Lücken in Neuburg

Lücken in Neuburg
21.04.2016 21:20 Uhr
Schrobenhausen
(SZ) Die Notarztversorgung im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist gesichert, hat Roland
Weigert als Vorsitzender des Fördervereins "Menschen helfen - Leben retten" nach einer Vorstandssitzung in
Schrobenhausen gesagt. Derzeit gebe es zwar personelle Engpässe in Neuburg, aber auch die würden gelöst
werden können.
Eine Finanzspritze verpasste der Förderverein "Menschen helfen - Leben retten"
den Ersthelfern im Landkreis: (v.l.) Heinz Kaltenecker, Shahram Tabrizi, Markus
Fahrmayer, Manfred Hoffmann, Stefanie Homeyer, Günther Gamisch, Karlheinz
Stephan, Roland Weigert und Christian Ehrenstraßer. - Foto: kx
Das sei nicht ganz einfach, so Alexander Hatz, Notarzt aus Neuburg. Vor allem
die Notarztvergütung sei für Einsätze in ländlich strukturierten Gebieten
gegenüber dem bisherigen Stand wieder etwas verschlechtert worden. Das
größte Problem bereite aber die Bereitschaft von Nachwuchsärzten, sich an den
Notfalleinsätzen zu beteiligen: "Die jungen Leute zeigen kein Interesse,
Notarztdienste zu fahren." Das habe in Neuburg auch dazu geführt, dass im
vergangenen Jahr an drei Vormittagen für insgesamt zehn Stunden keine
Notärzte zur Verfügung gestanden hätten. Hatz ist allerdings hoffnungsvoll, doch
noch Ärzte für Notfalldienste gewinnen zu können.
Da sieht es in Schrobenhausen nach Worten von Notarzt Shahram Tabrizi deutlich besser aus. Derzeit würden zwei
neue Ärzte für Notfalleinsätze vorbereitet. Im vergangenen Jahr hätten alle Notarztdienste in Schrobenhausen
durchgehend besetzt werden können. Das sei auch einigen praktischen Ärzten zu verdanken, die immer wieder
Notdienstschichten übernähmen.
Zusammenfassend sah Landrat Roland Weigert die Situation so: "Wir haben in Neuburg nicht die Abdeckung wie in
Schrobenhausen." Dennoch bezeichnete Weigert die Neuburger Lage als gut. Auf den gesamten Landkreis bezogen
sagte Weigert: "Wir haben das im Landkreis im Griff, und das wollen wir auch in Zukunft so haben." Dafür trete der
Förderverein ein.
Um den Menschen noch besser helfen zu können, habe das BRK ein System aus Ersthelfern eingeführt, so
BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Augustin. Sie sollen das sogenannte "therapiefreie Intervall" - also die Zeit zwischen
Notruf und Eintreffen des Rettungswagens - mit Erster Hilfe überbrücken. Damit die Helfer oder Sanitäter vor Ort sowie
die First Responder noch schneller ihre Einsatzstellen erreichen können, sollen sie mit neuen Navigationsgeräten
ausgestattet werden. Die Integrierte Leitstelle Ingolstadt füttere die Navigationsgeräte gleich nach dem Notruf mit der
Adresse der Einsatzstelle. So müsse der jeweilige Helfer sich lediglich ins Auto setzen und könne sofort losfahren. Da
das System pro Fahrzeug bis zu 3000 Euro kostet, hat der Vorstand des Fördervereins "Menschen helfen - Leben
retten" die Standorte in Burgheim, Ehekirchen, Rennertshofen und Schrobenhausen mit jeweils 2000 Euro unterstützt.
Zur weiteren Verbesserung soll in der gesamten Region 10 ein neues System eingeführt werden, so Hatz: der mobile
Retter. Die Leitstelle alarmiere Freiwillige, die über eine Ausbildung zur Reanimation verfügten, via Smartphone und
Satellitenortung zu Einsatzorten in ihrer nächsten Nähe. Das System, so Hatz weiter, stamme aus Gütersloh. Dafür
würden in der Region 10 rund 600 Freiwillige benötigt, sagte Hatz. Rund 60 hätten sich bereits gemeldet.
Von Jürgen Spindler
© 2016 donaukurier.de | Alle rechte vorbehalten.
Seite 1 von 2
© 2016 donaukurier.de | Alle rechte vorbehalten.
Seite 2 von 2