FU Br 41 / SKS liefert Lösungen

Führungsunterstützungsbrigade 41 / SKS
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FU Br 41 / SKS liefert Lösungen
«Die beste Zeit meiner Karriere»
 4
Brigadier Bütler tritt ab
«Wer nicht erfüllt hat, geht nicht nach Hause»
 8
Inspektion der Grundbereitschaft beim Ristl Bat 19
Ernstfall in La-Chaux-de-Fonds
Das Ristl Bat 32 und das HQ Bat 22 im Einsatz an der Gesamtverbundübung «STABANTE»
14
Editorial
Geschätzte Leserinnen und Leser
«Die Schweiz hat eine Armee. Diese ist grundsätzlich nach dem
Milizprinzip organisiert. Die Armee dient der Kriegsverhinderung
und trägt bei zur Erhaltung des Friedens; sie verteidigt das Land
und seine Bevölkerung. Sie unterstützt die zivilen Behörden bei der
Abwehr schwerwiegender Bedrohungen der inneren Sicherheit und
bei der Bewältigung anderer ausserordentlicher Lagen. Das Gesetz
kann weitere Aufgaben vorsehen. Der Einsatz der Armee ist Sache
des Bundes.» Artikel 58 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft beschreibt klar, was Volk und Parlament von uns
und unserer Organisation erwarten.
Die FU Br 41 / SKS – Sie – wir; wir sind Teil dieser Armee. Wir müssen
die Aufträge, die an uns Fachkräfte gestellt werden, erfüllen – sei es
im Bereich Hauptquartier, Elektronische Kriegführung, Richtstrahl
oder Spezialisten. Wer uns ruft, erwartet Lösungen, keine neuen Probleme. Wir sind gefordert und dürfen das grosse Ganze nicht aus den
Augen verlieren. Truppen der FU Br 41 / SKS sind das ganze Jahr im
Dienst. Unermüdlich erbringen wir als Dienstleister Führungsunterstützungsleistungen, um Führung zu ermöglichen. Oder aber wir
sind am Trainieren, um in den Einsätzen erfolgreich zu sein. Denn
wir müssen unseren «Job» beherrschen, wenn wir gebraucht werden! Seit Jahren beweisen wir, dass wir es können. Die Einsätze 2014
– WEF, Syrienkonferenz, OSZE-Ministerratskonferenz, AIR14 – sind
nur einige von vielen Belegen dafür. Damit dies weiterhin so bleibt,
müssen wir jederzeit konzentriert arbeiten. Dies sind wir der Organisation Armee und insbesondere unserer Bevölkerung schuldig. Es
gilt, wie gesagt, das grosse Ganze nicht aus den Augen zu verlieren.
Die Arbeit in den Bataillonen und Kompanien der FU Br 41 / SKS
beeindruckt mich täglich. Ich spüre den Willen, die Arbeit gut
zu machen. Und ich sehe die unermüdlichen Anstrengungen,
die in den unterschiedlichsten Bereichen unternommen werden,
um Fortschritte zu erzielen. Dies zahlt sich aus: Unsere Leistungen werden durchwegs gewürdigt. Doch wir dürfen nicht nachlassen. Wir müssen weiterhin alles daran setzen, dass wir in der
Lage sind, in einer Krise zu funktionieren und unseren «Job» zu
beherrschen. Ob Miliz oder Profi – die Aufträge müssen erfüllt werden. Und gerade unsere Brigade mit ihren zahlreichen Spezialisten
leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit unseres Landes.
Wir ermöglichen Führung und sind somit Leistungserbringer im
Dienste der Schweiz.
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Br Bernhard Bütler
Kommandant
FU Br 41 / SKS
Wie Sie möglicherweise den Medien entnommen haben, hat der Bundesrat am 22. April 2015 beschlossen, mir per 1. Juli 2015 eine neue
Funktion zuzuweisen. Bis zum Antritt des Ruhestands Ende Jahr
werde ich als Zugeteilter Höherer Stabsoffizier des Chefs der Armee
eingesetzt. Daher danke ich Ihnen allen herzlich, geschätzte Angehörige der Brigade, für Ihren wertvollen Einsatz während den letzten Jahren. Ohne Sie wären die eindrücklichen Leistungen unserer
Brigade nicht möglich gewesen. Ich zähle auf Sie, dass Sie meinen
Nachfolger ebenso tatkräftig und diszipliniert unterstützen. Danke!
Freuen Sie sich nun an den wiederum interessanten Berichten über
das «Innenleben» unserer Brigade. Sie lernen Menschen und deren
Tätigkeiten kennen. Es sind Menschen, die unserer Organisation ein
Gesicht geben. Viel Spass bei der Lektüre.
Ich melde mich bei Ihnen als Kommandant der FU Br 41/SKS ab!
«Macheds guet!»
Inhalt
Inhalt
4 «Die beste Zeit meiner Karriere»
Brigadier Bütler tritt ab
6 Die FU Br 41 / SKS sorgt für einwandfreie Kommunikation
Im Einsatz für das OSZE-Ministerratstreffen in Basel
8 «Wer nicht erfüllt hat, geht nicht nach Hause»
Inspektion der Grundbereitschaft beim Ristl Bat 19
10 Ein neues Instrument bewährt sich
Der erste Fachdienstkurs für Einheitsfeldweibel
12 «Leistung trotz Auflösung»
Der letzte WK der EKF Abt 53
4
Brigadier Bütler tritt ab
Bilanz und Zukunftspläne
14 Ernstfall in La-Chaux-de-Fonds
Das Ristl Bat 32 und das HQ Bat 22 im Einsatz
an der Gesamtverbundübung «STABANTE»
16 Webseite, Facebook und Apps
Laufend informiert, hilfreiche Informationen jederzeit griffbereit
Impressum
armee.ch, die Zeitschrift für die Angehörigen der Führungsunterstützungsbrigade 41 / SKS,
erscheint zweimal jährlich auf Deutsch und Französisch.
Nächste Ausgabe:
2 / 2015 Redaktionsschluss: 09.10.2015
Erscheint am: 11.12.2015
Herausgeber: Chef der Armee und Kommandant Führungsunterstützungsbrigade 41 / SKS
Redaktion: Kommunikationsverantwortliche der Führungsunterstützungsbrigade 41 / SKS,
Fachof Roger Müller, Journalistof, [email protected]
Übersetzungen: Gfr Florian Ellenberger, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Gestaltung: Sdt Andreas Imbaumgarten, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Druck: Stämpfli AG, Bern
Adressänderungen: Eingeteilte AdA schriftlich beim Sektionschef des Wohnorts.
Alle andern schriftlich beim Kommando Führungsunterstützungsbrigade 41 / SKS.
Copyright: VBS, Bereich Verteidigung
Internet: www.armee.ch
www.fubr41.ch
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Inspektion der Grundbereitschaft
Ristl Bat 19 zeigt gute Leistungen
14«STABANTE»
Einsatz an der Gesamtverbundübung
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Abschiedsinterview
Brigadier Bütler tritt ab
«Die beste Zeit meiner Karriere»
Exakt sechs Jahre nach seinem Amtsantritt gibt Brigadier Bernhard Bütler das Kommando der FU Br 41 / SKS ab. Im Gespräch mit «armee.ch» zieht er Bilanz und erzählt, was er seinem Nachfolger wünscht und was ihn im Ruhestand erwartet.
Interview: Gfr Marc Tribelhorn, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Bilder: Sdt Oliver Hochstrasser, Komm-Team FU Br 41 / SKS | Wm Marcel Kopp, EKF Abt 52
Herr Brigadier, Sie geben auf den 1. Juli das Kommando der Brigade
Welche konkreten Erfolge schreiben Sie sich auf die Fahnen?
ab. Weshalb eigentlich?
Zu nennen sind zum einen die unter meiner Ägide erfolgreich eingeführten und umgesetzten Coachingkonzepte für höhere Unteroffiziere, Zugführer und Einheitskommandanten. Dies hat zu einer
wesentlichen Verbesserung der Führungskultur beigetragen. Zum
andern ist das Übungsportfolio «INTERARMES 41» in den verschiedenen Fachbereichen unserer Brigade als Erfolgsstory zu verbuchen.
Im Rahmen dieses Übungstyps trainieren die Leistungsbezüger
anderer Waffengattungen mit uns den Ernstfall.
Das hat einen einfachen Grund: Ich gehe altershalber per Ende 2015
in den Ruhestand.
Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die vergangenen sechs Jahre
zurück?
Diese Jahre waren für mich die beste Zeit meiner militärischen
Karriere. Ich durfte zum Abschluss als Kommandant diese äusserst
komplexe und anspruchsvolle «Riesenbrigade» führen.
Die Schweizer Armee befindet sich in unruhigen Zeiten. Inwiefern hat
die aktuelle Weiterentwicklung der Armee (WEA) Ihre Arbeit erschwert?
Es ist tatsächlich eine Herausforderung, trotz der knappen Personalressourcen die Planung für die FU Br 41/SKS im Hinblick auf die WEA
und der WE FUB sicherzustellen. Diese Arbeit erfolgt selbstredend
parallel zur eigentlichen Kernaufgabe.
Sie waren ad interim Chef FUB und kennen daher die Brigade auch aus
der Aussenperspektive: In welchem Zustand befindet sie sich?
Ich kann Ihnen versichern: Die FU Br 41/SKS ist heute in einer
sehr guten Verfassung. Ich freue mich, meinem Nachfolger ein so
reibungslos funktionierendes Kommando übergeben zu können.
Wo orten Sie Handlungsbedarf in den kommenden Jahren?
Die grösste Herausforderung wird sein, mit den vorhandenen personellen Ressourcen die anstehenden und die tendenziell weiter zunehmenden Aufgaben erfüllen zu können. Als Beispiel sei die Integration
der FU-Durchdienerkompanie ins Kommando FUB SKS genannt.
Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger?
Am wichtigsten scheint mir, dass ihm von seinen unterstellten Milizkadern und seinem Profiteam das gleiche Vertrauen entgegengebracht wird,
wie mir in den vergangenen sechs Jahren. Das erleichtert die Arbeit enorm.
Sie werden am 1. Juli zum Zugeteilten Höheren Stabsoffizier des Chefs
der Armee. Wie sieht Ihr neues Aufgabenfeld aus?
Die Einführung und Umsetzung von Coachingkonzepten zählen zu Brigadier
Bütlers Erfolgen in seiner sechsjährigen Amtszeit.
Da sich meine neue Aufgabe auf ein halbes Jahr beschränkt, werde
ich hauptsächlich meinen Nachfolger beim Einarbeiten unterstützen.
Daneben stehe ich dem Chef FUB für Geschäfte der WE FUB zur
Verfügung. Überdies habe ich noch Ferien abzubauen, die sich in den
Jahren als Brigadekommandant angesammelt haben.
Was waren dabei die Höhepunkte?
Ich bin sehr erleichtert, dass es während der letzten Jahre zu keinen
schweren Unfällen gekommen ist; das ist bei so vielen Truppenkörpern
nicht selbstverständlich. Dass sich die Materialverluste in Grenzen
gehalten haben, beweist, dass auf allen Stufen mit sicherer Hand
geführt wird. Persönlich haben mich die Arbeit und Kontakte mit den
Kadern und Mannschaften aus der Brigade sowie speziell mit meinen
Mitarbeitenden im Kommando sehr bereichert.
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Werden Sie also bald wieder mehr Zeit für Ihre Hobbies haben?
Neben der Übernahme neuer Aufgaben im inneren Dienst bei mir
zuhause, die von meiner Frau definiert werden, werde ich mich sicher
um den Bereich «Tiefbau» in unserem grossen Garten kümmern.
Zudem werden der Sport sowie insbesondere die Jagd und die Fliegenfischerei wieder einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben
einnehmen. Langweilig wird mir bestimmt nicht!
Abschiedsinterview
Ein Macher aus Leidenschaft
Just sechs Jahre nach der Übernahme des
Kommandos wird Br Bernhard Bütler
Ende Juni 2015 die Verantwortung für
die FU Br 41 / SKS weitergeben. Bernhard
Bütler hat sich als Kommandant und als
Offizier grosse Verdienste um die Armee
erworben. Die Führungsunterstützung
hat sein Wirken geprägt, seit er 1999 als
zugeteilter Stabsoffizier zur Informatikbrigade 34 kam. Er hat sich in all den Jahren ein fundiertes Wissen über die Führungsunterstützung angeeignet und kennt diese sowohl in der Luftwaffe und im Heer als auch
in der FUB bestens.
Br Bernhard Bütler hat die Führungsunterstützung immer als
Dienstleistung verstanden, die zwar unentbehrlich ist, um die Führungsfähigkeit der Armee zu gewährleisten, sich aber nicht in den
Vordergrund drängen muss. Genauso hat er sich auch persönlich ver-
halten. Für ihn war es Lohn genug, wenn er feststellen durfte, dass
ein Auftrag erfüllt worden war und als Folge davon das Gesamtsystem einwandfrei funktioniert hatte.
Br Bütler war ein Truppenkommandant mit Leib und Seele. Die
Leistungserbringung stand bei ihm im Mittelpunkt, aber die Menschen waren für ihn nicht weniger wichtig. Er setzte sich für seine
Mitarbeitenden ein, förderte sie und übertrug ihnen auch Kompetenzen und Verantwortung. Br Bernhard Bütler weiss, dass ein Auftrag
nur erfüllt werden kann, wenn die Mitarbeitenden und die Soldaten
überzeugt und mit Leidenschaft bei der Sache sind. Nicht umsonst
hat er für die FU Br 41 / SKS das Motto gewählt: «Macher aus Leidenschaft». Ein Leitspruch, den übrigens niemand besser verkörpert hat
als Br Bernhard Bütler selber. Ich wünsche ihm und der Armee, dass
er diesen Esprit auch in seine neue Funktion als Zugeteilter Höherer
Stabsoffizier des Chefs der Armee einbringen kann.
Divisionär Jean-Paul Theler,
Chef Führungsunterstützungsbasis FUB
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OSZE-Ministerratstreffen
Im Einsatz für das OSZE-Ministerratstreffen in Basel
Die FU Br 41 / SKS sorgt
für einwandfreie Kommunikation
Das Ministerratstreffen der OSZE in Basel im Dezember 2014 war nicht nur für die Politik, sondern
auch für die Schweizer Armee eines der grössten Ereignisse des Jahres. Die FU Br 41/SKS hat zum
Gelingen dieser hochkarätigen Konferenz einen wichtigen Beitrag geleistet.
Text: Sdt Peter Schneiter, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Bilder: Sdt Matthias Käser, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Es herrschte Ausnahmezustand in Basel:
In der Innenstadt waren keine grünen
Trams mehr unterwegs. Stattdessen gab es
eine Sperrzone und Checkpoints, an denen
Armee und Polizei rigide kontrollierten.
Passanten und auch Anwohner mussten vor
allem am 4. und 5. Dezember starke Mobilitätseinbussen in Kauf nehmen. An diesen
beiden Tagen trafen sich im Herzen der
Rheinstadt die Minister der 57 Teilnehmerstaaten der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa).
Bundesrat Burkhalter im Fokus
Ziel der OSZE ist es, Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit zu fördern,
Differenzen zwischen Staaten zu überwinden
und für Stabilität in Europa zu sorgen. Keine
Selbstverständlichkeit, wie uns zuletzt deutlich
vor Augen geführt wurde. Bundesrat Didier
Burkhalter war als Gastgeber gefordert und
leitete den Austausch unter den hochrangigen
Politikern. Er stellte das zweitägige Treffen
unter das Leitmotiv: «Eine Sicherheitsgemeinschaft im Dienste der Menschen schaffen.» Im
Zentrum der Gespräche stand der UkraineKonflikt. Zu einer deutlichen Entschärfung
der Krise in Osteuropa kam es während den
zwei Tagen erwartungsgemäss aber nicht. Ein
Erfolg war der Anlass dennoch.
Dank der Vermittlung von Didier Burkhalter und seinem Aussenministerium ist
es während des Schweizer Präsidialjahrs
gelungen, trotz anfänglichem Widerstand
von Seiten Russlands eine Beobachtermission in der Ukraine einzurichten. Die
internationale Staatengemeinschaft wertete
dies als grossen Erfolg und Bundesrat Burk-
Mittels Ticketing-Systems werden sämtliche
Anfragen und Meldungen von den Aussenstellen
rasch verarbeitet.
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halter erhielt für seine Bemühungen beinahe
durchwegs positive Rückmeldungen aus
dem In- und Ausland.
Hohe Sicherheitskosten
Es gab aber auch kritische Stimmen in der
Schweiz, vor allem wenn es um den Aufwand für das zweitägige Ministerratstreffen
ging: Gemäss Medienberichten wurden
allein für die Sicherheit rund 7 Millionen
Franken ausgegeben. 1000 Polizisten und
3600 Angehörige der Armee waren rund
um den Anlass im Einsatz, mehr als 300
gehörten zur FU Br 41 / SKS. Dabei stellte das
Ristl Bat 21 unter der Führung von Oberstlt
Hans-Peter Müller den Grossteil dieser
Soldaten und Kader.
Die Planung für den Einsatz «ALCEO»
begann bereits Monate zuvor. Das Bataillon
OSZE-Ministerratstreffen
Lt Florian Züger leitet den Aussenposten,
der den Knoten betreibt.
hatte die Aufgabe, die Kommunikationsverbindungen für den Einsatz sicherzustellen.
Dazu errichtete das Ristl Bat 21 einen zentralen Knoten in der Region Baselland und
erstellte fünf Richtstrahlverbindungen, die
es darüber laufen liess. Lt Florian Züger und
30 AdA waren dafür verantwortlich, diesen
wichtigen Posten zu besetzen und zu betreiben. Die Bedingungen waren nicht einfach:
Eine Waldhütte mit engen Platzverhältnissen
diente quasi als Kommandozentrale. Die Soldaten waren im Schichtbetrieb während rund
zweieinhalb Wochen im Einsatz und mussten
an den Wochenenden in Kauf nehmen, dass
die Waldhütte für zivile Anlässe benötigt
wurde. Lt Züger war mit dem Einsatz jedoch
zufrieden und unterstrich insbesondere die
positive Einstellung und die vorhandene
Motivation der eingesetzten Soldaten.
Die Kommunikation ist für den Einsatz
das A und O – sie läuft einwandfrei.
Kommandoposten im Aargau
Während der gesamten Einsatzdauer war
dieses Baselland-Detachement in Kontakt
mit der Führung des Ristl Bat 21. Diese hatte
ihr Quartier in einem Gebäude im Kanton
Aargau und leitete von dort alle Einsätze.
Das Bataillon war dabei nicht nur für die
Richtstrahlverbindungen für den Einsatz
«ALCEO» in Basel zuständig, sondern
leistete zudem Support für drei weitere
Truppenkörper. Insgesamt erstreckte sich
das betriebene Richtstrahlnetz von Basel
bis nach Arbon (TG).
Ticketing-System bewährt sich
Mit dem Ablauf des Einsatzes war Bataillonskommandant Oberstlt Müller insgesamt
sehr zufrieden. Seine Truppe konnte die geforderte Flexibilität an den Tag legen und auf
kurzfristige Ereignisse und Planänderungen
reagieren. Zudem war die Kommunikation
mit allen Aussenposten stets gewährleistet.
Ein Ticketing-System, über das die Soldaten
alle Meldungen und Probleme bearbeitet
haben, hat sich bewährt.
Respekt hatte Oberstlt Müller insbesondere vor der Tatsache, dass in und rund
um Basel die Einsatzstandorte teilweise mit
scharfer Munition bewacht wurden. «Das
war bei der Planung die grösste Herausforderung», strich er im Gespräch mit «armee.ch»
heraus. Glücklicherweise verlief der Einsatz
ohne Zwischenfälle, und er konnte ein positives Fazit ziehen. Auch der Kanton BaselStadt als Gastgeber der Konferenz war mit den
erbrachten Leistungen der Armee zufrieden.
Die FU Br 41 / SKS hat ihren Auftrag als Leistungserbringer einmal mehr erfüllt.
Oberstlt Hans-Peter Müller ist als Kommandant
des Ristl Bat 21 in der Gesamtverantwortung und
zieht nach dem Einsatz ein positives Fazit.
Auch das Ristl Bat 4 war im Rahmen von «ALCEO» im Einsatz. Mehrere kleine Detachemente stellten die Anschlüsse an das permanente Höhennetz
sicher. Das Bataillon ist in diesem Bereich spezialisiert und verfügt über
einzigartiges Know-how innerhalb der Schweizer Armee. Neben dem
«ALCEO»-Einsatz gehörten die Überprüfung des fachtechnischen Könnens aller Kompanien, die Sicherstellung der Grundbereitschaft, die Überprüfung des erarbeiteten Leistungsprofils sowie das Sicherstellen des
Kadernachwuchses auf Stufe Bataillon und Kompanie zu den weiteren
Zielen im WK 2014.
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«INSPECTA»
Inspektion der Grundbereitschaft beim Ristl Bat 19
«Wer nicht erfüllt hat,
geht nicht nach Hause»
Nachdem im letzten Jahr eine gross angelegte Überprüfung der Allgemeinen und der Funktionsbezogenen
Grundausbildung neben Stärken auch Schwächen offenbart hat, sollen die Bataillone nun vermehrt inspiziert werden.
Ein Augenschein in der Nähe von St. Gallen.
Text: Gfr Marc Tribelhorn, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Bilder: Sdt Matthias Käser, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Ein scharfes Kommando durchbricht die Stille: «C-Alarm!». In
Sekundenschnelle ziehen sich die WK-Soldaten, die sich im Halbkreis aufgestellt haben, die Schutzmasken über den Kopf, benutzen
reichlich Desinfektionspulver, schliessen die Klettverschlüsse ihrer
Anzüge und stülpen die Gummihandschuhe über. Lt Alain Roth,
der als Zugführer den Befehl gegeben hat, schaut genau hin: Zeit und
Ablauf sind entscheidend. Kurz darauf wird das Ansetzen der Combopen-Spritzen simuliert. Jeden Missgriff lässt Lt Roth fein säuberlich notieren. An diesem Freitagmorgen Ende Januar wird auf dem
Truppenübungsplatz in der St. Galler Gemeinde Waldkirch die
Grundbereitschaft inspiziert. «INSPECTA» nennt sich die rund fünfstündige Inspektion. Der Schnee der letzten Woche liegt noch auf
den Feldern und Wiesen, die Temperaturen bewegen sich knapp über
dem Gefrierpunkt, es ist feucht und grau. Doch die Soldaten der
Kompanie 2 des Ristl Bat 19, bei der «armee.ch» auf Besuch ist, gehen
hochmotiviert ans Werk.
Das ABC der Grundausbildung
Während der gesamten ersten WK-Woche haben sie ihre Kenntnisse der Allgemeinen Grundausbildung (AGA) und der Funktionsbezogenen Grundausbildung (FGA) aufgefrischt. Seit 7.30 Uhr gilt es
nun ernst, und zwar nicht nur am ABC-Posten. Wenige Meter entfernt ist neben militärischem Wissen auch schauspielerisches Talent
gefragt. Auf dünnen und bald dreckigen Planen geben sich die Soldaten abwechselnd als Verletzte und Sanitäter aus. Wie geht man als
Ersthelfer vor, wodurch unterscheidet sich die Bewusstlosen- von
der Schocklagerung, wie legt man korrekt einen Druck- oder Deckverband an? Wer warten muss, studiert auf den Schautafeln des
Postens noch einmal die wichtigsten Handgriffe oder das Ampelschema: «Schauen – Denken – Handeln.» Nicht jedem behagen die
englischen Begriffe beim Erste-Hilfe-Schema, nicht alle sind gleich
fingerfertig beim Anlegen des Verbandszeugs.
Dass als Folge der Kälte klamme Finger ein Problem sind, merkt
die Kompanie spätestens am dritten Posten, den es zu absolvieren gilt.
Er steht ganz im Zeichen des Sturmgewehrs 90. Das Aufzählen von
Bestandteilen sowie das Einnehmen von Stellungen und Anschlagarten sind für die Truppe ein Klacks. Bei der Behebung von Störungen
an der Waffe sind jedoch nicht alle versiert. Die Zugführer wachen
auch hier mit strengem Blick, ob die Mindestanforderungen erfüllt
werden oder nicht.
Abtreten oder Nachsitzen
Nachdem im letzten Jahr eine gross angelegte Inspektion bei sämtlichen 17 Bataillonen der FU Br 41 / SKS neben Stärken auch Schwä-
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chen offenbart hat, soll laut Befehl von Brigadier Bernhard Bütler
die Arbeit an der Grundbereitschaft in den WK wieder intensiviert
werden. Die Leistungsnormen werden nun regelmässig überprüft.
Das sei absolut wichtig, sagt Hptm Rico Schnyder, ABC-Offizier im
Bataillonsstab und an jenem Januartag als Inspizient vor Ort. «Die
Allgemeine Grundausbildung kommt häufig zu kurz, man müsste
sie in jedem WK einüben.» Hptm Schnyder ist mit dem Gezeigten
sehr zufrieden. Die Motivation von Truppe und Kader sei vorbildlich.
Der junge, dynamische Kommandant Oblt Roman Angst hat seine
Kompanie gut eingestellt. Es gilt das Leistungsprinzip: Wer alle
Anforderungen gemeistert hat, kann bereits nach dem Mittagessen in
den Urlaub. Alle andern müssen nachsitzen. Am Samstagmorgen
erhalten sie eine zweite Chance. Hptm Schnyder redet Klartext:
«Wer nicht erfüllt hat, geht nicht nach Hause!»
Nach einer kurzen Verpflegungspause folgt um 10.30 Uhr die
Inspektion der Funktionsbezogenen Grundausbildung. Die Soldaten
gehen das Ganze routiniert an, sie verstehen ihr Handwerk. Jeweils zu
dritt werden zum Beispiel innert 30 Minuten die zwölf Meter hohen
Breitbandantennen für das SE-240 aufgestellt. Sind die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten worden, sind die Kabel korrekt verlegt und
die Antennen präzise ausgerichtet? Natürlich muss am Schluss damit
gefunkt werden können.
Auch der Umgang mit den Richtstrahlstationen R-905 wird
geprüft. Zu zweit werden die Stationen positioniert. Zwölf Minuten
stehen den Soldaten dafür zur Verfügung. Nach Erhalt des Richtstrahlbefehls muss innert drei Minuten die Telefonverbindung programmiert werden. Für die Kompanie ein Kinderspiel. Gearbeitet
wird ruhig und konzentriert, daneben dröhnen die benzinbetriebenen Stromgeneratoren.
Starke Leistungen
Der Bataillonskommandant Oberstlt i Gst Beat Stettler, besucht an
diesem Morgen alle seine Kompanien. Auch er ist der Ansicht,
dass regelmässige Inspektionen der Grundbereitschaft sehr sinnvoll sind, «sofern es das dichte WK-Programm zulässt». Für das
Kader halte sich der Zusatzaufwand in Grenzen, und die Truppe profitiere stark davon, wenn auch die Allgemeine Grundausbildung wieder einmal auf dem Programm stehe. Über den Zustand
seines Bataillons ist er höchst erfreut: «Wenn man die Soldaten
fordert, dann zeigen sie sehr starke Leistungen.» Die Resultate
der Inspektion fallen denn auch sehr zufriedenstellend aus: Aus
Kompanie 19 / 2 erfüllen an jenem Freitagmorgen 65 Prozent der
Soldaten, aus Kompanie 19 / 1 sind es 70 Prozent und aus der Stabskompanie sogar 95 Prozent.
«INSPECTA»
Schutzmaske und -anzug sitzen, jetzt gilt es, die
Hände zu desinfizieren. (Hintergrund)
Manipulationen und Anschlagarten mit dem
Stgw 90 bei frostigen Temperaturen. (Oben)
«Man muss die Soldaten fordern»:
Bat Kdt Beat Stettler auf dem Truppenübungsplatz. (Mitte)
Erfüllt oder nicht erfüllt: Die Leistungen der AdA
werden genau notiert. (Unten)
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Fachdienstkurs
Der erste Fachdienstkurs für Einheitsfeldweibel
Ein neues Instrument bewährt sich
Die FU Br 41 / SKS hat einmal mehr Pioniergeist bewiesen. Mit der Durchführung eines zweitägigen Fachdienstkurses (FDK)
für Einheitsfeldweibel hat die Brigade ein weiteres Instrument eingeführt, das die Qualität im Bereich Führung der höheren
Unteroffiziere sicherstellt und verbessert.
Text: Sdt Peter Schneiter, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Bilder: Sdt Patrik Lerch, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Die Verantwortung eines Einheitsfeldweibels ist gross. Im Dienstreglement heisst es zu seiner Funktion: «Er leitet im Auftrag seines
Kommandanten wichtige Bereiche des Dienstbetriebs. Er ist insbesondere verantwortlich für: die Kontrolle der Bestände, den Inneren
Dienst, die Lagerung und den Unterhalt von Material und Munition
und die Organisation der Truppenunterkunft.»
Verbindliche Antworten auf zentrale Fragen
Brigadier Bernhard Bütler, Kdt der FU Br 41 / SKS, und Hauptadjutant Richard Blanc haben in ihrer Analyse festgestellt, dass die Einheitsfeldweibel vor allem in drei Bereichen Handlungsbedarf haben:
in den Tätigkeiten vor dem WK (Unterstützungsrapport Einheit
[URE], persönliche WK-Vorbereitungen), im Durchsetzen der Standards bezüglich Ordnung und Disziplin sowie in der Logistik-Planung im Einsatz. Um diese Aufgaben bewältigen zu können, hat die
FU Br 41 / SKS einen neuen Fachdienstkurs konzipiert. Rund 100 Einheitsfeldweibel haben im Dezember 2014 und im Januar 2015 den
zweitätigen Kurs in den Schulungsanlagen des Kdo SKS in Rümlang
Hauptfeldweibel Patrick Spiess,
HQ Betr Kp 11 / 1
«Meine Ausbildung habe ich im Jahr 2008
absolviert. Das ist also schon etwas länger her.
Natürlich hat sich bei mir nach bisher vier WK
schon viel eingespielt. Dennoch war es gut, noch
einmal ein Update erhalten zu haben.»
Hauptfeldweibel Roman Nussbaumer,
Ristl Stabskp 20
«Ich war dem Kurs gegenüber sehr positiv
eingestellt. Vor allem der Austausch mit den
Kollegen war äusserst wertvoll. Wie viel er
schliesslich bringt, wird man erst in den WK
sehen. Ich denke aber, dass solche Kurse in der
gesamten Armee durchgeführt werden sollten.»
Hauptfeldweibel Nathalie Rölli,
EKF Kp 46 / 2
«Ich habe konkrete wertvolle Informationen
erhalten – vor allem zu meinen Pflichten und den
zu leistenden vordienstlichen Tätigkeiten. Den
Aufbau des Kurses mit vielen Gruppenarbeiten
und praktischen Anwendungen fand ich sinnvoll
und gut. Am Führungsstil wird sich bei den
meisten wohl trotzdem nicht viel ändern. Man
muss sich selbst auch treu bleiben.»
10 armee.ch Führungsunterstützungsbrigade 41 / SKS 1 / 15
besucht. Hauptthemen waren die in der Analyse erkannten Defizite. Der Kurs hatte zum Ziel, den Teilnehmern verbindliche Antworten zu liefern auf Fragen wie: Worauf kommt es bei der WK-Planung
an? Mit welchen Produkten hat der Einheitsfeldweibel in den KVK
einzurücken? Welches sind die Rechte und Pflichten eines Einheitsfeldweibels, und wie sind seine Tätigkeiten legitimiert? Wie werden
sinnvolle Einsatzlogistikkonzepte auf Stufe Einheit erstellt? Durch
die Ausbildungsblöcke im FDK sollten die Einheitsfeldweibel in
ihrer Tätigkeit gestärkt werden, so dass sie «gegenüber der Truppe
sicherer auftreten und sich im eigenen Verantwortungsbereich gezielter durchsetzen können», erläuterte Brigadier Bütler, der den Kurs
persönlich in Augenschein nahm.
Auf die Umsetzung kommt es an
Der FDK für Einheitsfeldweibel ist der logische Folgekurs des 2014 erstmals durchgeführten FDK für Stabsadjutanten. In diesem Kurs wurden
die Stabsadjuntanten der FU Br 41 / SKS auf eine einheitliche Linie in
ihren Führungs- und Coachingtätigkeiten ausgerichtet («armee.ch»
hat im Juni 2014 darüber berichtet). Im FDK für Einheitsfeldweibel
wurden Standards und eine «Unité de Doctrine» eingeführt, welche
die vorgängig erwähnten Fragestellungen abdeckten. Solche Vorgaben
sind wichtig, doch der Schlüssel zum Erfolg liegt nach Aussage des
Kursleiters, Hauptadj Blanc, in deren Umsetzung. Dabei sind nicht nur
die Einheitsfeldweibel gefordert, sondern auch die Kompaniekommandanten, welche die Umsetzung kontrollieren sowie die Stabsadjutanten
der Bataillone und Abteilungen, die Unterstützung bieten.
Probleme in der Kommunikation
Hptadj Blanc hat mittlerweile erste Kontrollen durchgeführt und die
Umsetzung der FDK-Inputs sowie die Qualität der WK-Vorbereitungen überprüft. Nach zehn kontrollierten Einheiten zieht er ein erstes
Fazit: «Eine Steigerung bei den Vorbereitungen ist klar ersichtlich,
aber noch ist der geforderte Standard nicht überall erreicht.» Vor allem die Zusammenarbeit zwischen Kompaniekommandanten und
Feldweibeln läuft nicht immer reibungslos. Dies ist insbesondere bei
der WK-Vorbereitung problematisch, wenn man bedenkt, dass der
Feldweibel ein «direkter Mitarbeiter des Kommandanten» ist. Die
Teilnehmer brachten während des Kurses mehrfach zur Sprache,
dass die Kommunikation unter den Verantwortlichen nicht immer
ideal sei. Die Einheitsfeldweibel vermissen vor allem den persönlichen Kontakt zu ihrem Kommandanten zwischen dem URE und
dem Einrücken in den KVK. Zuviel geschieht per E-Mail – Gelegenheiten, um Fragen direkt mit dem Kommandanten zu besprechen,
fehlen oder werden nicht geplant.
Newcomer teilweise zu selbstbewusst
Während dem zweitägigen FDK haben Kursleiter Hauptadj Blanc und
die Klassenlehrer Hptadj Eric Eichenberger, Hptadj Marco Honegger,
Fachdienstkurs
Stabsadj Adrian Fischer, Stabsadj Christian Hug sowie Stabsadj Rajka
Frei den Teilnehmern in Theoriestunden ein Grundwissen vermittelt. Sie haben ihnen aber auch immer wieder Lösungsmöglichkeiten zu konkreten Herausforderung aufgezeigt, mit ihnen Checklisten
erarbeitet und in diversen Themenbereichen hilfreiche Tipps gegeben. Die Teilnehmer haben die gewonnenen theoretischen Erkenntnisse vertieft und mehrheitlich in Gruppenarbeiten das Gelernte
praktisch angewendet.
Das Kurs-Feedback der Teilnehmer war positiv (siehe Seite 10).
Sie haben vor allem geschätzt, dass allen noch einmal vor Augen
geführt wurde, worauf es wirklich ankommt. Der Kursleiter stellte
aber fest, dass Teilnehmer, welche die Grundausbildung vor kurzem
absolviert hatten, zum Teil etwas gar selbstbewusst aufgetreten sind:
«Die Newcomer vermittelten manchmal den Eindruck, alles besser
zu können und besser zu wissen. Den Lehrern aber auch den erfahrenen Einheitsfeldweibeln ist es gelungen, in vielen Situationen konkret aufzeigen, dass dies nicht immer der Fall ist.»
FDK – wie weiter?
Für Hauptadj Blanc wäre ideal gewesen, wenn ein gemeinsamer Kurs
mit Einheitsfeldweibeln und Fourieren hätte durchgeführt werden
können. Die verfügbaren Ressourcen liessen dies jedoch nicht zu.
Aktuell sind die FDK 2016 in Planung. Dabei werden im FDK für
Stabsadjutanten die Schwergewichte bei der Zusammenarbeit mit
dem Quartiermeister sowie bei den Coaching-Aufgaben im Fourier-Bereich liegen. Ein darauf aufbauender Fachdienstkurs für
Fouriere wird in Betracht gezogen. Bereits jetzt steht fest, dass die
FU Br 41 / SKS an ihrem «neuen Instrument» festhält und auch in
Zukunft Fachdienstkurse für Einheitsfeldweibel durchführen wird.
Brigadier Bernhard Bütler macht sich selber ein Bild vom FDK, der von
Hauptadjutant Richard Blanc geleitet wird. (Oben)
Das Erarbeiten von Themen findet in verschiedenen Arbeitsgruppen statt. (Mitte)
Theorieblöcke gehören ebenfalls zum Kursprogramm. (Unten)
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Letzte Standartenabgabe
Der letzte WK der EKF Abt 53
«Leistung trotz Auflösung»
Nach zehnjährigem Bestehen ist die EKF Abt 53 am 10. Dezember 2014 in Brunnen (SZ) feierlich aufgelöst worden.
Vorausgegangen war ein letzter WK, bei dem die Bedingungen nicht immer einfach waren. Trotzdem durfte Kommandant
Oberstlt i Gst Dominik Amlinger am Ende zufrieden zurückblicken.
Text: Sdt Peter Schneiter, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Bilder: Sdt Matthias Käser, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Oberstlt i Gst Amlinger gibt Br Bernhard Bütler die Standarte der
EKF Abt 53 definitiv ab.
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Oberstlt i Gst Amlinger streicht insbesondere den grossen Einsatzwillen aller
Beteiligten beim letzten WK der EKF Abt 53 heraus.
Letzte Standartenabgabe
Rund 300 Soldaten und Kader haben gegen Ende 2014 den letzten
WK der EKF Abt 53 bestritten. Aufgrund eines massiven Unterbestands wurde der Truppenkörper – wie auch das Ristl Bat 18 und das
HQ Bat 23 – per Ende 2014 aufgelöst.
«Leistung trotz Auflösung» – unter dieses Motto stellte Abt Kdt
Oberstlt i Gst Dominik Amlinger die letzte Dienstleistung seiner
Abteilung. «Zum Abschluss will ich noch einmal den Nachbrenner
zünden und zeigen was das 53 kann», kündigte er im Gespräch mit
«armee.ch» vor dem WK an.
Schwierige Voraussetzungen bei letzter Übung
Die Soldaten und Kader wurden auch tatsächlich noch einmal richtig
gefordert: In der Übung «WIGGER» galt es primär, das Integrierte
Funkaufklärungs- und Sendesystem (IFASS) zum Einsatz zu bringen.
Keine leichte Aufgabe, zumal die Abteilung tendenziell unterbesetzt
war und im Einsatzraum in der Innerschweiz auch nicht die einfachsten meteorologischen Voraussetzungen herrschten: null Grad und
teilweise weniger als 20 Meter Sicht. Die Aufgaben wurden aber
mit Bravour bestanden. Brigadier Bernhard Bütler sowie der Milizstab der FU Br 41 / SKS überzeugten sich vor Ort. Die Note «sehr gut»
für den «Outdoor-Teil» sowie die Note «gut» für die erstellten EKFProdukte unterstrichen die Fähigkeiten der EKF Abt 53. «Die
Soldaten und Kader verfügen über das Know-how, das in der
Grundbereitschaft gefordert wird. Dies ist vor allem dem hohen Einsatzwillen aller Beteiligten zu verdanken», resümierte
Oberstlt i Gst Amlinger erfreut. Er war mit dem Einsatz seiner
Truppe beim letzten WK ohnehin sehr zufrieden. «Der Wille etwas
Gutes zu leisten – egal wie widrig die Umstände sind –, stach für mich
besonders hervor.»
Im zweiten Teil des WK wurde die Allgemeine Grundausbildung
sämtlicher Kompanien in einer Inspektion durch den Abteilungskommandanten noch einmal überprüft. Er konnte alle Kompanien mit den Noten «gut» bis «sehr gut» bewerten; ein weiteres Zeugnis dafür, dass die Soldaten und das Kader viel Einsatzwillen gezeigt
haben. «Ich hatte vor dem WK Bedenken in Bezug auf die Motivation der Truppe in einem solchen letzten Dienst. Diese haben sich alle
in Luft aufgelöst bzw. wurden von der Truppe innert kürzester Zeit
weggefegt», blickte Oberstlt i Gst Amlinger zurück.
Zwei spezielle Momente
Ein bisschen Wehmut ist beim Kommandanten dann doch aufgekommen, auch wenn er die Vorbereitung bewusst nicht anders gestaltete und einen «normalen» WK plante mit dem Ziel, seinen Auftrag zu
erfüllen. Zwei spezielle Momente strich er besonders heraus: «Der
erste Moment war, als ich alle Dokumente der EKF Abt 53 in grauen Archivboxen gestapelt vor mir gesehen habe. Dies sollte nun das
Vermächtnis der EKF Abt 53 zu Handen des Bundes- und Brigadearchivs sein. In diesem Augenblick kam doch eine gewisse Wehmut
auf. Der zweite Moment war natürlich die zeremonielle Auflösung.
Als die Truppe aufmarschierte wurde mir bewusst, dass ich nun zum
letzten Mal meine AdA auf einem Platz versammelt habe und dies
nun wirklich quasi der letzte gemeinsame Akt der EKF Abt 53 ist.»
Auflösung mit Blick aufs Rütli
Am 10. Dezember 2014 fand dieser letzte offizielle Akt statt: Gemeinsam mit Gästen aus Politik, Militär und Verwaltung wurde die EKF
Abt 53 in Brunnen aufgelöst. Die Wahl auf den Ort fiel nicht zufällig,
schliesslich war Schwyz der Göttikanton der Abteilung. «Da hat sich
der Auslandschweizerplatz mit Aussicht aufs Rütli natürlich als
Standort angeboten», erklärte Oberstlt i Gst Amlinger.
Regierungsrat André Rüegsegger sprach anlässlich der Standartenabgabe zur Truppe und zeigte sich erfreut darüber, dass die letzte
Dienstleistung der Abteilung im eigenen Göttikanton stattfand. Er
wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Armee als letzte Reserve für die Sicherheit und Freiheit in der Schweiz verantwortlich sei.
Oberstlt i Gst Dominik Amlinger richtete sein Wort ebenfalls
noch ein letztes Mal an die rund 300 AdA seiner Abteilung. Er
gab ihnen mit auf den Weg, das Feuer aus der EKF Abt 53 in die
neuen Abteilungen zu tragen: «Zeigt in den neuen Abteilungen was
ihr könnt! Damit meine ich nicht nur das fachliche Wissen, sondern
zeigt auch euren Willen und den Zusammenhalt bzw. die Kameradschaft, die ihr hattet. Wenn ihr dies noch mit den gelebten militärischen Formen aus dem 53 ergänzt, so lebt der Geist des 53 in jeder
einzelnen der EKF-Abteilungen weiter.»
Die Truppe ist 2015 grösstenteils auf die EKF Abt 46, 51 und 52
aufgeteilt worden. Oberstlt i Gst Amlinger hat per 1. Januar 2015 das
Kommando des Ristl Bat 20 übernommen.
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«STABANTE»
Maj Cornel Ackermann instruiert in Erlach Soldaten des Richtstrahlzugs.
Eine der insgesamt sechs Richtstrahlstationen R-905 auf dem Mont Cornu.
Das Ristl Bat 32 und das HQ Bat 22 im Einsatz an der Gesamtverbundübung «STABANTE»
Ernstfall in La-Chaux-de-Fonds
Im März hat die Luftwaffe im Neuenburger Jura eine Gesamtverbundübung durchgeführt, um die Qualität ihres
Sicherungsdispositivs zu testen. Beteiligt waren auch zwei Bataillone der FU Br 41 / SKS – zur vollen Zufriedenheit
der Übungsleitung.
Text: Gfr Marc Tribelhorn, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Bilder: Sdt Patrik Lerch, Komm-Team FU Br 41 / SKS
Die Armee funktioniert wie ein Orchester: Nur das Zusammenwirken aller Instrumente bewirkt eine Symphonie. Mit dieser Metapher
hat Korpskommandant und Luftwaffenchef Aldo C. Schellenberg
die Volltruppenübung «STABANTE» umschrieben. Im Raum La
Chaux-de-Fonds führte die Luftwaffe vom 18. bis zum 25. März diese
Gesamtverbundübung durch, um Erkenntnisse über die Kommandostrukturen sowie die Grundbereitschaft und die Durchhaltefähigkeit
des Sicherungsdispositivs zu erhalten. Die Versuchsanlage ist schnell
skizziert: Europa befindet sich in einer Krisensituation. Daher findet in La Chaux-de-Fonds eine Konferenz der UNO statt. Der Bundesrat hat die Unterstützung der zivilen Behörden durch die Armee
beschlossen und diese hat den Führungsstab mit der Umsetzung beauftragt. Ein Grossaufgebot steht schliesslich für diesen fiktiven Konferenzschutz im Einsatz: je ein Jet- und Helikoptergeschwader, die
Fliegerabwehr und weitere Bereiche der Luftwaffe. Beteiligt an der
Übung sind auch das Aufklärungsbataillon 4 und die französische
Armée de l’Air. Das Ristl Bat 32, das mit 200 AdA in die Übung involviert ist, zeichnet verantwortlich für die Führungsunterstützung
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und sorgt dafür, dass die Vernetzung der verschiedenen Leistungsbezüger jederzeit gewährleistet ist. Ferner wird die Luftwaffe auch
durch das HQ Bat 22 in verschiedener Hinsicht, etwa mit Transporten und im Bereich Übermittlung, unterstützt.
Erst im Januar war definitiv bekannt geworden, in welchem
Umfang das Ristl Bat 32 bei «STABANTE» eingesetzt wird. Von diesem Zeitpunkt an musste es schnell gehen mit den Vorbereitungen.
Im KVK wurde Anfang März unter der Leitung des Bataillonskommandanten, Oberstlt i Gst Thomas Held, der Einsatz geplant. Wenige
Tage später begann bereits der Aufbau der Telematikmittel im Kommandoposten der Übungsleitung. Am Montag, 16. März, erfolgte
schliesslich der Startschuss für das Einrichten der mobilen Übertragungsebene im Übungsraum. Koordiniert wurde der Einsatz vom
Bataillonskommandoposten im Raum Ostschweiz.
Der Bauernhof
Am 20. März, jenem besonderen Tag, an dem der Mond die Sonne
verfinstern sollte, fährt «armee.ch» frühmorgens in Richtung Neu-
«STABANTE»
Der RAP-Panzer ist gut getarnt, nur die Antenne ist erkennbar.
enburger Jura, um die im Feld eingesetzte Richtstrahlkompanie zu
besuchen. Maj Cornel Ackermann, der uns begleitet, führt uns kompetent durch den dritten Übungstag. In der Nähe von St. Imier befindet sich unser erstes Ziel. Eine enge Strasse führt hinauf zum Mont
Soleil; die Grenze zu Frankreich ist in unmittelbarer Nähe. Auf der
Anhöhe hat ein fünfköpfiges Detachement einen Standort für den
RAP-Panzer eingerichtet. Als Unterkunft dient ein altes Bauernhaus,
dessen Besitzer der Armee gerne einen Teil der Wohnfläche zur Verfügung gestellt hat. Gleich neben einigen Tannen und aufgeschichtetem Holz lässt sich der Panzer vom Typ Piranha gut tarnen, einzig
die Antenne ist für das geschulte Auge von weitem erkennbar. Hier
wird die Integration der militärischen Funkgeräte der Leistungsbezüger in das Fernmeldesystem IMFS sichergestellt. Wichtigste Aufgabe
für die Besatzung ist, die IMFS-Verbindung zu halten und zu warten,
solange der Standort beibehalten wird. Wie Wm Philipp Hofstetter
berichtet, konnte das Netz in kürzester Zeit übergeben werden. Die
Verbindung sei hervorragend, versichert er.
Die Herberge
Als nächstes steht die Besichtigung des eigentlichen Rückgrats der
Kommunikation an. Einer der insgesamt zwei Richtstrahlknoten befindet sich oberhalb von La Chaux-de-Fonds, auf dem Mont Cornu.
Er verbindet alle Leistungsbezüger an das permanent laufende Breitbandübertragungssystem BBUS. Bei der Anfahrt entdecken wir die
ersten beiden, wiederum gut getarnten, Richtstrahlstationen R-905.
Einige hundert Meter davon entfernt befindet sich eine Herberge, die
während «STABANTE» geschlossen ist und nun als Kommandostelle
dient. «Eine bestens geeignete Infrastruktur», lobt Maj Ackermann.
Das Sagen als Kompaniekommandant hat hier Hptm Stephan Roos.
Der Betrieb, der die Betreuung des Knotens und den Störungsdienst
umfasst, ist wie üblich in drei Chargen organisiert: Dienst, Reserve
und Ruhezeit. Laut Hptm Roos konnte die Betriebsbereitschaftszeit
in rund elf Stunden erstellt werden, dann wurde das Netz überge-
ben. Die über das Chiffriergerät BSG-93 verschlüsselte Verbindung
steht. Nicht ganz einfach war hingegen die Positionierung der sechs
Stationen: Es mussten Leitungen von jeweils rund 700 Metern Länge
verlegt werden. Doch das erfahrene WK-Personal meisterte die
Herausforderung problemlos.
Das Herrenhaus
Zum Abschluss nehmen wir am Jurasüdfuss einen Augenschein bei
einem Leistungsbezüger. Im mittelalterlichen Dorfkern von Erlach
befindet sich der Kommandoposten des Aufklärungsbataillons 4. Ein
den Aufklärern zugewiesener autonomer Richtstrahlzug betreibt vor
einem alten Herrenhaus einen mobilen Kleinvermittler, damit die
Kommunikation über IMFS reibungslos funktioniert. Ein Blick in
das Tactical Operation Center der Aufklärer zeigt, dass Telefon, Fax,
aber auch Drohnenbilder und Videokonferenzen über die Leitungen
des Richtstrahlbataillons laufen.
Das Fazit nach dem simuliertem neuntägigen Ernstfall: Die
Leistungserbringung fand seitens der Übungsleitung sehr viel Lob.
Auch das Zusammenspiel der Beteiligten der FU Br 41 / SKS kann als
positiv verbucht werden. Für Luftwaffenkommandant und Übungsleiter Aldo C. Schellenberg lief «STABANTE» insgesamt vorbildlich ab. Doch Verbesserungspotenzial gibt es bekanntlich in jedem
Orchester.
«ZEPHYR»
Das Ristl Bat 16 hat im Rahmen der Übung «ZEPHYR» die Führung und
Vernetzung der eingesetzten Verbände der Gebirgsinfanteriebrigade 9
unterstützt und damit die Übertragung von Bild, Sprache und Daten
garantiert. «ZEPHYR» diente dazu, im Raum Innerschweiz die Gebirgsinfanteristen in ihrer «Kernaufgabe» zu beüben. Ohne diese Unterstützung
durch das Ristl Bat 16 hätte die Übung gar nicht stattfinden können. Sie
dauerte vom 23. April bis zum 2. Mai und wurde vom Heeresstab geleitet.
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Internet / Apps
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