Pressemitteilung zur FAIR FASHION Fachmesse.

 FAIR FASHION: Die erste Fachmesse für nachhaltige Textilien Die moderne Textil-­‐ und Bekleidungsindustrie wird geliebt und gehasst zugleich. Einerseits ist sie ein Motor für Entwicklung und Industrialisierung in manchen Herstellerländern wie Bangladesch oder Äthiopien. Die andere Seite sind miserable Arbeitsbedingungen und schwere Umweltverschmutzungen. Deshalb wird der Ruf nach einer nachhaltigen Mode und fairen Herstellungsbedingungen immer lauter. „Fir de fairen Handel asbl.“, der Trägerverein des Weltladen Diekirch und Gewinner von „Yes we care 2014“ bietet jetzt in Partnerschaft mit Fairtrade Lëtzebuerg und mit der Unterstützung der Gemeinde Diekirch die Gelegenheit einen Überblick über nachhaltige Alternativen in dem Textilbereich zu verschaffen. Die FAIR FASHION ist die erste nationale Textilmesse für faire und nachhaltige Mode, die am 26. und 27. Juni 2015 in der Al Seeërei Diekirch stattfindet. 13 Aussteller aus Luxemburg, Deutschland und den Niederlanden präsentieren dort ihre Kollektionen, die moderne Designs mit Ökologie und Ethik verbinden. Zudem werden auch weitere textile Produktgruppen wie Mode-­‐Accessoires, Heimtextilien und Babykleidung zum Verkauf angeboten. Eine Fair Fashion Modeschau mit Schülerinnen und Schülern des Lycée technique agricole Ettelbruck bringt an beiden Tagen die faire Mode auf den Laufsteg. Luxemburgs erster Einkaufsführer für Textilien aus Fairtrade Baumwolle Im Rahmen der FAIR FASHION veröffentlicht Fairtrade Lëtzebuerg den ersten Einkaufsführer für Kleidung und Textilien aus Fairtrade Baumwolle in Luxemburg. Ob Unterwäsche, Sportkleidung, bequeme Kleidung zum Wohlfühlen oder moderne Streetwear, das Fair Fashion Magazin führt alle aktuellen Verkaufsstellen fairer Kleidungsstücke in Luxemburg auf. Darüber hinaus informiert das Magazin über den Anbau von Baumwolle und die Weiterverarbeitung bis zum fertigen Kleidungsstück und erläutert den positiven Einfluss von Fairtrade auf die Baumwollgewinnung. Sensibilisierung: die Arbeitsbedingungen der Produzenten Von der Baumwollpflanze bis zum fertigen Kleidungsstück informiert „Fir de fairen Handel asbl.“ in Zusammenarbeit mit Fairtrade Lëtzebuerg, Caritas, Mouvement écologique, ASTM und dem Weltladen Diekirch über das Leben und die Arbeit der Produzenten in der Textilindustrie. In diesem Rahmen ist die Ausstellung „Ich mache Deine Kleidung! Die starken Frauen aus Süd Ost Asien“ von femnet.ev zu sehen, die neun Frauen aus Textilfabriken in Kambodscha und Bangladesch vorstellt. Marieke van der Velden, Preisträgerin des holländischen Fotopreises Silberne Kamera, hat diese portraitiert. Die Ausstellung von Fairtrade Advocacy Office nimmt uns mit auf die Reise zu dem afrikanischen Anbaugebiet nach Senegal und zeigt eindrucksvoll die ersten Schritte von Anbau, Ernte und Verarbeitung der Baumwolle. Für Schulen wurden im Vorfeld Sonderführungen durch diese Ausstellungen organisiert, die zudem auch während der Fair Fashion Messe zu besichtigen sind. Im Bereich der Berufskleidung wird eine Veranstaltung angeboten, in der sich die Akteure aus Privatwirtschaft und Staat über „saubere“ Kleidung ohne Ausbeutung informieren können. Hier präsentiert die Stadt Luxemburg auch ihre nachhaltige Einkaufspolitik in Sachen Berufskleidung. Nachfolgende Kurzvorträge zur Problematik runden das Angebot ab, wobei die breite Öffentlichkeit einen Einblick in Arbeits-­‐ und Lebensbedingungen der Produzenten in der Baumwollproduktion und Textilverarbeitung gewinnen kann: -­‐
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„Fashion Victims zwischen Unterstützung und Boykott: Ansätze die globale Textilwirtschaft fairer zu gestalten“ mit Daniela Ragni, von der Kampagne Fashion Victims der Caritas Luxemburg „Nachhaltige textile Selbstbestimmung: Wie nachhaltig sind unsere Textilien?“ mit Fabian Krüger von Get Lazy „Von der Baumwolle bis zum fertigen Textilprodukt: Fairtrade goes on“ mit Fairtrade Lëtzebuerg Diese Veranstaltungen sind zudem ein wichtiger Baustein im europäischen Jahr für Entwicklung. Der Ruf nach einer nachhaltigen Textilproduktion wird auch auf EU-­‐Ebene immer lauter. Auch die Politik ist gefordert Die luxemburgische Regierung ist aufgefordert auch während der Präsidentschaft ab dem 1 Juli 2015 Akzente zu setzen im Rahmen der sog. “EU Flagship initiative on garment” der Europäischen Kommission. Damit diese Initiative wirklich einen bedeutenden Schritt in Richtung besserer Arbeitsbedingungen darstellen kann, müssen Prioritäten geschaffen werden und nachfolgende Arbeitsfelder berücksichtigt werden: -
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Eine neue Gesetzgebung, die die Sorgfaltspflicht europäischer Unternehmen auch für ihre Geschäfte außerhalb Europas und eine verbindliche Nachverfolgbarkeit und Transparenz beinhaltet. Ein wirksamer Zugang von Opfern von Arbeits-­‐ und Menschenrechtsverletzungen im Bekleidungssektor zu rechtlichen Mitteln. Eine entsprechende Einkaufspolitik der öffentlichen Hand im Textil-­‐ und Bekleidungsbereich, die eine verbindliche Nachweisbarkeit und Nachhaltigkeit beinhaltet.