GesanG der liebe - Württembergisches Kammerorchester Heilbronn

Gesang
der liebe
7. heilbronner konzert
mi 25. märz 2015
19.30 uhr
theodor-heuss-saal
harmonie heilbronn
Text „Adam‘s Lament“ (Originalsprache russisch)
Adams Klage
Adam, der Vater der Menschheit, kannte im Paradies die Seligkeit
der Liebe Gottes, und deshalb litt er bitter, als ihn die Sünde aus dem
Paradies vertrieb und er die Liebe und den Frieden Gottes verloren
hatte. Die ganze Wüste war erfüllt von seinen Klagen, und seine
Seele quälte der Gedanke: „Meinen geliebten Herrn habe ich
gekränkt.“ Nicht so sehr nach dem Paradies und seiner Schönheit
verlangte ihn, er trauerte um den Verlust der Liebe Gottes, die die
Seele unablässig zu Gott hinzieht. So wie Adam empfindet jede Seele,
die Gott im Heiligen Geist erkannt aber die Gnade wieder verloren
hat. Krank und traurig ist die Seele, wenn sie den geliebten Herrn
betrübt hat. Adam weinte bitterlich. Die Erde erfreute ihn nicht mehr
und sein Ruf klang durch die Wüste: „Meine Seele sehnt sich nach
dem Herrn und unter Tränen suche ich ihn. Wie sollt‘ ich den Herrn
nicht suchen? Fröhlich war meine Seele bei ihm und in Frieden und
der Feind hatte keinen Teil an mir. Jetzt aber gewann der Geist der
Bosheit Macht über mich, schwankend ward meine Seele, bedrängt
von ihm. Darum sehnt sie sich nach dem Herrn, bis zum Tode sehnt
sie sich. Zu Gott drängt mein Geist, nichts auf Erden erfreut mich
mehr, und nichts kann meine Seele trösten. Schauen will ich den
Herrn und an ihm mich sättigen. Ich kann ihn nicht vergessen und
rufe in der Fülle des Leids: Gott mein Gott, erbarme dich meiner,
erbarme dich deines gefallenen Geschöpfs!“ So klagte Adam. Die Tränen rannen über sein Gesicht, sie netzten die Erde zu seinen Füßen;
die ganze Wüste hörte sein Stöhnen, die Vögel verstummten vor Leid.
Aller Friede wich von der Erde und seiner Sünde wegen war die Liebe
verloren. Unfasslich aber war sein Schmerz, als er Abel erschlagen sah
durch seinen Bruder Kain. Seine Seele litt und weinend rief er: „Aus
mir werden Völker hervorgehen und sich vermehren, aber sie werden
in Feindschaft leben und einander töten.“ Tief wie das Meer war sein
Schmerz und nur der kann ihn verstehen, dessen Seele den Herrn
erkannt hat und weiß, wie er uns liebt. Auch ich habe die Gnade
verloren, und mit Adam rufe ich: „Sei barmherzig mit mir, Herr.
Gib mir den Geist der Demut und der Liebe.“
Heiliger Siluan
© Copyright 2010 by Universal Edition A.G., Wien/UE 34740
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7. heilbronner konzert
Gesang DEr liebe
Estnischer Philharmonischer Kammerchor
Hanna-Elisabeth Müller // Sopran
Sibylla Maria Müller // Mezzosopran
Daniel Kluge // Tenor
Andreas Hörl // Bass
Gottfried von der Goltz // Leitung
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
Erkki-Sven Tüür (* 1959)
Flamma for strings (2011) Arvo Pärt (* 1935)
Adam’s Lament
für Chor und Streichorchester (2009)
ca. 15 Min.
ca. 25 Min.
PAUSE
Joseph Haydn (1732-1809)
Missa in angustiis Hob. XXII:11 d-Moll
„Nelson Messe“ (1798) Kyrie
Gloria
Qui tollis
Quoniam
Credo
Et incarnatus
Et resurrexit
Sanctus
Benedictus
Agnus Dei
Dona nobis pacem
ca. 45 Min.
Spiritualität und Klang
Gibt es einen Sinn, ein Wesen, eine Wirklichkeit jenseits der
materiellen, erklärbaren Welt? Und kann uns vielleicht Musik,
die flüchtigste, die am wenigsten stofflich gebundene Kunst, einen Zugang zu diesem Geistigen oder Geistlichen eröffnen?
Die Frage beschäftigt Komponisten wie auch Theologen bereits seit Jahrhunderten, ja sie stand vielleicht sogar vor vielen
Jahrtausenden am Beginn dessen, was wir Musik nennen. Um
die Beziehung zwischen Spiritualität und Klang geht es auch
in den drei Werken des heutigen Programms; sie setzen sich
mit dem Thema in ganz unterschiedlicher Weise auseinander.
Zerstörerische und reinigende Kraft – Erkki-Sven Tüürs „Flamma“
Den estnischen Komponisten Erkki-Sven Tüür fasziniert Australien
seit längerer Zeit. Als Auftragswerk für das Australian Chamber
Orchestra schrieb er 2011, inspiriert vom „roten Kontinent“, ein
neues Streicherstück. Der Titel „Flamma“ (lateinisch für „Flamme“) verweist auf das Feuer, das in der australischen Natur, aber
auch im Alltag der Menschen eine wichtige Rolle spielt. „Feuer ist eine zerstörerische und zugleich reinigende Kraft“, so der
Komponist. „Die indigenen Australier haben das sehr gut verstanden und die Idee in ihren Traditionen vielfach aufgegriffen.“
Die Struktur des Werks hat Tüür in einem Kommentar so
zusammengefasst:
„‚Flamma’ beginnt mit einer knappen und äußerst intensiven Einleitung. Kontrabass und Celli spielen rasende aufsteigende Passagen, die in sich verändernden Reihen immer höher ausgreifen. Darüber bilden Geigen und Bratschen Klangwolken, die sich ständig
umschichten und aus bis zu 15-tönigen Akkorden bestehen. Zu
ihrem Höhepunkt wird die Einleitung von den Bratschen geführt,
mit einer melodischen Linie, die aus dem Kontakt der Klangwolken mit den aufsteigenden Passagen entsteht. Die Besonderheit
dieses Höhepunkts besteht darin, dass die tiefen Instrumente
in ihrem höchsten und die hohen Instrumente in ihrem tiefsten
Register spielen. Die Komposition entwickelt sich dann aus dem
Wechsel von Soli mit instrumentalen Gruppen. Ensembles bilden
sich innerhalb des Orchesters und stellen sich dem vollen Klang
des Orchesters entgegen. Das thematische Material wird langsam
entwickelt – abwechselnd von den ersten und zweiten Geigen in
immer neu abgewandelten Wiederholungen. Das gleiche Material wird dann in seinem ‚gefrorenen Zustand’ vorgestellt, wie ein
Choral mit homophoner Textur vom ganzen Orchester gespielt.
Zuerst gliedert es die Komposition in Fragmente und erst später
erscheint es in seiner vollständigen Gestalt. Wir kommen nun zum
zusammenfassenden Schlussabschnitt des Stücks, der den Beginn
zu spiegeln scheint: Die ersten Violinen spielen aufsteigende Passagen, grundiert durch statische, vieltönige Akkorde von unten.“
Jahrtausende des Leids und der Klage –
„Adam’s Lament“ von Arvo Pärt
Auch Hörer, die nichts über Arvo Pärt wissen, beschreiben seine Musik mit den immer gleichen Worten: Sie ist still, schlicht, strahlt eine
geradezu überirdische Harmonie und leuchtende Schönheit aus. Sie
wirkt archaisch und kann doch nur heute geschrieben worden sein.
Auch dass der Komponist in seinem Selbstverständnis weit von romantischer Genieästhetik entfernt ist und keinen Wert auf den Ausdruck individueller Gefühle legt, wird beim ersten Hören klar. Pärt
sieht sich selbst nicht als Schöpfer, sondern als Diener einer höheren Instanz. Er spricht von „Gehorsam“, „Entsagung vom eigenen
Willen“ und nimmt sich während des Kompositionsprozesses ganz
zurück, um der „Wahrheit des Herrn“ möglichst nahe zu kommen.
1935 im estnischen Paide geboren, arbeitete Pärt von 1958 bis
1967 beim Estnischen Rundfunk als Tonregisseur. Dabei hatte er auch Zugang zu westlicher avantgardistischer Musik, die in
der Sowjetunion verpönt oder verboten war. Zeitweise schrieb er
in einem neoklassizistischen Stil, dann auch Zwölftonmusik und
serielle Kompositionen. Diesen Weg empfand er jedoch bald als
Sackgasse, aus der er sich durch Collagen, durch das Zitieren anderer Komponisten zu befreien suchte. Den Endpunkt der frühen
Entwicklung erreichte er 1968: „Es hat keinen Sinn mehr, Musik
zu schreiben, wenn man fast nur noch zitiert. Und dann habe ich
Schluss gemacht. Das hat ziemlich lange gedauert: einige Jahre! Ich
habe einfach nichts mehr zu sagen gehabt.“ Während seines selbstverordneten Schweigens studierte Pärt die Gregorianische Musik,
die der russich-orthodoxen Kirche und die Werke der franko-flämischen Vokalpolyphonie. Über die danach, ab 1976, entstandenen
Kompositionen sagte er: „Vieles und Vielseitiges verwirrt mich nur,
und ich muss nach dem Einen suchen. [...] Ich arbeite mit wenig
Material, mit einer Stimme, mit zwei Stimmen. Ich baue aus primitivstem Stoff, aus einem Dreiklang, einer bestimmten Tonalität.“
Manche Werke der jüngeren Zeit, unter ihnen „Adam’s
Lament“ aus dem Jahr 2009, hat Pärt wieder ein wenig komplexer angelegt. Doch obwohl aufgrund des Inhalts der vertonten
Texte auch Dissonanzen Eingang in die Musik finden, bleibt
diese nach wie vor durch eine geradezu altertümliche Harmonik, durch einfache Dur- und vor allem Molldreiklänge geprägt.
Wie bereits die 1991 entstandene Streichorchester-Komposition
„Siluan’s Song“ wurde auch „Adam’s Lament“ durch den russischen Mönch und Mystiker Siluan von Athos (1866-1938) inspiriert – in diesem Fall durch ein von ihm verfasstes Klagelied
Adams über den Verlust des Paradieses. „Während ich das Stück
komponierte“, erklärte Pärt, „wollte ich so nahe wie möglich bei
Siluans Worten bleiben und, so weit ich es vermochte, mich
ihnen überlassen, sie vollkommen verinnerlichen.“ Daher bestimmt
die Struktur des Textes bis hin zu Details wie Interpunktion, Sil
benzahl und Wortbetonung, alle Aspekte der Musik. Über die
Bedeutung Adams für Siluan und sich selbst erklärte der Kompo
nist: „Der Name Adam ist ein Sammelbegriff, der sowohl die gesamte Menschheit als auch jedes Individuum meint, unabhängig
von Zeit, Epoche, sozialer Schicht und Konfession. Man könnte
sagen, wir alle, die wir sein Erbe in uns tragen, sind dieser Adam,
der schon seit Jahrtausenden auf der Erde leidet und klagt. Unser Urvater Adam selbst hat die menschliche Tragödie vorausgesehen und als seine persönliche Schuld erlebt. Er hat alle Kataklysmen der Menschheit durchlitten bis zur tiefsten Verzweiflung.“
Kampf zwischen Licht und Finsternis –
Joseph Haydns „Nelson-Messe“
„Insgesamt war seine Frömmigkeit nicht von düsterer und ewig
zerknirschter Natur, sondern eher heiter, getröstet, vertrauend
– und diesem Charakter entspricht auch seine geistliche Musik.“ So verteidigte Joseph Haydns Freund und Biograph Georg
August Griesinger den Komponisten gegen seine Kritiker. Denn
viele Zeitgenossen hielten Haydns Kirchenwerke für zu theatralisch, zu elegant, zu fröhlich. Tatsächlich enthält auch die sogenannte „Nelson-Messe“ zahlreiche Passagen, die von Haydns
heiterer Frömmigkeit zeugen, daneben aber auch ungewohnt
düstere Abschnitte. Das unvermittelte Nebeneinander dieser Gegensätze macht den besonderen Charakter des Werks aus.
Haydns sechs späte Messen entstanden alle in den Jahren 1796 bis 1802. Zuvor hatte Fürst Nikolaus II. Esterhazy die
von seinem Vorgänger aufgelöste Kapelle in Eisenstadt wieder
eingerichtet und Haydn, der durch seine beiden Englandreisen endgültig zum berühmtesten Komponisten Europas geworden war, neu eingestellt. Seine einzige formelle Pflicht bestand
darin, jedes Jahr eine Messe zu liefern. Lange Zeit galt als sicher, dass die Werke zum Namenstag der Fürstin Maria Josepha
Hermenegild Esterházy, dem 8. September, bestellt wurden. Nach
neueren Forschungen könnte aber auch das Fest „Mariä Namen“
am 12. September der Anlass gewesen sein. Es war vom Vatikan
1683 als Dank für den Sieg über die Türken eingeführt worden und
gewann im Zuge der Revolutionskriege erneut an Bedeutung. Gerade die „Missa in tempore belli“ (Messe in Zeiten des Krieges) und
die „Nelson-Messe“ lassen sich besser mit einem politischen Fest in
Verbindung bringen als mit einer Huldigungsfeier für die Fürstin.
Wie die dritte von Haydns späten Messen zu ihrem Beinamen kam,
ist heute nicht mehr mit Sicherheit zu sagen. Er bezieht sich jedenfalls auf den englischen Admiral Horatio Nelson, der am 1. August
1798 in der Seeschlacht beim ägyptischen Abukir Napoleons Flotte
vernichtet hatte. Im Jahr 1800 berichtete das „Journal des Luxus
und der Moden“, Haydn habe, als er das Benedictus seiner Messe
schrieb, „von seinem Fürsten Esterházy die Nachricht [erhalten],
es sei ein Kurier angekommen mit der Nachricht, Nelson habe die
Franzosen geschlagen. Von jetzt an habe er das Bild eines blasenden
Kuriers durchaus nicht aus seiner Phantasie verdrängen können,
und da die Idee seines Benedictus mit jener so verwandt gewesen, so
habe er die obligate Trompete dazu gesetzt.“ An dieser Darstellung
gibt es allerdings Zweifel: Haydn schrieb die Messe zwischen dem
10. Juli und dem 31. August, und die Nachricht vom britischen
Sieg erreichte Wien erwiesenermaßen erst danach. Möglicherweise
geht der Beiname „Nelson-Messe“ eher auf einen Besuch zurück,
den der Kriegsheld dem Fürsten Esterházy im September 1800
abstattete. Nelson und Haydn lernten sich wohl persönlich kennen,
und neben anderen Werken kam die zwei Jahre zuvor entstandene
Messe zur Aufführung.
In einem Werkkatalog notierte Haydn später noch einen weiteren Titel: „Missa in angustiis“ (Messe in Zeiten der Bedrängnis).
Ob er sich auf die politische und die damit einhergehende ökonomische Instabilität bezieht oder auf Haydns Erschöpfung und
Krankheit im Sommer 1798, ist ungewiss. In jedem Fall zeugt die
Besetzung der Messe von Sparzwängen: Fürst Nikolaus hatte gerade
seine „Feldharmonie“ (ein Bläseroktett) entlassen, und so konnte
Haydn neben dem Chor und einem Solistenquartett nur Streichinstrumente, drei eigens angemietete Trompeten, Pauken und die
von ihm selbst gespielte Orgel einsetzen. Zeitgenössische Verleger ersetzten allerdings die obligate Orgelstimme schon bald und
vermutlich auf Anregung des Komponisten durch Bläserpartien.
Zweifellos beeinflusste der schroffe Klang der Originalbesetzung,
in der keine Holzbläser zwischen dem scharfen Ton der Trompeten
und dem weichen der Streicher vermitteln, viele kompositorische
Entscheidungen Haydns.
Die „Nelson-Messe“ beginnt als einziges Werk der Sechserreihe in
einer Molltonart (d-Moll), und das Kyrie vermittelt nicht zuletzt
dank der aggressiven Signalmotive der Trompeten eine Atmosphäre des Schreckens, der Bedrängnis. Zur düsteren Dramatik des
Eröffnungssatzes bildet das über weite Strecken heitere, freudige Gloria den denkbar härtesten Kontrast. Dieser Kontrast prägt
auch den weiteren Verlauf der Komposition und macht sich selbst
innerhalb der einzelnen Sätze bemerkbar. So erinnert merkwürdigerweise im Gloria der Abschnitt „Laudamus te“ an die Schreckensklänge des Kyrie. Und gegen Ende des eher sanft-verhaltenen
Benedictus wiederholen die unisono geführten Trompeten fortissimo, in tiefer Lage und im Rhythmus eines Signals eine einzi-
ge Note. Die Stelle wirkt ausgesprochen bedrohlich, und da der
vertonte Text sie kaum motiviert, verzeiht man dem Korrespondenten des „Journals des Luxus und der Moden“ gerne, dass er
zu ihrer Erklärung die Anekdote vom „blasenden Kurier“ erfand.
Insgesamt vermittelt die „Nelson-Messe“ den Eindruck eines andauernden Kampfes zwischen Licht und Finsternis. Eines Kampfes,
den die strahlenden Durklänge am Ende des Agnus Dei, ganz in
Einklang mit Haydns Persönlichkeit, zugunsten des Lichts entscheiden.
Jürgen Ostmann
Estnischer Philharmonischer
Kammerchor
Der Estnische Philharmonische Kammerchor wurde 1981 von
Tõnu Kaljuste gegründet, der dort bis 2001 künstlerischer Direktor und Chefdirigent war. Seit 2014 bekleidet Kaspars Putniņš
diese Position. Das Repertoire des Chores reicht von Gregorianischem Gesang und Barock bis hin zur Musik des 21. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt jedoch stehen estnische Komponisten wie
Arvo Pärt, Veljo Tormis, Erkki-Sven Tüür, Galina Grigoryeva,
Toivo Tulev, Tõnu Kõrvits und Helena Tulve. Der Estnische Philharmonische Kammerchor arbeitete schon mit einer Reihe hervorragender Dirigenten und Orchester – Claudio Abbado, Helmuth
Rilling, Paavo Järvi, Nikolai Alekseyev, Frieder Bernius, Marc
Minkowski, Christoph Poppen, Sir Colin Davis, Louis Langree, mit
dem Norwegischen, Australischen, Litauischen sowie dem Prager
und dem Stuttgarter Kammerorchester, mit dem Londoner Sinfonieorchester, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Salzburg Camerata, Les Musiciens du LouvreGrenoble, dem Basler Kammerorchester und mit dem Eesti Riiklik
Sümfooniaorkester sowie dem Tallinner Kammerorchester. Zahlreiche CDs des Kammerchores sind preisgekrönt, z.B. das Album „Arvo Pärt. Da Pacem“, das den Grammy für die beste
Chor-Performance gewann.
GottFRied Von DER GOLTZ
Gottfried von der Goltz hat sich als
Barockgeiger und als künstlerischer Leiter des Freiburger Barockorchesters einen international beachteten Namen gemacht. Wie im 18. Jahrhundert üblich,
leitet er das FBO vom Pult des Konzertmeisters aus. Darüber hinaus vertauscht
er gelegentlich die Geige mit dem Dirigentenstab, wie beispielsweise in dem
auf mehrere Jahre hinaus angelegten
Beethoven-Zyklus des Freiburger Barockorchesters. Mit erfolgreichen CDEinspielungen der lange zu Unrecht vergessenen Musik des Dresdner Barock und der Bach-Söhne ließ Gottfried von der Goltz die
Fachwelt aufhorchen. Dennoch möchte er sich nicht als Spezialist
auf ein bestimmtes Repertoire festlegen lassen. Seine umfangreiche
Diskographie, die sich vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart
erstreckt, weist ihn vielmehr als einen ungemein vielseitigen und
flexiblen Musiker aus. Die jüngste CD-Einspielung des Freiburger
Barockorchesters unter seiner Leitung widmet sich mit dem Pianisten Kristian Bezuidenhout zwei Jugendwerken Felix Mendelssohns.
Sie erschien im August 2011 bei harmonia mundi France und wurde von der Musikkritik begeistert gefeiert. Neben vielschichtigen
kammermusikalischen Engagements hat Gottfried von der Goltz
auch die künstlerische Leitung des Norsk Barokkorkesters inne.
Darüber hinaus ist er als Professor an der Hochschule für Musik
Freiburg ein gefragter Lehrer für barocke und moderne Violine.
Hanna-Elisabeth Müller
Hanna-Elisabeth Müller wurde mit ihrem sensationellen Debüt als Zdenka
an der Seite von Renée Fleming und
Thomas Hampson unter der Leitung von
Christian Thielemann als Entdeckung der
Salzburger Osterfestspiele 2014 gefeiert
und daraufhin von der Zeitschrift Opernwelt als Nachwuchskünstlerin des Jahres
ausgezeichnet. Hanna-Elisabeth Müller
studierte bei Rudolf Piernay an der Musikhochschule Mannheim, mit dem sie nach Abschluss ihres Solistenexamens nach wie vor eng zusammenarbeitet. Weiteren Feinschliff
holte sie sich in Meisterklassen von Dietrich Fischer-Dieskau,
Julia Varady, Edith Wiens, Elly Ameling, Thomas Hampson und
Wolfram Rieger. Seit der Saison 12/13 gehört sie dem Ensemble
der Bayerischen Staatsoper an. Mit ihrer Vielseitigkeit ist die junge Sopranistin auch regelmäßiger Gast auf den großen Lied- und
Konzertpodien, so z. B. im Amsterdamer Concertgebouw, beim
Heidelberger Frühling, in der Philharmonie Essen oder in der
Philharmonie Köln.
Sibylla Maria Müller
Die Mezzosopranistin Sibylla Maria Müller
stammt aus Heilbronn. Ihr Gesangs-Studium
an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei
Christoph Prégardien und Arthur Janzen schloss
sie 2011 mit dem Diplom in den Bereichen
Oper und Oratorium ab. Vervollständigt wurde ihre Ausbildung durch verschiedene Meisterkurse und Workshops, unter anderem bei
Brigitte Fassbaender und Jeanne Piland. Die
Teilnahme an der Deutschen Liedakademie
2012 gab ihr weitere wichtige künstlerische Impulse. Ebenfalls 2012
errang sie beim Internationalen Wettbewerb für zeitgenössisches
Lied der Joseph-Suder-Gesellschaft in Nürnberg den 1. Preis. Ihre
erste CD-Einspielung „Der Rose Pilgerfahrt“ von Robert Schumann
erschien im Carus-Verlag. Hier ist sie unter der Leitung von Gerhard
Jenemann unter anderem in der Partie der Elfenkönigin zu hören.
DAniel KLuge
Daniel Kluge, Tenor, geboren in Buenos Aires, erhielt seine erste Gesangsausbildung von 1999 bis 2003 als
Aurelius Sängerknabe in Calw. Von 2004
an studierte er an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Klaus Dieter Kern. Meisterkurse belegte er bei Roman Trekel,
Julia Varady und Dietrich FischerDieskau, Meisterkurse für Liedgesang bei
Markus Hadulla, Mitsuko Shirai und Hartmut Höll. Seit Beginn
der Spielzeit 2010/11 ist er Ensemblemitglied der Oper Stuttgart.
Daniel Kluge hat bereits im Neujahrskonzert 2015 mitgewirkt –
eine Wiederholung des Operettenkonzerts wird es am 1. Oktober
in der Kölner Philharmonie geben.
Andreas Hörl
Der Bassist Andreas Hörl, 1973 in München geboren, studierte Gesang bei Kurt Moll an der
Kölner Musikhochschule. Schon früh debütierte er in großen Partien, wie 2004 als Baron
Ochs und 2005 als Landgraf. Von der Spielzeit
2007/08 an war Andreas Hörl Mitglied des Ensembles am Opernhaus Zürich. Gastengagements
führten den jungen Bass an die Volksoper Wien,
Opernhaus Zürich, Oper Frankfurt und die
Komische Oper Berlin, ans Theater Chemnitz,
Teatro National Sao Carlos Lissabon, an die Bayerische Staatsoper
und die Staatsoper Unter den Linden. Seit der Spielzeit 2012/13
ist Andreas Hörl Mitglied des Ensembles der Wiener Staatsoper.
Der Bassist hat in dieser Saison bereits beim ersten Heilbronner
Konzert des WKO mitgewirkt: neben Elena Zhidkova als Solist in
Schostakowitschs 14. Sinfonie.
7. heilbronner konzert besetzung
Violine 1
Stefan Hempel
Jun Hee An
Marlise Riniker
Aleksandar Maletic
Rebecca Boyer
Sachiko Kobayashi
Violine 2
Johannes Hehrmann
Stefan Schubert
Frank Willekens
Gretchen Wallbrunn
Olga Arnakuliyeva
Viola
Anna Pelczer
Hans Georg Fischer
Götz Engelhardt
Till Breitkreuz
Violoncello
Gabriel Faur
Georg Oyen
Patrick Burkhardt
Kontrabass
Blake Thomson
Arthur Balogh
Trompete
Wolfgang Bauer
Thomas Kiess
Johanna Hirschmann
Pauke
Norbert Schmitt-Lauxmann
Orgel
Peter Kranefoed
konzertvorschau
8. heilbronner konzert
Konzert mit Paukenschlag
mi 15. april 2015 // 19.30 Uhr
Sergei Nakariakov // Trompete
Herbert Schuch // Klavier
Gustavo Gimeno // Dirigent
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
Werke von Haydn, Hummel & Schostakowistch
Neben dem wohlgesetzten Paukenschlag – nicht nur bei Haydn ,
werden an diesem Abend neben Trompeter Sergei Nakariakov zwei
neue Gesichter auf der Bühne der Harmonie zu sehen und zu hören
sein: der Pianist Herbert Schuch und Dirigent Gustavo Gimeno.
Letzterer ist als ehemaliger Schlagwerker des Royal Concertgebouw
Amsterdam der richtige Mann am Pult für diesen Abend.
Mit freundlicher Unterstützung von
WKO im SOCIAL WEB
Vorbeischauen lohnt sich!
impressum
Herausgeber // Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
Geschäftsführender Intendant: Dr. Christoph Becher
Moltkestraße 11, 74072 Heilbronn
Tel.: + 49-7131-2710950, Fax: + 49-7131-2710959
[email protected], www.wko-heilbronn.de
Gestaltung // parole GmbH, München, Sophia Pick
Druck // Welker Druck, Druck- und Verlags GmbH Otto Welker
Fotonachweis // Kaupo Kikkas // Chris Gonz // Hannes Leitlein
// Marco Borggreve // Martin Sigmund // Theateragentur Heidi
Steinhaus Redaktion // Sophia Pick