Was ist strategische Personalplanung? - Accenture

Was ist strategische Personalplanung?
Ein gemeinsames Verständnis
Strategische Personalplanung ist ein analytisch fundierter Vorhersageprozess, der auf
Basis einer Prognose über den zukünftigen
Personal- bzw. Kompetenzbedarf dabei hilft,
eine ausreichende Zahl an Mitarbeitern
mit den erforderlichen Fähigkeiten zu einer
bestimmten Zeit am richtigen Ort bereit­
zustellen. Eine effektive strategische
Personalplanung erfordert grundsätzlich
zweierlei:
• ein Verständnis der aktuellen Mitarbeiterbasis (IST-Situation): Welche Mitarbeiter
und Kompetenzen haben wir heute im
Betrieb?
• eine Definition des gewünschten Ziel­
zustandes (SOLL-Situation): Welche
Geschäftsziele sollen zu einem bestimmten
Zeitpunkt erreicht werden – und welche
Mitarbeiter bzw. Kompetenzen oder SkillSets werden dafür in welcher Menge zu
bestimmten Zeitpunkten im Unternehmen
gebraucht?
• Entscheidend für die Güte der Planung
ist also einerseits die möglichst genaue
Kenntnis der im Unternehmen vorhandenen Kapazitäten und Potenziale sowie
eine möglichst genaue Vorhersage der
zukünftigen geschäftlichen Entwicklungen
und der daraus resultierenden Personalanforderungen. Erst das differenzierte
Wissen über Art und Umfang zukünftiger
Bedarfslücken oder Überdeckung ermöglicht, schon früh gezielte Maßnahmen
einzuleiten.
Zwei Dimensionen: Funktionsoder Kompetenzorientierung
Die Kernfragen der strategischen Personalplanung sind also:
Abbildung 1: Kernfragen der strategischen
Personalplanung
Strategische Personalplanung
Welche Mitarbeiter braucht das
Unternehmen jetzt und in Zukunft,
um seine Strategie umzusetzen?
Inwiefern können die aktuellen
Mitarbeiter zur Umsetzung der
Strategie beitragen?
Wie können Abweichungen erfolgreich adressiert werden?
Um Personalbestand und zukünftigen
Personalbedarf zu beschreiben, müssen sich
Unter­nehmen zwischen zwei Vorgehens­
weisen entscheiden: Entweder reden sie
über Positionen / Funktionen oder über
Kompetenzen.
• Positionen / Funktionen: Erfolgt der
Prozess funktionsbasiert, so wird anhand
der Stellenbezeichnungen und -beschreibungen bestimmt, wie viele Mitarbeiter
auf welchen Stellen an welchen Orten
vorhanden sind bzw. mittel- bis langfristig
vorhanden sein sollen. Eine funktions­
basierte Personalplanung setzt dreierlei
voraus:
1. Alle heutigen und zukünftigen Stelleninhaber verfügen über die Fähigkeiten
und Fertigkeiten, auf die es in der Rolle
ankommt, der sie zugeordnet werden.
2. Der Job-Katalog des Unternehmens
ist vollständig, die Stellen sind durch­
gehend beschrieben – denn dies ist die
Grundlage für die Planung.
3. Das Unternehmen ist in der Lage, die
Stellen auszudeuten, die für die Umsetzung der Geschäftsstrategie kritisch oder
von den strategischen Zielen besonders
betroffen sind (Schlüsselrollen), und ihrer
Besetzung Priorität einzuräumen.
Das Ergebnis sind Besetzungslücken, die
durch neue Stelleninhaber (Personalauswahl, Umbesetzung o. ä.) geschlossen
werden.
• Kompetenzen: Erfolgt der Prozess
kompetenzbasiert, so wird unabhängig
von Stellenbeschreibungen untersucht,
welche Fähigkeiten (Skills) die Mitarbeiter
im Unternehmen haben und welche in
Zukunft in welcher Kombination im
Unternehmen gebraucht werden. Auf
dieser Basis können für bestimmte
Auf­gaben- und Einsatzbereiche Anforderungsprofile zusammengestellt werden,
die von den aktuell definierten Rollen
abweichen können. Zugleich kann geprüft
werden, ob es in anderen Bereichen
Mitarbeiter mit den entsprechenden
Fähigkeiten gibt, die man in diese Auf­
gabenbereiche transferieren kann. Ferner
wird es möglich, die Bedeutung einer
Kompetenz (Kritizität) zu bewerten –
und zwar danach, wie dringend sie für
die Umsetzung der Geschäftsstrategie
gebraucht wird, wie einfach sie im Unternehmen oder auf dem Arbeitsmarkt verfügbar ist und wie schnell eine Qualifizierung erfolgen könnte. Auch bei der kompetenzbasierten Personalplanung empfiehlt
sich, den erfolgskritischen Fähigkeiten
Priorität einzuräumen. Das Ergebnis
sind Kompetenzlücken, die – zumeist
flexibler – durch den Aufbau neuer
Fähigkeiten (Qualifizierung, Sourcing,
Bereitstellung von Teilzeit-Kapazitäten)
geschlossen werden.
Sechs entscheidende
Herausforderungen
Im Unterschied zur operativen Personal­
arbeit, die sich auf die Bearbeitung von
Vorgängen in Gegenwart und Vergangenheit
bezieht (Personalkostenverwaltung, Headcount Management, Personaldaten-, Anwesenheits- und Abwesenheitsmanagement
etc.), zielt die strategische Personalplanung
auf Vorgänge in der Zukunft. Bei der Planung
kann es sinnvoll sein, verschiedene Szenarien
durchzuspielen.
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Eine leistungsstarke Analytik und die
Fähigkeit, Analyse-Ergebnisse zu interpretieren bzw. in Entscheidungen und Handlung umzusetzen, sind dabei unerlässlich.
Doch die Fakten sind mitunter gar nicht
so einfach zu beschaffen:
1.Unternehmen erfassen und nutzen bisher
vor allem „harte Personaldaten“ wie
Mitarbeiterzahlen, demografische Daten,
Gehaltsangaben etc. „Weiche Daten“
wie Kompetenzen, Leistung oder Potenzial
werden zwar auch gesammelt, häufig
fehlen dafür jedoch Standards, die die
Bewertungen unternehmensweit vereinheitlichen und konsolidier- bzw. vergleichbar machen.
2.Bisher tun sich viele operative Führungskräfte schwer, die geschäftsstrategische
Zielsetzung in Personalbedarf zu übersetzen. Dabei gibt es IT-gestützte strukturierte Prozesse und Kennzahlensysteme,
die bei einer qualitativen und quantitativen
Bestimmung der für eine bestimmte
Betriebsleistung benötigten Kapazitäten
unterstützen.
3.Neben den internen Daten müssen bei
der strategischen Personalplanung auch
externe Faktoren (wie z. B. Finanzmarktprognosen, wirtschaftsökonomische Faktoren, Arbeitsmarkttrends) berücksichtigt
werden. Häufig besteht hier die Schwierigkeit, dass externe Faktoren nicht angemessen interpretiert werden können und
Schlussfolgerungen aus diesen externen
Faktoren für das eigene Unternehmen
nur unzureichend abgeleitet werden.
4.Bisher gibt es nur wenig Software, die
unter dem Stichwort „Personalplanung“
tatsächlich die strategische Vorausschau
unterstützt. Dabei gibt es technische
Lösungen, die es ermöglichen, Bewegungen
und Trends in der Belegschaft (z. B. Wechselneigung, Weiterbildungsinteresse oder
Fähigkeitenpotenziale) zu erfassen, verschiedene Daten zu verknüpfen und zu
analysieren, um mögliche Entwicklungen
inklusive ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit
vorherzusagen.
5.Analyse-Ergebnisse und die Entscheidungen, die logischerweise daraus folgen
müssten, sind nicht immer populär.
Neben der Faktenlage gibt es auch vielfältige Interessen (z. B. eine Abteilung
nicht auszulagern, einen Bereich nicht
zu verkaufen, obwohl es ökonomisch
sinnvoll erscheint). Unternehmensleitung
und Personalmanager müssen zahlreiche
Interessengruppen einbeziehen (Führungskräfte, Controlling und Einkauf
bei der Hinzunahme von Drittunternehmen
etc.), bevor Personalmaßnahmen verabschiedet werden können. Die damit
verbundene Komplexität kann zu einer
großen Herausforderung werden.
6.Es ist oft unklar, wer die Verantwortung
für den Planungsprozess und die daraus
folgenden Maßnahmen und Aktivitäten
trägt. Die Personalabteilung ist oft der
Treiber des Prozesses, kann aber nur mithilfe der Geschäftsbereiche und unterstützt durch die Führungskräfte auf allen
Ebenen die notwendigen Aktivitäten und
Maßnahmen durchsetzen. Eine wichtige
Voraussetzung ist daher die umfassende
Befähigung aller beteiligten Parteien.
Über Accenture
Accenture ist ein weltweit agierender
Managementberatungs-, Technologieund Outsourcing-Dienstleister mit mehr
als 246.000 Mitarbeitern, die für Kunden
in über 120 Ländern tätig sind. Als Spezialist
für große Business-Transformationen bringt
das Unternehmen umfassende Projekter­
fahrung, fundierte Fähigkeiten über alle
Branchen und Unternehmensbereiche hinweg und Wissen aus qualifizierten Analysen
der weltweit erfolgreichsten Unternehmen
in eine partnerschaftliche Zusammenarbeit
mit seinen Kunden ein. Accenture erwirtschaftete im vergangenen Fiskaljahr (zum
31. August 2011) einen Nettoumsatz von
25,5 Mrd. US-Dollar. Die Internetadresse
lautet www.accenture.de.
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