Programm_VCH_Akademie 2015

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Liebe Interessierte an der Akademie,
Nach nunmehr zehn Jahren, erhalten Sie nur noch auf diesem Weg das aktuelle
Programm der VCH-Akademie 2015. Wir haben uns aus Kostengründen entschlossen, jeweils gesondert und elektronisch zu den vielen Veranstaltungen
einzuladen, so dass dies nur ein kleiner Überblick sein kann.
Dies Programm enthält nicht die von uns veranstalteten Salons mit jungen Talenten. Dafür laden wir gesondert ein, wie auch zu allen anderen spontanen
Veranstaltungen.
Da wir uns selber finanzieren müssen, sind wir auf Ihre gute „Mundpropaganda“ und Weitergabe angewiesen und danken Ihnen herzlich für jede Unterstützung.
Ihr
Wolfgang Teichert
Leiter der VCH-Akademie, Hamburg
VCH-Akademie e.V. Esplanade 15, 20354 Hamburg, Telefon 040 3590 6813
Email: [email protected], Internet: www.vch-akademie.de
Programm 2015
der VCH-Akademie
Dienstag 17. März 2015 um 17:00 Uhr
Reihe : Gegensatzpaare der Bibel (2)
Jesus und Judas
Jesus und Judas, Vertrauen und Verrat, Beides sitzt beim Abendmahl an einem Tisch. „Mein
Freund“ , sagt Jesus zu Judas. Was hat Vertrauen mit Verrat und Verrat mit Vertrauen zu
tun? Und wie kann man mit erlittenem oder begangenem Verrat weiter leben?
Referent: Wolfgang Teichert
Ort: Augustinum Aumühle, am S Bahnhof Aumühle. Mühlenweg 1
Kosten: 6,00 Euro
Montag 30. März 2015 um 20:00 Uhr
Seminarreihe Lebenswert
„ Shopping“
Wo liegt die Faszination des Shopping, dem heute so viele so gerne nachgehen? Die
Soziologin Eva Illouz behauptet: Alle Praktiken unserer Gefühlswelt seien von einer
"konsumorientierten Mentalität durchdrungen". Und dabei ist die "romantische Liebe" nur ein spezieller Aspekt des sozialen Lebens, dessen Fabrikation mit Hilfe kommerzialisierter Bilder uns jedoch besonders abstoßend erscheint - schließlich gilt uns
Liebe, erotische Anziehung, dieses eigentümlich-kopflose "dem anderen Verfallen"
als das veritable Gegenteil der kalten Rationalität der Wirtschaftswelt. Trägt nicht nur
das Shopping im engen Sinn, sondern jedes soziale Verhalten schon das Kainsmal der
Konsumorientierung auf der Stirn.
Impuls: Wolfgang Teichert
Ort: Palais Esplanade, Esplanade 15, 20354 Hamburg,
Eintritt mit Brot und Wein: 10,00 Euro
Dienstag 21.April 2015 um 20:00 Uhr
Chopin und die Liebe
Klavierabend mit Liebeslyrik
Klavier: Katharina Bertram
Lesung: Wolfgang Teichert
Ort: Augustinum Aumühle, am S Bahnhof Aumühle. Mühlenweg 1
Kosten: 10,00 Euro
Mittwoch, 22.April um 16:00 Uhr
Flanieren - Pohlstraße
Atmosphären, Epiphanien, Verrückungen.
Wenn wir in den Stadtraum (Straße, Platz) eintreten, dann werden wir durch diesen „Raum“
auch gestimmt. Diese Raumatmosphäre ist entscheidend für das Befinden des Flaneurs. Vor
aller genauen Wahrnehmung der einzelnen Dinge, Menschen oder gar ihres Sinnes oder
Codes, ihrer Konstruktion oder Dekonstruktion, ist man bereits eingetreten in den Raum.
Später werden wir diesen oder jenen Sinn entdecken und uns auch daran machen, ihn zu
interpretieren oder zu deuten. Wir suchen jene Gelöstheit oder Gelassenheit, die für die
Atmosphäre und ihr Geschenk an den Augenblick notwendig ist. Wir nennen das „Flanierendes Sehen“, ein flanierendes 'Mehr', das in Worten nie ganz zu fassen ist und wodurch das
Sehen die Worte transzendiert, die man mit sich trägt. Wir meinen: Flanierende SehErfahrung ist gleichsam das Aufnahmeorgan für religiöse Erfahrung. Man verschwistert sich
sozusagen fortlaufend mit den Dingen, die einem begegnen. Wir laden also ein zum zweistündigem Flanieren.
Impuls: Wolfgang Teichert, Jürgen Mohrdiek
Anmeldung: [email protected]
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Sonntag, 26.April bis Freitag, 1.Mai 2015
Literaturreise Oberrhein: „Und durch den Rhein hängt jedes Dorf von alters her mit der
großen Welt zusammen.« Hermann Hesse“
Mit Erasmus von Rotterdam wurde der Oberrhein zur Wiege des deutschen Humanismus,
hier schrieb Wickram seine Schwänke, Grimmelshausen seinen »Simplicissimus«, Pfeffel seine Fabeln. In Straßburg begründeten Goethe, Herder und Lenz den Sturm und Drang. Johann
Peter Hebels Dichtung, in der das Alemannische klassisch wurde, verklammerte Baden, das
Elsass und die deutschsprachige Schweiz. Romanciers wie René Schickele, Annette Kolb und
Otto Flake haben hier ihre Hoffnungen auf Europa formuliert – von hier bis in die unmittelbare Gegenwart der Bogen der Moderne .Von der „Wiese“ bis zum „ Rhein“, von Johann
Peter Hebel zu Joseph Victor von Scheffel, vom diesseitsfrommen Volksaufklärer zum Mitbegründer des literarischen Biedermeiers werden wir hören, auch lesen vom Verfasser des
Weltgedichts "Die Vergänglichkeit" und vom Autor des märchenhaften Versepos "Der
Trompeter von Säckingen": und mitten auf dem Weg ansehen den Schauplatz der Schlacht
von Dossenbach, fast beiläufig ein Stück badischer Revolutionsgeschichte. Besuch bei einem
Barockoboenbauer im Wiesental (Paul Hailperin). Kaffee mit einer Sängerin auf deren
Schwarzwaldhof, kleine Lesungen vor Ort, gute Mahlzeiten und Gespräche, den Wein nicht
zu vergessen, werden diese Literaturreise am Oberrhein prägen.
Referenten: Dr. Henning von Wedel, Wolfgang Teichert
Ort: Schloss Beuggen bei Rheinfelden
Kosten: Übernachtung. Frühstück, Seminarkosten: EZ 490,-- €, DZ: 940€
Individuelle Anreise mit der Bahn oder mit PKW. Fahrt zu den einzelnen Orten mit Privatwagen. Fahrgemeinschaften, Anmeldung: [email protected]
Dienstag, 5.Mai um 17:00 Uhr
Reihe : Gegensatzpaare der Bibel (3)
Noomi und Ruth
Ein „Meisterwerk der Weltliteratur“ nennen heute Forscherinnen das kleine Buch Rut in der
hebräischen Bibel (vier Kapitel). Heute aktuell wie je. Das Wort „heute“ kommt im Buch sieben Mal vor, eine Art Stufenleiter zur „Lösung“, die etwas mit Einspringen, listenreichem Tun
und Verführen zu tun hat. Es geht also um volle Gegenwärtigkeit, um Präsenz, wenn man an
dies Buch und seine beiden Hauptfiguren herangeht und sich davon ergreifen lässt. Das Buch
Rut erzählt die Geschichte zweier im Alter gegensätzlicher Frauen: von Noomi und ihrer
Schwiegertochter Rut. Noomi zog mit ihrem Mann Elimelech und den beiden Söhnen ins
Land der Moabiter. Nach einiger Zeit starb Elimelech und die beiden Söhne heirateten. Nach
zehn Jahren starben auch die Söhne, und Noomi blieb mit ihren Schwiegertöchtern allein. Sie
entschloss sich, in ihr Heimatland zurückzukehren und ihre Schwiegertöchter in deren Elternhäuser zurückzuschicken. Orpa ging heim. Rut blieb bei ihr und begegnete Boas, einem
angesehenen Mann und Verwandten des verstorbenen Mannes der Noomi. Rut wurde die
Frau von Boas, eines Ahnen Davids. Uns interessiert das Verhältnis von älterer (Noomi) und
jüngerer (Rut) Frau. Unsere Fragen: Gibt es zwischen ihnen auch Konkurrenz? Und wie offen
für Fremde soll diese Geschichte machen? Vielleicht ist die Geschichte als Provokation gedacht, sich (noch einmal neu) mit Autonomie und Anhängigkeit zu beschäftigen? Außerdem
gibt es Gelegenheit, sich mit seinen „Grenzen versöhnen“. Was bewegt einen Menschen,
über die Grenze zu gehen? Das Buch Rut zeigt (auch) an der Noomi Figur Trauer und Verlust
im Lebenszyklus einer Frau. „Reich bin ich ausgezogen, aber mit leeren Händen hat der Herr
mich heimkehren lasen“ (1,21). Es behandelt die vielfachen Grenzüberschreitungen, von zu
Hause weg, fremd im fremden Land, zurück nach Hause, gescheitert, verletzt, angewiesen
auf Hilfe. Und es zeigt, dass Israel für solche Fälle eine Rechtstradition hat, die Schutz gewähren kann.
Referent: Wolfgang Teichert
Ort: Augustinum Aumühle, am S Bahnhof Aumühle. Mühlenweg 1
Kosten: 6,00 Euro
Montag, 18.5.2014 bis Freitag, 22.05.2015
"Der Gendarmenstil“
„Wandern und Philosophieren an der Flensburger Förde“
mit Siegfried Lenz im Gepäck. Nachdem die deutsch-dänische Grenze 1920 mitten durch die
Flensburger Förde gezogen worden war, legte die dänische Grenz-Gendarmerie am Nordufer
einen Patrouillenpfad an, um Schmuggel über die Förde zu verhindern. Heute sind die
Grenzkontrollen längst Vergangenheit, und wo früher die Gendarmen patrouillierten, ist eine
der schönsten Wanderrouten Dänemarks. Einigen Abschnitten dieses Wegs folgt unser Seminar: Drei Tage wandern, nachdenken, verweilen und reflektieren mit Texten von Siegfried
Lenz im Gepäck, nie mehr als zehn Kilometer am Tag, und von der Akademie Sankelmark aus
leicht und schnell zu erreichen. Dazu laden wir Sie herzlich ein.
Leitung: Dr. Rainer Pelka und Wolfgang Teichert
Ort: Akademie Sankelmark bei Flensburg
Anmeldungen: Akademie Sankelmark, Katy Johannsen Telefon: 04630 55 112,
Email: [email protected]
Kosten: ca. 480,00 Euro im EZ
Montag, 1.Juni um 20:00 Uhr
Clubsalon – Lebenswert
„Zufall“
Zufall sei das, was uns zufällt, sagt man so. Was jedoch ist Zufall? Was genau meinen wir,
wenn wir –auch- im wissenschaftlichen Kontext – von Zufälligkeit reden? Meint ‚Zufall‘, dass
es für bestimmte Ereignisse keine kausale Erklärung gibt, und ließe sich das überhaupt beweisen? Oder meint ‚Zufall‘ im engeren Sinne das unvorhersagbare Abweichen von Gesetzmäßigkeiten, also sozusagen ein punktuelles Chaos? Was aber wären die Konsequenzen aus
der Annahme, dass es solche Zufälle tatsächlich gibt, und zwar insbesondere im Hinblick auf
wissenschaftliche Methoden? Oder ist sogar der ganze Zufallsbegriff eine bloße Chimäre?
Zufall, „tychê“, ist, „wie es sich eben so trifft“. Aber was heißt das genau? Wenn antike Philosophen darüber grübeln, steht oft die Spannung von Zufall und freiem menschlichen Handeln im Vordergrund. Es lohnt sich außerdem, mehrere Verwendungsweisen des Wortes
‚Zufall‘ streng zu unterscheiden: (1) Zufall ist, was sich (evtl. prinzipiell) nicht vorhersagen
lässt. (2) Zufall ist, was geschieht, während es bei denselben Ausgangsbedingungen hätte
ausbleiben können oder während bei denselben Ausgangsbedingungen etwas anderes hätte
geschehen können . Versuch einer Definition: Ein Ereignis ist (echt) zufällig genau dann,
wenn es keine kausale Erklärung dafür gibt. Es ist pseudozufällig genau dann, wenn es nur
scheinbar keine kausale Erklärung dafür gibt. Das Thema Religion ist nicht die Ordnung, wie
es scheinen mag, sondern die Erfahrung einer fundamentalen Unordnung, die verstanden
werden will und mit der im Leben ein Umgang entwickelt werden muss. Menschen verarbeiten in ihrer religiösen Praxis die Erfahrung der Unordnung und entwickeln so einen Umgang
mit dem Zufälligen, mit dem Widersinnigen und dem nicht Begreiflichen. Der Zufall wird als
das mangelnde Erkenntnisvermögen des Menschen verstanden, da Gott als Schöpfer und als
Lenker des Menschen gilt. Es geschehe nichts aus Glück oder Zufall, sondern – so die theologische Wahrnehmung - alles besteht durch die Voraussicht und Weisheit Gottes.
Impuls und Moderation: Wolfgang Teichert
Ort: Hotel Baseler Hof „Salon“, Esplanade 15, 20354 Hamburg
Eintritt frei. (Spende willkommen)
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Montag, 15. 6.2015 bis Freitag, 19.6.2015
Hier fahre ich
Luther mit dem Fahrrad
Von Eisenach über Gotha nach Weimar
Diese Fahrradtour geht mit leichtem „Luthergepäck“, also mit einigen Lesungen (aus Luthers
Reden zur Bibel) und Besichtigungen zwischendrin von Eisenach bis Weimar.
Leitung: Christoph Rahe und Wolfgang Teichert, Gepäck wird befördert
Preis und Programm auf Anfrage
Anmeldungen unter [email protected]
Montag, 6.Juli 2015 um 20:00 Uhr
Clubsalon –Lebenswert
„Zuversicht“
Die Konflikte, Nöte und Ungerechtigkeit der Welt sind 2014 den Deutschen nähergerückt. Sie
sind in den Vorgarten des wohlgeordneten Lebens eingedrungen, als unbefugte Besucher
haben sie dort die Blumenrabatte der Selbstgewissheit zertreten. Der Boden ist schwankend,
auf dem sich Frieden, Wohlstand und Demokratie gründen - in manchen Jahren spürt man
das stärker als in anderen, so schrieb die Süddeutsche Zeitung zu Jahresbeginn. Was das Gegenbild zur namenlosen Angst und zum verdrängenden Optimismus wäre? Die Zuversicht.
Sie ist realistisch und leugnet die Abgründe, Gefährdungen und Grenzen nicht. Sie weiß, wie
dünn der Boden des Friedens und des Zivilen ist. Sie weiß, dass der Wohlstand in den reichen
Ländern auf diesem Niveau nur um den Preis der Zerstörung der globalen Grundlagen zu
halten sein wird. Die Welt ist schwierig, aber wandelbar.
Impuls und Moderation: Wolfgang Teichert
Ort: Hotel Baseler Hof „Salon“, Esplanade 15, 20354 Hamburg
Eintritt frei. (Spende willkommen)
Sonntag, 26.Juli bis Freitag, 31.Juli 2015
11. Sankelmarker Sommersingwoche
„Viel gut Gesang da lautet wohl“
Vom Madrigal bis zu klassischen Filmmusiken wie „As time goes by“ werden wir in dieser
11.Sommersingwoche einstimmig, zweistimmig (wer Lust hat, auch vierstimmig) experimentieren. Die Texte bekommen dabei genauso Beachtung wie die Singstimme. Stimmbildung
und Textbildung geben diesen Sommertagen in Sankelmarks Seeumgebung nahe der dänischen Grenze ihre unnachahmliche Besonderheit. Das einstimmige Singen begleitet wandelbar und feinsinnig das Klavier (Niko Kirchner). Im Übrigen stammt unser Motto aus einem
Lutherlied, das mit den Zeilen beginnt:. „Die beste Zeit im Jahr ist mein“.
Teilnehmende der bisherigen 10 Singwochen sagen häufig , dass sie diese Zeit dort singend
und erholend (lange Mittagspause) im hellen Norden genauso empfinden wie das Lied singt:
Als eine „beste Zeit im Jahr“,
Leitung: Brigitte-Maria Teichert, Klavier: Nikolaus Kirchner
Texte: Wolfgang Teichert
Ort: Akademie Sankelmark bei Flensburg
Kosten: ca. 465,00 Euro im EZ
Anmeldung: [email protected]
Montag, 3.August und Dienstag, 4.August 2015 jeweils um 17:00 Uhr
Mozarts Zauberflöte
Neue Deutungen und ein Film
Musik steckt voller Religion und Religion steckt voller Musik. Und doch sind sie keineswegs
dasselbe. Vielleicht verweisen sie aufeinander oder sie sehnen sich zueinander. Wie musika-
lisch muss Theologie sein. um implizite Töne von Religion und Spiritualität überhaupt wahrzunehmen? Mozarts Zauberflöte als am meisten aufgeführte Oper erfährt in neueren Veröffentlichungen ihre ebenso religiöse wie kenntnisreiche Rechtfertigung. Man kann sagen: Sie
ist Mozarts „Kirche“: Sakral und zugleich parodistisch auf die Bühne gebracht mit einem
kongenialen Librettisten. Sie ist zu würdigen als Mysteriendrama und doch zugleich als dessen sehnende Transzendenz. In Bergmans Zauberflötenfilm (1974) greift die Kamera während der Ouvertüre zunächst das Gesicht eines Kindes heraus und dann –später - Gesichter
aus dem Publikum, alte und junge, europäische und exotische, gebildete und schlichte, hingerissene und gleichgültige. Alle sind gemeint und einbezogen!
Referent: Wolfgang Teichert
Ort: Augustinum Amühle, Mühlenstraße 1
Eintritt:: jeweils 5,00 Euro
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Montag, 24.August 2015 bis Freitag, 28.August 2015
4.Sylter Sommersymposion
Sind wir allein?
Teilhaben (Partizipation) und Einsam sein / Empathie und Differenz
Man möchte dazu gehören, schätzt aber auch die Möglichkeit des Einsam seins. Nicht nur in
der Praxis, sondern auch in der Wissenschaft spielt Empathie eine wichtige Rolle: von der
Therapie bis zum Management, von der Kriminalistik bis zur Pädagogik. All dies lässt sich als
Anzeichen für eine stärkere Hinwendung und Anerkennung von Gefühlen betrachten. Das
Symposion wird mit Lectures, Film und Gesprächen diesen Themen nachgehen.
Referenten: Dr. Karin Schäfer, Prof. Dr. Dr. Hinderk Emrich, Bettina Kommoss, Wolfgang
Teichert, Leiter der VCH-Akademie Hamburg
Ort: Akademie am Meer, Klappholttal/Sylt
Kosten: per Person im EZ/VP 590,00 Euro, per Person im DZ/VP 545,00 Euro
Sonntag, 6.September 2015 bis Donnerstag, 10.September 2015
Hinter Luther her!
Von der Freiheit eines Christenmenschen
Wandern weg von Worms
Pilgern oder auch Wandern in Stille, im Abstand zum Alltag, im Gespräch mit anderen Menschen. Andacht und Segen auf dem gemeinsamen Weg. Dazwischen kleine Einsichten in protestantisches Denken mit Luthers Freiheitsschrift, eben die Möglichkeit, christlich geprägte
Tradition wandelnd zu erleben und sich in Auseinandersetzung mit evangelisch geprägten
spirituellen, kulturellen Angeboten die eigene Persönlichkeit weiterzubilden.
Wir begeben uns dabei auf Luthers Route von Worms aus, der Stadt des Reichstags von
1521, zur Wartburg bei Eisenach. Der Überlieferung zufolge führte ihn der Rückweg von
Worms nach Oppenheim an den Rhein, über Frankfurt am Main nach Friedberg, auf der alten Handelsstraße "durch die „kurzen Hessen“ (Grünberg, Alsfeld, Bad Hersfeld zwischen
Berka/Werra (Wartburgkreis/Thüringen) auf die Wartburg.
Wie? 10-20 Kilometer am Tag wandern auf Wanderwegen. Dazwischen genügend Pausen in
Kirchen oder am Wegesrand mit Luthers Stundengebeten und Impulsen aus Luthers Schrift:
„Von der Freiheit eines Christenmenschen“.
Teilnehmer: 16 Personen
Reisebegleitung: Wolfgang Teichert, Pfarrer Hamburg, Dr. Kristin Jahn, Pfarrerin Schlosskirche Wittenberg , Bettina Kommoss, Pfarrerin ChristusFriedenMannheim
Preis auf Anfrage
Dienstag, 22.September um 20:00 Uhr
Wie entsteht Krieg
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Dr. Hinderk Emrich
Mit wem befreunde ich mich, wer wird mein Feind? Forscher haben festgestellt, dass es für
Beziehungen in menschlichen Gemeinschaften fast zwangsläufig nur zwei Endpunkte gibt:
Entweder werden alle Freunde und haben sich lieb - oder die Gruppe zerfällt in exakt zwei
Lager, die sich hassen. Vom tiefenpsychologischen Standpunkt aus hat allerdings die Entstehung von (kriegerischer) Aggression viel mit dem zu tun, was man (unbewusst) nicht an sich
selbst erträgt und am anderen bekämpft: Ein Kampf gegen den eigenen "Schatten" (C.G.
Jung), gegen den anderen gewendet. Dabei geht es im Geschlechterverhalten auf subtile
Weise um den "Besitz der Frau". Man denke an den Krieg um Troja, um die "schöne Helena".
Der Arzt, Philosoph und Psychotherapeut Prof. Dr. Dr. Hinderk Emrich im Gespräch mit
Wolfgang Teichert
Ort: Augustinum Aumühle, Mühlenweg 1, Nähe S-Bahnhof Aumühle
Eintritt: 7,00 Euro
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Mittwoch, 23.September um 18:00 Uhr
"Abscheu und Sehnsucht und die abgründige Rolle der Freiheit".
Impuls und Anregung zu Bunuels Film: „Das Gespenst der Freiheit“
Prof. Dr. Dr. Hinderk Emrich
Unsere Freiheit verkommt heute häufig einfach zur Libertinage und Dekadenz. Damit zerstört sie aber Schutzräume und nicht konkret umsetzbare Sehnsüchte der Menschen. Die
falsch verstandene Freiheit erzeugt einen Raum der Beliebigkeit von allem, der alle Lebensmöglichkeiten zugleich eröffnet und entwertet. Andererseits brauchen wir - gerade in dieser
Situation - Schutzräume. Deren "Wächter" ist der Ekel vor dem Anderen, dem Fremden, dem
Unheimlichen. Die in Frankreich lebende Psychoanalytikerin und Philosophin Julia Kristeva
nennt diesen "Ekel-Wächter" das "Abjekt". Es geht um die Rolle von Intimität und Scham im
Schutzraum des einzelnen Menschen im Verhältnis zu überbordender Freiheit. Der Film dazu
ist von Bunuel und heißt "Das Gespenst der Freiheit".
Ort: Palais Esplanade, Esplanade 15, 20354 Hamburg
Eintritt: 15,00 Euro
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Samstag, 14.November 2015 von 10.00 bis 17.30 Uhr
Die drüben singen mit:
An-Ruf, Leib und Lebensweg
Ein bibliophonischer Zugang zu Mozarts Requiem, Schuberts Es-Dur-Messe und zum Ave
Verum
Gibt es mehr und Tröstlicheres zu erfahren als in der sparsamen Theologie, wenn es um unseren Kontakt zu den Toten und um die Gestaltung eines Fern-Nah- Verhältnisses geht?
„Ich fahre fort, weil das Komponieren mich weniger ermüdet als das Ausruhen. Übrigens
habe ich nichts mehr zu fürchten. Ich fühle in meinem Zustand, dass die Stunde schlägt, ich
bin im Begriff, mein Leben auszuhauchen; ich bin damit zuende, bevor ich mich meines Talentes habe freuen können.“ So ein Brief Mozarts zwei Monate vor seinem Tod.
Schuberts Messe Nr. 6 in Es-Dur, ebenfalls in seinem letzten Lebensjahr komponiert, sollte
ein persönliches Hoffnungs- und Angstbekenntnis werden. Ohne jegliches Frömmeln sieht
ein leidenschaftlicher Mensch dem Tod ins Angesicht. An wen soll er sich wenden? An den
menschlichen Christus oder den strafenden Gottvater? „Da steht auch ein Mensch und starrt
in die Höhe, und ringt die Hände, vor Schmerzensgewalt.” heißt es in einem Heine-Text. Es
könnte auch als Motto über dieser Messe stehen, die in Ausmaß und Kraft Mozarts Requiem
vergleichbar ist.
Im Anschluss kann das Konzert um 19 Uhr in der St. Petri Kirche besucht werden.
Ort: St. Petri Haus, 3.OG –Gemeindesaal, Bei der Petrikirche 3, 20095 Hamburg
Leitung: Elisabeth Jöde (Heilpraktikerin für Psychotherapie, Musikerin) Pastor Wolfgang
Teichert (Leiter VCH-Akademie Hamburg, bis 2003 Leiter der Evangelischen Akademie
Nordelbien, Wissenschaftliche Leitung der, IGT-Psychotherapiewochen Lindau)
Gruppengröße: bis 16 Teilnehmer/innen
Anmeldung: Sekretariat: Karola Brandt 040/32 50 38 75 E-Mail: [email protected]
Seminarkosten: 65,-- Euro
Montag, 23.November bis Freitag, 27.November 2015
Frei – wozu? Vier Tage im Watt (Pellworm)
4.Lorenzenhofer Theologietage mit Martin Luthers Freiheitsschrift.
Ein experimenteller Zugang
"Ein Christenmensch ist sein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan." Das Freiheitsverständnis Luthers hat immer dieses Zugleich einer Freiheit von etwas und einer Freiheit für
etwas zusammengedacht. Auf von Touristen in dieser Jahreszeit verlassenen Insel (Pellworm), wohnend auf dem Lorenzenhof, werden wir der alten Schrift näher zu kommen versuchen. Der Lorenzenhof ist ein Privathaus, dass uns Winfried Heinrich und seine Geschwister – in aller Privatheit und Originalität - zur Verfügung stellen. Weil wir selber kochen und
einander versorgen bleiben die Kosten gering.
Impulse und Leitung: Wolfgang Teichert
Ort: Lorenzenhof auf Pellworm, Kosten: Unterkunft 145,00 Euro, Verpflegung und Seminar ca. 110,00 Euro, Mitfahrgelegenheit (Fahrtkosten minimal)
Montag , 7. Dezember 2015 um 20:00 Uhr
Clubsalon –Lebenswert
„Lyrik“
Wozu Gedichte lesen oder gar schreiben? Die Schule hat uns vielleicht immer noch den Spaß
an Gedichten vermiest. Aber die sind dazu da, die Welt zu entdecken? "Ein Gedicht rettet
einen Tag" so der argentinischen Dichters Roberto Juarroz. Allen Unkenrufen zum Trotz: Die
Poesie lebt, auch wenn sie nach wie vor eine Sache von Liebhabern ist. Verlage können sie
sich meist nur dank einer "Querfinanzierung" von Prosa-Bestsellern leisten. In anderen Kulturen jedoch, so sagt man, sei der Zugang zur Lyrik wesentlich existentieller, über Kunst findet Gemeinschaft statt. Der Lyriker ist kein Computer-Stürmer, aber er tritt an im
Machtkampf des Menschen mit dem Homunculus: Für die Benutzung des Elektronengehirns
als ein Instrument der Befreiung des Menschen. Und gegen jede gesellschaftliche
Entwicklung, die es umgekehrt benutzt. Er kann gar nicht anders. Sein Heute ist Kreuzpunkt
von gestern und übermorgen. Um seiner Möglichkeit willen für Morgen ruft der Lyriker,
Einzelner, die Menschen an. Dies ist keineswegs eine schlechte Zeit für Lyrik. Im Gegenteil.
Sie wird gebraucht von den Vereinzelten, gegen die Vereinzelung. Abend mit Gedichten,
auch auswendig.
Impuls und Moderation: Wolfgang Teichert
Ort: Hotel Baseler Hof „Salon“, Esplanade 15, 20354 Hamburg
Eintritt frei. (Spende willkommen)
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Donnerstag, 24. Dezember 2015 um 16:00 Uhr
Christvesper im Palais Esplanade, Esplanade 15, 20354 Hamburg
Pastor: Wolfgang Teichert,
Gesang: Brigitte-Maria Teichert,
Klavier Nikolaus Kirchner
Eintritt frei, Spende ist willkommen