Liebegg Aktuell

Pflanzenschutz aktuell
06.09.2016
Aufgelaufene Rapsbestände und Schnecken
Der Grossteil der Rapsbestände ist im Boden und befindet sich bereits im empfindlichen Jugendstadium. Kontrollen bezüglich Schnecken sind sehr wichtig. Ab diesem Jahr
dürfen Sie pro Hektare und Jahr nur noch 700g Wirkstoff Metaldehyd einsetzen und der
Abstand zwischen zwei Behandlungen muss 2 Wochen betragen. Bei einer maximalen
Aufwandmenge von 7 kg bei den meisten Schneckenkörnern kann somit zweimal gestreut werden. Axcela und Schneckenlinsen weisen einen tieferen Metaldehydgehalt auf,
weshalb 5-7 mal gestreut werden könnte. Walzen nach der Saat und vor der Herbizidspritzung reduziert die Rückzugsmöglichkeiten für Schnecken und verbessert dazu die
Wirkung der Bodenherbizide (kein Zerfallen von Erdknollen, weniger Spritzschatten).
Aufhellung durch Clomazone
Für die Unkrautbekämpfung im Raps sind Vorauflaufherbizide Standard. Viele, der verwendeten Produkte enthalten den Wirkstoff Clomazone. Dieser kann im Raps zu Blattaufhellungen (weisse Blätter), v.a. nach reichlichen Niederschlägen führen. Diese Verfärbungen wachsen sich innert 2-3 Wochen wieder aus und haben in der Regel keinen Einfluss auf den Ertrag. Durchwuchsgetreide und Gräser können im Raps problemlos mit
spezifischen Gräserherbiziden bekämpft werden.
Erdflöhe in Rapsbeständen
Ebenso wichtig ist die Überwachung der Erdflöhe und Rapsblattwespen. Einzelne
(früh gesäte) Felder weisen bereits einen Erdfloh-Befall um die vom ÖLN festgesetzten
Schadschwelle (im Keimblattstadium: 50% aller Pflanzen mit mehreren Frassstellen) auf.
Für eine Behandlung mit einem zugelassenen Pyrethroid ist in jedem Fall eine Sonderbewilligung nötig. Es muss jedoch beachtet werden, dass die Erdflöhe im Moment noch am
Einwandern sind und der Hauptschaden durch die Larven angerichtet wird. Die Käfer
machen einen 10-14 tägigen Reifungsfrass an den jungen Blättern und legen anschliessend ihre Eier in den Boden nahe der Pflanzen ab. Die schlüpfenden Larven bohren sich
in die Blattstiele ein. Zu beachten ist, dass für jedes eingesetzte Mittel (nicht Wirkstoffgruppe) die Regel gilt, dass es pro Kultur und Jahr nur einmal eingesetzt werden darf.
Das heisst, wer gegebenenfalls zwei Behandlungen gegen den Erdfloh machen muss,
darf nicht beide Male auf das gleiche Mittel setzen.
Schaden Erdfloh
Achtung Erdmandelgras in Zuckerrüben
Die Verbreitung des Erdmandelgras nimmt stetig zu. Die Zuckerüben-Bestände müssen jetzt unbedingt auf Befall mit Erdmandelgras kontrolliert werden. Neue Herde sind
zwingend den kantonalen Pflanzenschutzdienst-Stellen zu melden, damit die Bekämpfungsstrategie besprochen werden kann. Wichtig ist auch, dass der Informationsfluss an
die Lohnunternehmer gelangt. Das Erdmandelgras wird hauptsächlich durch den überbetrieblichen Maschineneinsatz verschleppt und breitet sich dadurch immer weiter aus. Um
dies zu verhindern, sollen befallene Stellen markiert werden, damit diese am Schluss
geerntet werden können. Es ist wichtig, dass sich alle Produzenten dieser schwierigen
Thematik bewusst sind und das Problem nicht „verschleppt“ wird.
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Erdmandelgras in Zuckerrüben
Maiswurzelbohrer
Die Situation rund um den Quarantäneorganismus Maiswurzelbohrer ist in der
Deutschschweiz nach wie vor entspannt. Im Jahre 2016 sind bis jetzt nördlich der Alpen
keine Fänge bekannt. Im Tessin werden seit mehreren Jahren in praktisch allen Fallen
Tiere gefunden. Maiswurzelbohrerfallen
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