Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V. www.ziegen-bw.de • E-Mail: [email protected] - Geschäftsstelle • Tel. 0711 / 1 66 55 02 Heinrich-Baumann-Str. 1-3 • 70190 Stuttgart • FAX 0711 / 1 66 55 83 Ziegenzuchtverband Bad.- Württ. e.V. * Heinrich-Baumann-Str. 1-3 * 70190 Stuttgart Bankverbindung: Südwestbank Stuttgart IBAN: DE98 6009 0700 0756 3010 09 BIC : SWBSDESS Konto 756 301 009 BLZ 600 907 00 USt - DE 147805752 Gläubiger–ID : DE43ZBW00001299286 _ Rundschreiben Nr. 3 / 2015 Unser Zeichen 2015 / Dr. Buchsteiner Datum Dezember 2015 Liebe Ziegenzüchterinnen und Ziegenzüchter, sehr geehrte Damen und Herren! Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine frohe, gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und alles Gute für das Jahr 2016, vor allem eine erfolgreiche Ablammsaison und viel Freude mit Ihren Ziegen. Mit diesem Rundschreiben wollen wir Sie in chronologischer Reihenfolge über die wichtigsten Ziegen-Ereignisse des Jahres informieren. Ziegenschauen Schon fast traditionell haben die Ziegenschauen mit dem Maimarkt in Mannheim begonnen. Die Vereine Boxberg, Tübingen, Aalen, Oedheim und Rems-Murr folgten mit ihren Regionalziegenschauen, bevor der Bockmarkt den Abschluss der Ausstellungen bildete. Die Züchter des Ziegenzuchtvereins Südschwarzwald zeigten ihre Tiere dieses Jahr auf der BALA in Freiburg i. Brsg. dem interessierten Messepublikum. Bei den Ziegenschauen konnten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche staatliche Preise vergeben werden. Auf den insgesamt sieben Schauen erhielten 124 Tiere einen I., 34 Tiere einen II. und 3 Tiere einen III. Staatspreis und die Stallplaketten. An Preisgeldern wurden insgesamt 4.630 € vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür! Ziegenbockmarkt: guter Preis bei hohem Milchwert Anfang August fand die Bockauktion des Ziegenzuchtverbandes Baden-Württemberg wieder auf dem Gelände des Reitvereins Pfullingen statt. Der Verbandsvorsitzende, Dr. Reinhold Buchsteiner, konnte zahlreiche Gäste begrüßen. Dieses Jahr waren nur Böcke der Rasse Bunte Deutsche Edelziege aufgetrieben worden. Der Körkommission, bestehend aus den Züchtern Dr. Ulrich Jaudas und Dr. Pera Herold, gleichzeitig Expertin für Zuchtwertschätzung, der Tierärztin Dr. Katharina Hölzle vom Veterinäramt Reutlingen, dem Zuchtleiter Dr. Hansjörg Wenzler sowie Dr. Buchsteiner, wurden am Vormittag 13 Milchziegenböcke zur Bewertung vorgestellt. Nach der 2014 in Kraft getretenen neuen Zuchtbuchordnung konnten zehn Böcke in Wertklasse I und zwei Böcke in Wertklasse II gekört werden. Armin Lang aus Waiblingen und Josef Baumann aus Ellwangen präsentierten einjährige Altböcke. Bei der zweiten Klasse stellte Josef Baumann den besten Bock, der auch zum Siegerbock der Auktion erklärt wurde. Der 54 kg schwere „Royal“ konnte neben seinem stattlichen Rahmen einen sehr guten Milchwert von 116 Punkten vorweisen. Der zweitplazierte Bock, vorgestellt von Thomas Birmelin, -2- Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V. -2- Müllheim, sammelte Punkte durch seine gute Entwicklung und die beachtliche Mutterleistung. Aus dem Stall von Stefan Funk in Oedheim kam der Bock an dritter Stelle, der bei guter Form einen hohen Milchwert durch die ebenfalls gute Mutterleistung aufweisen konnte. An vierter Stelle stand ein Bock von Ute Brand aus Bad Wimpfen, der neben einem guten Rahmen eine hohe Mutterleistung mitbrachte. Die dritte Altersklasse wurde angeführt von einem harmonischen Bock aus der Zucht von Alwin Gutbrod aus Tübingen. Es folgten ein Bock mit gutem Rahmen von Andreas Vogt aus Wangen, ein Bock aus dem Stall von Armin Lang, ein Bock von Elmar Heumesser, Starzach sowie ein weiterer Bock von Armin Lang. Zum zweiten Mal konnten Zuchtwerte für die Milchleistung für die Kaufentscheidung herangezogen werden. Das Landesamt für Geoinformation in Kornwestheim gab eine Liste der auf den Vorfahren der Böcke beruhenden Milch-Zuchtwerte heraus. Die Richter konnten feststellen, dass ihre Rangierung der Tiere meist zu den offiziellen Zuchtwerten passte. Bei der Präsentation der Böcke vor der Auktion konnte Carolin Schneider vom Landratsamt Ludwigsburg viele Böcke mit einem I. Staatspreis auszeichnen. Ein besonderer Höhepunkt war die Vergabe des Ehrenpreises für den Schausieger, der vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg gestiftet und von Julika Schaupp vom Regierungspräsidium Tübingen an Josef Baumann überreicht wurde. Bei sehr sonnigem Marktwetter konnte Roland Sauter in bewährter Manier die Böcke versteigern. Die Böcke fanden recht zügig ihre neuen Besitzer. Bei hohem Milchwert waren die Käufer bereit, mehr Geld für den Zuchtfortschritt zu investieren. Vier Böcke, davon drei behornte Böcke konnten leider nicht verkauft werden. Sind behornte Böcke "out", wie ein Besucher sagte ? Ergebnis Ziegenbockauktion Pfullingen 05.08.2015 Anzahl (Foto: Wenzler) Ziegenweide Durchschnittspreis Max. Preis Min. Preis aufgetrieben gekört angeboten verkauft insgesamt Milchziegen Böcke 13 12 12 8 690 € 900 € 320 € Ähnlich wie beim Bockmarkt konnten dieses Jahr von der Ziegenweide ausschließlich hornlose Tiere verkauft werden. Auch eine Werbebriefaktion bei bisherigen Käufern und Interessenten führte zu keinem Kaufauftrag. Die Hoffnungen, weibliche BDE und WDE -Tiere mit einem Export nach Serbien verkaufen zu können, haben sich nach einem Monat hin und her und langen Verhandlungen über einen deutschen Vermittler letztendlich zerschlagen. Ursprünglich waren Ende August 50 WDE und mindestens 20 bis 30 BDE - Ziegen sowie einige Böcke für Serbien angefragt worden. Nach Rückfragen bei anderen Landesverbänden und weiteren Züchtern wären ca. 20 WDE und ebenso viele BDE - Ziegen verfügbar gewesen. Der Interessent hat versucht, den schon nachgelassenen Kaufpreis immer noch weiter zu drücken, so dass der Vermittler die Verhandlungen abgebrochen hat. Wir hätten diese Preisdrückerei ebenfalls nicht akzeptieren können, weil dies direkte Auswirkungen auf mögliche Verkaufspreise in den Folgejahren gehabt hätte. -3- Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V. -3- Milchziegenreport erschienen Aus dem Bereich der Erwerbsmilchziegenhaltung lagen bisher nur wenige betriebswirtschaftliche und produktionstechnische Daten vor. Aus diesem Grund initiierten der Ziegenzuchtverband BadenWürttemberg e.V., die Bioland-Beratungs-GmbH und die Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume Schwäbisch Gmünd (LEL) ein Projekt zur umfassenden Erhebung von Daten zur Milchziegenhaltung, um Informationen für eine qualifizierte Beratung der Erwerbsmilchziegenhalter zu gewinnen. Insgesamt nahmen 18 Betriebe aus Baden-Württemberg an diesem mehrjährigen Projekt teil, davon 11 Ökobetriebe. Es erfolgte eine Zusammenstellung fundierter betriebswirtschaftlicher Kennzahlen aus der landwirtschaftlichen Milchziegenhaltung. Die Ergebnisse dieses Projekts sind im Milchziegenreport Baden-Württemberg 2014 zusammengefasst und bieten einen Überblick über die Wirtschaftlichkeit und die Erfolgsfaktoren der Milchziegenhaltung. Der Milchziegenreport 2014 ist für 9 € (inkl. Porto) zu beziehen im Online-Shop der LEL unter: http://www.landwirtschaft-bw.info Das Beratungsprojekt für Erwerbsmilchziegenhalter wurde in diesem Jahr nochmals bis zum 31.10.2015 verlängert, um für die teilnehmenden Betriebe keine Beratungslücke entstehen zu lassen. Ab diesem Jahr wird nun die durch das Land Baden-Württemberg geförderte Beratung 2020 angeboten, deren Module von landwirtschaftlichen Betrieben in Anspruch genommen werden können. Ansprechpartner ist die LEL in Schwäbisch Gmünd. Lehrfahrt des Ziegenzuchtverbandes nach Thüringen Nach umfangreichen Vorarbeiten durch unser Mitglied Jens Klemm, der Mithilfe der Geschäftsstelle des Thüringischen Landesverbandes und unserer Geschäftsstelle konnte vom 3.10. bis 5.10.2015 nun eine Lehrfahrt nach Thüringen durchgeführt werden. Nachfolgend drucken wir eine Kurzversion des Reiseberichts von Carolin Schneider über die Lehrfahrt des Ziegenzuchtverbandes nach Thüringen ab. Eine ausführlichere Version werden wir in unserer Internetseite veröffentlichen. Von „A“ wie Adam Riese bis „Z“ wie (Thüringer Wald)Ziege Unsere Lehrfahrt führte uns zu sehenswerten Ziegenbetrieben im schönen Thüringen mit seiner Hauptstadt Erfurt. Dort trafen wir bei der Stadtbesichtigung auf einen Satz von Adam Riese, der uns gleich den roten Faden für die Lehrfahrt vorgab: Der Absatz muss stimmen! Diesem Motto treu blieb auch gleich der erste Betrieb, ein Milchschafbetrieb mit Käserei: Landhof „Am Ziegenried“ in Dosdorf (Ilmkreis) mit der Milchschafrasse Lacaune aus Frankreich. Die Milch der Schafe wird in der hofeigenen Käserei verarbeitet und auf dem Hof auch vermarktet – die Lage direkt an einem bei Fahrradtouristen beliebten Radweg ist dabei ideal. „Ideen muss man haben“, waren sich die Ziegenzüchter nach dem Besuch der Ziegenalm Sophienhof einig. Der Hof beherbergt neben Tiroler Grauvieh, Sattelschweinen, einigen Legehennen in einem Hühnermobil und Damwild auch Bunte Deutsche Edelziegen des Harzer Schlages, welche sich durch einen hellen Bauch auszeichnen. Herr Liebigs Philosophie ist, dass er von allen Tierarten nur so viele hält, wie deren Produkte noch über den Hofladen vermarktet werden können. Dies läuft nach einem ausgeklügelten System. Die Tierarten des Sophienhofes ergänzen sich: Die Schweine werden ergänzend zur Herstellung von Ziegenwurst gehalten, die Milch der Kühe liefert im Winter, wenn die Ziegen trocken stehen, den Nachschub für ein Sortiment an Kuhmilchkäse im Hofladen. Darüber hinaus wird die Milch in der Aufzucht der Kitze verwendet. -4- Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V. -4- Vor allem auf die Fleischfülle seiner Burenziegen kommt es Herrn Scharfe in Neustadt im Harz an. Die rund 40 Tiere standen bei unserem Besuch gut da, waren sehr kompakt - vor allem die Lämmer waren quadratisch, praktisch, gut. Natürlich bekamen wir auch auf diesem Betrieb wieder Gelegenheit zur Verkostung der hofeigenen Produkte. Die wohl bekannteste Ziegenrasse aus der Region ist auf dem Ziegenhof Peter zuhause. Dort hält die Namensgeberin Frau Peter rund 120 Thüringer Wald Ziegen, melkt und verarbeitet deren Milch zu verschiedenen Käsesorten und Joghurt. Eine Eigenkreation des Betriebs ist der „Zickolo“, ein erfrischender und köstlicher Trinkjoghurt in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Auch die Herstellung und Vermarktung der Produkte hat Frau Peter im Griff: Sie liefert überwiegend direkt an Edeka. Im idyllischen Dorf Eichelborn fanden wir hinter einem großen grünen Tor den Ziegenhof Eichelborn von Stefanie Eberhard vor. Rund 40 Saanenziegen haben dort ihr Zuhause. Frau Eberhard hat dank den Erlösen aus dem Verkauf von Ziegenprodukten ihren Betrieb über die letzten Jahre quasi aus dem Nichts aufgebaut. Hauptsächlich vermarktet sie ihre Produkte über den eigenen kleinen Hofladen: „Mit meinen Käse- und Milchpreisen bewege ich mich im oberen Drittel der Direktvermarkter in Thüringen – aber das sind Erzeugerpreise, ich muss davon leben und ich meine, mein Käse ist gut!“ Unser letztes Mittagessen auf der Fahrt nahmen wir auf dem Betrieb Armstroff in Zimmernsupra, ein, welcher sowohl Kaschmir- und Angoraziegen, als auch Anglo Nubier Ziegen hält. Auch „Kaschgora“-Ziegen waren vertreten: Eine Kreuzung aus Angora und Kaschmir. Vermarktet werden vor allem auf Weihnachtsmärkten Produkte aus Ziegen- und Alpakawolle, Web- und Spinnvorführungen inklusive. „Zuerst wollte ich nicht von daheim weg und jetzt will ich noch nicht heim“ fasste ein Teilnehmer zusammen und sprach damit vielen aus der Seele. „Die Zeit ging schnell vorbei“ waren sich alle einig. „Gerne wieder“ befand ein anderer Teilnehmer und die baden-württembergischen Ziegenzüchter philosophierten darüber „wie unterschiedlich Betriebe doch sein können, obwohl sie recht nah beieinander liegen und obwohl sie alle Ziegen halten.“ Mitgliederversammlung Neben zahlreichen Mitgliedern und Ehrengästen konnten wir bei unserer Mitgliederversammlung am 7. November im Hotel Glemseck auch die Landesbeauftragte für den Tierschutz, Frau Dr. med. vet. Cornelie Jaeger begrüßen. In ihrem Grußwort betonte sie, dass das Enthornen von Ziegen bereits seit 1998 verboten ist. Nur ein Tierarzt darf in bestimmten Fällen und unter Betäubung Ziegen Hörner amputieren! Sie riet auch davon ab, auf eine Änderung des Tierschutzgesetzes in diesem Zusammenhang zu hoffen. Die Anpassung der Tiere an die Haltungsbedingungen durch Amputationen sei heute kritisch zu sehen. Stattdessen fordere die Gesellschaft die Anpassung der Haltungsbedingungen an die Tiere. Sie zeigte sich besorgt über den fallenden Wert von Ziegenkitzen, der nicht zum illegalen Töten dieser Tiere führen dürfe. Die dauernde Anbindehaltung von Ziegen sei nach den Europaratsempfehlungen von 1992 ebenfalls nicht zugelassen. Frau Dr. med. vet. Petra Sedelmeier vom Landwirtschaftsministerium berichtete über die immer noch bestehenden Restriktionen im Handel von Zuchtziegen zwischen den europäischen Staaten. Der Ziegenzuchtverband hat hierzu inzwischen nochmals gegenüber dem Ministerium Stellung genommen und gefordert, dass Ziegen von diesen Hemmnissen befreit werden, weil es wissenschaftlich keinen Grund dafür gibt und keine geeigneten Untersuchungsmethoden zur Verfügung stehen. Nach den Berichten des Vorsitzenden, des Zuchtleiters, dem Leiter der Geschäftsstelle und der Kassenprüfer wurde der Vorstand von der Versammlung einstimmig entlastet. -5- Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V. -5- Der Vorsitzende Dr. Buchsteiner berichtete, dass sich die Bedingungen für die Gründung und Führung einer Ziegenkasse innerhalb der Tierseuchenkasse so grundlegend verschlechtert haben, dass der Verband in Übereinstimmung mit den Verantwortlichen der Tierseuchenkasse von dieser Forderung abrückt. Dr. Holger Axt, der Leiter des Schafherden-Gesundheitsdienstes, berichtete von den Ergebnissen des Pseudotuberkulose-Monitorings im Land. Er stellte eine Richtlinie zur freiwilligen Sanierung vor, die mit großer Mehrheit beschlossen wurde, allerdings mit der Maßgabe, dass sich die öffentliche Hand an den Kosten beteiligen sollte. Beachten Sie hierzu den gesonderten Beitrag in diesem Rundbrief. Frau Professor Dr. Gesine Lühken von der Universität Gießen lotete in Ihrem Vortrag die Möglichkeiten der Zucht auf Hornlosigkeit bei Ziegen aus. Sie stellte in etwa ein bis zwei Jahren einen Gentest zur Zwitterbildung in Aussicht, der die Zucht auf genetische Hornlosigkeit eventuell ermöglichen könnte. Unser Verband ist an diesen Untersuchungen und Ergebnissen sehr interessiert, weil sich hier eine Möglichkeit abzeichnet, die Hornproblematik auf legalem Weg anzugehen. Weitere Veranstaltungen Neben den in diesem Rundschreiben angesprochenen Veranstaltungen haben natürlich noch viele weitere Veranstaltungen für, mit oder über Ziegen stattgefunden, die von Mitgliedern unseres Verbandes veranstaltet, besucht wurden oder die den Verband dort repräsentiert haben. Eine ausführliche Berichterstattung darüber würde aber den Rahmen dieses Rundschreibens sprengen, weshalb wir Sie hierzu auf die regionale Berichterstattung der Medien bzw. die Berichte in den Fachzeitschriften und unsere Internetseite verweisen wollen. Trächtigkeitstest über Milchprobe auch für Ziegen Seit kurzem bietet der Landeskontrollverband (LKV) auch für Ziegen einen Trächtigkeitstest über die Milchprobe an. Dieser Test kann über einen zusätzliche Probe bei der routinemäßigen MLP Probe erfolgen. Wenn Sie hieran interessiert sind, sprechen Sie bitte mit Ihrem Zuchtwart. PseudoTb Informationen Nachfolgend veröffentlichen wir einen Auszug aus dem aktuellen Infoblatt des Tiergesundheitsdienstes (TGD) der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg zum Thema PseudoTb sowie das Untersuchungsschema. Die vollständige Version dieses Blattes, die beschlossene Richtlinie, das Untersuchungsschema und die Anlagen zur Richtlinie werden wir demnächst in die Internetseite einstellen. Ähnlich der CAE werden auch hier mehrere Untersuchungen aller über 12 Monate alten Tiere des Bestandes mit negativem Ergebnis gefordert, bis eine Unverdächtigkeitsbescheinigung durch den Verband erteilt werden kann. Für Ziegenausstellungen, Ziegenweide und Bockmarkt - Beschicker sind in der Richtlinie Übergangsregelungen vorgesehen, so dass die Teilnahme an solchen Veranstaltungen auch in der Übergangszeit für alle Züchter möglich ist. In den einschlägigen landwirtschaftlichen Medien werden in nächster Zeit ebenfalls Beiträge zu diesem Thema veröffentlicht. Wenn Sie danach Fragen zur PseudoTb und der Vorgehensweise haben, können Sie sich gerne an die Geschäftsstelle und die Zuchtberater wenden. Die Unterlagen wurden uns freundlicherweise von Herrn Dr. Holger Axt für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank hierfür. Was ist die PseudoTb der Ziege? Die PseudoTb der Ziege ist eine chronische bakterielle Infektionskrankheit, die Abszesse im lymphatischen System hervorruft. Die Abszesse entstehen meist in unter der Haut gelegenen Kopf- und -6- Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V. -6- Körperlymphknoten. Sie brechen nach außen auf und der austretende Eiter kontaminiert die Umgebung mit großen Erregermengen, die in der Umwelt monatelang infektiös bleiben. Klinische Erscheinungen bei unter sechs Monate alten Ziegen sind selten, es erkranken hauptsächlich erwachsene Tiere. Befallene Ziegen leben oft jahrelang mit dem Erreger, die Erkrankung kann Abmagerung und Leistungseinbußen zur Folge haben. Wenn von der Abszessbildung auch innere Organe betroffen sind, kann die Erkrankung zum Tod führen. Neben der Ziege ist vor allem das Schaf für die PseudoTb empfänglich, aber auch Infektionen von Neuweltkameliden und Pferden sowie anderer Tiere und -in seltenen Fällen- des Menschen sind bekannt. Wie kommt es zur Infektion? Häufig wird die Krankheit durch Tierzukauf eingeschleppt. Innerhalb eines Bestandes kann sich die PseudoTb ohne Gegenmaßnahmen immer weiter ausbreiten, da der Erreger mit dem austretenden Eiter im ganzen Stall verteilt wird. Meist infizieren sich die Ziegen über kleine und größere Verletzungen der Haut (Dornen, Fangfressgitter, Kämpfe, Aufscheuern bei Juckreiz durch Parasitenbefall, Nabel bei Neugeborenen, etc.). Ziegenlämmer können sich auch durch das Kolostrum infizierter Muttertiere anstecken. Menschen, die mit dem Eiter von infizierten Tieren in Kontakt kommen, sollten Schutzhandschuhe tragen und die Hände regelmäßig waschen und desinfizieren. Woran erkennt man eine PseudoTb- Infektion? Erkrankte Tiere erkennt man oft mit bloßem Auge an den bis zu faustgroßen, unter der Haut liegenden Abszessen. Auch nach dem Aufbrechen abgeheilte Abszesse, insbesondere an den typischen Körperregionen (Prädilektionsstellen), können Hinweise auf die Krankheit geben. Kleinere Abszesse können durch Abtasten der Körperlymphknoten frühzeitig erkannt werden. Neben dieser klinischen Untersuchung besteht die Möglichkeit, die Bakterien aus dem Abszessinhalt anzuzüchten oder Antikörper im Blut zu bestimmen. Da negative klinische und labordiagnostische Befunde mit den derzeit zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden nicht zu 100% zuverlässig sind, werden die verschiedenen Untersuchungsmethoden in der Regel kombiniert, um möglichst sichere Ergebnisse zu erzielen. Aus diesem Grund spricht man bei der PseudoTb im Zuge einer fortgeschrittenen Bestandssanierung nicht von „Krankheitsfreiheit“ sondern von „Unverdächtigkeit“. Wie kann man die Krankheit wirksam bekämpfen? Da Antibiotika nicht bis in die Tiefe von eitergefüllten Abszessen vordringen, ist eine Heilung praktisch nicht möglich. Auch verschiedene Versuche, die Tiere durch eine Impfung zu schützen, haben in der Vergangenheit nicht zu befriedigenden Ergebnissen geführt. Die einzige Möglichkeit, einen Ziegenbestand in absehbarer Zeit von der PseudoTb zu befreien, ist die langfristige, engmaschige Untersuchung des Bestandes mit Erkennung und konsequenter Entfernung infizierter Tiere. Hygienemaßnahmen und hohe Anforderungen an die Biosicherheit ergänzen und beschleunigen den Erfolg von Sanierungsmaßnahmen. In stark betroffenen Beständen kann in der Anfangsphase der Sanierung durch die Trennung von Tiergruppen und die mutterlose Aufzucht der Kitze eine zu radikale Bestandsreduzierung verhindert werden. Welche Vorteile bringt die Sanierung dem Ziegenhalter? PseudoTb „unverdächtige“ Tierbestände sind gesünder und leistungsfähiger. Insbesondere für Züchter ist es wichtig und von großem Wettbewerbsvorteil, ihren Kunden zertifiziert unverdächtige Zuchttiere anbieten zu können. Für Milchziegenhalter liegt der Fokus auf der Erzeugung gesundheitlich unbedenklicher Lebensmittel. -7- Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V. -7- Jahre 0 Untersuchungsschema PseudoTb (alle Ziegen ≥ 12 Monate ) 1. Untersuchung : → klinisch* + serologisch h a l b J ä h r l i c h 2. Untersuchung: 0,5 1 → klinisch* 3. Untersuchung : 3 unverdächtig 4. Untersuchung: *ggf. ergänzt durch bakteriologische → klinisch* Untersuchung von Abszessmaterial 5. Untersuchung : → klinisch* + serologisch Ab 6. Untersuchung : j ä h r l i c h Bestand Pseudotuberkulose → klinisch* + serologisch 1,5 2 Alle Befunde negativ → jährlich klinisch* → alle 2 Jahre serologisch 4 Positive Befunde • Bei serol. oder bakteriol. positiven Tieren (oder > 6 monatiger Überschreitung der Untersuchungsintervalle oder Kontakt mit verdächtigen Tieren): → zurück zur 1. Untersuchung • Ausnahme: Bei einem serologisch positiven Tier in seit mind. 3 Jahren unverdächtigem Bestand: Ruhen des Status bis zur nächsten klinischen und serologischen Untersuchung mit ausschließlich negativen Befunden frühestens 3 Monate nach Entfernung des letzten positiven Tieres Anlage 2: Untersuchungsschema PseudoTb Mitgliedsbeiträge Zur Zeit werden von der Geschäftsstelle die Rechnungen und Abbuchungen für den Mitgliedsbeitrag 2015 erstellt. Wir bitten alle Mitglieder, die nicht am Lastschriftverfahren teilnehmen, ihre Mitgliedsbeiträge innerhalb der eingeräumten Fristen an den Verband zu überweisen. Wenn sie Fragen zum berechneten Beitrag haben, dann rufen Sie bitte bei der Geschäftsstelle an. Durch ein kurzes Telefonat lassen sich in der Regel alle Differenzen klären und es entstehen keine langwierigen und zeitaufwendigen Schriftwechsel. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Herzliche Grüße, Ihre Dr. Buchsteiner, Vorsitzender Anlage : B. Haug, Geschäftsstelle Dr. Wenzler, Zuchtleiter Termine 2016 Die Geschäftsstelle des Ziegenzuchtverbandes Baden-Württemberg e.V. ist über Weihnachten und den Jahreswechsel geschlossen. Ab 11. Januar 2016 sind wir wieder zu den normalen Zeiten für Sie da. Über die Anrufweiterleitung und den Anrufbeantworter sind wir in dieser Zeit trotzdem erreichbar. -8- Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V. -8- Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V. Veranstaltungen rund um die Ziege 2016 Info-Telefon: 0711 / 1 66 55 02 Termine Ort Art der Veranstaltung (Info-Tel.-Nr.) 15. - 24. Jan. 16 Berlin Grüne Woche 16. Feb. 16 Leonberg, Glemseck Beiratsitzung, 10:30 Uhr 24. - 27. 2. 2016 Creglingen, Ländl. Heimvolkshochschule Lauda Ziegen- u. Schafhaltung, Grundkurs April 2016 Beuren, Freilichtmuseum Schäfertage 30.4.-10.5.16 Mannheim, Maimarkt Ziegenausstellung : 3.5.-5.5.16 08. Mai 16 Boxberg, Schwabhausen Ziegenschau (ZZV Boxberg) 22. Mai 16 Herbertingen-Marbach 28.05. oder 4.6.16 Pfullingen, Ziegenweide 26. Jun. 16 Aalen, Hüttlingen Zuchtanl. 17. Jul. 16 Oedheim 24. Jul. 16 Schorndorf - Buhlbronn Ziegenschau (ZZV Rems-Murr) 3. Aug. 16 Pfullingen, Reithalle Bockmarkt: Körung ab 9 Uhr, Versteigerung ab 13 Uhr Wolfegg, Bauernhaus-Museum 4. Geißentage Beuren, Freilichtmuseum Ziegentag im Museumsdorf .09.2016 Leonberg, Glemseck Beiratsitzung 12. Nov. 16 Leonberg, Glemseck Mitgliederversammlung Stand: 15.12.15 11. Sep. 16 Ziegenschau , 4 Vereine, (ZZV Oberschwaben) Weideauftrieb Ziegenlämmer, 10 - 12 Uhr Ziegenschau (ZZV Aalen u. Umg.) Landesschau Burenziegen Ziegenschau, 9:30 - 17 Uhr, (ZZV Oedheim) Die Termine der Veranstaltungen werden, soweit möglich, auf unserer Internetseite aktualisiert.
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