Literatur Frühjahr 2016

Wallstein Verlag
Literatur
Frühjahr 2016
Wallstein Verlag
Frühjahr 2016
2
© Piet de Blanken
Lot Vekemans
geb. 1965, studierte Geographie,
später an der Schriftsteller-Akademie
Colofon in Amsterdam. Seit 1995
schreibt sie Theater­stücke. Sie sind in
mehr als fünf­zehn Sprachen übersetzt
und wurden vielfach preisgekrönt. Ihr
Stück »Gift« feiert derzeit in Deutschland Triumphe.
»Ein Brautkleid aus Warschau« ist ihr
Roman­debüt.
Die Übersetzerinnen
Eva M. Pieper, geb. 1956 in Berlin (Ost),
studierte Arabistik und Archäologie,
anschließend Theaterwissenschaften,
Regie und Theaterpädagogik. Seit 1993
übersetzt sie vor allem dramatische
Texte aus dem Niederländischen. Vom
Deutschen ins Niederländische übersetzte sie u. a. Thomas Bernhard und
C. D. Grabbe.
Alexandra Schmiedebach, geb. 1973 in
Traben-Trarbach, studierte Freie Kunst
in Kiel und Amsterdam sowie Übersetzung Niederländisch-Deutsch. Seit 2006
arbeitet sie als freie Übersetzerin von
niederländischen Theaterstücken und
Romanen.
Buchpremiere im
Deutschen Theater Berlin
Auftritt auf der Leipziger
Buchmesse
Lesereise in Planung
Lot Vekemans
Ein Brautkleid aus Warschau
Roman
Marlena, Mitte zwanzig, wohnt in Polen auf dem platten Land und ist zum Kummer ihrer
Mutter noch immer nicht verheiratet. Dann verliebt sie sich plötzlich bis über beide Ohren
in einen Amerikaner, der als Journalist über die Zeit nach dem Kommunismus berichtet.
Marlena hat das Glück, zu lieben und geliebt zu werden, aber sie weiß es nicht, oder wenigstens: Sie kann es nicht glauben. Und so ähnlich geht es ihrem Geliebten auch, der schließlich nach Amerika zurückkehrt. Dass sie ein Kind erwartet, wird er nie erfahren.
Ein melancholischer Schleier scheint über Marlenas Leben zu liegen; stets bricht
etwas entzwei, ohne dass es eigentlich eine Schuld gibt oder gar einen Schuldigen. Alle
sind schuldlos Schuldige: Liebende, die tragisch verkettet sind in Verhältnisse, die sie
nicht durchschauen.
Drei Männern begegnet Marlena, die jeder auf seine Weise ihrem Leben eine entscheidende Richtungsänderung geben. Ihr Weg führt sie aus dem Dorf nach Warschau,
über eine Heiratsvermittlung in die Niederlande zu einem Bauern, Jahre später zurück
nach Polen.
Lot Vekemans erzählt aus drei Perspektiven über das Verlangen, seinem Leben eine
Richtung zu geben, und über die unvorhersehbaren Folgen, die es hat, wenn man es
wirklich wagt. Ihre Charaktere, Marlena, drei Männer und ein Junge, gehen einem
nicht mehr aus dem Kopf.
3
»Eine berührende Geschichte über ein Zuwenig an Liebe
und ein Zuviel an Ohnmacht.
In wunderbar klaren Sätzen beschreibt Lot Vekemans
Lebensstationen, und in atembenehmenden Dialogen
legt sie die Verwundungen und den Schmerz bloß,
der ihre Figuren umtreibt.«
Noordhollands Dagblad
Die Stücke der nieder­
ländischen Autorin werden
auf vielen deutschen Bühnen
mit großem Erfolg gespielt.
In ihrem ersten Roman
erweist sie sich als groß­
artige Erzählerin.
Lot Vekemans
Ein Brautkleid
aus Warschau
Roman
Aus dem Niederländischen
von Eva M. Pieper und
Alexandra Schmiedebach
253 S., geb., Schutzumschlag
ca. € 19,90 (D); € 20,50 (A)
ISBN 978-3-8353-1601-0
Auch als E-Book
Februar WG 1112
Wallstein Verlag
Frühjahr 2016
4
Pressestimmen aus den Niederlanden
zu Lot Vekemans
»Vekemans Prosa strahlt eine Ruhe aus, die sehr schön die Nervosität und Trotzigkeit ihrer
Figuren kontrastiert. Dadurch artet die Erzählung nicht zu einem Melodram aus und es bleibt
sogar Raum für ein wenig Humor.« De Standaard
»Vekemans hat die Gabe zielgenau, packend und kreativ zu schreiben.
Dabei sind Ihre Figuren so lebensecht, dass man das Gefühlt hat,
sie wirklich kennenzulernen.« Literair Nederland
»Eine wunderbar eindringliche, subtile, mitunter bewegende Erzählung über drei Menschen,
die nur ein wenig Glück in ihrem Leben wollen.« Leestafel.info
»Ein herrliches Sommerbuch.«
Monique Stoel, Buchhändlerin, Maarssen
»Die mühsame Unbeholfenheit, mit der die Figuren Unterhaltungen führen, liefert einige starke,
tragikomische Dialoge. Auch das Triptychon, in das Lot Vekemans ihren Roman gegossen hat,
funktioniert gut. Subtil baut sie Spannung auf und zieht diese durch schmerzgezeichnete Figuren
bis zu dem Punkt, an dem Sie ihr Schweigen doch durchbrechen müssen.« Passionate Magazine
»Ein spannender, psychologischer Roman für ein breites Publikum über die Frage, wie
sehr man sein Leben durch andere bestimmen lässt oder eigene Entscheidungen treffen
kann. Der Roman ist gut aufgebaut mit überraschenden Plotwendungen und flüssig
geschrieben mit bissigen Dialogen, die die Hand einer erfahrenen
Marita de Sterck für NBD/Biblion
Schriftstellerin verraten.«
»Wenig Worte, aber eine große Erzählung.«
Buchhandlung Roodbeen (Twitter)
Inzenierungen in +++ Aachen +++ Aalen +++ Apolda +++ Augsburg +++ Avilés +++ Barcelona +++ Basel +++ Berlin +++ Bern +++ Bochum +++
Bonn +++ Bremen +++ Buenos Aires +++ Detmold +++ Darmstadt +++ Hannover +++ Eisenach +++ Elmshorn +++ Frankfurt (M.) +++ Freiburg
+++ Fürth +++ Gandersheim +++ Hamburg +++ Innsbruck +++ Kaiserslautern +++ Karlsruhe +++ Kassel +++ Kiel +++ Köln +++
5
Stimmen aus dem Buchhandel zu
»Ein Brautkleid aus Warschau«
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unser A3-Plakat
Prolit 9009
AVA 10346076
Mohr Morawa 95016
»Schon die ersten Sätze haben mich verzaubert und dann hat es mich nicht mehr losgelassen
und ist mir unter die Haut gekrochen. Mir gefällt die Sprache der Autorin und wie behutsam sie
mit allen Figuren umgeht. Es gibt so viele verschiedene Wahrheiten, je nachdem, aus welchem
Blick­w inkel man schaut. Zurück bleiben ganz intensive Bilder!«
Jacqueline Masuck, Dussmann das Kulturkaufhaus
»Ich war von diesem ruhigen, unaufgeregten und doch an vielen Stellen emotionalen Ton
fasziniert. Die Geschichte, aus drei Perspektiven erzählt, hat einen unglaublichen Sog. Ich musste
den Roman in einem Rutsch lesen, konnte mich von den Figuren kaum lösen. Lot Vekemans ist
eine großartige Beobachterin. Hoffentlich lesen wir noch mehr von ihr.«
Martina Kraus, RavensBuch Friedrichshafen
»Lot Vekemans kann mit einfachen Worten fantastisch erzählen und hat mich vom ersten Satz in
die Geschichte hineingezogen.«
Carolin Brehmeier, Thalia Göttingen
»Lot Vekemans erzählt einfühlsam, wie stark, aber auch zerbrechlich familiäre Bande sind.
Ein wundervoller Roman über das, was Familie ausmacht.«
Claudia Mühlhausen, unibuch Kassel
»Eine wirklich beeindruckende Geschichte in elegant schlichter Diktion, der man ergriffen folgt.
Die Botschaft lautet: Gefühle brauchen Sprache, sonst trägt das Schicksal den Menschen davon …«
Mechthild Heinen, Lehmkuhl München
»Ich bin sehr angetan, wollte auf meinem iPhone nur anlesen
(was ich sonst nie mache) und konnte dann gar nicht mehr
aufhören. Eine schöne Sprache, die eine interessante Geschichte
erzählt und mich vollkommen mitnimmt. Sehr feinfühlig,
melancholisch, nachdenklich sind die Zeilen, und im nächsten
Atemzug kommen leichte, tippelnde
Schritte dazwischen, Momente
des Lächelns. Ein wahrlich
besonderes Buch!«
Simone Finkenwirth,
Hugendubel Berlin
Konstanz +++ Landshut +++ Leipzig +++ Linz +++ Lübeck +++ Ludwigsburg +++ Luxembourg +++ Magdeburg +++ Mainz +++ Meiningen +++
Mexico Stadt +++ Montevideo +++ München +++ Münster +++ Oldenburg +++ Potsdam +++ Rudolstadt +++ Salzburg +++ Sommerhausen +++
Stuttgart +++ Tarragona +++ Triest +++ Tübingen +++ Ulm +++ Wien +++ Wilhelmshaven +++ Wuppertal +++ Zürich
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Frühjahr 2016
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© Frederic Meyer
Lukas Bärfuss
geb. 1971 in Thun/Schweiz,
Dramatiker und Romancier,
Essayist. Seine Stücke werden
weltweit gespielt, seine Romane
sind in etwa zwanzig Sprachen
übersetzt. Lukas Bärfuss lebt
in Zürich.
Preise u. a.: Mühlheimer Dramatikerpreis (2005), Anna-SeghersPreis (2008), Mara-CassensPreis (2008), Schillerpreis der
Schweizerischen Schillerstiftung
(2009), Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis (2009),
Hans-Fallada-Preis der Stadt
Neumünster (2010), sowie Ber­
liner Literaturpreis (2013), Solothurner Literaturpreis (2014),
Schweizer Buchpreis (2014),
Nicolas-Born-Preis 2015.
Buchpremiere im Kaufleuten
Kultur Zürich (9. März)
Auftritte u. a.:
Leipziger Buchmesse
(17. – 20. März)
Literaturfest Salzburg
(19. Mai)
Heidelberger Literaturtage
(2. – 5. Juni)
Lesereise in Planung
Lukas Bärfuss
Hagard
Roman
Lukas Bärfuss
Stil und Moral
Essays
ISBN 978-3-8353-1679-9
Lukas Bärfuss
Koala
Roman
ISBN 978-3-8353-0653-0
Ein Mann, eben stand er während des Feierabendgedrängels noch am Eingang eines
Warenhauses, folgt aus einer Laune heraus einer Frau. Er kennt sie nicht, sieht sie auch nur
von hinten, aber wie in einem Spiel sagt er sich: Geht sie dort entlang, folge ich ihr nicht
weiter; geht sie in die andere Richtung, spiele ich das Spiel noch eine kleine Weile weiter.
Es bedeutet ja nichts, niemand kommt zu Schaden, und der Abstand in der Menge ist so
groß, dass die Frau es gar nicht bemerken wird. Eher ist es eine sportliche Aufgabe, sie in
der Menge nicht zu verlieren.
In einer knappen Stunde hat Philip ohnehin einen wichtigen Termin. Aber schon
fragt er sich, ob der nicht auch zu verschieben wäre, bis zur Abendverabredung bliebe
ja noch etwas Zeit. Was ihn bewegt, ist erst einmal unklar. Ist der Verfolger einfach ein
gelangweilter Schnösel? Ein Verrückter? Ein Verbrecher? Er scheint selbst vor etwas zu
fliehen.
Etwas Bedrohliches liegt in der Luft, etwas Getriebenes. Ein atemloser Sog entsteht,
in den auch der Leser gerät, je länger die Verfolgung anhält. Allen Sinneswahrnehmungen haftet etwas beunruhigend Surreales an. Die aufgerufenen Fragen über unsere
Lebenswirklichkeit im 21. Jahrhundert gewinnen eine unabweisbare Schärfe.
7
»Lukas Bärfuss’ luzider,
unbestechlicher Blick
ist heute nötiger denn je.«
Oliver Jungen, FAZ über »Stil und Moral«
In jedem seiner Romane
wagt Lukas Bärfuss sich auf
neues Terrain. In »Hagard«
folgt er einem Verfolger, und
als Leser fühlt man sich fort­
während ganz nah an dessen
Kopf.
Lukas Bärfuss
Hagard
Roman
ca. 190 S., geb., Schutzumschlag
ca. € 19,90 (D); € 20,50 (A)
ISBN 978-3-8353-1840-3
Auch als E-Book
März WG 1112
Wallstein Verlag
Frühjahr 2016
8
© Nils-Christian Engel
Daniela Danz
wurde 1976 in Eisenach geboren
und studierte Kunstgeschichte
und Deutsche Literatur in Tübingen,
Prag, Berlin und Halle, wo sie über
Krankenhauskirchenbau promovierte. Sie arbeitet als Autorin und
Leiterin des Schillerhauses in
Rudolstadt, lehrt an der Universität
Hildesheim und lebt mit ihrer
Familie in Kranichfeld.
2012 und 2013 erhielt sie das
Arbeitsstipendium des Deutschen
Literaturfonds e.V. sowie das
Thüringer Literaturstipendium.
Die Autorin steht für
Veranstaltungen zur
Verfügung.
Lesungen im Rahmen der
Leipziger Buchmesse
Daniela Danz
Lange Fluchten
Roman
Daniela Danz
Türmer
Roman
ISBN 978-3-8353-0042-2
Daniela Danz
V
Gedichte
ISBN 978-3-8353-1377-4
Alles um ihn herum scheint merkwürdig weit weg, auch wenn es auf den ersten Blick
aussieht, als wäre alles in Ordnung. Cons, mit vollem Namen Constantin, lebt mit seiner
Frau und zwei Jungen auf einem Grundstück zusammen; aber das Wort »zusammen«
beschreibt es nicht ganz: Ein Haus hatten sie einmal bauen wollen, jetzt wohnen sie noch
immer in provisorischen Containern in zwei Stockwerken, unten Cons, oben die Frau mit
den Kindern. Etwas in Cons wirkt wie zerbrochen; er ist seit seinem »Aussetzer« bei einer
Übung als Zeitsoldat, an den er sich nur vage erinnern kann, wie aus der Welt gefallen.
Ja, die Welt ist ihm abhanden gekommen.
Unfähig, sich von der Fokussierung auf ein Ziel zu lösen, das es nicht mehr gibt, gleitet
Cons aus alten Freundschaften und aus dem Leben seiner Familie in eine richtungslose, nächtelange Pirsch.
Angelehnt an die Legende des römischen Feldherrn und Jägers Eustachius schreibt
Daniela Danz ein radikales Buch über den Sog des Scheiterns und die vergebliche Tapferkeit eines Mannes, der sich noch einmal mit aller Macht der Fluchtlinie seines Lebens
entgegenstemmt, bevor er in eine alptraumhafte Irrealität sich überschlagender Ereignisse gerät.
9
»Eine unverwechselbar
eigene poetische Stimme.«
Werner Söllner
Eine Abenteuergeschichte
über die Abgründe des eigenen
Ichs, eine moderne Legende –
bildmächtig, geheimnisvoll,
bezwingend.
Daniela Danz
Lange Fluchten
Roman
ca. 140 S., geb., Festeinband
ca. € 18,90 (D); € 19,40 (A)
ISBN 978-3-8353-1841-0
Auch als E-Book
Februar WG 1112
Wallstein Verlag
Frühjahr 2016
10
© Heimo Klemm
Hanjo Kesting
geb. 1943, war bis 2006 Leiter der
Hauptredaktion »Kulturelles Wort«
beim NDR; seit 2006 ist er Redakteur der Zeitschrift »Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte«.
1982 Kritikerpreis der Salzburger
Festspiele, 2005 Kurt-Morawietz-Literaturpreis der Stadt
Hannover, 2007 Ehrenpromotion
der Universität Hamburg. Vor­
sitzender des Kuratoriums der
Günter Grass-Medienstiftung
Bremen.
Der Autor steht für
Veranstaltungen zur
Verfügung.
Hanjo Kesting
Begegnungen mit Siegfried Lenz
Essays, Gespräche, Erinnerungen
Hanjo Kesting
Augenblicke mit Jean Améry
Essays und Erinnerungen
ISBN 978-3-8353-1555-6
Hanjo Kesting
Große Romane
der Weltliteratur
Erfahren, woher wir kommen
ISBN 978-3-8353-1760-4
Siegfried Lenz, einer der herausragenden und bestimmenden Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur, wäre im März 2016 neunzig Jahre alt geworden. Er hat vierzehn Romane
veröffentlicht, die eine große und beständige Leserschaft gefunden haben und in viele
Sprachen übersetzt worden sind, darunter Werke wie »Deutschstunde« und »Heimatmuseum«, die ihm Weltruhm brachten. Seine über hundertfünfzig Erzählungen und Kurzgeschichten weisen ihn aber auch als grandiosen Geschichtenerzähler und Meister der
kurzen Form aus. Sein Werk ist tief geprägt von der norddeutschen Landschaft und der
Gegenwart des Wassers, Ebbe und Flut bestimmen den Rhythmus seiner Bücher, Inseln,
Küsten, Fjorde, große und kleine Schiffe bilden ihre Schauplätze. Und ihr Personal besteht
zu großen Teilen aus Menschen, die am Wasser und vom Wasser leben: Fischer, Angler,
Taucher, Matrosen, Hafenarbeiter, Schauerleute.
Hanjo Kesting hat das Schaffen von Siegfried Lenz ein Leben lang begleitet und ist
mit seinem Werk vertraut wie kaum ein anderer. In zahlreichen Aufsätzen, Vorträgen
und Radiobeiträgen hat er sich immer wieder mit diesem Autor und seinen Büchern
beschäftigt, hat Gespräche mit ihm geführt, Anthologien und Hörbücher zusammengestellt und das umfangreiche Rundfunkwerk herausgegeben. In diesem Band versammelt
er die wichtigsten Aufsätze und Gespräche aus vierzig Jahren, ergänzt durch Tagebuchnotizen, in denen er seine Begegnungen mit Siegfried Lenz in sehr persönlicher
Weise festgehalten hat. So entsteht ein ebenso facettenreiches wie umfassendes Bild des
Autors und seines Werks.
11
»Er hat sich selbst einen Schriftsteller genannt,
aber hinter dem Schriftsteller blieb ein Philosoph verborgen –
und in dem Philosophen steckt ein stringenter Moralist.
Er drängt den Lesern aber seine Moral nicht auf.
Man kann sie annehmen, muss es aber nicht.«
Helmut Schmidt in seiner Trauerrede auf Siegfried Lenz 2014
Keiner kennt das Werk
von Siegfried Lenz so gut
wie Hanjo Kesting. Und mit
keinem anderen Autor hat
sich Kesting so anhaltend
und intensiv beschäftigt
wie mit Siegfried Lenz.
Hanjo Kesting
Begegnungen mit
Siegfried Lenz
Essays, Gespräche,
Erinnerungen
ca. 300 S., geb., Schutzumschlag
ca. € 22,90 (D); € 23,60 (A)
ISBN 978-3-8353-1842-7
Auch als E-Book
März WG 1118
Wallstein Verlag
Frühjahr 2016
12
geb. 1954, studierte in Zürich
und Paris Romanistik und
Russistik. Er ist Romanautor,
Lyriker, Essayist, Biograph,
Übersetzer und Herausgeber
der zehnbändigen OssipMandelstam-Gesamtausgabe
sowie eines MandelstamLesebuchs. Außerdem ist
er Autor der Werkbiographie
»Meine Zeit, mein Tier. Ossip
Mandelstam. Eine Biographie«.
Ralph Dutli wurde 2013 und 2015
für den deutschen Buchpreis
und den Schweizer Buchpreis
nominiert und erhielt den
Rheingau Literaturpreis, den
Preis der LiteraTour Nord und
den Düsseldorfer Literaturpreis.
Der Autor steht für
Veranstaltungen zur
Verfügung.
Ralph Dutli
Mandelstam, Heidelberg
Gedichte und Briefe 1909 – 1910
Ralph Dutli
Soutines letzte Fahrt
Roman
ISBN 978-3-8353-1208-1
Ralph Dutli
Die Liebenden von Mantua
Roman
ISBN 978-3-8353-1683-6
Der 1891 in Warschau geborene, 1938 im Gulag bei Wladiwostok ums Leben gekommene
russisch-jüdische Jahrhundertdichter Ossip Mandelstam, »ein moderner Orpheus« (Joseph
Brodsky), hielt sich von Oktober 1909 bis März 1910 in Heidelberg auf. Dessen berühmte
Universität war das Anlaufziel vieler Russen, die im Zarenreich vom Studium ausgeschlossen waren. Die in der Stadt am Neckar entstandenen Jugendgedichte nahm Mandelstam
später nicht in seine Gedichtsammlungen auf, doch zeigen sie bereits viele Motive, die für
sein Werk bedeutsam werden sollten. Der noch nicht einmal zwanzigjährige Dichter war
auf der Suche nach seinem dichterischen Weg, seiner Beziehung zur Welt, zur Natur, zur
Liebe. Mandelstams Jugendgedichte sind zarte sprachliche Gebilde von zuweilen erstaunlicher Reife und Tiefgründigkeit.
Der Band enthält die sieben an die russischen Dichter Wjatscheslaw Iwanow und
Maximilian Woloschin adressierten Briefe aus Heidelberg sowie erstmals sämtliche in
Heidelberg und im Umkreis des Deutschlandaufenthaltes entstandenen vierzig Gedichte
im russischen Original und in deutscher Übertragung. In seinem Essay »Ich war das
Buch, das Euch im Traum erscheint« spricht Ralph Dutli auf faszinierende Weise über
die deutschen Reminiszenzen in Ossip Mandelstams Werk.
© Catherine Dutli-Polvêche
Ralph Dutli
13
»Man ist von Dutlis schneller,
muskulöser, warmer und farbiger
Sprache gefangen.«
Andreas Isenschmid über Ralph Dutlis Mandelstam-Biographie
125. Geburtstag von
Ossip Mandelstam
am 15. Januar 2016
40 bisher nicht übersetzte
Gedichte des jungen Dichters
Ossip Mandelstam – über­
tragen und mit einem umfang­
reichen Essay versehen von
Ralph Dutli.
Ralph Dutli
Mandelstam, Heidelberg
Gedichte und Briefe 1909 –1910
Russisch / Deutsch
Mit einem Essay über
deutsche Echos
in Ossip Mandelstams Werk
192 S., 2 Abb., geb., Schutzumschlag
€ 19,90 (D); € 20,40 (A)
ISBN 978-3-8353-1858-8
Auch als E-Book
Januar WG 1151
Wallstein Verlag
Frühjahr 2016
14
© Wallstein Verlag
Hendrik Rost
geb. 1969 in Burgsteinfurt,
Westfalen. Nach einem Auf­
enthalt in den USA studierte
er Germanistik und Philosophie
in Kiel und Düsseldorf. Er lebt
heute als Autor, Übersetzer und
Lektor in Hamburg.
Er wurde ausgezeichnet u. a. mit
dem Clemens-Brentano-Preis
der Stadt Heidelberg, dem
Dresdner Lyrikpreis, dem Wolfgang-Weyrauch-Preis zum Literarischen März, Darmstadt.
Der Autor steht für
Veranstaltungen zur
Verfügung.
Hendrik Rost
Das Liebesleben der Stimmen
Gedichte
Hendrik Rost
Der Pilot in der Libelle
Gedichte
ISBN 978-3-8353-0620-2
Mit seinem neuen Gedichtband erweist sich Hendrik Rost als einer der maßgeblichen Lyriker
seiner Generation. Souverän und tiefenscharf nimmt er die Welt in den Blick, vergewissert
sich der eigenen Rolle darin, fragt nach den geschichtlichen Gewordenheiten. Ohne Scheu
und seiner poetischen Mittel vollkommen bewusst, kann er die Schönheit von Landschaften
oder die Brisanz der kleinen Dinge zum Sprechen bringen. Rosts Gedichte zeigen, wie kunstvoll und innig die vielen Stimmen, die Welt und Literatur bevölkern, verbunden sind.
Wie ohne Schluss
Hendrik Rost
Licht für andere Augen
Gedichte
ISBN 978-3-8353-1017-9
Es übersteigt die Vorstellung,
nichts zu sagen,
wenn alles gesagt ist.
Ich lasse den Fingern
freien Lauf, sie sollen spüren,
wo das Aufhören beginnt.
Die Haut über den Schulterblättern,
ich wollte Flügeln sagen,
ist dünn und spannt
mit jedem Schlag.
Das Leben, hauteng.
Für einen Augenblick
passt es perfekt.
15
»Er schärft unseren
Blick auf die Welt.«
Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung
Hendrik Rost gelingt hier
fast alles, er beschwört
die große Geschichte und
die kleinsten Dinge des
Alltags, und er zeigt, wie
beides ineinander
verwoben ist.
Hendrik Rost
Das Liebesleben der
Stimmen
Gedichte
96 S., geb., Schutzumschlag
ca. € 18,90 (D); € 19,40 (A)
ISBN 978-3-8353-1777-2
Auch als E-Book
März WG 1151
Wallstein Verlag
Frühjahr 2016
16
zvg
Emmy Hennings
(1885–1948), geb. in Flensburg,
war zunächst Schauspielerin und
Vortragskünstlerin an Varietés und
Kabaretts, später Lyrikerin und
Schriftstellerin und nach dem Tod
ihres Mannes Hugo Ball dessen
Biografin und »lebendiger Nachlass«.
Viele ihrer Texte sind verstreut in
Zeitungen erschienen oder längst
vergriffen. Nun können sie neu entdeckt werden.
Die Herausgeberinnen
Christa Baumberger, geb. 1974, seit
2009 Kuratorin des Nachlasses Emmy
Hennings am Schweizerischen
Literatur­archiv in Bern.
Veröffentlichungen u. a.:
Emmy Hennings Dada (Mithg., 2015);
Schreiben im Gefängnis (2014);
Resonanzraum Literatur. Polyphonie
bei Friedrich Glauser (2006).
Nicola Behrmann, geb. 1973, seit 2010
Assistant Professor an der Rutgers
University, New Jersey (USA).
Veröffentlichungen u. a.:
Emmy Hennings Dada (Mithg., 2015).
Emmy Hennings
Gefängnis – Das graue Haus –
Das Haus im Schatten
»Ein verlaufenes Kind, ein lebendig gewordenes Märchen oder Volkslied, süß und gruselig
zugleich«, so charakterisierte Franz Herwig 1923 das literarische Phänomen Emmy Hennings. 1916 eröffnete sie mit Hugo Ball das Cabaret Voltaire in Zürich, wo die Dada-Gruppe
nicht nur gegen den Krieg, sondern auch gegen die Kunst rebellierte. Hennings’ 1919
erschienener Roman »Gefängnis« sorgte für großes Aufsehen. In einer eindringlichen,
expressiven Sprache seziert sie das Erlebnis einer Inhaftierung bis in die sprachlichen
Details hinein. Dem Leser wird mit existenzieller Dringlichkeit vorgeführt, was es bedeutet, im Gefängnis zu sein. Das Verhältnis von Delinquenz und Strafvollzug, Schuld und
Sühne beschäftigte Hennings viele Jahre. Davon zeugen die zwei weiteren Gefängnis-Texte »Das graue Haus« und »Das Haus im Schatten«.
Die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der drei Romane wird im Anhang erstmals fundiert aufgearbeitet und von einer umfassenden Dokumentation zur Wirkungsgeschichte begleitet.
17
»Sie ist die reinste Inkarnation
des weiblichen Vaganten,
die in der deutschen Dichtung
vielleicht je da war.«
Klabund
Der erste Band der Kommentierten
Studienausgabe ver­einigt den 1919
erschienenen Roman »Gefängnis« mit
den zwei zu Lebzeiten unveröffentlichten
Gefängnis-Romanen: »Das graue Haus«
und »Das Haus im Schatten«.
Emmy Hennings
Gefängnis – Das graue Haus –
Das Haus im Schatten
Herausgegeben von Christa Baumberger
und Nicola Behrmann unter Mitarbeit von
Simone Sumpf
Mit einem Nachwort von Christa Baumberger
Emmy Hennings. Werke und Briefe.
Kommentierte Studienausgabe, Bd. 1.
Herausgegeben i. A. des Schweizerischen
Literaturarchivs und des Vereins zur Förderung
des Schweizerischen Literaturarchivs
ca. 576 S., ca. 26, z. T. farbige Abb.,
Leinen, geb., Schutzumschlag
ca. € 24,90 (D); € 25,60 (A)
ISBN 978-3-8353-1834-2
Auch als E-Book
Januar WG 1111
Wallstein Verlag
Frühjahr 2016
18
© DLA marbach
Max Brod
(1884 – 1968) war vor und nach
dem Ersten Weltkrieg einer der
bekanntesten Vertreter der Prager
deutschsprachigen Literatur,
heute ist er vor allem als Herausgeber der Werke Franz Kafkas
berühmt.
Die Herausgeber
Hans-Gerd Koch, geb. 1954, war
Redakteur der Kritischen KafkaAusgabe und ist Herausgeber des
Kafka-Briefwechsels.
Hans Dieter Zimmermann, geb. 1940,
Professor emer. für Literaturwissenschaft an der TU Berlin, Heraus­
geber der Tschechischen Bibliothek
in deutscher Sprache (33 Bände).
Max Brod
Ausgewählte Werke
Max Brod
Heinrich Heine
Biographie
Der Prager Kreis: Max Brod prägte den Begriff Prager Kreis für die Treffen mit seinen
Schriftstellerkollegen und -freunden Oskar Baum, Felix Weltsch und Franz Kafka – später
kam noch Ludwig Winder dazu. In seinem Erinnerungsbuch schreibt er nicht nur über
diese Gruppe, sondern zieht größere Kreise, die alle wichtigen Prager deutschsprachigen
Autoren umfassen. Es ist nicht zuletzt Max Brods Verdienst, dass die literarische Öffentlichkeit außer auf Kafka auch auf die anderen Prager deutschsprachigen Autoren blickt, auf
diese kleine Welt innerhalb einer tschechischen Großstadt.
ISBN 978-3-8353-1340-8
Das Buch der Liebe: Brod veröffentlichte neben seinem erzählerischen Werk auch fünf
Lyrikbände. Die Gedichte handeln von seinen großen Themen wie Liebe, Identitätssuche
und Judentum oder korrespondieren mit den Topoi von Expressionismus und Neuer Sachlichkeit. Andere führen einen Dialog mit den Prager Freunden Franz Werfel und Franz
Kafka.
Als Beispiel für Brods frühe Theaterstücke, die von sinnenfreudiger Leidenschaftlichkeit zeugen, von Einsamkeit, Sehnsucht und Liebesnot, steht »Die Höhe des Gefühls«
(1910). In seinen späteren Stücken spielt er mit Mustern des Trivialromans, des Volksmärchens, des Boulevardtheaters. Entsprechend unterhaltsam ist das Schauspiel »Lord Byron
kommt aus der Mode« von 1929. Als Übergang zwischen den erotischen Gedichten und
den Dramen steht das kleine Stück »Die Erlöserin«.
Max Brod
Der Meister
Roman
ISBN 978-3-8353-1341-5
19
»Max Brod war wie kein anderer
dazu berufen, die Geschichte der
Prager deutschen Literatur zu schreiben«
Peter Demetz
Max Brod
Der Prager Kreis
Mit einem Vorwort von Peter Demetz
Max Brod – Ausgewählte Werke.
Herausgegeben von Hans-Gerd Koch
und Hans Dieter Zimmermann
in Zusammenarbeit mit
Barbora Šramková und Norbert Miller
ca. 348 S., geb., Schutzumschlag
ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A)
ISBN 978-3-8353-1795-6
Auch als E-Book
März WG 1117
Max Brod
Das Buch der Liebe
Lyrische und dramatische Dichtungen
Lyrik, ausgewählt und eingeleitet von Ingeborg Fiala-Fürst.
Dramen, ausgewählt und eingeleitet von Klaus Völker
Max Brod – Ausgewählte Werke.
Herausgegeben von Hans-Gerd Koch
und Hans Dieter Zimmermann
in Zusammenarbeit mit
Barbora Šramková und Norbert Miller
ca. 224 S., geb., Schutzumschlag
ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A)
ISBN 978-3-8353-1794-9
Auch als E-Book
März WG 1150
Wallstein Verlag
Frühjahr 2016
20
Buchpräsentation im Rahmen der
Leipziger Buchmesse am 19. März
2016, Haus des Buches Leipzig.
Mit Gioconda Belli, Josef Haslinger,
Regula Venske, Sascha Feuchert und
Hans Thill.
Hinauf in das winzige Zelt von Blau
Writers in Prison
Zusammengestellt von Sascha Feuchert,
Hans Thill und Regula Venske
die horen, Zeitschrift für Literatur,
Kunst und Kritik, Bd. 261.
Herausgegeben von Jürgen Krätzer
ca. 240 S., ca. 24, z.T. farbige Abb., brosch.
ca. € 14,– (D); € 14,40 (A)
ISBN 978-3-8353-1832-8
März WG 1562
Hinauf in das winzige Zelt von Blau
Writers in Prison
die horen, Band 261
Auch heute noch werden mehr Schriftsteller und Schriftstellerinnen inhaftiert oder
ermordet als man in den westlichen Demokratien glauben mag.
Der Band widmet sich Autoren, die verfolgt, inhaftiert oder gar ermordet wurden
und werden. Die »Case-List« des PEN verzeichnet derzeit 900 aktuelle Fälle. Vor allem
in der Türkei und in China werden Menschen für literarisches Engagement hart
bestraft. Doch nicht nur Staaten verfolgen Autoren: In Mexiko etwa wurden seit dem
Jahr 2000 von Drogenkartellen knapp 100 Schreibende, vor allem Journalisten, ermordet oder verschleppt – die Aufklärungsrate liegt bei etwa 10%.
Sascha Feuchert, Hans Thill und Regula Venske haben einen Band zusammengestellt,
in dem die Betroffenen selbst zu Wort kommen oder von bekannten Kollegen porträtiert
werden. Ergänzt werden die Texte mit Grafiken bedrohter bildender
Künstler.
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Mit Beiträgen u.a. von Mohammed al-Adjami, Gioconda
Belli, Sabine Kebir, Enoh Meyomesse, Roswitha Quadflieg,
Johano Strasser, Ilija Trojanow und Liao Yiwu.
Die Redakteure
Sascha Feuchert, geb. 1971,
ist Leiter der Arbeitsstelle
Holocaustliteratur an der Uni­
versität Gießen und Honorar­
professor für »German Literature« an der Eastern Michigan
University (USA). Er leitet das
Literarische Zentrum in Gießen
und ist Vizepräsident des deutschen PEN.
Hans Thill, geb. 1954, ist Lyriker
und Übersetzer, Mitbegründer
des Verlags »Das Wunderhorn«,
Leiter des Künstlerhauses Edenkoben und der Übersetzerwerkstatt »Poesie der Nachbarn –
Dichter übersetzen Dichter«. Er
ist Writers-for-Peace-Beauftragter im Präsidium des deutschen
PEN.
Regula Venske, geb. 1955, Literaturwissenschaftlerin und freie
Schriftstellerin. Sie veröffentlichte Romane, Erzählungen und
Kurzgeschichten, Essays, sprach­
experimentelle Texte und unzählige Beiträge für Rundfunk und
Printmedien und wurde u. a. mit
dem Oldenburger Jugendbuchpreis, dem Deutschen Krimipreis
und dem Schriftstellerstipendium
des Hamburger Lessingpreises
ausgezeichnet. Sie ist General­
sekretärin des deutschen PEN.
21
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201 ber
6
Der Wundbrand der Wachheit
Peter Weiss lesen
Zusammengestellt von Christa Grimm,
Christoph Hein und Jürgen Krätzer
die horen. Zeitschrift für Literatur,
Kunst und Kritik, Bd. 262.
Herausgegeben von Jürgen Krätzer
ca. 240 S., ca. 20, z.T. farbige Abb., brosch.
ca. € 14,– (D); € 14,40 (A)
ISBN 978-3-8353-1833-5
Juni WG 1562
Der Wundbrand der Wachheit
Peter Weiss lesen
die horen, Band 262
Geradezu exemplarisch scheinen sich in Peter Weiss’ Biographie und Werk die historischen, politischen und künstlerischen Strömungen des 20. Jahrhunderts zu brechen:
Einer Familie mit jüdischen Wurzeln entstammend, der die Assimilation verwehrt
bleibt, wird das Exil eine frühe Erfahrung, Mittel- und Nordeuropa werden zu Lebensstationen.
Avantgardistisches Experiment und dokumentarischer Realismus, politisches
Engagement und künstlerischer Anspruch standen für Weiss nie im Widerspruch, sondern in einem unabdingbaren Zusammenhang. Sein Werk entzieht sich einfachen
Zuschreibungen.
Wie kann man heute, auch angesichts einer drastisch veränderten Welt, mit einem
solchen Werk umgehen? Wo gibt es Konstanten, was reizt zum Überdenken, was zu
Zustimmung oder Widerspruch?
Mit drei erstmals in Deutsche übersetzten Essays von Peter Weiss.
Mit Re-Lektüren von u. a. F.C. Delius, Dorothea Dieckmann, Klaus von Dohnanyi,
Andreas Girbig, Peter Härtling, Ulla Hahn, Norbert Hummelt, Martin Lüdke, Walter
Obschlager, Jutta Penndorf, Sabine Peters, Nuria Quevedo, Wolfgang Schiffer, Rolf
Schneider, Hans-Ulrich Treichel, Jochen Vogt, Hans-Eckardt Wenzel, Christian Wöllecke,
Gerhard Wolf und Rainer Wölzel.
Die Herausgeber
Christa Grimm, geb. 1939,
wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig.
Veröffentlichungen zuletzt:
Werkstattberichte. Seniorenkolleg der Universität Leipzig
(2009); Gerhard Altenbourg –
Lothar Lang. Briefwechsel
1965 –1988 (2008).
Christoph Hein, geb. 1944 in
Heinzendorf/Schlesien, lebt in
Berlin. Dramatiker, Romancier, Erzähler, Essayist, Kinderbuchautor.
Veröffentlichungen zuletzt:
Vor der Zeit: Korrekturen. Er­zählungen. (2013); Weiskerns
Nachlass. Roman (2011).
Jürgen Krätzer, geb. 1959 in
Leipzig, wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Germanistischen Institut der Universität
Halle-Wittenberg.
Herausgaben zuletzt:
Franz Fühmann. Text+Kritik
202/203 (2014); Franz Fühmann: Märchen für Erwachsene. Hörspiele, Essays und
andere Texte (2008).
Wallstein Verlag
Frühjahr 2016
22
Der Verfasser von Bildergeschichten und Gedichten
war seit seiner Jugend ein
begeisterter Bienenexperte.
Drei Artikel (1867/68)
in einer Fachzeitschrift
künden davon.
Wilhelm Busch
Umsäuselt von sumsenden Bienen
Über die Imkerei
Herausgegeben von Christiane Freudenstein
48 S., ca. 14. Abb., Festeinband
ca. € 12,90 (D); € 13,30 (A)
ISBN 978-3-8353-1868-7
Auch als E-Book
März WG 1191
Wilhelm Busch
Umsäuselt von sumsenden
Bienen
Über die Imkerei
Dass Wilhelm Busch, gemeinhin bekannt als Autor von Bildergeschichten wie »Max und
Moritz«, »Hans Huckebein der Unglücksrabe«, »Die fromme Helene« und »Fipps, der Affe«,
auch ein Kenner der Bienenkunde war, wird viele Leser überraschen, besonders diejenigen,
die mit der Bildergeschichte »Schnurrdibur oder die Bienen« nicht vertraut sind. Mit neun
Jahren wurde Wilhelm Busch von den Eltern zur weiteren Erziehung an seinen Onkel übergeben, der neben der Gemeindearbeit als Pfarrer eine »Koryphäe der deutschen Bienenzüchter« war und mehrere Bücher über sein Hobby verfasst hat. Zudem war er Redakteur
des »bienenwirtschaftlichen Centralblattes«.
Wilhelm selbst interessierte sich von frühester Jugend an für Bienen, plante gar, als
Imker nach Brasilien zu gehen, und tauschte sich mit seinen drei Brüdern, die alle
Imker waren, intensiv darüber aus. Später schrieb Busch die Erzählung »Die kleinen
Honigdiebe«, die Bildergeschichte »Schnurrdibur oder die Bienen« und eben auch drei
bienenkundliche Texte, die in der Zeitschrift seines Onkels erschienen.
Christiane Freudenstein hat sie in diesem Buch versammelt und mit einem kenntnisreichen Nachwort versehen, in dem sie auch Querverweise auf Buschs Bilder­
geschichten zum Thema aufzeigt.
Wilhelm Busch (1832 – 1908)
wuchs, seit er neun war, bei seinem Onkel auf, einem Pfarrer
und Bienenzüchter in Ebergötzen
bzw. Lüthorst. Abgebrochene
Aus­bildung an der Kunstakademie Düsseldorf, dann an der Kgl.
Akademie der schönen Künste
in Antwerpen, schließlich in München. 1865 erste Bildergeschichte
»Max und Moritz«, wachsender
Erfolg, 1884 letzte Bildergeschichte »Maler Klecksel«.
Danach veröffentlichte Busch
mehrere Gedichtbände.
Die Herausgeberin
Christiane Freudenstein,
Diplom-Bibliothekarin; Studium
der Literaturwissenschaft,
Kunstgeschichte und Publizistik;
Lektorin in der Göttinger Redak­
tion der edition text+kritik und
dort vor allem verantwortlich
für das Kritische Lexikon zur
deutschsprachigen Gegenwartsliteratur; ab 2004 Koordination
und Organisation bei der Erarbeitung der 3. Auflage von Kindlers
Literatur Lexikon (KLL); seit
Erscheinen des Lexikons (2009)
Redaktion und Lektorat der
KLL-Online-Updates.
Lukas Bärfuss
Stil und Moral
Essays
Christine Lavant
Zu Lebzeiten
veröffentlichte Erzählungen
235 S., geb., Schutzumschlag
19,90 € (D); 20,50 € (A)
ISBN 978-3-8353-1679-9
5. Auflage
Hg. von Klaus Amann und Brigitte Strasser.
800 S., geb., Schutzumschlag
38,80 € (D); 39,90 € (A)
ISBN 978-3-8353-1392-7
Lyrik von Jetzt 3
Babelsprech
Hg. von Max Czollek,
Michael Fehr und Robert Prosser
Kai Weyand
Applaus für Bronikowski
Roman
360 S., 13 Abb., Klappenbroschur
19,90 € (D); 20,50 € (A)
ISBN 978-3-8353-1739-0
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Hanjo Kesting
Große Romane der Weltliteratur
Erfahren, woher wir kommen
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