Lancia Appia Convertibile Vignale

Oldtimer des Monats Mai 2016
Lancia Appia Convertibile Vignale - Bj 1959
Ps/kW:53/39 bei 5200U/min, V4 Zylinder Viertaktmotor Wassergekühlt, 1089ccm,
Leergewicht: 920kg, Höchstgeschwindigkeit: 143km/h, Verbrauch: 8l/100km/h,
Bauzeit: 1956 - 1963, Stückzahl: 1.584,
Der Lancia Appia ist ein PKW-Modell des AutomobilHerstellers Lancia, das von Frühjahr 1953 bis Herbst 1963 in
drei wesentlich unterschiedlichen Serien gefertigt wurde. Die
erste Serie (1953–1956) wurde in 20.005 Exemplaren, die
zweite (1956–1959) in 22.424 Exemplaren und die dritte
(1959–1963) in 55.577 Exemplaren gebaut.
Der Appia war teurer als der Fiat 1100 und nicht so schnell wie
der Alfa Romeo Giulietta. Wie schon der Fiat 1100 vor dem
Krieg hat er keine B-Säule, so dass sich mit den gegenläufigen
Türen ein großer Raum öffnet. Der Vierzylinder V-Motor mit eng zusammenstehenden Zylindern
(Bankwinkel 10,14°) hat zwei untenliegende Nockenwellen, halbkugelförmige Brennräume und
eine zweifach gelagerte Kurbelwelle. Die Vorderräder waren einzeln an einer Geradeführung mit
Schiebehülsen aufgehängt, hinten war eine Starrachse an Blattfedern mit Teleskopstoßdämpfern
eingebaut. Der Wagen hatte eine einfache Schneckenlenkung und an allen Rädern gab es hydraulisch betätigte Trommelbremsen.
Außer der Limousine wurden zwei Coupé-Versionen von Zagato, eine von Pininfarina sowie ein
Cabriolet von Vignale produziert. Ebenso gab es auf Basis der dritten Serie eine Kombiversion
"Giardinetta" (von Viotti).
Vignale wurde dann gewählt, um eine Cabrio-Version des Appia zu bauen. Der Lancia Appia
Convertibile wurde von Giovanni Michelotti entworfen. Auf dem Turiner Autosalon 1957 vorgestellt
und bis zu 1962 zunächst als Zweisitzer gebaut, später wurde er überarbeitet und um die beiden
hinteren Sitze erweitert. Ab Sommer 1968 entstand ein 2 + 2 Cabrio. Alle Convertibiles wurden
auf einem Appia-Chassis aufgebaut. Die erste Serie mit einem 53 PS-Motor, im Jahr 1959 54 PSMotor und schließlich im Jahr 1960 auf dem stärkeren 60 PS Motor. Von 1956 bis 1963 1.584
Cabrios gebaut wurden.
Das Unternehmen wurde von Alfredo Vignale (1913–1969) im Jahr 1946 unter dem Namen Carozzeria Alfredo Vignale in Turin gegründet. Alfredo Vignale
hatte bereits bei der Firma Stabilimenti Farina (nicht zu verwechseln mit Pininfarina, einst getrennt „Pinin Farina“ geschrieben) Berufserfahrung gesammelt
und wollte nunmehr seine eigenen Karosserien anbieten. Der überwiegende
Teil aller bei Vignale gebauten Wagen sind allerdings von seinem persönlichen
Freund und selbständigen Designer Giovanni Michelotti gestaltet, mit dem er
stets eine enge Zusammenarbeit pflegte.
Die erste eigene Karosserie auf Basis eines Fiat 500 Topolino wurde im Jahre 1948 hergestellt,
gefolgt von einem Fiat 1100 in Sonderausführung.
In den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden bei Vignale als formschön und elegant geltende
Karosserien auf technischer Basis unter anderem von Fiat, Cisitalia, Ferrari, Lancia, Maserati, Alfa
Romeo, BMW, Tatra und für De Tomaso. Außer Einzelstücken und Kleinserien wurden auch Serienfahrzeuge karossiert, so zum Beispiel das Appia- und Flavia-Cabriolet und die Maserati 3500
Spider, Sebring I, Sebring II, Mexico, aber auch Kleinwagen wie der Daihatsu Compagno. Vignale
baute einige wenige Aluminium-Karosserien, aber die meisten seiner Karosserien waren aus
Stahlblech.
Der Versuch, auf Dauer eine eigene Marke zu etablieren, hatte keinen Erfolg. Alfredo Vignale verkaufte seine Firma 1969 an die Carrozzeria Ghia, einem weiteren Turiner Designstudio, das jedoch seit einigen Jahren De Tomaso gehörte und starb wenige Tage nach dem Verkauf am 16.
November 1969 bei einem Autounfall, dessen Ursache ungeklärt blieb.
Im Jahr 1974 wurde das Unternehmen unter der Regie von Ghia bzw. De Tomaso aufgelöst.
Zu den Bildern >>>