Factsheet zum Aktionsplan zur Integration

Aktionsplan zur Integration
Drittstaatsangehöriger
7. Juni 2016
Heutige Investitionen in Integrationsmaßnahmen werden dazu beitragen, dass sich in Europa langfristig eine Gesellschaft
mit mehr Wohlstand, Zusammenhalt und Integration herausbildet. Die Europäische Kommission legt einen Aktionsplan auf,
mit dem ein Rahmen für Maßnahmen und konkrete Initiativen zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Förderung der
Integration der 20 Millionen legal in der EU lebenden Drittstaatsangehörigen präsentiert wird. Zwar liegt die Zuständigkeit für die
Integrationspolitik in erster Linie bei den Mitgliedstaaten, doch spielt die EU eine wichtige Rolle bei der Förderung, Entwicklung
und Koordinierung der Maßnahmen und Strategien der Mitgliedstaaten im Bereich der Integration. Der Aktionsplan umfasst
Maßnahmen im Vorfeld der Ausreise und Ankunft, Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Beschäftigung und Berufsausbildung,
Zugang zu Grundversorgung, aktive Teilhabe und soziale Eingliederung.
Wozu ein Aktionsplan für Integration?
Integration
INT
ist
E
eine Voraussetzung für eine
Gesellschaft, die für Teilhabe,
Zusammenhalt und Wohlstand steht.
Es liegt in unserer
gemeinsamen Verantwortung und unserem
gemeinsamen Interesse,
in die Integration zu investieren und
bei der Integration zusammenzuarbeiten.
Es bedarf eines
intensiveren
Einsatzes
für die Integration.
Migration und
Inneres
GR
ATI
O
N
Durch eine erfolgreichen Integration
aller Drittstaatsangehörigen –
unabhängig davon, ob sie erst kürzlich
angekommen sind oder nicht – wird
Migration zu einer Chance sowohl für
die Drittstaatsangehörigen als auch die
jeweilige Aufnahmegesellschaft. Gut
integrierte Migranten können zu einem
BIP-Wachstum beitragen.
Alle Akteure müssen sich ihrer
Verantwortung stellen: nationale,
lokale und regionale Behörden, die EU,
zivilgesellschaftliche Organisationen,
Arbeitgeber, Migranten und alle
Bürgerinnen und Bürger.
Der jüngste Anstieg der
Migrationsströme hat die
Notwendigkeit einer wirksamen
Politik zur Integration von
Drittstaatsangehörigen verdeutlicht.
BILDUNG
Bildung
und
Ausbildung
gehören
zu
den
wirksamsten
Integrationsinstrumenten, weswegen der Zugang dazu schnellstmöglich
gewährleistet sein sollte.
Beispiele für Maßnahmen: Online-Einstufungstests und Sprachlernmodule für
neu angekommene Migranten; Förderung einer inklusiven Bildung; Förderung der
Verbesserung der Qualifikationen von Drittstaatsangehörigen; Beseitigung der
Hindernisse für die Einbindung von minderjährigen Migranten in die frühkindliche
Erziehung und Bildung.
ARBEITSMARKT UND
BERUFSAUSBILDUNG
in
Beschäftigung und frühe Integration in die Berufsausbildung sind zentrale
Elemente des Integrationsprozesses. Für die Teilhabe am wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Leben des Gastlandes ist es von entscheidender
Bedeutung, einen Arbeitsplatz zu finden.
Beispiele für Maßnahmen: Förderung bewährter Verfahren und Unterstützung
von Projekten zur Integration in den Arbeitsmarkt durch eine beschleunigte
Aufnahme und Berufsausbildung; Pilotprojekte für die unternehmerische
Tätigkeit von Migranten.
Im Rahmen der „neuen europäischen Kompetenzagenda“ werden ebenfalls
Maßnahmen zur Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen entwickelt,
darunter ein „Skills and Qualifications Toolkit“ für neu angekommene
Drittstaatsangehörige.
ZUGANG ZU
GRUNDVERSORGUNG
Un
g
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teg
Integrationsförderung für Drittstaatsangehörige, die sich legal in der
EU aufhalten, zum frühestmöglichen Zeitpunkt im Migrationsprozess hat sich
als wesentliches Element einer erfolgreichen Integration erwiesen. Solche
Maßnahmen sind besonders wichtig, um die Neuansiedlung von Flüchtlingen
vorzubereiten.
Beispiele für Maßnahmen: Projekte für lokale Gemeinschaften zur Unterstützung
von Maßnahmen im Vorfeld der Ausreise/Ankunft; gemeinsames Vorgehen
mit den Mitgliedstaaten zur Stärkung der Zusammenarbeit mit ausgewählten
Drittländern in Bezug auf Maßnahmen vor der Abreise.
Zugang zu Grundversorgung, darunter angemessene und bezahlbare
Wohnungen und Gesundheitsleistungen, ist eine Grundvoraussetzung
für Drittstaatsangehörige, um ein neues Leben in der Gesellschaft des
Aufnahmelandes beginnen zu können.
Beispiele für Maßnahmen: Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Bewältigung
der unmittelbaren Unterbringungsprobleme im Zuge der Flüchtlingskrise;
Erleichterung des Austauschs von Erfahrungen und bewährten Verfahren im
Hinblick auf die städtische Dimension von Vielfalt und Zuwanderung.
AKTIVE TEILHABE
UND SOZIALE
EINGLIEDERUNG
MASSNAHMEN IM
VORFELD DER
AUSREISE UND
ANKUNFT
INTEGRATION
Politische Prioritäten
Die uneingeschränkte Teilhabe von Drittstaatsangehörigen an allen
Aspekten des gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens ist von
wesentlicher Bedeutung für eine erfolgreiche Integration.
Beispiele für Maßnahmen: Projekte zur Förderung des interkulturellen Dialogs,
der europäischen Werte und der sozialen Eingliederung; Förderung der Teilnahme
von Migranten an kulturellem Leben und Sport; Entwicklung von Handbüchern
und Instrumenten für Berufstätige in den betreffenden Bereichen zur Schärfung
des kulturellen Bewusstseins.
Integration in Zahlen
EINWOHNER
2015
EU-Bevölkerung: 508
Millionen
Rund 20 Mio.
Drittstaatsangehörige hielten sich
(legal) in der EU auf.
< 4 % der EU-Gesamtbevölkerung
Die meisten von ihnen kamen zum Arbeiten,
im Rahmen der Familienzusammenführung
oder zum Studieren.
2015 307 620 positive Entscheidungen*
über
Asylanträge von den EU-Mitgliedstaaten = 0,06 % der EUBevölkerung
* in erster Instanz
BESCHÄFTIGUNGSQUOTE
Inländer:
Weibliche
Drittstaatsangehörige:
66%
Drittstaatsangehörige:
45%
54%
Anteil der in der EU beschäftigten Inländer und Drittstaatsangehörigen
2015 (im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren)
Das Gefälle bei der Beschäftigung
reduziert sich jedoch normalerweise mit
der Zeit: Je länger sich Drittstaatsangehörige
in einem Land aufhalten, desto höher ist ihre
Beschäftigungsquote.
Frühzeitige Maßnahmen zur Qualifizierung
und Integration in den Arbeitsmarkt
können zu besseren und schnelleren
Beschäftigungsergebnissen bei neu
angekommenen Drittstaatsangehörigen
beitragen.
BILDUNG
Bildung hilft Migranten, am Arbeitsmarkt und an der Gesellschaft teilhaben.
Viele Migranten
sind für ihre Jobs
überqualifiziert.
2015
Drittstaatsangehörige
in der EU haben
niedrigere
Bildungsabschlüsse als
Inländer
Allerdings verbessert sich die Situation in Bezug
auf den Anteil junger Drittstaatsangehöriger
(18-24 Jahre) ohne Sekundarschulabschluss:
Dieser ist zurückgegangen.
Drittstaatsangehörige:
Inländer:
der Erwachsenen
Erwachsenen
43%
22% der
verfügten über keinen Sekundarschulabschluss.
34%
24%
2009
2015