Schüler werden auf Herz und Lunge geprüft

Burger Rundschau | 17
Volksstimme
Donnerstag, 24. September
„Das Kunstwerk ist
nur ein Angebot“
Gommern
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Vernissage zu „Aus den letzten Jahren“ von Erhard Holley
Willkommen
Zum vierten Mal haben
sich die Türen der Kleinen Galerie der Kulturwerkstatt geöffnet, um
eine neue Ausstellung
zu präsentieren. „Aus
den letzten Jahren“ heißt
sie und zeigt Werke vom
gebürtigen Walternienburger, vorübergehenden
Leitzkauer und schon seit
Jahren begeisterten WahlKarower Erhard Holley.
Anton Heinrich
aus Leitzkau
Leitzkaus jüngster Einwohner
heißt Anton. Der keine Anton
kam am 13. September um 4.40
Uhr zur Welt. Dabei wog er
bereits 3655 Gramm und war
schon 52 Zentimeter groß. Nach
Emma (8) und Lena (5) macht
Anton nun das Familienglück
für die überglücklichen Eltern
Manja und Jens Heinrich perfekt. Foto: Thomas Schäfer
Von Arlette Krickau
Gommern l Erhard Holley – Maler, Zeichner, Grafiker, Verleger,
Lehrer. Kurzum: Erhard Holley
hat viele Facetten und Begabungen. Und genau das spiegeln auch seine Bilder wieder.
„Zögerlich und versteckt
zeigt er in seinen Bildern seine
Gedankenwelt und sein Seelenleben“, verrät sein Laudator
Hartmut Glöckner bei der Vernissage.
Vielleicht ist es das, was
seine Werke ausmacht. Denn
ein Stück Erhard Holleys Persönlichkeit vor sich zu haben,
kann vieles sein: spannend,
witzig, interessant, lehrreich,
anregend, in sich ruhend, aber
nie langweilig, humorlos oder
belanglos. Denn es ist in jedem
Fall deutlich zu sehen, dass
Kulturtage
starten heute
In der Wahlitzer Kirche
Wahlitz (akr) l Heute starten die
Wahlitzer Kulturtage. Los geht
es um 19.30 Uhr mit der Vernissage zur Ausstellung „Poesie
aus dem Straßengraben - kleine
Schöpfungsgeschichten“ in der
Wahlitzer Kirche.
Für die musikalische Umrahmung bei der Vernissage
sorgen Thomas Riedel (Gitarre)
und Friedrich Nieper (Violine).
Ganz im Zeichen der irischen Musik steht dann der
Konzertabend morgen ab 19.30
Uhr. Das Publikum kann sich
auf „Irish Folk und einiges
mehr“ von Dizzy Spell aus Halle freuen.
Am Sonnabend um 15 Uhr
gibt es eine Aufführung der
Kinder der Kindertagesstätte
„Klusspatzen“ Wahlitz mit anschließender Kaffeetafel. Abschluss der Kulturtage bildet
dann ein Festgottesdienst am
Sonntag um 10 Uhr. Der Eintritt zu den Veranstaltungen
ist frei – Spenden werden aber
gern entgegengenommen.
zustellen, stand insgeheim
schon länger auf Erhard Holleys Wunschliste. Schließlich
verbindet der Wahl-Karower
seine Wurzeln zu Teilen mit
der Region Leitzkau. Jetzt wo es
vollbracht ist, freut sich Holley,
dass alles so gut geklappt hat,
die Räume schön hell sind und
auch viele Interessenten zur
Vernissage gekommen sind.
Unter ihnen viele Besucher
aus Genthin oder dem Zerbster Umland, die den Weg
in die Galerie fanden. Auch
Heinz und Erika Reifarth
aus Walternienburg waren mit
von der Partie. Erika Reifarth:
„Ich kenne zwar einiges von
ihm, es ist aber erst das zweite
Mal, dass ich mir eine Ausstellung von ihm anschaue. Grelle
Farben sind nicht meins, das
weiß er, aber die Gegensätze,
die hier gezeigt werden, haben
mich erstaunt und begeistert...
Ich hab auch mal gemalt, aber
ich hätte wohl mehr üben müssen.“
Mit dem Gefallen ist es eh
so eine Sache, vor allem, wenn
einem der Zugang zu fehlen
scheint. Erhard Holley half
seinem Laudator und Schüler
Hartmut Glöckner mit dem
Satz: „Das Kunstwerk ist nur
ein Angebot des Künstlers,
fertigstellen muss es jeder Betrachter im Kopf allein“, da
sehr weiter.
Rekordverdächt
ig
Echte Ladeburger Bananen
Erich Lorbeer ist der Ladeburger mit dem Händchen für Bananen. Um genau zu sein, hat er ein
Händchen für Bananenpalmen. Eine solche hat
er nämlich in seinen Garten gesetzt. Nachdem er
sie im Miniformat vor Jahren kaufte, pflanzte er
sie in einen Topf, sodass er sie im Winter immer
einlagern konnte. Sie wuchs und gedeih so gut,
dass sie irgendwann zu groß für den Topf wurde. Darauf entschied sich Erich Lorbeer, die Palme einzupflanzen und sie auch im Boden überwintern zu lassen. Zum Glück traute er sich das.
Zwei Jahre steht die Bananenpalme nun schon
an diesem Platz, und nun sieht man im wahrsten
Sinne des Wortes die ersten Früchte seines Mutes. Winzig kleine Minibananen sind am Stiel der
Blüte auszumachen. Dass sich diese große Blüte
überhaupt ausgebildet hat, war schon ein Wunder. „Aber bei der wenigen Sonne derzeit, werden
sie wohl nicht mehr reif werden“, bedauert Erich
Lorbeer. Er kann deshalb jetzt stolz behaupten,
dass in einem Ladeburger Garten echte Bananen
Foto: Arlette Krickau
wachsen. Leserbrief
Schüler werden auf Herz und Lunge geprüft
Berufsorientierung mal ganz
praktisch. Die Gymnasiasten
aus Gommern absolvieren
ein Physiologiepraktikum an
der Uni-Klinik-Magdeburg:
Am Mittwoch, 16. September,
nahmen zwanzig biologie- und
medizininteressierte Schülerinnen und Schüler der 12.
Klassen der „Europaschule“
Gymnasium Gommern an einem ganztägigen Physiologiepraktikum teil, das durch die
Otto-von-Guericke-Universität
Magdeburg organisiert wurde. Seit jetzt schon acht Jahren
besteht die Zusammenarbeit
zwischen der Uni und dem
Gymnasium. Es ermöglicht
angehenden Abiturienten, anhand verschiedenster Selbstversuche neue Einblicke in den
eigenen Körper zu gewinnen.
Die Schülergruppe führte unter Anleitung von acht Mitarbeitern der Universitätsklinik
zahlreiche Experimente zur
vegetativen und animalischen
Physiologie durch. Vorab erhielten die Teilnehmer ein
Praktikumsskript, erstellt von
Dr. Nocke und dem Direktor des
Instituts Prof. Dr. Leßmann,
in dem jeder Versuch einzeln
hier ein intensiver Beobachter
der Welt „den Pinsel schwingt“.
Aber um es zu begreifen, muss
man es sich selbst anschauen,
selbst beobachten, selbst entdecken und selbst nachdenken.
In der kleinen Auswahl an
Werken, die bis 2. November in
der Kulturwerkstatt zu sehen
sind, kann man einige Techniken sehr genau sehen, doch
reicht es natürlich nicht an das
ganze Spektrum von Holleys
Schaffen heran.
Für Abwechslung sorgen die
an japanische Aquarelle angelehnten Vogelmotive, aber entgegen der japanischen Tradition wurden diese von Holley mit
Texten versehen. Mit Gedichten von Luise Winkelmann aus
Genthin und Dorothea Iser aus
Burg.
Dass die japanische Kunst
ihn zumindest phasenweise
beeinflusst, ist auch in den
grafischen Werken zu finden,
die ausgestellt sind. Auf Papieren, die auf dem Trödelmarkt
erstanden wurden, finden sich
Blumen, Früchte, Pflanzen,
aber auch kleine japanisch angehauchte Zeichen.
Dass es auch ganz anders
geht bei Holley, sieht man dann
bei den Bildern, entstanden aus
Mischtechniken, Zeichnungen
oder abstrakten Bildern.
Hier in Gommern in der
Kulturwerkstatt einmal aus-
Volksstimme, 24.09.2015
Schüler Tobias Meier lässt das
Auch Schulleiterin Riwaldt
EKG messen. Fotos: Gymnasium macht Untersuchungen mit.
erklärt wurde, um sich optimal
auf den Tag vorzubereiten.
Im vegetativen Teil des Praktikums wurde zum Beispiel
durch die indirekte Kaloriemetrie der Energieumsatz einiger Schüler festgestellt. Weiterhin gab es Apparaturen, die
den Atemgastransport oder die
Kreislaufregulation messen.
Auch die elektrische Aktivität
des Herzens wurde durch ein
Elektrokardiogramm untersucht.
Im zweiten Teil erfuhren die
Praktikanten etwas über ihre
Hör- und Sehfähigkeit und
den Temperatursinn. Anhand
von Sehprobetafeln konnten
beispielsweise Brillenträger
die Stärke ihrer Brillen überprüfen. Außerdem gab es die
Möglichkeit, die Grenzen des
eigenen Gesichtsfeldes auszutesten, wie bei der Bestimmung des blinden Fleckes.
Einige der Probanden erfuhren
neue Erkenntnis über ihren eigenen Körper. So wurde sich
ein Teilnehmer seiner leichten
Grünschwäche bewusst, die
ihm vorher nicht bekannt war.
Andere wiederum staunten
nicht schlecht über ihr durch
längeres Training vergrößertes
Lungenvolumen.
Am Ende eines aufschlussreichen und interessanten Tages,
nahmen die Schüler sowohl
einen kleinen Eindruck in den
Teilbereich der Physiologie, als
auch eine Teilnahmebestätigung für ihr Engagement mit
nach Hause. Unter den Schülern befand sich auch ein amerikanischer Austauschschüler,
der für ein Jahr das Gymnasium in Gommern besucht.
Mareike Herold
und Joop Schimschar
„Die Werke sind nur ein Angebot des Künstlers, fertigstellen muss sie jeder Betrachter in seinem Kopf.“
Auch ohne diesen Satz kann es Saltos im Kopf machen, wenn man Erhard Holleys Bilder betrachtet.