Jeder zweite Spitalsaufenthalt schmerzbedingt: Bei gutem

Pressemitteilung zu den 15. Österreichischen Schmerzwochen der Österreichischen Schmerzgesellschaft
Jeder zweite Spitalsaufenthalt schmerzbedingt:
Versorgungs-Standard
hohe
Zufriedenheit
mit
Schmerztherapie
Bei gutem
stationärer
Wien, 25. Jänner 2016 – Schmerzen sind im Spitalsalltag stark präsent, viele stationäre Aufnahmen
gehen auf Schmerzen zurück, und die Patienten sind mit der schmerztherapeutischen Betreuung in den
untersuchten Krankenhäusern zufrieden – auf chirurgischen Stationen mehr als auf konservativen
Abteilungen. Das sind einige zentrale Ergebnisse einer aktuellen österreichischen Erhebung unter
Patienten des Wiener Wilhelminenspitals und des Klinikums Klagenfurt am Wörthersee, berichtet die
Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG) aus Anlass der 15. Österreichischen Schmerzwochen.
„Dass die Zufriedenheit der Patienten mit der stationären Schmerztherapie sehr hoch ist – 84,7 Prozent
im Wilhelminenspital und 89,1 Prozent im Klinikum Klagenfurt – hat sicher auch damit zu tun, dass in
diesen beiden Häusern dieser Thematik besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird“, so ÖSGPräsident OA Dr. Wolfgang Jaksch (Wilhelminenspital), Erstautor der Studie. „Das ist leider nicht in
allen österreichischen Spitälern der Fall.“
„Dass bei etwa der Hälfte aller stationären Patienten der Schmerz an sich der Grund für den
Krankenhausaufenthalt ist, ist ein alarmierender Befund“, beschreibt Dr. Jaksch ein Detailergebnis.
„Die spürbaren Versorgungsengpässe im ambulanten Sektor dürften also mit ein Grund dafür sein,
dass viele Betroffene auf der teuersten Versorgungsebene landen und stationäre Hilfe benötigen. Das
ist zwar sicher nicht im Sinn einer zweckmäßigen abgestuften Versorgung. Aber wenn die Situation so
ist, müssen wir jedenfalls im Krankenhaus sicherstellen, dass diese Gruppe von Patienten optimal
schmerztherapeutisch versorgt wird. Sonst legen wir den Grundstein für einen Drehtür-Effekt und die
Betroffenen werden regelmäßig wieder im stationären Setting landen.“
Ein anderer Befund der Untersuchung: Mit einer Prävalenz von 45,7 Prozent (Wilhelminenspital) bzw.
40,8 Prozent (Klinikum Klagenfurt am Wörthersee) ist Schmerz ein sehr verbreiteter Faktor im
stationären Alltag. „Das zeigt auch klar, dass diesem Problem ausreichend Krankenhaus-Ressourcen
gewidmet werden sollten“, so Dr. Jaksch.
Während hinsichtlich der Häufigkeit von Schmerzen auf konservativen oder chirurgischen
Abteilungen kein Unterschied festgestellt werden konnte, war in beiden untersuchten Krankenhäusern
die aktuelle Schmerzstärke in konservativen Abteilungen deutlich höher, auch die Lebensqualität
wurde auf konservativen Stationen schlechter eingeschätzt. „Das unterstreicht wohl den guten
Standard der postoperativen Versorgung in den beiden Häusern, mit täglichen Visiten durch den
Akutschmerzdienst und die Anwendung internationaler Leitlinien. Umso besorgniserregender ist es,
dass in vielen Spitälern solche Schmerzdienste gar nicht bestehen oder zuletzt erfolgreiche
Akutdienste eingespart wurden, wie etwa im AKH Wien“, sagt Dr. Jaksch.
Das Ergebnis sei auch ein Anreiz für konservative Fächer, so der ÖSG-Präsident, sich vermehrt mit
dem Thema Schmerz zu befassen: „Schmerzschulungen, die Festlegung von Zielen der
Schmerztherapie und die Umsetzung bestehender Leitlinien können helfen, die Schmerztherapie zu
verbessern.“
Quelle: Jaksch et al: Schmerz im Krankenhaus: Erfassung der Schmerzsituation österreichischer Patienten. Der Schmerz;
published online 04 September 2015, DOI 10.1007/s00482-015-0050-0
Kontakt:
B&K – Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung, Dr. Birgit Kofler
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