Antenne Juni 2015 - GRAL Deutschland

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2
Inhaltsverzeichnis
3
Editorial
4
Internationale Treffen im Gralzentrum in Mülheim
- Willkommens-Kaffeetrinken im Gralzentrum
Victoria Ortega
-
Ein Tag in Duisburg
Joyce Minkler
6
Die Gral-Vision von P. van Ginneken von Marguerite van Gilse
Marita Estor
7
Eine Proklamation der Macht des Feuers
Verfasser unbekannt
7
Heiligsprechungen aktuell: Zwei palästinensische Ordensfrauen,
ein Ehepaar und Oscar Romero
Marita Estor
9
Vater unser
Ferdinand Kerstiens
10
UN - forciert Geschlechtergleichstellung von Peking+20 bis zur
Zukunftsagenda
Marita Estor
13
Mehr Stolz, ihr Frauen!
Hedwig Dohm
13
Herzlichen Dank!
Silvana Ferraguti
13
Impressionen zum Evangelischen Kirchentag (DEKT) in Stuttgart
Traude Rebmann
15
Siebzig Jahre danach
Barbara Heitfeld
16
20
Berichte aus dem internationalen Gral
Gebet für unsere Erde, das wir mit allen Menschen teilen
Papst Franziskus
21
Lebende Tradition auf der Grailville – Weide
Becky Hill, Pat Hill (übers. Marita Estor)
22
2
WAS • WANN •WO
Editorial
V
or kurzem habe ich unzählige alte Schlüssel im Keller gefunden. Darunter waren
Schlüssel für Zimmer- und Haustüren, für Schränke, Kästen und Schreibtische, für
Auto und Rollschuhe, für Koffer, Aktentaschen und Tagebücher. Vielleicht hat mich
deshalb dieses Foto so unmittelbar angesprochen, dass ich es als Titelfoto für diese
ANTENNE vorschlug und Zustimmung fand. Ein Schlüssel – obwohl vom Schloss nur eine
Andeutung zu sehen ist – muss passen, wenn die Türe aufgehen soll. Schlüssel können aus
Angst und wegen der Sicherheit zusperren; Sie sind ebenso notwendig zum Öffnen und
ermöglichen Zugang und Beteiligung.
Dieses Schlüsselfoto habe ich als Titelbild mit der Unterschrift „Es gilt: Türen zu öffnen für
gesellschaftliche Transformationsprozesse“ für die Berichte von Gitti Henscheid gefunden,
die sie über die diesjährige Konferenz der Frauenrechts-Kommission in New York für die
Heinrich-Boell-Stiftung geschrieben hat. Frauen sind für sie – und für alle, die sich bei der
UN und weltweit für die Gleichstellung von Frauen und Männern, von Jungen und Mädchen
engagieren – der eigentliche Schlüssel zu den dringend notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen. Verändern muss sich gerade heute Vieles, wenn die Diskriminierung von Frauen
– Benachteiligungen, Ausschluss, Vergeudung von Talenten und Potentialen, Armut und Gewalt – wirklich überwunden und Geschlechtergerechtigkeit erreicht werden soll. Die kapitalistische Wirtschafts(un)ordnung und die Vorrangstellung der Männer (Patriarchat) sind
letztlich verantwortlich für die Diskriminierung der Frauen. Darüber hinaus kann das Foto
auch so gedeutet werden, dass der Schlüssel, in einem festen Netzwerk gehalten, zur Öffnung
passt: es sind die Frauen, die in Solidarität einander verbunden sind und zielbewusst neue
Räume öffnen, neue Wege suchen und finden.
Dafür brauchen Frauen Ressourcen und eine starke Motivation, die auch Risiken nicht
scheut. Für die Gralfrauen bedeutet dies bereit zu sein, sich aus ihrer persönlichen und gemeinschaftlichen Inspiration heraus immer wieder dem konkreten Leben zu öffnen und zu
engagieren. Ihre Inspiration ist selbst ein Schlüssel zu eigenständiger und geistlicher Erfahrung ihres Mensch- und für viele auch ihres Christseins. Gralfrauen sind sich ihrer Verschiedenheit bewusst und feiern gerade deshalb ihre Verbundenheit in einer unerschütterlichen Hoffnung, auch für und mit anderen, Schlüssel zu sein für mehr und gerechte Lebenschancen, für Ermächtigung zu verantwortlichem Handeln sowohl auf weltweiter wie auf lokaler Ebene.
International für den Gral verantwortliche Frauen trafen sich im Gralzentrum Mülheim und
reflektierten die Zusammenarbeit im Gral selbst wie das Engagement in unterschiedlichen
Projekten, vor allem unter dem Aspekt wie Unterschiede der Lebensformen und Veränderungen miteinander gelebt werden und was dafür erforderlich ist. Dieses „Jahr der Entwicklung“, das mit dem G7-Gipfel in Elmau begann und wie eine große „Gipfelwanderung“ bis
zum Klimagipfel nach Paris geht, fordert auch Frauen heraus, nicht nur die Politikerinnen
sondern auch NGOs und Zivilgesellschaft. Der Kirchentag in Stuttgart unter dem Psalmwort
„...damit wir klug werden“ zog tausende Menschen in seinen Bann, um mit Politikern und
Fachleuten, vor allem aber miteinander die brennenden Fragen zu diskutieren, sich zum
Handeln zu motivieren, auf Gottes Wort zu hören und zu feiern. Die Heiligsprechungen von
zwei palästinensischen Ordensfrauen, von einem Ehepaar (erstmals in der Kirchengeschichte!) und von Oscar Romero, dem „Märtyrer der Gerechtigkeit“, sind auch für uns
aktuell wegweisend und voll visionärer Kraft.
Wir wünschen allen Lesern und Leserinnen eine anregende und inspirierende Lektüre an erholsamen Sommertagen!
Für das Redaktionsteam
Marita Estor
ϯ
Internationales Treffen im Gralzentrum Mülheim
Anfang Juni traf sich im Gralzentrum eine kleine internationale Gruppe von Gralfrauen, um
die Beiträge aus allen Ländern zum Verständnis von Engagement (Commitment) und Vielfalt
der Lebensformen im Gral auszuwerten und die Einheit von Gemeinsamkeiten und Besonderheiten zusammenzufassen. Bevor die eigentliche Arbeit begann trafen sich die Besucherinnen
zunächst am Sonntagnachmittag (7. Juni) mit Gralfrauen aus der Umgebung.
Einmal unterbrachen sie ihre Arbeit für Gespräche und Besichtigungen in Duisburg.
Willkommens-Kaffeetrinken im Gralzentrum
Victoria Ortega
Zum Auftakt war zu einem „Willkommens-Kaffeetrinken“
ins Gralzentrum
eingeladen. Nach und nach trafen die acht
Frauen aus aller Welt ein. Sie kamen aus:
Uganda, Portugal, Kenia, Tansania, USA,
Schweden und Kanada, aus Ingolstadt,
Marburg, Duisburg und Mülheim.
Das war eine bunte Vielfalt! Die Gralinnen
aus ganz unterschiedlichen Orten unserer
Erde kamen in ihrer Haut, befasst mit dem
Alltag in ihrer ureigenen Umgebung, z. B.
Professorinnen an Universitäten, Pfarrerin
und Psychologin, Mitarbeiterinnen in
sozialen Einrichtungen. Gemeinsam haben
sie die Gralgesinnung: Sie setzen sich ein
für die Menschen, insbesondere arbeiten
sie mit Frauen. Sie sind Christinnen unterschiedlicher Schattierungen, in ihren
Gruppen offen und bemüht, frei und unabhängig zu agieren.
Zurück nach Mülheim an dem sonnigen
Sommersonntagnachmittag: Nach und
nach stellten sich die Frauen vor, für uns
hiesige wieder einmal ein Blick in die
große weite Welt. Es war ein lebendiges
Hin- und Herreden und Fragen. Es war
interessant und eindrucksvoll und die Zeit
verging wie im Fluge. Zum Abschluss ein
kleines kurzes Gebetsritual mit Bitten für
die vielen aktuellen Brennpunkte: Ubi
caritas et amor - Deus ibi est.
Vor dem Aufbruch gab es noch einen kleinen frischen Tomaten-Mozzarella-Imbiss.
Das war der Start in eine arbeitsreiche Woche in diesem Land und unserer Stadt, unserer Region, die bestimmt bunt und interessant wird. Glück auf!
Ein Tag in Duisburg
Joyce Minkler
Die Arbeitsgruppe „Gesegnet sei der Raum
zwischen uns“ traf sich vom 7. bis 14. Juni
im Gralzentrum Mülheim. Dazu gehörten:
Bibi Helgenson (Schweden). Martha Heidkamp (USA), Regina Bashaasha (Uganda),
Lorna Bowman (Canada), Lucy Kimaro
(Tansania), Christa Werner (Deutschland),
Maria Carlos Ramos (Portugal) und Joyce
Minkler (USA). Wir haben hart gearbeitet
und die Gastfreundschaft des deutschen
Gral genossen, zuerst in Ingolstadt zur
Vorbereitung des Treffens und dann während unseres eigentlichen Treffens in Mülheim. Euch allen herzlichen Dank, dass wir
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uns bei Euch so wohlfühlen konnten und
dass Ihr so gut für uns gesorgt habt!
Für Dienstag, den 9. Juni, hatte Silvana
Ferraguti, die uns während unseres ganzen
Aufenthaltes in Mülheim mit wunderbaren
Mahlzeiten versorgte, einen Tag für uns
organisiert um Duisburg zu erkunden.
Zuerst wurden wir von dem Bürgermeister,
seiner Assistentin und der Frauenbeauftragten im Rathaus begrüßt. Wir wurden
über die unglaublich vielfältige Bevölkerung der Stadt informiert und über die
ständigen Bemühungen, die Immigranten
Hilfe für sich selbst und ihre Familien angewiesen sind, damit sie sich in diese
Kultur integrieren können. Das Zentrum
macht Frauen und Kindern Angebote und
bietet Möglichkeiten gegenseitiger Unterstützung und Bildung, um ihr Leben in
einer neuen Umwelt wieder aufzubauen.
Zugleich ist dieses Zentrum aber auch ein
Bezugspunkt, wenn sich die Familien in
ihrem Umfeld eingerichtet haben. Wieder
waren wir beeindruckt von der Kooperation mit anderen Institutionen und Gruppen, die mit derselben Bevölkerung arbeiten, und dem positiven Effekt von Kooperation anstelle von Konkurrenz.
willkommen zu heißen und ihnen zu helfen, sich in der neuen Kultur zu integrieren. All die Anstrengungen besonders
aufmerksam für die Nöte und Fähigkeiten
der Frauen in dieser Stadt zu sein, haben
uns inspiriert. Soviel Aufmerksamkeit für
Zusammenarbeit
und
erforderliche
Dienste, vermittelten uns das Gefühl, dass
Duisburg dem Rest der Welt Einiges über
Toleranz und Respekt zu sagen hat.
Dann brachen wir auf zum Abendessen
und dem Besuch der großen und schönen
Duisburger Moschee, wo wir wiederum
eine Geschichte von Zusammenarbeit von
Einheimischen und neu Zugezogenen hörten, die einen so einladenden Ort für Gottesdienst, interreligiösen Dialog und Gemeinde-Unterstützung geschaffen haben.
Die Baugeschichte der Moschee von einem
zielgerichteten und langfristigen Dialog
der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in diesem Stadtteils war ein weiteres
inspirierendes Beispiel dafür, wie Menschen zusammenarbeiten können um Frieden und Schönheit und ein tieferes Verständnis des Heiligen zu schaffen, wenn sie
sich bewusst dafür entscheiden. Unser Moschee-Führer ist Mitglied der Gemeinschaft der Kleinen Brüder von Charles de
Foucault und selbst ein Zeuge der Tiefe
des Engagements für Dialog, der in dieser
Moschee geführt wird.
Von da aus gingen wir zu der nahe gelegenen Salvator-Kirche um uns die wunderschönen Fenster anzusehen. Wir begannen
etwas von der mehr als tausendjährigen
Geschichte dieses Ortes zu verstehen. Unser Führer ging sehr aufmerksam und
kenntnisreich auf unsere Fragen ein. Dann
gingen wir zu einem exzellenten Dinner in
einem Restaurant – wo Behinderte mitarbeiten - und anschließend nach Hochfeld
um die Initiative kennen zu lernen, in der
sich der Gral von Beginn an engagiert.
Karoline, seit langer Zeit verantwortlich
tätig in diesem Projekt, begrüßte uns und
führte uns in die Situation ein. Sie erklärte
die Arbeit mit den Frauen aus vielen Ländern, die nach Duisburg kommen und auf
Tausend Dank an Silvana, die uns eine so
wunderbare Erfahrung mit solch hoffnungsvollen Menschen und Projekten in
Duisburg ermöglichte. Alle, denen wir
begegneten, kannten Silvana und ihre Arbeit in Duisburg seit Jahren und hatten
großen Respekt für sie und ihr Engagement
im deutschen Gral. Wir kamen nach Hause
inspiriert und hoffnungsvoll, dass die
Transformation unserer kleinen Teile der
Welt wirklich möglich sein kann!
ϱ
Die Gral-Vision von P. van Ginneken von Marguerite van Gilse
Marita Estor
Arbeiten im Archiv ist nötig, aber nicht
immer spannend. Manchmal aber wird in
einem Wust von Papieren auch ein Goldkorn, eine wirkliche Kostbarkeit entdeckt.
So erging es Terry Marshall (US – Gral),
die zurzeit zusammen mit Loek Goemans
(Gral – Südafrika) die Gral-Archiven von
Grailville ordnen, und dabei auch einen
besonderen Text entdeckten. Sie stießen
nämlich auf einen Text „Father van
Ginneken's Vision of The Grail by
Marguerite van Gilse“ datiert auf den 8.
Oktober 1964. Marguerite van Gilse war
eine der ersten fünf Frauen von Nazareth,
die den Ursprung des Gral bildeten; von
1924 bis 1949 war sie die Leiterin, die in
all den Jahren, bis zu seinem Tod 1946,
mit dem Gründer P. van Ginneken sj.
zusammen arbeitete. Die erste Überraschung war, dass niemand aus den
jüngeren Generationen den Text kannte!
Die zweite Überraschung war der Inhalt.
Eigentlich enthält er gar nichts Neues und
hat an Aktualität nichts verloren. Vielmehr
beschreibt Marguerite in klarer Sprache um
was es P. van Ginneken bei der Gründung
des Gral im Kern ging. Dabei hatte der
Gral ja schon mancherlei Gestalt
angenommen und dieses Grundanliegen in
unterschiedliche Kulturen und Kontexte
inkarniert. 1964 existierte der Gral bereits
über 40 Jahre und hatte sich in allen
Kontinenten ausgebreitet.
Im Folgenden sollen einige prägnante Sätze aus dem Text zitiert werden. Der ganze Text –
knapp vier Seiten – wird gerade ins Deutsche übersetzt und im Gral veröffentlicht.
„Das Zentralthema, das Leitmotiv, das alles was P. van Ginneken sagte oder tat – und was
besonders seiner Gründung des Gral zugrunde liegt – ist die Idee des Apostolates. Dies kann
nicht genug betont werden. Aber dann ist zu fragen 'Was genau meinte er mit Apostolat?'“
1921 sagte er deutlich: „Die Kirche hat sich von der Welt zurück gezogen......Die Kirche hat
den Kontakt zu den lebendigen Zentren des Lebens und Denkens verloren......Die Kirche
scheint sich hinter Wällen verschanzt und einen Zufluchtsort für ihre Gläubigen gebaut zu
haben“.
„P. van Ginneken wollte diese Mauern nieder reißen, buchstäblich wie im übertragenen Sinn,
z.B. sollte der tiefgläubige Kontemplative in der Fabrik sein oder der verheiratete evangelische Missionar im Kontakt mit den Menschen“.
„P. van Ginneken stellte sich vor in die Welt hinaus zu gehen, nicht die Welt zu uns zu bringen, nicht die Welt 'hinter die Mauern' zu bringen, in die Welt hinaus zu gehen, nicht eine
eigene, besondere katholische Welt für uns zu errichten“.
„Tiefgläubige, mitten in der Welt – das ist es, was P. van Ginneken mit dem Gral wollte. Er
sagte, wenn ihr 'nur' heilig seid, dann wird alles gut werden“.
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Eine Proklamation der Macht des Feuers
Verfasser unbekannt
Diesen Text hat Loek Goemans (Gral Südafrika) zur Verfügung gestellt.
Wir proklamieren, dass die Lichter des Kosmos alle Menschen auf den Planeten in
großer Einheit verbinden. Wie die feurigen Sterne, die starke Sonne und das nachdenkliche Mondlicht auf uns scheinen, so baden sie jeden Einzelnen, der in dieser
wunderbaren Lebenssphäre wohnt, in ihrer starken, erleuchtenden Energie.
Wir proklamieren ein unlöschbares Feuer, das jeder Mensch ausstrahlt, ein Licht,
das stark, tief und anhaltend ist. Es ist ein wachsames Feuer im Herd der Seele, das
Hoffnung und Wahrheit in den vielen Höhen und Tiefen des Lebens bewahrt.
Wir proklamieren, dass das Feuer derjenigen, die uns vorangegangen sind, die Erde
nie verlassen hat. Wir sind ermutigt durch die Wahrheit, dass ihr heiliges Feuer zum
ewigen Licht geworden ist, das uns leitet, ein Feuer, das uns segnend begleitet, ermutigt und stärkt, unser Leben in Fülle zu leben zu unserem eigenen Besten und zum
Wohl der ganzen Menschheit.
Wir proklamieren, dass das innere Feuer nicht zurück gehalten werden kann. Es
sucht den Weg nach außen, durchdringend und überall da eindringend, wo es an Leidenschaft und Vitalität fehlt. Wenn sich das innerste Selbst mit Liebe, Vertrauen und
Zuversicht öffnet, dann leuchtet ein belebendes und heilendes Licht in alle Ecken der
Welt.
Wir proklamieren, dass es ein göttliches Feuer in uns gibt, unermesslich liebend, unvorstellbar fürsorglich, niemals urteilend und sehr leidenschaftlich. Dies Licht wird
uns niemals aufgeben. Es wird uns liebend stärken bis in die Ewigkeit.
Wir proklamieren, dass dieses Licht in uns schön ist, kostbar und wild. Wir drängen
jede alles zu tun, um dieses Feuer zu hüten, für dieses mit Mut und Freundlichkeit zu
sorgen. Lasst dieses innere Licht strahlend leuchten, so dass alle von der Macht dieser unermesslichen Wärme und Güte erfahren.
Heiligsprechungen - aktuell und visionär
Marita Estor
H
eiligsprechungen sind mehr als
„die Erhebung zur Ehre der Altäre“ und dass dieser Mensch von
da an verehrt werden darf. Dies ist ganz
besonders der Fall, wenn Papst Franziskus
Menschen heiligspricht. Dann sind sie aktuell, haben eine Botschaft für die Menschen heute. Sie sind wegweisend zu
einem Ziel, für das sein Leben einzusetzen
sich lohnt. Erzbischof Oscar Romero, am
24. März 1980 von Militärs und rechtsradikalen Kreisen in El Salvador am Altar
ermordet, wurde schon gleich danach von
den Menschen in ganz Lateinamerika als
Heiliger verehrt. Im Vatikan schleppte sich
dagegen das Verfahren hierfür 35 Jahre
ϳ
lang hin bis es auf Drängen von Papst
Franziskus endlich zum Abschluss kam.
Mit der Heiligsprechung von zwei palästinensischen Ordensfrauen aus dem 19.
Jahrhundert, die bisher kaum bekannt waren, setzte Papst Franziskus wiederum ein
Zeichen. Nachdem er zunächst Palästina
als Staat anerkannt hatte, kann die Heiligsprechung von Maria Alfonsina Danil
Ghattas und Mariam Baouardi dafür stehen, dass das Heilige Land nicht nur ein
Land des Konfliktes, der Gewalt und der
Zerstörung, sondern dass das Leben dieser
heiligen Frauen weit über ihren Tod hinaus
den Weg zu Versöhnung und zu einem
friedlichen Miteinander weisen könnte.
Und wenn jetzt erstmals in der Geschichte
der katholischen Kirche ein Ehepaar heiliggesprochen wird, voraussichtlich während der Familien-Synode im Herbst, dann
ist dies ein starkes Zeichen für die Mehrzahl der Menschen, die ja zumeist in einer
Familie leben: die französischen Eheleute
Louis Martin (1823 – 1894) und Zélie
Martin geb. Guérin (1831 – 1877).
Zélie und Louis Martin sollen nicht nur
deshalb heiliggesprochen werden, weil sie
die Eltern der hl. Thérèse von Lisieux und
vier weiteren Töchtern sind, die ebenfalls
Karmelitinnen wurden, sondern wegen
ihres eigenen vorbildlichen Lebenswandels, worauf ausdrücklich während ihrer
Seligsprechung 2008 hingewiesen wurde.
Es ging um ihre Ehe, ihr Zusammenleben,
ihren
lebendigen
Glauben.
Papst
Franziskus verbreitete einmal über Twitter,
was das bedeutet: „Die Ehe ist ein Königsweg, um heilig zu werden.“ Und wie
man nun als Ehepaar heilig wird, twitterte
der Papst auch: Jeden Tag zu „Opfer und
Hingabe“ bereit sein. Dass dies nicht ganz
so einfach ist, wie es getwittert klingt, zeigen die Diskussionen um Ehe und Familie,
um Gelingen und Scheitern, um Liebe,
Sexualität und Verantwortung und um
wirkliche Partnerschaft von Mann und
Frau, mit denen sich die Familien-Synode
demnächst befassen wird und dazu hoffentlich auch auf die Eheleute selbst hört.
8
Heilige Zélie und heiliger Louis bittet für
uns!
Die palästinensischen Ordensfrauen Maria
Alfonsina Danil Ghattas (1843 – 1927) und
Mariam Baouardi (1846 – 1927) verkörperten zwei Dimensionen unseres kirchlichen Lebens, sagte Fouad Twal, der lateinische Patriarch von Jerusalem in einem
Interview mit KNA. Maria Alfonsina lebte
ein überaus aktives pastorales Leben. Mit
den Rosenkranzschwestern ist sie heute in
allen Pfarreien und in allen Ländern der
Region vertreten. Sogar am Golf haben
diese Schwestern mehrere Schulen gegründet, die von zwei- bis dreitausend
Mädchen besucht werden! Mariam
Baouardi lebte ein kontemplatives Leben
und gründete den Karmel in Bethlehem.
Auch die anderen Karmel-Klöster – Haifa,
Nazareth und Jerusalem - sind von ihr inspiriert. Die Heiligsprechung dieser beiden
Palästinenserinnen hat eine politische Dimension: die Reaktion der palästinensischen Regierung war überaus positiv.
Nicht nur 1500 Christen aus dem Heiligen
Land nahmen an den Feierlichkeiten in
Rom teil. Auch Präsident Abbas selbst und
der muslimische Bürgermeister von
Nazareth sowie der Stadtrat reisten dafür
nach Rom. Dies alles sei eine „gute Gelegenheit für einen Dialog des Lebens, des
Alltags und der Freundschaft“, sagte Patriarch Twal in dem KNA-Interview.
Am Rande des lateinamerikanischen Bischofsrates im Mai 2007 vertraute Kardinal
Jorge Mario Bergolio dem Generalvikar
Jesus Delgado aus El Salvador einen geheimen Wunsch an. „Wenn ich einmal
Papst wäre, würde ich Oscar Romero sofort heiligsprechen“. Nach dem Gespräch
betete Delgado, der sich seit der Ermordung von Romero um dessen Heiligsprechung bemühte: „Mein Gott, warum
machst du diesen Mann nicht zum Papst?“
Dies Gebet wurde erhört. Nur zwei Jahre
nach seiner Wahl sprach Papst Franziskus
Oskar Romero in seiner Heimatstadt selig.
Schon einige Jahre zuvor hatten die Vereinten Nationen den Todestag dieses muti-
teinamerika verbreitet. Er war sich bewusst, dass er sich damit selbst in Gefahr
brachte. Aber die Solidarität mit den Armen und das Eintreten für ihre Rechte und
ihre Würde, waren für ihn sein bedingungsloser Weg der Nachfolge Jesu, auf
dem er zum Märtyrer der Gerechtigkeit
wurde. Jetzt hat Papst Franziskus angekündigt, er wolle auch die Heiligsprechung
von Dom Helder Camara, der „Rote Bischof von Recife“, und von seinem Freund
Rutilio Grande Garca prüfen lassen. José
María Tojeira SJ, Studentenseelsorger an
der zentralamerikanischen Universität von
El Salvador, würdigt Oscar Romero mit
folgenden Worten: „Tiefe Mitmenschlichkeit mit den Leidenden, gleichgültig
wodurch das Leiden entstanden war, macht
ihn zu einem Heiligen für Humanität. Er
wurde berühmt, weil er die Armen
schützte, weil er zur Stimme jener wurde,
die keine Stimme zur Verteidigung ihrer
Rechte besitzen. Diese tiefempfundene
Solidarität und von Herzen kommende
Zärtlichkeit, die zugleich durch und durch
menschlich und durch und durch christlich
ist, gab ihm die Kraft und die Courage, ein
Prophet der Gerechtigkeit zu werden.“
gen Mannes zum „Internationalen Tag für
das Recht auf Wahrheit über schwere
Menschenrechtsverletzungen und für die
Würde der Opfer“ erklärt. Und in einem
Ökumenischen Aufruf zum 1. Mai 2011
„Gedenkt der Heiligsprechung des Märtyrers San Romero durch die Armen dieser
Erde“, der in vielen Ländern von vielen
ganz unterschiedlichen christlichen Gruppen und Menschen unterschrieben wurde,
denn „dieses Gedenken soll uns Ermutigung auf dem Weg des Evangeliums sein
und zugleich als Umkehrruf in den Kirchen
der Reichen gehört werden.“ (Auch unterschrieben von Erika Haugg, Silvana
Ferraguti und Marita Estor.)
Dabei war Oskar Romero vor allem deshalb zum Erzbischof von El Salvador ernannt worden, weil man im Vatikan von
ihm erwartete, dass er gut mit der damaligen Regierung auskäme. Als aber kurz
darauf sein Freund, der Jesuitenpater
Rutilio Grande Garca am 12.3.1977 erschossen wurde, weil er sich für die armen
Bauern und deren Rechte einsetzte, sah
Romero die Welt mit anderen Augen und
wurde zum schärfsten Kritiker der Regierung. Seine Predigten wurden in ganz La-
Vater unser
Vater unser, Ursprung allen Lebens, der du dich wie eine Mutter um
deine Kinder sorgst;
Vater unser im Himmel, also uns allen nahe, besonders in Jesus von
Nazareth;
Geheiligt werde dein Name in der Würde aller Menschen, vor allen
der Entwürdigten;
Dein Reich komme, dein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens;
ϵ
Dein Wille geschehe, denn dein Wille ist das Leben in Fülle für alle
Menschen;
Wie im Himmel so auch auf Erden, also hier und heute;
Unser tägliches Brot gib uns heute, hilf, das vorhandene Brot so zu
verteilen, dass alle leben können;
Vergib uns unsere Schuld, die wir gegen uns selbst, gegen andere
und damit auch dir gegenüber auf uns geladen haben;
Wie auch wir denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind;
hilf auch, die Verschuldung von Menschen und Völkern zu
überwinden;
Und führe uns nicht in Versuchung, nur uns selbst für gerecht und
gut zu halten, auf Kosten anderer zu leben oder am Schicksal der
anderen gelangweilt vorbeizugehen;
Sondern erlöse uns von dem Bösen, von der Verstrickung in Geld
und Gewalt und Ungerechtigkeit unserer Welt;
Denn dein ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit, lass
uns etwas davon schon heute erfahren;
Amen, denn so glauben und erhoffen wir es für alle, die Lebenden und
die für uns Verstorbenen, vor allem für die Opfer. Amen!
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UN – forciert Geschlechtergleichstellung von Peking20+ bis zur
Zukunftsagenda
Marita Estor
D
ie UN-Frauenrechtskommission
hat in ihrer 59. Sitzung (März
2015) den Aktionsplan von Peking
bestätigt und zugleich seine Umsetzung
gestärkt und dynamisiert. Die angestrebten
Ziele – Gleichstellung der Geschlechter,
10
Entwicklung und Frieden – sollen unter
den heute gegebenen Bedingungen und
Erfordernissen einer globalisierten Welt
für und mit den Frauen erreicht werden.
Die Direktorin von UN-Women Phumzile
Mlambo-Ngenka hat deshalb zu einer
Kampagne aufgerufen. Sie sagte in New
York zu allen Frauen und allen Verantwortlichen: „Unser Ziel ist einfach: erneuter Einsatz, verstärktes Handeln und zusätzliche Ressourcen zur Umsetzung der
Gleichstellung der Geschlechter, der Stärkung von Frauen und der Menschenrechte.
Unser Aufruf lautet: 'Wer Frauen stärkt,
stärkt die Welt!' Mach mit!“ Ein Jahr lang
soll auf allen Ebenen, in allen Bereichen
hierfür mobilisiert werden, „denn wir können und müssen diese Vision Wirklichkeit
werden lassen.“ In Deutschland werden
dies das Deutsche Komitee UN-Women
(Bonn) und der Deutsche Frauenrat mit
den darin zusammenarbeitenden Frauenverbänden in vielfältiger Weise tun.
Seit der Weltfrauenkonferenz in Peking
1995 hat sich die Welt enorm verändert,
was Frauen teils neue Möglichkeiten teils
aber auch neue Gefährdungen brachte. Der
Einsturz der Textilfabrik in Bangladesh mit
über 1100 Toten, überwiegend Frauen, ist
nur ein Beispiel dafür. Armut, Hunger,
Bildungsmangel,
Gesundheitsgefahren,
Flucht und Migration tragen überwiegend
ein weibliches Gesicht. Oft sind dies Folgen der neoliberalen Wirtschaftspolitik, bei
der es um mehr Markt, weniger Staat und
mehr Eigenverantwortung geht. Von den
rasch aufeinanderfolgenden Boom Phasen
und Krisen haben die Reichen – Menschen
und Länder – profitiert, die Lasten wurden
den Armen aufgebürdet, sie wurden ärmer.
Papst Franziskus hat es auf den Punkt gebracht: „Diese Wirtschaft tötet“. Selbst in
den Wirtschaftswissenschaften melden sich
aber mehr und mehr kritische Stimmen. Es
werden alternative Denk- und Handlungsmodelle entwickelt. Und langsam ändert
sich auch das Verhalten von Menschen im
Umgang mit der Natur und der Umwelt, im
Konsum und im Handel. Dies ist auch
dringend und lebensnotwendig, wenn Ungerechtigkeit und Schäden von den 7,3
Mrd. heute lebenden Menschen abgewendet werden sollen, vor allem aber auch im
Hinblick auf Lebenschancen der künftigen
Generationen.
Was für den Aktionsplan von Peking gilt,
trifft auch für die im Jahr 2000 vereinbarten Millenniums-Entwicklungsziele zu, die
bis zum Jahr 2015 erreicht werden sollten.
Aber auch hier wurde einiges erreicht, was
jedoch keineswegs ausreicht. Die Zahl der
Hungernden und in absoluter Armut Lebenden ging zwar zurück, aber immer noch
sind 800 Millionen Menschen von Hunger
und Armut betroffen. Deshalb sollten nun
die politischen Energien gebündelt werden.
Staaten sollen in Partnerschaft politische
Ziele und Strategien vereinbaren und dafür
auch die finanziellen Ressourcen verbindlich zusagen. Langsam setzt sich die Einsicht durch, dass es so nicht weiter gehen
kann, wenn das Überleben der Menschheit
und gerechte Lebenschancen aller Menschen, der Männer und der Frauen, der
Kinder und der alten Menschen gesichert
werden sollen.
Der G-7-Gipfel in Elmau war der Auftakt
zu einer Reihe von Gipfeln, zu einer Gipfelwanderung wie die süddeutsche Zeitung
schrieb. Bundeskanzlerin Merkel war nicht
nur Gastgeberin, sondern war auch für die
Agenda verantwortlich. Als Frauenministerin hat sie gelernt, dass Frauen auch Macht
brauchen, wenn sie das Leben der Menschen mitgestalten wollen. So stand denn
ganz im Sinn der UN die Beteiligung der
Frauen in Führungspositionen auf der
Tagesordnung – was allerdings von den
Medien kaum beachtet wurde. Dass aber
die sog. Decarbonisierung – der Verzicht
auf Kohle, Erdöl und Gas – beschlossen
wurde, ist ein Hoffnungszeichen für Erreichung der Klimaziele, aber auch eine gewaltige Herausforderung vor allem für die
Wirtschaft. - Mitte Juli findet in Addis
Abeba eine weitere Gipfelkonferenz zur
Entwicklungsfinanzierung statt, auf der
nachhaltige Finanzierungskonzepte erarbeitet werden sollen, wofür ein Höchstmaß
an Solidarität erforderlich ist. Vom 25. 27. September findet dann in New York
die UN-Vollversammlung als Gipfelkonferenz aller Regierungschefs statt. Es geht
um einen Fahrplan hin zu einer weltweit
nachhaltigen Entwicklung und die Grundϭϭ
lagen für eine neue Partnerschaft zwischen
allen Staaten, eine Art „Weltzukunftsvertrag“ (die sog. Post-2015 Agenda). Dieser
soll soziale, wirtschaftliche und ökologische Ziele vereinen. Vom 30. November
bis zum 12. Dezember 2015 findet in Paris
dann der Weltklimagipfel statt. Dessen
Ziel ist ein umfassendes und verbindliches
Klimaabkommen, das langfristige und
nachprüfbare Beiträge aller Staaten zum
Erreichen des 2° C–Ziels festschreibt.
Die Frauenrechtskommission war sich bewusst, dass es großer Anstrengung bedarf,
um den Frauenrechten, insbesondere den
Rechten auf Bildung und Arbeit, Gesundheit und Sicherheit Geltung zu verschaffen.
Diese Kommission und UN-Women, die
Frauenabteilung der UN, werden sich in
die Vorbereitungsprozesse für diese Gipfelkonferenzen einschalten und in diesen
Konferenzen selbst ihre Stimme erheben,
um die Belange der Frauen und Mädchen
einzubringen. Sie erwarten, dass dies
ebenso auf allen politischen Ebenen erfolgt. Frauen sind als politisch Verantwortliche, in der Zivilgesellschaft und in
den Nichtregierungsorganisationen gefragt,
ihre Stimme zu erheben, sich zu engagieren.
Stimmen von Gralfrauen und -mädchen, die an der Frauenrechtskommission59
teilgenommen haben:
Khensani Nkabongo (Mosambik):
„Die FRK59 war die erste große Konferenz, an der ich teilnahm. Es war für mich eine
besondere Möglichkeit mitzuteilen, wie die Situation der Mädchen in meinem Land ist,
und zu lernen, was überall in der Welt für Mädchen und Frauen getan wird. Die FRK59
hat mir auch die Möglichkeit gegeben zu erkennen, was ich tun sollte und wie ich
beitragen kann, damit Geschlechtergleichstellung bis 2030 erreicht wird.“
Hyacinta Monja (Tansania):
„Länder die in die Erwerbsarbeit, Gesundheit und Bildung von Mädchen und Frauen
investieren, haben bessere Zukunftsperspektiven!“
Taylor Ladson (USA):
„Ich habe gelernt, dass die UN ein sicherer Ort ist, wo von Konflikten gefährdete oder
um Frieden bemühte Länder zusammenkommen und ihre Probleme diskutieren können.
Ich habe auch gelernt, dass die NGOs dieselben Probleme eher auf Gemeindeebene, aber
dennoch in größerem Zusammenhang vertreten. Zusammen überbrücken sie aber die
Kluft zwischen den Menschen und
politisch
Mehr
Stolz,Verantwortlichen
ihr Frauen! der Länder.“
Patricia
Camisao
(Brüssel):
Wie
ist es nur
möglich, dass ihr euch nicht aufbäumt gegen die Verachtung,
„Ich habe eine Menge über die heutigen Probleme der Welt gelernt. Und ebenfalls
habe ich neue Wege kennengelernt,
wie der
beitragen
die euch
nochGral
immer
trifft. kann, die Welt zu verändern.
Dafür bin ich sehr dankbar.“
12
Mehr Stolz, ihr Frauen!
Wie ist es nur möglich, dass ihr euch nicht aufbäumt gegen die Verachtung,
die euch noch immer trifft.
Auch heute noch? Ja, auch heute noch.
(Hedwig Dohm, deutsche Publizistin und Frauenrechtlerin, 1831-1919)
Wir sagen: Herzlichsten Dank!
Seit 2012 unterstützt die Heinz-Horst-Deichmann-Stiftung die Arbeit der
„Internationale Initiative Hochfeld“ mit einer großzügigen Spende.
Damit wurden und werden die Förderkurse für Grundschulkinder aus dem
Stadtteil finanziert.
Im Namen des Vorstandes und der Mitarbeitenden
Silvana Ferraguti (1. Vorsitzende)
Impressionen zum Evangelischen Kirchentag (DEKT) in Stuttgart
Traude Rebmann
Überschriften in Tageszeitungen:
Der Kirchentag war ein Geschenk für Stuttgart.
Das große Fest des Glaubens in Stuttgart.
5 unvergessliche Tage!
Kirche ist cool.
Man könnte auch viel über Zahlen schreiben:
• Am ersten Abend waren wohl 250 000 Gäste in der Stadt.
• 10 000 Gäste wurden in Privatquartieren aufgenommen.
• 95 000 waren es noch am Sonntagmorgen beim Schlussgottesdienst.
• 4000 Posaunenbläser erfreuten mit ihren Klängen.
• 5000 ehrenamtliche HelferInnen waren im Einsatz.
ϭϯ
Ich hatte schon am ersten Abend, als mir
beim Gottesdienst ein Text-und Liedheft
plus Programm ausgehändigt wurde, die
Idee, dass ich alle Papiere sammeln würde
über die Tage, um am Ende das Gewicht
festzustellen. Täglich kam aber mehr dazu
plus ein Kirchentagsmagazin, Faltblätter
jeglicher Art, eine Zeitung der Stuttgarter
„Anstifter“ mit dem Titel „Protest“. Schon
im Vorfeld gab es Sonderprogramme für
Veranstaltungen in der Friedenskirche
(zum Thema Friedensarbeit und diverse
Aktionen) sowie im Haus der Katholischen
Studentengemeinde(zum Thema: Palästina-Israel). Erst da kapierte ich, dass im
dicken offiziellen Kirchentagsprogramm
manches einfach nicht erwähnt wurde –
über die Gründe gibt es verschiedene Ansichten und wird sicher auch noch weiter
diskutiert und ausgewertet. Schnell habe
ich meine Papiersammelidee wieder aufgegeben und da ich am offiziellen Programm fast nicht teilnahm – teilweise auch
wegen Überfüllung nicht dabei sein konnte
– kann ich eher von persönlichen Eindrücken „außerhalb“ berichten.
Die Veranstaltungsorte waren über die
ganze Stadt verstreut – in Kirchen, Konzertsälen, in großen bis zu 8000 Menschen
fassenden Arenen, auf freien Plätzen, im
Rathaus, in Museen, in Vororten von
Stuttgart. Abendmahlsgottesdienste fanden
am Freitagabend auch in vielen Kirchengemeinden der Umgebung statt.
Es war überall eine gelöste Stimmung.
Viele waren über die gastfreundlichen
Stuttgarter erstaunt und dankbar für den
Einsatz der Hilfskräfte, die Verkehr und
Sicherheit sowie die Verpflegung gut bewältigt haben; sie haben sich ihrerseits
lobend über die Freundlichkeit der Kirchentagsbesucher ausgesprochen. Das
Wetter war natürlich auch ein Pluspunkt –
und viele hätten sich gewiss kühlere Tage
gewünscht – und glühend heiß war es in
den Zelten in denen die Info-Stände vom
„Markt der Möglichkeiten“ aufgebaut waren und viele Mitarbeiter ausharren mussten.
14
Zwei Veranstaltungen haben Traude
Rebmann besonders beeindruckt. Über die
erste schickte sie einen Bericht, der im
Folgenden zusammengefasst wird:
Ein Thementag „Das Schweigen brechen Gerechtigkeit schafft Frieden in Palästina
und Israel“. Zu dieser Veranstaltung lud
das KAIROS Palästina-Solidaritätsnetz
ein, das sich für Solidarität mit den palästinensischen Kirchen und für eine Lösung
des Palästina-Israel - Konfliktes einsetzt.
Da der Kirchentag aus Angst vor möglicher Kritik an Israel diese Veranstaltung
nicht ins Kirchentagsprogramm aufnahm,
fand diese im Haus der Katholischen Studentengemeinde statt. Mitveranstalter war
u.a. die Nahost-Kommission von PAXChristi. Teilnehmer am Theologischen
Forum war Weihbischof Thomas Maria
Renz (Rottenburg). Es ging um Recht und
Gerechtigkeit in Israel, um die schleichende Annexion des Westjordanlandes,
das apartheidartige System der israelischen
Gesellschaft (s. ANTENNE 3/2014, Beitrag von Bischof Tutu: Israelis: Befreit
Euch!), um den Krieg im Gaza-Streifen
und die Raketen-Angriffe auf israelische
Siedlungen. Letztlich aber ging es um die
Zukunftsfähigkeit Israels.
Die Ansprache von Frère Alois beim Taizé-Fest im Gedenken an Frère Roger hat
mich tief beeindruckt und ich habe ihn
gebeten, mir den Text zu schicken, was er
mit herzlichen Grüßen tat. (T.R.). Dem
sind folgende Zitate entnommen:
„Für Frère Roger spielte das Vertrauen auf
Gott eine große Rolle und – untrennbar
damit verbunden – die Solidarität zwischen
den Menschen. Wir können das eine nicht
ohne das andere leben.“
„Christus ruft die, die ihm nachfolgen, auf,
Salz der Erde und Zeichen seines Friedens
in der Welt zu sein. Jesus sagt nicht: „Ihr
sollt sein…“, sondern ganz einfach: „Ihr
seid das Salz der Erde.“ Dieses Salz ist
unter die Menschheit gemischt. Uns alle
sendet Christus aus, die gute Nachricht der
Liebe und des Friedens Gottes überall hinzubringen.
Wie in kaum einem anderen Land leben
zwei große christliche Konfessionen in
Deutschland sehr nahe beieinander. Wir
nennen uns alle „Christen“, wir tragen gemeinsam den Namen Christi. Wir sind in
der Taufe, die uns mit Christus vereint, zu
Christen geworden. Müssen wir diese gemeinsame Identität nicht noch deutlicher
und für alle sichtbar hervorheben, anstatt
immer wieder unsere konfessionelle Identität zu betonen!
Ich hoffe, die richtigen Worte zu finden,
um allen Christen folgende Fragen zu
stellen: Müssen wir heute nicht den Mut
haben, unter ein Dach zu ziehen, auch
wenn noch nicht alle theologischen Formulierungen zwischen den Kirchen zur
Gänze aufeinander abgestimmt sind? Wie
können wir in dieser Richtung einen
Schritt weitergehen?
Dies fordert auch dazu heraus, über unsere
Beziehungen zwischen den einzelnen Kirchen nachzudenken. Ist es nicht an der
Zeit, in der Versöhnung zwischen den getrennten Christen einen Schritt weiterzugehen? Es gibt keine Alternative: Wir können
nur gemeinsam Salz der Erde sein, andernfalls würde die Botschaft des Evangeliums
ihren Geschmack verlieren. Wo sich
Christen versöhnen, können sie dazu beitragen, die Wunden der Menschheitsfamilie zu heilen. Dann entsteht unter denen,
die überall auf der Welt Christus lieben,
eine große Gemeinschaft, die Freundschaft
ist.“
Siebzig Jahre danach.
Deutschland im Mai 2015 – keine Naturlyrik
Barbara Heitfeld
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Berichte aus dem internationalen Gral
Australien: Am 2. Mai fand im Gralzentrum Sydney ein Workshop zum Thema
„Demokratie. Packen wir's an. Ausnahmsweise.“ Weil es so viel Unzufriedenheit
darüber gibt, wie unsere Demokratie funktioniert oder nicht funktioniert, kommt
dieser Workshop gerade richtig. Die Planungsgruppe hatte das Tagesprogramm gut
vorbereitet und ihre Hoffnung auf rege
Beteiligung wurde nicht enttäuscht. Anne
Marie George schrieb: „Wir hatten ungefähr 30 Teilnehmende, gute Diskussionen
in Kleingruppen am Vormittag über die
Fragen, was sie an der australischen De-
mokratie ändern würden und was sie selbst
für diese Veränderung tun könnten. Nachmittags hatten wir eine engagierte Frageund Antwort-Sitzung mit einem Journalisten, einem Community-Organisator, einem
Aktivisten für Gewaltfreiheit und einer
Person, die in Bürgerbeteiligungsgremien
mitarbeitet – eine demokratische Innovation, bei der einfache Bürger zur Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen eingeladen werden. Es war ein Tag, an
dem sich neue Perspektiven öffneten und
mehrere Wege abzeichneten, die die Teilnehmenden näher erkunden können“.
(Newsletter Grail Australia, S. 5, E-Mail von A.M.G. 29. 5. 15)
Brüssel: Unsere Gralgruppe hat sich in
den letzten Jahren intensiv mit der Gewalt
gegen Frauen befasst. Dadurch haben wir
uns auch mit verschiedenen Gruppen vernetzt, deren Engagement in diesem Bereich
wir sehr schätzen. Deshalb haben wir ein
Fund-Raising-Dinner mit der doppelten
Zielsetzung geplant, Bewusstsein für diese
Problematik zu stärken und Geld für Arbeit
befreundeter Organisationen zu sammeln.
42 Personen nahmen an dem vorzüglichen
Dinner teil, erfuhren über die Gewalt gegen Frauen in Brüssel und weltweit und
über das Engagement für die Opfer in dieser Szene. 2045 € wurden gespendet! Die
Schwestern vom guten Hirten in Brüssel
und Payoke in Antwerpen erhielten je die
Hälfte dieses Betrages. Beide Organisationen arbeiten mit Prostituierten im Rotlicht
-Milieu und unterstützen sie in allen Fragen, auch wenn sie aussteigen wollen.
(Patricia Foito e Camisão, Intern. Newletter, Mai 2015)
Mexiko:
Vor kurzem besuchte Maria
Carlos Ramos (IPT) die Gralfrauen in Mexiko und ihre Projekte in verschiedenen
Orten.
In Los Reyos führt der Gral Workshops zur
Prävention von Gewalt durch. Diese
Workshops werden in Schulen und mit
Jugendlichen veranstaltet. Gleichzeitig
werden Workshops mit Frauengruppen
über gesunde Ernährung zu möglichst
niedrigen Kosten durchgeführt.
Die Gralgruppe in Morelos hat ein Projekt,
in dem Frauen zur Übernahme von Verantwortung in ihren Gemeinden befähigt
werden. Für die Frauen erleben diese
Workshops als Beginn neuen Lernens;
dabei geht es um den Anbau von Pflanzen
in Hausgärten, um Sammeln und Gebrauch
von Regenwasser, gesunde Ernährung,
16
Grundkenntnisse des Haareschneidens und
ökologische Kochherde.
In Torreno trifft sich seit sieben Jahren
eine Frauengruppe, um über aktuelle Fragen und Spiritualität zu sprechen und zu
reflektieren, miteinander zu beten und sich
gegenseitig zu unterstützen. Diese Erfahrungen sind für sie eine Quelle der Hoffnung, diese Gegend ist von der Gewalt des
organisierten Verbrechens bedroht. Obwohl die Frauen arbeiten und Kinder haben, sichern sie sich den Samstagvormittag
für sich selbst und wollen auch etwas für
das Gemeinwesen tun.
In Mexiko Stadt hat sich eine Gruppe junger Frauen kürzlich entschieden, sich den
Problemen in einem ländlichen Gebiet zu
befassen. Dort hat die Gruppe einige Jahre
mit Aktiven gearbeitet, wird nun aber von
kriminellen Gruppen bedroht. Gleichzeitig
kämpfen dort politische Gruppen im Kontext bevorstehender Wahlen um die Macht.
Die Gruppe wird dort weiter mit den
Frauen arbeiten, die sehr am Gral interessiert sind und sich treffen und die Situation
analysieren. Die Gruppe will aus den bisherigen Erfahrungen lernen und will auch
neue Aufbrüche wagen: So planen sie in
der riesigen Hauptstadt mit einem Ort zu
beginnen, wo über Konsum, gesundes Essen, Umweltfragen und Nachhaltigkeit von
organischer Landwirtschaft, insbesondere
Mais, diskutiert werden kann. “Sin Maiz
No Hay Pais“ (Ohne Mais, kein Land) ist
die nationale Kampagne gegen genetisch
veränderte Pflanzen, die die Menschen
stärken und so als „Konsumentenmacht“
zusammen bringen soll.
Am Ende des Besuchs von Maria Carlos
trafen sich die Gralfrauen aus allen Gruppen. Azucena berichtete über die Konferenz der UN-Frauenrechtskommission in
New York, über die Hauptthemen, und
auch über die gemeinsamen Erlebnisse im
Gralzentrum in der Bronx, wo sie mit
Gralfrauen und Mädchen aus 10 Ländern
zusammen war. Die Frage der jungen
Frauen und die zukünftige Arbeit des Gral
mit diesen in Mexiko, standen ebenfalls
auf der Tagesordnung. Auch in Zukunft
will sich der mexikanische Gral an der
jährlichen UN-Frauenkonferenz beteiligen.
Viele großartige Dinge geschehen in Mexiko!
(Maria Carlos, Rosaurora und Maria McDermit – Intern. Newsletter, Mai 2015)
Südafrika: Antony Sungisayi hat im Gralzentrum Kleinmond die Ausbildung
„Training für Transformation“ (TfT) absolviert und diese Methode nun in einem
Projekt in der Westprovinz von Simbabwe
erfolgreich angewendet. Dort gab es eine
Grundschule, eigentlich nur ein grasbedeckter Behelfsraum, in dem der Unterricht stattfand. Vor allem während der Ferien wurde dieser durch Wind oder auch
durch das Vieh öfter zerstört, so dass diese
Schule fast immer nach den Ferien neu
errichtet werden musste. Die Afrika-BuchEntwicklungsorganisation (ABDO) griff
dieses Problem auf und organisierte die
umliegenden fünf Dörfer. Antony führte
Ende 2013 bis Anfang 2014 mehrere TfT-
Workshops, in denen von den Menschen
dort ein Arbeitsplan entwickelt wurde.
Die Eltern begannen dann Backsteine zu
formen, anderes Baumaterial herbei zu
schaffen und sorgten sogar für Mahlzeiten
für die Bauleute. Antony schreibt: „Es war
eine Freude zu sehen, wie die Menschen
sich engagierten und ihren Arbeitsplan
umsetzten.“
Durch ABDO's Mobilisierung und Motivierung wurde die Gemeinde gedrängt bei
der Nationalarmee von Simbabwe die
Entsendung von Baufachkräften anzufragen, damit sie die lokalen Bauleute
unterstützten. Dem Motto: „Macht aus
Gewehren Wasserwaagen und Schaufeln!“
folgte ein Team von 8 Soldaten!
Grailville Febr. 2015
Tansania: 2013 trafen sich Vertreterinnen
der ostafrikanischen Region in Uganda und
erstellten einen Plan, dessen Umsetzung
wir nun bei unserem Treffen im tansanischen Gralzentrum auswerteten und die
Zukunft des Gral in der afrikanischen Region beraten wollten. Wir – das sind:
Abida (Internationale Ratsfrau aus
Mosambik), Jossephine (IR Uganda),
Sarah (Kenia), Margarita (IR Tansania),
Winnie (Koordinatorin Uganda) und
Priscilla (IR Südafrika). Die Pläne die wir
erstellt hatten, betrafen: Austausch, Formation, Finanzen und Fundraising, Kommunikation.
Über einige Erfolge wurde berichtet, aber
wir hatten es auch mit einigen Herausforderungen zu tun. Erfolge gab es bei Kommunikation zwischen den Ländern via EMail, Facebook und Skype. Auch gab es
einige Reisen zwischen den Ländern, wenn
auch nur wenige. Einige Länder taten ihre
Beiträge zusammen, obwohl es nicht zu
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einem formellen Fundraising für die afrikanische Region kam. Wenig ist geschehen
in Bezug auf Austausch über Formationskonzepte innerhalb der fünf Länder. Herausforderungen schlossen Entfernungen
innerhalb der Länder ein und die Leute
waren einfach zu beschäftigt um weitere
Verantwortlichkeiten zu übernehmen.
Austausch mit Imelda Gaurwa
Imelda war eingeladen, uns über die Gralgeschichte in Ostafrika mitzuteilen und wie
es begann. Sie schilderte die bereichernde
Geschichte des Gral in Kenia, Uganda und
Tansania. Die Arbeit gründete auf der
Sendung des Gründers, dem es um die
Transformation der Welt durch die
Gralfrauen ging. Sie betonte das Gral –
Motto „Transformation der Welt und Engagement in apostolischer Arbeit in verschiedener Weise. Sie betonte die Notwendigkeit für eine intensive Vorbereitung der
Ausbilderinnen und dass die hierfür Verantwortlichen wissen sollten, was sie tun
müssten und dann auch dieses Schritt für
Schritt tun. Wenn dies nicht so erfolgt,
besteht die Gefahr, dass der Gral zu einem
„sozialen Klub“ wird. „Wir sollten die
Grailvision nicht dadurch verwässern, dass
wir ausklammern wofür wir stehen.“
Die Ergebnisse unseres diesjährigen Treffens folgen hier kurz zusammengefasst:
Verpflichtungen auf der sub-regionalen Ebene:
Austauschprogramme Ostafrika (Kenia, Uganda, Tansania)
Thema:
Ökumene
Warum:
Es gibt ein Bedürfnis, zu lernen und zu verstehen, was es bedeutet ökumenisch
zu sein.
Wo:
in Kenia
Wann:
April/August 2016
Wer:
Gralmitglieder
Südafrika und Mosambik
- Treffen beider Länder, unterstützt von einer Ressource-Person, in zwei Jahren.
- Austausch der Jahresberichte und Mitteillungen zwischen beiden Ländern.
Verpflichtungen auf Regionalebene Afrika
- Eine Abstimmung über die jährliche Beitragshöhe zum Internationalen Fond (500 € je Land)
- Alle fünf Mitgliedsländer stimmen darin überein, dass Formation Vorrang hat. Sie bereiten
die Teilnehmerinnen und Ausbilderinnen für ein Formationsprogramm in 2016 vor.
Besuch in Kenia
Auf dem Rückweg von Kenia machte ich
einen Zwischenhalt in Kenia und besuchte
Darajambili/ Kisumu. Am Flughafen begrüßte mich Syprose Oduor, die mich auch
während meines Aufenthaltes in Kisumu
begleitete. Im Gralhaus war Rose Akinyi
meine Gastgeberin. Am 13. April traf ich
mich mit der Frauengruppe “Glaube und
Aktion”. Mit Hilfe von Rosalia Ogwel
hatte diese als eine Unterstützungsgruppe
für Frauen begonnen, die mit HIV/AIDS
(infiziert oder betroffen) leben. Während
dieses Treffens ging es in einer
Untergruppe um “Tisch-Bankaktivitäten”,
ein interessantes Konzept um Bankgeschäfte zu erledigen. Die Frauen sagten,
dass diese Treffen und der Austausch untereinander ihnen Bildung und Wissen
vermitteln. Die Gruppe hat auch von der
Unterstützung beim Kauf von Milchkühen
profitiert; seit Kurzem haben einige durch
diese Initiative eine Milchkuh. Jetzt bereiten sie den Erwerb von Milchziegen vor
und bearbeiten Felder für den Anbau von
Futterpflanzen.
Zodwa Mbazo - Intern. Newsletter, Juni 2015
18
Tansania: Am Pfingstsamstag besuchte
Christine Ngereza den Gral-Bücherladen in
Moshi. Christine ist in Moshi geboren, ist
jetzt Mitarbeiterin am National Cultural
Museum in Darressalam und arbeitet
gleichzeitig an ihrer Doktorarbeit über die
„Auswirkungen des globalen Klimawandels auf die Fauna am Kilimanjaro. Diese
ist Teil eines deutsch-tansanischen For-
schungsprojekts weswegen Christine auch
für einen Teil ihrer Forschungsarbeit an
der Universität in Marburg war und zwei
Monate bei mir wohnte! Sie überbrachte so
zu sagen Grüße von Haus zu Haus. Im
Herbst wird sie ihre Doktorarbeit in Marburg mit der mündlichen Prüfung abschließen!
Marita Estor
Christine Ngereza und Conjesta Kimario (Gral Tansania)
USA/Nepal: Allison Weiss, die ein Jahr im
Gralzentrum Cornwall (USA) mitgearbeitet hat, machte während der Fastenzeit eine
Pilgerfahrt nach Nepal. Einen ausführlichen Bericht schrieb sie für den Newsletter
von Cornwall „Ob ich Gebetsmühlen am
buddhistischen Tempel in Gang setzte,
Leichenverbrennungen beim Hindu-Tempel beobachtete, an Dschungel- oder Bergheiligtümern vorbei wanderte oder mit den
Menschen in den Dörfern zusammen kam
– es war eine ständige Reise in das Unbekannte. Jedoch, obwohl es eine Reise in
das Unbekannte war, dennoch war meine
eigene Transformation ganz geprägt durch
die Fastenzeitgeschichten von der Kreuzigung zur Auferstehung und Neugeburt.“ In
ihrem Bericht beschreibt Allison wie die
schreckliche Armut sie sofort in den Modus versetzte „Wie kann ich helfen?“ Sie
lernte aber dann etwas, was viel schwieriger ist als Notprogramme zu organisieren:
„Akzeptiere die Realität wie sie ist. Lass
Dein Herz daran zerbrechen. Erst dann
konnte ich mein Ego und meine Bedürf-
nisse loslassen. Anstatt meinen Verstand
auf Problemlösungen und Aktionsmöglichkeiten zu richten, öffnete sich mein
Herz und erlaubte den Menschen dort, den
Orten und der Realität mich zu verändern.
Ich begann diese Reise als eine Studierende des Lebens, mit einem offenen Geist
und einem wunden Herzen. Ich folgte dem
Rat von Lucy Jones, den sie mir mitgab:
Halte Dein Herz offen und der Geist der
Transformation wird kommen – und es
geschah in einer Weise, die ich mir nie
hätte vorstellen können.
Kurz nach ihrer Rückkehr erschütterte am
25. April das Erbeben Nepal, insbesondere
die Region, die sie kennengelernt hatte. Sie
schreibt im Cornwell-Newslettter: „Meine
Freundin Seema in Nepal und ihr Team
haben sofort in erstaunlicher Weise Hilfen
für die ländliche Bevölkerung organisiert.
Es ist wirklich eine Antwort auf die Gebete
der Menschen dort, die auf unsere Hilfe
angewiesen sind. Dort bedeutet ein Wenig
viel und Viel bedeutet sehr viel.“
(Newsletter Cornwall: [email protected])
-Dort auch der ganze Bericht und Fotos von Erdbebenfolgen-
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20
Lebende Tradition auf der Grailville-Weide
Becky Hill, Pat Hill (übersetzt: Marita Estor)
Unsere 50 Kühe sind in diesen Tagen eine
fröhliche Menge! Nicht nur weil sie wieder
draußen auf der Weide grasen können. 25
Kühe im gebärfähigen Alter sind tragend;
das erste Kalb, Tochter von Audrey, wurde
im April am Ostermontag geboren. Die
Saison des Kalbens beginnt!
Die Kühe sind auf Gras-Diät nach einem
bestimmten Plan, nach dem die Herde jeden Tag auf einem anderen kleinen Stück
der Weidekoppel grast und dann erst nach
45 Tagen wieder dorthin zurückkehrt, so
dass dieses Stück in der Zwischenzeit ungestört nachwachsen kann. Diese Methode,
auch bekannt als Management-IntensivGrasen (MIG) maximiert die Fähigkeit der
Herde, die Weide optimal zu nutzen und
doch täglich frisches Futter zu haben.
Die Herde besteht aus einer Kreuzung von
Flachland Angus- und Dexterkühen. Becky
ist zurzeit dabei, ihre Nachkommen in
Stammbäumen bei dem amerikanischen
Flachland-Register anzumelden. Die ursprünglichen Kühe sind Irische Dexters
und die Bullen sind Vollblut-FlachlandAngus, beide Arten werden auf Grasfutter
gezüchtet, nicht auf Getreide, weil sie so
gesünderes Fleisch produzieren und glücklichere Tiere sind als die Stallgefütterten.
In diesem Registrierungsprozess werden
die Kühe nach Generationen registriert, bei
der jede Kuh einen Herden-Namen, in unserem Fall: O’Bannon Valley Farm -, eine
Nummer und einen individuellen Namen
braucht. Wir haben viel Spaß gehabt, die
erste Generation, so zu sagen den Gründerinnen-Kühe Namen zu geben! Und wir
haben uns erlaubt, ihnen die Namen unserer älteren Gralfrauen zu geben! In der
ersten Runde der Papierarbeit haben wir
für die Registrierung Eleanor, Rachel, Catherine, Debora, Anna, Veronica und Fern
vorgeschlagen, um nur einige zu nennen.
In der folgenden Generation müssen ihre
Töchter mit einem Namen registriert werden, der mit demselben Anfangsbuchstaben wie der ihrer Mutter beginnt. Zum
Beispiel: wenn wir die Registriernummer
von Eleanor haben, können wir ihre Töchter Elise und Eva registrieren, Rachels
Töchter: Ros und Ruth, Catherines Töchter: Ceci und Carol, Annas Töchter: Alice
und Audrey und dann das neugeborene
Kalb: April. Der ganze Prozess ist zeitaufwändig und mit viel Papierarbeit verbunden, aber auch ein kleiner Beitrag, unsere
älteren Gralfrauen zu ehren. Uns hat es
nichts desto trotz viel Freude gemacht, an
unsere Ahnfrauen in diesem matriarchalen
System zu erinnern!
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WAS ” WANN ” WO
Regionalgruppe Mülheim
Termine:
Adventsfeier:
20.07./17.08./21.09./19.10./17.11.2015
15:30 Uhr - 18:30 Uhr im Gralzentrum Mülheim
04.12.2015 – 15:30 Uhr im Gralzentrum Mülheim
Regionalgruppe München – Termine 2015
25.07.
19.09.
21.11.
12.12.
Ingolstadt, Anm. Chr. Werner s.u. oder G. Dirauf, Tel.: 0841/3704983.
Aichach, Judith Ettner, Wittelsbacher Str. 30, Tel.: 08251/2543
Ingolstadt, Anm. s.o.
München, St. Michael, Anm. I. Bsteh, Tel.: 089/433798 .
WEITERE HINWEISE
Arbeitskreis – Heppenheim
03.07. – 05.07.2015
Info und Anmeldung - Gralzentrum MH
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Europäisches Graltreffen 2015
„Gesegnet sei der Raum mit,
zwischen und um uns“
01.08. – 07.08.2015
Centro do Graal da Golega
Rua do Saldanha, 1
PT 2150 – 162 Portugal
Unterkunft und Verpflegung
225,00 EUR/Person
Info: Frau Christa Werner
[email protected]
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Herbsttagung - Heppenheim
09.10.-11.10.2015
Info und Anmeldung – Gralzentrum MH
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22
IMPRESSUM
Herausgeber:
GRAL-Akademie e.V.
45478 Mülheim/Ruhr
Tel.: 0208/51647
Fax: 0208/598824
E-mail: [email protected]
Homepage: www.grail-germany.de
Bürozeiten:
Dienstag - Donnerstag: 8.00 - 13.30 Uhr
Freitag: 8.00-11.00 Uhr
Redaktion:
Dr. Marita Estor
In der Gemoll 33, 35037 Marburg,
Tel./Fax: 06421/33710
E-mail: [email protected],
Erika Haugg, Ursula Wiensgol
Sekretariat: Gralzentrum Mülheim
Kontaktanschrift:
Christa Werner
Feldkirchener Str. 2
85055 Ingolstadt
Tel./Fax: 0841/3799898
Jahresbeitrag: 25,00 EUR
GRAL-Akademie e.V., Mülheim
KD-Bank e.G., Duisburg
IBAN: DE02 35060190 1013448015
BIC: GENODED1DKD
Herstellung:
Wohlfeld & Wirtz GmbH & Co. KG
Duisburg
[email protected]
Gedruckt auf Öko Plus Offsett-Papier
100 % PEFC zertifiziert
Ä:HUQLFKWDQ:XQGHUJODXEWLVWNHLQ5HDOLVW³
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