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02.15
Prävention, Diagnostik, Therapie,
Rehabilitation & Medizintechnik
Nach schweren Zeiten
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Simon Schempp.
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Krebs und Sport
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Editorial
BILDUNG
BILDET
Sich seine Meinung zu bilden
ist wichtig. Ob sich dafür in
­allen Fällen die bekannte
­deutsche Zeitung mit den
vier großen Buchstaben eignet,
bleibt fraglich. Dennoch sollte
man sich d
­ arüber im Klaren sein,
dass sich ohne Bildung und
­Wissen fast gar nichts mehr
­drehen würde. Auch nicht
in der Sportmedizin.
„… dieser glaubt doch, etwas zu
wissen, was er nicht weiß, ich aber,
der ich nichts weiß, glaube auch
nicht zu wissen. Ich scheine doch
wenigstens um ein Kleines weiser
zu sein als dieser, weil ich,
was ich nicht weiß, auch nicht
zu wissen glaube…“
02.15 medicalsports network
Auf diese Weise hat der berühmte griechi­
sche Philosoph Sokrates etwa 400 Jahre
vor unserer Zeitrechnung darüber nachge­
dacht, dass Wissen durchaus des Nachden­
kens wert ist. Und auch wenn die Welt sich
in den folgenden Jahrhunderten stark ver­
ändert hat, daran hat sich nichts geändert.
Zurück zur Sportmedizin: Die Entwick­
lungen, die auf diesem Gebiet in den letzten
Jahren stattgefunden haben, sind enorm.
Neue Verfahren und Möglichkeiten bieten
den Ärzten und Therapeuten von heute
völlig neue Optionen. Hieß es früher oft
noch „Sportinvalidität“, steht der Sportler
heute nach wenigen Wochen wieder auf dem
Platz. Wurde früher bei schwerwiegenden
Krankheiten auf Sport verzichtet, sind
heutzutage viele positive Effekte erforscht
– Sport als Therapie. Auf dem 1. Kongress
zur wissenschaftlichen Erforschung der
Leibes­übung im Jahre 1912, den man auch
als ersten deutschen Sportärztekongress be­
zeichnen kann, hätte man sich diese rasante
Entwicklung sicher nicht träumen lassen.
In diesen 103 Jahren hat sich sehr viel
verändert, nicht jedoch die Bedeutung von
Kongressen und Fortbildungen. Je schneller
sich die Sportmedizin entwickelt, desto mehr
sind Mediziner und Therapeuten in ihrer
täglichen Arbeit darauf angewiesen, sich
weiterzubilden. Auch mit der medical­
sportsnetwork halten Sie ein dafür geeig­
netes Werkzeug in den Händen. Sie sollen
Neues erfahren, aber auch neugierig werden,
um sich in gewisse Themen weiter zu ver­
tiefen. Außerdem findet in diesem Jahr am
10. Oktober zum sechsten Mal unser eigener
Sportmedizin-Kongress statt – ein idealer
Rahmen für Wissen und Networking.
Daneben gibt es aber noch eine Vielzahl
weiterer Veranstaltungen, bei denen eine
Teilnahme lohnt. Nachdem wir schon auf
eine gute und langjährige Kooperation mit
der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden
und Unfallchirurgen (VSOU) zurückblicken
können – die diesjährige 63. Jahrestagung
der VSOU in Baden-Baden findet vom
30. April bis 02. Mai statt – freuen wir uns
besonders, dass wir in diesem Jahr zum
ersten Mal auch Medienpartner der Nord­
deutschen Orthopäden- und Unfallchirur­
genvereinigung (NOUV) sind (63. Jahres­
tagung NOUV vom 18. bis 20. Juni in
Hamburg). Wer sich einen internationalen
Blick gönnen möchte und im Bereich Fuß­
ballmedizin aktiv ist, sollte die XXIV Inter­
national Conference on Sports Rehabilita­
tion and Traumatology auf dem Schirm
haben, die vom 11. bis 12. April in London
unter dem Motto „Football Medicine Stra­
tegies for Player Care“ stattfindet. In die­
sem Rahmen folgt am 13. April der 3rd
Science of Football Summit im Wembley
Stadium. Die medicalsportsnetwork wird
mit einer exklusiven internationalen Sonder­
publikation in englischer Sprache vor Ort
sein. Und last but noch least findet auch in
diesem Jahr wieder die FIBO vom 09. bis
12. April in Köln statt, die ihr medizinisches
Programm mit der FIBO MED weiter
ausbaut. Mehr dazu finden Sie auf Seite 41.
Sie sehen, der Frühling hat es in sich –
vielleicht sehen wir uns auf einer der
­Veranstaltungen.
Ihr Masiar Sabok Sir
Foto: © istockphoto.com | Grafissimo
1
Inhalt
06 Prävention
Verletzungsprävention
Mathias Kolodziej
10 Kardiologie
Dynamisches Krafttraining
Dr. med. Roland Nebel
Prof. Dr. Birna Bjarnason-Wehrens
14 Verband
16 Forschung
Krebs und Sport
Prof. Dr. med. Christian H. Siebert
20 Forschung
Gewebeersatz
Foto: © istockphoto.com | POMACHKA
Dr. Eva Hoch, Dr. Achim Weber,
Dr. Kirsten Borchers,
Prof. Dr. Günter Tovar
26 Therapie
AKUT-RSWT
30 Therapie
Spezielle Gelenkernährung
Dr. med. Norbert Dehoust
34 Training
Körper-Coach
Lamar Lowery
38 Rehabilitation
Versteckte Kraft
Jürgen Woldt
42 Praxis
Personalakquise
Dr. phil. Helga Kirchner
46 Produkte
47 Buchtipps
48 Vorschau
Prof. Dr. med. Christoph Schmitz
2
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Herausgeber
Jörg Peter Matthes [ JPM]
Mitherausgeber
Robert Erbeldinger
Anzeigenverkauf
Timo Dokkenwadel
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Oliver Michaut
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Kathrin Witteborg
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Konzeption, Layout
4t Matthes + Traut Werbeagentur
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Jenny Lortz
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Helen Voigt
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Redaktion
Masiar Sabok Sir, Leitung (MSS)
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Dr. med. Thomas Ambacher (TA)
Aidin Dinkhah (AD)
Jörg Peter Matthes ( JPM)
Dr. Gerhard Schilling (GS)
Yvonne Schmidt (YS)
Kathrin Witteborg (KW)
Druck
Frotscher Druck GmbH
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www.frotscher-druck.de
Preis
Einzelheft: 9,50 E incl. Versand
Jahresabo (8 Ausgaben)
Deutschland:
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Europäisches Ausland:
91,50 E, incl. Versand
Titelbild:
© pixathlon
Beirat
Prof. Dr. Thomas Wessinghage (2006),
Ärztlicher Direktor der Medical Park Kliniken im Tegernseer Tal
Dr. med. Andree Ellermann (2008),
Facharzt für Orthopädie, Sport­medizin, Chirotherapie.
Ärztlicher D
­ irektor und ­Leitender Arzt ­ARCUS Sportklinik,
Pforzheim
Dr. med. Walter Oskar Schüler (2008),
Leitender Arzt Kardiologie/Innere Medizin
ARCUS Sportklinik, Pforzheim
Dr. med. Jens Enneper (2011),
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie,
Sport­medizin und C
­ hirotherapie Orthopädie und Sport/Köln
Dr. med. Andreas Gösele-­Koppenburg (2011),
Facharzt für O
­ rthopädie, Sportmedizin, ­
Ärztlicher D
­ irektor Crossklinik Basel
Dr. med. Thomas Frölich (2011),
Chirurgie, Allgemeinmedizin, Sportmedizin-­
Sporttraumatolgie, ­Ethianum Heidelberg
Dr. med. Frank Thormählen (2011),
Facharzt für Orthopädie und Unfall­chirurgie, ­Sportmedizin,
­Medizinische Trainingstherapie, ­Physikalische Therapie,
Chirotherapie, Hamburg
Prof. Dr. med. Wilhelm Haverkamp (2012),
Komm. Klinikdirektor der Medizinischen Klinik
mit Schwerpunkt Kardiologie, ­Charité Berlin
Prof. Dr. Mario Thevis (2012),
Leiter des Zentrums für Präventive
Dopingforschung an der DSHS Köln
Sven Kruse (2012), Sportphysiotherapeut
des DOSB und Gründer/Inhaber
der MediVital Rehazentren, Hemer
Dr. med. Thomas Ambacher (2013),
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, ­Chirurgie,
­Sportmedizin. Ärztlicher Direktor und Leitender Arzt
­ARCUS Klinik, Pforzheim
Prof. Dr. med. Peter Angele (2014),
sporthopaedicum Straubing/Regensburg, ­Universitätsklinikum
­Regensburg, Vize-Präsident AGA, FIFA Medical Centre
Regensburg
Dr. med. Werner Krutsch (2014),
Universitätsklinikum Regensburg,
FIFA Medical Centre ­Regensburg,
Beratungsarzt Bayrischer Fußballverband
kalorienarm und isotonisch
Robert Erbeldinger (2014), Dipl. Sportwissenschaftler
PD Dr. med. Matthias Brem (2015), Oberarzt und Funktions­­
bereichsleiter ­Orthopädische Sportmedizin, Klinikum Nürnberg
10. Jahrgang 2015
z.Zt. gilt die Anzeigenpreis­liste Nr. 10 vom September 2014.
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Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbil­dungen
sind ur­heberrechtlich geschützt. Nachdruck – auch aus­zugsweise – ist
nur mit schrift­licher Genehmi­gung und Quellenangabe gestattet.
Der Verlag hat das Recht, den redak­tionellen Beitrag in unveränderter
oder bearbeiteter Form für alle ­Zwecke, in allen Medien weiter zu
nutzen. Für unverlangt eingesandte Bilder und Manus­­kripte über­
nehmen Verlag und Redaktion sowie die Agentur keinerlei Gewähr.
Die namentlich gekennzeichneten ­Beiträge stehen in der Verant­
wortung des Autors.
3
Interna
VERSTEHEN UND BEGEISTERN
Unser Verleger, Herr Jörg Peter Matthes,
hat einst gesagt, dass Magazine wie Men­
schen sind. Zu allererst sind es die inneren
Werte, die zählen. In einer Zeitschrift sind
das die Inhalte. Gleichzeitig spielt aber
auch das äußere Erscheinungsbild eine
nicht unbedeutende Rolle im Leben. Gutes
Aussehen schadet nicht und wollen wir uns
nicht alle hin und wieder ein wenig hübsch
machen? Nun liegt Schönheit natürlich im
Auge des Betrachters und das ist auch gut
so. Groß oder klein, dünn oder dick, braun
oder blond – unsere Spezies ist facetten­
reich. Auch Zeitschriften sollten in ihrer
optischen Gestaltung facettenreich sein.
Das erhöht die Aufmerksamkeit, schafft
Lesevergnügen und birgt hin und wieder
auch einen Aha­Effekt.
Mit unserem Fachmagazin, der medical­
sportsnetwork, versuchen wir mit jeder Aus­
gabe aufs Neue, dem gerecht zu werden.
Gute Inhalte sind wichtig und notwendig,
die Optik muss aber auch stimmen. Dabei
muss vieles beachtet werden. So muss z.B.
die Anordnung der Bilder untereinander,
aber auch von Text und Fotos so gewählt
sein, dass das Gesamtbild stimmt – der
Leser muss es verstehen können, er muss
aber gleichzeitig auch überrascht und be­
geistert werden. Vieles spielt sich da im
Unterbewusstsein ab, dem müssen wir
Rechnung tragen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen mit
dieser Ausgabe eine Menge an Begeisterung.
Ihre Jenny Lortz, Layout
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Samstag, 10. Oktober 2015 in der ARCUS Sportklinik Pforzheim
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Masiar Sabok Sir
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in unserem Verlag – ein Blick hinter die Kulissen
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02.15 medicalsports network
5
Prävention
VERLETZUNGSPRÄVENTION
Stabilisations- und Sensomotoriktraining im Jugendfußball
Mathias Kolodziej, medizinisches Leistungsund Rehabilitationszentrum Orthomed, Dortmund
Ausfallschritt auf instabile Unterlage mit Rumpfrotation (frontal)
Ausfallschritt auf instabile Unterlage mit Rumpfrotation (seitlich)
Einbeinstand auf instabiler Unterlage mit Zurückpassen des Balles
Einbeinstand auf instabiler Unterlage mit angewinkeltem Schwungbein
6
medicalsports network 02.15
Epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass 45 % aller Sportunfälle im Fußball auftreten [7]
und am häufigsten das Sprunggelenk, das Kniegelenk und die Oberschenkelmuskulatur betreffen
[3, 4]. Spezielle Trainingsprogramme mit dem Schwerpunkt der Verbesserung der sensomotorischen
Leistungsgrundlage sind jedoch in der Lage, die Anzahl der Verletzungen deutlich zu reduzieren.
Ziel der vorliegenden Untersuchung war da­
her neben der Darstellung des allgemeinen
Verletzungsauftretens im Untersuchungs­
zeitraum ein Gruppenvergleich mit dem
Fokus darauf, ob die Verletzungsanzahl
durch ein neunmonatiges, integratives fuß­
ballspezifisches Stabilisations­ und Senso­
motoriktraining verringert werden kann.
Dafür wurden 38 Probanden aus zwei
Jugendmannschaften randomisiert in die
Kontroll­ und Interventionsgruppe verteilt.
Ergebnisse
Insgesamt traten bei den 38 Spielern inner­
halb des Untersuchungszeitraumes von neun
Monaten 26 Verletzungen auf:
Anteil der Verletzungen pro Spieler
5% 8%
50%
37%
Drei Verletzungen
Zwei Verletzungen
Eine Verletzung
Keine Verletzung
Schließt man Mehrfachverletzungen aus,
so hat sich im Durchschnitt jeder Spieler
0,68 Verletzungen zugezogen. Betrachtet
man die Verletzungsinzidenz pro 1.000 Fuß­
ballstunden, ergibt sich eine Verletzungs­
inzidenz von 2,38 Verletzungen. 20 der 26
Verletzungen (77 %) ereigneten sich im Spiel,
während sechs Verletzungen (23 %) im Trai­
ningsbetrieb auftraten. Legt man die Expo­
sitionszeiten zugrunde, führt dies zu einer
Verletzungsinzidenz von 9,75 Verletzungen
pro 1.000 Spielstunden sowie 0,67 Verlet­
zungen pro 1.000 Trainingsstunden. Mit­
hilfe der Prozentzahlen kann darauf ge­
schlossen werden, dass Verletzungen im
Spiel ca. drei­ bis viermal häufiger auftraten
als im Training.
92 % der Verletzungen traten an den un­
teren Extremitäten auf, während lediglich
8 % der Verletzungen an den oberen Extre­
mitäten gezählt wurden. Hinsichtlich der
unteren Extremitäten waren insbesondere
der Oberschenkel und das Sprunggelenk
besonders häufig betroffen. Sie machten
knapp 76 % aller Verletzungen aus:
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Verletzungslokalisation
8%
8%
Oberschenkel
4% 4%
Sprunggelenk
42%
34%
Knie
Hüfte
Schulter
Andere Lokalisation
Bezogen auf die verletzten Strukturen traten
insgesamt 39 % der Verletzungen am Kapsel­
bandapparat auf. 19 % der Verletzungen
betrafen den Bereich des Knochens und in
42 % der Fälle wurden Muskelverletzungen
genannt. Knorpelschäden traten nicht auf.
Bezüglich der Muskelverletzungen lässt
sich festhalten, dass die Zerrung (73 %), ge­
folgt vom Muskelfaserriss (18 %) und der
Prellung (9 %), die häufigste Art der Mus­
kelverletzung darstellt. Es zeigt sich, dass
insgesamt 58 % der Verletzungen durch
direkten Körperkontakt bzw. mit Gegner­
einwirkung und 42 % der Verletzungen ohne
Gegnereinwirkung verursacht worden sind.
Prävention
Mathias Kolodziej
„
Studium der Fächer Sport und Mathematik
an der TU Dortmund, Abschluss: Master of
Education mit Auszeichnung
wiesen ist, dass die Verletzungshäufigkeit in
der Interventionsgruppe signifikant kleiner
ist als in der Kontrollgruppe.
„
Seit 2011: Sporttherapeut und Athletiktrainer im medizinischen Leistungsund Rehabilitationszentrum Orthomed
Fazit
„
Tätigkeitsfelder: manuelle Trainingstherapie, präventives Gesundheitstraining,
medizinische Kräftigungstherapie, computeranalysegestützes Training (GENIUSRückenstraße), funktionelles Training
„
Lehramtsanwärter an der Robert-KochRealschule (Sportschule) Dortmund
Network
„
Physioathletiktrainer,
DSV Schneesportleiter Ski Alpin
[email protected]
Dabei sind Zweikampfsituationen (50 %)
diejenigen Situationen, in denen es am
häufigsten zu Verletzungen kommt. Es
folgen Sprinten (19 %), Landung (15 %),
Pressschlag (8 %) sowie Antritt und Ab­
stoppen (je 4 %). Betrachtet man die Ver­
letzungen, die aus einer Zweikampfsituation
resultierten, so betreffen diese in 84 % der
Fälle die unteren Extremitäten. Vergleicht
man die Verteilung der Verletzungen auf
die beiden Halbzeiten, so fällt auf, dass
Verletzungen in der zweiten Halbzeit (75 %)
dreimal häufiger auftreten als in der ersten
Halbzeit (15 %). Weiterhin lässt sich eine
Häufung der Verletzungen zum jeweiligen
Halbzeitende hin feststellen:
Anzahl der Verletzungen
Verletzungszeitpunkt im Spiel
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
0
Datenreihen1
8
1/3 1.HZ
2/3 1.HZ
3/3 1.HZ
1/3 2.HZ
2/3 2.HZ
3/3 2.HZ
1
1
3
2
4
9
Außerdem wird der starke Anstieg der
Verletzungshäufigkeit zum Ende der zwei­
ten Halbzeit bzw. ab dem zweiten Drittel
der zweiten Halbzeit deutlich. In diesem
Zeitfenster ereignen sich 65 % aller Verlet­
zungen im Spiel. Stellt man die Anzahl
verletzter Spieler im Untersuchungszeitraum
in der Interventions­ und Kontrollgruppe
gegenüber, zeigt sich eine deutlich gerin­
gere Anzahl von verletzten Spielern in der
Interventionsgruppe. Demnach beträgt der
Anteil verletzter Spieler in der Kontroll­
gruppe 63 % und in der Interventionsgruppe
37 %. Weiter beläuft sich die Anzahl der
Verletzungen in der Interventionsgruppe
auf 27 %, wohingegen er in der Kontroll­
gruppe 73 % beträgt. Somit zeigt sich eine
um den Faktor 2,7 bzw. 47 Prozentpunkte
niedrigere Anzahl der Verletzungen in der
Interventions­ als in der Kontrollgruppe.
Betrachtet man die Verletzungsinzidenz pro
1.000 Fußballstunden, so lassen sich 1,28
Verletzungen in der Interventionsgruppe
sowie 3,47 Verletzungen in der Kontroll­
gruppe festhalten. Führt man mit den vor­
liegenden Daten Tests der schließenden
Statistik (Permutationstest) durch, erhält
man folgende Ergebnisse:
Bei einem 5 %­Signifikanzniveau beläuft
sich der p­Wert auf 0.014, womit nachge­
Die Ergebnisse aus den vorliegenden Studien
der Fachliteratur zum Verletzungsauftreten
werden weitestgehend bestätigt. Es zeigt
sich, dass Fußball bereits im Kindes­ und
Jugendalter eine der verletzungsträchtigsten
Sportarten ist und Verletzungen vor allem
die unteren Extremitäten betreffen. Die
Ergebnisse des Gruppenvergleichs bestäti­
gen die Befunde zahlreicher Studien [1, 2,
5, 6, 8, 9] und zeigen sowohl bei der An­
zahl verletzter Spieler als auch bei der
Anzahl der Verletzungen einen deutlich
geringeren Wert in der Interventionsgruppe
auf. Demnach liegt in der vorliegenden
Studie eine signifikant geringere Anzahl
von Verletzungen in der Interventionsgruppe
vor. Die Effekte sind im Rahmen der Inter­
vention auf das durchgeführte Stabilisa­
tions­ und Sensomotoriktraining zurück­
zuführen. Aufgrund der Tatsache, dass
Trainingskonzepte zur Stabilität und Sen­
somotorik meist nur in professionellen Fuß­
ballvereinen durchgeführt werden, die über
weitreichendes Material, Personal mit weit
gefächertem trainingswissenschaftlichen
und sportmedizinischen Wissen sowie aus­
reichend finanzielle Mittel verfügen, wäre
es erstrebenswert, Spieler, Trainer sowie
Mitglieder von Vereinen jedweder Spiel­
stärke und Altersklasse über die Bedeut­
samkeit eines Stabilisations­ und Senso­
motoriktrainings aufzuklären.
Literatur beim Autor und bei seinem Artikel auf
www.medicalsportsnetwork.de
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Kardiologie
DYNAMISCHES
KRAFTTRAINING
Einsatz bei kardialen Erkrankungen
Dr. med. Roland Nebel,
Leitender Arzt Kardiologie medicos.Osnabrück
Prof. Dr. Birna Bjarnason-Wehrens,
Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin,
Deutsche Sporthochschule Köln
10
medicalsports network 02.15
Körperliche Aktivität und
­Training sind essenzielle
und längst evidenzbasierte
­Bestandteile der Therapie bei
­Patienten mit Erkrankungen
des Herz-Kreislauf-Systems –
einschließlich und insbeson­
dere in fortgeschrittenen
­Stadien wie z.B. beim Vor­liegen
einer chronischen Her­z­mus­kel­
schwäche (CHI), unabhängig
von deren ­Ätiologie.
Zahlreiche Untersuchungen sowie Meta­
analysen [1,2] weisen einen signifikanten
Effekt auf Symptomatik, Lebensqualität
und Prognose nach. Im Mittelpunkt des
therapeutischen Ansatzes von dynamischem
Krafttraining steht nicht der Einfluss auf
die (Ruhe-)Pumpfunktion des Herzmuskels,
sondern die Verbesserung der metabolischen
Situation des Körpers. In erster Linie werden
die Erhaltung und der Aufbau der aktiven
Muskelmasse, der Koordinationsfähigkeit,
der Mineralisation des Knochens sowie des
Insulin- und Glukosestoffwechsels ange­
strebt. In zweiter Linie werden ähnlich wie
beim Ausdauertraining, aber in niedrigerer
Ausprägung der Lipidstoffwechsel, systo­
lischer und diastolischer Blutdruck und
Ruhepuls positiv beeinflusst [3].
Dynamisches Krafttraining bedeutet somit,
die ohnehin altersbedingten Verluste von
Muskelmasse und -kraft sowie von Knochen­
masse und -dichte, die, krankheits- oder
inaktivitätsbedingt, im Rahmen von kata­
bolen Stoffwechselsituationen (CHI und
andere „konsumierende“ chronische Erkrank­
ungen), bei Frauen postmenopausal und
ggf. auch medikamentös-therapeutisch be­
dingt verstärkt sind, aktiv und gezielt zu
bekämpfen (Tabelle 1).
Einzug in die Herz-Kreislauf-Medizin
im Rahmen von kardiologischen Rehabili­
tations (CR)-Programmen der Phasen II
und III nach WHO erfuhr das überwachte
(dynamische) Krafttraining erst nach dem
Jahr 2000. Die begleitenden Studien wiesen
rasch Sicherheit und Effektivität dieser bis
dahin nicht akzeptierten Trainingsform
nach [3,4,5,6]. Bedenken gegen die Sicher­
heit von Krafttrainings im Allgemeinen
aufgrund einer antizipierten Erhöhung des
systolischen Blutdrucks während der
Durchführung bestanden initial und werden
auch heute noch vorgetragen. Eine aktuelle
europäische Metaanalyse an 1.012 Teil­
nehmern, die in 33 Studiengruppen mode­
rates dynamisches Krafttraining durch­führ­
ten, ergab nach ≤ 4-wöchigen Studiendauern
eine signifikante Reduktion des systolischen
(-3.9 (-4.3 bis -1.3) mmHg) und diastoli­
schen (-3.9 (-5.6 bis -2.2) mmHg) Blut­
drucks bei normotensiven und prähyperten­
siven Patienten sowie eine nichtsignifikante
Reduktion des systolischen (-4.1 (-4.6 bis
+1.4) mmHg) und diastolischen (-1.5 (-3.4
bis +0.4) mmHg) Blutdrucks bei hyperten­
siven Patienten [7].
Während des Krafttrainings kann es je­
doch zu Blutdruckerhöhungen kommen,
diese sind besonders ausgeprägt im Rahmen
des sogenannten Valsalva-Manövers, bei dem
es durch Verschluss der Stimmritze („Press­
atmung“) zu sehr hohen intrathorakalen
Druckanstiegen und in der Folge auch des
arteriellen Blutdrucks kommt. Die indivi­
duelle Blutdruckantwort hängt also ab von
„„ der Art des Krafttrainings
(isometrisch vs. isotonisch),
„„ dem Gewicht/der Intensität in Bezug
auf die persönliche Kraftkapazität
(„one-repetition-maximum“; 1RM),
„„ der involvierten Muskelmasse,
„„ der Anzahl der Wiederholungen/der
Dauer des Trainings,
„„ der Bewegungsgeschwindigkeit und
„„ der Pausendauer zwischen den Sets.
Tab. 1: Effekte von Krafttraining bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Verbesserung muskulärer Kraft
Verbesserung kardiovaskulärer Risikofaktoren
und Ausdauer
Verbesserung von Leistung
Gewichtsreduktion und -stabilisierung
und funktionaler Kapazität
Reduktion von Bewegungslimitationen Verbesserung der Insulinsensitivität,
unabhängig von Gewicht und Leistungsfähigkeit
Verbesserung der Funktionalität bei der Reduktion von systolischem
Ausübung von „activities of daily living“ und diastolischem Blutdruck
Sturzprophylaxe
Reduktion des Ruhepulses
Verbesserung von Selbstsicherheit,
Positive Beeinflussung der Blutlipidwerte (Erhöhung
psychosozialem Wohlbefinden und
von HDL-Cholesterin, Senkung von LDL-Cholesterin)
­sozialer (Re-)Integrität
Verbesserung der Lebensqualität (QoL)
02.15 medicalsports network
11
Kardiologie
Roland Nebel
1RM
„„
Facharzt für Innere Medizin –
Schwerpunkt Kardiologie, Sportmedizin,
­Ernährungsmedizin und Sozialmedizin
„„
Seit 2013: Leitender Arzt Kardiologie,
­medicos.Osnabrück
„„
2012: Leitender Arzt der Herzpark
­Mönchengladbach GmbH,
Kardiologische ­Rehabilitation
„„
2006-2012: Leitender Arzt Kardiologie
medicos.AufSchalke
Network
„„
Betreuung von Leistungs- und
F­reizeitsportlern, Kaderuntersuchungen
für die Deutsche Fußball Liga
(DFL und FIFA)
„„
Seit 2003: Vorträge und Seminare zu
den T­ hemen kardiovaskuläre Prävention
und Reha, Sportmedizin, Spiroergometrie
[email protected]
Birna Bjarnason-Wehrens
„„
Seit 1991 Mitarbeiterin im Institut für
Kreislauf­forschung und Sportmedizin an
der Deutschen Sporthochschule in Köln
„„
Hauptarbeitsgebiete unter anderem
­kardiologische Rehabilitation der Phase II
und Phase III
Network
„„
Von 2002 – 2010 Mitglied des Präsidiums
der D
­ eutschen Gesellschaft für Prävention
und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-­
Erkrankungen
„„
Seit 2005 Secretary of the Section Cardiac
Rehabilitation of the European Association
for Cardiovascular P­ revention and Rehabilitation of the European Society of Cardiology
Das „one-repetition-maximum“ (1RM), ein­
geführt und evaluiert in den 1980er-Jahren,
stellt unverändert den Goldstandard der
Testung dynamischen Krafttrainings dar
[8,9,10]. Definiert wird es als maximales
Gewicht/maximaler Widerstand, das/der
nur einmal nach Vorgabe des Gewichtes/
des Widerstandes mit korrekter Technik
ohne Einsatz von Ausgleichsbewegungen
und ohne Pressatmung bewegt werden kann.
Für die Bestimmung des 1RM hat sich ein
Standardprotokoll, das eine Einübungs­
phase für den Patienten beinhaltet, etabliert.
Die Testung kann auch bei kardialen Patien­
ten sicher durchgeführt werden [11,12,13].
Voraussetzung ist jedoch immer eine gute
Kommunikation zwischen Sportwissen­
schaftler und Patienten – einschließlich einer
Eingewöhnungsphase an die Geräte. Da­rü­
ber hinaus existieren Formeln zur Abschät­
zung des 1RM („prädiktives 1RM“), die
sich ebenfalls als machbar erwiesen haben
und eine aufwendige Testung­insbesondere
bei älteren und multimorbiden Patienten
ersetzen können [14,15]. Hierzu exis­tieren
bereits Kalkulatoren im Internet [16].
Entscheidend für die Risikominimierung
in Bezug auf die Entwicklung von Blutdruck­
spitzen während des dynamischen Krafttrai­
nings bei kardialen Patienten ist eine exakte
und zeitlich ausreichende Einweisung in
jedes Gerät, was eine gute Kommunikation
zwischen Sportwissenschaftler bzw. Thera­
peuten und Patienten zur Grund­bedingung
macht. In der Praxis ist diese Zeit in der in
Deutschland üblicherweise nur durchschnitt­
lich drei Wochen dauernden CR (Phase II)
Tab. 2: Implementierung von dynamischem Krafttraining bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen [18]
Aim
Intensity
Number of repetitions per muscle group
Training frequency
Initial stage (pre-training)
Implementation of exercise; Improvement
of self perception and coordination; learning to correctly perform exercise
< 30 % 1-RM
RPE ≤ 11
5 – 10
2 – 3 training units per week.
1 – 3 sets each unit
Improvement s­ tage I
Improvement of aerobic endurance
and coordination
30 – 50 % 1-RM
RPE 12 – 13
10 – 15
2 – 3 training units per week.
1 – 3 sets each unit
Improvement s­ tage II
Increase of muscle mass; I­ mprovement
of coordination
40 – 60 % 1-RM
RPE≤15
10 – 15
2 – 3 training units per week.
1 – 3 sets each unit
Improvement s­ tage III
Increase in muscle strength
60 to 80 % 1-RM
8 – 10
2 – 3 training units per week.
1 – 3 sets each unit
(> 60 % in selected patients)
(in selected patients in good clinical condition and with
heavy physical employment or those returning to sport)
1-RM=one repetition maximum; RPE=rate of perceived exertion
12
medicalsports network 02.15
oft nicht vorhanden. Der hierfür notwendige
zeitliche Rahmen findet sich häufig erst in
den ambulanten Herzgruppen, Nachsorge­
programmen der Sozialversicherungsträger
mit entsprechender Ausstattung des Zent­
rums oder insbesondere in (zu fördernder)
Eigeninitiative des Patienten. Bei der Durch­
führung des Trainings selbst sind zwei Fak­
toren essenziell – eine Einschränkung der
maximalen Wiederholungen während einer
Übung (Set) und eine ausrechend lange P
­ ause
zwischen den einzelnen Sets. Dabei tritt
offensichtlich und nicht ganz überraschend
die Intensität/der Widerstand beim dynami­
schen Krafttraining in den Hintergrund [17].
Tabelle 2 zeigt die aktuellen Empfeh­
lungen der europäischen Fachgesellschaft
zur Implementierung von dynamischem
Krafttraining bei kardialen Patienten in der
CR. Dabei wird detailliert auf verschiedene
Phasen eingegangen, zu denen bei der Ein­
führung („pre-training“) und in den drei
Stufen der Steigerung der Belastung („im­
provement stages I – III“) entsprechend
unterschiedliche Vorgaben existieren [18].
Weitere Studien
Eine aktuelle Metaanalyse aus dem Jahr
2012 untersuchte die Effekte von kombi­
niert aeroben Ausdauer- und (dynamischem)
Krafttraining vs. alleiniges aerobes Training
in zwölf Studien an 275 vs. 229 Patienten
auf Körper­zusammensetzung (Körperfett/
BIA), kardiovaskuläre Fitness (VO2peak)
und Lebensqualität (QoL; Ausschlusskriter­
ium war das Vorliegen einer s­tabilen CHI)
bei identischen Drop-out-Raten und ohne
Auftreten von relevanten unerwünschten
Ereignissen. Alle End­punkte wurden durch
das kombinierte Training im Vergleich zum
alleinigen aeroben Training jeweils signi­
fikant verbessert [19]. Somit ist einem
kombinierten Training mit dynamischem
Krafttraining der Vorzug gegenüber alleini­
gem (und oft nur umfangsorientiertem) Aus­
dauertraining zu geben.
Zu Patienten mit stabiler CHI existieren
zwar mehr, aber nur sehr kleine und in
Bezug auf die untersuchten Patientenkol­
lektive und Studiendesigns sehr inhomo­
gene Studien, eine Metaanalyse oder ein
Review liegen aktuell nicht vor. Einige der
Studien beinhalteten Muskelbiopsien. Trotz
fehlender Zunahme der Muskelmasse in den
oft nur kurzen Untersuchungszeiträumen
von wenigen Wochen bzw. (bis maximal
sechs) Monaten zeigten sich signifikante
Zunahmen der Muskelkraft und -ausdauer,
der Muskelfaserzusammensetzung und oxi­
dativen Kapazität, bei klinischen Para­me­
tern eine Zunahme der Gehstrecke im
6-­
Minuten-Gehtest (6MWT) und eine
Abnahme der Dyspnoe, gemessen an der
NYHA-­
Klassifikation [20,21,22]. Ein­
drucksvoll wurden diese Ergebnisse auch
bei Patienten nach Herztransplantation
(HTX) durch Muskelbiopsien bewiesen. Bei
nur eingeschränkter Möglichkeit eines
klassischen Ausdauertrainings bei fehlen­
der adäquater Steigerungsmöglichkeit der
Herzfrequenz in diesem Hochrisikokol­
lektiv mit weiterer muskulärer Dekonditio­
nierung durch die notwendige lebenslange
Immunsuppression waren auch hier Muskel­
kraft, Muskelfaserzusammensetzung und
Enzyme des Muskelmetabolismus signifi­
kant positiv verbessert [23].
Fazit
„how to“ – Integration von dynamischem
Krafttraining bei kardialen Patienten: Nach
entsprechend sorgfältiger Risiko­strati­f i­zier­­
ung (stabile Klinik, Zeitpunkt seit einem ggf.
vorliegenden Koronarereignis, Ein­
gangs-­
Be­lastungs-EKG, echo­k ardiographische
Bestimmung der linksventrikulären Pump­
funktion, ICD-­Träger, Beachtung von rele­
vanten Komorbiditäten) kann die in der
­Tabelle 2 wiedergegebene Empfehlung als
Grundlage dienen. Kontraindikationen ent­
sprechen denen zum Ausdauertraining.
Literatur bei den Autoren sowie auf dem Artikel unter
www.medicalsportsnetwork.de
Foto: © fotolia.de | nerthuz
» NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL können
für Leistungssportler TOTAL SINNLOS sein «
Dr. med. Klaus Pöttgen
Mannschaftsarzt Darmstadt 98, Medizinischer Leiter Ironman Germany 2002-2014
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Verband
­
BVMed: Aufnahme der Telekardiologie ins E-Health-Gesetz
Der Bundesverband Medizintechnologie
(BVMed) hat sich in einer Stellungnahme
zum Referentenentwurf des E-Health-­
Gesetzes für die Aufnahme der Telekar­
diologie ausgesprochen. Dabei geht es um
die telemedizinische Nachsorge von Schritt­
macherpatienten. In zahlreichen Studien
konnte nachgewiesen werden, dass die
Telekardiologie die Mortalität senkt, die
Lebensqualität der Patienten steigert und
hilft, Kosten zu sparen. Der BVMed schlägt
deshalb vor, konkrete Regelungen für die
Telekardiologie in das Gesetz aufzunehmen.
Die Anwendung der Telekardiologie wird in
den Richtlinien der „European Society of
Cardiology“ (ESC) und von der Deutschen
Gesellschaft für Kardiologie (DGK) emp­
fohlen. In Deutschland existieren bereits
einige vielversprechende regionale teleme­
dizinische Lösungen zur Versorgung von
Patienten mit Hilfe von kardialen Implan­
taten. Diese Insellösungen beruhen ent­
weder auf Förderprojekten oder Selektiv­
verträgen. Ziel dieses Gesetzentwurfes ist
jedoch, das Stadium der Insel­lösungen zu
verlassen und zu einer flächen­deckenden
Versorgung zu kommen. „Eine regelhafte
flächendeckende Versorgung ist nach heu­
tigem Stand allerdings nicht gewährleistet,
obgleich nach § 87 Abs. 2a SGB V eine
Abbildung von telemedizin­
ischen Leis­
tungen im Einheitlichen Bewertungsmaß­
stab (EBM) vorgesehen ist und der Bewer­
tungsausschuss den gesetzlichen Auftrag
hatte, bis zum 31. März 2013 hierfür eine
Lösung zu finden“, heißt es in der BVMed-­
Stellungnahme. Konkret schlägt der BV­
Med eine Ergänzung in § 87 Absatz 2a
SGB V vor, um eine Anpassung des EBM
für ärztliche Leistungen sowie die Erstat­
tung der dafür notwendigen Infrastruktur
und Sachkosten sicherzustellen. Die tele­
kardiologischen Leistungen sollten nach
Inkrafttreten der Regelung für einen
Zeitraum von fünf Jahren zusätzlich zur
morbiditätsbedingten Gesamtvergütung
refinanziert werden.
www.bvmed.de
DGU: Wissenschaftspreise
Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) schreibt auch 2015 wieder drei Wissenschafts­
preise aus: den mit 10.000 Euro dotierten Hans-Liniger-Preis zur Förderung des wissenschaftlichen
Nachwuchses, den ebenfalls mit 10.000 Euro dotierten Innovationspreis sowie den mit 2.500 Euro
­dotierten Promotionspreis.
Hans-Liniger-Preis 2015
Der nach ihrem Mitbegründer benannte
Hans-Liniger-Preis zur Förderung des
wissenschaftlichen Nachwuchses wird ver­
geben für besondere Leistungen aus den
Gebieten Unfallheilkunde, Versicherungs-,
Versorgungs- und Verkehrsmedizin oder
ihren Grenzgebieten. Bewerben können
sich unter anderem Ärztinnen und Ärzte,
Juristinnen und Juristen sowie Versicher­
ungsfachleute.
Preisgeld: 10.000 Euro
Einreichungsfrist: 31. Mai 2015
Innovationspreis 2015
Der Innovationspreis der DGU wird jähr­
lich von der Firma DePuy-Synthes gestif­
tet und dient der Förderung von Innovatio­
nen in der Unfallchirurgie. Er wird für
wissenschaftliche Arbeiten über diagnos­
tische oder anwendungstechnische Inno­
vationen vergeben, die zeitnah in die Patien­
tenversorgung einfließen können.
Preisgeld:
10.000 Euro
Einreichungsfrist: 31. Mai 2015
Promotionspreis 2015
Der Promotionspreis der DGU wird für
die beste eingereichte Dissertation aus den
Jahren 2013 bis 2015 im Fachgebiet Ortho­
pädie und Unfallchirurgie vergeben. Zur
Bewerbung zugelassen sind von der jewei­
ligen Fakultät angenommene Dissertatio­
nen in deutscher oder englischer Sprache
als Einzel- oder als kumulative Arbeiten
sowie der Erstautoren von Arbeitsgruppen.
Bewer­berinnen und Bewerber dürfen bei
Einreichung ihrer Dissertation bei der
­Fakultät das 32. Lebensjahr nicht über­
schritten haben.
Preisgeld: 2.500 Euro
Einreichungsfrist: 31. März 2015
www.dgu-online.de
14
medicalsports network 02.15
Rückblick
SPORTTHERAPIE & FASZIEN
Vom 31. Januar bis 01. Februar
2015 fand im Schloss Montabaur das
1. ARTZT Symposium mit dem diesjährigen Schwerpunkt Sporttherapie
und Faszien statt. medicalsportsnetwork war für Sie vor Ort.
In dem zweitägigen Symposium erläuterten
renommierte deutsche und internationale
Wissenschaftler und Experten den rund
170 Teilnehmern die Bedeutung von Faszien
und den Stellenwert von Faszien-Training.
Referenten wie Dr. Schleip, Direktor der
Fascia Reaserch Group an der Universität
Ulm, Klaus Eder, Physiotherapeut der
Deutschen Fußball Nationalmannschaft,
James Earls, Mit-Autor von „Fascial Release
for Structural Balance“, dem führenden
Werk zur Diagnose und Behandlung faszialer
Muster, Dr. Andreas Schlumberger, leitender
Athletiktrainer von Borussia Dortmund,
Sue Falsone, leitende Athletiktrainerin im
Team von Jürgen Klinsmann und viele andere
Experten referierten in ihren informativen
Vorträgen über die aktuellen Forschungs­
ergebnisse und standen den Teilnehmern
nach ihren Vorträgen das ganze Wochen­
ende für Fragen und Gespräche zur Verfü­
gung. In den praktischen Einheiten zur
instrumentengestützten Faszien-Therapie,
Faszien-Fitness und Trainingseinheiten mit
Orthopädie und
Unfallchirurgie für und mit
den Generationen X und Y
Hamburg
Themen
Alterstraumatologie
Arthrose
Bandverletzungen
Beckenfrakturen
Endoprothetik
Kinderorthopädie
Wirbelsäule
18.–20. Juni 2015
Hamburg
und ohne Kleingeräte lernten die Besucher
verschiedene Techniken kennen. Die
­Mischung aus Vorträgen, Workshops und
Diskussion hat die Veranstaltung zu einem
rundum gelungenen Event gemacht, das
im nächsten Jahr mit einem anderen Thema
und Top-Referenten wieder in Montabaur
zu Jahresbeginn stattfinden wird.
Weitere Infos unter: www.artzt.eu
AD
63. Jahrestagung
Norddeutsche Orthopäden- und
Unfallchirurgenvereinigung e. V.
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Programm, Anmeldung und Informationen: www.nouv-kongress.de
Forschung
KREBS UND SPORT
Ein ungewöhnliches Paar?!
Prof. Dr. med. Christian H. Siebert, Chefarzt der Klinik für Orthopädie
und Sporttraumatologie, Paracelsus Klinik Hannover-Langenhagen
16
medicalsports network 02.15
Heutzutage muss Krebs als eine chronische Erkrankung gewertet
werden; sie stellt die zweithäufigste Todesursache nach Herz-­
Kreislauf-Erkrankungen dar. Körperliche Aktivität bzw. Sport
wirken sich positiv auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden
der Betroffenen aus. Gerade im Bereich von Depressionen und
­starken Erschöpfungszuständen kann der Sport Positives bewirken [1].
In einer immer älter werdenden Gesell­ Sport als Krebsmedikament:
schaft nimmt auch die Zahl der Krebspa­ ­Therapieempfehlungen
tienten zu. In Amerika wurde im Jahr 2010 Wiskemann konnte zeigen, dass Sport als
über 13,8 Mio. „Cancer Survivors“ berich­ supportive Therapie bei der Krebstherapie
tet, während man in Deutschland aktuell zu einer höheren Therapiecompliance, einer
von mehr als 3 Mio. ausgeht [14]. Im Ver­ besseren kardiorespiratorischen Fitness so­
lauf der letzten 20 – 30 Jahre hat ein deut­ wie zu einem positiven Körperbild führen
licher Wandel in der Wahrnehmung der kann. Die therapieassoziierten Nebenwir­
Rolle des Sportes bei Krebspatienten statt­ kungen der Krebsbehandlung konnten ge­
gefunden [10]. Während damals noch bessert werden, während die Prognose bzw.
­körperliche Schonung befürwortet wurde, die Rezidivraten positiv beeinflusst werden
wird heute von einem Betreuerteam (meist konnten. Eine Belastung von neun MET-h
bestehend aus Onkologen, Sportmedizinern, (metabolic equivalent task-hour)/Woche
Übungsleitern und Physiotherapeuten) die bzw. 18 MET-h/Woche, führen bei 41 %
Aktivierung der Patienten über Sportinter­ der Mamma-CA-Patienten bzw. 57 % der
ventionsprogramme vorangetrieben. Ins­be­ Colon-CA-Patienten zu einer verbesserten
sondere Ausdauer- und Krafttraining s­ tehen Gesamtmortalität [17]. Der biologische
im Mittelpunkt der „Survivor­
ship-Pro­ Wirkmechanismus bleibt unklar, wobei in
der Literatur die Rolle von Wachstums­
gramme“ [4, 14].
Bereits im Jahr 1985 hat die American faktoren, Hormonen, Immunsystem und
Cancer Society über die canceroprotektive Antioxidantien diskutiert wird. Auch in
Wirkung von Sport berichtet. Hier wurde aktuellen Arbeiten wird auf „Forschungs­
insbesondere eine verbesserte Stresstole­ lücken im Bereich der biologischen Mecha­
ranz und Nachtruhe bei psychoprotektiven nismen“ hingewiesen [13]. Aufgrund der
und therapeutischen Effekten beschrieben. heterogenen Patientenkollektive fehlen kon­
Ein positiver Effekt lässt sich studientech­ trollierte Interventionsstudien [12]. Zwi­
nisch bereits bei Colon-, Mamma- und schenzeitlich sind zwar Metaanalysen von
Endometriumskrebs nachweisen [12]. Wenn randomisierten kontrollierten Studien
man dann noch berücksichtigt, dass Über­ durchgeführt worden, die die körperliche
gewicht ein Risikofaktor bei der Tumor­ Aktivität von Krebspatienten beschreiben,
entstehung im Bereich des Dickdarms, der jedoch gibt es weiterhin keine allgemein­
Bauchspeicheldrüse, der Speiseröhre und gültigen Aktivitätsempfehlungen [5].
Im Vordergrund der Sporttherapie bei
der Brustdrüse darstellt, wird die zentrale
Rolle von Sport offensichtlich [15]. Allein Krebserkrankungen steht sicherlich das
schon durch ein tägliches „Walking-­ Erschöpfungssyndrom. Die sogenannte
Programm“ kann bei 7.409 Schritten für „Cancer related fatigue“ ist bei einer Inzi­
Patienten mit Brustkrebs eine geringere denz von 70 – 80 % ein omnipräsentes Pro­
Rezidivrate bei gesenkter Mortalität nach­ blem, das häufig mit Depressionen ver­
gesellschaftet ist [8]. Das Fatigue-Syndrom
gewiesen werden [6].
02.15 medicalsports network
Christian H. Siebert
„„
Chefarzt der Klinik für Orthopädie und
Sporttraumatologie, Paracelsus Klinik
­Hannover-Langenhagen
„„
Facharzt für Orthopädie; Facharzt für
­Chirurgie/Unfallchirurgie, Zusatzweiter­
bildungen u.a. Sportmedizin
„„
Seit 2006 außerplanmäßiger Professor der
Medizinischen Hochschule Hannover
Network
„„
Ehem. Kaderarzt Deutscher Basketball
Bund; Mannschaftsarzt Telekom Baskets
„„
Vizepräsident Behinderten Sportverband
Niedersachsen
„„
Präsident der Sektion SportorthopädieSporttraumatologie der DGOOC
[email protected]
weist als Krankheitszeichen Antriebslosig­
keit, Abgeschlagenheit und Müdigkeit auf
[10]. Körperliche Inaktivität stellt für ver­
schiedene Tumorerkrankungen wie z. B.
Brust- und Dickdarm-CA einen eigen­
ständigen Risikofaktor dar [10]. Blanchard
hat 2008 zeigen können, dass nur 20 – 40 %
der Krebspatienten körperlich aktiv sind,
sodass das „Krebsmedikament“ Sport und
Bewegungstherapie häufig unterdosiert ist.
Sport sollte eine Rolle bei der Primär- und
Sekundärprävention spielen und ein festes
Element der sportiven Krebstherapie sein [3].
17
Forschung
Kontraindikationen be­
stehen bei peripheren
Neuropathien und star­
ker Kachexie (>35 %
Gewichtsverlust). Labor­
technisch gelten Throm­
bozytenwerte von < 20.000 µl,
Hämoglobin <8 g/dl und eine ausgeprägte
Leukopenie als Kontraindikationen. Nach
einer Bestrahlung sollte eine 72­stündige
und nach Chemotherapie eine 24­stündige
Belastungskarenz eingehalten werden [2].
Besondere Vorsicht ist nach einer kardio­
toxischen Chemotherapie geboten. Zusätz­
liche Kontraindikationen zur Belastung
können frische Thrombosen oder Embolien,
stabilitätsgefährdende Knochenmetastasen
oder Osteolysen sein [11]. Bei einem stabilen
Zustand kann aber drei­ bis sechsmal die
Woche ein 20­ bis 60­minütiges Training
mit moderaten Intensitäten durchgeführt
werden.
Trainingsempfehlungen sollten dem indi­
viduellen Allgemeinzustand und den Pati­
entenpräferenzen angepasst werden. Bei
Steigerungsbedarf sollte nach einer Einge­
wöhnungsphase von ca. drei Wochen am
ehesten der Trainingsumfang erhöht wer­
den, bevor die Trainingsintensität ausge­
weitet wird [10]. Die American College for
Sports Medicine empfiehlt, Inaktivität zu
vermeiden und so früh wie möglich in den
Sport zurückzukehren. Ein Training 3­ bis
5 Tage/Woche mit 30 Minuten Dauer er­
scheint sinnvoll, wobei gegebenenfalls in
Anbetracht kardiovaskulärer oder respira­
torischer Einschränkungen das Trainings­
programm modifiziert werden soll. Eine
Kombination aus Ausdauer und Krafttrai­
ning erscheint empfehlenswert. Auch heute
bleiben aber die Fragen nach einer optimalen
Trainingsdosis, der Patientensicherheit und
ein sicherer Umgang mit Schwesterge­
schwülsten offen.
Krafttraining und
Trainingsempfehlungen
Sport in der Kinderonkologie
Zum Thema Krafttraining gibt es Studien
bei nicht metastasierenden Tumorerkran­
kungen, vor allem Mamma­ und Prostata­
CA, die eine Verbesserung bei der Leistungs­
fähigkeit, Stimmung, Knochendichte und
der oben genannten Fatigue­Problematik
beschreiben. Die Empfehlung lautet: 2 – 3/
Woche, 45 – 75 Minuten mit Gerätetraining
oder Kleingewichten die körperliche Aktivi­
tät zu realisieren. Ein Leistungsspektrum
von 60 – 85 % der maximalen Leistungs­
fähigkeit ist ausreichend [18]. Kontraindi­
kationen für ein Krafttraining werden bei
Osteoporose, Knochenmetastasen, insta­
bilem Narbengewebe sowie ausgeprägten,
schmerzhaften Lymphödemen und schwer­
wiegenden Begleiterkrankungen gesehen.
Kushi et al. haben 2006 eine moderate kör­
perliche Aktivität 5/Woche von mindes­
tens 30 Minuten – gemäß der American­
Cancer­Society­Empfehlung – angeraten
[7]. Bereits Belastungen von 18 MET­h/
Woche (entspricht vier Stunden zügiges
Walken) können zu einer signifikanten
Reduktion der krebsspezifischen Mortali­
tät führen [9].
18
Auch bei Kindern haben sich Sportinter­
ventionsprogramme im Rahmen der Krebs­
therapie als positiv herausgestellt [16]. In
der pädiatrischen Onkologie wird auch eine
krebspräventive Wirkung von Sport be­
schrieben. Im Anschluss an das Rehabili­
tationsprogramm wird eine Wiedereinglie­
derung in den Vereins­ bzw. den Schulsport
angestrebt. Für die Auswirkungen von Sport
im Bereich der pädiatrischen Onkologie
gibt es derzeit noch weniger Evidenz als im
Erwachsenenbereich [16].
Fazit
Sport und Krebs passen auf dem ersten
Blick nicht immer zusammen, aber körper­
liche Inaktivität stellt einen eigenständigen
Risikofaktor für verschiedene Tumorer­
krankungen dar. Der althergekommene
Ansatz „Krebspatienten müssen sich scho­
nen“, konnte zwischenzeitlich durch meh­
rere Studien widerlegt werden. Die meisten
Empfehlungen, die für andere chronische
Erkrankungen, aber auch Seniorensport
gelten, können bei Krebspatienten Anwen­
dung finden, wobei Kontraindikationen zu
berücksichtigen sind. Die Zusammenarbeit
von Onkologe und Sportmediziner können
Rezidiv­ und Mortalitätsraten senken und
die Lebensqualität der Krebspatienten
deutlich verbessern.
Literatur beim Autor und bei dem Artikel auf www.medicalsportsnetwork.de
Foto: © istockphoto.com | Ralwel
Es besteht durchaus die Möglichkeit, „Sport“ bei Krebspatienten zu verordnen. Als
„ergänzende Leistung“ kann die Verordnung von Rehabilitationssport anhand des
Musters 56 „Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport“ erfolgen.
Entsprechende Übungsleiter mit spezieller Ausbildung und Krebssportgruppen können
vor allem bei den regionalen Behindertensportverbänden angefragt werden. Weiteres
Informationsmaterial ist beim Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ([email protected]) zu erfragen. „Krebspatienten
profitieren in fast jeder Krankheitssituation davon, körperlich aktiv zu
sein, oder sich sportlich zu betätigen. Die heute bekannten Vorteile von
Bewegungen: Verringertes Risiko für viele mögliche Krankheits- und
Behandlungsfolgen. Wer sich bewegt, fühlt sich seltener erschöpft
und bleibt meist leistungsfähiger.“
medicalsports network 02.15
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verfahrenstechnik und Plasmatechno­
logie IGVP, Universität Stuttgart,
2
Fraunhofer-Institut für Grenzflächenund Bioverfahrenstechnik IGB, Stuttgart
1
20
medicalsports network 02.15
Unser Körper besteht aus zahlreichen sehr unterschiedlichen
Geweben und O
­ rganen, die jeweils einen charakteristischen ­makround ­mikroskopischen Aufbau aufweisen. Um diese Strukturen möglichst naturgetreu nachzubilden, benötigen wir Fertigungsprozesse,
die uns hinsichtlich der Formgebung keine Grenzen setzen. Additive
­Fertigungsverfahren – häufig auch als „3D-Druck“ b
­ ezeichnet –
­sollen dies ermöglichen.
Biomimetischen Gewebeersatz aus patien­
ten­eigenen Zellen, individuell zugeschnit­
ten, einfach ausdrucken – noch klingt es
wie Science Fiction. Aber Wissenschaftler
glauben, dass genau das in Zukunft mög­
lich sein wird. Und nicht nur als Implanta­
te, sondern auch als Testsysteme werden
biomimetische, das heißt die Natur nach­
ahmende Gewebeanaloga benötigt, um bei­
spielsweise den Effekt von Pharmazeu­tika
oder chemischen Substanzen möglichst
ohne Tierversuche bewerten zu können.
Natürliche Gewebe erfüllen im Organis­
mus hochkomplexe Aufgaben. Ihre Formen­
und Funktionen haben sich im Verlauf der
Evolution immer weiter verfeinert und sind
in vielerlei Hinsicht optimiert. Um Gewebe
aufzubauen, die ebenso gut funktionieren
wie die natürlichen, benötigen wir Herstell­
ungsprozesse, die uns hinsichtlich der Form­
gebung möglichst keine Grenzen setzen.
Die richtige Technik macht’s –
­Bioprinting
Additive Verfahren bieten diesbezüglich
große Flexibilität: Mit ihrer Hilfe können
dreidimen­
sionale Objekte, die zuvor am
Computer entworfen wurden, Schicht für
Schicht aufgebaut werden.
Gleichzeitig benötigen wir Materialien,
die den Eigenschaften biologischer Gewebe
angepasst werden können. Diese sogenann­
ten Biomaterialien müssen dann so aufbe­
reitet werden, dass sie mittels additiver
Verfahren verarbeitet werden können.
Der Forschungszweig, der sich mit dem
Aufbau von biologischen Strukturen mit­
hilfe von additiven Fertigungsverfahren
02.15 medicalsports network
befasst, wird als Bioprinting bezeichnet.
Die Idee dabei ist, die einzelnen Elemente,
das heißt Zellen und Biomaterialien, be­
reits während des Aufbauprozesses in eine
Anordnung zu bringen, die der eines natür­
lichen Gewebes ähnelt. Dabei spricht man
auch von Bottom-up- oder De-novo-Auf­
bau. Durch die Produktion eigener extra­
zellulärer Matrix der Zellen und ihre Fähig­
keit zur Selbstorganisierung sollen diese
Basisgewebe dann zu bioartifiziellen, funk­
tionalen Geweben reifen.
pH-Wert von 7,4. Dafür eignen sich
insbeson­dere Dispensierverfahren und der
Inkjet-Druck.
Beim Inkjet-Druck wird eine Suspension
aus Biomaterial und Zellen („Biotinte“) von
einem speziellen Druckkopf über feine
Düsen in Form von Tröpfchen abgegeben.
Durch die Kombi­nation unterschiedlicher
Matrixmaterialien und Zellen könnten da­
mit in Zukunft ­
Gewebe mit Bereichen
unterschiedlicher Zelldichte und Zell­arten
sowie mit spezifisch zusammengesetzter
extrazellulärer Matrix erzeugt werden.
Neue Materialien
für das Inkjet-Bioprinting
Für den Inkjet-Druck werden dünnflüssige
­Lösungen benötigt. Bisher werden für das
Ink­jet-Bioprinting insbesondere Lösungen
der Biopolymere Alginat und Fibrin genutzt,
da beide durch Zugabe eines Vernetzers zu
Hydrogelen vernetzt werden können [1].
Allerdings sind sie nicht ideal als biofunk­
tionale Matrix für den Aufbau von Geweben
wie Haut, Gelenkknorpel oder Fettgewebe
geeignet. Alginat wird aus Meeresalgen
Verschiedene additive Ferti­gungs­­ gewonnen und Fibrin bildet die Haupt­
verfahren mit unterschiedlichen
komponente von Blutgerinnseln – es f­ ehlen
­Anforderungen und Potenzialen
die für die extrazelluläre Matrix spe­
zi­
Allen additiven Verfahren gemein ist, dass fischen Ankerstellen für Zellen. Wir be­
am Computer erstellte Objektgeometrien fassen uns am Fraunhofer-Institut für Grenz­
mittels ­
auto­
matisierter Prozesse Schicht flächen- und Bioverfahrenstechnik IGB
für Schicht als reale Objekte gefertigt wer­ sowie am Institut für Grenzflächenverfah­
den. Dabei können beispielsweise laserba­ renstechnik und Plasmatechnologie IGVP
sierte Prozesse zum Einsatz kommen, die der Universität Stuttgart daher mit der ge­
schichtweise Materialien aushärten. Andere­ zielten Entwicklung von geeigneten Bio­ma­
Verfahren basieren auf der dreidimensio­ terialien für das Bioprinting. Insbeson­dere
nalen Stapelung viskoser Materialien durch werden Materialsysteme aus Biomolekülen
Extrusion feiner Filamente. Damit können erforscht, die direkt aus der natürlichen
Gerüststrukturen erzeugt werden, die an­ extrazellulären Matrix gewonnen werden.
schließend mit Zellen besiedelt werden.
Einen Schritt weiter geht der Ansatz, Die Natur als Vorbild – Biotinten
Zellen direkt in eine Matrix einzubringen, aus lebenden Zellen und Bio­
die der nati­ven extrazellulären Matrix der molekülen der nativen Gewebe
Zellen entspricht, nämlich in unterschied­ Um die Funktion der Zellen zu erhalten,
lich feste, wasserhaltige Gele – sogenannte scheint eine möglichst naturnahe Nach­
Hydrogele. Für diese Anwendung sind Ver­ bildung der nativen extrazellulären Matrix
fahren erforderlich, die die Verarbeitung von hoher Bedeutung. Zur Darstellung von
mimetischen Hydrogelsystemen wer­
der wasserbasierten Materialsys­teme unter bio­
physiologischen Bedingungen erlauben, den an den beiden Stutt­garter Instituten
also beispielsweise bei 37 °C und einem deshalb biologische Moleküle eingesetzt:
21
Forschung
Die Autoren beschäftigen sich mit der Entwicklung von Biotinten auf Basis von Bio­
molekülen aus nativen Geweben für den Aufbau von biomimetischen Geweben mittels
­Inkjet-Druckverfahren. Von links nach rechts: Dr. Eva Hoch (IGVP), Dr. Achim Weber
(IGB & IGVP), Dr. Kirsten Borchers (IGB), Prof. Dr. Günter Tovar (IGVP & IGB)
Eva Hoch
„„
„„
„„
„„
Studium der Biologischen Chemie
an der Hochschule Mannheim
2013: Promotion an der Universität
­Stuttgart, Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie IGVP
Postdoktorandin am IGVP,
Universität Stuttgart
Forschung zum Thema „Bioprinting“
Achim Weber
„„
Studium der Chemie
an der Universität Stuttgart
„„
Seit 2011 stellv. Leiter der Abteilung
Grenz­flächentechnologie und Material­
wissenschaften am Fraunhofer-Institut
für Grenzflächen und Bioverfahrens­technik IGB
„„
Seit 2006 Leiter der Gruppe Partikuläre
­Systeme und Formulierungen
[email protected]
achim.weber @ igb.fraunhofer.de
Kirsten Borchers
Günter E.M. Tovar
„„
Studium der Biologie und Physik für das
­höhere Lehramt und Promotion an der
­Universität Stuttgart
„„
Studium der Chemie an der TH Darmstadt,
der Université de Bordeaux und am
C.N.R.S. CEMES, Toulouse
„„
Seit 2007 Wissenschaftlerin am
Fraunhofer IGB
„„
Promotion am MPI für Polymerforschung,
Mainz und an der Universität Mainz
„„
Arbeitsschwerpunkt: Entwicklung von
­Bio­materialien aus Biomolekülen der natürlichen extrazellulären Gewebematrix
„„
Habilitation an der Universität Stuttgart
(Fachgebiet Physikalische Chemie)
„„
Außerplanmäßiger Professor am IGVP der
­Universität Stuttgart sowie Sprecher der
Fraunhofer-Allianz Nanotechnologie
kirsten.borchers @ igb.fraunhofer.de
guenter.tovar @ igb.fraunhofer.de
22
­ ydrolysiertes und damit wasserlöslich
H
­gemachtes Kollagen (Gelatine) und Glyko­
saminoglykane (Polysaccharide).
Die besondere Herausforderung bei der
For­mulierung der biobasierten Biotinten be­
steht in der Einhaltung aller genannten
Anforderungen: Sie dürfen eine Viskosität
von etwa 10 mPa s nicht überschreiten, sie
müssen zu stabilen Hydrogelen mit gewebe­
ähnlichen mechanischen und biologischen
Eigenschaften vernetzen und alle Kompo­
nenten müssen für Zellen ungiftig sein.
Die Biomoleküle werden chemisch so
modifiziert, dass die Viskosität der Biotin­
ten kontrolliert werden können [2]. Durch
zusätzlich eingeführte vernetzbare Gruppen
können aus den Lösungen stabile Hydro­
gele erzeugt werden. Durch Variation des
Vernetzungsgrades und des Feststoffgehalts
kann die Festigkeit der biobasierten Hydro­
gele eingestellt werden – von weichem Fett­
gewebe bis hin zu festem Nasenknorpel [3].
Herausforderung – Regeneration
von Gelenkknorpel
In einem Projekt zum Aufbau von künstli­
chen Geweben mittels Inkjet-Bioprinting
wurde ein Gewebe gewählt, das beispiels­
weise aufgrund der fehlenden Vaskularisie­
rung vergleichsweise einfach aufgebaut ist:
der ­Gelenkknorpel. Gelenkknorpel besitzt
nur eine geringe Selbstheilungs­kapazität.
Knorpeldefekte, die beispielsweise durch
degenerative Gelenk­
erkrankungen oder
traumatische Läsionen hervorgerufen wur­
den, sind daher nahezu irreversibel und
resultieren häufig in einer fortschreitenden
Zerstörung des betroffenen Gelenks.
Eine vielversprechende therapeutische
Behandlungsmethode ist die matrix-asso­
ziierte autologe Chondrozytentransplanta­
tion (MACT), bei der ein geeignetes Träger­
material mit Chondrozyten des Patienten
besiedelt wird und die so erzeugten Knorpel­
mimetika in den Knorpeldefekt implan­
tiert werden. Dabei zeigt sich, dass der
Aufbau von Gelenkknorpel bei Weitem
nicht so simpel ist, wie er auf den ersten
Blick scheint. Er besitzt wie viele andere
native Gewebe einen charakteristischen
zonalen Aufbau. Beispielsweise steigt der
medicalsports network 02.15
Polysaccharidgehalt vom Gelenkspalt zum
Knochen kontinuierlich an. Außerdem
gibt es Zonen mit hoher Zelldichte sowie
zellfreie Zonen.
Die extrazelluläre Matrix von Gelenk­
knorpel besitzt außerdem herausragende
mechanische Eigenschaften. So zählt Ge­
lenkknorpel zu den festes­ten Geweben un­
seres Körpers, ist gleichzeitig elastisch und
weist dabei einen sehr hohen Wassergehalt
auf. Wie passt das zusammen? Die Antwort
liegt in dem komplexen Zusammenspiel
der einzelnen Matrixkomponenten. Kolla­
genfasern bewirken die hohe Zugfestigkeit
des Gewebes, während die negativ geladenen
Polysaccharide das Gewebe zu einem hoch
hydratisierten Hydrogel machen und dem
Knorpel so Druckfestigkeit verleihen. Um
die inneren Knorpelstrukturen eines Tages
möglichst naturgetreu nachbilden zu können,
wird ein Baukasten biobasierter Materialien
für präzise Dosierverfahren wie den Ink­
jet-Druck entwickelt.
Stabilisierung von Knorpelzellen
– die richtige Matrixzusammensetzung bringt Biofunktionalität
Knorpelzellen, die aus ihrer natürlichen
Umgebung, also der natürlichen extrazellu­
lären Matrix im Knorpel, herausgenommen
werden, um sie zu vermehren, verändern
ihre Form (Morphologie) und Eigenschaf­
ten. Wie wir beobachteten, ändert auch die
Einkapselung der expandierten Zellen in
dreidimensionale Gelatine-Hydrogele daran
zunächst nichts. Allerdings zeigt die Hydro­
gel-Zusammensetzung einen deutlichen
Einfluss auf das Verhalten der Zellen. In
Hydrogelen, die außer Gelatine auch Poly­
saccharide enthalten, wiesen die Chondro­
zyten eine zelltypische kugelige Morpho­
logie und geringe Zellteilungsaktivität auf.
Derartige Hybrid-­Hydrogele stellen dem­
nach ein vielversprechendes 3D-System zum
Aufbau von Knorpelersatzgewebe dar.
Zell-Matrix-Systeme
als Biotinte für Gewebedruck
Das Baukastenprinzip der Modifizierung
der Bio­
moleküle aus der extrazellulären
Matrix mit vernetzbaren und nicht-vernet­
02.15 medicalsports network
A
C
B
1000 μm
Inkjet-Bioprinting.
A: I n den Gelatine-basierten Biotinten werden lebende Säugerzellen s­ uspendiert
und gedruckt. Die Verwendung von Hydrogelsubstraten, die zuvor in Zellkulturmedium
­gequollen wurden (rosa Gele), verhindert das Austrocknen der gedruckten Strukturen.
B: E ine L­ ebend/Tot-Färbung zeigt, dass die Zellen nach erfolgtem Druck lebendig
(grüne Färbung der Zellen) und zur Vermehrung fähig sind.
C: Drucker mit Mikrodispenser-Kopf und integrierter UV-Lampe.
zenden Einheiten ermöglicht es, die Eigen­ „„ Sie basieren auf Biomolekülen
schaften der unvernetz­ten Lösungen und der
der natürlichen extrazellulären Matrix.
vernetzten Hydrogele unabhängig vonein­ „„ Sie können den mechanischen
ander einzustellen. Dadurch sind die Ma­
­Eigenschaften unterschiedlicher Gewebe
terialien einerseits zur Nachbildung von
angepasst werden [3].
Gewebeeigenschaften geeignet und können „„ Sie können mittels additiver digitaler
andererseits als Biotinten mittels Inkjet-­
Verfahren wie dem 3D-Druck zu beliebi­
Druck verarbeitet werden [2]. Dass die ent­
gen Strukturen verarbeitet werden [2,4].
wickelten Biotinten für das Inkjet-Bioprin­
ting mit lebenden Zellen geeignet sind, Damit haben sie ein hohes Potenzial, in
zeigten entsprechende Druckversuche mit Zukunft zum Aufbau von funktionalen
lebenden Chondrozyten – diese nahmen eine Gewebeersatzmaterialien beizutragen.
Reise durch den Druckkanal nicht übel.
Literatur
Biomimetische Biomaterialien –
ein Modell für die Zukunft
Die dargestellten Materialsysteme besitzen
damit drei Eigenschaften, die sie für den
Aufbau funktionaler Gewebemodelle be­
sonders qualifizieren:
[1] Malda, J. et al. (2013) Adv. Mater. 25, 5011 –5028.
[2] Hoch, E. et al. (2013) J. Mater. Chem. B 3, 5675 –5685.
[3]Hoch, E. et al. (2012) J. Mater. Sci. Mater. Med. 23, 2607 –2617.
[4] Engelhardt, S. et al. (2011) Biofab. 3, 025003.
Fotos:
© Fraunhofer IGB, Stuttgart
© istockphoto.com | Artem_Egorov
23
Spezialausgabe
AZ: 11.05.
Erscheint im Juni
24
medicalsports network 02.15
medicalsports
network
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Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation & Medizintechnik
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„„
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25
Therapie
AKUT-RSWT
Akute radiale Stoßwellentherapie – neue Konzepte und Möglichkeiten bei Fußballprofis
Prof. Dr. med. Christoph Schmitz, Anatomische Anstalt,
Ludwig-Maximilians-Universität München
Akut-RSWT kommt auch
bei den Spielern vom
ACF Fiorentina zum Einsatz.
Die medizinische und physiotherapeutische Behandlung von Fußballprofis während der Saison stellt eine einzigartige Herausforderung
an alle Beteiligten dar. Nach Verletzungen wollen viele Spieler so
schnell wie möglich wieder fit und einsatzbereit sein, um ihren Platz
in der Mannschaft nicht zu v­ erlieren. Aber auch während eines Spiels,
z.B. in der Halbzeitpause, gilt es, den Spieler möglichst schnell wieder fit zu machen. Eine interessante und innovative Methode stellt
dabei eine Behandlung mit radialer Stoßwellentherapie (Akut-RSWT)
dar. In diesem Artikel soll dieses neue Konzept vorgestellt werden.
26
Als „gelernter“ (d. h. habilitierter) Ana­tom,
aber auch approbierter Arzt, waren extra­
korporale Stoßwellen für lange Zeit mein
wissenschaftliches Hobby und wurden von
2008 bis 2009 als „Interna­tional Business
Development Manager Orthopaedics“ bei
der Firma EMS mein Hauptberuf. In dieser
Zeit habe ich begonnen, zusammen mit
­Ä rzten und Physiotherapeuten von Profi-­
Fuß­
ballvereinen neue Konzepte zur Be­
hand­lung von Spielern während der Saison
medicalsports network 02.15
mit radialer Stoßwellentherapie (RSWT)
zu entwickeln, die sich ganz erheblich
von den in der ortho­pä­di­schen Fachli­
teratur publizierten „normalen“ Behand­
lungskonzepten mit RSWT z. B. beim
Fersenschmerz oder Tennis­
ellbogen
unterscheiden. Wesent­liche Elemente
dieser „akut-RSWT“ sind die tägliche
Behandlung mit RSWT, der primäre
Fokus auf (legaler) Leistungssteigerung
und Schmerzfreiheit der Spieler ohne
Beabsichtigung einer möglichst raschen­
Ausheilung sowie der Einsatz von
RSWT bereits wenige Stunden bzw.
Tage nach einer Verletzung. Diese neuen
Konzepte werden mittlerweile mit gro­
ßem Erfolg­­von Vereinen in den USA,
Brasilien, Ecuador, England, Italien und
Norwegen eingesetzt (jeweils in der
höchsten Spielklasse) – und seit Kurzem
nun auch in der Fußball-Bundesliga.
Wichtig: Bei diesem Konzept geht
es nicht darum, eine möglichst
­rasche Ausheilung zu erreichen.
Vielmehr findet eine Anwendung
der Akut-RSWT gleich während des
Spiels, in der Halbzeit, unmittelbar
nach dem Spiel, aber auch im
alltäg­lichen Trainingsbetrieb
statt, sodass der Spieler im Idealfall ­keine sofortige Ausfallzeit hat.
Steffen Tröster, Physiotherapeut des
Bundesligisten FSV Mainz 05, bei der
Anwendung der Akut-RSWT bei Spielern
des FSV Mainz 05.
02.15 medicalsports network
Im Folgenden wird keine konkrete Be­
handlung beschrieben, sondern vielmehr
der wichtige Aspekt zur Schaffung der
richtigen Voraussetzungen für die An­
wendung der Akut-RSWT bei Fuß­
ballprofis.
1. Vertrauen schaffen
Am Anfang steht immer das persön­liche
Gespräch, bei dem oftmals zunächst eine
Menge völlig berechtigten Misstrauens
zu überwinden ist. Typische Fragen
­dabei sind „Funktioniert das wirklich?“,
„Ist das kein verstecktes Doping?“,
„Ergeben sich aus den Behandlungen
keine unkalkulierbaren Risiken für die
Spieler?“, „Wie soll ich dem Spieler er­
klären, dass bestimmte RSWT-Behand­
lungen unangenehm sein müssen, um
zu wirken?“, „Welche Kombinationen
mit anderen Behandlungsformen sind
sinnvoll?“ und „Wo sind die Grenzen?“.
All dies kann mittlerweile gut erklärt
werden, vieles davon auf der Basis
­unseres heutigen Wissens über die mo­
lekularen und zellu­lären Wirkmecha­
nismen von Stoßwellen am Stütz- und
Bewegungsapparat (siehe unten).
2. Infrastruktur etablieren
Als wir vor ca. einem Jahr bei dem ital­
ienischen Serie A-Team ACF Fiorentina
mit dem Einsatz der „akut-RSWT“ be­
gannen, kam die Frage nach der Not­
wendigkeit von Bildgebung auf. Aus
meinen Erfahrungen bei den Olym­
pischen Spielen 2004 in Athen, 2008
in Peking (siehe dazu auch Henne M,
Schmitz C. Stoßwellentherapie –
­Mythos oder Evidenz? medicalsports­
network, Ausgabe 05.11) und insbeson­
dere 2012 in London weiß ich, wie
wichtig gerade bei Spitzensportlern
möglichst eindeutige Diagnosen sind
und wie gut man daran tut, insbeson­
dere bei Teilanrissen von Sehnen und
Bändern allerhöchste Vorsicht walten zu
lassen. Dementsprechend geht im Be­
handlungsraum beim ACF Fiorentina
nahe­zu jeder RSWT eine Ultraschall­
untersuchung voraus. Natürlich ersetzt
27
Therapie
Christoph Schmitz
meinert werden. Jeder Verein hat eigene
Strukturen im medizinisch/phy­sio­thera­
peu­tischen Bereich, jeder Arzt und jeder
Physiotherapeut einen eigenen „Back­
ground“, eigene Vorerfahrungen und eigene­
Vorlieben. Dementsprechend verfolgt jeder­
Verein, der die Akut-RSWT anwendet, auch
sein hoch individuelles (und hoch indivi­
dualisiertes) Konzept.
4. In Wirkmechanismen denken
„„
Inhaber des Lehrstuhls für
Neuroanatomie an der LMU München
„„
2008 bis 2011 International Business
­Manager Orthopaedics und Medical
­Scientific Officer bei EMS Electro
Medical Systems S.A.
„„
Forschungsschwerpunkt (u.a.): molekulare
und zelluläre Wirkmechanismen extra­
korporaler Stoßwellen am Stütz- und
­Bewegungsapparat
[email protected]
dies nicht den Einsatz von Magnet­reso­nanz­
tomografie (MRT), anderen bildgebenden
Verfahren oder weiterer Dia­gnos­tik, wann
immer das indiziert ist.
3. Herantasten
Nachdem das Vertrauen in die Möglich­
keiten der Akut-RSWT hergestellt ist, die
wichtigsten Dinge erklärt und im Behand­
lungsraum diagnostisches Ultraschallgerät
und Stoßwellengerät installiert sind, sollten
Mannschaftsärzte und Physiotherapeuten
zunächst einmal schrittweise selbst Erfah­
rung sammeln. In dieser Zeit bin ich ei­
gentlich immer per E-Mail, Handy, SMS
und WhatsApp erreichbar, um Fragen sofort
zu beantworten, wenn sie aufkommen, z. B.
auch während einer Halbzeitpause oder
direkt nach einem wichtigen Abschluss­
training. Diese Phase ist wahrscheinlich
die wichtigste bei der Implementierung der
Akut-RSWT, und sie kann nicht verallge­
28
Während der Phase des Herantastens
kommen üblicherweise viele Fragen bezüg­
lich der Behandlungsweise und -dauer auf.
Wegen der praktischen Unmöglichkeit einer
wissenschaftlichen Validierung der AkutRSWT, nach den Kriterien der evidenzba­
sierten Medizin können diese Fragen oft­
mals aber kaum direkt beantwortet werden
(siehe Infokasten). Hier verweise ich gerne
auf unser heutiges Wissen über die moleku­
laren und zellulären Wirkmechanismen
von Stoßwellen am Stütz- und Bewegungs­
apparat, aus denen vieles hergeleitet wer­
den kann. Die Kurse der Swiss DolorClast
Academy (www.swissdolorclastacademy.
com), die allen Interessierten offen stehen,
sind dabei eine verlässliche Quelle des
­jeweils aktuellen Stands des Wissens. Alle
Trainer der Academy haben selber eine
umfangreiche Schulung erfahren.
5. Konzepte etablieren
und ausbauen
Bestimmte Erkrankungen und Verletzun­
gen, die insbesondere bei Fußballspielern
gehäuft auftreten, können durch den Ein­
satz von Akut-RSWT schnell und effektiv
behandelt und oftmals sogar komplett ver­
mieden werden. Es ist faszinierend zu erle­
ben, dass Spieler, für die wegen chronischer
Achillodynie oder Patella-Tendinopathie die
Saison eigentlich zu Ende gewesen wäre,
dank Akut-RSWT die komplette Saison
durchspielen können. Für die Vereine macht
sich die Investition in die Akut-RSWT
bereits um ein Vielfaches bezahlt, wenn sie
wegen schnellerer Rehabilitation nach und
besserer Prävention von Verletzungen auch
nur einen einzigen Spieler weniger im Kader
benötigen.
„„
Seit 2007 staatlich anerkannter
­Physiotherapeut (Praehagruppe
­Kerpern/Horrem)
„„
2011 Diplom-Sportwissenschaftler
­( Training & Leistung, Deutsche­Sporthochschule Köln)
„„
2014 Osteopath BAO – Institut für
­angewandte Osteopathie
„„
2011-2012 medizinische Abteilung –
­Junior Team FC Bayern München
„„
2012 bis heute im Team der medizin­
ischen Abteilung FSV Mainz 05
Fazit
Die Akut-RSWT eröffnet völlig neue Pers­
pektiven für die Behandlung von Fußball­
profis, sowohl bei der Rehabilitation nach
als auch bei der Prävention von Verletz­
ungen. Dabei profitieren alle Beteiligten,
d. h. die Spieler, die Trainer und der Verein.
Die Behandlungskonzepte der Akut-RSWT
unterscheiden sich dabei ganz e­ rheblich von
den „normalen“ Behandlungskonzepten mit
RSWT, die primär auf möglichst schnelle
Ausheilung ausgelegt sind. Dagegen stehen
bei der Akut-RSWT die Leistungssteige­
rung und Schmerzfreiheit der Spieler im
Vordergrund.
Fallbeispiele aus der Fußball Bundesliga
folgen in einer der nächsten Ausgaben.
Fotos: ©
www.violachannel.tv | © Steffen Tröster
medicalsports network 02.15
BEST
PRACTICE
}
Die „normalen“ Behandlungskonzepte mit RSWT am
Stütz- und Bewegungsapparat wurden in einer Vielzahl
von wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert.
Will man aus der Fülle dieser Publikationen die wirklich
besten und aussagekräftigsten klinischen Arbeiten von
einer tatsächlich unabhängigen Instanz (vergleichbar
einer Verbraucherzentrale) zusammengestellt haben,
lohnt sich ein Blick in die sogenannte „PEDro“-Datenbank des „Centre for Evidence-Based Physiotherapy“
des „The George Institute for Global Health“, ange­
gliedert an die Universität von Sydney in Australien
(www.pedro.org.au). Bis zur Drucklegung dieses Artikels
enthielt die PEDro-Datenbank insgesamt 20 Publika­
tionen zur RSWT, von denen 15 mit dem Swiss DolorClast (Electro Medical Systems, Nyon, Schweiz) durch­
geführt wurden (eine deutschsprachige Zusammen­stellung
dieser PEDro-Inhalte ist beim ­Ver­fasser erhältlich). Viele
dieser 15 Publikationen v­ erdanken wir den Kollegen
Prof. Jan-Dirk Rompe (­ heute Alzey), Prof. Ludger
­Gerdesmeyer (heute Kiel) und Prof. Markus Maier (heute
Starnberg); an zwei d­ ieser 15 Arbeiten hat der Verfasser
selbst mitgewirkt. Gemeinsam ist den diesen Publikationen zugrunde­liegenden Behandlungskonzepten (i)
ein randomisiert-kontrollierter Ansatz (d.h. der Vergleich zu einer alternativen Therapie bzw. Placebo­
behandlung), (ii) der Einsatz von RSWT erst nach
einer Karenzzeit von m
­ ehreren Wochen bis Monaten
mit klassisch-konserva­t iver Therapie ohne Erfolg, (iii)
der Verzicht auf den s­ ystematischen Einsatz von bild­
gebenden Verfahren wie Ultraschall und MRT vor der
­Behandlung mit RSWT, (iv) die dreimalige Applikation
von RSWT im Abstand von einer Woche, (v) der weitest­
gehende Verzicht auf zusätzliche Behandlungsformen
neben der RSWT und (vi) die Schonung der Patienten
während des Behandlungszeitraums.
SDC - Y
EM
ACAD
.COM
Ein solches Behandlungskonzept ist bei Fußballprofis
während der Saison praktisch nicht anwendbar. Aus
­einer Vielzahl von Gesprächen mit Ärzten und Physiotherapeuten von Profi-Fußballvereinen hat sich ergeben, dass randomisiert-kontrollierte Studien zu neuen
Behandlungskonzepten im Profisport nahezu unmöglich
sind. Dies ist auch der Grund, warum es diese neuen
Konzepte­wohl leider kaum schaffen werden, in Exzellenz-Datenbanken wie PEDro aufgenommen zu werden.
Darüber hinaus kommt bei Verletzungen von Fußball­
profis nur äußerst selten eine einzige Behandlungs­form
zur ­Anwendung.
02.15 medicalsports network
JETZT MIT SPEZIALTRAINING
DER RADIALEN STOSSWELLENTHERAPIE IM PROFI-FUSSBALL
29
Therapie
SPEZIELLE GELENKERNÄHRUNG
Strukturverbesserung von Knorpelschäden?
Dr. med. Norbert Dehoust, Lehrstellenleiter Ausbildung „Manuelle Medizin“
im Rehabilitationskrankenhaus der Universität Ulm
30
medicalsports network 02.15
Nachdem sich in den letzten Jahren einschlägige Autoren in den entsprechenden Magazinen und Fachzeitschriften mit Ratschlägen
für eine gesündere Ernährung im Leistungssport und auch im Amateursport überschlagen, wird es selbst für den informierten
„Anwender“ immer schwieriger, sich ein
klares Bild vom Sinn oder Nutzen möglicher
„Sonderernährung“ zu machen.
Da sich in nicht wenigen Fällen auch noch eine genetische
Disposition (Familienanamnese!) zur frühzeitigen degene­
rativen Gelenkveränderung dazugesellt, der Wunsch nach
sportlicher Belastung aber auch noch nach wie vor als
wesentlicher Quell der Lebensfreude empfunden wird, ist
das Streben nach Informationen – „was man sonst noch
so tun kann“ – in der Prävention und Therapie von Ge­
lenkerkrankungen und Knorpelschäden im Sport unge­
brochen. Der Laufsport hat in den letzten Jahren einen
rasanten Zuwachs bekommen, und zwar nicht nur auf den
„Kurzdistanzen“, der üblichen Joggingstrecke des Herz­
Kreislauf­Trainingskandidaten, sondern gerade auch in den
gelenkbelastenden Langdistanzen, was auch der Anstieg
der Angebote für Laufbewerbe in der Marathondistanz
sowie die weltweit massiven Zunahmen von Ironman­
Veranstaltungen unter Beweis stellen. In der sportmedi­
zinisch orientierten Praxis ist daher ein Zuwachs an
Gelenkproblemen durch Trainingsvorbereitung und Lauf­
aktivitäten zu verzeichnen, für die es nahezu durchgän­
gig einheitliche Empfehlungen bezüglich der stato­dyna­
mischen und sportartspezifischen Trainingsprophylaxe gibt.
Im ernährungsmedizinischen Ansatz der Prävention
oder gar Therapie von Knorpelschäden gibt es dagegen
außerordentlich kontrovers diskutierte Meinungsäuße­
rungen, was auch keineswegs verwundert, da sich in
diesem Feld ein massiver Interessenkonflikt einer Viel­
zahl von Anbietern spezieller „Sonderernährung“ und der
etablierten klassischen Pharmaindustrie widerspiegelt.
Selbst der Sportmediziner tut sich gegenüber seinen
Sportlern schwer, in dem Wirrwahr aus Mangel an
Grundlagenwissen über den Aufbau des Knorpels und
den Metabolismus des Knorpelstoffwechsels einerseits
sowie den als „State of the Art“ dargestellten Postulaten
der gutachterlichen Kommissionen anderseits Empfeh­
lungen bezüglich ernährungsmedizinischer Prävention
auszusprechen. Umso problematischer, wenn man die
Tatsache berücksichtigt, dass im Verlauf der Entstehung
einer degenerativen Gelenkerkrankung von einem Knorpel­
volumenverlust von 2 – 6 % pro Jahr ausgegangen werden
02.15 medicalsports network
31
P
Witten 07
Therapie
Abb. 1: Längsschnitt – Kniegelenk vor der
Einnahme einer speziellen Nahrungsergänzung, frontale Ansicht 2° Chondropathie des (1) medialen und (2) lateralen
Gelenkfachs.
Abb. 2: Längsschnitt - Kniegelenk frontale
Ansicht (1) mediales und (2) laterales
Gelenkfach 3 Monate nach der Einnahme
der speziellen Nahrungsergänzung.
Ergebnis: Rückbildung des (1) Knorpelödems, Reorganisation und (2) Nivellierung der Knorpeloberflächen.
Abb. 3: Querschnitt - Kniegelenk vor der
Einnahme einer speziellen Nahrungsergänzung, horizontale Ansicht 3° Chondropathie des retropatellaren Knorpels mit (1)
Usuren und (2) Knorpeleinriss, mittig und
an der medialen Facette.
Abb. 4: Querschnitt – Kniegelenk, retropatellares Knorpelprofil 3 Monate nach der Einnahme einer speziellen Nahrungsergänzung.
Ergebnis: Deutliche Knorpelreorganisation,
(1) nivelliertes Oberflächenprofil, Ödemreduktion und (2) Risskonsolidierung.
muss. Hierbei wäre ein Stopp des Fort­
schreitens der Gelenk veränderung schon
als Erfolg zu werten.
Knorpelschäden nur eine kaum beachtete
Rolle. In den Verbindungen Sulfit, Sulfat
und Sulfid ist Schwefel Bestandteil der
Aminosäuren Methionin, Cystein, Cystin,
Homocystein, Homocystin und Taurin.
Mit Ausnahme der beiden schwefelhaltigen
Vitamine Thiamin und Biotin können alle
Schwefelkomponenten aus einer Grund­
komponente, dem Methionin, synthetisiert
Rolle des Schwefels
Wenn man die besondere Bedeutung des
Schwefels im Rahmen des Knorpelstoff­
wechsels betrachtet, so spielte er in der
Vergangenheit bei der Behandlung von
32
werden. Alle vorgenannten Schwefelkom­
ponenten dienen wiederum als wesentliche
Bausteine der Knorpelmatrix (Proteogly­
kanaggregat) bildenden Stoffe Glucosa­
minsulfat und Chondroitinsulfat. Hyaliner
Knorpel ist ein ganz besonderes Gewebe,
es wird im Wachstum Kollagen Typ 2 und
gewebespezifisches Glucosaminoglykan
(GAG) eingebaut, die insbesondere Schwe­
fel für ihre Biosynthese benötigen. Nach
Wachstumsabschluss zum Ende der Puber­
tät zeigen diese Glucosaminoglykane im
gesunden Knorpel einen extrem langsamen
Auf­ und Abbau bis zu T1/2 von 3,5 – 25
Jahren [1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10­13, 14, 15].
Eine ungenügende Aufnahme von
Schwefel mag im gesunden Knorpel keine
wesentlichen Probleme bereiten. Dies ändert
sich aber drastisch, wenn eine Schädigung
des Knorpels im Rahmen einer degenerativen
Entwicklung vorliegt. In der ersten Phase
der beginnenden Strukturveränderung
nimmt der Umbau der Glucosaminogly­
kane drastisch zu [2, 5, 6, 7, 16, 8, 9, 17,
10­13, 14, 15, 18, 19). In dieser Phase kann
sich ein ungenügendes Angebot an Schwefel
auf die vom Knorpel eingeleitete Regene­
ration fatal auswirken. Autoren wie Rizzo
et al. [20] fanden im degenerativ veränder­
ten Knorpel einen Schwefelgehalt von nur
noch einem Drittel dessen, was ein gesun­
der Knorpel enthält. Cordoba und Nimni
[7] halten daher bei beginnenden degenera­
tiven Veränderungen eine Substitution von
Schwefel weit über bisherige Mengenemp­
fehlungen hinaus für sinnvoll. Da wir seit
vielen Jahren Amateur­ und Profisportler
(wie auch Deutsche Meister und Welt­
meister) aus dem Bereich der Ausdauer­
disziplinen betreuen und behandeln, haben
wir diese Empfehlungen in praktischer An­
wendung schon seit nunmehr 13 Jahren um­
gesetzt und Erfahrungsberichte gesammelt.
MRT-Kontrollverläufe
Die deutsche Medizinlandschaft lässt sich auf
dem Boden der „Evidence based medicine“
mit Erfahrungsberichten kaum beein­
drucken, deshalb haben wir die ernährungs­
medizinischen Supplementierungsansätze
mit Schwefelspendern jetzt auch mit einer
medicalsports network 02.15
Serie von MRT­Kontrollverläufen bei den
Patienten gekoppelt. Im nachfolgenden
Beispiel wird die Veränderung der Knor­
pelstruktur nach einer 3­monatigen Ein­
nahmedauer von einer Kombination mit
Schwefelspendern (Arthrobonum®) dar­
gestellt, die bei dem Patienten auch mit
einem Verschwinden der Kniegelenksbe­
schwerden bei gleichbleibenden Belastungs­
gewohnheiten korreliert. Zur Differenzie­
rung struktureller Veränderungen sowie
zur Darstellung in höchster Auflösung der
Knorpelmatrix (Knie) wurden Feinschnitt
T1­, T2­ und protonengewichtete (PD) –
Aufnahmen erstellt (Abb. 1 – 4).
Norbert Dehoust
13 Jahren gezeigt, dass insbesondere dann,
wenn in der Familienanamnese Auffällig­
keiten bezüglich der Häufung von degene­
rativen Gelenkerkrankungen vorlagen (ge­
netische Disposition), die positiven Effekte
JOIN glObal fItNess
at fIbO: 9 - 12 aPRIl 2015
Organised by
www.fıbo.de
„
Niedergelassen in Herrsching am Ammersee
„
Lehrstellenleiter Ausbildung „Manuelle
Medizin“ im Rehabilitationskrankenhaus
der Universität Ulm
„
Geschäftsführer MBZ (Medizinisches
Beratungszentrum Herrsching) und
wissenschaftlicher Berater
„
Vorstand der österreichischen Arbeitsgemeinschaft für „manuelle Medizin“ in Graz
„
Behandelnder Arzt einer Vielzahl von
Hochleistungssportlern (Triathlon, Leichtathletik, Eishockey, Golf und Skisport)
[email protected]
messegelände köln | exhibition centre cologne
fachbesucheRtIckets ONlINe
uNd aN deR tageskasse
internationale leitmesse für fitness,
wellness & gesundheit
Facharzt für Allgemeinmedizin
Network
Fazit
Eine grundsätzliche Vorhersage, wer von
einem ernähr ungsmedizinischen Ansatz
mit der Supplementierung von Schwefel­
spendern in entsprechenden Dosierungen
profitiert, lässt sich hieraus nicht ableiten,
allerdings hatte es sich in den vergangenen
„
bei einer frühzeitigen präventiven Supple­
mentierung mit Schwefelspendern erfolg­
versprechend waren.
Literatur beim Autor und seinem Artikel auf www.medicalsportsnetwork.de
Foto: © istockphoto.com | Mableen
Training
KÖRPER-COACH
Das komplexe System Mensch
Lamar Lowery, Lamar Functional Training Akademie,
­Großen-Buseck
34
medicalsports network 02.15
Lamar Lowery
Der menschliche Körper stellt ein Gesamt­
kunst­werk von äußerster Komplexität dar.
Verschie­dene Körpersysteme und deren
­einzelne E­ lemente­ermöglichen durch ihr
­stän­diges ­Zusammenspiel die Funktionen,
die u
­ nser L­ eben bestimmen. Damit dieses
­Zusammenspiel intakt ist, müssen die einzelnen ­Organe – ä­ hnlich wie alle Zahnrädchen und Bauteile ­einer Maschine – direkt
oder i­ndirekt ­mit­einander verbunden sein.
Das Skelett, das dem Körper Halt und Form gibt,
ermöglicht solche Verbindungen. Über ein Gerüst aus
Knorpeln und Knochen, aber auch über das über­
greifende Netzwerk an Faszien haben nahezu alle
Organe Kontakt zueinander und werden gleichzeitig­
geschützt. Lebenswichtige Stoffe wie rote Blutkörper­
chen zum Sauerstofftransport und Mineralsalze haben
wir ebenfalls unseren Knochen zu verdanken. Viel­
fältige Rezeptoren in den Faszien sorgen darüber
hinaus für einen umfangreichen Informationsaus­
tausch. In seiner heutigen, dem jeweiligen Lebens­
raum angepassten „Bauweise“ ist der Mensch das
Ergebnis eines langen evolutionären Prozesses.
Vier Säulen menschlicher Bewegung
Wenn man sich die menschlichen Bewegungen ein­
mal­unvoreingenommen betrachtet, können wir un­
sere­natürlichen Funktionen ganz einfach beschreiben.
Das sind die natürlichen Aufgaben unseres Körpers,
wie er sich bewegt, seinen Nutzen und seine Funk­
tionen. Wenn man die Funktionen des Körpers kennt,
kann man ganz einfach ableiten, was funktionales
Training ist.
1. Säule: Stehen und Bewegung
Die erste Säule unserer Bewegungen ist „Stehen und
Bewegung“, womit man den Körperschwerpunkt
linear verlagern kann (Abb. 1).
2. Säule: Ebenenwechsel des Körperschwerpunkts
Hier ist die Entwicklung von „Ebenenwechseln“ von
Bedeutung. Ebenenwechsel sind Bewegungen des
Rumpfes und der unteren Extremitäten oder eine
Kombination aus beiden Vorgängen, die so den
Körpermittelpunkt erhöhen oder erniedrigen. Dabei
kann der Schwierigkeitsgrad der Übungen durch
verschiedene Körperpositionen beliebig gesteigert
werden (Abb. 2).
02.15 medicalsports network
35
„„
Diplom-Sportwissenschaftler
„„
Personal-Trainer und Gründer der Lamar
­Functional-Training-Akademie
„„
1989 – 1994 Army Physical Fitness Master bei der US Army
„„
Seit mehr als 25 Jahren in Deutschland im Bereich des
Personal-Trainings tätig, vor allem für Führungskräfte
­großer Unternehmen, Prominente und ausgewählte
­Privatpersonen
[email protected]
Training
Abb. 2: Säule 2: Ebenenwechsel
des Körperschwerpunkts.
Abb. 3: Säule 3: Ziehen und
Drücken.
Abb. 1: Säule 1: Lauf gegen Widerstand.
Ebenen der Bewegung, auf denen wir uns bewegen. Die senk­
rechte Ebene teilt uns in eine rechte und eine linke Seite. Die
frontale Ebene unterscheidet zwischen vorne und hinten und die
horizontale Ebene ist die Rotationsebene, die oben und unten
trennt. Obwohl diese drei Ebenen der Bewegung verschieden
sind, schließt die menschliche Bewegung alle drei mit ein. Das heißt,
dass die meisten unserer Bewegungen in mehreren Ebenen liegen,
oder aus allen drei Ebenen gleichzeitig bestehen. Selbst wenn man
an Bewegungen denkt, die nur in einer Ebene liegen, kann man
andere Ebenen durch Bewegungen der Gliedmaßen hinzufügen.
Abb. 4: Säule 4: Rotation –
­Richtungswechsel und Dreh­
momenterzeugung.
Abb. 5: Durch den Einsatz ausgewählter Kleingeräte wie z. B. Gewichte und
elastische Bänder kann das Training
ideal an die vorhandenen Alltags­
gegeben­heiten angepasst werden.
3. Säule: Ziehen und Drücken
Die dritte Säule der menschlichen Bewegung ist das Ziehen und
das Drücken. Mit diesen Bewegungen verlagert man das Gleich­
gewicht des Körpers unter Einsatz des Oberkörpers (Abb. 3).
4. Säule : Rotation – Richtungswechsel
und Drehmomenterzeugung
Die über Kreuz laufende Verschaltung im Gehirn bringt uns zu
der wichtigsten Säule der menschlichen Bewegung, dem Richtungs­
wechsel und der Drehmomenterzeugung. Diese Säule beschreibt
den Teil der über Kreuz laufenden Nervenverbindungen der
menschlichen Bewegung (Abb. 4).
Drei Ebenen der Bewegung
Als weiteres Element unserer Bewegung wollen wir uns mit der
dreidimensionalen Natur unserer Umwelt beschäftigen. Jeden Tag
bewegen wir uns in einer Umgebung, die uns 360° für mögliche
Bewegungen bietet. Wir unterteilen nun unsere Umwelt in die
drei Ebenen der Bewegung. Die senkrechte (sagittale) Ebene, die
frontale Ebene und die horizontale (transversale) Ebene sind die
36
Functional Training
Functional Training betrachtet genau diese Komplexität der mensch­
lichen Bewegung und schult insbesondere die intra- und intermus­
kuläre Koordination. Diese beiden Koordinationsarten benötigen
wir, um den natürlichen Aufgaben unseres Körpers mit seinen
vielschichtigen Funktionen gewachsen zu sein. Dabei werden
beim funktionellen Training nicht nur einzelne Muskeln isoliert
trainiert, sondern gesamte Muskelketten und somit Bewegungs­
muster aus dem täglichen Leben. Durch den Einsatz ausgewählter
Kleingeräte wie z. B. Gewichte und elastische Bänder kann das
Training ideal an die vorhandenen Alltagsgegebenheiten ange­
passt werden und die täglich anfallenden Bewegungsabläufe können
simuliert und abgestimmt trainiert werden (Abb. 5).
Effekte und Aufbau des funktionellen Trainings
Functional Training sensibilisiert für den richtigen Umgang mit
dem Körper und baut Stressfaktoren durch richtiges Körpermanage­
ment gezielt ab. Die Basis jeder Aktivität besteht in der Entwick­
lung und Stabilisierung der individuellen und körpergerechten
Bewegungsausführung. Functional Training steigert gezielt das
Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit und sorgt für Kräf­tigung
und Stärkung der Problemzonen wie Bauch- und Rückenmusku­
latur. Functional Training eignet sich hervor­ragend für optimierte
Rehabilitation und wertvolle Verletzungsprophylaxe. Wir haben
beim Functional Training eine „lose“ Struktur, die den jeweiligen
Bedürfnissen der Trainier­enden angepasst wird und mit den Anfor­
medicalsports network 02.15
derungen wächst. Daher eignet sich Functional Training für
alle Altersgruppen, ob Kind, Jugendlicher, Erwachsener
oder Senior, denn Functional Training besteht aus einfach
durchzuführenden Übungen, bei denen jeder Ausübende
den Schwierigkeitsgrad selbst bestimmen kann.
Ein Gesamtkörperkonzept für Jung und Alt
Würden alle guten Vorsätze, die sich Millionen Menschen
zum Jahresabschluss gegeben haben, gehalten, wären viele
schlank und hätten einen Waschbrettbauch. Die neuartigen
Fitness-Trends geben kaum noch Spielraum für Ausreden,
sich vor sportlicher Betätigung zu drücken. Um die Energie­
potenziale von Körper, Geist und Seele optimal für beruf­
liche und private Herausforderungen zu nutzen, greife ich
auf meine Kompetenzen im Training von Ausdauer, Körper­
koordination und Biomechanik zurück, die ich fortlaufend
erweitere. Die Einheit neurologischer und muskulärer Ab­
läufe im Sinne einer harmonischen, dreidimensionalen Be­
wegung steht im Zentrum meines Leistungsspektrums. Es
ist mir wichtig, die individuellen Anforderungen des ein­
zelnen Kunden mit ihm gemeinsam herauszuarbeiten, um
sie dann in der praktischen Arbeit umzusetzen. Meine men­
tale Begleitung ist in diesen operativen Part eingebettet,
um auch auf der Ebene von Motivation und Wirksamkeit
beste Ergebnisse zu erreichen. So wird mein individuelles
Functional Training in der Lamar Akademie immer mehr
zum PT-Room-Coaching, denn es geht weit über ein rein
funktionelles Training hinaus. Neben dem Wissen, das jeder
Leistungssportler ein ganzes Team an Fachkräften (Ärzte,
Physiotherapeuten, Fitness- und Mental-Coach etc.) um
sich herum hat, geben mir meine jahrelangen Trainingser­
fahrungen recht, dass vor allem Firmenmanager einen Kör­
per-Coach benötigen. Durch das Training fühlen gerade
sie sich wach und fit und sind bereit, sich durchzukämpfen.
In diesen Berufen ist es wichtig, Führungsfunktionen zu
übernehmen. Diese Funktion wird am ehesten einer Person
mit einer kraftvollen Ausstrahlung und Statur zugesprochen.­
Functional Training
mit Konzept
uns
Besuchen Sie
in Köln
auf der FIBO
2015
09. - 12. April
E
Halle 07, 52
Fazit: Ziele des Trainings
„„
„„
„„
„„
„„
„„
„„
„„
„„
Grundlegende Veränderung der Figur und Physis
Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit
Auch in stressigen Phasen die Fitness nicht
aus den Augen verlieren
Ganzheitliches Training für Körper, Psyche und Geist
Wesentliche Verbesserungen in der der
Konzentrations­f äh­ig­keit und körperlichen
und geistigen Leistungsfähigkeit
Freude, Motivation, weniger Beschwerden,
weniger Krankheitstage
Erhöhung der Körperspannung
Mehr Kraft, mehr Energie
Gerade für Führung
02.15 medicalsports network
37
Komplexe und alltagsnahe Bewegungsabläufe treffen auf
innovative Trainingsgeräte
Optimale Flächennutzung für ein funktionelles, präventives
und rehabilitatives Training
Nutzbar für das Einzeltraining, im Gruppentraining oder im
Wechsel für das Zirkeltraining
www.pt-room.de
Rehabilitation
VERSTECKTE KRAFT
Bedeutung der neurobiologischen Kohärenz
Jürgen Woldt, Inhaber und Geschäftsführer do it bewegungsstudios, Herne
38
medicalsports network 02.15
Sie werden immer moderner, ausgetüf telter und spezialisierter –
Trainingsmaschinen in Gesundheitsanlagen und Rehabilitationseinrichtungen. Es ist ein Wettbewerb um Perfektion im Detail, bei dem
neueste Forschungserkenntnisse danach streben, die Funktionalität
des menschlichen Körpers in seinem Bewegungsverhalten bei der
Entwicklung von Geräten immer besser zu berücksichtigen.
Innovative Details
Beispielhaft ist die hier für Gerätehersteller
schon zum Alltag gehörende Berücksichti­
gung biomechanischer Aspekte zur Vermei­
dung von Zwangslagen innerhalb einer
Bewegung oder zur Beachtung der Er­
kenntnis, dass Widerstandsprozesse inner­
halb einer Muskelbewegung Muskel­
strukturen verändern. Oder die
Berücksichtigung der soge­
nannten Kraftkurve des
Muskels bei Bewegung,
die bei der Technikent­
wicklung in Kraftge­
räten bedeutsam ist,
da sie den Nutzer
bei der Optimierung
von Bewegungsab­
läufen und Leistung
unterstützt.
Entscheidender
Erfolgsfaktor
Kein Sportler oder Pati­
ent fragt diese hochent­
wickelten
Innovationen
nach, denn einerseits man­
gelt es letztlich den meisten
Nutzern an dem jeweiligen
Fachwissen über die wissenschaft­
lichen Zusammenhänge. Und andererseits
wirkt die Kraft solcher Innovationen ja
meist im Verborgenen, bevor nach einer
Zeitspanne die guten Resultate des Trai­
nings an hochwertigen Maschinen sicht­
bar werden. Doch was sich hier für den
Endverbraucher zunächst unbemerkt im
Hintergrund abspielt, ist für den Wettbe­
werb entscheidender Erfolgsfaktor: mit
modernsten Produkten von höchster Qua­
lität die Nase vorn zu haben. Und hier
werden zu den nachhaltig erfolgreichsten
02.15 medicalsports network
Jürgen Woldt
Unternehmen immer diejenigen gehören,
die ihren Profitwunsch Hand in Hand ge­
hen lassen mit der Verantwortung dem
Endverbraucher gegenüber, ihm wirklich
das Optimale bieten zu wollen.
Ein fehlendes Mosaiksteinchen
Dass dieses Optimale noch einen wesent­
lichen Schritt besser geht, wissen jedoch
bislang nur sehr wenige. Als Gesundheits­
forscher konnte ich jedoch nach jahrzehnte­
langer Forschungsarbeit eine ganz wesent­
liche Lücke bei der Optimierung von
Trainingsgeräten schließen: Ich entwickelte
ein spezielles Bewegungskonzept, das neben
den oben genannten wichtigen funktionellen
Kriterien wie Biomechanik und Kraftkurve
erstmals und auch als bisher einziges Kon­
zept den mentalen emotionalen Aspekt des
Menschen berücksichtigt. Hierzu entwick­
elte ich ein Tool, das – obwohl auf hoch­
komplexen Zusammenhängen beruhend –
denkbar einfach in der Installation und
Anwendung ist. Was aber ist nun des Pudels
Kern meiner für die Zukunft so bedeut­
samen Arbeit?
Multiaktorisches Training
Vor 25 Jahren machte ich, damals als Inha­
ber eines Sportstudios, eine Beobachtung,
deren langjährige intensive Erforschung das
multiaktorische Training hervorgebracht
hat. Ich beobachtete, dass die Muskulatur
in ihrem Bewegungsverhalten in einem ganz
spezifischen Zusammenhang mit dem Emp­
findungsverhalten des sich bewegenden
Menschen steht. Die komplexen Zusam­
menhänge innerhalb unseres Körpers sind
eigentlich schon lange bekannt. So zeigt
sich beispielsweise eine niedergeschlagene
Stimmung in einem veränderten Bewe­
gungsverhalten der Muskulatur. Nehmen
„
Inhaber der doit Akademie – Forschungszentrum für emotionale Gesundheit
„
Dozent für salutogenetische
Gesundheitskonzepte in Feldern des BGM
„
Geschäftsführer der doit bewegungsstudios
Network
„
Mentaltrainer und Professionalcoach
für Golfprofis seit 2000
„
Begründer des Muskel-Motivations-Modells
und der Quantenmotorik
[email protected]
wir zur Veranschaulichung hier die Quad­
rizeps­Muskulatur. Sichtbar wird eine un­
günstige mentale Stimmungslage in einem
stockenden statt gleitenden Bewegungsab­
lauf des Muskels, vom Trainierenden mög­
licherweise fühlbar als wacklige oder wei­
che Beine wahrgenommen. Dies nenne ich
eine sogenannte chaotische Oszillation.
Über die ruckelnde Bewegung versucht der
Muskel eine Orientierung zu finden und
gibt dabei unserem Gehirn Impulse, ver­
sorgt aber auch Organe mit Informationen.
Das letztendliche Ziel der Muskulatur ist
es dabei, Lösungen zu finden, im hier ge­
nannten Beispiel eine Lösung für die Nieder­
geschlagenheit.
39
Rehabilitation
Muskelmatrix: wie Bewegung u
­ nd Natur
­zusammenspielen
Jeder Bewegung ist ein spezifisches Naturbild
­zugeordnet
Regulationsprozesse beschleunigen
Genau hier bei der Lösungsfindung setzt
mein Konzept an. Denn ich konnte heraus­
finden, wie man dem Muskel auf die Sprünge
helfen kann, die regulierende Navigation mit
allen nötigen Informationsprozessen durch
den gesamten Körper schnellstmöglich er­
folgreich abzuschließen. Eine beschleunigte
Regulation emotionaler Belastungszustände­­
kommt dem Trainierenden bestens zugute.
Denn normalerweise gelingt es einer Person,
die in einer ungünstigen Verfassung ein
Training aufnimmt, nicht wirklich schnell,
sozusagen auf Kopfdruck, in einen besseren
Zustand zu switchen. Und je nach Trainings­
widerstand können auf einen un­
aus­
ge­
glichenen Trainierenden enorme Belastungen
– Knorpel, Bänder und Knochenstrukturen
– einwirken, die ein hohes Risiko für Ver­
letzungen und Beschwerden mit sich brin­
gen. Fast jeder, der sich sportlich bewegt,
wird dieses Phänomen kennen:­Man erhält
40
die beste Anleitung und das beste Training
und dennoch geht man mit einer körperli­
chen Problematik heraus. Genau hier wird
auch das besondere Poten­zial von mit dem
multiaktorischen Trainings-Tool ausge­
statteten Geräten deutlich: Durch diesen
integrierten Produktnutzen können auch
die schon etablierten anderen funktionel­
len biomechanischen Technologien viel
wirksamer genutzt werden.
den Kopf frei bekommen beim Gang durch
die Natur – und tatsächlich ist es so, dass
die vom Körper aus der Natur aufgenom­
menen unzähligen wertvollen Informationen
den Kopf wieder frei machen und uns neue
Wege des Denkens ermöglichen. Durch die
Gegenwart der Natur erschaffen wir eine
neue fühlbare Ordnung in uns. Wir regu­
lieren unsere physischen und psychischen
Prozesse. Und dies geschieht ganz von selbst.
Die Bedeutung der Natur
Wichtige Lücke schließen
Der starke Helfer, der mich bei meinen
For­schungen begleitet hat und der letztlich
maßgeblich die Wirkung und Qualität
meiner neuartigen Produkte bestimmt, ist
die Natur. Mit ihrer enorm hohen Informa­
tionsdichte gehört die Natur zu den bedeu­
tendsten Qualitäten, die wir unserem Körper
und unseren Sinnen geben können. Diese
Eigenschaft der Natur und deren Wirkung
auf den sich bewegenden Menschen habe
ich nicht nur bis ins Detail ergründet, son­
dern auch eine faszinierende und innovative
Matrix erschaffen, die Grundlage ist für
mein außergewöhnliches salutogenetisches
Konzept. Dieses Konzept lässt sich sozusa­
gen als „Werkzeug“ in viele Lebenswelten
integrieren. So eben auch in Trainingsgeräte
für Gesundheitssport und Rehabilitation.
In der Realisation sieht dies so aus, dass
Natur- und Bewegungsbilder entsprechend
einer von mir entwickelten ganz spezifischen
Matrix über Bildschirme, die dem Trainier­
enden am Gerät zur Verfügung stehen, als
visuelle Reize vom Körper aufgenommen
werden. In Verbindung mit bestimmten am
Gerät durchgeführten Bewegungsmustern
führen diese ebenso bestimmten Naturdar­
stellungen zu beschleunigten Regulations­
prozessen im Organismus. Dass die Natur
der Seele des Menschen gut tut, ist heute
gemeinhin bekannt. Eigentlich jeder hat
schon erfahren, wie erholsam und beruhi­
gend­allein ein Spaziergang durch den Wald
sein kann, wenn man sich gestresst und
erschöpft fühlt. Diese Erfahrung, die alle
Menschen wohl schon gemacht haben,
gibt eine leise Ahnung von der Regulations­
kompetenz, die der Natur innewohnt. Im
Umgangston würden wir sagen, wir wollen
Gehen wir nun noch mal zurück und wid­
men uns dem unausgeglichenen Sportler,
dessen Quadrizeps-Muskeln unter Belas­
tung ruckeln anstatt im Fluss zu sein. Wenn
dieser Sportler nun das gemäß der Matrix
dem Quadrizeps zugeordnete Naturbild
betrachtet, organisiert sich das Bewegungs­
verhalten innerhalb kürzester Zeit neu und
gerät in balancierten Fluss. Hirnforscher
bezeichnen diesen Zustand auch als neuro­
biologische Kohärenz – der Einklang des
Körpers mit der ihn umgebenden Welt.
Diese neurobiologische Kohärenz hält uns
gesund und lässt uns bei Krankheit oder
Belastungen auch schneller wieder gesunden
und regenerieren.
Fazit
Diese Zusammenhänge machen deutlich,
wie nutzbringend es ist, Trainingsgeräte mit
einem solchen Impulsgeber auszustatten.
Wie eingangs erwähnt, hat sich bei der
Geräteentwicklung in den vergangenen
Jahrzehnten auf rein funktioneller biome­
chanischer Ebene jede Menge getan, so dass
hier Gerät und Mensch immer besser auf­
einander abgestimmt werden, um bestmög­
liche Bewegungsresultate zu erzielen. Eine
Lücke, die hinsichtlich der Geräteoptimie­
rung bisher noch nicht geschlossen wurde,
und deren Bearbeitung das Ergebnis eines
optimalen Gerätes erst vollständig macht,
ist der seelische, mentale Aspekt des Sport­
lers. Das multiaktorische Training ist hier
das fehlende Mosaiksteinchen, das moderne
hochwertige Sportgeräte noch einen großen
Schritt nach vorne bringt, weil es die für
jedweden Erfolg so wichtige Befindlichkeit
des Menschen endlich mit berücksichtigt.
Foto: © istockphoto.com | Vizerskaya
medicalsports network 02.15
Termine
Sport bei Herzinsuffizienz
Am 04. Juli 2015 findet in der Ortho­
pädischen Klinik Markgröningen der
3. Ludwigsburger Sportkardiologie-Work­
shop statt. Thema: Sport bei Herzinsuffi­
zienz. Vor nicht allzu vielen Jahren war
eine der Hauptsäulen der Therapie des
„schwachen Herzens“ die körperliche Scho­
nung. Die Arbeitsgruppe um Herrn PD
Dr. Adams hat die Grundlagen der Thera­
pie durch körperliche Aktivität entwickelt
und erste klinische Studien zu Sport bei
Herzinsuffizienz durchgeführt. Herr PD
Dr. Edelmann ist noch heute in diese
Studien, ­
­
insbesondere zur diastolischen
Herzinsuffizienz involviert und wird einen
Überblick über deren Ergebnisse geben. PD
Dr. Schmied wird über die gültigen europä­
ischen Praxisempfehlungen und eigene Er­
fahrungen berichten. Doch gibt es noch
klare Kontraindikationen für die Sportaus­
übung? Frau Dr. Berrisch‐Rahmel wird
hieraufhin die Gegebenheiten bei P
­ atienten
mit Kardiomyopathien beleuchten. Einge­
rahmt wird dieser Austausch in bewährter
Weise durch sportkardiologische Kasuisti­
ken aus der Klinik von Herrn Prof. Wol­
pert und erstmalig von Herrn Dr. Richter,
der mit sportorthopädischen Kasuistiken
über den Tellerrand schauen lässt. Infos
und Anmeldung bei Herrn Dr. Vogt:
[email protected]
VSOU-Jahreskongress in Baden-Baden
Auf der diesjährigen Jahrestagung der Ver­
einigung der Süddeutschen Orthopäden
und Unfallchirurgen (VSOU) vom 30. April
bis 02. Mai 2015 im Kongresshaus Baden-­
Baden sind durch die erstmalige Präsenz
einer Doppelspitze auch verstärkt unfall­
chirurgische Inhalte vertreten. Die Kon­
gressleitung haben Prof. Dr. med. Volker
Bühren, Murnau, und Prof. Dr. med.
Thomas Horstmann, Bad Wiessee, inne.
Unfallchirurgische Schwerpunkte sind die
Komplexverletzungen und das Polytrauma,
implantatassoziierte Frakturen und die
Frakturendoprothetik sowie die Weichteilund Defektdeckung nach Trauma und die
Rehabilitation im berufsgenossenschaft­
lichen Heilverfahren. Eines der Haupt­
themen wird „Sport“ sein. In zahlreichen
Vorträgen und Symposien sollen nicht nur
neue Trends in den Therapieverfahren
sondern auch Grundlagen, z.B. in der
Faszien­
forschung, sowie Ursachen im
Rahmen der Überlastungssyndrome dar­
gestellt und ­herausgearbeitet werden. Für
die Podiums­diskussion „Sport ist Mord?“
konnten aktive und ehemalige Sportler
sowie erfahrene Mediziner und Teamärzte
gewonnen werden.
www.vsou.de
FIBO setzt auf Prävention und Rehabilitation
Mit über 700 Ausstellern, darunter rund
160 Anbieter im Bereich der FIBO MED,
bietet die FIBO heute das weltweit größte
Angebot von Trainingsgeräten für den
Einsatz in der Physiotherapie, dem RehaSport und Präventionstraining wie auch
der Bewegungstherapie. Unter dem Namen
FIBO MED vereint die Messe die Ausstel­
ler aus diesem Bereich schwerpunktmäßig in
der Halle 7. Hier zeigen auch 2015 (9. – 12.
April, Messegelände Köln) wieder bekannte
Unternehmen Produkte und Dienst­
leis­
02.15 medicalsports network
tungen für den Gesundheitsmarkt. Außer­
dem wird erneut der FIBO MED Kongress
am Samstag veranstaltet, organisiert von der
MEDICA e.V. mit Unterstützung der Sport­
hochschule Köln und der DGSP. Thema
des interdisziplinären Fachkongresses ist in
diesem Jahr der medizin­
ische Check-up
vor Beginn eines Fitness­
trai­
nings. Eine
Premiere auf der FIBO ist das DAASM
Symposium, das am Donnerstag und
Samstag stattfindet. Die Deutsche Akade­
mie für angewandte Sportmedizin bietet
ein umfangreiches und kostenfreies Pro­
gramm mit inspirierenden Vorträgen und
Mini-Workshops höchster Qualität. The­
men­wie Faszien, progressive Rehabili­ta­
tion, Ernährung und Motivation stehen
gleichermaßen im Fokus des DAASM
Symposiums wie Erfahrungsberichte von
Trainern und Sportlern.
www.fibo.de
41
Praxis
PERSONALAKQUISE
Auswirkung von Attraktivität des Krankenhauses
Dr. phil. Helga Kirchner, Prof. Dr. Kirchner GbR –
Institut für angewandte Betriebswirtschaft, Emmerich
Die herrschenden Arbeitsbeding­ungen in der Gesundheitswirtschaft führen in vielen Fällen zu einer
­Unvereinbarkeit von Familie und ­Beruf. Erwerbstätige Frauen steigen häufig in der Kinderpause aus
­ihrem Beruf aus oder sie verkürzen ihre Arbeitsstunden. Dies ist s­ icher auch ein Grund für den
­Rückgang der Arbeitszeit bei erwerbstätigen Ärztinnen.
Sicherlich spielen hier noch weitere Faktoren­
eine Rolle, da Frauen oft nicht die alleinigen
Verdiener in einer Familie sind und daher
die Tendenz besteht, eher die Arbeitszeit
zu verkürzen. Dies führt jedoch dazu, dass
viele hoch qualifizierte Ärztinnen ihre Ar­
beitszeit auf 20 Stunden reduzieren. Darüber
hinaus studieren mittlerweile mehr Frauen
Medizin als Männer, sodass der Rückgang
der Arbeitszeiten bei den ausgebildeten Ärz­
tinnen in der Kinderpause sich in Zukunft
gravierend auswirken wird. Lange werden
wir es uns nicht leisten können, die Res­
source der gut ausgebildeten Ärztinnen nicht
adäquat zu nutzen und weibliche Bewerber
nicht einzustellen, weil sie durch ihren
Kinderwunsch zum Arbeitsrisiko und
Kostenfaktor werden. Daher müssen die not­
Helga Kirchner
„„
Diplompädagogin und Lehrerin für die
Fachbereiche Germanistik und Sozial­
wissenschaft mit den Schwerpunkten
der ­Mikro- und ­­Makroökonomie
„„
Projektdurchführung in verschiedenen
­Unternehmensberatungen:
Eichinger, A
­ nderson und Partner,
Prof. Dr. Kirchner GbR
„„
Seit 1997 geschäftsführende Gesellschaf­
terin der Prof. Dr. Kirchner GbR –
Institut für angewandte Betriebswirtschaft,
Emmerich
Network
„„
Über 35 Jahre Berufserfahrung als Beraterin
und Trainerin in Gesundheitseinrichtungen
„„
Lehrbeauftragte an verschiedenen Uni­ver­
sitäten und Hochschulen
[email protected]
42
wendigen Rahmenbedingungen geschaffen
werden, dass hoch qualifizierte Ärztinnen
ihrem Beruf nachgehen können. Wir leisten
uns als Gesellschaft eine teure Ausbildung,
die später dann nicht mehr der Gesellschaft­
zugutekommen kann.
Attraktivität Klinik: Mitarbeiter
gewinnen, halten und entwickeln
Bei einer Befragung der Ärzte (Kirchner,
Schroeter & Flesch 2012) wurde deutlich,
dass die Attraktivität der Klinik ein wich­
tiges Kriterium für eine Bewerbung ist.
Folgende Aspekte wurden von den Ärzten
genannt: Gutes Betriebsklima, Arbeiten im
Team, Herausforderung und breites Berufs­
spektrum, z. B. durch abwechslungsreiche
Arbeit, Patientenorientierung und Mitge­
staltung sowie Fort- und Weiterbildung. Bei
unserer Befragung wurde deutlich, dass
das Vorbild der Führungskräfte für Ärzte
sehr wichtig ist, während Ärztinnen eher
die Fachlichkeit als sehr wichtig betonen.
Die im Interview gefragten Aspekte der
Karriereförderung zeigen, dass die Fort- und
Weiterbildung für die Gewinnung von
Ärzten ein Schlüsselfaktor ist. Hier gibt es
allerdings Unterschiede zwischen den Uni­
versitätskliniken und den anderen Kliniken.
Forschung und Lehre sind für Ärzte, die
in einer Universitätsklinik arbeiten wollen,
medicalsports network 02.15
sehr bedeutsam, während in den Kliniken sich Ärzte eher wünschen,
innovative Behandlungskonzepte zu entwickeln, die für den Einzugs­
bereich der Klinik wichtig sind.
Personalbindung
Die Personalbindung ist nach dieser Auswertung anscheinend
dann eher möglich, wenn Mitarbeiter der Kliniken eine feste oder
planbare Arbeitszeit haben, in der sie Zeit für ihre Familie, Freunde
oder andere Aktivitäten haben. Die Belastung der Ärzte durch die
Dienste müssten hier adäquat den Bedürfnissen der unterschied­
lichen Lebens­phasen angepasst werden, damit die Attrak­tivität
und Bindung an die Klinik besser gelingt. Besonders für die Klini­
ken im ländlichen Bereich könnte dies ein Faktor sein, der Mitar­
beiter an die Klinik bindet, weil das die Zufriedenheit mit dem
Arbeitsplatz er­
höht. Für die Personalbindung ist die Unter­
nehmenskultur ein wichtiger Erfolgsfaktor. Dies wird deutlich,
wenn man die Aussagen­der Befragten aus den Interviews etwas
genauer ansieht:
Aussagen der Befragten
Wahrnehmung der Diskrepanz
­z wischen Leitbildern und gelebtem
Verhalten
Leitbild ist eher abschreckend,
wenn es untauglich ist – muss es
trotzdem gelebt werden.
Zwang zur Umsetzung – auch wenn
man nicht dahinter steht.
Leitbild: Das Thema „Würde“
sollte mehr betont werden.
Menschliche Würde ist wichtiger
als alles andere.
Kein „ungewolltes Ausleihen“
an andere Betriebsstätten.
Zwang zur Anpassung!
Wird abgelehnt!
Vaterschaftsurlaub.
Wird als Karrierekiller empfunden
– daher abgelehnt.
Überstunden gehören im ärztlichen
Bereich im gewissen Maß dazu.
Moralischer Appell – wer diesen
Appell nicht stützt, ist kein
­r ichtiger Arzt!
Tageweise frei – ohne Verlust
von ­K arrieremöglichkeiten wäre
traumhaft.
Immer da sein – da sonst die Karriere
­gefährdet ist!
Bessere Grundvergütung, die der
­fachlichen Kompetenz entspricht.
Vergütung ist nicht gerecht.
R. Popovic, M. & Stüwe, U. (2003) zeigt, dass sich schon sehr
frühzeitig erkennen lässt, welche Gründe dazu führen, dass immer
mehr Ärzte aus dem Beruf aussteigen. Überwiegende Gründe
hierfür sind:
Unzufriedenheit mit
„„ den Arbeitsbedingungen (79 %),
„„ den Arbeitszeiten (77 %),
„„ der Weiterbildung (41 %),
„„ der beruflichen Weiterentwicklung (Ärzte 75 %, Ärztinnen 42 %),
„„ der Bezahlung (Ärzte 64 %, Ärztinnen 34 %),
„„ Der Unvereinbarkeit von ärztlicher ­Tätigkeit und familiären
Pflichten (56 % der Ärztinnen im Vergleich zu 29 % der Ärzte),
„„ erfolglose Stellensuche (24 % der ­Ärztinnen und 12 % der Ärzte).
Fazit
Die Personalentwicklung ist ein Schlüsselfaktor für die Attrak­ti­
vität der Klinik. Bei der Auswertung der Interviews (Kirchner,
Schroeter & Flesch (2012, S. 200) wird deutlich, dass ein struk­
turiertes Weiterbildungskonzept gewünscht wird und qualifi­
zierte Mentoren/Tutoren mit fachlicher und didaktischer Kompe­
tenz häufig fehlen. Die Rahmenbedingungen sollten auch so
gestaltet werden, dass Zeit für Fort- und Weiterbildung eingeplant
wird. Aus-, Fort- und Weiterbildungsprozesse müssen inhalt­lich,
methodisch, didaktisch und zeitlich organisiert werden. Hier muss
eine Verbindlichkeit geschaffen werden, die von beiden Seiten
(Geschäftsleitung und auszubildende Ärzte) als Investition in die
Zukunft verstanden werden muss.
Personalakquise im Krankenhaus
Helga Kirchner/Michael Schroeter/Markus Flesch
„„
„„
„„
Viele dieser Aussagen sind unausgesprochene Haltungen, die sich
auf die Motivation und Bindung der Mitarbeiter auswirken. Die
Aussage: „Das Leitbild ist abschreck­end!“ zeigt, dass dort viele
gute Leitziele benannt, aber diese Ziele in der Praxis nicht ange­
strebt werden. Diese Diskrepanz erzeugt Unzufriedenheit, weil An­
spruch und Wirklichkeit als negative Belastungen wahrgenommen­
werden, was zu hoher Unzufriedenheit mit dem Arbeitsplatz im
Krankenhaus führt. Führungskräfte, die aus­stiegswillige Mitar­
beiter identifizieren wollen, müssen ein Frühwarnsystem haben,­
damit sie ausstiegswillige Führungskräfte und Mitarbeiter im
ärztlichen Dienst erkennen können. Eine Studie von Kaiser,
02.15 medicalsports network
„„
„„
Ärzte finden und binden
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Erfolgreiche Personal­
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sein und bleiben
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43
Anwendung
MBST-KERNSPINRESONANZTHERAPIE
Einsatz bei Sportverletzungen
Frühzeitiger intensiver Einsatz rehabilitativer Maßnahmen sowie innovativer therapeutischer Verfahren sind wichtig, um die Phase der Rekonvaleszenz zu verkürzen und eintretenden Verschleiß vorbeugen zu können.
Geringere Ausfallzeiten und eine möglicher weise längere Karriere können
die positiven Folgen für den Sportler sein, für den Verein eine Risikound Kostenminimierung.
Die MBST­Kernspinresonanztherapie (Med­
Tec Medizintechnik) ist seit über 14 Jahren
bei hunderten von Anwendern im Einsatz.
Sie hat sich bei verschiedensten Sportver­
letzungen bewährt und kann als ergänzende
rehabilitative Maßnahme im Heilungspro­
zess einen entscheidenden Beitrag leisten. Es
ist ein non­invasives, schmerzfreies Verfah­
ren, bei dem das aus der Diagnostik be­
kannte Prinzip der Kernspinresonanz thera­
peutisch genutzt wird. Ziel ist es dabei,
selektiv gestörte Funktionen von Zellen bzw.
Zellgruppen, als Ursache der Erkrankungen,
derart zu beeinflussen, dass Stoffwechsel­
prozesse im Körper aktiviert und somit
regenerative Prozesse ausgelöst werden.
Anwendung in der Praxis
Seit über einem Jahr hat die medizinische
Abteilung des FSV Mainz 05 ein Behand­
lungsgerät der MBST­Kernspinresonanz­
therapie installiert. „Die für Fußball typischen
Verletzungen am Knie und Sprunggelenk
sind Haupteinsatzgebiete in der Anwen­
dung“, sagt Steffen Tröster, einer der Phy­
siotherapeuten des Vereins. Seit der Koo­
peration wurde die MBST­Therapie bei
vielen Spielern ergänzend eingesetzt, vor­
Einsatz der MBST-Kernspinresonanztherapie
beim FSV Mainz 05
44
wiegend bei Knochenödemen in Knie und
Hüfte, bei einer Meniskusfixation, zur Re­
generation nach Knorpelverletzungen, so­
wie bei Bänderverletzungen. Zuletzt wur­
de die Therapie beim Außenbandanriss von
Jonas Hofmann zur konservativen Unter­
stützung des Heilungsprozesses eingesetzt.
„Generell haben wir mit der Therapie sehr
gute Erfahrungen gemacht und werden Sie
auch weiterhin als Teil unseres konservativen
Behandlungsspektrum einsetzen“, so Steffen
Tröster. Aber nicht nur in der medizinischen
Abteilung von Mainz 05 findet die Therapie
Anwendung. Einige der Anwender nutzen
die Anwendungsmöglichkeiten auch seit
vielen Jahren bei Sportverletzungen. Dr.
Christoph Buck, Orthopäde und Sport­
mediziner aus Ulm, langjähriger Mann­
schaftsarzt SSV Ulm Fußball und ratio­
pharm Ulm, Basketball Bundesliga, hat in
erster Linie Knorpelschäden konservativ
oder nach Arthroskopie behandelt. Positiv
waren ebenfalls die ersten Resultate bei
Osteochondrosis dissecans im Stadium 1 – 3
an Knie und Sprunggelenk bei einigen
Sportlern. „Sehnen­ und Bänderverletz­
ungen oder Sehnenreizungen, wie Sie bei
den von uns betreuten Sportlern auftreten,
sind klassische Indikationen, die wir im
Heilungsprozess mit MBST therapeutisch
unterstützen können“ so Dr. Heyn und Dr.
Wandt vom Orthopaedicum Paderborn.
Ihr Kollege Dr. Porsch, der als Mann­
schaftsarzt den Fußballbundesligisten SC
Paderborn betreut, nutzt die Therapie
ebenfalls bei Bone Bruise und den fußball­
typischen Bänderverletzungen.
Weitere Beobachtungen
Abschließend betrachtet könnten die guten
Resultate bei der Behandlung von Arthrose­
erkrankungen mit einer Erfolgsquote von
über 80 % den Schluss nahelegen, dass man
mit der MBST­Kernspinresonanztherapie
auch Fußballer nach der Karriere behan­
deln kann, um Folgeschäden vorzubeugen.
Gerade bei diesen weiß man aus zahlrei­
chen Studien, dass sie ein erhöhtes Risiko
aufweisen, als Spätfolge der intensiven Be­
lastungen eine Arthrose am Hüft­, Knie­
oder Sprunggelenk zu entwickeln. Unter­
stützt wird dies durch eine Erhebung von
Univ.­Doz. Dr Werner Kullich, die an über
4500 Arthrosepatienten in einem Zeit­
raum von zehn Jahren multizentrisch in 61
Kernspinbehandlungszentren durchgeführt
wurde. Bei Gonarthrose reduzierten sich
nach der Behandlung sowohl Spitzen­,
Belastungs­ und Ruheschmerz (VAS) im
1­jährigen follow­up signifikant. Die Häu­
figkeit der Kniegelenksschmerzen redu­
zierte sich klar mit auffallend geringem
Schmerzauftreten sechs und zwölf Monate
nach der Behandlung mit MBST. Beim
Gehen verdoppelte sich die beschwerde­
freie Gruppe von 23,5 % auf 48,2 %. Bei
Coxarthrose war ebenfalls eine klare Ver­
besserung bei Schmerz und Funktion zu
erkennen. Nach einem Jahr gab fast die
Hälfte der Patienten an, überhaupt keine
Beschwerden beim Gehen zu haben (47,5 %),
was vorher nur bei rund 20 % möglich war.
Die Daten über einen Beobachtungszeit­
raum von zehn Jahren zeigen deutlich, dass
die therapeutische Kernspinresonanz bei
degenerativ rheumatischen Erkrankungen
nachhaltige Verbesserungen beim Schmer­
zerleben und bei den Behinderungen infolge
von Funktionsdefiziten bei Alltagstätig­
keiten bewirken kann.
Hans Heller, c-incorporation
[email protected]
medicalsports network 02.15
Produkte
Gesunde Sandalen
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Egal ob Holly­wood­star,
weltbekannter Musiker
oder Profi­
sportler – die
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sandalen aus der
Manufaktur von myVALE
werden weit über die
Grenzen
Deutschlands
immer beliebter. Der Clou
der weltweit per Onlineshop zu bestellenden
Sandale liegt im Fußbett, das speziell für den
Träger angefertigt wird. Das Besondere ne­
ben der innovativen Art und Weise der Fer­
tigung: Eine bisher einzigartige Studie der
Medizinischen Universität Wien, die den
Maßsandalen aus Homberg eine gesund­
heitsfördernde Wirkung attestiert. Werden
die Füße in herkömmlichen Zehensandalen
stark beansprucht und falsch belastet, ist
man mit diesen Sommerschuhen entspannt,
sicher und wesentlich länger unterwegs. Ge­
nau das belegt die im November 2014 in dem
Fachmagazin International Orthopaedics
veröffentlichte Studie der Universitätsklinik
für Orthopädie, Wien. Prof. Dr. Manuel
Sabeti- Aschraf, Leiter der Studie, bestätigt:
„Die myVALE Sandale führt zu sehr guten,
auch subjektiv durch den Patienten wahrge­
nommenen Ergebnissen und ist durchaus zu
empfehlen.“
Mizunos Ikone – der Wave Rider – erscheint
im Frühjahr/Sommer 2015 in einer innovati­
ven Neuauflage und überzeugt durch seine
einzigartige Kombination aus Leichtigkeit,
Dynamik und optimaler Dämpfung. Damit
ist er die perfekte Wahl für alle Neutralläufer,
die nach einem leichtgewichtigen All­
round-Talent für den täg­lichen Einsatz su­
chen. Im Fokus steht die per­fekte Passform,
kombiniert mit einer besonders unterstützen­
den Oberkonstruktion des Schuhs. Das soge­
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präzise Messung
Der seca mBCA differ­
enziert in 17 Sekunden
den Körper in die Bestand­
teile Fett, Muskeln und
Wasser und bereitet die
Messwerte nach medizi­
nisch validierten Refer­
enzen
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studies) auf. So sind eine
optimierte Trainingssteu­
erung, eine Qualitätskontrolle der Physiound Ernährungstherapie sowie eine bessere
Bewertung der Fitnesslevel möglich.
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46
nannte „Eyerow“ rund um die Schnürung ist
genäht und verhindert das Entstehen von
harten Druckstellen auf dem Fußspann. Die
weiter verbesserte DynamotionFit Technolo­
gie bietet im Vorfuß noch mehr Halt und
bessere Passfom durch innen liegende Ver­
stärkungen.
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­ edizinischen Einsatz
Seit 1999 bietet Haider Bioswing mit den
Propriomed-Modellen hochwertige Schwing­
stäbe für den medizinischen Einsatz an. Ab
sofort ist die neue Propriomed-Generation
im Fachhandel erhältlich. Diese kommt mit
nur noch drei Stabvarianten aus: Dem Prop­
riomed 1 als therapeutischer Einsteiger-­
Schwingstab, dem Propriomed 2 für den
motorisch gut koordinierten Patienten und
dem Propriomed 100 als Spezial-­Schwing­stab
für die Hand-, Ellenbogen-, Schulter- und
HWS-Rehabilitation. Die Schwingstäbe sind
nun so aufeinander abgestimmt, dass es keine
Frequenzüberschneidungen, sondern opti­
male Frequenzergänzungen der Modelle 1
und 2 gibt. Zur technischen Aufwertung: Die
Schwingdrähte im Inneren wurden weiter ver­
edelt, was eine nochmals verbesserte Halt­
barkeit be­deutet. Zudem
liegt jedem Modell ab sofort
eine elektronische Therapiean­
leitung bei. Die wesentlichen
Qualitätskriterien eines thera­
peutischen Schwing­stabes bleiben
natürlich erhalten: Frequenzreg­
ler zur indivi­duellen Intensitäts­
steuerung und Dämpfungs­
mäntel für ein weiches und
belastungsarmes Schwingver­
halten sind für eine an­
­
spruchsvolle medizinische
Trainingslösung unerläss­
lich.
www.bioswing.de
Hochfunktional
und komfortabel
Sport-Tec Physio & Fitness stellt seine neue
Liegengeneration für den professionellen
Einsatz in den Bereichen Therapie, Diagno­
se und Massage vor. Die ab sofort und in
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ST verfügt über ein anwenderfreund­
lich
konstruiertes Grundgestell in robuster Bau­
weise und zeichnet sich durch ihre besonders
hohe Verarbeitungsqualität, technische Si­
cherheit und Benutzerfreundlichkeit aus. Sie
verfügt zudem über ein modernes Design,
das sich über ein farblich modulares Polster­
farbensystem aus 20 kombinierbaren Farb­
tönen flexibel an die individuellen Gegeben­
heiten des Einsatz­orts anpassen lässt.
www.sport-tec.de
medicalsports network 02.15
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MRT DES BEWEGUNGSAPPARATS
Long, Ray
Vahlensieck, Martin/Reiser, Maximilian
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„Yoga-Anatomie 3D: Die wich­
tigsten Muskeln“ und „Yoga-­
Anatomie 3D: Die Haltungen“,
gibt es nun 4 weitere Bände, die
sich allen Asanas widmen. Die
Bände sind Yoga-Stil-übergrei­
fend und funktionieren nach dem
Baukastenprinzip. Jeder Band
rückt eine Gruppe von Asanas in
den Mittelpunkt. Das Grund­
prinzip beschreibt jeweils die
biomechanischen und physiolo­
gischen Prinzipien und ihre An­
wendung in den Stellungen. Die
einzelnen Haltungen werden
schließlich anhand farbiger, drei­
dimensionaler Illustrationen des
Skeletts sowie der wichtigsten
Muskeln, Bänder und Sehnen
dargestellt und zusätzlich in einem
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schaulichen Schemazeichnungen
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Bildinterpretation + Alles zur
„Software“ der MRT: tabellari­
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gleich mit anderen Verfahren +
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rografie, MR-Myelografie, MR-­
Prothesenbildgebung, Diffusi­
onsbildgebung und DWIBS,
quantitative MRT, mDIXON +
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OPTIMALE REGENERATION IM SPORT
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Friedrich, Wolfgang
Die Blackroll als Selbstmassage-­
Tool findet in Deutschland immer
mehr Anhänger, vorwiegend als
Hilfsmittel zur beschleunigten
bzw. verbesserten Regeneration
beim Aufwärmen. Bereit die
klassischen Selbstmassage-­Üb­
ungen fordern die Rumpfmus­
kulatur. Um einen Mehrwert zu
generieren, liegt es nah, die
Blackroll auch gezielt zum Sta­
bilisationstraining einzusetzen.
Daher wird in diesem Buch ein
Übungsprogramm zur gezielten
Verbesserung der Stabilisation,
insbesondere der Rumpfmusku­
latur, mit der Blackroll gezeigt,
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Training und Regeneration sind
untrennbar miteinander verbun­
den. Das Buch zeigt, wie Ermü­
dungsfaktoren frühzeitig erkannt
werden und mit welchen Regen­
erationstechniken sie vermieden
werden können, um effektiver zu
trainieren und langfristig bessere
Leistungen zu erzielen. Aktive
Regenerationsmethoden, wie z. B.
Auslaufen, Ausradeln, Dehnen,
Entspannungsübungen und Er­
nährung und deren Wirkungen
werden genauso eingehend thema­
tisiert wie passive Techniken (wie
z. B. Massage, Sauna, Schlaf so­
wie Kneippsche Güsse). Die 2.
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1 Pavelka K et al. Osteoarthritis Cartilage 2010, vol.18 n.2 Suppl.
2 Benazzo F et al. OsteoArtrosi. 2013;3:8-11
3 Finelli I et al. Biorheology, 2011; 48(5):263
4 Finelli I et al. Macromol Biosci 2009; 9: 646-653