Dezember 2015 - Barmherzige Brüder Straubing

mit
Hauszeitung der Barmherzigen Brüder Straubing · Dezember 2015
Einrichtung für Menschen mit Behinderung
Gesegnete
Weihnachten
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Zahlen, Pädagogik und mehr
In einer Feier mit vielen Gästen wurde
unser langjähriger, äußerst verdienter
Verwaltungsleiter Jakob Pollinger in
den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
kann, er war nicht der Zahlenfresser, er
war nicht der zahlenverliebte, machtvolle, auf dem Geld sitzende, große Boss –
nein, er war derjenige, der sparsam und
wirtschaftlich die notwendigen Prozesse
mit begleitete, unterstützte und somit
auch ermöglichte.
Pater Provinzial, Frater Benedikt Hau,
der Verwaltungsrat, langjährige Kollegen, treue Wegbegleiter und aktuelle
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus
vielen Bereichen der Einrichtung, gaben
unserem scheidenden Verwaltungsleiter
die Ehre – auch langjährige Weggefährten aus dem Marienheim, in dem Jakob
Pollinger ebenfalls engagiert und verdienstvoll wirkte.
Die Verwaltung hatte Jakob Pollinger
schon sehr früh als Dienstleistung verstanden, heute modern Unterstützungsprozess genannt. Er hat die Verwaltung
nicht nur umstrukturiert, sondern auch
verändert, ausgebaut, sowohl organisatorisch, baulich, als auch personell, so
dass sie seit Jahren mit wenig Personal
auf sehr hohem Niveau exzellente Leistungen erbringt.
Kurz zu den Fakten:
Am 21. Mai 1991 kam Jakob Pollinger
nach einigen Jahren Elternzeit als studierter Diplom-Volkswirt mit acht Jahren Berufserfahrung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Niederbayerns zu
uns und wirkte seitdem ununterbrochen
als Verwaltungsleiter in unserer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen.
Zu Zeiten der KdöR als Träger war er
auch stellvertretender Gesamtleiter der
Einrichtung.
Mit der Übernahme des Marienheims
im Juli 2000 bis zur Übergabe an die
Pflege GmbH des Caritas-Verbandes
der Stadt Straubing und des Landkreises Straubing-Bogen, Anfang des Jahres
2015, wirkte Jakob Pollinger auch dort
als Verwaltungsleiter und ebenfalls als
stellvertretender Gesamtleiter.
Er war auch auf GmbH-Ebene äußerst
aktiv, vor allem in der ehemaligen Untergruppe der Verwaltungsleiter, seit
GmbH-Zeiten heißt diese Gruppe Kompetenzteam Verwaltung.
Die vielen absehbaren Baumaßnahmen
und die gewaltigen Umstrukturierungen, die Anfang der 90er Jahre durch
das Gesamtsanierungskonzept aus der
Mitte der 80er Jahre auf uns zukamen,
machten es notwendig, die Verwaltung
so aufzustellen und so auszurichten, dass
Jakob Pollinger bei der Abschiedsfeier
diese gewaltigen Herausforderungen,
die manche im Nachhinein als Revolution bezeichnen, auch finanziell abgesichert und begleitet werden konnten.
Jakob Pollinger hatte nicht nur durch
seine berufliche Erfahrung und durch
sein Studium, sondern auch durch seine
langjährige Tätigkeit auf Diözesan- und
Landesebene in der Katholischen Landjugendbewegung, vor allem als Diözesanvorsitzender im Bistum Regensburg,
Leitung erlernt und konnte somit Prozesse anstoßen, Menschen motivieren
und begeistern, Diskussionen leiten, Ergebnisse vorbereiten und herbeiführen
und sich auch pädagogischen Notwendigkeiten und Inhalten ohne Angst und
ohne Scheu annähern.
In der kirchlichen Jugendarbeit wird
man mit sehr vielen pädagogischen Inhalten nicht nur konfrontiert, sondern
lebt sie auch durch viele Abstimmungsprozesse und Meinungsbildungsprozesse in unterschiedlichsten Gremien und
durch die Zusammenarbeit mit vielen
Partnern und Mitbewerbern.
Das alles hat Jakob Pollinger deutlich
geprägt. Er war nicht der verstaubte
Verwaltungsleiter; ein Adjektiv, das
man sich heute gar nicht mehr vorstellen
Wenn auch mancher Anfang nicht leicht
war und wenn ihm auch regelmäßig von
verschiedenen Seiten das berufliche Leben nicht immer leicht gemacht wurde,
mit Konstanz, mit Geduld, aber auch
mit der entsprechenden Energie und
der nötigen Durchsetzungsstärke, hat er
beharrlich die Ausdifferenzierung baulicher, aber auch inhaltlicher Art, unserer
Einrichtung mit bewegt und finanziell
abgesichert.
Neben dem großen Feld der Verwaltung
mit Finanz-, Lohn- und Heimbewohnerverwaltung, war er im Direktorium
auch Ansprechpartner für die ehemalige
Wäscherei, den Hauswirtschaftsbereich
und die Pforte und hat auch diese Bereiche mit den jeweiligen Leiterinnen und
Leitern als Dienstleister für das Kerngeschäft aufgestellt und professionalisiert.
Die vielen pädagogischen Prozesse, vor
allem auch die umfangreiche Erstellung
des Leitbildes, hat Jakob Pollinger nicht
nur begleitet und beobachtet, sondern
dabei aktiv und engagiert mitgewirkt
und so nicht nur das Gewicht der
Verwaltung, sondern auch seine persönlichen Eigenschaften und Stärken
zielorientiert und gewinnbringend mit
eingebracht.
Auf KdöR- und später auf GmbH-Ebene
war er ein zuverlässiger, ein souveräner,
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Jakob Pollinger und Hans Emmert
ein ausgleichender, aber auch zugleich
vorausschauender und visionärer Entwickler von Ideen zur weiteren Ausdifferenzierung der Verwaltung, manchmal gedanklich seiner Zeit weit voraus,
dann, wenn es darum ging, langfristige
Perspektiven zu erkennen und Prozesse
anzustoßen und zu begleiten.
In den 90ern und 2000er Jahren war er,
bevor eine eigene Abteilung dafür geschaffen wurde, der Hauptansprechpartner und auch Förderer der IT in unserer
Einrichtung, die heute überhaupt nicht
mehr wegzudenken ist und war auch ein
gerne gesehener Ansprechpartner für die
Schwerbehindertenvertretung der Einrichtung, den Datenschutzbeauftragten,
die MAV und auch für das Thema Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit.
Jakob Pollinger war ein loyaler, ein
motivierter, ein zuverlässiger und ein
menschlich angenehmer Kollege und
Vorgesetzter, für dessen Ruhestand
ihm alle alles Gute wünschen und seinen Wunsch auch verstehen können;
dennoch wird er von vielen, nicht nur
auf Grund seiner angenehmen Persön-
lichkeit, seiner zwischenzeitlich langen,
gediegenen und Ruhe ausstrahlenden
Berufserfahrung, sondern auch auf
Grund seiner nach wie vor kritischen
Innovationsfähigkeit und Begeisterung
vermisst.
das bei Jakob Pollinger überhaupt noch
nicht vorstellbar ist - aber auch als liebenswürdiger Mensch, der uns zugesagt
hat, dass er uns immer wieder gerne besuchen möchte, worüber wir uns sehr
freuen.
Die Tangrintler Musikanten, aus seiner
Heimat Hemau kommend, und der Gottesdienst mit Caritas-Direktor Domkapitular Monsignore Dr. Roland Batz waren
zwei Highlights seiner Verabschiedungsfeier, war doch letzterer als Sozialpfarrer
des Bistums Regensburg quasi Jakobs
Heimatpfarrer, da er als nebenamtlicher
Pfarrer in der Pfarrei Illkofen tätig war,
in der Jakob Pollinger mit seiner Familie
schon seit Jahrzehnten wohnt. Diese war
vollständig, Ehefrau Irmgard, Tochter
Kathrin und Sohn David, mit nach Straubing angereist, um den Ehemann und Vater nicht nur zu begleiten, sondern auch
moralisch zu stärken und zu unterstützen, auf dem auch für ihn sicherlich nicht
leichten Weg des Pfüad Gott-Sagens in
dieser illustren Gästeschar.
Die Redaktion der Hauszeitung „miteinander“ schließt sich den vielen Dankesworten der Laudatoren, Pater Provinzial
und Geschäftsführer Hans Emmert, aber
auch vieler weiterer netter Worte ehrlich
gemeinter schulterklopfender Art, beim
Abschiedsabend an, um auch auf diesem
Weg Jakob Pollinger ganz herzlich für
seine vielfältigen Aufgaben in unseren
Einrichtungen und für seine angenehmen menschlichen Impulse zu danken.
Gott sei Dank bleibt er uns erhalten als
gerne gesehener Rentner - ein Wort,
Hans Emmert
Geschäftsführer
Wir wünschen Jakob Pollinger ein ganz
langes erfülltes Leben im Ruhestand,
viele gelingende Vorhaben, die er sich
vorgenommen hat, eine stabile Gesundheit und hoffen auf zahlreiche Begegnungen bei unterschiedlichsten Anlässen mit diesem besonderen Menschen.
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Meisterpreis für Sabine Wagner
In der Oktober-Ausgabe der „miteinander“ berichteten wir über den erfolgreichen Abschluss von Hauswirtschaftsleiterin Sabine Wagner zur Meisterin der
Hauswirtschaft. Sie hatte nicht nur die
Prüfung bestanden, sondern die Traumnote 1,41 erreicht.
Am 27. Oktober 2015 überreichte ihr
Landwirtschaftsminister Helmut Brunner nicht nur den Meisterbrief, sondern
zeichnete sie auch mit dem Meisterpreis
der Bayerischen Staatsregierung aus.
Sabine Wagner hatte die Prüfung als
Zweitbeste aus ganz Bayern bestanden!
Liebe Sabine Wagner, auch die Redaktion „miteinander“ gratuliert zu dieser
ganz besonderen Auszeichnung!
ei
Vorstellung Fachdienstmitarbeiterin
Bereich Wohnen
meine Patienten im Anschluss weiter
ambulant in Psychotherapie weiterbehandelt.
Hallo, mein Name ist Caroline
Schütz. Ich bin seit 1. Oktober 2015
im Fachdienst Bereich Wohnen für
die Gruppen Simon, Teresa, Emmanuel, Josef, Barbara, Bernadette,
Florian und Claudia zuständig, als
Nachfolgerin von Irmgard Schneider.
Gemeinsam mit meinem Freund haben wir uns aktuell den Traum eines eigenen Hauses erfüllt, wo wir
jetzt dann in Sünching, gemeinsam
mit unseren Haustieren, hinziehen.
In meiner Freizeit mache ich gerne
Sport (Joggen, Radfahren, Fitness),
male oder spiele Klavier.
Ich habe in Regensburg Diplom
Psychologie studiert, nachdem ich
am Anton Bruckner Gymnasium
2005 mein Abitur gemacht habe.
Meine Diplomarbeit schrieb ich in
Aktuell befinde ich mich in der Weiterbildung zum Psychologischen
Psychotherapeuten, die ich hoffentlich bald abschließen kann. Deshalb
arbeite ich nebenbei im Rahmen der
Ausbildung in der Psychotherapeutischen Praxis von Dr. Annett Neudecker in Landshut.
der Forensik in Regensburg zum Thema
Psychopathie. Nach meinem Studium
habe ich zwei Jahre in Furth im Wald als
Bezugstherapeutin gearbeitet, habe dann
aber aufgrund der Distanz zu meiner Familie nach Landshut ins Bezirkskrankenhaus auf die Station 2.4 gewechselt
und dort stationär gearbeitet und auch
Ich freue mich auf mein neues Aufgabengebiet und dauerhaft mit Bewohnern arbeiten zu können. Das
herzliche Klima hier im Haus hat
mich in den ersten Tagen bereits sehr
begeistert und ich freue mich, neue
Kontakte zu knüpfen.
Caroline Schütz
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Tolle Weiterentwicklung
Wohnheim in Bogen nimmt Formen an
Gute Stimmung beim Besichtigungstermin.
In der Juni-Ausgabe der Hauszeitung
„miteinander“ berichteten wir das erste
Mal über das neue Wohnheim in Bogen.
Damals hatte kurz zuvor eine Informationsveranstaltung für interessierte Frauen und Männer stattgefunden, die in das
neue Haus einziehen wollen.
Inzwischen hat sich viel getan! Dem
Spatenstich im März 2015 folgte schon
elf Wochen später das Richtfest, die
Bewohnervertretung besichtigte das
Wohnheim und den Baufortschritt und
parallel dazu fanden viele Gespräche
von interessierten Frauen und Männern
mit der Aufnahmebeauftragten Anetta
Hummel statt.
Am 23. Oktober 2015 traf sich wieder
eine Schar Menschen in Bogen. Einige
der Frauen und Männer, die im nächsten
Jahr in Bogen einziehen werden, hatten
Angehörige und Betreuer mitgenommen
und besichtigten das Wohnheim mit
Wohnheimleiterin Astrid Hausladen,
Fachdienstmitarbeiterin Anita Götz,
Wohngruppenleiterin Ramona Binder
und Anetta Hummel. Der Fortschritt
des gesamten Bauvorhabens wurde
begutachtet, Zimmer ausgesucht („Ich
will hier einziehen – da gefällt es mir!“)
und die Vorteile des neuen Wohnortes
diskutiert. Fragen zu Einkaufsmöglichkeiten, Zugverbindungen und den weiteren Möglichkeiten der Stadt am Fuße
des Bogenbergs wurden bereitwillig
beantwortet. Daneben schwirrten auch
Fragen wie: „Wer hilft mir beim Kochen?“ oder „Wer kümmert sich um die
Gartenpflege?“ durch die Räume und
wurden teilweise humorvoll von den
zukünftigen Bewohnern und den Gästen kommentiert. Unter die Schar der
zukünftigen Bewohner hatten sich auch
einige Interessenten gemischt, die noch
überlegen, ob sie in das neue Wohnheim
einziehen. Die tolle Ausstattung mit Einzelzimmern, die alle ein eigenes kleines Bad und eine Terrassentür ins Freie
haben, nette, junge Mitbewohner, mit
denen die Umgebung erkundet werden
kann und schöne Unternehmungen gestartet werden können, sind hier große
Anziehungspunkte.
Interessenten können sich bei Anetta
Hummel melden und sich weitere Informationen einholen.
ei
Gottes Segen für Snoezelraum
Neues Angebot in der Förderstätte eingeweiht
Eine kleine, aber feine Schar von Gästen hat sich Mitte November 2015 im
ersten Stock der Förderstätte eingefunden, um ein neues Angebot „offiziell“
einzuweihen: seit dem Sommer gibt es
gegenüber von Gruppe Hannah einen
neuen Entspannungsraum mit Wasser-
klangbett, Kugelbad und verschiedenen
Lichtelementen. Der neue Raum ist für
alle Gruppen der Förderstätte zugänglich und markiert die Erfüllung eines
über Jahre gehegten Wunsches unter
den Beschäftigten und Mitarbeitern der
Förderstätte.
Marco Schleicher konnte zur Segnungsfeier alle begrüßen, die zur Realisierung
des neuen Raumes beigetragen haben.
Allen voran dankte er Geschäftsführer
Hans Emmert für die Bereitstellung von
Mitteln aus dem Investitionsplan. Ein
Drittel der Anschaffungskosten wurde
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durch Spenden finanziert, die größte davon kam von der Faschingsgesellschaft
„Narrhalla“ aus Mainburg, die jedes Jahr
ein soziales Projekt unterstützt.
Und nicht zuletzt waren viele helfende
Hände aus der Einrichtung nötig, um
das Projekt fertigzustellen: der Handwerksdienst mit Hans Dengler und seinen Mitarbeitern sorgte für die Elektroinstallation im Vorfeld und notwendige
Trockenbau-, Maurer- und Malerarbeiten. Und die WfbM, allen voran Gerhard
Kriechbaumer und Christian Laubenbacher, renovierten das alte Kugelbad der
Förderstätte, das sich nun perfekt in die
neuen Elemente des Raumes einfügt.
Pastoralreferent Gerhard Kaiser sprach
ein Segensgebet und bat mit dem Zeichen des Weihwassers um den Segen
Gottes für das neue Angebot, Gabriele
Kneuttinger von Gruppe Hannah hängte
ein Kreuz auf. Gruppe Hannah wird sich
um Belegung und Wartungsarbeiten im
Der neue Raum mit Wasserklangbett und verschiedenen Lichtelementen.
Raum kümmern. Und auch die Hauswirtschaft, die sich dankenswerterweise
künftig um die Reinigung des Raumes
kümmert, war mit Sabine Wagner und
Marianne Frankl vertreten.
Ein gemütliches Weißwurstfrühstück
rundete die Segnungsfeier ab.
Marco Schleicher
Förderstättenleiter
Besondere Orte und besondere
Projekte 2016
Klausurtag der Förderstätte
(Warum) mache ich die Arbeit in der Förderstätte gerne?
Welche Orte schätze ich in meinem Arbeitsalltag?
Gibt es einen Ort oder mehrere Orte, die für mich ein Sinnbild
der Motivation für meine Arbeit sind?
Diese Fragen waren Ausgangspunkt des diesjährigen Klausurtags der Förderstätte, zu dem Marco Schleicher 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begrüßen konnte. Die Einstimmung
zu diesem Tag fand in der Kirche statt, auch hier war der
Leitgedanke, besondere Orte in der Kirche mit allen Sinnen
zu erkunden.
Motivation für die Arbeit in der Förderstätte und ein Ort, der
für diese Motivation steht – das war der Auftrag einer Gruppenarbeit am Vormittag des Klausurtages. Dabei wurden die
„besonderen Orte“ jedes Kollegen und jeder Kollegin auf dem
Handy per Foto festgehalten. Marco Schleicher stellte parallel
dazu eine Präsentation mit den Fotos zusammen. Nach dem
Erstellen der Fotos wurden alle gebeten, sich ein paar Gedanken zu diesem Ort zu machen und diese in einem Wort oder
ein paar Sätzen zu formulieren.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen standen die Planungen
für das Jahr 2016 auf dem Programm. Zwei Schwerpunkte
werden die Förderstätte im nächsten Jahr beschäftigen – das
Thema „Übergänge“ sowie die Gründung einer neuen Gruppe im Leistungsbereich Autismus und/oder herausforderndes
Verhalten (AHV).
Zum Abschluss des Tages wurde die entstandene Präsentation
zu den „besonderen Orten“ angeschaut. Charly Till (Foto) hat
folgende Gedanken zu seinem Lieblingsort beim Wohnheim
Maria Schutz formuliert:
Eine kleine Sonneninsel (wenn sie denn scheint) für die kleine
Auszeit zwischendurch.
Marco Schleicher
Förderstättenleiter
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Die Teilnehmer der Exkursion vor dem Südzucker Gebäude.
Südzucker – eines der führenden
Unternehmen der Ernährungsindustrie
Am 27. Oktober 2015 machte der Berufsbildungsbereich der
WfbM eine Exkursion zu dem Unternehmen „Südzucker“ in
Plattling. Dort angekommen, empfing uns ein Mitarbeiter der
Firma herzlich. Nach einem kurzen Film über das Unternehmen, deren Produkte und Zahlen, wurde jeder Teilnehmer mit
einer Warnweste, einem Helm und Audioführer ausgestattet.
Danach ging es los und es wurden die einzelnen Stationen der
Zuckergewinnung besichtigt.
leuchten goldgelb, weil sie mit Sirup überzogen sind. Durch
das Schleudern in Zentrifugen trennt sich der Sirup von den
Kristallen. Die letzten Sirupreste werden mit heißem Wasser weggespült. Was dann zurückbleibt, sind die glasklaren
Zuckerkristalle, in denen sich das Licht schneeweiß bricht.
Weitere Kristallisationsschritte folgen. Durch Auflösen der
dabei gewonnenen Zucker entsteht die Raffinade: Zucker von
höchster Reinheit.
Station: Anlieferung
Station: Weiterverarbeitung
Mit der Rübenernte im September beginnt die sogenannte
Kampagne. Von jeder angelieferten Fuhre werden Proben
genommen und auf Zuckergehalt und weitere wichtige Inhaltsstoffe untersucht.
Der fertige Zucker wird getrocknet, gekühlt und in Zuckersilos
gelagert. Aus den Silos wird der Zucker entnommen und weiterverarbeitet, beziehungsweise abgepackt. Über 80 Prozent
des Zuckers werden beispielsweise zur Herstellung von Süßwaren, Getränken und Backwaren an die weiterverarbeitende
Industrie geliefert. Knapp 20 Prozent des Zuckers werden
zu den verschiedenen Sorten des Haushaltszuckersortiments
weiterverarbeitet und abgepackt.
Station: Saftgewinnung
Die Rüben werden zu Schnitzeln zerkleinert, in der Schnitzelmaische vorgewärmt und in den Extraktionsturm befördert. In
70 Grad Celsius heißem Wasser löst sich der Zucker aus den
Rübenzellen - es entsteht der Rohsaft. Die ausgelaugten Rübenschnitzel werden durch Pressen und Heißluft getrocknet.
Station: Saftreinigung
Im Kalkofen werden die natürlichen Stoffe Kalk und Kohlensäure gewonnen, die dem Rohsaft nacheinander zugesetzt
werden, um die Nichtzuckerstoffe zu binden und auszufällen.
Was übrig bleibt, ist klarer Dünnsaft mit rund 16 Prozent
Zuckergehalt.
Station: Safteindampfung
Der Dünnsaft wird in mehreren Stufen durch Erhitzen eingedickt, bis ein goldbrauner Dicksaft mit rund 67 Prozent
Zuckergehalt entsteht.
Station: Kristallisierung
Der Dicksaft wird „gekocht“, bis sich Kristalle bilden. Sie
Station: Wiederverwertung
Die bei der Zuckergewinnung anfallenden Nebenprodukte
werden in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt: Die gepressten Rübenschnitzel werden an das Vieh verfüttert, Melasse zur Anreicherung von Schnitzeln, für die Hefe- oder
Mischfutterindustrie verwendet. Carbokalk, der bei der Saftreinigung anfällt, ist ein ausgezeichneter Dünger. Die abgewaschene Erde wird aufbereitet.
Am Ende der Besichtigung lud „Südzucker“ jeden Teilnehmer noch auf ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee
ein. Zudem bekam jeder ein kleines Präsent – eine Packung
Zucker.
Tanita Gahabka
Berufsbildungsbereich
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Lirum, Larum, Löffelstiel
In der Kich ham`s oft koa leichtes Spiel.
Hackerl eini, Hackerl aussi.
Herschaftszeiten – wieder vergessen,
gibt’s trotzdem was Guats zum Essen?
Heimfahrten, Urlaub machen die Planung oft schwer,
aber die Töpfe sind trotzdem nie leer!
Immer seid`s freundlich und nett,
etz mach ma des mit an selber gmachtn Kucha wett.
Lasst an eich schmecka.
Bleibt`s so wias seits!
Die Gruppe Jakob gfreits
Übergabe des Kuchens.
Taizé Gebet bei den Barmherzigen Brüdern
Der Arbeitskreis „Glaube aktiv“ des
Pastoralrates hatte für den 20. November
2015 zum Taizé Gebet in die Johannes
von Gott-Kirche geladen.
Ein Taizé Gebet ist eine Einladung, den
Quellen von Frieden und Versöhnung
näherzukommen. Es ist geprägt von
einfachen, sich oft wiederholenden Gesängen, von schlichten Gebeten und von
einer großen Ruhe. Auf diese Weise entsteht eine Erfahrung dessen, was auch
zu den Grundwerten der Gemeinschaft
von Taizé gehört: Freude – Einfachheit
– Barmherzigkeit.
Frère Roger, der Gründer der Gemeinschaft von Taizé, sagte einmal: „Gesang
ist eine ganz besondere Form der Gottesssuche und des Gebetes“.
Am 20. November 2015 trafen sich circa
30 Frauen und Männer in der ruhigen
und meditativen Johannes von GottKirche. Die angezündeten Kerzen erzeugten eine ganz besondere warme und
entspannte Atmosphäre.
Meditative Stimmung in der Kirche.
Während des Taizé Gebetes wurden die
Lieder immer wiederholt und mehrmals
gesungen. Ein Chor, der sich aus Menschen, die in der Einrichtung leben und
arbeiten, zusammensetzt, übernahm die
musikalische Gestaltung der Gebetsstunde.
Die Gläubigen hörten zum Thema
„Freude und Vertrauen“ verschiedene
Psalmen, Texte und Gebete, die in Liedern und kurzen Zeiten der Stille eingebunden waren.
Anton Vetterl
Pastoralrat
Impressum:
Einrichtung für Menschen mit Behinderung:
H. Emmert (verantwortlich),
S. Kerbl, B. Eisvogel
Redaktionsschluss/-sitzung:
4. Januar 2016, 12.00 Uhr
Büro Barbara Eisvogel
Erscheinungsdatum nächste Ausgabe:
Januar/Februar 2016
Druck: Marquardt, Regensburg
Fotos: (1, 3, 5, 8) B. Eisvogel, (4) Nagel/StMELF (Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), (6) M. Schleicher,
K. Fuchs, (7) T. Gahabka, (8) A. Vetterl
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit der Texte wird auf die ausführliche
Schreibweise "-er und -innen" verzichtet. Generell werden stattdessen die
Begriffe stets in der kürzeren Schreibweise (z.B. Mitarbeiter) verwendet.
Dies versteht sich als Synonym für alle männlichen und weiblichen Personen, die damit selbstverständlich gleichberechtigt angesprochen werden.