Mastbilder und Freileitungen

Mastbilder und Freileitungen
Mastbilder
Grundsätzlich besteht ein (Frei-) Leitungssystem des Übertragungsnetzes aus je drei Phasen. Diese werden auch
mit dem Begriff «System» oder «Stromkreis» bezeichnet. Typischerweise sind auf einem Mast mehrere Systeme
aufgelegt – in der Regel zwei. In der Schweiz kommen im Übertragungsnetz vorwiegend die Mastbilder Tonnen-,
Donau- oder Portalmast zur Anwendung.
Wie in Abbildung 1 zu sehen, hat der
Tonnenmast in der Regel drei Ausleger-Ebenen. Daher wirkt er eher
schlank und eignet sich insbesondere für das Gebirge und den Wald.
Der Donaumast in Abbildung 2 hat
in der Regel zwei Ausleger-Ebenen
und wirkt daher eher gedrungen.
Eingesetzt wird er vor allem in weiten Flächen.
Wie Abbildung 3 zeigt, besteht der
Portalmast aus mindestens zwei
Stützen und in der Regel zwei Traversen. In der Ebene hat er eine eher
unscheinbare Wirkung.
Abbildung 1:
Tonnenmast mit 2 Systemen (blau) und je
3 Phasen (grün/rot).
Abbildung 2:
Donaumast mit 2 Systemen (blau) und je
3 Phasen (rot/grün).
Abbildung 3:
Portalmast mit 2 Systemen (blau) und je
3 Phasen (rot/grün).
Freileitungen
Freileitungen unterscheiden sich wie folgt:
»» Übertragungsnetz: 380/220 kV, 50 Hz
»» Bahnstrom: 132 kV, 16.7 Hz
»» Verteilnetz: 1 –150 kV, 50 Hz
Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale:
»» Anzahl Phasen
»» Länge der Isolatorenketten
»» Abstand der Phasen und Höhe der Masten
1. Anzahl Phasen
Übertragungs- und Verteilnetz haben immer drei Phasen
Wechselstrom:
Bahnstromleitungen der SBB haben zwei Phasen
Wechselstrom:
Abbildung 4:
2 Stromkreise mit je 3 Phasen (gelb/grün).
Abbildung 5:
2 Stromkreise mit je 2 Phasen (braun/orange).
Es gibt auch sogenannte Gemeinschaftsleitungen wie
in Abbildung 6. Auf der linken Seite sind vier Isolatorenketten aufgelegt. Folglich sind hier zwei Stromkreise
Bahnstrom und auf der rechten Seite ein Stromkreis des
Übertragungsnetzes aufgelegt.
Abbildung 6:
2 Stromkreise 132kV SBB mit je 2 Phasen (braun/orange) und
1 Stromkreis 220 kV mit 3 Phasen (grün).
2. Länge der Isolatorenketten
Je höher die Spannung, umso länger sind die Isolatorenketten:
»» 110 kV: ca. 2 Meter
»» 220 kV: ca. 4 Meter
»» 380 kV: ca. 5 Meter
Die Isolatorenketten bestehen je nach Bauweise aus
einem langen (Kunststoff) oder mehreren kurzen (Porzellan) Isolatoren. Bei Isolatorenketten aus Porzellan
geben die Anzahl Isolatoren direkt Aufschluss über
die Höhe der Spannung. Bei Kunststoffisolatorenketten gibt die Länge derselben Auskunft über die
Isolationsspannung.
rechten Seite eine 380-kV-Leitung (rot) aufgelegt.
Abbildung 8 zeigt eine Leitung aus dem Höchstspannungsnetz, die temporär auf der linken Seite mit einer
Verteilnetzleitung (gelb) belegt ist. Zu erkennen ist
dies an den zwei Porzellanisolatoren pro Kette (110 bis
150 kV). Die rechte Seite ist mit einer 220 -kV-Leitung
(grün) aus dem Übertragungsnetz belegt (drei Porzellanisolatoren pro Kette).
In Abbildung 7 sind auf der linken Seite je drei, auf der
rechten Seite je vier Isolatoren pro Kette zu erkennen.
Links ist also eine 220-kV-Leitung (grün) und auf der
Abbildung 7:
220 -kV- (grün) und 380-kV-Leitung (rot).
Abbildung 8:
110–150-kV- (gelb) und 220-kV-Leitung (grün).
3. Abstand der Phasen und Höhe der Masten
Je höher die Spannung, umso grösser ist der Bodenabstand und der erforderliche Abstand zwischen den benachbarten Phasen.
Dies ist in Abbildung 9 durch unterschiedliche Abstände
zwischen den Auslegern erkennbar: Links die 380-kVLeitung mit grossem Abstand zwischen den jeweiligen
Phasen und dem höchsten Masten. In der Mitte die
220-kV-Leitung und ganz rechts die Verteilnetzleitung
mit geringem Abstand zwischen den Phasen und geringer Höhe des Masten.
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FLY4200_d1610 / Oktober 2016
Abbildung 9: 380 -kV-, 220 -kV- und Verteilnetzleitung (v.l.n.r.)