Enger kooperieren. Näher am Kunden. Neuorganisation in der

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Jahrgang 2015 --- No 25 --- www.agkamed.de
Enger kooperieren. Näher am Kunden.
MITGLIEDSMANAGEMENT
EINKAUF
PROZESSMANAGEMENT
Neuorganisation in der AGKAMED
Dr. Oliver Gründel:
Neue Struktur für
umfassende Betreuung
Meinolf Köhn:
Mitgliedsmanagement
neu organisiert
Adam Pawelek:
Synergien
besser nutzen
Andreas Senft:
Prozessmanagement –
besser vernetzt
Neuwahlen des
Aufsichtsrats der
AGKAMED Holding GmbH
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Kurier
No 25
05/2015
Kurier
No 25
05/2015
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Inhalt
Editorial
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
02|Editorial
18|AGKAMED und P.E.G. starten Kooperation
erhebliche Veränderungen haben in den vergangenen Monaten den Arbeitsalltag der
AGKAMED bestimmt.
04| Neue Struktur für
20|Doppelspitze im
umfassende Betreuung
Durch die Neuorganisation innerhalb der AGKAMED werden die unterschiedlichen Anforderungen den Marktgegebenheiten angepasst, was sowohl neben einem effizienteren Einsatz
der Ressourcen auch eine Optimierung der internen Prozesse erfordert.
06| Wir kümmern uns
Kompetenz-Center Pharmazie
22|Neue Mitgliedshäuser
in der AGKAMED
In einem weiterhin sehr volatilen Marktumfeld konzentriert sich die AGKAMED auf weiteres
Wachstum. Die Maßnahmen zur operativen Effizienzsteigerung zielen auf Nachhaltigkeit ab.
Mit der Ausrichtung auf Wachstum haben wir für jeden Geschäftsbereich der AGKAMED die
operativen Schwerpunkte definiert – Voraussetzung für eine noch intensivere Betreuung
unserer Mitglieder. Wir haben mit all unseren Aktivitäten, den Kompetenz-CenterTreffen, der AGKAMED-Akademie und dem Infoportal eine gute Basis für Informationsaustausch geschaffen. Doch jedes System ist verbesserungsfähig – und genau daran arbeiten
wir derzeit:
Die Bedürfnisse unserer Mitgliedshäuser besser zu erfassen, Bedarf in den Häusern optimaler
zusammenzufassen und eine noch bessere Qualität in der Beschaffung zu gewährleisten.
08| Strategischer Einkauf:
Synergien besser nutzen
09| Abteilung Prozessmanagement:
Besser vernetzt
10|Neuwahlen des Aufsichtsrats der AGKAMED Holding
24|Neuzugänge im Juli und August 2014
25|Patientendatenmanagementsysteme in der Anästhesie
und Intensivmedizin
25|Neue Aufgabe für Dr. Volker de Vry
GmbH
Einen hohen Stellenwert nimmt die kontinuierliche Verbesserung der Dienstleistungsqualität ein. Durch die Nutzung der angebotenen Beratungsleistungen können Potenziale zur
Qualitätsverbesserung und -sicherung identifiziert und operativ schnell umgesetzt werden.
Organisatorische Anpassungen und Prozessoptimierung führen zu einer nachhaltigen
Steigerung der operativen Effizienz. Mit dem umfassenden Angebot integrierter Dienst–
leistungen und end-to-end-Lösungen kann die AGKAMED schnell und flexibel auf die jeweiligen Kundenanforderungen reagieren.
Große Bedeutung kommt der Weiterentwicklung der branchenspezifischen Lösungen zu.
Über alle Geschäftsbereiche hinweg sollen die Mitglieder von der AGKAMED-Kompetenz
und den angebotenen Lösungen profitieren können. Damit kann die Einkaufsgemeinschaft
einen aktiven Beitrag zum Erfolg ihrer Mitgliedshäuser leisten. Mit ihrem Anspruch auf
Qualitätssicherung in allen Bereichen und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann die AGKAMED ihre Position als eine der führenden Einkaufsgemeinschaften
nachhaltig weiter ausbauen.
10|Kontinuität an der Spitze
11|Wahl der Aufsichtsratsvorsitzenden
12|Breiter Konsens für organisatorische Veränderung
13|Strategischer Einkauf:
Eine Sache für Profis
14|Führend bleiben –
in Qualität und Innovation
Wichtigstes Ziel bleibt, unsere Mitgliedshäuser nachhaltig zu unterstützen: In der
kosteneffizienten Versorgung mit qualitativ hochwertigen Materialien und Equipment.
Im Austausch von Know-how und in der Optimierung von Prozessen, dem Faktor, der Krankenhäuser zukunftsfähig macht. Daran arbeiten wir – und laden alle Verantwortlichen aus
unseren Mitgliedshäusern ein, diesen Prozess aktiv mitzugestalten!
Dr. Oliver Gründel
15|Neue Mitarbeiter in der AGKAMED
16|Vergaberecht intensiv für Bieter:
„Die Erstellung eines wertbaren Angebots ist kein
Hexenwerk“
26|News
28|Höhere Überlebenschance durch Gehirnkühlung
29|AGKAMED Lieferantenbewertung 2014
30|Abschied von Peter Tussing
30|Golfen als Therapie:
Saisonstart für ein spezielles Behandlungsangebot
31|Von Präsentation bis Fachtreffen: Raum für Events
32|Terminkalender
Seminare der AGKAMED Akademie
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Kurier
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05
Neue Struktur für
umfassende Betreuung
Personell verstärkt und mit neu gestalteter Organisationsstruktur zeigt sich die
AGKAMED seit Anfang April 2015. Gründe für die organisatorischen Schritte und Ziele
der Maßnahmen erklärt Geschäftsführer Dr. Oliver Gründel im Interview mit dem
AGKAMED Kurier.
Dr. Oliver Gründel,
Geschäftsführer der
AGKAMED GmbH
AGKAMED Kurier: Was sind die Gründe für die jüngsten organisatorischen
Veränderungen in der AGKAMED?
Dr. Oliver Gründel: Nach dem Ausscheiden meines Geschäftsführerkollegen, Dr. Volker de Vry, haben wir die bereits begonnene Neukonzeption der
Organisationsstrukturen weiter fortgesetzt und die Aufgaben innerhalb
der Abteilungen neu strukturiert.
So haben wir Adam Pawelek mit der Gesamtleitung der bisher getrennten
Einkaufsabteilungen Verbrauchsgüter und Investitionsgüter / Projektmanagement beauftragt. Mit der Zusammenlegung der beiden Abteilungen
werden die Entscheidungswege verkürzt - dadurch kann wesentlich schneller
und effizienter gehandelt und Synergien zwischen den Verbrauchs- und
Investitionsgütern besser genutzt werden.
Die optimale Mitgliederbetreuung und das weitere Wachstum des Unternehmens werden mit dem Vertriebsexperten, Meinolf Köhn, garantiert.
Er wird die künftige Entwicklung der Abteilung Mitgliedsmanagement
den unterschiedlichen Anforderungen anpassen – als Fundament einer
erfolgreichen Kooperation mit den Mitarbeitern der angeschlossenen
Mitgliedseinrichtungen.
Andreas Senft ist wieder mit der Leitung der Abteilung Klinisches
Prozessmanagement beauftragt worden, damit effiziente und kundenorientierte Lösungen zur Weiterentwicklung des Infoportals, des
e-Procurement-Systems und die Implementierung der Schnittstellen zu
AMOR3 und SAP generiert werden können.
AGKAMED Kurier: Welchen Einfluss hat die Marktentwicklung auf die
organisatorischen Veränderungen in der AGKAMED?
Dr. Oliver Gründel: Organisationsstrukturen orientieren sich insbesondere an den Anforderungen, die der Krankenhausmarkt an uns stellt. Zur
Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit soll eine zielgerichtete Optimierung ganzheitlicher Prozesse die Mitarbeiter in die Lage versetzen, sowohl
für unsere Mitglieder als auch für unsere Vertragspartner in kurzer Zeit
konkrete Ergebnisse umzusetzen und somit die Effizienz im gesamten
Beschaffungsprozess zu steigern.
Aus diesem Grund haben wir uns mit einem Vertriebsspezialisten verstärkt, der über exzellente Kenntnisse des Gesundheitsmarktes verfügt.
Davon erwarten wir positive Impulse, sowohl in der Akquise, als auch in
der optimalen, individuellen Vor-Ort-Betreuung unserer Mitgliedskrankenhäuser.
AGKAMED Kurier: Wenn wir das Leistungsspektrum der AGKAMED betrachten, von der AGKAMED Akademie bis zum strategischen Einkauf: Nutzen
die Mitgliedshäuser eigentlich die Angebote der AGKAMED voll aus?
Dr. Oliver Gründel: Hier liegen unterschiedliche Erfahrungen vor. Auf der
einen Seite haben wir Mitglieder, die nur ein bestimmtes Leistungsspektrum
im Einkauf nutzen und somit die Vorteile aus den Einkaufskonditionen. Auf
der anderen Seite sind die Mitglieder, die sich permanent auch auf allen
Ebenen aktiv einbringen und so zum qualitativen Wachstum der AGKAMED
wichtige Beiträge liefern.
Unsere Fachtreffen werden derzeit von rund 60 % der Mitglieder
frequentiert. Damit dieses Engagement eine breitere Basis bekommt,
müssen wir vor Ort in den Häusern Informationsarbeit leisten, um die
komplette Bandbreite des Leistungsspektrums und die Vorteile der intensiveren Kooperation deutlicher darzustellen. Dabei geht es auch darum,
individuell auf einzelne Mitglieder zugeschnittene Konzepte umzusetzen.
Dienstleistung heißt für uns: Umfassend betreuen.
AGKAMED Kurier: Die Situation in der Beschaffung von Investitionsgütern zeigt: Es gibt immer noch Spielraum für eine intensivere Beteiligung
von Mitgliedshäusern am gemeinsamen Einkauf. Wie kann das verbessert
werden?
Dr. Oliver Gründel: Da sehe ich mehrere Ansatzpunkte. Die Beschaffung
hochwertiger Investitionsgüter ist eine Herausforderung, bedingt technisches und kaufmännisches Know-how und ist Voraussetzung für eine
qualitativ hochwertige Patientenbetreuung. Oftmals wird der Einkauf zu
spät zur Optimierung von Leistung und Kosten eingebunden – somit wird
dann auch die Dienstleistung der AKGAMED nicht in Anspruch genommen.
Wenn man gemeinsam einkaufen will, muss man längere Abstimmungsphasen in Kauf nehmen. Gerade die Beschaffung komplexer und hoch
anspruchsvoller medizintechnischer Geräte ist ein sensibles Aufgabengebiet
im Krankenhaus, das einer längerfristigen Planung bedarf. Aufgrund der
verschärften Kostensituation sind jedoch viele Häuser dazu übergegangen,
kurzfristig zu planen.
Als Einkaufsgemeinschaft bieten wir Unterstützung und optimieren
die Prozesse im Einkauf unter Beachtung der Vorgaben des Medizinproduktegesetzes (MPG). Die Erwartungshaltung unserer Mitglieder bezieht
auch das Angebot moderner Beschaffungs- und Finanzierungskonzepte
mit ein, wie zum Beispiel das pay-per-use-Modell für Investitionsgüter, bei
dem Geräte, Service und Verbrauchsmaterialien, ausgehandelt auf Basis
unserer AGKAMED-Preise, im Klinikbetrieb kosteneffizient genutzt werden.
AGKAMED und Beratungskompetenz
AGKAMED Kurier: Warum wird das Know-how und die Beratungskompetenz der AGKAMED nicht breiter und intensiver genutzt?
Dr. Oliver Gründel: Das hat einen einfachen Grund: Weil wir in der Vergangenheit dieses Leistungsangebot nicht stark genug fokussiert haben.
Es wird ein wichtiger Aspekt der Mitgliedsbetreuung werden, dass wir
deutlich machen, in welchem Rahmen das Know-how und die Beratungskompetenz der AGKAMED in unseren Mitgliedshäusern sinnvoll genutzt
werden kann.
Der Erfolg unseres Dienstleistungsangebotes ist in steigendem Maße
vom Dialog zwischen der AGKAMED und den Mitgliedshäusern abhängig.
Zudem bezieht die Beratungsarbeit eine Kompetenzerweiterung in Richtung professionelle Beratung mit ein, basierend auf praxiserprobtem und
theoretisch fundiertem Wissen. Im Spannungsfeld von sich schnell verändernden wirtschaftlichen Bedingungen werden flexible, auf den jeweiligen
Bedarf zugeschnittene und nachhaltige Lösungen benötigt. Das wollen
wir mit unserem Angebot erreichen – Vertrauen unserer Mitglieder in
die Beratungskompetenz der AGKAMED.
Ein Beispiel für optimierte Beratung ist die krankenhausübergreifende
Standardisierung. Dazu müssen wir es schaffen, mit einer größeren Zahl
von Mitgliedshäusern Standards zu vereinbaren. Prädestiniert für einen
solchen Ansatz ist der medizinische Sachbedarf. Die Deckung dieses Bedarfs
wird in den Krankenhäusern noch sehr unterschiedlich gehandhabt. In
einer verstärkten Standardisierung, also der weiteren Beschränkung auf
einen gemeinsamen Nenner bei Produkten und Anbietern, steckt noch
enormes Sparpotenzial. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, den Einkauf
auf DRG-bezogene Basis zu stellen und somit verschiedene DRG-Parameter
in unterschiedlichen Häusern zu vergleichen, besonders im Hinblick auf
Materialverbrauch und vergleichbare Materialien verschiedener Hersteller.
Das Zahlenmaterial, das uns als Einkaufsgemeinschaft vorliegt, bildet das
Know-how und das Potenzial für Einkaufsoptimierung.
AGKAMED Kurier: Die Botschaft ist klar: Know-how ist in breitem Umfang
vorhanden – es muss nur abgerufen und zielgerichtet genutzt werden.
Dr. Oliver Gründel: Auch ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich des
Mitgliedsmanagements, diese Stärke der AGKAMED in den Mitgliedshäusern zu kommunizieren und damit die Umsetzung komplexer Projekte
voranzutreiben. Eine engere Verzahnung zwischen den Abteilungen
Mitgliedsmanagement und Prozessmanagement wird diese Entwicklung
zusätzlich unterstützen.
Das Ziel der Neuorganisation der AGKAMED ist klar umrissen:
Die Leistungen der AGKAMED noch deutlicher als bisher darstellen. Den
individuellen Nutzen der Mitgliedshäuser klar aufzeigen. Die Bedeutung
der Gemeinschaft, des gemeinsamen Vorgehens bei der Optimierung von
Prozessen und im Einkauf, immer wieder hervorheben. Unser Know-how
ist führend – zum Beispiel im Bereich der Ausschreibungen für öffentlichrechtliche Krankenhäuser. Wir wollen unsere Position als einer der TopAnbieter für Einkaufsleistungen im deutschen Markt weiter ausbauen. Und
dabei besonders den Aspekt der Qualität und medizinisches Fachwissen
im Fokus behalten – denn die Mediziner bleiben in der AGKAMED wichtige
Entscheidungsträger bei allen Einkaufsfragen.
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Wir kümmern uns
Die Betreuung der Mitgliedskrankenhäuser weiter zu verbessern – das ist eines der
wichtigsten Ziele der Neuorganisation der AGKAMED.
Meinolf Köhn organisiert das
Mitgliedsmanagement neu
Zu diesem Zweck hat sich die Einkaufsgemeinschaft verstärkt. Mit Meinolf Köhn
konnte ein erfahrener Spezialist in den Bereichen Vertrieb, Marketing und
Kundenbeziehungsmanagement gewonnen werden.
Er wird die Betreuung der Mitgliedshäuser in Zukunft koordinieren und mit seiner
Erfahrung aus dem Vertrieb Impulse setzen. Was Meinolf Köhn mit dem Team
der Abteilung Mitgliedsmanagement in Zukunft bewegen will, haben wir in einem
Interview hinterfragt.
AGKAMED Kurier: Herr Köhn, Sie sind Spezialist für Marketing und
Vertrieb. Was kann ein Vertriebsspezialist in einer Einkaufsgemeinschaft
bewirken, die eigentlich keine Produkte vertreibt?
Meinolf Köhn: Die AGKAMED hat sehr wohl Leistungen, die sie produziert.
Die Kernkompetenz des Unternehmens, die „produziert“ wird, ist Einkaufsoptimierung. Das Mitgliedsmanagement muss diese Leistung entsprechend
dem alten Marketinggrundsatz „Tue Gutes und rede darüber“ an unsere
Mitglieder kommunizieren. Wir sind verpflichtet, die Vorzüge, Stärken
und Leistungen, die das Unternehmen hat, zunächst noch einmal klar zu
definieren, um diese sowohl den bestehenden Mitgliedern als auch neuen
Krankenhäusern und Interessenten deutlich darzustellen.
AGKAMED Kurier: Worin bestehen Ihrer Meinung nach die Stärken und
besonderen Leistungen der AGKAMED?
Meinolf Köhn: Da ist auf der einen Seite die Kompetenz zur Einkaufsoptimierung. Dazu kommen die vielen Projektthemen wie Produktstandardisierung und Lieferantenbündelung in vielen Kernbereichen wie
z. B. Kardiologie, Endoprothetik, Medizintechnikbeschaffung bis hin
zu Großgeräten, Vergaberechts-Know-how, IT-Anbindung an diverse
Materialwirtschaftssysteme. Auf der anderen Seite sind da aber auch
die Werte der AGKAMED, wie eine hohe Reputation, Kontinuität in der
Zusammenarbeit mit ihren Gesellschaftern, nicht profitorientiert –
all die Werte und Prinzipien, für die die AGKAMED seit gut 20 Jahren
steht – so etwas wie die DNA der AGKAMED!
AGKAMED Kurier: Wenn wir das Thema Vertrieb betrachten, ist das
klassische Ziel des Vertrieblers, seinen Kunden den Nutzen des Produktes
oder der Leistungen zu vermitteln. Was ist denn bei der AGKAMED der
wichtigste Nutzen, den ein Krankenhaus haben kann?
AGKAMED Kurier: Auf der einen Seite sind die Mitgliedshäuser Kunden,
auf der anderen Seite ist Engagement der Mitgliedshäuser wichtig für die
Entwicklung der Organisation. Wie gehen Sie mit dieser Divergenz, Kunde
und engagiertes Mitgliedskrankenhaus, um?
Meinolf Köhn: Da ist zunächst die Kompetenz, die aus den Mitgliedshäusern heraus gewachsen ist, die in die Einkaufsentscheidungen und
Vertragsgestaltungen eingebunden sind. Aus dieser Kompetenz entstehen
definierte Produktwarenkörbe, Konditionen und eine Transparenz in Bezug
auf den Nutzen in der jeweiligen Krankenhaus-Organisation. Hinzu kommt,
dass wir hier in der AGKAMED wertvolles weiteres Know-how vorhalten.
Dazu gehört speziell für die öffentlich-rechtlich organisierten Häuser
unsere Kernkompetenz im Ausschreibungsrecht. Ein weiterer wichtiger
Eckpfeiler ist die Ausrichtung der AGKAMED als nicht profitorientierte
Organisation, also dass große Teile der Erlöse wieder in Form von Boni an
die Mitgliedshäuser zurückfließen.
Eine Stärke der AGKAMED kann man nicht oft genug betonen: Das ist
der Anspruch an Qualität. Mit diesem Anspruch sind wir in der AGKAMED im
aktuellen Umfeld des Marktes mit seinen ökonomischen Zwängen deutlich
auf dem richtigen Weg.
Selbst im Programm der aktuellen Bundesregierung gibt es einen Passus zum Thema „Veränderung und Ausbau des Qualitätsmanagements“. In
Fachkreisen wird das „Pay for Performance“ genannt. Das Streben nach
maximaler Qualität bei möglichst günstigen Beschaffungsbedingungen
nimmt diesen Ansatz bereits vorweg – eine gute Ausgangsposition für
unsere zukünftige Entwicklung.
Meinolf Köhn: Ich sehe diese Diskrepanz nicht. Wenn ich mir eine aktive
Demokratie als Staatsform betrachte, dann muss ich Engagement einfordern, um einen entsprechenden Effekt zu erzielen. Das bedeutet auf
die AGKAMED übertragen, alle Mitglieder, die sich in die Gemeinschaft
einbringen, profitieren von Vorteilen. Ich glaube, dass wir den Mitgliedshäusern die Kausalkette zwischen Engagement in der Mitgliedschaft und
den Vorteilen und Nutzen, die der Gemeinschaft und damit dem einzelnen
Mitgliedskrankenhaus entstehen, noch deutlicher und intensiver darstellen
müssen. Das ist ein Geben und Nehmen, ein partnerschaftlicher Austausch.
AGKAMED Kurier: Sie zeichnen damit im Prinzip die moderne Sicht
einer Unternehmen-Kunden-Beziehung.
Meinolf Köhn: Absolut. Die AGKAMED ist ja ein Intermedium zwischen dem
Lieferanten, also Hersteller und Händler, und dem Kunden Krankenhaus,
der Produkte einsetzt. Um unsere Stärken hier voll auszuspielen, werden
wir die Kommunikation zu den Mitgliedern intensivieren. Hier verfolgen
wir zwei Zielrichtungen: Die Pflege der bestehenden Beziehungen zu Mitgliedshäusern werden wir aktiver gestalten, und neue Kunden wollen wir
natürlich auch hinzugewinnen.
AGKAMED Kurier: Was ist Ihre wichtigste Botschaft in Ihrer neuen
Position an die Mitgliedshäuser?
Meinolf Köhn: Im Mittelalter gab es eine Tätigkeit, die heute fast in
Vergessenheit geraten ist. Das war die Tätigkeit des „Kümmerers“. Mein
zentrales Versprechen an unsere Mitgliedshäuser ist: „Wir kümmern uns“,
um Ihre Bedürfnisse, um Ihre Fragen, um Ihre Herausforderungen. Wir werden aktiv auf unsere Mitgliedskrankenhäuser zugehen, damit die Stärken,
die wir im Einkauf und der Prozessoptimierung erarbeitet haben, allen
Mitgliedern zugänglich sind und genutzt werden können – d. h. unsere
Mitglieder sollen möglichst umfangreich von den Leistungen der AGKAMED
profitieren, um für ihre Organisationen den größtmöglichen Nutzen zu
erzielen!
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Kurier
No 25
05/2015
Strategischer Einkauf:
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Abteilung Prozessmanagement:
Synergien besser nutzen
Besser vernetzt
Andreas Senft
Leiter der Abteilung klinisches
Prozessmanagement
Adam Pawelek
Gesamtleitung
Klinischer Einkauf
Mit der Neuorganisation rücken
auch die beiden Fachabteilungen
des Einkaufs für Verbrauchsund Investitionsgüter näher
zusammen. Unter der Leitung von
Adam Pawelek werden Prozesse
besser auf die Bedürfnisse der
Mitgliedshäuser abgestimmt.
Bisher waren der Einkauf von medizinischem
Sachbedarf und die Beschaffung von Investitionsgütern in der AGKAMED Fachbereiche mit
eigener Ausrichtung. Von einer engeren internen Kooperation der beiden Fachabteilungen
verspricht sich der Leiter des Gesamteinkaufs,
Adam Pawelek, eine Vielzahl von Vorteilen.
„Im Bereich des Einkaufs für Investitionsgüter
haben wir in der Vergangenheit bereits Prozesse verändert, um Projekte nach bestimmten
Schemata optimal abwickeln zu können“, erklärt
Adam Pawelek die Ausgangssituation. „Das ist
eingeführt und erprobt. Aus diesen Erfahrungen
heraus können wir diese Prozesse nun im Bereich
des Einkaufs für Sachbedarf angleichen. Durch
die Vielzahl der Rahmenverträge und komplexe
Rabattsysteme muss die Arbeitsorganisation
verändert werden, damit die Mitarbeiter schneller auf Anfragen der Krankenhäuser reagieren
können.“
Eine der wichtigsten Neuerungen wird sein, eine
Spezialsoftware, die bisher nur für den Bereich
der Beschaffung von Investitionsgütern eingesetzt wurde, zur Verwaltung von Rahmenverträgen auch im Einkauf für Verbrauchsgüter und zur
Abstimmung mit dem Mitgliedsmanagement zu
nutzen. Mit dieser Software kann eine starke Prozessstandardisierung eingeführt werden, damit
zukünftig die Anfragen der Mitglieder systematisch und schneller bearbeitet werden können.
Zusätzlich wird derzeit untersucht, an welchen
Stellen wir Prozesse sinnvoll automatisieren
können, um effektivere Ergebnisse zu erzielen.
pro Jahr durch. Daher verfügen wir über eine
besonders gute vergaberechtliche Expertise.
Mit der Zusammenführung des Einkaufs wird
die Ausschreibung eines Rahmenvertrages für
Verbrauchsgüter durch ein Team aus Experten
in den jeweiligen Bereichen durchgeführt“, beschreibt Pawelek die neue Vorgehensweise.
Der Informationsaustausch im Sinne der reibungslosen Abwicklung von Projekten wird durch
diese Maßnahmen erheblich verbessert.
Gemäß dem Motto: „Lieber 80 % jetzt als 100 %
nie“, wurden erste organisatorische Änderungen
bereits umgesetzt.
Kooperation mit dem
Mitgliedsmanagement: Wissen, was
Krankenhäuser brauchen
Eine weitere Optimierung soll auch die Analyse
des Bedarfs in den Mitgliedshäusern erfahren.
Welche Anforderungen an den Einkauf vor Ort
gestellt werden, welche Produkte für das jeweilige
Mitgliedshaus von besonderer Bedeutung sind
– diese Informationen werden zwischen beiden
Abteilungen in Zukunft intensiver ausgetauscht,
um standardisierte Abläufe besser implementieren zu können.
Adam Paweleks Wunsch an die Mitgliedshäuser:
Mehr Verbindlichkeit im Einkauf der einzelnen
Mitglieder und ein stärkerer Gemeinschaftsgedanke in den einzelnen Häusern.
Expertise gemeinsam nutzen
Ein weiterer Vorteil der engeren Kooperation wird
die Abwicklung von Ausschreibungen sein. „Es ist
jetzt bereits so, dass die Rahmenverträge für
kommunale Häuser europaweit ausgeschrieben
werden müssen“, erklärt Adam Pawelek. Früher hat
jede Abteilung Ausschreibungen intern bearbeitet. „Im Bereich der Investitionsgüter führen wir
derzeit über 80 europaweite Ausschreibungen
Wir müssen wieder enger zusammenrücken
und uns als ein Team sehen. Nur so wird es
funktionieren!
Die Abteilung Prozessmanagement
der AGKAMED wird seit 1. April 2015
wieder von Andreas Senft geleitet. Die
Aufgaben der Abteilung sind komplex
und haben ein wichtiges Ziel: Bessere
Vernetzung von Daten, Informationen
und Prozessbeteiligten.
Andreas Senft stellt sich der Herausforderung
und leitet seit April wieder das Prozessmanagement, also die Koordination von Schnittstellen zu
Materialwirtschaftssystemen, E-ProcurementSystemen und Logistik. Neu hinzu kommt die
Aufgabe, die IT-Projekte in den Mitgliedshäusern mit den Systemen in der Industrie und der
AGKAMED optimal zu vernetzen. Bei dieser Aufgabe erhält Senft Unterstützung sowohl von
internen als auch externen Mitarbeitern.
„In der neuen Besetzung streben wir eine stärkere Verzahnung unserer Leistungen mit dem
Mitgliedsmanagement und den Abteilungen Klinischer Einkauf an“, erläutert Senft seine Zielsetzung. Pluspunkt für Andreas Senft: Er verfügt
über Erfahrungen aus beiden Abteilungen und
kann somit verschiedene Arbeitsabläufe durch
optimale Unterstützung strukturieren.
Enger kooperieren
Verzahnung bedeutet im Klartext: Bei der Entwicklung von Software wird durch engere Zusammenarbeit der Bedarf der einzelnen Abteilungen optimal analysiert und in der Umsetzung
berücksichtigt. Dies spielt eine wichtige Rolle
beispielsweise für spezielle Auswertungs-Tools für
Anwender oder Unterstützung von CRM-Lösungen
im Außendienst.
Parallel zu diesen Aufgaben ist ein weiterer
Schwerpunkt, das InfoPortal weiterzuentwickeln. Auch hier wird an neuen Funktionen zur
Auswertung von Daten gearbeitet, die es den
Anwendern in Zukunft erleichtern werden, vorhandene Informationen komfortabler und effizienter zu nutzen.
E-Procurement auf dem Vormarsch
„Wir haben viele Häuser gewinnen können, die
sich am E-Procurement beteiligen,“ beschreibt
Andreas Senft die aktuelle Situation in diesem
Bereich. Es hat in den vergangenen Monaten
Verschiebungen zu Gunsten eines Systems gegeben, die wir unterstützt haben. Diese Arbeit
ist die Basis für die Prozesse und Projekte, die
wir gemeinsam mit den Partnern in der Industrie
aufsetzen wollen. Ziel bleibt, alle Mitgliedshäuser
an E-Procurement-Systeme anzudocken. Neue
Mitglieder beraten und unterstützen wir bei der
Einrichtung des durchgängigen elektronischen
Ablaufs.“
Schnittstelle zu allen Fachbereichen
Innerhalb der AGKAMED ist die Abteilung Prozessmanagement als Schnittstelle zwischen
allen Fachbereichen aufgestellt. Das Bestreben
geht dahin, Insellösungen für erfasste Daten
und Informationen zusammenzufassen und
damit allen Abteilungen besser und schneller
zugänglich zu machen. „Das erfordert engen
Kontakt zu und Kooperation mit allen Abteilungen,“ erklärt Senft diese Aufgabe. Das reicht von
der Adressdatenbank des Sekretariats bis hin
zur Material­wirtschaft des Einkaufs und dem
Controlling. Im Kontakt zu den Mitgliedshäusern sollen alle relevanten Informationen, von
Stammdaten bis zur Kalenderverwaltung der
AGKAMED-Veranstaltungen, zukünftig ebenfalls
besser datenbankbasiert kommuniziert werden.
Größtes Projekt aktuell: Alle Stammdaten der
Anbieter in einem Katalogsystem zu bündeln
und abzubilden, um die Verfügbarkeit für alle
Mitgliedshäuser optimal zu gewährleisten.
Um die technischen Neuerungen besser zu kommunizieren, wird die Abteilung auch auf einer
weiteren Ebene aktiv: In Arbeitsgruppen werden
Anwendern die vorhandenen Möglichkeiten des
InfoPortals intensiv demonstriert und nahegebracht, um die Nutzung dieses Instruments
in Zukunft deutlich zu intensivieren und somit
Prozessoptimierung auch sinnvoll umzusetzen.
Um die optimierte Nutzung des InfoPortals 3
durch die Mitgliedshäuser von Beginn an zu
gewährleisten, wird ab sofort die Schulung auf
drei Tage vor Ort ausgedehnt. In diesen drei Tagen wird ein Mitarbeiter der AGKAMED mit dem
Mitgliedshaus intensiv an der Aktivierung der
Schnittstelle arbeiten. Gemeinsam werden die
Lieferanten gemappt, die Verträge gezeichnet,
das Artikelmapping durchgeführt und die Preise
aus dem InfoPortal 3 in das Materialwirtschaftsprogramm des Mitgliedshauses übernommen.
Nach den drei Tagen sollten die Mitarbeiter der
Mitgliedshäuser eine hohe Routine erworben
haben, so dass die restlichen Aufgaben ohne
die Unterstützung der AGKAMED durchgeführt
werden können.
Dieses zusätzliche Angebot bietet die AGKAMED
den Mitgliedern ohne Mehrkosten an.
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Kurier
No 25
05/2015
Neuwahlen des Aufsichtsrats der AGKAMED Holding GmbH
Kurier
No 25
05/2015
Eine Veränderung ergab sich im Bereich der Pharmazie. Der
bisherige Fachaufsichtsrat, Peter Tussing, Chefapotheker
des St. Josefskrankenhauses in Freiburg, der über einen
langen Zeitraum engagiert die Interessen der Apotheker
in der AGKAMED vertreten hat, ist auf eigenen Wunsch
nicht mehr zur Wahl angetreten und schied damit aus dem
Aufsichtsrat aus. An dieser Stelle bedankt sich die AGKAMED
herzlich für den langjährigen Einsatz und die sehr gute
Zusammenarbeit.
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Heinz D. Diste
Michael Prostmeier
Ulrich Scheer
Martin Bochen
Prof. Dr. Johannes Schmidt
Der Nachfolger von Peter Tussing wurde während des Treffens der Apotheker am 02.12.2014 gewählt.
Die Wahl konnte Martin Bochen, Leiter der Apotheke am
St. Vincenz-Krankenhaus GmbH in Paderborn, für sich entscheiden. Er fungiert in den kommenden drei Jahren als
Fachaufsichtsrat für den Bereich Pharmazie.
Alle Fachaufsichtsräte wurden in der 9. Gesellschafterversammlung einstimmig bestätigt.
Kontinuität an der Spitze
Turnusgemäß stand nach dreijähriger Amtsperiode
die Wahl der Aufsichtsräte der AGKAMED Holding
GmbH ins Haus. Aus diesem Anlass trat die
Gesellschafterversammlung am 05.12.2014 zusammen.
Der neue Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:
• Heinz D. Diste, Geschäftsführer der Contilia GmbH, Essen
• Richard Kreutzer, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken GmbH,
Wetzlar
• Michael Prostmeier, Vorstand der Kreiskliniken Altötting-Burghausen
Die Wahl wurde zur Bestätigung des Engagements und • Ulrich Scheer, Kaufm. Geschäftsführer der ckt. - Christliche
der geleisteten Arbeit des bisher amtierenden Gremiums. Krankenhaus-Träger GmbH, Emsdetten
Nach zwei Wahldurchgängen wurden aus den Reihen der • Gabriele Wolter, Geschäftsführerin des Städt. Klinikums
Brandenburg GmbH
Gesellschafter die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder
wieder gewählt.
Im Vorfeld der Aufsichtsratswahl wurden bereits am 06.11.2014 bei einem
Fachtreffen die beiden Fachaufsichtsräte des Bereichs Medizin gewählt.
Auch hier traten beide Fachaufsichtsräte wieder zur Wahl an und wurden
in ihrer Position bestätigt:
• Prof. Dr. Johannes Schmidt - Ärztlicher Direktor und Chefarzt der
Chirurgischen Klinik I Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am
Krankenhaus Landshut-Achdorf
• Dr. Hermann J. Schmitz - Leitender Oberarzt der Klinik für
Kardiologie am Evang. Krankenhaus Bergisch Gladbach gGmbH
Wahl der Aufsichtsratsvorsitzenden
Auch an der Spitze des Aufsichtsrats der AGKAMED Holding
herrscht Konsens für Kontinuität. Bei seiner Sitzung im
Februar 2015 wählte der Aufsichtsrat der AGKAMED Holding
GmbH erneut Gabriele Wolter in den Vorsitz des Gremiums.
Die bisherigen Stellvertreter, Richard Kreutzer und
Dr. Hermann J. Schmitz, wurden ebenfalls in ihren Ämtern
bestätigt.
Gabriele Wolter
Vorsitzende
Wir gratulieren allen Mitgliedern des Aufsichtsrates und
freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit!
Richard Kreutzer
Stellv. Vorsitzender
Dr. Hermann J. Schmitz
Stellv. Vorsitzender
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Kurier
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Kurier
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Richard Kreutzer
Stellv. Vorsitzender
Neuorganisation und die Rolle des Aufsichtsrats
Breiter Konsens für
organisatorische Veränderung
Strategischer Einkauf:
Eine Sache für Profis
Gabriele Wolter
Vorsitzende
AGKAMED Kurier: Welchen Anteil hat der Aufsichtsrat an den Neuerungen in der Organisation
der AGKAMED?
AGKAMED Kurier: Also wird die Neuorgani­
sation von den Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat getragen und unterstützt?
Gabriele Wolter: Ein Ausgangspunkt der Neuorganisation in der AGKAMED war eine Strategietagung im vergangenen Jahr. Bei dieser Tagung
haben wir miteinander beraten, wie wir die
zukünftige Entwicklung der AGKAMED gestalten.
Auf Basis der Ergebnisse dieser Strategietagung
hat dann die Geschäftsführung entsprechende
Konzepte erarbeitet, die wir zunächst intensiv in
unseren Aufsichtsratssitzungen diskutiert haben.
In der Phase der Strategiefindung waren wir
natürlich auch mit den personellen Veränderungen in der AGKAMED konfrontiert. Dazu gehörten
die Struktur der Geschäftsführung ebenso wie
die „Staffelstabübergabe“ von Herrn Tussing an
Herrn Franz im Kompetenz-Center Pharmazie.
Wir haben uns im vergangenen Jahr auf einige
neue, wichtige strategische Eckpunkte geeinigt.
Bei der Aufnahme neuer Mitgliedshäuser legen
wir weiterhin großen Wert auf die Qualität neuer
Kliniken. Die AGKAMED macht einen ersten Schritt
hin zu sinnvollen Kooperationen – wie das Beispiel
der Zusammenarbeit im Bereich der Beschaffung
von Lebensmitteln mit der P.E.G. zeigt.
Auf der Ebene der Abteilungen innerhalb der
AGKAMED, sowohl im Einkauf als auch im Bereich
der Mitgliederbetreuung, bauen wir in Zukunft
mehr auf die Verteilung der Aufgaben innerhalb
der bestehenden Teams.
Diese Entwicklung hat auch dazu geführt, die
Geschäftsführung nicht mehr als Doppelspitze
weiterzuführen, sondern auch die Organisation
in der Zentrale entsprechend umzugestalten.
Gabriele Wolter: Der Aufsichtsrat und damit
das Gremium der Mitgliedshäuser stehen
geschlossen hinter diesen Entscheidungen. Es
ist sogar ausdrücklich unser Auftrag an die
Gesellschaft gewesen, die AGKAMED in dieser Form
neu aufzustellen. In diese Richtung zielen auch
künftige Kooperationen, die überall da entstehen
können, wo partnerschaftliche Zusammenarbeit
und das gemeinsame Ziel kosteneffizienten Einkaufs realisiert werden können. Davon wird die
gesamte Gemeinschaft profitieren.
AGKAMED Kurier: Welchen Stellenwert wird
der Gemeinschaftsgedanke in dieser Strategie
haben?
Gabriele Wolter: Je stärker die Gemeinschaft
wächst, umso stärker müsste man einfordern
können, dass sich die Mitglieder aktiv an Prozessen und Entscheidungen beteiligen. Mit
zunehmender Größe der AGKAMED spielen sich
die Beziehungen immer weniger auf der persönlichen Ebene ab. Daher ist uns die Qualität
des Engagements in der Gemeinschaft wichtig.
AGKAMED Kurier: Wie bewerten Sie das neue
Engagement im Mitgliedsmanagement?
Gabriele Wolter: Das ist ein sehr wichtiger
Schritt. Wir brauchen jemanden vor Ort in den
Mitgliedshäusern, der immer wieder erklärt, wie
breit das Spektrum der Leistungen der AGKAMED
wirklich ist und in welchen Bereichen die
AGKAMED Beratung und Unterstützung bieten
kann.
Wir bearbeiten sehr wichtige Themen in der
AGKAMED. In der Wahrnehmung der Gesellschafter
ist die AGKAMED jedoch zu oft reduziert auf den
Bereich des Einkaufs. Unser Einsatz in anderen
Bereichen, die uns in den Krankenhäusern sinnvoll bei der Verbesserung von Prozessen unterstützen können, wird zu selten wahrgenommen.
Um diese Stärke besser bei den Mitgliedern ins
Bewusstsein zu rücken, brauchen wir die neuen
Impulse im Mitgliedsmanagement. Das gesamte
Portfolio, das wir in den vergangenen Jahren
entwickelt haben, muss vor Ort wesentlich deutlicher kommuniziert werden – gegenüber allen
Beteiligten in Mitgliedshäusern und besonders
in Richtung der Geschäftsführer.
AGKAMED Kurier: Welche sind Ihrer Meinung
nach die wichtigsten Ziele der Neuorganisation?
Gabriele Wolter: Eines der wichtigsten Ziele
wird sein, Kooperationspartner zu finden, um die
Einkaufsvolumina deutlich steigern zu können.
Daher sind wir offen für die Aufnahme von großen, gut aufgestellten Kliniken, die zu unserem
Leistungsspektrum passen.
Ein weiteres Ziel ist die Pflege der guten,
kollegialen und vertrauensvollen Zusammenarbeit unter den Gesellschaftern. Das schafft man
eben nur über eine gut aufgestellte Mitgliederbetreuung.
Bei der Neuorganisation der AGKAMED hatte der Aufsichtsrat
als Gremium und Interessenvertretung der Mitgliedshäuser eine
gestaltende Rolle. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats,
Richard Kreutzer, erklärt Details dieser Entwicklung aus seiner Sicht
als Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken.
AGKAMED Kurier: Im Aufsichtsrat hat es entscheidende Impulse zu organisatorischen Veränderungen gegeben. Auf welcher Grundlage kamen
diese Empfehlungen zustande?
Richard Kreutzer: Der Aufsichtsrat hat zwei
Aufgaben: Aufsicht und Rat. Unsere Beratungen
haben sich daher auch mit der Organisation
befasst. Eine wichtige gemeinsame Grundlage
ist: Die Mitgliedshäuser müssen in der AGKAMED
im Fokus stehen. Und die Mitgliedshäuser müssen
das Gefühl haben, dass die Leitung der AGKAMED
sich um die Häuser kümmert.
Ein Faktor für die organisatorischen Veränderungen ist sicherlich der Markt der Einkaufsgemeinschaften in Deutschland, der sich
meiner Meinung nach in den kommenden Jahren
noch einmal neu strukturieren wird. In diesem
Marktumfeld muss die AGKAMED intern optimal
organisiert sein, um weiterhin erfolgreich arbeiten zu können.
AGKAMED Kurier: Welche Ziele werden mit der
Neuausrichtung verfolgt?
Richard Kreutzer: Die Stärken der AGKAMED
im strategischen Einkauf machen die Einkaufsgemeinschaft zum optimalen Partner für gut
aufgestellte Krankenhäuser mit Schwerpunktan-
geboten wie Kardiologie oder Endoprothetik. Hier
liegen Chancen für die AGKAMED, nachhaltig zu
wachsen. Mit zunehmender Gesamtgröße ergibt
sich dann noch einmal die Chance, in verschiedenen speziellen Bereichen Einsparungen zu
erzielen. Das bedeutet, dass man aufgrund der
Größe beispielsweise für Sonderprodukte und
durch Bündelung wiederum bessere Einkaufspreise verhandeln und erzielen kann.
AGKAMED Kurier: Aus Ihrer Sicht als Geschäftsführer – was sind die Stärken der AGKAMED in den
Leistungen für Krankenhäuser und wo besteht
Optimierungsbedarf?
Richard Kreutzer: Die AGKAMED sorgt dafür,
dass Krankenhäuser den großen Kostenfaktor
der Sachmittel im Griff behalten – und somit
Produkte und Leistungen von hoher Qualität zu
günstigen Preisen erhalten. Das ist eine Leistung, die ein einzelnes Haus allein, gleich welcher Größe, nicht leisten kann. Für diese Aufgabe
brauche ich Profis. Und diese Profis sitzen in der
AGKAMED. Das ist auch die Botschaft, das Angebot,
das die AGKAMED bestehenden Mitgliedshäusern
und interessierten Krankenhäusern aktiv nahebringen muss.
In der AGKAMED zeigt sich auch: Wenn sich
ein Krankenhaus aktiv in die gemeinschaftliche
Arbeit einbringt, ist der Gewinn und der Nutzen
höher als bei Häusern, die rein auf die Einsparungen im Einkauf setzen.
Es geht darum, innerhalb der Gemeinschaft
Gestaltungsspielraum zu nutzen. Das ist ein
Unterschied zu anderen Einkaufsgesellschaften, wo Produkte vorgegeben werden, Fachmediziner weniger Mitspracherecht haben und die
individuellen Bedürfnisse der einzelnen Häuser
weniger stark berücksichtigt werden. So erwarte
ich von meinen Mitarbeitern in den Lahn-DillKliniken, dass sie ihre eigenen Vorstellungen zum
Wohl der Patienten in die Arbeit der AGKAMEDFachgremien mit einbringen – ein Prinzip, das
der Gemeinschaft und damit jedem einzelnen
Krankenhaus zugute kommt.
AGKAMED Kurier: Wenn Sie einem Geschäftsführer die AGKAMED empfehlen – welche Punkte
sind für Sie von höchster Priorität?
Richard Kreutzer: Wir haben einen
hochwertigen Einkauf. Dahinter steht eine
hochwertige, leistungsfähige IT-Struktur. Als
Mitgliedshaus und damit Mit-Eigentümer der
AGKAMED sind Krankenhäuser zu 100 % am Erfolg
beteiligt – das sind Vorteile, die man besonders
hervorheben muss. Und der Grund, warum wir
auf die AGKAMED bauen.
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Kurier
No 25
05/2015
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No 25
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Neue Mitarbeiter in der AGKAMED
Führend bleiben –
in Qualität und Innovation
Dr. Hermann J. Schmitz
Stellv. Vorsitzender
Dr. Hermann J. Schmitz erfüllt als Fachaufsichtsrat eine besondere Funktion:
Er vermittelt sowohl die Interessen der Mitgliedshäuser als auch die
Anforderungen der Ärzteschaft an das Führungsgremium der AGKAMED. Was die
Neuorganisation für Mediziner in der AGKAMED bedeutet, haben wir in einem
Interview hinterfragt.
AGKAMED Kurier: Wie betrachten Sie die Neuorganisation der AGKAMED
aus der Sicht des Mediziners?
AGKAMED Kurier: Die Neuorganisation und die weitere Ausrichtung – welche Aspekte sind für die Tätigkeit der Mediziner in der Zukunft bedeutsam?
Dr. Hermann J. Schmitz: Der wichtigste Eckpunkt der AGKAMED-Philosophie bleibt bestehen und wird in Zukunft durch die organisatorischen
Verbesserungen noch unterstützt: Dass bei der Produktauswahl die Qualität
Priorität hat. Der Faktor Qualität ist nicht nur dem Ziel, die Patienten in
unseren Krankenhäusern gut zu behandeln angemessen, sondern auch als
Kriterium bei der Produktauswahl am ehesten konsensfähig. So wird die
Konzentration auf wenige hochwertige Artikel möglich, um dann durch
Bündelung große Einkaufsmengen generieren zu können. Für das Erzielen
günstiger Preise bzw. Konditionen ist die verbindliche Abnahme möglichst
großer Einkaufsvolumina entscheidend.
Damit die AGKAMED sich weiterhin im zunehmenden Wettbewerb der
großen medizinischen Einkaufsgemeinschaften behaupten kann, muss
gewährleistet sein, auch Innovationen zu attraktiven Konditionen anbieten
zu können. Gerade diese Produkte kommen zunächst hochpreisig in den
Markt und werden in der Regel von sogenannten Exzellenzkliniken als erste
und dann auch in größerer Menge eingesetzt. Ziel muss es sein, noch mehr
als bisher solche großen Krankenhäuser und damit große Einkaufsvolumina
für die AGKAMED zu gewinnen. Die Chance, günstigere Einkaufskonditionen
durch Mengenausweitung zu erzielen, gilt dann natürlich auch für alle
übrigen Produkte. Davon profitiert die ganze Gemeinschaft.
Dem Mitgliedsmanagement kommt dabei eine besondere Aufgabe zu: Das
Leistungsspektrum der AGKAMED nach außen optimal zu kommunizieren.
Innovationsfähigkeit ist neben dem hohen Qualitätslevel, das wir in der
AGKAMED bieten, ein wichtiges Kriterium, das zudem für das Renommee
der Einkaufsgemeinschaft am Markt prägend wirkt.
Dr. Hermann J. Schmitz: Wir haben unverändert als Ziel, hochwertige
Medizin zu günstigen Preiskonditionen zu ermöglichen. Die Qualität der
Produkte steht bei Einkaufsprozessen in allen Fachbereichen immer im
Fokus. Ein wichtiger Aspekt für die Zukunft ist aber auch die Gewährleistung
der medizinischen Versorgung, speziell wenn man den Medikamenten-Sektor
betrachtet. Gerade im globalisierten und deregulierten Pharmamarkt, mit
teils monopolistischen Produzenten in Fernost, wird die Bedeutung der
AGKAMED nicht nur im Aushandeln günstiger Preise liegen, sondern vielmehr
auch in der Sicherstellung der Belieferung. Hier bietet die vergrößerte
Marktmacht eines bereits exzellent aufgestellten Apotheken-Verbundes
deutliche Vorteile.
Für Ärzte ist es besonders wichtig, bei der Behandlung ihrer Patienten
die Entscheidungskompetenz im Hinblick auf die eingesetzten Produkte
behalten zu können. Nur so wird eine optimale Behandlungsführung zum
Wohle der Patienten möglich, bei gleichzeitiger Bereitschaft, die Verantwortung für den wirtschaftlichen Erfolg des eigenen Krankenhauses zu
sehen und zu übernehmen.
Mit dem strategischen Einkauf die Nutzung auch innovativer medizinischer Behandlungsmethoden zu ermöglichen, wird eine besondere
Herausforderung sein.
Das steigert die Anziehungskraft der AGKAMED auch für die Ärzteschaft.
Denn neben den ökonomischen Vorteilen profitiert die ganze Gemeinschaft
auch vom Know-how und den Erfahrungen, die in unseren Fachkreisen
geteilt werden.
Christina Huss
Als gelernte Kauffrau im Gesundheitswesen war Christina Huss, 25 Jahre, seit dem
16.08.2014 in der Abteilung Klinischer Einkauf
Investitionsgüter / Projektmanagement zunächst als Sachbearbeiterin für das Vertragsmanagement zuständig. Mit Neuorganisation
der Gesellschaft unterstützt sie als Assistentin des Leiters Gesamteinkauf, Adam Pawelek,
die Koordinierung und Strukturierung der Abläufe bei der Zusammenführung der Abteilungen des Klinischen Einkaufs. Derzeit absolviert
sie nebenberuflich eine Weiterbildung als
Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen,
die sie im Frühjahr 2016 abschließen wird.
Sven Kleber
Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann im
Groß- und Außenhandel hat der 28-jährige
Sven Kleber seine weitere Entwicklung im
Bereich Logistik zielgerichtet mit dem nebenberuflichen Studium als Logistik-Ökonom (VWA)
abgeschlossen. Grundlegende Erfahrungen
bringt er mit aus verschiedenen Unternehmen
in den Bereichen Logistikmanagement und
Projektbearbeitung. Seit dem 01.01.2015 ist er
bei der AGKAMED in der Abteilung Klinischer
Einkauf Verbrauchsgüter als Strategischer
Einkäufer zuständig für die Bereiche Bürobedarf, Wirtschaftsbedarf, Dialyse, Textilien und
Labor.
Sezai Inan
Seit dem 01.01.2015 ist der 26-jährige Sezai
Inan in der Abteilung Mitgliedsmanagement
mit eingebunden in die intensive Mitgliederbetreuung, in die Unterstützung zur Strukturierung der logistischen Abläufe im Krankenhausbereich sowie in die Vorbereitungen zur
Einkaufs- und Prozessoptimierung. Nach dem
Abschluss seines Studiums als Bachelor of
Science im Wirtschaftsingenieurwesen hat er
bereits erste Erfahrungen bei einer Unternehmensberatung im Bereich Einkauf und
Controlling sammeln können.
In seiner Freizeit engagiert er sich ehrenamtlich in verschiedenen sozialen Projekten.
David Schneider-Hoffmann
Der 29-jährige Betriebswirt (VWA) sowie
Gesundheits- und Sozial-Ökonom (VWA) ist seit
dem 01.08.2014 als Sachbearbeiter für das
Vertragsmanagement bei der AGKAMED in der
Abteilung Klinischer Einkauf Investitionsgüter/ Projektmanagement beschäftigt.
Mark Trümper
Mark Trümper, 41 Jahre, staatl. gepr. Betriebswirt – Fachrichtung Recht – kann auf
eine langjährige Tätigkeit im Gesundheitswesen zurückblicken und verfügt somit über
fundierte Kenntnisse im Bereich Einkauf und
Controlling. Seit dem 01.01.2015 ist er als
Strategischer Einkäufer in der Abteilung Klinischer Einkauf Verbrauchsgüter verantwortlich
für die Fachbereiche Medizinischer Sachbedarf, Ophthalmologie, HNO, Pädiatrie und
Pathologie und kann seine Berufserfahrung
gewinnbringend in die Bearbeitung dieser
Bereiche mit einbringen.
Thomas Heller
Für den neuen Controller der AGKAMED ein
komplexes Aufgabengebiet. Thomas Heller, 32
Jahre, ist seit dem 01.04.2015 bei der AGKAMED als Controller insbesondere zuständig
für den Geschäftsbereich Klinischer Einkauf.
Aus seiner langjährigen Berufserfahrung
bringt er die geforderten Qualifikationen für
diese Stelle mit aus den Bereichen Controlling, Reporting sowie Projektarbeit und hat
berufsbegleitend ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunktfächern
Controlling und Unternehmensführung als
Diplom-Kaufmann (FH) abgeschlossen.
Als ehrenamtlicher Rettungsschwimmer beim
DLRG engagiert er sich auch bei der AGKAMED –
hier als Ersthelfer.
David Schneider-Hoffmann bringt berufliche
Erfahrungen aus Dienstleistungsunternehmen
für Gesundheitseinrichtungen und Einrichtungen der Healthcare-Branche mit – somit
beste Voraussetzungen, den Bereich Vertragsmanagement optimal zu bearbeiten.
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Kurier
No 25
05/2015
Kurier
No 25
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Vergaberecht intensiv für Bieter:
„Die Erstellung eines wertbaren
Angebots ist kein Hexenwerk“
Das Vergaberecht umfasst die Regeln, die ein öffentlicher Träger bei der
Beschaffung von sachlichen Mitteln und Leistungen zu beachten hat. Die
Gesetzgebung gibt klare Regeln für die Abgabe von Angeboten vor, jedoch
gibt es zahlreiche Fehlerquellen, die man beachten muss. Wie schwierig ist
es wirklich ein wertbares Angebot einzureichen? Dr. Hendrik Röwekamp,
Anwalt und Referent des Seminars für Vergaberecht, gibt Antworten zu
diesem Thema.
Dr. Hendrik Röwekamp
Jahrgang 1973, Studium der
Rechtswissenschaften in Köln und Bonn,
Referendariat beim OLG Düsseldorf,
Promotion an der Universität Bonn,
seit 2002 Rechtsanwalt bei Kapellmann
& Partner am Standort Düsseldorf,
seit 2008 als Partner, auf dem Gebiet
des Vergaberechts tätig, Referent zu
vergaberechtlichen Themen, arbeitet seit
Jahren mit der AGKAMED zusammen.
Formfehler als Grund für den Ausschluss aus
AGKAMED Kurier: Herr Dr. Röwekamp, an weldem Vergabeverfahren? In der Praxis schlei- che Zielgruppe richtet sich das Seminar „Vergachen sich immer wieder vermeidbare Fehler berecht intensiv für Bieter“?
ein, selbst erfahrenen
Vertriebsfachleuten
Dr. Röwekamp: Das
„Auch nur geringfügige
passiert dies. Darum
Seminar richtet sich
bietet die AGKAMED in
an Mitarbeiter von
Abweichungen führen in der
Kooperation mit der
Unternehmen, die mit
Regel zur Nichtberücksichtigung
Anwaltskanzlei Kapellöffentlichen Auftragseines Angebots.“
mann & Partner Vergavergaben auf dem
berechts-Seminare an.
Gebiet der Beschaffung
Dr. Hendrik Röwekamp
von medizinischen Verarbeitet seit Jahren mit der AGKAMED in ver- brauchs- und Investitionsgütern und hier insgaberechtlichen Fragen zusammen und leitet besondere mit der Erstellung und Verhandlung
das Seminar.
von Angeboten befasst sind.“
AGKAMED Kurier: Welchen Nutzen hat das
Seminar für die Teilnehmer im Arbeitsalltag?
AGKAMED Kurier: Welche Fehler machen Bieter
beim Erstellen von Angeboten am häufigsten?
AGKAMED Kurier: Warum ist das Interesse an
diesem Thema so groß?
Dr. Röwekamp: „Ein wesentliches Ziel des
Dr. Röwekamp: „Häufig werden die VergabeunSeminars besteht darin, ein Verständnis für terlagen nicht mit der gebotenen Gründlichkeit
Grund und Zweck der
studiert mit der Folge,
Anforderungen
im
dass ein Angebot von
„Die Beherrschung der
Vergabeverfahren zu
den Anforderungen
schaffen und die Teildes
Auftraggebers
vergaberechtlichen
nehmer so in die Lage
abweicht. Beispiele
Anforderungen sind
zu versetzen, einersind etwa die NichtGrundvoraussetzung für einen
seits ein wertbares
beachtung von Kalkuerfolgreichen Vertrieb.“
und möglichst chanlationsvorgaben oder
cenreiches Angebot zu
bestimmten geforerstellen, andererseits
derten Produkteigenaber auch etwaige Fehler des Auftraggebers im schaften sowie Abweichungen von konkreten
Beschaffungsprozess zu erkennen und zielfüh- Leistungsanforderungen. Dabei wurde nicht
rend zu beanstanden.
beachtet, dass auch nur geringfügige Abweichungen als so genannte „Änderungen oder
Ergänzungen an den Vertragsunterlagen“ in
der Regel zwingend zur Nichtberücksichtigung
eines Angebots führen.
Dr. Röwekamp: Das Thema stößt auf großes
Interesse, weil die Beherrschung der vergaberechtlichen Anforderungen bei öffentlichen
Beschaffungen Grundvoraussetzung für einen
erfolgreichen Vertrieb ist.“
AGKAMED: Wie schwierig ist es, ein wertbares
Angebot zu verfassen?
Dr. Röwekamp: „Wenn die Vergabeunterlagen des Auftraggebers die notwendige Qualität
aufweisen, d. h. die formalen und inhaltlichen
Anforderungen an ein Angebot deutlich definiert
sind, ist die Erstellung eines wertbaren Angebots
kein Hexenwerk.“
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Kurier
No 25
05/2015
Kurier
No 25
05/2015
Anton J. Schmidt (Vorstandsvorsitzender der
P.E.G. eG) stellt das Unternehmen vor
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Neuer Partner im Einkauf –
was ändert sich?
Das Interesse seitens der Mitgliedshäuser der
AGKAMED war groß. Gleichzeitig kamen jedoch
auch zahlreiche Fragen auf, da eine Kooperation
dieser Art in der AGKAMED ein Novum darstellt.
Für alle Interessenten in den Mitgliedshäusern
der AGKAMED, die zukünftig vom gemeinsamen
Einkauf im Bereich Verpflegung profitieren
möchten, haben wir die wichtigsten Fragen
und Antworten kompakt zusammengefasst.
Entsteht durch die Kooperation zwischen
der AGKAMED und der P.E.G. ein neuer
Verbund?
Es entsteht kein neuer Verbund. Die Zusammenarbeit zwischen der P.E.G. und der AGKAMED ist
auf den Bereich Lebensmittel begrenzt.
Udo Sohn (Strategischer Einkauf der P.E.G.)
erklärt zusammen mit Martin Faltlhauser die
Details der Kooperation
Gemeinsamer Einkauf von Lebensmitteln:
AGKAMED und P.E.G. starten Kooperation
Die Verpflegung von Patienten in Krankenhäusern und Menschen in
Pflegeeinrichtungen stellt hohe Anforderungen:
An die Qualität von Lebensmitteln und deren Zubereitung auf der einen
Seite und die Wirtschaftlichkeit auf der anderen Seite.
Die AGKAMED betritt im Bereich Lebensmittel Neuland – und startet eine
strategische Kooperation mit der P.E.G.
Mit der P.E.G. konnte ein Partner gewonnen werden, der über die entsprechende langjährige
Erfahrung und Expertise in diesem wichtigen
Teilbereich der gemeinschaftlichen Beschaffung
verfügt.
Die Versorgung mit Lebensmitteln in Kliniken,
Reha-Zentren oder Pflegeeinrichtungen muss
vielfältige Ziele erfüllen. Nahrungsmittel müssen
sich an der Therapie diverser Krankheitsbilder
orientieren, stets in möglichst frischer Form
zur Verfügung stehen und hohen Qualitätsansprüchen genügen. Diese Vorgaben stellen
Krankenhäuser vor große Herausforderungen:
Zum einen, den Bedarf nach gesunden Lebensmitteln, die bestenfalls die Genesung der Patienten
unterstützen, sicherzustellen. Zum anderen, die
Verpflegung der Patienten so kosteneffizient wie
möglich zu gestalten.
Am 05.02.2015 fand zu diesem Anlass ein Kick off
Meeting gemeinsam mit der P.E.G. am Standort
der AGKAMED in Essen statt.
Der Fachbereich des Einkaufs von Lebensmitteln in der AGKAMED war bisher ein Teilbereich
der Abteilung Einkauf für Verbrauchsgüter. Um
die gemeinschaftliche Beschaffung von Lebensmitteln in Zukunft kosteneffizienter gestalten
zu können, haben sich der Aufsichtsrat und die
Geschäftsführung der AGKAMED entschieden,
in diesem Bereich ab 01.01.2015 mit der P.E.G.
München zu kooperieren.
Startschuss der Kooperation
Zu Beginn erläuterte Dr. Oliver Gründel, Geschäftsführer der AGKAMED, die Einzelheiten zur
Entstehung der Kooperation. Anton J. Schmidt,
Vorstandsvorsitzender der P.E.G., stellte in der
Folge das Unternehmen vor. Mit über 2.600
Mitgliedseinrichtungen verfügt die P.E.G. über
jahrelange Erfahrung in der Gemeinschaftsverpflegung. Mit eigenen Experten für Verpflegungsmanagement werden für Mitglieder Konzepte und
Lösungen erarbeitet, wie Sparpotenziale in der
Verpflegung genutzt werden können.
Im Detail erklärten Udo Sohn und Martin Faltlhauser, zwei Spezialisten in Sachen Lebensmittel-Einkauf bei der P.E.G., die Vorgehensweise im
gemeinsamen Einkauf. Von der Preis-Analyse über
das Bestellportal, das Lieferantenportfolio bis
hin zum komplexen Thema Ausschreibungen für
öffentlich-rechtliche Häuser, die auch im Lebensmittelbereich eine wichtige Rolle spielen, wurden
die Eckpunkte der Kooperation beleuchtet.
Wer ist künftig zuständig für den Bereich
Lebensmittel?
Der gesamte Bereich Lebensmittel wird über
die P.E.G. abgewickelt. Dies beinhaltet auch
Ausschreibungen.
Wird es weiterhin einen Ansprechpartner
bei der AGKAMED geben?
Anja Boecker, die bereits jetzt den Fachbereich verantwortet, steht Mitgliedshäusern
weiterhin als Ansprechpartnerin im Bereich
Lebensmittel zur Verfügung. Verhandlungen
mit Anbietern werden von Vertretern beider
Einkaufsgemeinschaften geführt.
Sind AGKAMED-Mitgliedshäuser
verpflichtet, dieses Angebot zu nutzen?
Für Mitgliedshäuser der AGKAMED besteht keine
Verpflichtung, das neue Angebot wahrzunehmen. Die Kooperation wurde ins Leben gerufen,
um weitere Vorteile für Mitglieder zu schaffen.
Jedes Haus hat die Möglichkeit, eine kostenlose
Analyse seines Warenkorbs zu erhalten und individuell über die Teilnahme am gemeinsamen
Einkauf zu entscheiden.
Wie gestaltet sich künftig der
Bestellprozess für Lebensmittel?
Mitgliedshäuser der AGKAMED können ihre Lebensmittel über das Portal der P.E.G. bestellen.
Mit welchen Anbietern arbeitet die
P.E.G. im Bereich Lebensmittel?
Das Portfolio der Anbieter in der P.E.G. entspricht zu 90 Prozent dem Lieferantenstamm
der AGKAMED.
Besteht die Möglichkeit, im Rahmen der
neuen Kooperation bestehende Verträge
mit Lieferanten früher zu kündigen?
Die Kooperation hat keine Auswirkung auf bestehende Verträge. Diese werden zum Ende der
Laufzeit fristgerecht aufgelöst.
Für individuelle Fragen zu den
neuen Möglichkeiten im Einkauf
von Gemeinschaftsverpflegung in
Kooperation mit der P.E.G. steht
Anja Boecker bei der AGKAMED
gerne zur Verfügung.
E-Mail: [email protected]
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Kurier
No 25
05/2015
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No 25
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Doppelspitze im
Kompetenz-Center Pharmazie
Neuorganisation ist auch das Stichwort für die Arbeit
des Kompetenz-Centers Pharmazie. Die Aufgaben in
der Leitung wurden neu verteilt. Der AGKAMED Kurier
befragte Ingo Franz, Leiter des Kompetenz-Centers
und Martin Bochen, Fachaufsichtsrat für Pharmazie, zu
aktuellen Entwicklungen in ihrem Arbeitsbereich.
AGKAMED Kurier: Schwerpunktthema dieser Ausgabe des AGKAMED
Kurier ist die Neuorganisation. Wie stellt sich das im Kompetenz-Center
Pharmazie dar?
Martin Bochen: Zunächst sehe ich das unter dem Aspekt der Kontinuität.
Wir behalten die dezentrale Organisation aus einer größeren Krankenhausapotheke heraus bei, wie das bisher Peter Tussing in Freiburg gemacht hat.
AGKAMED Kurier: Was hat sich in der jüngsten Vergangenheit in Ihrem
Fachbereich verändert, welche aktuellen Trends sind erwähnenswert?
Ingo Franz: Derzeit gibt es ein aktuelles Thema, das eng mit unserer
Arbeit in den Apotheken und dem Kompetenz-Center zusammenhängt:
Lieferausfälle. Diese verursachen einen hohen Arbeitsaufwand, um essentielle Arzneimittel in Kliniken, die wir versorgen, zur Verfügung zu stellen,
weil wir unter Umständen mit längeren Lieferausfällen dieser Präparate zu
rechnen haben. Dies kann durch Wechsel des Lieferanten kompensiert werden, in anderen Fällen müssen wir auf völlig andere Wirkstoffe ausweichen.
Martin Bochen: In einer solchen Situation zeigt sich, wie wichtig die
Arbeit gemeinschaftlichen, strategischen Einkaufs sein kann. Wir stellen
derzeit unsere Verhandlungsstrategie auf diese Situation ein. Lieferantenbewertung spielt eine größere Rolle denn je, hinsichtlich der Liefertreue
und der Zuverlässigkeit der Lieferung der zugesagten Kontingente.
Ingo Franz: Als Einkaufsgemeinschaft müssen wir immer mehr auf ein
vernünftiges Mengen-Monitoring achten. D. h., wir müssen klar bestimmen,
wie hoch die Abnahmemenge pro Jahr bei Lieferanten liegt, damit der
Hersteller seine Produktionsplanung auf unsere Anforderungen abstimmen
kann und eine gewisse Puffermenge am Lager vorhält.
Martin Bochen: Die Sicherstellung der Lieferfähigkeit ist ein wichtiger Punkt, der eine zunehmende Bedeutung neben den Preisen und der
allgemeinen qualitativen Beurteilung von Produkten bekommen hat. Ich
denke, in dem Punkt ist der Begriff „Kompetenz-Center“ wirklich auch
nicht einfach nur ein klangvoller Titel, sondern innerhalb der AGKAMED
kollegial gelebter, berechtigter Anspruch.
AGKAMED Kurier: Kooperation wird in Ihrem Kompetenz-Center sehr
intensiv betrieben – beispielhaft sind wohl die 32 Arbeitsgruppen mit
speziellen Aufgaben.
Martin Bochen: Richtig, wir haben die wesentlichen Indikationsbereiche Gruppen von Kollegen zugeordnet. Verteilt in der Regel auf zwei
bis drei Apotheker werden diese Indikationsgruppen beobachtet: Welche
neuen Entwicklungen gibt es am Markt oder welche Veränderungen in der
Bewertung von Substanzen. Die Arbeit geht weit über die Sicherstellung
der Verfügbarkeit zum günstigsten Preis hinaus. Insofern trifft der Begriff
„Kompetenz-Center“ wirklich unsere Zusammenarbeit. Aber eben auch
verteilt auf viele Köpfe, und dieser kollegiale Austausch auf Augenhöhe
ist sicherlich auch für alle neu hinzukommenden Kollegen etwas, was sie
schnell wertschätzen und nicht missen möchten.
AGKAMED Kurier: Diese intensive Form der Kooperation scheint mir in
einem Fachbereich innerhalb der AGKAMED einzigartig zu sein.
Ingo Franz: Ja, das sehen wir auch so. Daher wollten wir diese dezentrale
Organisationsform mit einer verteilten Zuständigkeit auch fortsetzen. Das
erfordert, Kollegen einzubinden und zu motivieren. Wir sind jedoch auch
immer darauf angewiesen, dass Kollegen bereit sind sich zu engagieren,
nicht nur von Ergebnissen zu partizipieren, sondern zu den Ergebnissen
beizutragen. Das funktioniert sehr gut, weil der Austausch untereinander
ein echtes Geben und Nehmen ist.
AGKAMED Kurier: Besteht denn in diesem Umfeld überhaupt noch die
Möglichkeit, Sparpotenzial zu generieren?
Manfred Bochen: Sicher. Wir haben eine gesplittete Situation am Markt,
die Schere zwischen patentgeschützten Präparaten und chemischen Substanzen, die nach dem Patentablauf häufig zu extrem niedrigen Kosten
gegenüber dem alten Originalpreis vermarktet werden. Diese Schere geht
weiter auseinander und wir versuchen, vom Patentablauf zu profitieren.
Ebenso profitieren wir durch die Bündelung der Nachfrage und realisieren
Einsparungen in Bereichen, von denen man meinte, es ist nicht mehr viel
zu erreichen.
AGKAMED Kurier: Also kann man über Mengenbündelung immer noch
Sparpotenzial erreichen?
Martin Bochen: Ja, allerdings hat diese Entwicklung auch zwei Seiten. Wir
haben beispielsweise bei Antibiotika extrem niedrige Preise. Die Kehrseite
der Medaille ist, dass durch die niedrigen Preise Kliniker verleitet sein
können, diese frühzeitiger oder großzügiger einzusetzen. Heute ist die
Aufgabe der Apotheker, unter anderen Aspekten als den Preisen darauf zu
achten, dass hochpotente Substanzen bei den Antiinfektiva nicht zu früh
und zu breit eingesetzt werden, um Resistenzentwicklung zu vermeiden.
Von daher sind wir nicht nur unter budgetären, sondern unter dem
Aspekt des Resistenzmanagements gefragt – ein neuer Aspekt der beratenden Kompetenz des Apothekers vor Ort.
AGKAMED Kurier: In welche Richtung wird sich das Kompetenz-Center
„Pharmazie“ in naher Zukunft entwickeln, gibt es da eine Prognose?
Ingo Franz: Wir versuchen, die Wettbewerbsfähigkeit der AGKAMED im
Marktumfeld der Einkaufsgemeinschaften weiter zu verbessern. Damit
erhöhen wir auch die Attraktivität des KC-Pharmazie für Kollegen, die in
anderen Einkaufsgemeinschaften aktiv sind.
Martin Bochen: Ich würde mir wünschen, dass Kollegen im Apothekenleitungsbereich anderer Einkaufsgemeinschaften angeregt oder überzeugt
werden können, darüber nachzudenken: Warum sollten sie im KC-Pharmazie
der AGKAMED mitarbeiten?
Wir sind sicher, dass wir durch unsere Arbeit einen sehr hohen Standard erreicht haben – und daran weiterarbeiten, diesen Standard weiter
auszubauen und damit einen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten.
Martin Bochen,
Mitglied des Aufsichtsrates
der AGKAMED Holding GmbH,
Apothekenleiter, St. VincenzKrankenhaus GmbH Paderborn
Ingo Franz,
Leiter des Kompetenz-Centers
Pharmazie,
Leiter der Apotheke, Städtisches
Klinikum Brandenburg GmbH
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Kurier
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Neue Mitgliedshäuser
in der AGKAMED
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2
1
Seit Juli 2014 verzeichnet die AGKAMED an
Neuzugängen 16 Krankenhäuser sowie neun
Pflege- und Versorgungseinrichtungen.
3
4
5
6
7
8
Zu Beginn des Jahres 2015 schlossen sich drei
neue Mitglieder mit insgesamt sechs Kliniken
der AGKAMED an.
Klinikeigenbetriebe des Ostalbkreises
Die Klinikeigenbetriebe des Ostalbkreises bringen drei Krankenhäuser in die Einkaufsgemeinschaft ein.
Das Ostalb-Klinikum ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm und bietet neben
der Zentralversorgung der Bevölkerung in der
Region Aalen auch viele spezielle medizinische
Angebote von überregionaler Bedeutung auf
hohem Niveau.
Rund tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
behandeln jährlich ca. 18.000 Patienten stationär
und über 40.000 Patienten ambulant.
Das Stauferklinikum in Mutlangen verfügt über
acht Fach- und vier Belegabteilungen mit insgesamt 401 Betten. 1.150 Mitarbeiter versorgen
und behandeln ca. 20.000 stationäre und 40.000
ambulante Patienten jährlich.
Im Rahmen des Geriatriekonzeptes des Landes
Baden-Württemberg fungiert das Stauferklinikum als geriatrischer Schwerpunkt des Ostalbkreises.
Die St. Anna-Virngrund-Klinik bietet als Haus der
Regelversorgung mit 275 Betten das komplette
medizinische Leistungsspektrum als überregionaler Versorgungsschwerpunkt. Spezielle medizinische Schwerpunkte bilden die Abteilung für
Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie
und -psychosomatik, die Urologie und die statio­
näre Schmerztherapie.
Städtisches Klinikum Görlitz gGmbH
Das Städtische Klinikum Görlitz wurde 1905 gegründet und ist heute einer der größten Arbeitgeber der Region, der aktiv in die Gesundheitsversorgung der gesamten Euro-Region Neiße
eingebunden ist. Als Schwerpunktkrankenhaus
in Ostsachsen mit 645 Betten ist das Städtische
Klinikum Akademisches Lehr-Krankenhaus der
Technischen Universität Dresden. Neben 16 Fachkliniken gibt es derzeit 11 medizinische Kompetenzzentren. 1.300 Mitarbeiter versorgen die
65.000 stationären und ambulanten Patienten
pro Jahr.
Den hohen Qualitätsanspruch unterstreicht die
Zertifizierung des Hauses nach DIN ISO 9001, die
in regelmäßigen externen Qualitätsprüfungen
gesichert wird.
Kliniken des Landkreises Heidenheim
gGmbH
Im Klinikum Heidenheim werden jährlich fast
60.000 Patienten stationär oder ambulant versorgt. Rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 12 Fach- und vier Belegkliniken stellen
die medizinische und pflegerische Versorgung
sicher. Das Klinikum fungiert für Patienten in OstWürttemberg als onkologische Schwerpunktklinik, regionales Schlaganfallzentrum und verfügt
über ein zertifiziertes Brustzentrum sowie ein
ebenfalls zertifiziertes Darmzentrum.
In den 30 Betten der Geriatrischen Rehabilitationsklinik Giengen gewährleisten Ärzte, Pfleger, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und
Logopäden die bestmögliche Versorgung der
Patienten.
AOK-Klinik (Baden-Baden)
Seit dem 1. Oktober 2014 hat sich der Verbund
der AOK-Kliniken Baden-Baden mit drei drei Facheinrichtungen für Rehabilitation der AGKAMED
angeschlossen. Jedes Haus konzentriert sich
auf einen speziellen Behandlungsschwerpunkt.
Die Klinik Korbmattfelsenhof in Baden-Baden ist
spezialisiert auf Kardiologische Rehabilitation.
1 Ostalb Klinikum Aalen
2 Stauferklinikum Mutlangen
3 St. Anna-Virngrund-Klinik Ellwangen
4 Städtisches Klinikum Görlitz
5 Klinikum Heidenheim
6 Geriatrische Reha-Klinik Giengen
7 Katharinen-Hospital Unna
8 Marienkrankenhaus Soest
9 Mariannen-Krankenhaus Werl
9
In der Klinik Schloßberg in Bad Liebenzell werden degenerativ-rheumatische Erkrankungen
behandelt. Anschlussrehabilitation nach operativen Eingriffen an den großen Gelenken, der
Wirbelsäule und nach Bandscheibenoperationen,
sowie nach Amputation im Bereich der unteren
Gliedmaßen ist der Leistungsschwerpunkt der
Klinik Stockenhöfe in Wittnau bei Freiburg.
Katholischer Hospitalverbund Hellweg
(Unna)
Der Katholische Hospitalverbund Hellweg ist
seit dem 1. September 2014 neues Mitglied der
AGKAMED. Zum Verbund Hellweg gehören drei
Krankenhäuser, zwei Pflegeheime, ein medizinisches Versorgungszentrum sowie eine Servicegesellschaft.
Das Katharinen-Hospital in Unna, das Marienkrankenhaus Soest und das Mariannen-Krankenhaus
Werl bieten auf über 700 Betten verteilt Medizin
und Pflege auf höchstem Niveau. Insgesamt beschäftigt der Verbund 2.300 Mitarbeiter.
Das Katharinen-Hospital ist das größte Krankenhaus in Unna mit 900 Mitarbeitern.
Das Marienkrankenhaus ist seit 2007 Mitglied
im Verbund und blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Das Krankenhaus hat ein großes
Einzugsgebiet. 238 Betten verteilen sich auf neun
Fachabteilungen.
Das Mariannen-Krankenhaus besteht ebenfalls
schon seit 150 Jahren. Das Haus ist seit 2000 im
Verbund und behandelt pro Jahr 4.500 Patienten
stationär und 8.500 Patienten ambulant.
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Patientendatenmanagementsysteme in der Anästhesie und Intensivmedizin
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Am 26.02.2015 fand bei der
AGKAMED ein Infotag zu
Patientendatenmanagementsystemen
(PDMS) in der Anästhesie und
Intensivmedizin statt.
1 Krankenhaus Neu-Mariahilf Göttingen
2 Mülheimer Seniorendienste, Haus Gracht
3 Mülheimer Seniorendienste, Haus Kuhlendahl
4 Mülheimer Seniorendienste, Haus auf dem Bruch
5 Evangelisches Krankenhaus Schwerte
6 Spital Bad Säckingen
7 Spital Waldshut
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Neuzugänge im Juli und August 2014
Im Juli und August 2014 verzeichnete die AGKAMED fünf neue Mitgliedshäuser.
Krankenhaus Neu-Mariahilf
Seit dem 1. Juli 2014 ist das Krankenhaus NeuMariahilf in Göttingen Mitglied in der AGKAMED.
Die Geschichte des Hauses reicht bis ins Jahr
1865 zurück. Bis zur Übernahme durch das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende im
März 2014 wurde das Krankenhaus vom Orden
der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz
von Paul geführt. Das Leistungsspektrum des
Hauses umfasst heute die Bereiche Anästhesie,
Geburtshilfe/Gynäkologie, Chirurgie, Innere Medizin, Orthopädie sowie seit 2012 auch eine eigene
Abteilung für Angiologie. In den sechs Fachbereichen arbeiten insgesamt 250 Mitarbeiter.
Mülheimer Seniorendienste
Die Mülheimer Seniorendienste GmbH ist mit
drei Senioreneinrichtungen, zwei Tagespflegeeinrichtungen und einem ambulanten Pflegedienst einer der größten Anbieter integrierter
Versorgungsleistungen in Mülheim an der Ruhr.
Seit dem 1. Juli 2014 sind die Einrichtungen
der Mülheimer Seniorendienste Mitglied in
der AGKAMED. An drei Standorten in Mülheim
Dümpten, Heißen und Holthausen werden
insgesamt über 380 Bewohner betreut.
Evangelisches Krankenhaus Schwerte
Durch den Trägerwechsel im August 2014 gehört das Evangelische Krankenhaus Schwerte
zur Marienkrankenhaus Schwerte gem. GmbH
und damit zur AGKAMED. Zu den Fachabteilungen des Hauses gehören die Bereiche Innere
Medizin, Geriatrie, Radiologie sowie ein Zentrum für Endoskopie und Schlafmedizin. Einen
speziellen Angebotsbereich des Hauses stellt
„Ruhr Aesthethic“ dar, das Facharztzentrum
für Plastische und Ästhetische Chirurgie.
Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit,
sich vor Ort bei verschiedenen Herstellern
direkt über die jeweiligen Systeme zu informieren.
Spitäler Hochrhein GmbH
Ebenfalls im August 2014 hat sich die Spitäler
Hochrhein GmbH der AGKAMED angeschlossen.
Zwei Krankenhäuser arbeiten unter dem Dach
der Spitäler Hochrhein GmbH zusammen. Das
Spital Bad Säckingen, ein Krankenhaus der
Grund- und Regelversorgung mit über 190
Betten, bietet medizinische Versorgung in
acht Fachdisziplinen. Im Spital Waldshut, das
auf eine über 600-jährige Geschichte zurückblicken kann, stehen 261 Betten in zehn Fachabteilungen bereit.
In beiden Krankenhäuser betreuen rund 1.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jährlich über
18.500 stationäre Patienten aus der gesamten Region. Zusätzlich werden in den beiden
Spitälern und in den vier Praxen des Medizinischen Versorgungszentrums Medicum in
Tiengen und Waldshut ca. 50.000 Patienten
ambulant behandelt. Seit 2014 ist das Spital
Waldshut Akademisches Lehrkrankenhaus der
Universität Freiburg und bietet Medizinstudenten die Möglichkeit ihr Praktisches Jahr
zum Abschluss ihres Studiums am Spital zu
absolvieren.
AGKAMED-Geschäftsführer Dr. Oliver Gründel,
selbst Anästhesist und Informatiker, eröffnete
die Veranstaltung. Er erläuterte aus seiner
Sicht, welche Relevanz ein intelligentes PDMS
in Arbeitsprozessen von Kliniken haben kann.
In der Folge präsentierte Prof. Dr. Stefan
Schröder, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie im Krankenhaus Düren, Praxisbeispiele für
die Nutzung von Patientendatenmanagementsystemen in der Praxis.
Was leistet ein PDMS?
PDMS sind computergestützte Systeme, die
patientenbezogene Informationen erfassen, zusammenführen und eine umfassende
Darstellung des jeweiligen Falles ermöglichen,
so dass jedem Mitarbeiter im Behandlungsprozess alle Patienteninformationen zeitnah
zur Verfügung stehen. Die hohe Dokumentationsqualität vereinfacht die Verrechnung und
bietet die Möglichkeit zu klinischen Studien.
Durch ein Frühwarnsystem, das rund um die
Uhr arbeitet, wird die Patientensicherheit
erhöht.
Welche Vorteile bringt ein PDMS?
Die Investition in ein PDMS bringt klare
Vorteile auf der Prozessebene. So kann die
Verweildauer von Patienten auf der Intensivstation verkürzt werden, die Mortalität sinkt.
Aktenanfragen jeglicher Art können schneller
und vor allem lückenlos bearbeitet werden.
Bei der Bewertung des Anbieters empfiehlt
Prof. Dr. Schröder die Prüfung folgender
Faktoren:
• Updates
• Support seitens des Herstellers
• Wirtschaftliche Situation der Klinik
• Zugang zu Daten (Dauer)
• Übertragbarkeit in andere Stationen /
Erweiterungsmöglichkeiten des Systems
Prof. Dr. med. Stefan Schröder
(Krankenhaus Düren) führt in das
Thema PDMS ein
Beratung aus erster Hand
Nach dem Fachvortrag konnten sich die
Teilnehmer der Veranstaltung direkt ein Bild
über Systemlösungen machen. Vier Anbieter,
die Firmen Dräger, LOWTeq, iMDsoft und Löser,
präsentierten ihre Systeme im Detail. Das
Informationsspektrum reichte von Fragen zur
Wirtschaftlichkeit des PDMS über IT-spezifische Fragen, wie Anbindung und Datensicherheit, über Leistungen wie Pflegedokumentation und Erstellung von Arztbriefen bis hin zu
Support und Schulungen.
Parallel stellten die Anbieter ihre Systeme im
Foyer der AGKAMED aus und boten die Gelegenheit zur individuellen Beratung in Sachen
PDMS.
Neue Aufgabe für Dr. Volker de Vry
Zum 1. April 2015 wechselte Dr. Volker de Vry aus seiner Position als
Geschäftsführer der AGKAMED in die Geschäftsführung der Katholischen
Krankenhäuser Lippstadt, Erwitte und Geseke. Der promovierte
Wirtschaftswissenschaftler war seit 2010 gemeinsam mit Dr. Oliver Gründel
Geschäftsführer der AGKAMED und leitete in erster Linie die Betreuung der
Mitgliedshäuser. Mit seinem neuen Wirkungskreis ist Dr. de Vry bereits seit 2007
verbunden. So war er seit 2008 Verwaltungsratsvorsitzender der Katholischen
Krankenhäuser Lippstadt, Erwitte und Geseke.
Die AGKAMED wünscht Dr. Volker de Vry für sein neues Aufgabengebiet viel Erfolg!
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Kurier
No 25
05/2015
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News
Einzigartiges Projekt soll hausärztliche
Versorgung auf dem Land sicherstellen
Medizinische Hochschule startet
Studienbetrieb ohne Numerus Clausus
Wie bereits in Kurier Nr. 23 (03/2013) berichtet, wurde in Brandenburg
die neue „Medizinische Hochschule Theodor Fontane“ gegründet.
Brandenburgs Wissenschaftsministerium hat die private Medizinische
Hochschule in Neuruppin staatlich anerkannt. Sabine Kunst, Wissenschaftsministerin des Landes, erwartet vor allem Unterstützung im
Kampf gegen den wachsenden Ärztemangel.
An der gemeinsamen Initiative der Ruppiner Kliniken, des Städtischen
Klinikums Brandenburg und dem Herzzentrum der Immanuel-Diakonie
in Bernau wirken rund 40 weitere Kliniken und 30 Lehrpraxen mit.
Zudem kooperiert die Hochschule mit der Ärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Hausärzteverband des Landes.
Am 13. April startete das Sommersemester mit den Studiengängen
Klinische Psychologie und Medizin. 48 Medizinstudenten und 25 Studenten der Psychologie nahmen in Neuruppin an den ersten Vorlesungen
teil. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen von 7-21 Studenten statt.
Der Dekan, Prof. Dr. Dieter Nürnberg, ist sich sicher: „Das erste Semester wird mit bemerkenswert qualifizierten und engagierten Studenten
starten.“
Die Hochschule finanziert sich selbst. Die Ausbildung kostet 115.000 EUR,
wovon der Student etwa einen Anteil in Höhe von 7.000 EUR pro Jahr
selbst tragen muss. Ausnahme: Er verpflichtet sich, eine 5-jährige
Facharztausbildung an einer der Kliniken anzuschließen. Die restlichen
Kosten übernehmen die kooperierenden Krankenhäuser.
Bei der Auswahl der Bewerber kommt es nicht auf den Notendurchschnitt an, sondern auf das Interesse am Beruf und den persönlichen
Bezug zum Land Brandenburg.
Neben der Ausweitung des Versorgungsspektrums und der Sicherung
des Standortes in der Krankenhauslandschaft, ist die neue Hochschule
auch ein Imagefaktor für die Stadt.
In manchen Regionen wird es immer schwieriger, die allgemeinmedizinische Versorgung zu gewährleisten. Im nördlichen Lahn-Dill-Kreis
herrscht eine Unterversorgung in der Allgemeinmedizin. Hinzu kommt,
dass das Durchschnittsalter der Landärzte bei mehr als 56 Jahren liegt.
Landrat des Lahn-Dill-Kreises Wolfgang Schuster (SPD) findet es wichtig,
„hier frühzeitig aktiv zu werden und Maßnahmen zu entwickeln.“
Ausgelöst durch dieses Problem brachten Richard Kreutzer (Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken) und Michael Saar (Vorstand des Ärztenetzwerks ANR) die Idee des „Landarztnetz Lahn-Dill“(LAN) voran. Die
GmbH wurde Anfang 2014 als Tochterfirma des Klinikträgers gegründet.
„Die Idee ist, dass der ältere Arzt noch für eine kurze Zeit in der Praxis
mitarbeitet, und wir in der Zeit einen jungen Arzt suchen, der nicht die
Erhebliche Erleichterung durch optimierten Bestellprozess:
Nierenerkrankungen bleiben oft unbemerkt:
Pilotprojekt zur patientenbezogenen
Materialdokumentation zeigt Erfolge
Weltnierentag im
St. Martinus-Hospital in Olpe
Im Frühjahr 2013 startete am Krankenhaus Landshut-Achdorf ein Pilotprojekt zur patientenbezogenen Materialdokumentation. Mitarbeiter
des IT-Controlling und der OP-Pflegeleitung haben ein System entwickelt, das den bisher manuell ablaufenden Bestellprozess in OP´s vereinfacht. Ziel: mehr Transparenz bezüglich des Materialbedarfs pro Patient
schaffen.
Anlässlich des Weltnierentages am 12. März veranstaltete das St.
Martinus-Hospital in Olpe einen Informationstag rund um das Thema
Niere. Neben einem Infostand zu Ernährung und Dialysepflicht fanden
Vorträge zu Diagnose und Therapie von Nierenerkrankungen statt. Dies
kann Menschen aller Altersgruppen betreffen.
Oft bleiben Nierenschäden jedoch mangels offensichtlicher Symptome
unerkannt. „Wir möchten mit unserem Informationstag zum Weltnierentag in erster Linie die Menschen sensibilisieren, die Risiken haben,
an chronischem Nierenversagen zu erkranken, bei denen aber mit
gezielten Maßnahmen eine Dialysepflicht abgewendet werden kann“,
erläutert Dr. Cai Schelo, leitender nephrologischer Oberarzt. Im neu
gegründeten Shuntzentrum wird das gesamte Behandlungsspektrum
der Nephrologie und Dialyse angeboten.
Das Projekt startete 2013 im Herzkatheterlabor. Das entwickelte Programm regelt Bestellungen automatisch. Hierzu erhielt jeder Artikel
einen Barcode, der bei Entnahme automatisch gescannt und registriert
wird und eine Bestellung auslöst. Das manuelle Notieren und die telefonische Bestellung fallen somit weg. Nach diesen guten Erfahrungen
wurde das Projekt auf den OP erweitert.
Foto: Anke Reichlmaier (links, IT-Controlling) und Barbara Küster (rechts,
OP-Pflegeleitung) haben mit der Barcodeerfassung gute Erfahrungen gemacht
Der Zeitgewinn ist deutlich messbar
Schon nach wenigen Monaten konnten die ersten Ergebnisse präsentiert
werden, und der Zeitgewinn in allen Folgeprozessen ist deutlich messbar.
Mittlerweile wurde die Anwendung auch erfolgreich im Krankenhaus Vilsbiburg eingeführt.
Verantwortung für eine selbstständig geführte Praxis übernehmen
oder sich nicht langfristig an einen Standort binden will“, so Klinikchef Richard Kreutzer. Ist der geeignete Bewerber gefunden, wird er
angestellt und erhält ein Festgehalt. Nach einer Angestelltentätigkeit
von 1-2 Jahren kann er entscheiden, ob er die Praxis künftig selbst
übernehmen oder weiter als Angestellter arbeiten möchte. Selbstverständlich sind auch Teilzeitanstellungen möglich.
Anfang Oktober wurde die erste Zweigpraxis in die LAN GmbH aufgenommen, die zweite folgt im Sommer 2015. Um das Projekt zu finanzieren, muss der Praxisverbund mindestens 3 Praxen übernehmen.
Im Sommer wird dieser Plan bereits umgesetzt sein. Kreutzer ist es
wichtig, dass sich das Projekt alleine trägt.
Bevor eine Praxis aufgenommen wird, müssen 4 Kriterien erfüllt sein:
• Der Praxisbetreiber findet trotz intensiver Suche keinen Nachfolger.
• Die Praxis ist wirtschaftlich gesund.
• Die Schließung würde die Versorgung gefährden.
• Die niedergelassenen Ärzte im Einzugsgebiet müssen zustimmen.
Ärzte und Ärztinnen, die Interesse an diesem Projekt haben, können
sich direkt an die Betreiber wenden unter www.landarztnetz.de.
Richard Kreutzer, Geschäftsführer
Lahn-Dill-Kliniken und
Geschäftsführer Landarztnetz
Lahn-Dill
Das Team des St. Martinus-Hospitals freute sich
über zahlreiche Besucher am Weltnierentag
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Kurier
No 25
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AGKAMED Lieferantenbewertung 2014
Dr. Michael Nosch, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie,
Intensivmedizin und Schmerztherapie am Marienhospital Bottrop
Temperaturmanagement nach Reanimation –
System- und Kostenvergleich
CA Dr. Michael Nosch präsentierte dem Kreis von Fachkollegen anschließend einen Überblick über die verfügbaren invasiven und nicht-invasiven
Kühlsysteme und stellte dazu einen detaillierten Kostenvergleich vor.
Höhere Überlebenschance durch Gehirnkühlung
Fachtreffen Anästhesie- und Intensivmedizin
Beim Fachtreffen Anästhesie-/Intensivmedizin am
16.09.2014 war die „Selektive Gehirnkühlung“ ein
thematischer Schwerpunkt.
Referent PD Dr. Harald G. Fritz referierte in diesem
Zusammenhang über den Unterschied zwischen
invasiven und nicht-invasiven Systemen und deren Vorund Nachteile.
Höhere Überlebenschance durch Gehirnkühlung
Je früher bei Reanimationspatienten eine Hypothermie erfolgt, umso
größer sind die Chancen, dass sie keine oder nur gering bleibende neurologische Schäden davontragen. Eine neue therapeutische Möglichkeit zum
frühzeitigen Beginn der Hypothermie bei kardiopulmonaler Reanimation
stellt die transnasale Kühlung dar.
Bei Sauerstoffmangel sterben pro Minute 2 Millionen Nervenzellen. Durch
Kühlung des Körpers bzw. Teilen des Körpers wird der Sauerstoffbedarf
des Körpers gesenkt. Studien haben festgestellt, dass das Überleben und
das neurologische Outcome durch diese Methode signifikant gesteigert
werden können.
Der Vorteil der selektiven Gehirnkühlung gegenüber der GanzkörperHypothermie wurde durch PD Dr. Harald G. Fritz eindrucksvoll dargestellt
und das Produkt RhinoChill der Firma BeneChill anhand einer Präsentation erläutert. Über einen nicht-invasiven Nasenkatheter wird dabei eine
schnell verdunstende, inerte Kühlflüssigkeit in die Nasenhöhle und einen
großen Bereich unterhalb des Gehirns gesprüht, der als Wärmetauscher
dient. Beim Verdunsten der Flüssigkeit wird Verdunstungswärme durch
Wärmeleitung von der Schädelbasis und dem umgebenden Gewebe direkt
und durch Konvektion über das Blut indirekt abgeführt.
PD Dr. Harald G. Fritz, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie,
Intensivmedizin, Schmerztherapie und Interdisziplinäre Notaufnahme am
Martha-Maria Krankenhaus in Halle/Dölau
Hohe Anforderungen an neue Kunststoffe in der Medizin
Dr. Martin Nienhaus, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie. operative
Intensivmedizin und Schmerztherapie am Marienhospital Oelde, brachte
das Thema „Kunststoffe in der Medizin“ in die Veranstaltung ein. Synthetische Polymere sind für den Organismus Fremdstoffe; man sucht daher
nach geeigneten bioadaptiven Oberflächenbeschichtungen. Zur Kostensenkung im Gesundheitswesen und zur Verbesserung der hygienischen
Standards wird die Zukunft des Einwegbereichs bei Einweginstrumenten
sowie OP-Komponentensystemen = CPT‘s (custom procedure tray) liegen.
Einmalartikel – Fluch und Segen?
Energiegewinnung im Krankenhaus
Im Anschluss daran stellte Dr. Ludwig Blinzler, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie zusammen mit Wilhelm
Prandstätter, Leiter Einkauf und Materialwirtschaft, Kreiskliniken AltöttingBurghausen, die Vor- und Nachteile der Verwendung von Einmalartikeln im
Krankenhaus vor. Verbunden damit wurde das Thema „Krankenhausabfall“
behandelt und die ökonomischen Auswirkungen der fachgerechten Entsorgung des energetisch verwertbaren Mülls in der Kreisklinik Altötting.
Durch konsequente Mülltrennung bereits an den klinischen Arbeitsplätzen
konnten in Kooperation zwischen Klinik, Müllverbrennung und Fernwärme
jährliche Ersparnisse allein beim klinikspezifischen Müll von ca. 35.000
EUR erzielt werden.
Auf Grundlage der Lieferantenbewertung der vergangenen Jahre hat
die AGKAMED auch 2014 eine Lieferantenbewertung durchgeführt.
Gemeinsam mit den Einkaufsabteilungen der Mitgliedshäuser wurden
die TOP 48-Lieferanten per online-Befragung beurteilt. Im 2-WochenRhythmus wurden jeweils 6 - 7 Lieferanten in der Zeit vom 09.07. bis
27.10.2014 bewertet - insgesamt 1.202 Beurteilungen mit durchschnittlich 25 Stimmen pro Lieferant. An dieser Stelle sei den Verantwortlichen
in den Einkaufsabteilungen unserer Mitgliedshäuser, die diesen Prozess
unterstützt haben, herzlich gedankt.
Es wurden unter anderem Qualität, Service und Liefertermintreue
geprüft. Zum anderen sind die folgenden Bewertungsmaßstäbe für die
einzelnen Kategorien festgelegt worden:
• Kommunikation & Service
•Rückrufe/Reklamationen
• Rechnungsstellung (neu 2014!)
•Lieferungen
• Beteiligung des Lieferanten
•Innovation
•Preis
•Risiko
Platz 1 - 4 der Lieferantenbewertung haben die Vertragslieferanten mit
einer Gesamtnote von 1,7 belegt. Auch die Bewertung auf dem letzten
Platz mit der Note 2,5 ist durchaus noch als gutes Ergebnis anzusehen.
Die AGKAMED spricht den Vertragspartnern ihre Anerkennung für das
gute Ergebnis aus der Lieferantenbewertung aus und möchte damit die
Verbundenheit mit strategisch wertvollen Lieferanten unterstreichen.
Die TOP Medikal-Lieferanten 2014 sind:
PlatzUnternehmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bewertung
1-4
Aesculap AG & Co. KG. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,7
B. Braun Melsungen AG. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,7
J & J - DePuy Orthopädie GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,7
J & J - Synthes GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,7
5-9
Igefa Handelsgesellschaft mbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,8
J & J - Ethicon Products . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,8
Lohmann & Rauscher GmbH & Co. KG. . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,8
NOBA Verbandsmittel Danz GmbH & Co. KG . . . . . . . . . . . 1,8
St. Jude Medical GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,8
10-21
Abbott GmbH & Co. KG. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,9
Ansell GmbH. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,9
Asid Bonz GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,9
B. Braun Melsungen AG - Vascular Systems . . . . . . . . . . . 1,9
Boston Scientific GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,9
Fuhrmann GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,9
Hartmann AG. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,9
J & J - Endo-Surgery. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,9
pfm medical AG. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,9
Roeser Medical GmbH & Co. KG. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,9
Sarstedt AG & Co. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,9
Stryker GmbH & Co. KG. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,9
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Kurier
No 25
05/2015
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Abschied von Peter Tussing
Peter Tussing
Über 12 Jahre hat er das Bild der AGKAMED mitgeprägt:
Peter Tussing, Fachapotheker für klinische Pharmazie und
Arzneimittelinformation und Chefapotheker im St. Josefskrankenhaus Freiburg. Er zog sich zu Beginn des Jahres
aus der Leitung des Kompetenz-Centers Pharmazie und als
Fachaufsichtsrat zurück und übergab beide Aufgaben an
seine Nachfolger Ingo Franz und Manfred Bochen.
Seit Gründung des Kompetenz-Centers Pharmazie im Jahr
2003 hat sich Peter Tussing zunächst als Mitglied dieses
Kompetenz-Centers engagiert und zum 01.04.2005 die
Leitung übernommen.
Im April 2005 wurde er erstmals zum Fachbeirat Pharmazie
gewählt und mit Gründung der AGKAMED Holding GmbH
dann Mitglied des Aufsichtsrates und vertrat in diesem
Gremium die Interessen der Apotheker.
Eines der vorrangigen Ziele seiner Arbeit im KompetenzCenter Pharmazie war, eine qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung der Patienten durch den gemeinschaftli-
chem Einkauf der Krankenhausapotheken in der AGKAMED
sicherzustellen.
Tussings Motto: Gleichgesinnte begeistern
Der Gemeinschaftsgedanke war ein Aspekt, den Peter
Tussing immer wieder als Erfolgsfaktor für seinen Fachbereich und die ganze AGKAMED in den Mittelpunkt stellte.
Sein Credo: „Für eine starke Einkaufsgemeinschaft wie die
AGKAMED ist es wichtig, mehr Gemeinschaft zu praktizieren und im Konsens klare Ziele zu formulieren. Wir sind die
Einkaufsgemeinschaft, die ihre Stärke am Markt ent­
wickelt, wenn das Gruppeninteresse im Vordergrund steht.
Haben wir das geschafft, profitieren alle Beteiligten vom
Erfolg unserer Arbeit.“
Die AGKAMED bedankt sich bei Peter Tussing für das intensive Engagement im Sinn der Gemeinschaft und wünscht
für den weiteren Lebensweg alles Gute!
Von Präsentation bis Fachtreffen: Raum für Events
Acht modern eingerichtete Räume, voll klimatisiert, mit professioneller Event-Technik. Von 35 bis 136 m2
Größe. Für kleine Gruppen. Oder Events mit bis zu 100 Personen. Das ist das Raumangebot der AGKAMED
Akademie.
Die Eventebene der AGKAMED verfügt über eine Gesamtgröße von insgesamt 700 m2 und bietet damit den
passenden, modernen Rahmen für Fachveranstaltungen. Die Veranstaltungsräume sind vom Verwaltungstrakt
der AGKAMED getrennt und über den Haupteingang erreichbar. Der gesamte Bereich ist barrierefrei, hat
Tageslicht und ein großzügiges Konferenzfoyer inklusive Garderobe. Alle Tagungsräume sind mit in der Decke
integrierten Beamern ausgestattet und teilweise elektronisch verdunkelbar.
Golfen als Therapie:
Saisonstart für ein spezielles Behandlungsangebot
Pluspunkte für Ihre Veranstaltung
• zentrale Lage in Essen – gute Erreichbarkeit
• kostenlose Parkplätze
• Event-Technik vom Rednerpult bis zum Beamer
• Kompetenz in der Veranstaltungsbetreuung – von der Planung bis zur Durchführung
Die Golfsaison ist eröffnet – für die Patienten der GLG Fachklinik Wolletzsee erweitert sich damit die Bandbreite der besonderen Therapieangebote. Das Golfen wird hier als Baustein zur Behandlung eingesetzt.
Ab April bis in den Spätherbst können Patienten der Fachklinik an zwei
Tagen in der Woche auf dem Golfplatz in Prenden unter medizinischer
Supervision sowie Anleitung eines Sportwissenschaftlers und eines
Golfprofis den Sport erlernen und sogar während des Klinikaufenthaltes die Platzreife erlangen.
„Nach unserer Erfahrung ist Golf bei chronischen Erkrankungen eine
gut tolerierte und risikoarme Sportart, die zur Verbesserung der psychischen Balance, der Lebensqualität und körperlichen Leistungsfähigkeit führen kann“, sagt Günter Janz, Verwaltungsdirektor der Fachklinik.
„Eine derzeit laufende Studie soll dazu beitragen, den gesundheitlichen
Wert genau aufzuzeigen.“
Möchten Sie das Raumangebot der AGKAMED Akademie für Ihre Veranstaltung nutzen?
Dann sprechen Sie uns an! Wir unterstützen Sie bei der Planung und Durchführung Ihres Events!
In der Fachklinik werden Patienten mit neurologischen sowie mit
Herz- und Gefäßkrankheiten behandelt. Vorteile des Golfens sind, dass
es der individuellen Leistungsfähigkeit leicht anzupassen ist und dass
die Sportart bis ins hohe Alter betrieben werden kann. „Außerdem ist
die Bereitschaft zu einer langfristigen Bindung an diesen Sport nach
unserer Feststellung höher als bei anderen Angeboten zur körperlichen
Aktivierung“, erklärt Günter Janz. „Es nützt die beste Bewegungstherapieempfehlung nichts, wenn der Anreiz dazu beim Patienten
nur schwach ist. Golf übt eine besondere Anziehungskraft aus. Es
ermöglicht Entspannung und Konzentration zugleich, aktiviert und
bringt Menschen zusammen – alles Faktoren, die der Rehabilitation und
Gesunderhaltung sehr entgegenkommen.“
IMPRESSUM
Herausgeber
Redaktion
Realisation
Druck
Bildnachweise:
AGKAMED Kurier
Ausgabe 25/2015
AGKAMED GmbH
Ruhrallee 175
45136 Essen
Fon 0201.1855-0
Fax 0201.1855-499
www.agkamed.de
[email protected]
Rita Homscheidt
Sonja Kochem
Thomas Leif
Harald Habets
Brochmann GmbH
Essen
Fotolia.com
S. 1 © Petr Vaclavek
S. 1, 10 © picsfive
S. 18 © Gennadiy Poznyakov
S. 27 © Marco2811
S. 28 © xtock
Geschäftsführung Essen
Dr. Oliver Gründel
Auflage
2.000 Exemplare
Terminkalender
Seminare der AGKAMED Akademie
Interne Veranstaltungen der AGKAMED im 2. Halbjahr 2015
01. – 03.06.2015
Seminar RECOM: PKMS-Referentenausbildung
16.06.2015
Treffen der Einkäufer
17.06.2015
Schulungen für Einkäufer
29.06.2015
Treffen der Arbeitsgruppe OPS 9-20
22. – 23.09.2015
Treffen der Apotheker
21.10.2015
Treffen der Arbeitsgruppe OPS 9-20
04.11.2015
Treffen der Einkäufer
04.11.2015
Fachtreffen für den Bereich Traumatologie-Wirbelsäule
05.11.2015
Fachtreffen für den Bereich Moderne Wundversorgung
04.12.2015
10. Gesellschafterversammlung der AGKAMED Holding GmbH
11.12.2015
Fachtreffen Kardiologie
24.06.2015
Veranstaltung NEUMANN & NEUMANN: eQSS Infotag
29.09.2015
Seminar NEUMANN & NEUMANN: MDK-sicher dokumentieren
12.11.2015
Seminar RECOM: Update PKMS 2016
24.11.2015
Seminar NEUMANN & NEUMANN:
Optimale Zusammenarbeit mit Reinigungsfirmen
01. – 03.12.2015
Seminar RECOM: PKMS Referentenausbildung
Weitere geplante Veranstaltungen:
Aufgrund der hohen Nachfrage sowohl im Kreis unserer
Mitgliedshäuser als auch bei unseren Vertragspartnern
sind weitere Seminare zu den Themen „Vergaberecht für
Bieter“ sowie „Vergaberecht für Auftraggeber“ geplant.
Referent wird jeweils Dr. Hendrik Röwekamp, Fachanwalt der
Kanzlei Kapellmann & Partner, sein. Informationen zu diesen
Veranstaltungen finden Sie demnächst im Internet unter
www.agkamed.de.