PRESSEMAPPE Berlin 1945/46 Fotografien von Cecil FS Newman

PRESSEMAPPE
Berlin 1945/46
Fotografien von Cecil F. S. Newman
MÄRKISCHES MUSEUM | Stadtmuseum Berlin
Adresse
Am Köllnischen Park 5 | 10179 Berlin
Infoline
Tel. (030) 24 002-162 | [email protected]
Laufzeit
17.07. bis 25.10.2015
Öffnungszeiten
Di–So 10–18 Uhr
Tag der Deutschen Einheit
03.10.2015 | 10–18 Uhr
Eintritt
5,00 / erm. 3,00 Euro | jeden 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei,
angemeldete Schulklassen und Kinder/Jugendliche bis 18 Jahre
Eintritt frei
Sonderticket
8,00 / erm. 5,00 Euro | berechtigt zum Besuch der Häuser
Ephraim-Palais und Märkisches Museum in der Zeit vom
30.06.2015–31.01.2016
Begleitprogramm
www.stadtmuseum.de
INHALT
Seite
Pressemitteilung
2
Berlin plant
5
Dankschreiben des Stadtrates für Bau- und Wohnungswesen,
5
Hans Scharoun an Newman
Freundschaft, Päckchen, Briefe und fachlicher Austausch
6
Brief von E. Mischonat an Cecil Newman 1946
7
Chronik | Berlin 1945/46
8
Begleitprogramm
11
1
Leitung Pressestelle
Anja Schulze
Tel. (030) 24 002-153/-215
Fax (030) 24 002-189
Mail [email protected]
Pressemitteilung
www.stadtmuseum.de
16. Juni 2015
Berlin 1945/46
Fotografien von Cecil F. S. Newman
Ausstellung im Märkischen Museum: 17.07. bis 25.10.2015
Die Ausstellung „Berlin 1945/46“ im Märkischen Museum präsentiert bisher unbekannte
Berlin-Bilder des nordirischen Fotografen, Stadt- und Landschaftsplaners Cecil F. S. Newman
(1914–1984). Zu sehen sind etwa 150 Neuprints nach den Negativen des Leica-Fotografen.
Die Auswahl folgt den 1945/46 von Newman selbst zusammengestellten drei Berliner Alben,
die als Leihgaben aus Familienbesitz ebenfalls erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Ergänzt werden sie durch Vintage-Prints, persönliche Dokumente und Erinnerungsstücke.
Newmans fotografische Themen sind die Stadt und ihre Menschen. Seine ambitionierten
Amateuraufnahmen zeigen die furchtbaren Folgen des von Deutschland ausgegangenen
Krieges, von denen heute kaum noch Spuren erkennbar sind. Die Spannbreite reicht von
dokumentarischen Aufnahmen über symbolisch überhöhte Bildfindungen bis hin zu lebendigen Schilderungen von Arbeits- und Alltagsszenen, die er in seinen Alben zu reportage-
artigen Bildgruppen zusammengefasst hatte. In vielen Aufnahmen ist der Blick des
Ingenieurs zu erkennen, der vor allem in der verheerenden Trümmerwüste eine gigantische
Herausforderung sieht. Insbesondere seine stilistisch eindringlichen Portraits künden auch
von der Zuversicht jener Generation, die den Grundstein für den Wiederaufbau Berlins legte.
Er kam als Soldat und ging als Freund
Im Juli 1945 kam der dreißigjährige Newman, Captain der britischen Pioniertruppen Royal
Engineers, mit den westlichen Besatzungstruppen in das zerstörte Berlin. Seine Heimatstadt
Belfast war 1941 durch deutsche Luftangriffe verwüstet worden. Dennoch hatte er sich freiwillig gemeldet, dem ehemaligen Feind beim Wiederaufbau zu helfen. Ein Jahr lang arbeitete
er als Vertreter der Militärregierung zusammen mit Magistrat und Bauämtern an den dringlichsten Aufgaben zur Wiederherstellung der städtischen Infrastruktur. Zudem wirkte
Newman als Bausachverständiger in dem von Stadtbaurat Hans Scharoun zusammengerufenen Internationalen Komitee für Bau- und Wohnungswesen an dem ersten Plan für das
Neue Berlin mit. Seiner Arbeit brachte er hohes persönliches Engagement, den Einwohnern
Berlins Offenheit, Anteilnahme und Freundschaft entgegen.
Nach seiner Rückkehr nach Belfast wurde Newman 1947 in die Royal Photographic Society
aufgenommen. Für sein stadt- und landschaftsplanerisches Werk in Nordirland erhielt er
vielfache Ehrungen.
2
„I wanted to bring them home“
Mehr als 1.400 Aufnahmen hat Newman aus seiner Berliner Zeit hinterlassen. 2011 übergab
die Tochter Pat Newman diesen Teil seines umfangreichen fotografischen Nachlasses an das
Stadtmuseum Berlin. Anlässlich der Schenkung sagte sie: „I wanted to bring them home“.
Mit dieser Ausstellung leistet das Stadtmuseum Berlin einen Beitrag zur Erinnerung an das
Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren in Berlin.
MÄRKISCHES MUSEUM | Stadtmuseum Berlin
Adresse
Am Köllnischen Park 5 | 10179 Berlin
Infoline
Tel. (030) 24 002-162 | [email protected]
Pressevorbesichtigung
Donnerstag | 16.07.2015 | 11 Uhr
Eröffnung
Donnerstag | 16.07.2015 | 19 Uhr
Laufzeit
17.07. bis 25.10.2015
Öffnungszeiten
Di–So 10–18 Uhr
Tag der Deutschen Einheit
03.10.2015 | 10–18 Uhr
Eintritt
5,00 / erm. 3,00 Euro | jeden 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei,
angemeldete Schulklassen und Kinder/Jugendliche bis 18 Jahre
Eintritt frei
Sonderticket
8,00 / erm. 5,00 Euro | Berechtigt zum Besuch der Häuser
Ephraim-Palais und Märkisches Museum in der Zeit vom
30.06.2015–31.01.2016
Begleitprogramm
www.stadtmuseum.de
Kuratorenführung
12.08. und 14.10.2015 | 16 Uhr
Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Ines Hahn
Eintritt 3,00 / erm. 2,00 Euro zzgl. Museumsbesuch
Buchvorstellung
26.08.2015 | 18 Uhr
„Als die Brücken im Wasser knieten“ – Zerstörung und
Wiederaufbau Berliner Brücken
Eintritt 3,00 / erm. 2,00 Euro
Gespräch
17.09.2015 | 18 Uhr
Zeitzeugen noch zeitgemäß? – Krieg und Kriegsende nach
70 Jahren
Eintritt 3,00 / erm. 2,00 Euro
Publikation
Berlin 1945/46
Fotografien von Cecil F. S. Newman
Hrsg.: Stiftung Stadtmuseum Berlin
Nicolai Verlag Berlin [ISBN 978-3-89479-948-9]
16,95 Euro (128 Seiten, 100 z. T. farbige Abb., Klappbroschur)
www.nicolai-verlag.de
3
Cecil F. S. Newman
* 1914 Lisburn – † 1984 Belfast
– aufgewachsen als Sohn eines Polizisten in Belfast
– Mitglied der 10. Belfast Scout Group, 1931 „Scout of the Year“
– Abitur an der Royal Academical Institution
– Angestellter der Stadtverwaltung von Belfast:
Stadtvermessung- und Stadtplanung
– Abendstudium Ingenieurswesen und Offiziersausbildung an
der Queens University Belfast
1935
Beginn der fotografischen Tätigkeit, Teilnahme an internationalen Pfadfindertreffen:
1939
Einberufung zu den britischen Pioniertruppen Royal Engineers
1941
Einsatz im bombardierten Belfast: Munitionsentsorgung und Wiederaufbau
1942
Heirat mit Molly Baird
1943
Stationierung in Gibraltar: Tunnelbau/Flughafenausbau
1945
Ausbildung in Notfall-Wasserversorgung, dann Stationierung auf Schloss
1935 Schweden, 1936 und 1938 Tirol
Moyland/Niederrhein: Straßen- und Unterkunftsbau
Juli 1945 Versetzung nach Berlin: Tätigkeit in der Abteilung Public Works and Utilities der
britischen Militärregierung, Mitglied des Internationalen Komitees für Bau- und
Wohnungswesen
August 1946 Rückkehr nach Belfast in die Stadtplanungsabteilung, Beförderung zum Major
1947
Aufnahme in die Royal Photographic Society
1949–1959 Geburt seiner Kinder Pat, John und Michael
1953
volle Mitgliedschaft im Royal Town Planning Institute nach Abschluss eines externen
Studiums
ab 1956 leitende Plaungstätigkeit für das Nordirische Entwicklungsministerium
Mitarbeit am Matthew-Plan, dem Regionalplan für Belfast
Autor der Gebietspläne für die Mourne Mountains und die Newry Area unter
Einbeziehung eigener Landschaftsfotografien
Ehrungen:
1972
„Order of the British Empire“
1984
Verdienst-Auszeichnung durch das Royal Town Planning Institute Northern Ireland;
1987
Gedenkstein „Cecil Newman Friend of Mourne.“ durch die „Ulster Society for the
Protection of the Countryside”
Ausstellungen:
1944
Architektur-, Landschafts- und Porträtfotografie, Gibraltar
1984
„Reflections of C.F.S. Newman – a planner and his camera“, Belfast
2013
„Two men of Mourne. Photographs by Pat Hudson and Cecil Newman“, Down County
Museum
4
Berlin plant
Newman war Mitglied des Internationalen Komitees für Bau- und Wohnungswesen.
Sachverständige der vier Alliierten unterstützten darin das Planungskollektiv des Magistrats
bei der Arbeit am ersten Plan für das Neue Berlin. Von deutscher Seite nahmen Hans Scharoun,
Karl Böttcher, Wils Ebert und Martin Mächler teil. Die Gruppe befasste sich mit der
Entwicklung vorfabrizierter Typenhäuser aus Kunststoff. Sie schätzte einen weltweiten Bedarf
von 100 Millionen Wohnungen und hoffte mit diesen Exportartikeln Impulse für die deutsche
Wirtschaft zu geben.
Das Planungskollektiv knüpfte an avantgardistische Ideen aus der Zeit vor 1933 an. Ziel war die
organisch nach Funktionen gegliederte, von Verkehrsbändern durchzogene, aufgelockerte,
durchgrünte Stadt. Die Ergebnisse wurden in der Ausstellung „Berlin plant“ ab 22. August 1946
im Weißen Saal der Schlossruine präsentiert.
Dankschreiben des Stadtrates für Bau- und Wohnungswesen,
Hans Scharoun an Newman
„Magistrat der Stadt Berlin Abteilung für Bau- und Wohnungswesen
Herr Newman
Da Sie jetzt in Ihre Heimat zurückkehren, drängt es mich, Ihnen aufs Herzlichste für das grosse
Verständnis zu danken, das Sie unserer Arbeit entgegenbrachten. Es war für mich und meine
Mitarbeiter eine grosse Freude, immer wieder zu erfahren, dass wir in unserer so schwierigen
Situation auch menschlich verstanden wurden. Ich darf mir daher erlauben, Ihnen als
Erinnerung an Ihre Tätigkeit in Berlin eine Darstellung des Wahrzeichens unserer Stadt mit auf
den Weg zu geben. Wir alle bedauern aufrichtig Ihre Abreise und wünschen Ihnen Erfolg in
Ihrer Arbeit und uns, daß die geknüpften Verbindungen nicht abreißen mögen.
Ihr ergebener Hans Scharoun“
5
Freundschaft, Päckchen, Briefe und fachlicher Austausch
Zusammen mit seiner Mutter schickte Newman von Belfast aus über das Schwedische Rote
Kreuz mehr als 50 Päckchen mit Lebensmitteln, Schuhen, Bekleidung und Kerzen nach Berlin.
Die erhaltenen Antwortbriefe sind Ausdruck aus intensiver gemeinsamer Arbeit gewachsener
Vertrautheit. Sie geben gleichzeitig ein bedrückendes Bild der Lebensverhältnisse im
Nachkriegs-Berlin. In diesen Zeiten teilen die Menschen das Nötigste, geben das Empfangene
an Bedürftigere ab.
Dass Newman seine Filme eigenhändig entwickelte, bezeugen Briefe von Erna Mischonat,
Inhaberin des Photo-Spezialhauses am Rüdesheimer Platz, deren Dunkelkammer er nutzte.
Der gegenseitige Austausch von Literatur gehörte zum fachlichen Dialog, den Newman mit
seinen Kollegen von Belfast aus weiterführte. So ließ sich Newman regelmäßig die Zeitschrift
„Der Bauhelfer“ zuschicken, die praktische Themen des Wiederaufbaus sowie theoretische
Fragen des Städtebaus behandelte.
Ebenso schickte er Briefmarken, damit ihm Kollegen die Neue Berliner Illustrierte senden
konnten. Vermutlich war er besonders an den bildjournalistischen Fotostrecken interessiert,
von denen in jeder Ausgabe zwei bis drei auf Doppelseiten zusammengestellt waren.
Nicht zuletzt ließ er sich über die Ergebnisse der von ihm unterstützten Ausstellung „Berlin
plant“ informieren, die kurz vor seiner Heimkehr nach Belfast im Berliner Schloss eröffnet
wurde. Fast ein Jahr nach seiner Rückreise erhielt er ein handgemachtes Katalogbuch mit
Fotografien und der Widmung „geistiger und materieller Hilfe gedenkt hierdurch in
Dankbarkeit Ihr erg[ebener] Hans Scharoun, 26. 6. 47“.
 Verzeichnis der von Newman und seiner Mutter von Belfast
nach Berlin gesendeten Päckchen und deren Inhalt, Blatt 1 von 3
 Brief von Erna Mischonat an Newman
31.10.1946
6
E. Mischonat
31/10.46
Photo-Spezial-Haus
Berlin-Wilmersdorf
Rüdesheimer-Platz 7
Mein lieber Herr Cpt. Newman!
Heute lasse ich die Arbeit beiseite, Ich muss schreiben.
Am liebsten würde ich Sie in meinem Geschäft begrüssen und Ihnen persönlich für alles Gute
danken. Ihre Freunde und Ich hoffen so sehr auf ein Wiedersehen. Also haben Sie vielen
herzlichen Dank für all die guten Gaben. Ich habe ein Päckchen mit Brief durch einen Boten
erhalten. Ausserdem 2 Pakete durch die Schweden.
Die Zig. habe ich Frl. Ros. Kroll gegeben. Mit den anderen Sachen werde ich Weihnachten
Freude bereiten. Durch Sie habe ich auch Freude. Denn ich darf geben. Zwei alte Mütterchen
habe ich zum Geburtstag erfreut. Und die kleinen Schützlinge strahlen vor Freude. Vor meinem
Geschäft beseitigen Frauen den großen Schutthaufen.
Bei Regen mache ich Ihnen eine warme Suppe. Aber wie sollen wir Ihnen all das Gute
vergelten? Sie können nicht so viel Geld für uns ausgeben. Sie haben schon in Berlin zuviel
geholfen. Als Sie hier waren, konnte ich manches für Sie tun. Aber wie soll ich mich jetzt
erkenntlich zeigen? Ich habe für Sie 2 Farbfilme. Soll ich die Filme durch die Schweden zu Ihnen
schicken? Ihre Neg. habe ich damals dem großen Schweden mitgegeben. Ich dachte, er wird
die Negative Ihnen zuschicken.
Ach wie nett wäre es, wenn ich Sie recht bald in meinem Geschäft begrüßen könnte.
Unsere Dunkelkammer ist am Abend und am Sonntag recht vereinsamt. Es war sehr schön Ihre
guten Aufnahmen zu besichtigen und fachliche Gedanken mit Ihnen auszutauschen. Ihre
Camera ist also gut gelandet. Ich habe Ihnen das von Herzen gewünscht. Ich habe viel Kunden
von der Kontrollkommission. Es sind auch englische Familien nach Deutschland gekommen.
Ich hoffe so sehr, dass auch Sie herkommen können. Ihre Sachen sind gut für Sie aufgehoben.
Darf ich die Gummistiefel einem Flüchtling aus dem Osten schenken? Der Mann arbeitet auf
dem Felde und hat alles verloren. Bitte mir diese Bitte nicht zu verübeln. Es schadet nichts,
wenn ich die Stiefel nicht verschenken darf. Ich habe noch nichts dem Mann gesagt. Nun bitte
ich um Entschuldigung weil ich mich so spät für alles bedanke. In den letzten Wochen hatte ich
im Geschäft und Privat viel zu durchkämpfen. Krankheit und Tot unter unseren Schützlingen
nahmen Zeit und alles Denken in Anspruch. Man verliert nur zu schwer liebe Menschen. Doch
so ist das Leben, die guten Menschen gehen von uns.
Vielmals dankend wünscht Ihnen alles Gute
und grüßt sie herzlich
Ihre
E. Mischonat
Ihre Zeilen in Deutsch waren sehr gut. Ich verstehe alles.
7
Chronik | Berlin 1945/46
April 1945
16.
Beginn der Berlin-Offensive der Roten Armee
28.
Generaloberst Nikolai E. Bersarin wird Stadtkommandant
21.
letzter der insgesamt 310 britisch-amerikanischen Luftangriffe auf Berlin
Mai 1945
2.
Kapitulation der deutschen Truppen in Berlin: 56.000 zivile Opfer seit Kriegsbeginn.
Die Stadt ist ohne Trinkwasser, Strom und Gas. Fast die Hälfte aller Wohnräume und
der größeren Brücken sind zerstört, das Verkehrsnetz durch Kriegswirkung lahm
gelegt. In den Straßen lagern 55-75 Mio. m³ Trümmer.
8.
Bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschlands, Ende des Zweiten Weltkrieges in
Europa
13.
Einführung von Lebensmittelkarten in 5 Kategorien
Neubeginn des Musiklebens: Konzert des Berliner Kammerorchesters im Rathaus
Schöneberg
erste Sendung des Berliner Rundfunks nach dem Krieg
19.
Amtseinführung eines neuen Magistrats von Groß-Berlin sowie des
Oberbürgermeisters, Dr. Arthur Werner, durch die sowjetische Militäradministration
(SMAD)
21.
Gründung und Erstausgabe der „Berliner Zeitung“
23.
Aufforderung der Gesundheitsverwaltung zur Beseitigung von Leichen und
27.
Neubeginn des Theaterlebens: erste Theatervorstellung im Renaissance-Theater
30.
Wiederaufnahme der Stromversorgung in elf der einundzwanzig Stadtbezirke
31.
Auflösung aller Beamtenverhältnisse auf Anweisung der SMAD
Tierkadavern
Juni 1945
1.
Bildung der Deutschen Volkspolizei: in Berlin Einrichtung von 170 Revieren
5.
„Berliner Deklaration“: Übernahme der obersten Regierungsgewalt in Deutschland
durch die Alliierten, Aufteilung Deutschlands und Berlins in vier Besatzungszonen
8.
Aufforderung der SMAD an den Magistrat, das Schulwesen zu entnazifizieren und eine
10.
Erlaubnis der Bildung antifaschistisch-demokratischer Parteien und freier
Einheitsschule aufzubauen
Gewerkschaften durch die SMAD
30.
Beginn der Entlassung aller ehemaligen NSDAP-Mitglieder aus dem öffentlichen
Dienst
8
Juli 1945
1.
Wiedereröffnung des Zoologischen Gartens mit 46 überlebenden Tieren
4.
Eintreffen der amerikanischen und britischen Besatzungstruppen in ihren Sektoren
(fünf Wochen später Einzug der französischen Truppen)
Erste Großkundgebung der neu gegründeten Parteien KPD, SPD, CDU und LDP am
Rathaus Tiergarten.
Kundgebung des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands im Haus
11.
des Rundfunks
erste Sitzung der Interalliierten Kommandantur für Berlin: Bestätigung aller bisherigen
Anordnungen des sowjetischen Kommandanten
17.
Beginn der Potsdamer Konferenz; gemeinsame Ziele der USA, der Sowjetunion und
Großbritanniens für Deutschland: Denazifizierung, Demokratisierung,
Demilitarisierung, Dezentralisierung und Demontage
August 1945
6.
Aufnahme des Briefverkehrs für den Orts- sowie den beschränkten Fernverkehr
7.
Ergebnisse der Volks- und Arbeitsstättenzählung: 2,8 Mio. Einwohner (4,3 Mio. 1939),
42,4 % der Arbeitsstätten von 1939
8.
Konstituierung des Alliierten Kontrollrates, oberstes Organ der Viermächteverwaltung
21.
Mitteilung der Alliierten Kommandantur: Nichtversorgung der Bevölkerung mit Kohle,
Deutschlands
Bestimmung von Waldstücken zum privaten Holzeinschlag
September 1945
1.
Polizeipräsident fordert Bevölkerung zur Hilfe im Kampf gegen Felddiebstähle auf
4.
Alliierter Befehl von Maßnahmen zur Überwachung von Typhus und Ruhr
7.
Siegesparade der vier Besatzungsmächte auf der Charlottenburger Chaussee
Magistrat richtet einen ersten Tauschmarkt in der Brunnenstraße ein
An Berliner Schulen sind 234.224 Kinder und 5.331 Lehrer erfasst.
15.
Beginn der Aussonderung faschistischer und militaristischer Literatur aus Bibliotheken
25.
Aufhebung des Umgangsverbotes für britische Soldaten mit deutschen Familien
28.
Verordnung des Magistrats gegen Preistreiberei
29.
Sammelaufruf des Oberbürgermeisters: Textilien für Kriegsheimkehrer und Opfer des
20.
Beförderung von täglich wieder mehr als einer Mio. Fahrgästen durch die BVG
Faschismus
Oktober 1945
10.
Rationierung des Gasverbrauchs auf Befehl der Alliierten Kommandantur
11.
Wiedereinführung des Arbeitsbuches, Ahndung von Arbeitsbummelei mit Entzug der
Lebensmittelkarte
24.
Beginn der Hilfsaktion „Rettet die Kinder“ und
26.
„Aktion Storch“: Evakuierung von 5.000 unterernährten Kindern in die britische Zone
Sammelaufruf des Oberbürgermeisters: Friedens-Weihnachten 1945
9
November 1945
1.
Anordnung zur Einrichtung von 19 Volksgaststätten durch die Alliierte Kommandantur
12.
Wiederaufnahme des Lehrbetriebes an der Berliner Universität (ab 1949 Humboldt-
7.
Einweihung des sowjetischen Ehrenmals im Tiergarten
Universität)
19.
Baubilanz des Magistrats nach 6 Monaten: Reparatur von 35 Brücken, 400 km Straßen,
19.000 Wohnungen, Bergung von 26 Mio. Steinen, 11.000 t Profileisen und 4.000 t
Eisenschrott aus Trümmern
Dezember 1945
8.
Bildung des „Blocks der antifaschistisch-demokratischen Parteien für Groß-Berlin“
9.
Eröffnung des ersten Weihnachtsmarktes nach dem Zweiten Weltkrieg im Lustgarten
Januar 1946
29.
Erlass alliierter Richtlinien zur Rationierung von Elektrizität
30.
Eintreffen des ersten Hilfszuges des Internationalen Roten Kreuzes
Februar 1946
15.
Erscheinen des „Amtlichen Fernsprechbuchs für Berlin 1945“ für 15.000 Anschlüsse
15.
Aufforderung des Oberbürgermeisters an die Bevölkerung, jedes Stück Boden für den
(2% von 1940)
Gemüseanbau zu nutzen
26.
Erlass von Richtlinien zur Entnazifizierung durch die Alliierte Kommandantur
März 1946
5.
erstmalige Verwendung des Begriffs vom „Eisernen Vorhang“ durch den ehemaligen
britischen Premier Winston Churchill
25.
Prozess gegen Beteiligte an Massenmorden der Nazis vor dem Landgericht Berlin
28.
Industrieplan des Alliierten Kontrollrates: Festlegung der Obergrenze für das
Produktionsvolumen von 65 % gegenüber 1936
April 1946
9.
Neueröffnung der Technischen Hochschule zu Berlin als „Technische Universität“
21.
Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED im Admiralspalast
Mai 1946
25.
Die britische Militärregierung genehmigt landwirtschaftliche Nutzung des Tiergartens
Die Alliierte Kommandantur ordnet die Bildung einer „Magistratsflotte“ aus 26
Kähnen, vier Motorschiffen und fünf Schleppern an.
Juni 1946
3.
Alliierte Anordnung von Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung und zu den
Bezirksverordnetenversammlungen zum 20. Oktober
Juli 1946
10.
Gesetz des Alliierten Kontrollrates über den Einsatz von Frauen bei der
Trümmerbeseitigung (60.000 Trümmerfrauen in Berlin)
August 1946
9.
14.
Alliierte Kommandantur genehmigt Entwurf für die Verfassung von Groß-Berlin
Ausgabe erster Hilfspakete der „Cooperative of American Remittances to Europe“
(CARE)
10
Begleitprogramm
12.08. und 14.10.2015 | 16 Uhr
Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Ines Hahn
Eintritt: 3,00 / erm. 2,00 Euro zzgl. Museumsbesuch
26.08.2015 | 18 Uhr
Buchvorstellung
„Als die Brücken im Wasser knieten“ – Zerstörung und Wiederaufbau Berliner Brücken
Die Zerstörungen des Krieges waren verheerend vor allem für die Infrastruktur der Stadt.
Das Überleben Berlins und der Berliner verlangte die möglichst schnelle provisorische
Instandsetzung der Brücken und Wasserwege. Darüber und wie später in der geteilten Stadt
der Wiederaufbau der Brücken realisiert wurde, berichten die Experten Eckhard Thiemann und
Dieter Desczyk in ihrem Lichtbildervortrag.
Eintritt: 3,00 / erm.2,00 Euro
17.09.2015 | 18 Uhr
Gespräch
Zeitzeugen noch zeitgemäß? – Krieg und Kriegsende nach 70 Jahren
Wie lässt sich anhand von Erinnerungen Geschichte verstehen? Judith Steinkühler vom Anne
Frank Zentrum berichtet, wie in der Begegnung von Kriegskindern und Jugendlichen das Stück
„Goldland“ für das Theater an der Parkaue entstand. FRANEK verleiht ihrer Sicht von
Kriegskindheit künstlerisch Ausdruck in dem Buch „Als die Soldaten Schäfer waren“. Ines Hahn
berichtet, wie Erinnerungsstücke aus Belfast zum Auslöser einer Ausstellung über Berlin
1945/46 wurden. Moderation Dr. Nele Güntheroth
Eintritt: 3,00 / erm. 2,00 Euro
MÄRKISCHES MUSEUM | Stadtmuseum Berlin
Adresse
Am Köllnischen Park 5 | 10179 Berlin
Infoline
Tel. (030) 24 002-162 | [email protected]
Laufzeit
17.07. bis 25.10.2015
Öffnungszeiten
Di–So 10–18 Uhr
Tag der Deutschen Einheit
03.10.2015 | 10–18 Uhr
Eintritt
5,00 / erm. 3,00 Euro | jeden 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei,
angemeldete Schulklassen und Kinder/Jugendliche bis 18 Jahre
Eintritt frei
Sonderticket
8,00 / erm. 5,00 Euro | Berechtigt zum Besuch der Häuser
Ephraim-Palais und Märkisches Museum in der Zeit vom
30.06.2015–31.01.2016
Begleitprogramm
www.stadtmuseum.de
11