Rede von Bürgermeister Kessler anlässlich 25-jähriger

Rede anlässlich der 25 jährigen Zugehörigkeit des Ratsherrn KarlHeinrich Belte zum Rat der Stadt Peine am 28.04.2016 während der
33. Sitzung des Rates der Stadt Peine TOP 3
Sehr geehrter Herr Belte,
sehr geehrte Damen und Herren,
insgesamt waren Sie bislang 25 Jahre lang Mitglied des Rates der Stadt
Peine, was bedeutet, dass Ihnen die Bürgerinnen und Bürger in
mehreren Wahlen das Vertrauen geschenkt haben. Zuerst als Mitglied
der CDU von 1981 bis 1987 und seit 1996 als Vertreter der Peiner
Bürgergemeinschaft.
Mit der Übernahme Ihres politischen Mandats haben Sie sich in der
Vergangenheit im wahrsten Sinne des Wortes stets „eingemischt“.
Gut so, denn dazu ist die Opposition da. Sich einzumischen, kritische
Punkte immer wieder darzulegen, Denkanstöße zu liefern und dabei
trotzdem immer das Wohl der Stadt und der Bürgerinnen und Bürger im
Auge zu behalten.
Politiker stehen immer im besonderen Rampenlicht der Öffentlichkeit
und gerade die Kommunalpolitiker werden in einen Topf geworfen mit
Politikern des Landtages und des Bundestages. Nicht beachtet wird
dabei, dass gerade der Kommunalpolitiker an der Basis mit den
Menschen zusammen ist und sich für diese engagiert und einsetzt und
von daher eine wesentlich höhere Bodenhaftung besitzt.
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Sehr geehrte Damen und Herren,
für jeden, der mit seiner kommunalpolitischen Tätigkeit beginnt, ist
dies erstmal Neuland. Nach und nach begreift man die
Zusammenhänge und das Gefüge des Puzzles der Kommunalpolitik.
Dabei muss sich gerade ein Kommunalpolitiker als wahres
Allroundtalent beweisen. Denn neben dem Wissen über
Kommunalrecht und kommunalem Haushaltsrecht wird auch Wissen
über Grundlagen der Stadtentwicklung und –planung benötigt. Aber
auch Kenntnisse aus der Schulpolitik, des Bau und des Vergaberechts
gilt es sich anzueignen.
Diese Liste lässt sich beliebig verlängern. Die Verwaltung liefert zwar
in den Vorlagen Hinweise, gibt Hilfestellungen und beantwortet noch
offene Fragen immer wieder, aber die Entscheidungen müssen
letztendlich die gewählten Mitglieder des Rates treffen.
Herr Belte, während Ihrer Zugehörigkeit zum städtischen Rat arbeiteten
Sie in verschiedenen Ausschüssen mit. Neben dem Ausschuss für
Planung und Öffentliche Sicherheit waren und sind Sie auch im
Verwaltungsausschuss tätig. Im Sportbeirat haben Sie mitgearbeitet und
seit der Bildung des Finanzausschusses engagieren Sie sich auch dort.
Seit 2009 gehören Sie dem Aufsichtsrat der Stadtwerke und seit
01.11.2011 auch dem Aufsichtsrat der Heimstätte an. Im
Werksausschuss SEP arbeiten Sie seit 01.11.2006 mit. In allen drei
Gremien sind Sie als Grundmandatsträger tätig.
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Sie haben damit einen breitgefächerten Einblick in verschiedene
Bereiche der Stadt Peine und als Mitglied des Kreistages auch einen
tieferen Einblick in die Arbeit des Landkreises Peine.
Eine Mitarbeit in einem Ortsrat blieb Ihnen als gewählter Vertreter der
Kernstadt allerdings in den vergangen Legislaturperioden verwehrt. Im
Rat beschäftigt uns zwar immer mal wieder, durch Sie angestoßen, die
Frage, ob die Kernstadt nicht auch einen eigenen Ortsrat benötigt.
Bislang wurde hierüber aber keine Entscheidung in Ihrem Sinne
getroffen.
Neben der Aufzählung der vielen Ämter will ich versuchen, mich der
politischen Person Karl-Heinrich Belte etwas zu nähern, auch wenn dies
– der Zufall will es – genau in die Vorwahlkampfzeit fällt, in der er erneut
als Bürgermeisterkandidat antritt.
Er ist zweifellos ein seltenes Exemplar eines politischen Einzelkämpfers.
Zwar ist er immer mal wieder eine Liaison eingegangen, aber gehalten
hat sie in der Regel nicht – weder mit dem knorrigen Herrn Schridde aus
Woltorf noch mit dem eigenwilligen Ex-Grünen Prof. Oelke. Da ist eine
familiäre weibliche Mitstreiterin doch der nervenschonendere und
verlässlichere Weg.
Er ist ohne Zweifel fleißig, denn zwei Mandate in Stadt und Kreis – das
fordert und verpflichtet zu viel Lektüre und politischem Hineindenken.
Die nötige Entspannung holt er sich offenbar in der Schützengilde.
Er hat messerscharf erkannt, dass er als Einzelkämpfer nur dann eine
Chance hat, wenn er regelmäßig publikumswirksam aufschlägt. Und eins
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muss man ihm zugestehen: er schreckt bei solchen kritischen Vorstößen
auch nicht davor zurück, eine große Klientel – wie zB die
Kaufmannschaft – vor den Kopf zu stoßen, wenn er meint, dass diese
nicht aktiv genug sei….
Man kann sich als Einzelkämpfer plus Familie naturgemäß nur dann
politisch bemerkbar machen, wenn man stark kritisiert und die Finger in
vermeintliche Wunden legt.
Und eine noch so gute Verwaltung macht natürlich auch Fehler und er
hat im Laufe der Jahre ein Gespür dafür entwickelt, wo er hinschauen
und prüfen muss.
Er kann aber auch „beidrehen“ – nach jahrelangem Kampf um das
Allwetterbad, einer Auseinandersetzung, bei der er massiv
gegengehalten hat bis hin zu einem Bürgerentscheid, hat er sich
anschließend hinter ein neues Konzept gestellt und nicht wieder
angefangen, auch dieses in Frage zu stellen…
Vielleicht ist es an dieser Stelle ein bisschen viel des Guten, wenn ich
dem Ratsherrn Belte zurufe, dass ich ihm viel Glück für die Zukunft
wünsche – denn die Presseschlagzeile „Bürgermeister Kessler wünscht
Belte alles Gute für den Wahlkampf“ rückt sonst in greifbare Nähe.
Aber ich denke, dass anlässlich eines solch langjährigen politischen
Engagements der Satz erlaubt sein muss: die Stadt Peine dankt für
diesen langjährigen Einsatz und wünscht persönlich alles Gute.
Als äußeres Zeichen des Dankes darf ich Ihnen diesen Gutschein
überreichen.
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