Informationen zum Fastenmonat Ramadan

Informationen zum Fastenmonat Ramadan
Der Begriff „Ramadan“ hat zwei Bedeutungen: Zum einen handelt es sich um den neunten Monat im
islamischen Kalender, zum anderen bezeichnet er den islamischen Fastenmonat. Die Einhaltung des
„Ramadan“ ist eine der fünf Säulen des Islam und daher von ausgesprochen großer Bedeutung für
alle Muslime.1
Der „Ramadan“ 2015 beginnt am 18.6. und endet am 16.7.2015. Die ersten drei Tage unmittelbar
nach Ende des „Ramadan“ nennt man das sogenannte Opferfest (Eid al-Fitr). Diese drei Tage gehören
zu den höchsten Feiertagen der Muslime und sind durch Feierlichkeiten im Familien- und
Freundeskreis charakterisiert.
Dauer und Phasen des Ramadan
Der Ramadan dauert je nach Jahr entweder 29 oder 30 Tage. Er richtet sich nach der Stellung des
Mondes. Genauer beginnt der neue Monat im Islamischen Kalender dann, wenn der Neumond das
erste Mal sichtbar ist und endet nachdem der abnehmende Mond komplett verschwunden ist, bevor
der nächste Neumond erscheint. Je nach Region und traditioneller Auslegung beginnt der Ramadan
auch einen Tag später oder einen Tag früher.
Das Fasten im Ramadan
Das Fasten ist der zentrale Brauch im Ramadan. Dieses findet für gläubige Muslime vom
Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang eines jeden Tages statt. Entsprechend dauert das Fasten je
nach dem Islamischen Jahr (das weniger Tage hat als ein Jahr nach heutiger Zeitrechnung) zwischen 8
Stunden (wenn der Ramadan in den Wintermonaten stattfindet) und 16 Stunden (wenn der
Ramadan in den Sommermonaten stattfindet). Die Mahlzeit, die Muslime vor Sonnenaufgang
einnehmen, wird Suhoor genannt. Die Mahlzeit, die nach dem Sonnenuntergang eingenommen wird,
heißt Iftar. Der Begriff Fasten ist für Muslime deutlich weiter gefasst, als allgemein bekannt. So
umfasst strenges Fasten auch, dass während des Tages nicht getrunken werden darf.
Der Sinn des Fastens
Das Fasten im Ramadan hat mehrere Bedeutungen. Neben der Hingabe und Anbetung spielt
insbesondere die Abwendung von weltlichen Werten und Besitztümern eine Rolle. Grundsätzlich
wird auch von der Abwendung vom weltlichen Denken gesprochen. Anstatt dessen soll eine Zeit des
Glaubens zelebriert werden. Eine davon ist Selbstdisziplin, die sich im Ramadan bestens einüben
lässt. Auch Opferbereitschaft und Selbstkontrolle sollen geübt werden. Schlussendlich sollen sich die
Gläubigen noch in Großzügigkeit, Hilfe für Arme und allgemeiner Hilfe für andere Menschen üben.
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Die „fünf Säulen“ des Islam sind: das Bekenntnis, das Gebet, das Almosen, das Fasten und die
Pilgerreise. Die fünf Säulen gehen auf einen Ausspruch des Propheten Mohammed zurück, welcher in
der Hadith-Sammlung von Al Bukhari überliefert ist.
Wann müssen Muslime nicht fasten?
Es gibt einige Ausnahmen, wann ein Muslim nicht fasten muss. Dazu zählt zuallererst das Alter.
So beginnt die Pflicht zu fasten erst mit der Pubertät und endet im hohen Alter. Letztere Schranke
wird allerdings durch die Gesundheit bedingt. So heißt es, dass gefastet werden muss, solange der
Gläubige "geistig und körperlich gesund" ist.
Darüber hinaus gibt es jedoch auch noch zahlreiche weitere Ausnahmen. Dazu gehören Reisen auf
denen Fasten nicht möglich ist, die Menstruation der Frau, Krankheiten, Schwangerschaft und Stillen.
Für all diejenigen (Junge und Alte ausgenommen), die den Ramadan nicht begehen konnten, gilt die
Regel, dass die Fastentage nachgeholt werden müssen.
Suhoor und Iftar
Die beiden Mahlzeiten im Ramadan unterliegen je nach Kulturkreis unterschiedlichen Regeln. Bei der
morgendlichen Mahlzeit, Suhoor, besteht die Vorschrift, dass unbedingt vor dem ersten Gebet des
Tages (Fajr) gegessen wird. Wie genau die Mahlzeit aussieht, ist sehr unterschiedlich. Zumeist essen
die Muslime eine Reisspeise, Früchte oder eine andere leichte Mahlzeit. Die Regeln bei der zweiten
Mahlzeit des Tages, Iftar, sind meist strenger. So werden zuerst hauptsächlich Datteln gegessen,
danach wird das vierte Gebet des Tages (Maghrib) vollzogen. Erst danach wird die Hauptspeise
serviert. Diese ist oftmals ein sehr reichhaltiges Gericht, das entweder aus Fleisch oder Reis besteht.
Dazu gibt es gewöhnlich eine Auswahl an sehr kalorienreichen Desserts, die in manchen
Kulturkreisen nur in den Monaten des Ramadan zubereitet werden. Außerdem gilt es in vielen
Regionen als wichtiger Brauch, dass Iftar im Rahmen eines größeren Kreises eingenommen wird.
Entsprechend findet die größte Mahlzeit des Tages gemeinsam mit Freunden oder der Familie statt.
Spenden an die Armen
Der zweite wichtige Teil des Ramadan, das Spenden, spielt im Islam eine wichtige Rolle. Es gilt als
Regel, dass ein gläubiger Islam fünf Prozent seiner Ersparnisse für die Armen geben sollte. Neben der
fünf Prozent-Spende (Zakāt), sind die Muslime angehalten mehr zu geben, sollte es ihnen möglich
sein. Die Sonderspende wird Sadaqah genannt.
„Ramadan“ 2016
Aufgrund des Islamischen Mondkalenders wird der Fastenmonat Ramadan 2016 vom 6.6. – 5.7.2016
stattfinden.
Weitere Informationen sind zu finden auf:
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www.derislam.at (offizielle Seite der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich)
www.aleviten.at (offizielle Webseite der Islamischen Alevitischen Glaubensgemeinschaften
in Österreich)
www.izwien.at (Webseite des Islamischen Zentrums Wien)
www.mjoe.at (Webseite der Muslimischen Jugend Österreich)
Empfehlungen für Geschäftsreisende
Bei Reisen in den Nahen Osten während des Fastenmonats Ramadan ist zu beachten, dass das
öffentliche und geschäftliche Leben doch etwas verlangsamt stattfindet. Während Gesprächstermine
am Vormittag durchaus stattfinden, muss man davon ausgehen, dass am Nachmittag die meisten
Menschen bereits sehr früh die Büros verlassen und kaum mehr erreichbar sind. Zudem ist
unbedingt zu berücksichtigen, dass bei keiner Art von Terminen untertags Bewirtungen angeboten
werden. Dies sollte unbedingt auch beim eigenen Verhalten beziehungsweise bei den eigenen
Erwartungen berücksichtigt werden.