
schwierig.
Die Bautätigkeit ruhte, Bergwerke und
Papierfabriken schränkten ihren Betrieb
weitgehend ein, die Industrie stand still.
Es gab einen Preissturz bei allen Holzsortimenten durch ein Überangebot aus dem
benachbarten Ausland und starke Windwurfschäden im eigenen Land. Dazu kam
das politische Umfeld, das Groß- wie
auch bäuerliche Betriebe schwer belastete wie z.B. durch progressive Grundsteuern und damit verbundene Umlagen,
hohe soziale Abgaben, Erb- und Übertragungsgebühren, hohe Bahnfrachten,
hohe Schuldenzinsen und steigende
Lebenshaltungskosten. Die Holzausfuhr
aus Kärnten ging in den Jahren 1928 –
1933 nach Deutschland um 95%, nach
Italien um 37%, nach der Schweiz um
62%, nach Frankreich um 36% und nach
Ungarn um 29% zurück. Die wirtschaftliche Lage der Forstbetriebe war katastrophal. 1932/33 lagen die Preise um
50% niedriger als 1928 und deckten nicht
einmal mehr die reinen Produktionskosten; 1934 überschritten die betrieblichen
Ausgaben die Einnahmen um durchschnittlich 50%.
Der Kärntner Forstverein versuchte, trotz
der schwierigen Lage seine Tätigkeit
fortzusetzen, indem er z.B. Reisekostenzuschüsse zur Teilnahme an Hauptversammlungen gewährte, die Errichtung
von Zweigstellen im Land überlegte oder
sich um die Unterbringung von stellungslosen Forstleuten kümmerte, die aus den
ehemaligen Österreichischen Kronländern ins Land zurück strömten. Er konnte
es jedoch nicht verhindern, dass die Mitgliederzahl zwischen 1933 bis 1935 um
mehr als ein Drittel zurückging und waldbauliche Erkenntnisse in den Betrieben
kaum oder gar nicht umgesetzt werden
konnten. Schließlich kam es politisch
motiviert 1935 erst zu einer Einschränkung der Tätigkeiten und Aufgaben der
Forstvereine allgemein, bis die Betätigung auf forstlichem Bildungs- und
Informationsgebiet überhaupt verboten
wurde. 1938 wurde nach dem Umbruch
der Kärntnerische Forstverein wie alle
anderen Forstvereine auch gelöscht.
KFV Info 75/September 2014
Österreichische Forsttagung in Klagenfurt 1936: Präsident Ministerialrat A. Locker
Der Aufbau nach Kriegsende
Schon kurz nach Kriegsende kam es
1947 zur Wiederbegründung des Kärntner Forstvereins. Die Männer der ersten
Stunde waren Graf Zeno Goess, der den
Verein bereits in der Zwischenkriegszeit
nach Max Rothauer als Präsident geleitet hatte, und Franz Schmidt, dem nach
einem Jahr Josef Ehrlich als Geschäftsführer nachfolgte. Er hatte dieses Amt
bereits in den dreißiger Jahren ausgeübt
und bekleidete es wiederum bis 1971. Mit
Schwung und Elan wurden die Wanderversammlungen wieder aufgenommen
und man widmete sich neuen Aufgaben,
die mit dem Einzug neuer Technologien
in die Waldbewirtschaftung entstanden, wie der Aufschließung der Forste
durch Wegebau und anderen Arbeitsund Bringungstechniken. Ein zentrales
Thema war der Waldbau und seine Verfeinerung, Bestandesumwandlungen und
der Schutzwald in seiner ganzen Problematik. Die standortgerechte Bewirtschaftung des Wirtschaftswaldes, die
Umwandlung von Monokulturen in
naturnahe Wirtschaftswälder, naturnahe
Waldwirtschaft, Information über die
neuesten Erkenntnisse von Art, Umfang
und Methode der Durchforstung, Auslesedurchforstung sowie umweltgerechter
Herbizideinsatz waren Themen, die der
Forstverein in den folgenden Jahrzehnten
seinen Mitgliedern nahe brachte. Auch
neue Materien fanden Eingang in die
forstliche Bildungsarbeit wie Menschenführung, Vortragstechnik, Gesprächsund Verhandlungstaktik, Ergonomie für
Führungskräfte oder modernes Manage-
ment im Forstbetrieb als umfassende
Schulung forstlicher Führungskräfte und
Waldbesitzer.
Voller Freude wurden die Kontakte mit
den Nachbarländern wie Italien und
Slowenien wieder aufgenommen und es
begann ein intensives Netzwerken mit
wissenschaftlichen Institutionen, Vereinen und Verbänden.
Ein besonderes Augenmerk wurde auf
die Öffentlichkeitsarbeit gerichtet, die
bereits seit der Gründung des Vereins
einen gewissen Stellenwert in der Vereinsarbeit inne gehabt hatte. Nun wollte
man verstärkt das Interesse am Wald,
seiner Erhaltung und Pflege wecken und
die Öffentlichkeit über die besonderen
ökonomischen und ökologischen Probleme bei der Bewirtschaftung informieren. Als geeignetes Mittel sah man die
Publikation des Grünen Handbuches
zusammen mit dem Steiermärkischen
Forstverein an, die Herausgabe von Mitteilungsblättern an die Mitglieder mehrmals jährlich, sowie die Information der
Bevölkerung durch Folder, Presseaussendungen und den Rundfunk. Der Tag des
Waldes gab einen idealen Rahmen, um
verstärkte Informationsarbeit in Form
von Fachvorträgen, Großveranstaltungen in Klagenfurt oder Exkursionen und
Pressefahrten durchzuführen.
Die letzten 50 Jahre
Bei der Tätigkeit des Kärntner Forstvereins während der letzten Jahrzehnte
ging es grundsätzlich darum, die Bauern,
Forstbetriebe und andere Waldbesitzer in
ihrer Gesamtheit bei der Bewirtschaftung
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F O R S T V E R E I N
des Waldes in allen Belangen zu unterstützen mit dem Ziel, gesunde und stabile
Wälder für die Zukunft zu erhalten und
zu fördern. Diesem Ziel versuchte man
durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern, durch
Aus- und
Weiterbildungsprogramme in Form von
Kursen, Tagungen, Exkursionen und
Studienreisen ins In- und Ausland näher
zu kommen. Der Kärntner Forstverein
nahm darüber hinaus zu Gesetzesentwürfen Stellung und verfasste zu wichtigen
Fragen eine Reihe von Resolutionen (u.a.
Aufforderung an alle verantwortlichen
Politiker zum raschen Handeln bezüglich
des weltweit steigenden CO2 Ausstoßes;
Verringerung des Schadstoffausstoßes
auf ein Zehntel des derzeitigen Wertes,
Aufstockung des Umweltfonds). Einen
besonderen Stellenwert erhielt ab den
1980er Jahren die forstliche Öffentlichkeitsarbeit.
Bildung und Weiterbildung
Ab den 1970er Jahren rückte die Bildung
und Weiterbildung allgemein in den
Blickpunkt des Interesses des Österreichischen Forstvereins. Die forstliche
Bildung wurde als eine der Grundlagen
für eine zukunftweisende Entwicklung
des Forstwesens angesehen und entwickelte sich - wie schon zur Zeit der
Gründung der Forstvereine - zu einer
ihrer Hauptaufgaben. Bildung sollte für
Forstleute, Waldarbeiter und Waldeigentümer auf gleicher Rangstufe mit ihrer
wirtschaftlichen und beruflichen Tätigkeit stehen und die Bereiche Fortbildung
und Weiterbildung umfassen. Während
man unter Fortbildung die permanente
Bildung im beruflichen Wirkungskreis
verstand, sollte die Weiterbildung dem
Erwerb von neuem oder zusätzlichem
beruflichen Wissen und zusätzlichen
Fähigkeiten oder Spezialkenntnissen
dienen. Eine Intensivierung der forstlichen Bildungsarbeit schien nur möglich
durch das Zusammenwirken aller Beteiligten. Diese Anregung des Österreichischen Forstvereins griff der Kärntner
Forstverein im Jahre 1975 auf, indem
der damalige Präsident Fürst Heinrich
Orsini Rosenberg die Vereinsmitglieder Granig sen., Hillgarter, Lexer und
Trzesniowski mit der Organisation von
Weiterbildungsveranstaltungen für alle
in der Forstwirtschaft direkt oder indirekt
Tätigen als Serviceleistung des Forstvereins betraute.
Als Ort für Tagungen, Seminare und
ähnliche Veranstaltungen bot sich die
Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach an.
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Österreichische Forsttagung in Kärnten 1936: Exkursion in das Bärental in den Karawanken.
Mit großem Elan nahm der Bildungsausschuss unter Leitung von Forstmeister
DI Dr. Hillgarter 1976 seine Tätigkeit
auf. Insbesondere nachdem DI Günter
Sonnleitner 1978 Geschäftsführer des
Kärntner Forstvereins wurde, wurde in
Ossiach eine Fülle von verschiedenartigsten Bildungsveranstaltungen angeboten, die ein großes Echo fanden. Es
ergaben sich fruchtbringende Synergieeffekte mit der Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach als Veranstaltungsort, die
auch die notwendige Infrastruktur zur
Verfügung stellen konnte. Nicht zuletzt
aufgrund dieses reichen Angebots nahm
die Zahl der Mitglieder des Kärntner
Forstvereins seit 1975 ständig zu und ist
nunmehr auf über 1500 angewachsen.
Die Durchführung des interessanten und
erfolgreichen Bildungsangebots wurde
nur möglich durch eine intensive Zusammenarbeit mit allen forstlichen Kräften in
Kärnten und darüber hinaus – eben durch
ein intensives Netzwerken wie mit der
forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach,
der Landesforstdirektion und anderen
forstlichen Dienststellen, der Kärntner
Jägerschaft, den Land- und Forstbetrieben, der Landwirtschaftskammer, dem
Waldverband, den Waldbesitzern und
Standesorganisationen, Forstschulen und
Universitäten.
Es war dies die konsequente Umsetzung der seitens des Vorstandes entwickelten Visionen einer wirtschaftlichen
Partnerschaft und einer wechselseitigen
Befruchtung zwischen Wissenschaft und
Praxis, indem einerseits theoretische
Erkenntnisse an die forstliche Praxis
weitergegeben werden, aber auch die
Ausbildung auf die Anforderungen der
forstlichen Praxis abgestimmt werden
sollte.
In diesem Sinne bot und bietet der Verein
jährlich ein überaus attraktives Weiterbildungsprogramm in rund 12 Veranstaltungen, die mit großer Vielfalt aktuelle
forstliche Themen behandeln (Öffentlichkeitsarbeit,
Waldbewirtschaftung
innerhalb von Ökologie und Ökonomie,
Holzvermarktung). Aber man war und
ist auch bereit, von den Nachbarn zu
lernen und eröffnete durch ein breites
Spektrum von Exkursionen Einblicke
in die forstlichen Belange und Kulturen europäischer und außereuropäischer
Länder. Die Themen der jährlichen
Informationsveranstaltungen
befassen sich zu jeweils einem Drittel mit
dem Waldbau, der Forstpolitik und der
Wertschöpfungskette. In zunehmendem
Maße ist in Zeiten des Klimawandels der
Waldbau ein besonderer Schwerpunkt
mit den Themen Mischbaumarten, Jungwaldpflege, Naturverjüngung, Auszeige,
strukturierte Bestände, sowie Begründung und Pflege des Mischwaldes.
Informationsblatt des
Kärntner Forstvereins
Der gute Ablauf der Österreichischen
Forsttagung 1982 in Villach und das rege
Medieninteresse an den Belangen der
Forstwirtschaft waren die auslösenden
Momente, die 1983 auf Anregung des
Präsidenten Fürst Heinrich Orsini Rosenberg zur Gründung des Informationsblattes des Kärntner Forstvereins führten.
KFV Info 75/September 2014
F O R S T V E R E I N
Damit sollte der Versuch gemacht
werden, eine möglichst breite Öffentlichkeit in aktueller Form über die Probleme
der Forstwirtschaft und des Waldes zu
unterrichten und am Laufenden zu halten
und die gegenseitige Information aller in
der Forstwirtschaft Tätigen zu stärken.
Immer mehr steige – so Präsident Orsini
Rosenberg 1983 – die Bedeutung des
Waldes und Holzes nicht nur für die Wirtschaft des Landes, sondern auch für die
Erhaltung der Kärntner Kulturlandschaft.
Viele Faktoren positiver und negativer
Art würden auf den Wald einwirken.
Fortschritte und Fehler würden jedoch
nicht nur die gegenwärtige, sondern auch
die nächste und übernächste Generation
betreffen. Er betrachtete es daher als
eine wichtige Aufgabe, den interessierten
Menschen des Landes genügend Wissen
über und Einblick in die komplexen
Zusammenhänge im Werden und Vergehen der heimischen Wälder zu geben und
damit ein Waldbewusstsein zu erzeugen
und aufzubauen, das letzten Endes allen
zugute kommen sollte. Die Kärntner
Forstvereinszeitung erschien anfangs erst
einmal, ab 1990 mehrmals jährlich und
war von allem Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Sie erreicht alle Mitglieder, aber
auch Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Politik, Land- und Forstwirtschaft, Wissenschaft und Umweltschutz.
Der Inhalt ist äußerst vielseitig und bringt
aktuelle und interessante Informationen
für die Praxis der Waldbewirtschaftung
und der Holzverarbeitung und befasst
sich mit Entwicklungen und neuesten
Erkenntnissen aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie deren Umsetzung in die
forstliche Praxis. Seit 2002 erscheint sie
in neuem, buntem Layout in einer Auflage
von 2.500 Stück. Das Sonderheft, das
2003 anlässlich der Tagung des Österreichischen Forstvereins in Villach und
des 50 Jahr-Jubiläums der Forstlichen
Ausbildungsstätte Ossiach erschien, hat
einen bleibenden Wert, da es die Forstund Holzwirtschaft der Nachbarländer
dreisprachig dokumentiert. Die Publikation des Informationsblattes wurde und
wird durch das Land Kärnten wesentlich
unterstützt und hat in der Person von DI
Walter Wuggenig eine hervorragende
redaktionelle Leitung.
Öffentlichkeitsarbeit im
Kärntner Forstverein
Das zunehmende Spannungsfeld und
wachsende Interessenskonflikte mit den
verschiedenen Waldnutzern im ausgehenden 20. Jahrhundert waren der Anlass,
KFV Info 75/September 2014
dass sich der Kärntner Forstverein an die
außerforstliche Öffentlichkeit wandte. Er
wollte damit eine breitere Akzeptanz für
die Kärntner Wälder in ihrer Bedeutung
als nachhaltiger Produzent eines umweltfreundlichen Rohstoffes, als Wirtschaftsfaktor und Erwerbsquelle für Bauern und
unselbständig Beschäftigte, als Grundlage des Fremdenverkehrs, als Erholungsraum für Einheimische und Gäste
sowie als Garant für die Bereitstellung
der Wohlfahrtsfunktionen schaffen. Zielgruppen waren einerseits Touristen und
Sport Ausübende, besonders aber Kinder
und Jugendliche. Durch eine Vielzahl
von angebotenen Veranstaltungen wollte
man einerseits die Forstleute selbst mit
dem Instrumentarium der Öffentlichkeitsarbeit vertraut machen, andererseits
aber die Zielgruppen mit unterschiedlichen Aktionen zu verschiedenen Themen
erreichen. Dazu zählen Pressefahrten und
Exkursionen in Schutzwaldgebiete, aber
auch die Auftaktveranstaltungen anlässlich der Woche des Waldes, die seit 1999
unter dem Motto: „Der Wald kommt in
die Stadt“ alljährlich abwechselnd in
einer anderen Bezirksstadt in Zusammenarbeit mit vielen Partnern wie LWK,
Schulen, Industrie, Landesforstdienst
und anderen sehr erfolgreich stattfinden.
Mit dem Fokus auf Kinder und Jugendliche begann der Kärntner Forstverein, ab 1989 Seminare mit dem Thema
Waldpädagogik anzubieten, um damit
Mitglieder anzuregen, selbst Waldausgänge und Exkursionen für Kinder und
Jugendliche durchzuführen. Durch ein
Netzwerk zwischen Landesforstdienst,
Bezirksforstinspektionen,
interessierten Mitgliedern und Schulen wurde in
Kärnten der Grundstein zum Aufbau der
Waldpädagogik als einer neuen Art von
Öffentlichkeitsarbeit für den Wald gelegt.
Die Aktivitäten auf diesem Gebiet sind
seither äußerst vielfältig und erfolgreich
und fanden Eingang in viele Projekte, so
das „Abenteuer Wald“ unter Einbindung
der Forstbetriebe Kärntens, die Ossiacher Waldjugendspiele oder die Ausbildungslehrgänge zum/zur zertifizierten
Waldpädagogen/Waldpädagogin, die seit
dem Jahr 2000 an der forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach angeboten werden.
Visionen – wozu – wofür
Die mitteleuropäische Forstwirtschaft
hat durch viele Jahrhunderte gezeigt,
dass Waldnutzung ohne Waldzerstörung, ohne Abbau der Substanz möglich
ist. Wälder ohne Forstwirtschaft bedeuten den Verzicht auf Holznutzung, auf
jenen Rohstoff, der als einer der ganz
wenigen nicht nur erneuerbar ist, sondern
in Österreich auch nach strengen Regeln
der Nachhaltigkeit erzeugt wird. Wälder
ohne betreuende und pflegende Forstwirtschaft aber können die vielfachen
Leistungen, die von der Gesellschaft
eingefordert werden, nicht nachhaltig
erbringen. Angesichts der Zunahme der
Waldfläche und steigender Holzvorräte
scheint die Ressource selbst nicht in
Gefahr. Allerdings stehen die Kosten für
die Rohstoffgewinnung und seiner Verarbeitung im internationalen Wettbewerb.
Welche Rolle spielt der Wald in Zukunft
bei der Sicherung der Lebensräume in
den Alpen, welchen Einfluss hat der Tourismus auf die Wertschöpfung aus dem
Wald, welche Ansprüche stellt die Bevölkerung künftig an die Erfüllung der infrastrukturellen Wirkungen des Waldes?
Es sind dies Fragen, die zur Diskussion
stehen und beantwortet werden wollen.
Die Sorge um den Wald und die mit ihm
verbundenen Menschen war und ist auch
heute noch das Leitbild des Forstvereins.
Im Laufe der Geschichte hat es viele interessante positive und negative Fragen und
Entwicklungen in der Kärntner Gebirgswaldbewirtschaftung gegeben. Durch
Wirtschaftskrisen und Kriege wurde die
positive Arbeit des Kärntner Forstvereins teilweise unterbrochen. Trotzdem
hat es immer wieder beherzte Menschen
gegeben, die sich eine nachhaltige Waldbewirtschaftung innerhalb ökologischer
und ökonomischer Grenzen zum Vorbild
ihrer täglichen Arbeit gemacht haben.
Dieses Ziel verfolgt auch der Kärntner
Forstverein und ist damit österreichweit
zum stärksten Landesforstverein aufgestiegen. Diese positive Entwicklung
konnte nur durch die Visionen und das
Engagement der jeweiligen Führung
des Vereins, das Interesse seiner Mitglieder und seine gute Zusammenarbeit
mit allen forstlichen Kräften in Kärnten
und darüber hinaus erreicht werden.
Die Weiterentwicklung des ländlichen
Raumes hängt besonders von der lokalen
Bevölkerung, ihren Bedürfnissen und
Fähigkeiten ab. Der beruflichen Aus- und
Weiterbildung, aber auch der Innovation
und Motivation kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Daher hat die Tätigkeit des Kärntner Forstvereins auch in
Zukunft einen hohen Stellenwert, um den
Menschen das Rüstzeug in die Hand zu
geben, auch den zukünftigen Aufgaben
gewachsen zu sein.
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PRODUKTINFORMATION
Wegweisende Holzwerkstoffe
mit Weltklasse
HASSLACHER NORICA TIMBER, der Spezialist mit extrem
breit gefächerter Produktpalette, hält nicht nur Schritt mit
der
rasanten
Entwicklung
zukunftsorientierter, architektonischer Anwendungen von
Holz. Er steht für wegweisendes
Know-how im konstruktiven
Holzbau.
Sie ist längst nicht mehr aufzuhalten
und hat das analoge Zeitalter schon
fast atemlos überholt. Faszinierend,
mit welcher digitalen Präzision heute
Holzbaugeschichte geschrieben wird.
HASSLACHER NORICA TIMBER,
seit 110 Jahren weltweiter Lieferant von
Holzwerkstoffen, hat diesen Trend nicht
nur erkannt, sondern bedeutend mitgetragen. Immerhin verfügt man über
das weltweit modernste BrettsperrholzWerk. Und dieses lässt unter anderem
zu, auch neue, alternative Holzarten
zu produzieren wie Birke, die mit ihrer
ansprechenden Oberfläche und schlanken Konstruktion aufgrund der hohen
mechanischen Eigenschaften begeistert.
Bauausführende Kunden werden bei
Bedarf direkt an der Baustelle mit optimierten Bausatzlösungen beliefert. Alles
ist möglich, das gilt für ein- bis mehrgeschossige Wohnbauten genauso wie für
Industrie- und Gewerbeimmobilien bis
hin zu Hotelanlagen.
Aus Wald wird Neu.
Christoph Kulterer, CEO Hasslacher
Holding GmbH legt Wert auf die kreative
Wandlungsfähigkeit im Unternehmen:
„Nicht nur Prozesse und Holzarten sind
im Umbruch. Der Baum selbst, der genialste Baustoff, um den sich alles dreht,
beweist ja eindrucksvoll, dass die einzige
Konstante die Veränderung ist. Wir
arbeiten ständig an der Entwicklung und
Produktion innovativer, hoch-technologischer Produkte, die Weltklasse sind und
nachhaltig begeistern, selbst Umweltschützer.“
Bretter, die die Welt bedeuten.
Kunden können sich auf absolute Liefertreue, attraktive Preise, bestes Service
und optimale Qualität verlassen, und das
weltweit. Vielsprachige Vertriebspartner
und Außendienstmitarbeiter gewährleisten die unmittelbare, persönliche Betreuung vor Ort. In der auftragsbezogenen
Fertigung ist man äußerst flexibel. Davon
überzeugen sich der professionelle Holzbauer genauso wie der qualifizierte Holzfachhandel, industrielle Verarbeiter, aber
auch Baumärkte. Die Palette an den produzierten Vollholzwerkstoffen ist sehr
breit und umfasst:
• gerades Brettschichtholz
• Brettschichtholz - Sonderbauteile
• Duo/Trio
• Brettsperrholz
• Brettstapelsystemdecken
• Konstruktionsvollholz
• Hobelware
• Schalungsplatten
• Schnittholz
• Paletten
• Pellets
• Spezialprodukte
Rohstoffmanagement
mit Gütesiegel.
Dass man bei HASSLACHER NORICA
TIMBER die unternehmerische Verantwortung besonders ernst nimmt, beweisen aber auch die absolute Verlässlichkeit
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HASSLACHER Holding GmbH
9751 Sachsenburg
Feistritz 1
Christoph Kulterer, CEO Hasslacher
Holding GmbH legt Wert auf die kreative
Wandlungsfähigkeit im Unternehmen.
und gelebte Handschlagqualität beim
Rundholzeinkauf. Belegt durch Schnelligkeit, unkomplizierte wie kompetente
Abnahme von Fichte, Tanne, Lärche und
Kiefer, ein regionales, umspannendes
Einkäufernetz und effiziente Logistik.
Jeder Baum, der gefällt wird, wächst
auch wieder nach: So sieht ein selbstverständlicher Zugang zu nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aus. Dokumentiert
durch die Zertifizierungen PEFC. Denn:
Die Verantwortung endet nicht beim
Fällen des Baumes, in Wahrheit beginnt
sie dort erst.
Geballte Energie,
die nachwächst.
Die Erzeugung von umweltfreundlichen Energieträgern nimmt bereits einen
wichtigen Anteil am gesamten HASSLACHER NORICA TIMBER Produktportfolio ein: Resthölzer werden Teil
der Kreislaufwirtschaft, indem sie in
100.000 t Pellets pro Jahr umgewandelt
werden. Der klimaneutrale Brennstoff
verbrennt CO2-neutral und wirkt so im
Gegensatz zu Heizöl und Erdgas dem
Treibhauseffekt entgegen. Ein eindeutiges wie nachhaltiges Statement des
„grünen Wirtschaftsmotors“.
www.hasslacher.at
KFV Info 75/September 2014
PRODUKTINFORMATION
Viel Bewährtes und manch
Neues bei HFS in Pischeldorf:
HFS
Vertriebs- und
Produktions GmbH
9064 Pischeldorf 85
Das Traditionshaus für Forstund Hebesysteme stellt wieder
auf der Holzmesse Klagenfurt
aus.
Zusammen mit Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach des BFW bieten wir Ihnen
unsere hochqualitativen und preisgünstigen Forstprodukte an. Verkauf direkt auf
der Messe!
Messestand: FG-West W 30
Seit 24 Jahren ist HFS GmbH der Kärntner Spezialist für alle Produkte rund um
das Heben.
Neues haben wir auch zu bieten: einen
neuen Katalog, eine neue Homepage,
insgesamt 8 neue Mitarbeiter und neue
Produkte.
Höchste Qualität zu sehr guten
Preisen gilt auch für unsere
neuen Forstprodukte:
• Seilrolle
mit
Verkürzungslasche,
drehbar
• Seilrolle UR-B mit beweglichen Seitenblechen aus Aluminium
• Seilendstück SE mit Verkürzungslasche gerade drehbar
• Gleitbügel mit Verkürzungslasche
drehbar für Kunststoffseile
Nur mit dem richtigen Equipment
bleiben Sie und der Forst gut aufeinander
zu sprechen. Am besten Sie vertrauen auf
die qualitativ hochwertigen Produkte von
FORST Austria und S.F.S. Austria.
KFV Info 75/September 2014
Die beiden Geschäftsführer B. Pohlhammer und G. Repitsch.
• H.F.S. Forstketten werden nach den
letztgültigen EU-Normen und EUStandards hergestellt.
• Alle H.F.S. Ketten, gestempelt mit
HFS8 oder HFS10, werden bei namhaften Kettenherstellern in Europa produziert. Wir bestätigen Ihnen gerne den
europäischen Ursprung.
• H.F.S. Forstzubehör wird nach eigenen
Zeichnungen und mit eigenen Werkzeugen in Auftragsfertigungen erzeugt
und nur entsprechend unserer sehr
hohen Qualitätsanforderungen auf den
österreichischen Markt gebracht.
• S.F.S. Forst-Umlenkrollen werden auf
die doppelte Zugkraft geprüft – für eine
volle Funktionsfähigkeit nach Probebelastung.
• Alle Produkte garantieren höchste
Innovation, Qualität und Funktionalität
– abgestimmt auf die Anforderungen
nationaler und internationaler Forstwirtschaft und Holzbringung.
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PRODUKTINFORMATION
Stadt Villach bekämpft
Unkraut umweltfreundlich
Stadt Villach
Dem Unkraut geht es heuer mit
neuer Technik an den Kragen.
Zum Einsatz kommt dabei eine
Nassdampf- und HeißwasserHochdruckanlage, alternativ zu
herkömmlichen, chemischen Unkrautbekämpfungsmitteln.
Andere Länder Europas wenden diese
Methode bereits äußerst erfolgreich an,
und die Stadt Villach übernimmt damit
eine Vorreiterrolle im gesamten AlpenAdria-Raum. Das Gerät ist aber auch für
die Reinigung diverser Flächen vorgesehen.
Vorteile liegen auf der Hand
„Diese neue, alternative Methode zeichnet sich durch erhebliche Vorteile aus“,
freut sich Stadtrat Harald Sobe. „Wir
können damit Unkraut umweltfreundlich
bekämpfen. Das neue Gerät eignet sich
hervorragend für große Flächen. Diesen
Aspekt haben wir bei der Anschaffung
einbezogen. Außerdem können wir nun
wesentlich
witterungsunabhängiger
arbeiten als mit anderen Mitteln wie
etwa Round Up. Die Wirkungsweise ist
mit Heißwassertechnik vergleichbar, nur
wird in diesem Fall Wasserdampf in Form
von Hochdruck aufgebracht. Dadurch
können wir den Wasserverbrauch erheblich reduzieren.“
Stadtrat Harald Sobe mit Dominik Truppe und Sandro Tscheligi vom Wirtschaftshof
der Stadt Villach, die mit der neuen Nassdampf- und Heißwasser-Hochdruckanlage im
Einsatz sind.
mittels Lanze möglich, womit diese neue
Technologie in der Reinigung ebenso
einsetzbar ist. Vor allem nach Großevents
wie Kirchtag oder Fasching können die
Mitarbeiter des Wirtschaftshofes großund kleinflächige Bereiche von Schmutz
befreien. Sogar Kaugummis werden entfernt und in einem Behälter aufgefangen.
Anlage sehr flexibel
Die mobile Anlage ist mit der Pritsche
des Trägerfahrzeuges verschraubt und
lässt sich leicht auf- und abbauen. Durch
diese Flexibilität ist der Ankauf eines
speziellen Fahrzeuges nicht notwendig,
da der bestehende Fuhrpark des Wirtschaftshofes zum Einsatz kommt.
Nach dem Abbau der Anlage im Herbst
steht das Fahrzeug außerdem sofort für
den Winterdienst zur Verfügung. Für
diese neue Nassdampf- und HeißwasserHochdruckanlage hat die Stadt Villach
rund 200.000 Euro investiert.
Ausgezeichnete Wirkungsweise
Das Gerät funktioniert wie ein Durchlauferhitzer. Zwei Brenner mit je 80 Kilowatt
heizen das mitgeführte Wasser auf 150
Grad auf und sprühen es mit einem Druck
von 10 bar auf die Oberfläche. Der Wassertank umfasst 1800 Liter und ermöglicht ein großes Einsatzgebiet, ohne rasch
nachtanken zu müssen. Die Arbeitsgeschwindigkeit liegt zwischen zwei und
fünf Kilometer pro Stunde. Der Erfolg
überzeugt: Nach nur wenigen Minuten
sind bereits braune und verwelkte Pflanzen zu sehen. Die Umlauffunktion der
Anlage macht ein Ablassen des Druckes
übrigens nicht notwendig, sondern
führt das Heißwasser beziehungsweise
den Dampf zurück in den Wassertank.
Durch verschiedene Aufsätze ist auch
eine handgeführte Unkrautbekämpfung
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Die neue Nassdampf- und Heißwasser-Hochdruckanlage zerstört die Eiweißstruktur
der Pflanze und damit auch die Wurzel.
KFV Info 75/September 2014
PRODUKTINFORMATION
Holz Klade und Royer gehen
in eine gemeinsame Zukunft
Ing. Karl Eisner
Holz Klade GmbH
Wolfsberg
Die Wolfsberger Holz Klade
GmbH übernahm mit Anfang
Juli den gesamten operativen
Holzerntebereich der Royer
Georg GmbH aus Schladming.
Damit wird die neue Firmengruppe Klade/Royer die österreichweite Marktführerschaft
in der Holzernte übernehmen
und das Dienstleistungsangebot
rund um das Thema „WaldHolz-Forstwirtschaft“
weiter
ausbauen und professionalisieren.
Beide Unternehmen sind traditionelle
Familienunternehmen mit 50-jähriger
Erfahrung in der Forstwirtschaft. Beide
Unternehmen zählen mit 310 bzw. 140
MitarbeiterInnen zu den Big Playern in
Österreich. Jetzt segeln die Holz Klade
GmbH und die neu gegründete Holzernte
Royer GmbH gemeinsam in die Zukunft
mit dem strategischen Ziel, in Mitteleuropa der Ansprechpartner Nummer 1 als
forstlicher Dienstleister zu werden.
„Die Übernahme des Holzerntebereichs
der Firma Royer ermöglicht uns eine
noch größere Professionalisierung. Wir
können damit noch kundenorientierter
auftreten“, erklärt Reinhard Klade seine
Beweggründe. „Ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen mit einem exzellenten
Ruf erwerben zu können, ist eine Jahrhundertchance für uns, die Kunden und
den gesamten Markt.“
Dass es nach vernünftigen Verhandlungen
zu einem sehr guten Ergebnis gekommen
war, ist nicht zuletzt den guten persönlichen Kontakten von Reinhard Klade und
Georg Royer zu verdanken. „Ich habe
niemanden in meiner Familie, der den
Betrieb übernehmen wird. Deshalb habe
ich eine Lösung für das Unternehmen
gesucht, die seinen Fortbestand und seine
gesunde Zukunft ermöglicht. Und diese
Lösung habe ich mit der Firma Klade
gefunden“, erklärt Georg Royer. „Meine
Royer Georg GmbH bleibt als eigene
Gesellschaft bestehen, an der neuen
Gesellschaft bin ich noch beteiligt.“
KFV Info 75/September 2014
Prokurist Ing. Karl Eisner, Reinhard Klade und Georg Royer nutzen die Synergien
zweier Unternehmen für ein noch professionelleres Angebot.
Die Geschäftsführung der Holzernte
Royer GmbH übernimmt der Forstprofi
und Klade-Prokurist Ing. Karl Eisner.
Alle anderen Schlüsselpositionen bleiben
unverändert.
Einen ersten Schritt in der gemeinsamen
Arbeit sieht Eisner in der Nutzung von
Synergien: „In der ersten Phase geht es
um die Bereiche Service- und Reparaturleistungen für die Maschinen sowie um
einen gemeinsamen Einkauf. Auch die
gesamte Logistik wird profitieren. Für
unsere Kunden werden wir insgesamt
noch flexibler.“
Ziel beider Unternehmen ist es, dem
Markt ein umfassendes Angebot an
Dienstleistungen bieten zu können. Die
nunmehrige Größenstruktur erlaubt insbesondere ein äußerst flexibles Zeit- und
Mengenmanagement. Die Holzernte
Royer GmbH wird nach wie vor ihre
bestehenden KundInnen bedienen. Sie
wird die Holzernte mittels Seilgeräten
aber auch aktiv in Österreich, Deutschland und Italien vermarkten.
Der Schwerpunkt der Holz Klade GmbH
liegt weiterhin bei der Holzernte mittels
Harvester und Seilkran in Österreich,
Slowenien und der Slowakei. Darüber
hinaus ist Klade ja bekanntlich in allen
Bereichen der forstlichen Dienstleistung
aktiv. Das Produktportfolio ist auf die
Forstwirtschaft und Holzindustrie fokussiert und deckt sämtliche Bereiche ab
– vom Pflanzen setzen über die Kulturpflege bis zur Holzernte, von Aufschließungsthemen bis zu den Leistungen
eines Ingenieurbüros. Eine eigene Division widmet sich weiters sehr erfolgreich
allen kommunalen Dienstleistungen für
Gewerbe und Industrie in Österreich. Für
diesen Bereich ist ab sofort Patrick Klade
zuständig.
Kündigungen wird es durch die Übernahme keine geben, viel eher wird an
einen weiteren Ausbau der Mitarbeiterzahlen gedacht. Während die Aufträge
jeweils vor Ort beim Kunden abgewickelt
werden, macht es durchaus Sinn, Bereiche wie die Verwaltung, den Einkauf und
die Lagerhaltung vom zentralen Standort
Wolfsberg aus zu organisieren. Dementsprechend wird der Firmensitz der operativ eigenständigen Holzernte Royer
GmbH nach Wolfsberg verlegt.
„Mit 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem der modernsten und
größten Maschinenparks in Österreich
haben wir eine Position erreicht, die
uns eine weitere Professionalisierung
und Qualitätsoffensive erlaubt – und das
weit über die österreichischen Grenzen
hinaus“, so Reinhard Klade abschließend.
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PRODUKTINFORMATION
Pfanner: Schutzbekleidung
mit System
Der Protos® Integral ist der
1. Kopfschutz, der nicht für die
Normen, sondern für die Sicherheit des Kopfes bzw. des Trägers
konzipiert ist, denn die Normen
sind uns zu wenig! So ist der
Protos® Integral 8 mal sicherer
als die EN397 vorgibt und bietet 8 mal mehr Komfort. Somit
ist er der sicherste Schutz für
Kopf und Hals in den Klassen,
in denen er eingesetzt werden
kann.
Was den Protos® einzigartig macht, ist
das modulare Integralkonzept und die
innovativen Befestigungs- und Montagelösungen. Das Zubehör lässt sich
hierdurch für jeden Einsatz rasch adaptieren und durch die Integration in die
Helmschale ist es unmöglich, an Ästen
oder Gestrüpp und anderen Hindernissen hängen zu bleiben, und das bei einer
maximalen Rundumsicht. Die integrierten Visiere sind so konstruiert, dass
sie das Sichtfeld nicht beeinträchtigen
und somit eine maximale Rundumsicht
gewährleisten.
Kinngurt, Visier, Nackenschutz, Gehörschutz, Schutzbrille – alles ist integriert und gleichzeitig modular und mit
2-Fingern bedien- und verstellbar.
auch den optimalen Sonnenschutz bietet.
Des Weiteren ist der Protos® unschlagbar als Regenschutz mit Belüftung. Die
Hauptauflage mit Klima-Air Technologie
sorgt für einen hervorragenden Schweißabtransport und kann gewaschen und bei
Bedarf ausgetauscht werden.
Pfanner
Marktstraße 40
6845 Hohenems
sondern schont die Umwelt durch kurze
Transportwege. Das komplette Protos®
Integral System ist komplett recyclebar und fällt auch nach dem Einsatz der
Umwelt nicht zur Last.
Die 5-fache Schlagabsorbierung bei extremem Risiko bietet die Technologie des
Crash-Absorbers. Durch die Wabenstruktur ist der Crash-Absorber extrem leicht,
da er aus 95% Luft und nur 5% Koroyd
besteht und garantiert so auch die Belüftung des Kopfes im Protos®. Es wird
somit keine Reflektion der Körperwärme
zugelassen, wie es bei Styropor der Fall
ist.
Die Endfertigung findet direkt in der Firmenzentrale in Koblach statt. Know-how
und die Profis der Fertigung kommen aus
der Region und garantieren so die hohen
Qualitätsansprüche, die an den Protos®
Integral gestellt werden. Durch diese
Experten in der unmittelbaren Umgebung war es auch möglich, jedes Bauteil
zu perfektionieren. Der Protos® Integral
ist kein gewöhnlicher Kopfschutz – er ist
der einzige seiner Art ohne Einschränkung des Tragekomforts!
Der Protos® mit seinem modularen
System wird in Österreich, der Schweiz
und Deutschland entwickelt und produziert und schützt so nicht nur den Kopf,
Mit dem Protos® Integral wurden neue
Standards geschaffen, welche weit über
die Normen hinaus den Kopf und somit
das Leben schützen.
Sicherheit für den Kopf und Hals ist beim
Protos® das oberste Gebot. Durch die
zweifarbige Kombination bietet er eine
um 35% erhöhte Sichtbarkeit bei schwierigen Sichtverhältnissen. Die Nackenschale schützt den Hinterkopf bei Stürzen
und Schlägen und bannt somit die Gefahr
eines Schädelbasisbruchs. Zusätzlich
verfügt der Protos® integral über einen
Rundumschutz und schützt so vor horizontalen Schlägen.
Aufgrund der ausgeklügelten Innenschale mit der 3-Punkt Aufhängung sitzt
der Protos® perfekt am Kopf. Im Fall
einer Krafteinwirkung wird die Energie
großflächig verteilt und absorbiert.
Schutz für die Augen vor umherfliegenden
Kleinteilen bieten die optionale Integral
Schutzbrille mit UV-Schutzfilter, welche
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EINFACH. SICHER. LEBEN.
PFANNER - SCHUTZBEKLEIDUNG MIT SYSTEM
KFV Info 75/September 2014
F O R S T V E R E I N
Werden auch Sie Mitglied
beim Kärntner Forstverein!
Zu diesem Erfolg haben
Thomas KUMMER
(7 neue Mitglieder)
Eva BERNSTEINER
(6 neue Mitglieder) und
DI Johann ZÖSCHER
(4 neue Mitglieder)
Eine aktivere Waldbewirtschaftung und
Holzmobilisierung wird uns bei steigendem Holzbedarf auch in Zukunft fordern.
Deshalb startet der Kärntner Forstverein
eine Mitgliederwerbeaktion mit dem Ziel
einer verstärkten forstlichen Informations- und Bildungsoffensive und ladet
alle am Wald und Holz interessierten Personen zur Mitgliedschaft beim Kärntner
Forstverein ein. Der Kärntner Forstverein
wurde 1871 gegründet und ist eine Vereinigung von derzeit rund 1.500 an der
Wald- und Holzwirtschaft interessierten
Personen.
wie Gespräche, Kurse, Tagungen, Exkursionen und Studienreisen bietet der
Kärntner Forstverein seinen Mitgliedern
und Freunden stets ein interessantes
Aus- und Weiterbildungsprogramm an.
Auch die forstliche Öffentlichkeitsarbeit
sowie die Beratung und Stellungnahme
zu vorliegenden Gesetzesentwürfen
gehört zu den Aufgaben des Forstvereines. Dabei geht es grundsätzlich um die
Begründung und Erhaltung gesunder
und stabiler Wälder für die Zukunft. Der
Wald und seine Bewirtschaftung soll in
allen Belangen unterstützt und gefördert
werden.
Die Kärntner Forstvereinszeitung
erscheint mehrmals jährlich. Sie erreicht
alle Mitglieder, aber auch Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Politik. Weiters erhalten die Mitglieder des Kärntner
Forstvereines aktuelle und interessante
Informationen für die Praxis der Waldbewirtschaftung und der Holzverarbeitung.
Seminare und Tagungen
Die vom Kärntner Forstverein veranstalteten Seminare und Tagungen befassen
sich mit Entwicklungen und neuesten
wesentlich beigetragen.
Mitgliedsbeiträge 2014
KFV-Konto-Nr.: 100220393,
BLZ 17000
Erkenntnissen aus Wirtschaft, Forschung
und Wissenschaft sowie deren Umsetzung in die forstliche Praxis.
Vor allem sind Forstbetriebe, Waldbesitzer, Bauern und Forstleute, Forstfacharbeiter, Forstunternehmer, Säge­werker,
Zimmerer, Tischler, Jäger sowie Schützer
und Freunde des Waldes die Träger des
Forstvereines.
Deshalb laden wir auch Sie zur aktiven
Mitgliedschaft und Mitarbeit im Kärntner Forstverein herzlich ein.
Geschäftsführer
DI Johann Zöscher
Vereinsbüro 9020 Klagenfurt
Mageregger Straße 175
Tel.+Fax. 0463/55596 oder
Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach,
9570 Ossiach
Tel. (04243) 2245-0
Fax (04243) 2245-55
e-mail: [email protected],
www.fastossiach.at
Bei Fragen rufen Sie einfach
an, wir beraten Sie gerne!
Wir freuen uns über Ihre Mitgliedschaft und werden uns
bemühen, Ihre Erwartungen zu erfüllen!
KFV Info 75/September 2014
Mit Stichtag 31.12.2013 hat
der Kärntner Forstverein
1.538 Mitglieder
Mit 32 Neubeitritten können wir
auf ein erfolgreiches Vereinsjahr
2013 zurückblicken.
Geschätzte Waldbesitzer, Forstleute, Forstunternehmer, Sägewerker, Zimmerer, Tischler und
Freunde von Wald und Holz!
Durch zahlreiche Initiativen,
Mitgliederstand
• Waldbesitzer, Bauern
EURO
bis 100 ha Wald
20,- 101 - 300 ha Wald
40,- 301 – 1000 ha Wald
80,- 1001 ha und darüber
200,-• Körperschaften, Sägewerker
und Holzverarbeiter
75,-• Forstmaschinenbau und -handel,
Forstunternehmer
75,-• Höherer Forstdienst
22,-• Förster
15,-• Forstwarte, Forstarbeiter, Jäger
12,-• Forstpensionisten
12,-• Schützer und Freunde des Waldes 12,--
Kärntner Forstverein
Information
Auflage: 2.500 Exemplare
Medieninhaber und Verleger:
Kärntner Forstverein
Anschrift des Medieninhabers,
der Redaktion und des Herausgebers:
Mageregger Straße 175, 9020 Klagenfurt
Präsident des Kärntner Forstvereines:
Johannes THURN-VALSASSINA
Geschäftsführer des Kärntner Forstvereines:
Dipl.-Ing. Johann ZÖSCHER
Redaktionelle Bearbeitung:
Dipl.-Ing. Walter WUGGENIG,
Landesforstdirektion Kärnten
Die Information erscheint 2-3 mal jährlich und
informiert die Mitglieder des Vereines und
an der Forstwirtschaft Interessierte über das
forstliche Geschehen in Kärnten und über die
Aktivitäten des Forstvereines.
Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier
Layout: Creative – Die Werbeagentur
9400 Wolfsberg
Druck: Druckerei Theiss, St. Stefan
Gedruckt auf PEFC-zertifiziertem Papier:
Certificat SGS-PEFC/COC-0490
Verlagspostamt: 9400 Wolfsberg
PEFC / 01-4-12
Seite 55
Aus
Wald
wird
Neu.
hasslacher.at
Forstunternehmen
Waldpflege, Holzhandel
Überlassung von Arbeitskräften
robert hunka
A-9162 Strau
Kappel/Drau 20
Büro: 04227/5262
Fax: 04227/52623
Mobil: 0664/1801100
Mobil: 0664/3506207
Brettsperrholz
NORITEC X-LAM.
e-mail: [email protected]
KÄRNTNER FORSTVEREIN
Nr. 75 - September 2014
INFORMAT I O N